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KVpro.de:
Horrormeldungen über Beitragsanpassungen
verunsichern Verbraucher – Aufklärung dringend erforderlich!
Freiburg, 07.12.2012
Kurz vor Einführung der Unisextarife zum 21.12.2012 sollen die Bestandskunden der
PKV laut verschiedener Medienberichte, kräftig zur Kasse gebeten werden.
Schlagzeilen über Beitragsanpassungen (BAP) bei sogenannten „Alt- oder Bisex-
Tarifen“ zwischen 40 und 60 Prozent für das Jahr 2013 ziehen einen medialen
Aufschrei nach sich, dienen als vermeintlicher Beweis für eine „Versicherten-
Abzocke“ und sorgt zwangsläufig für große Verunsicherung unter den Verbrauchern.
Doch wie verhält es sich tatsächlich? „Billig-Polemik“ einzelner Medienvertreter oder
„traurige“ Realität?

Die Marktkenner und PKV-Experten des Freiburger Informationsdienstleisters KVpro.de nahmen
den kürzlich in einem namhaften Onlineportal veröffentlichten Beitrag „Privatversicherten droht
Beitragsschock“, in dem auch zahlreiche Beispiele horrender Beitragsanpassungen aufgelistet
sind, einmal genauer unter die Lupe.

Sorgfalt wäre geboten
Mittelpunkt dieser Berichterstattung ist die Tabelle eines Vergleichsprogrammherstellers, in der
ohne nähere Angaben Tarife mit prozentualen Steigerungen versehen sind. Leider lassen sich
daraus keinerlei verwertbare Erkenntnisse gewinnen, die Verbrauchern als Grundlage für einen
Versicherungs- oder Tarifvergleich dienen oder gar über einen möglichen Versicherungs- oder
Tarifwechsel mitentscheiden könnten.
Die stets entscheidende Frage bei einer solchen Betrachtung „Von was wie viel und verglichen
mit was“ wurde nicht in die Untersuchung mit einbezogen.
Maximale Erhöhung der PKV-Beiträge für einen Neukunden zum 01.01.2013 (Quelle: Tabelle - Spiegel Online 13.11.12):
                                                             „Welcher Neukunde“ und
                        BAP
Private KV                           Tarif                   „Welches Eintrittsalter“ (EA) ist, von den
                        in %                                 prozentual genannten BAP tatsächlich betroffen?
                                                             EA 36 Frau
Allianz                 17,77        AktiMed Plus 90 P
                                                             Es gibt auch 0 BAP und Senkungen
                                                             EA 75 Mann
AXA                     41,65        Vision1-4500
                                                             Frauen, Kinder, Jugendliche keine BAP
                                                             EA 99 Frau
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                                                             Alle Männer keine BAP
                                                             EA 60 Frau
Deutscher Ring          11,39        Classic+
                                                             Es gibt auch EA`s mit keiner BAP
Gothaer                 13,23        MediVita                Tarifangabe unvollständig
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                                                             EA 21 Mann
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                                                             Alle Kinder, Frauen keine BAP
                                                             EA 21 Mann
Münchener Verein        34,64        Royal 891
                                                             Es gibt EA´s mit 0 BAP und Senkungen
R+V                     19,22        AGIL premium TN3        EA 21 Mann
Universa                17,35        VE1300H                 EA 21 Frau
Quelle: "PKV Premium Selection, Volz-ITSC GmbH, Weingarten   Quelle: KV-Vergleichssoftware LUX, KVpro.de GmbH, Freiburg




                                                                                                     Seite 1 (3)
Stellvertretend zwei Beispiele:

1.   AXA erhöht um 41,65 %:
     Die Prozentzahl stimmt. Doch von was? Die Angabe bezieht sich auf den Tarif Vision 1-4500.
     Ein Tarif mit 4.500 Euro Selbstbehalt. Die Steigerung bezieht sich auf den
     Neugeschäftsbeitrag für einen 75 jährigen Mann (!!!). Der Neugeschäftsbeitrag für Neukunden
     wird für 75 jährige auf 289 Euro angehoben. Welcher Mann kauft mit 75 Jahren eine neue
     PKV bei der AXA. Dass im gesamten Tarif nur die Männer zwischen dem Alter 20 und 75
     angepasst werden müssen und sich bei allen Frauen der Neugeschäftsbeitrag nicht ändert
     (die BAP ist = 0), wird nicht erwähnt.

2.   Münchener Verein erhöht um 34,64 %:
     Aus der gleichen Tabelle das Produkt Royal 891. Die genannte BAP von 34,64% betrifft
     ausschließlich den 21 jährigen Mann. Bei den Frauen ändert sich der Neugeschäftsbeitrag
     zwischen fünf bis über sechs Prozent.
     Im gleichen Tarif gibt es auch Beitragssenkungen je nach Eintrittsalter.

Pauschalaussagen zu BAP sind nicht möglich und irreführend
Aussagen zu Beitragsanpassungen ließen sich grundsätzlich nur für einzelne Tarife und einzelne
Eintrittsalter treffen und könnten nie als Trend für die gesamte Branche dargestellt werden. Die
Nennung der Extreme nach oben ist für den Verbraucher genauso irreführend, wie die Nennung
des Durchschnitts eines ganzen Tarifs (Durchschnitt aus EA 0 bis 100), einer Altersgruppe, einer
Tarifgruppe, generell über die gesamte Gesellschaft oder sogar des gesamten Marktes.

Jede Beitragsänderung (BAP) ist individuell für jedes Eintrittsalter und daher stets
unterschiedlich. Die Höhe einer BAP hängt von zahlreichen Faktoren ab, wie z.B. das
zunehmende Tarif-„Hopping“, die Zunahme der Inanspruchnahme von Leistungen durch
den Verbraucher, steigende Rechnungen der Leistungserbringer wie Ärzte, Pharma-Industrie,
Krankenhäuser. Auf die gesundheitliche Entwicklung der Bevölkerung oder auf die Höhe der
Rechnungen von Leistungserbringern hat der Versicherer kaum Einfluss. Er muss die Rechnung
bezahlen, die ihm vorgelegt wird und die am Ende jeden einzelnen Verbraucher belastet. Das
ist branchenunabhängig und in jedem Geschäftsfeld das Gleiche. Das kritisieren von Ergebnissen
ist das eine, die Suche nach den Ursachen für diese Entwicklungen das andere. Hierauf sollte
im Sinne einer nachhaltigen Verbesserung für die Verbraucher der Fokus gerichtet werden.

„Ratings und Vergleichsprogramme, die mit eingeschränkter Tarifauswahl und geschickt
ausgewählten Filterfragen arbeiten, liefern kaum aussagekräftige Ergebnisse. Bei möglichst
kompletten Tarifvergleichen sollte nicht nur der Beitrag und die jeweils eingeschlossenen
Leistungen, sondern auch das Erstattungsniveau in diesen Leistungen aufgezeigt werden“,
erläutert Gerd Güssler, Geschäftsführer von KVpro.de. „Es wäre wünschenswert, wenn speziell die
öffentlichen Meinungsbildner mit dieser Formel auch Pauschalaussagen zu Gesamtergebnissen
von Produkt- und Unternehmensratings, Produkt- und Unternehmensvergleichen sowie zu nur in
Prozentwerten angegebenen Beitragserhöhungen bzw. Beitragsanpassungen einzelner Tarife
stets kritisch hinterfragen würden“, so Güssler weiter.




                                                                                 Seite 2 (3)
Dennoch kommt es leider immer wieder zu solchen wenig fundierten Berichten, die einzelne
Extremwerte herausgreifen, Verbraucher damit verunsichern und so „Umdeckungs“- und Tarif-
Wechselexzessen Vorschub leisten. Hier sind auch verstärkt die Medien gefordert, sich um
sachliche Aufklärung zu bemühen und lieber mit konkreten Euroangaben statt mit Prozentwerten
zu arbeiten. Dies auch vor dem Hintergrund, dass es bereits jetzt reichlich gesetzlich
festgeschriebene Handlungsmöglichkeiten für Verbraucher gibt, die lediglich stärker in der
Berichterstattung herausgestellt werden müssten.




Kontakt:
KVpro.de GmbH
Gerd Güssler
Wentzingerstraße 23
79106 Freiburg i. Br.
Tel.: 0761 / 120 410 - 50
Fax: 0761 / 120 410 - 99
Mail: Presse@KVpro.de
Internet: www.KVpro.de


Über KVpro.de
KVpro.de ist einer der renommiertesten Informationsdienstleister rund um den deutschen
Krankenversicherungsmarkt. Als unabhängiger Marktbeobachter sammelt und analysiert KVpro.de seit 2001
die Tarif- und Versicherungsbedingungen privater und gesetzlicher Krankenversicherer und stellt diese
Informationen verschiedenen Anwendern zur Verfügung. Hauptzielgruppe sind Berater,
Vertriebsgesellschaften und Versicherungsunternehmen. Diese nutzen den Datenpool auch für interne
Auswertungen, etwa Wettbewerbsvergleiche und Produktanalysen. Ein weiteres Kundensegment bilden
Verbraucher und Medien, die an den Ergebnissen der Leistungsvergleiche interessiert sind bzw. darüber
berichten.




                                                                                    Seite 3 (3)

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  • 1. KVpro.de: Horrormeldungen über Beitragsanpassungen verunsichern Verbraucher – Aufklärung dringend erforderlich! Freiburg, 07.12.2012 Kurz vor Einführung der Unisextarife zum 21.12.2012 sollen die Bestandskunden der PKV laut verschiedener Medienberichte, kräftig zur Kasse gebeten werden. Schlagzeilen über Beitragsanpassungen (BAP) bei sogenannten „Alt- oder Bisex- Tarifen“ zwischen 40 und 60 Prozent für das Jahr 2013 ziehen einen medialen Aufschrei nach sich, dienen als vermeintlicher Beweis für eine „Versicherten- Abzocke“ und sorgt zwangsläufig für große Verunsicherung unter den Verbrauchern. Doch wie verhält es sich tatsächlich? „Billig-Polemik“ einzelner Medienvertreter oder „traurige“ Realität? Die Marktkenner und PKV-Experten des Freiburger Informationsdienstleisters KVpro.de nahmen den kürzlich in einem namhaften Onlineportal veröffentlichten Beitrag „Privatversicherten droht Beitragsschock“, in dem auch zahlreiche Beispiele horrender Beitragsanpassungen aufgelistet sind, einmal genauer unter die Lupe. Sorgfalt wäre geboten Mittelpunkt dieser Berichterstattung ist die Tabelle eines Vergleichsprogrammherstellers, in der ohne nähere Angaben Tarife mit prozentualen Steigerungen versehen sind. Leider lassen sich daraus keinerlei verwertbare Erkenntnisse gewinnen, die Verbrauchern als Grundlage für einen Versicherungs- oder Tarifvergleich dienen oder gar über einen möglichen Versicherungs- oder Tarifwechsel mitentscheiden könnten. Die stets entscheidende Frage bei einer solchen Betrachtung „Von was wie viel und verglichen mit was“ wurde nicht in die Untersuchung mit einbezogen. Maximale Erhöhung der PKV-Beiträge für einen Neukunden zum 01.01.2013 (Quelle: Tabelle - Spiegel Online 13.11.12): „Welcher Neukunde“ und BAP Private KV Tarif „Welches Eintrittsalter“ (EA) ist, von den in % prozentual genannten BAP tatsächlich betroffen? EA 36 Frau Allianz 17,77 AktiMed Plus 90 P Es gibt auch 0 BAP und Senkungen EA 75 Mann AXA 41,65 Vision1-4500 Frauen, Kinder, Jugendliche keine BAP EA 99 Frau Barmenia 10,58 easyflex dent 1+ Alle Männer keine BAP EA 60 Frau Deutscher Ring 11,39 Classic+ Es gibt auch EA`s mit keiner BAP Gothaer 13,23 MediVita Tarifangabe unvollständig EA 23 Frau Hallesche 20,12 KS2 Alle Männer, Kinder Beitragssenkung EA 21 Mann Hanse Merkur 12,79 KV2 Alle Kinder, Frauen keine BAP EA 21 Mann Münchener Verein 34,64 Royal 891 Es gibt EA´s mit 0 BAP und Senkungen R+V 19,22 AGIL premium TN3 EA 21 Mann Universa 17,35 VE1300H EA 21 Frau Quelle: "PKV Premium Selection, Volz-ITSC GmbH, Weingarten Quelle: KV-Vergleichssoftware LUX, KVpro.de GmbH, Freiburg Seite 1 (3)
  • 2. Stellvertretend zwei Beispiele: 1. AXA erhöht um 41,65 %: Die Prozentzahl stimmt. Doch von was? Die Angabe bezieht sich auf den Tarif Vision 1-4500. Ein Tarif mit 4.500 Euro Selbstbehalt. Die Steigerung bezieht sich auf den Neugeschäftsbeitrag für einen 75 jährigen Mann (!!!). Der Neugeschäftsbeitrag für Neukunden wird für 75 jährige auf 289 Euro angehoben. Welcher Mann kauft mit 75 Jahren eine neue PKV bei der AXA. Dass im gesamten Tarif nur die Männer zwischen dem Alter 20 und 75 angepasst werden müssen und sich bei allen Frauen der Neugeschäftsbeitrag nicht ändert (die BAP ist = 0), wird nicht erwähnt. 2. Münchener Verein erhöht um 34,64 %: Aus der gleichen Tabelle das Produkt Royal 891. Die genannte BAP von 34,64% betrifft ausschließlich den 21 jährigen Mann. Bei den Frauen ändert sich der Neugeschäftsbeitrag zwischen fünf bis über sechs Prozent. Im gleichen Tarif gibt es auch Beitragssenkungen je nach Eintrittsalter. Pauschalaussagen zu BAP sind nicht möglich und irreführend Aussagen zu Beitragsanpassungen ließen sich grundsätzlich nur für einzelne Tarife und einzelne Eintrittsalter treffen und könnten nie als Trend für die gesamte Branche dargestellt werden. Die Nennung der Extreme nach oben ist für den Verbraucher genauso irreführend, wie die Nennung des Durchschnitts eines ganzen Tarifs (Durchschnitt aus EA 0 bis 100), einer Altersgruppe, einer Tarifgruppe, generell über die gesamte Gesellschaft oder sogar des gesamten Marktes. Jede Beitragsänderung (BAP) ist individuell für jedes Eintrittsalter und daher stets unterschiedlich. Die Höhe einer BAP hängt von zahlreichen Faktoren ab, wie z.B. das zunehmende Tarif-„Hopping“, die Zunahme der Inanspruchnahme von Leistungen durch den Verbraucher, steigende Rechnungen der Leistungserbringer wie Ärzte, Pharma-Industrie, Krankenhäuser. Auf die gesundheitliche Entwicklung der Bevölkerung oder auf die Höhe der Rechnungen von Leistungserbringern hat der Versicherer kaum Einfluss. Er muss die Rechnung bezahlen, die ihm vorgelegt wird und die am Ende jeden einzelnen Verbraucher belastet. Das ist branchenunabhängig und in jedem Geschäftsfeld das Gleiche. Das kritisieren von Ergebnissen ist das eine, die Suche nach den Ursachen für diese Entwicklungen das andere. Hierauf sollte im Sinne einer nachhaltigen Verbesserung für die Verbraucher der Fokus gerichtet werden. „Ratings und Vergleichsprogramme, die mit eingeschränkter Tarifauswahl und geschickt ausgewählten Filterfragen arbeiten, liefern kaum aussagekräftige Ergebnisse. Bei möglichst kompletten Tarifvergleichen sollte nicht nur der Beitrag und die jeweils eingeschlossenen Leistungen, sondern auch das Erstattungsniveau in diesen Leistungen aufgezeigt werden“, erläutert Gerd Güssler, Geschäftsführer von KVpro.de. „Es wäre wünschenswert, wenn speziell die öffentlichen Meinungsbildner mit dieser Formel auch Pauschalaussagen zu Gesamtergebnissen von Produkt- und Unternehmensratings, Produkt- und Unternehmensvergleichen sowie zu nur in Prozentwerten angegebenen Beitragserhöhungen bzw. Beitragsanpassungen einzelner Tarife stets kritisch hinterfragen würden“, so Güssler weiter. Seite 2 (3)
  • 3. Dennoch kommt es leider immer wieder zu solchen wenig fundierten Berichten, die einzelne Extremwerte herausgreifen, Verbraucher damit verunsichern und so „Umdeckungs“- und Tarif- Wechselexzessen Vorschub leisten. Hier sind auch verstärkt die Medien gefordert, sich um sachliche Aufklärung zu bemühen und lieber mit konkreten Euroangaben statt mit Prozentwerten zu arbeiten. Dies auch vor dem Hintergrund, dass es bereits jetzt reichlich gesetzlich festgeschriebene Handlungsmöglichkeiten für Verbraucher gibt, die lediglich stärker in der Berichterstattung herausgestellt werden müssten. Kontakt: KVpro.de GmbH Gerd Güssler Wentzingerstraße 23 79106 Freiburg i. Br. Tel.: 0761 / 120 410 - 50 Fax: 0761 / 120 410 - 99 Mail: Presse@KVpro.de Internet: www.KVpro.de Über KVpro.de KVpro.de ist einer der renommiertesten Informationsdienstleister rund um den deutschen Krankenversicherungsmarkt. Als unabhängiger Marktbeobachter sammelt und analysiert KVpro.de seit 2001 die Tarif- und Versicherungsbedingungen privater und gesetzlicher Krankenversicherer und stellt diese Informationen verschiedenen Anwendern zur Verfügung. Hauptzielgruppe sind Berater, Vertriebsgesellschaften und Versicherungsunternehmen. Diese nutzen den Datenpool auch für interne Auswertungen, etwa Wettbewerbsvergleiche und Produktanalysen. Ein weiteres Kundensegment bilden Verbraucher und Medien, die an den Ergebnissen der Leistungsvergleiche interessiert sind bzw. darüber berichten. Seite 3 (3)