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УДК 373.167.1:811.112.2
ББК 81.2Нем-922
Г17
Серия «Итак, немецкий!» основана в 2001 году.
рНё>]|
LV
аудиозапись
Запомни правило!
работа в парах
Гальскова Н. Д.
Г17 Немецкий язык. 9—10 классы : учеб. для общеобразоват. организа-
ций / Н. Д. Гальскова, Л. Н. Яковлева. — 6-е изд. — М, : Просвещение.
2014. — 158 с. : ил. — (Итак, немецкий!). — ISBN 978-5-09-031969-0.
Учебник является неотъемлемым компонентом УМК «Немецкий язык.
9—10 классы» авторов Н. Д. Гальсковой и др. серии «Итак, немецкий!» и
предназначен для учащихся 9—10 классов общеобразовательных организаций.
Учебник чётко структурирован, разделён на главы, каждая из которых состоит
из блоков, представляющие собой отдельные структурные единицы, нацеленные на
реализацию доминирующих видов учебной и речевой деятельности. В учебнике
представлены задания по активизации навыков письменной и устной речи, аудиро-
вания, чтения. Учебник также содержит немецко-русский словарь и грамматический
справочник.
УДК 3 7 3 . 1 6 7 . 1 : 8 1 1 . 1 1 2 . 2
ББК 81.2Нем-922
ISBN 978-5-09-031969-0 ©Издательство «Просвещение», 2008, 2011
© Художественное оформление.
Издательство «Просвещение», 1999
Все права защищены
Früher haben wir ganz anders gelebt
С Freizeit der Kinder
fünf 5
Früher haben wir ganz anders gelebt
Besuch aus Potsdam
Heute sind bei der Familie Krause
Oma und Opa aus Potsdam zu
Besuch. Sie sind mit dem Zug
gekommen. Die Kinder haben sich
sehr über die Großeltern gefreut.
Oma Else und Opa Christoph
haben natürlich kleine Geschenke
und Taschengeld für Lisa und
Daniel mitgebracht.
Von der Reise sind die Großeltern
müde, und zuerst gibt es Kaffee
und Kuchen.
Lisa: Oma, was möchtest du, Obsttorte oder Schokoladenkuchen?
Oma: Ich nehme ein Stück Obsttorte. Hast du die Torte selbst gebacken?
Lisa: Ja, ich habe sie nach einem Rezept aus der Zeitschrift „Lisa"
gebacken.
Opa: Die Torte schmeckt sehr gut. Früher haben wir nur selten Kuchen
gegessen. Zu Ostern, zu Weihnachten und an Geburtstagen ...
Daniel: Warum denn so selten?
Opa: Was denkst du! Das war viel zu teuer für unsere Familie. Wir waren
sechs Kinder. Vater arbeitete in einer Textilfabrik, und unsere Mutter
war zu Hause. Frauen arbeiteten damals noch nicht so oft.
Lisa: Wieso?
Opa: Ich meine, in einem Beruf.
Lisa: Sind denn Frauen immer zu Hause geblieben?
Opa: Nein, nicht immer. Aber verheiratete Frauen mussten doch die
Familie versorgen. Meine Mutter stand jeden Morgen um 5.30 Uhr
auf. Sie deckte den Tisch für den Vater: ein Ei, zwei-drei Scheiben
Brot mit Margarine. Danach kamen wir Kinder zum Frühstück. Wir
Älteren gingen zur Schule, die Kleinen blieben zu Hause. Meine
Mutter kaufte ein, kochte das Mittagessen, wusch die Wäsche,
brachte die Wohnung in Ordnung. Sie hatte immer viel zu tun und
musste schwer arbeiten. Nicht so wie heute: alles mit der Maschi-
ne — Spülmaschine, Waschmaschine, Küchenmaschine,
Brotmaschine, Staubsauger ... Und der Kühlschrank voll mit
Fertiggerichten ... Früher, da ...
Vati Krause: Ach Vater, hör doch auf! Erzähl lieber, was es in Potsdam Neues gibt!
Mutti Krause: Daniel, gib doch Oma bitte noch ein Stück Kuchen!
Oma: Ja, danke, mein Junge. Übrigens: Unsere Nachbarin, Frau Meier, hat
sich ein neues Auto gekauft, einen sehr schönen kleinen „Golf
Automatik".
Opa: Ja, heute kaufen die Menschen zu viel! Alle sagen, uns geht's schlecht.
Zu wenig Geld! Früher, da hat man von einem Auto nicht mal geträumt!
Vati Krause: Nein, Vater! Bitte, nicht jetzt und nicht hier!
sechs
2 Stimmt das oder stimmt das nicht?
Beantwortet die Fragen zum Text! Beginnt eure Antworten mit den gegebenen
Worten.
1. Sind die Großeltern aus Berlin gekommen?
2. Haben sich Lisa und Daniel über die Großeltern gefreut?
3. Haben Oma und Opa Krause einen Hund mitgebracht?
4. Hat Lisa die Obsttorte nach einem Rezept aus der
Zeitschrift „Bravo" selbst gebacken?
5. Möchte Lisas und Daniels Vati, dass Opa von „früher"
erzählt?
6. War Opa der Kleinste in der Familie?
7. Ging Opas Mutter zur Arbeit in eine Textilfabrik?
8. Sind Frauen früher immer zu Hause geblieben?
9. War die Hausarbeit früher leichter als heute?
10. Essen die Menschen heute weniger Kuchen und mehr
Fertiggerichte als früher?
11. Hat sich Krauses Nachbarin ein neues Auto gekauft?
12. Denkt Opa, dass es den Menschen heute schlecht geht?
Aber ja, ...
Ja, natürlich ...
Ja, das stimmt, ...
Ja, ...
Ja, aber ...
Nein, aber ...
Nein, ...
Nein, das stimmt
nicht, ...
Nein, natürlich nicht,
Aber nein, ...
3 Daniel und Lisa überlegen
Ergänzt.
Uropa Kr
4 Damals
Schreibt Aussagen.
1. Früher aßen die Menschen
2. Damals blieben die Frauen
3. Die Frauen mussten ... .
4. Die kleinen Kinder ... .
5. Es gab damals noch ... .
6. Für die Hausarbeit hatte man ... .
7. Früher ging es den Leuten ... .
8. Nur sehr selten hatten die Familien
sieben
- Uroma ist die Mutter von Opa
und die Großmutter von Vati.
• Uropa ist der Vater von Opa und der
Opa ist ein ...von Uroma und Uropa
und der...
Oma ist die ...von Vati und die...
Vati ist ein ...von Uroma und Uropa,
ein... von Oma und Opa.
Opa Krause hat erzählt,
1 Spaziergang im Grugapark
Am Wochenende gehen Lisa und Daniel mit Oma und Opa im Grugapark
spazieren.
Lisa: Opa, erzähl doch noch mehr von „früher".
Opa: Ja, wo soll man da anfangen?
Daniel: Na, erzähl einfach alles. Von deiner Kindheit, wie man gespielt hat, oder
was man so in der Freizeit gemacht hat.
Opa: Als Kind? Hör mal, Junge, jetzt bin ich 76 Jahre alt. Meine Kindheit war
natürlich nicht so wie eure. Man stand etwa um 6 Uhr auf, die Schule fing
um 8 Uhr an. Zur Schule ging man zu Fuß, die Straßenbahnfahrkarten
waren teuer, und ein Auto hatten wir nicht.
Lisa: Na ja, heute geht man auch zu Fuß in die Schule. Das ist doch kein
Problem!
Oma: Stimmt. Aber eure Schule ist auch nicht so weit von zu Hause.
Opa: Und für die Straßenbahn gibt es Schülerkarten. Die sind nicht so teuer.
Daniel: Och, ich habe Durst. Dort gibt es Eis und Cola.
Lisa: Ja, kommt, wir kaufen dort was. Ich habe auch Durst. Übrigens, was hat
man denn damals so gegessen und getrunken? Pommes und Cola, das
gab's doch nicht, oder?
Opa: Ach was, Pommes! Man hat viel Gemüse gegessen. Manchmal Bratkar-
toffeln mit Speck ...
Daniel: Und was habt ihr so auf der Straße gekauft, ich meine vom Taschengeld?
Opa: Ja, Junge, mit Taschengeld war da nicht viel los. Man bekam 10 Pfennig
die Woche. Und davon sparte man noch.
Lisa: 10 Pfennig? Und wofür sparte man?
Opa: Mal für eine Kinokarte, mal für ein Eis, oder für den Sommerurlaub. Man
reiste nicht so viel wie heute. Die Familien wanderten viel mehr als heute,
manchmal machte man einen Ausflug mit dem Fahrrad. Reisen mit dem
Flugzeug gab es überhaupt nur für ganz reiche Leute, und ein Auto hatten,
wie schon gesagt, die wenigsten. Man fuhr meistens mit dem Zug und
kaum ins Ausland. Man reiste in Deutschland, besuchte seine Verwandten.
Und das nur einmal im Jahr! Dafür sparte man das ganze Jahr.
8 acht
Was ist das?
Erklärt.
B e i s p i e l : die Kindheit = die Zeit, in der man ein Kind ist
1. die Freizeit = 4. eine Fahrkarte = 7. ein Fertiggericht =
2. das Wochenende = 5. eine Schülerkarte = 8. eine Küchenmaschine =
3. der Sommerurlaub = 6. eine Kinokarte = 9. das Taschengeld =
Wörter — Wörter — Wörter!
Bildet aus den gegebenen Wörtern neue Wörter und erklärt sie.
M u s t e r : Eine Flugreise ist eine Reise mit dem Flugzeug.
Was erzählt Opa aus seiner Kindheit?
Beantwortet die Fragen.
1. In welcher Zeit lag Opas Kindheit? 4. Was aß man in Opas Familie?
2. Was erzählt Opa über seinen Schulweg? 5. Wofür sparten die Kinder?
3. Wie war das mit dem Taschengeld? 6. Wie war das mit den Reisen?
Damals und heute
Sammelt Informationen aus den Texten und vergleicht.
Wie man lebte,
als Opa noch ein Kind war
Wie wir heute leben
neun 9
с
Damals ist es anders gewesen
1 Perfektformen
1. Die Großeltern
2. Die Kinder
3. Oma und Opa
4. Sie
5. Lisa
6. Opa / hat
7. Die Kinder [ sind
zu Besuch lgekommeri>
sich sehr  gefreut,
mit dem Zug  gefahren,
kleine Geschenke  mitgebracht.
Obsttorte und Schokoladenkuchen gebacken.
von „früher" erzählt,
am Wochenende mit den Großeltern spazieren ^gegangen.
Sein, bleiben, kommen sowie
die Verben der Fortbewegung
(fahren, gehen, fliegen usw.)
Die meisten anderen Verben
bilden das Perfekt mit
sein
bilden das Perfekt mit
haben
gekomm
gefahr
geback
en
en
en
en
unregelmäßige
Verben
Partizip II
gefreu
mitgebrach
erzähl
regelmäßige
Verben
2 Haben oder sein?
Ergänzt die richtigen Formen im Perfekt und teilt die Sätze in zwei Gruppen ein.
Sein + Partizip II Haben + Partizip II
Afmder Aahe/t Zange gewartet. £)ie (jmPelfer/i sind /Horbens abgefa/ire/t.
1. Die Kinder ... lange ... (warten). 2. Sie ... Kuchen ... (backen). 3. Die Großeltern
... morgens aus Potsdam ... (abfahren). 4. Sie ... am Nachmittag in Essen ... (ankom-
men). 5. Die Kinder ... sie vom Zug ... (abholen). 6. Die Eltern ... zu Hause ...
(bleiben). 7. Die Großeltern und die Kinder ... mit dem Taxi ... (fahren). 8. Dann ...
sie alle Kaffee ... (trinken). 9. Lisa ... heute nicht zum Tanzen ... (gehen). 10. Die
Torte ... sehr gut ... (schmecken). 11. Opa ... von „früher" ... (erzählen). 12. Damals
... man nicht so oft Kuchen ... (essen). 13. Für viele Familien ... Kuchen zu teuer ...
(sein). 14. Man ... kein Geld dafür ... (haben). 15. Die Menschen ... nicht .... (sagen),
dass es ihnen schlecht geht.
10 zehn
3 Vom Imperfekt zum Perfekt
Formuliert die Sätze ins Perfekt um.
1. Früher aß man in den Familien mehr Gemüse. Es gab fast keine Fertiggerichte. Die
Hausfrauen kochten fast immer alles selbst. Nicht selten hatten die Familien das Gemüse
selbst im Garten. Alles machte viel Arbeit, war aber auch gesünder.
2. Damals ging man auch viel mehr zu Fuß. Die Leute fuhren nur selten mit dem Auto.
Nur sehr wenige Familien hatten ein Auto. Außerdem arbeiteten die Menschen schwerer.
Sie hatten weniger Maschinen. Sie saßen weniger, dafür liefen sie mehr.
3. Man reiste auch viel seltener. Im Urlaub wanderten die Familien oft. Eine Urlaubsreise
machten die Leute mit dem Zug. Sie fuhren kaum ins Ausland. Das war für die meisten
viel zu teuer. Man besuchte seine Verwandten oder bekam selbst Besuch.
4 Opa über seine Kindheit
Setzt die passenden Verben im Perfekt ein.
1.Wir ... zu Hause sechs Kinder ...
2. In der Woche ... wir Kinder etwas um
sieben ...
3. Unser Vater ... in einer Textilfabrik ...
4. Mutter ... nicht zur Arbeit ..., sie ...
wie fast alle verheirateten Frauen zu
Hause ...
5. Sie ... die ganze Hausarbeit für die
große Familie ...
6. Sie ... zu Hause die Kinder ... und die
Tiere ...
7. Die Arbeit zu Hause ... sehr schwer ...
8. Wir ... keine Waschmaschine, keine
Geschirrspülmaschine und keinen
Staubsauger ...
9. Taschengeld ... ich nur sehr wenig ...
10. Manchmal ... ich sogar noch etwas
vom Taschengeld ...
11. Den weiten Weg zur Schule ... wir
immer zu Fuß ...
12. Auf die Ferien ... ich mich natürlich
genauso ... wie die Schüler heute.
5 Wie man lebt
Formt die Sätze in man-Sätze um.
Opa: Ja, Kinder, die Menschen merken kaum, wie schnell die Zeit rennt. Wir
machten früher keine großen Reisen und hatten wenig Geld, aber wir hatten
auch viel Freude. Wir spielten sehr oft draußen, Fernsehen und Computer
gab es ja noch nicht. Wir wanderten und sangen mehr als die Kinder heute.
Oma: Und wir freuten uns viel mehr über ein neues Kleid oder neue Schuhe.
Lisa: Opa, willst du sagen, dass die Menschen damals besser lebten?
Opa: Nein, wieso? Jeder lebt nur einmal. Jede Zeit ist schön.
Es ist nicht wichtig, wann einer lebt, sondern wie er lebt.
elf 11
1 Ein Zeitdokument
Die Autorin dieses Buches,
Anna Wimschneider (1919-
1993) hat ihre Kindheit und
Jugend zwischen dem 1.
und 2. Weltkrieg in einem
kleinen Dorf in Niederbayern
verbracht. Anna wuchs in
einer armen, kinderreichen
Familie auf. Sie war erst 8
Jahre alt, als ihre Mutter
bei der Geburt des 9.
Kindes starb. Als ältestes
Mädchen musste sie allein
die ganze Arbeit im Haus
und auf dem Hof machen,
ihre 8 Geschwister, eine
Schwester und sieben Brüder,
versorgen: heizen, melken,
kochen, waschen, flicken,
nähen ... Alles neben der
Schule! Als Achtzehnjährige
lernte sie Albert kennen und
lieben. Aber ihr Glück war
nur kurz: Der Krieg begann,
und Albert wurde wenige
Tage nach der Hochzeit
Soldat ... In ihrem Buch
„Herbstmilch", das 1984
erschien und 1988 verfilmt
wurde, erinnert sich die
Autorin besonders gut an
ihre Kindheit ...
Lebenserinnerungen
zwölf
Lektüre
2 Auszüge aus dem Buch „Herbstmilch"
Lest den folgenden Text, gliedert ihn in Sinnabschnitte und
Inhalt jedes Abschnittes in Form einer Aussage wieder.
Es kam die Ernte ...
Zum Einbringen des Futters fürs Vieh mussten wir vier
größeren Kinder alle hinaus. Um fünf Uhr war Aufstehen. In
einer Stunde war das Futter eingebracht, die Kleinsten haben
noch geschlafen. Franz hat die beiden Kühe gemolken, die
leicht zu melken waren. Ich habe Feuer gemacht und die
Milch gekocht, in die Schüssel gegeben, ein wenig Salz dazu
und Brot. Dann standen wir alle um den Tisch herum und
beteten das Morgengebet.
Manchmal war auch eins von den Kleinen schon aufgestanden,
das musste ich versorgen, so dass ich kaum Zeit zum Essen
hatte. Die drei Brüder hatten sich schon gewaschen und
gekämmt, so konnten sie noch den Unterricht vor Schulbeginn
erreichen. Ich musste erst die Kleinsten aus dem Bett holen,
sie anziehen und füttern. Nun lief ich so schnell ich konnte die
vier Kilometer zur Schule. Oft kam ich erst an, wenn die erste
Pause war. Da lachten mich die anderen Kinder aus ...
Milch und Kartoffeln und Brot gehörten zu unserer
Hauptnahrung. Abends, wenn ich nicht mehr richtig kochen
konnte, weil wir oft von früh bis vier Uhr nachmittags Schule
hatten, da haben wir für die Schweine einen großen Topf
Kartoffeln gekocht. Die kleinen Kinder konnten kaum erwarten,
bis es fertig war, schliefen dann aber doch auf dem Sofa ein.
Wir mussten sie zum Essen wecken.
Weil wir so viel Hunger hatten, haben wir so viele Kartoffeln
gegessen, dass für die Schweine nur wenig blieb. Der Hans
hat einmal dreizehn Kartoffeln gegessen, da hat der Vater
geschimpft.
Anfang des vierten Schuljahres musste ich zur Nachbarin
gehen, um Wäschewaschen und Brotbacken zu lernen. Wir
haben es dann zu Hause auch so gemacht, der Vater und ich.
Zuerst haben wir die Wäsche über Nacht eingeweicht, dann
haben wir sie ausgewrungen. Nun haben wir kochendes
Wasser darauf geschüttet. Waschpulver hatten wir nicht.
Nach einigen Stunden habe ich die Wäsche auf der
Waschbank mit Kernseife gebürstet. Ich stand auf einem
Stühlchen, denn ich war zu klein für die Waschbank.
die Ernte — уборка
урожая
Vieh — скот
Feuer machen —
разжигать огонь
beten — молиться
erreichen — дости-
гать, успевать
holen — приносить
auslachen — высмеи-
вать
die Nahrung — пита-
ние, еда
wecken — будить
schimpfen — ругаться
die Nachbarin — со-
седка
einweichen — зама-
чивать (белье)
auswringen — выкру-
чивать
schütten — наливать
Waschpulver — сти-
ральный порошок
die Waschbank —
скамейка для стирки
die Kernseife — ядро-
вое мыло
bürsten — чистить
dreizehn 13
Lebenserinnerungen
Da wir neun Personen waren, gab es viel Wäsche. Meine
Hände waren ganz rot und blaugefroren. Und viel habe ich
geweint.
Beim Brotbacken mussten wir die Schüssel auf den Boden
stellen, weil ich da zum Kneten des Teiges mehr Kraft hatte.
Wir haben immer auf einmal sechzehn Brote gebacken. An
jeden Tag aßen wir drei Brote, eins zur Morgensuppe, eins in
der Schule als Pausenbrot, und eins aßen wir am Abend.
Vater sagte immer, drei Brote müssen für einen Tag reichen.
Aber es reichte nicht immer, wir aßen dann wieder die
Schweinekartoffeln, und der Vater sagte, ihr Kinder esst mich
noch arm ...
Oft mussten wir mit dem Vater in den Wald gehen, um die vom
Schnee und Sturm abgebrochenen Äste zu sammeln. Der
Vater versprach den Fleißigen zwei Pfennige, den andern nur
einen Pfennig. Wenn wir das Geld wirklich bekamen, was nicht
immer so war, mussten wir uns Bleistifte kaufen ...
An den Winterabenden heizten wir den Ofen fest ein. Es war
warm. Über dem Tisch hing eine Petroleumlampe. Der Vater
musste Geistergeschichten erzählen, vom Krieg, den er mit-
gemacht hatte ...
Während meine Geschwister dem Vater zuhörten, hatte ich auf
dem Tisch eine Handnähmaschine stehen, ich musste fleißig
flicken.
Wenn der Vater mit den Geschwistern zu Bett ging, durfte ich
noch lange nicht mit dem Nähen aufhören, erst um zehn Uhr
abends. Oft schlief ich vor Müdigkeit ein, da klopfte der Vater
oben auf den Boden und rief, was ist mit dir, ich höre die
Nähmaschine nicht mehr. Da nähte ich weiter...
Hosen haben die Geschwister jeden Tag zerrissen. Da musste
ich bis um zehn Uhr abends nähen und flicken.
Wenn es mir aber zu viel wurde, ging ich in die Speisekammer,
machte die Tür ganz auf und stellte mich hinter die Tür. Da
konnte ich mich verstecken und weinen.
Ich weinte so sehr, dass meine Schürze ganz nass wurde.
Ich dachte dann immer daran, dass wir keine Mutter mehr
haben. Warum ist gerade unsere Mutter gestorben, wo wir
doch so viele Kinder sind?
gefroren sein — за-
мерзнуть
der Boden — пол
kneten — вымеши-
вать
der Teig — тесто
abgebrochene
Äste — сломанные
ветки
der Ofen — печь
die Petroleumlam-
pe — керосиновая
лампа
die Geisterge-
schichte — история
о привидениях
flicken — строчить
(на швейной маши-
не)
klopfen — стучать
zerreißen — разо-
рвать
sich verstecken —
прятаться
die Schürze — фар-
тук
14 vierzehn
Lektüre
3 Die Kindheit der Anna Wimschneider
Tragt aus den Texten in 1 und 2 Fakten zu folgenden Punkten aus dem Leben der
Autorin zusammen und erzählt darüber.
Lebenszeit; Zeit der Kindheit
Geburts- und Wohnort
Familie
Lebensbedingungen
Tage in der Erntezeit
Winterabende
Schule und Freizeit
Anna und ihre Geschwister
Annas Vater
Essen
Hausarbeit
Taschengeld
Annas Bruder erinnert sich
Stellt euch vor, ihr trefft Hans, den ältesten Bruder der Autorin.
a) Welche Fragen stellt ihr? b) Hans erzählt über seine Schwester:
Beginnt so: „Wir haben Auszüge aus „Unsere Schwester Anna haben wir alle
dem Buch Ihrer Schwester gelesen und geliebt. In der Kindheit ist sie für uns
möchten gerne wissen, ..." die Mutter gewesen. Sie ..." Setzt fort.
Warum?
Anna Wimschneider beendet ihr Buch mit folgenden Worten:
Wenn ich noch einmal zur Welt käme, eine
Bäuerin würde ich nicht mehr werden.
(Если бы я еще раз родилась на свет, я
больше не стала бы крестьянкой.)
Versucht zu erklären, warum die Autorin das so geschrieben hat.
6 Interview
Befragt Menschen, die etwa zur gleichen Zeit wie Anna Wimschneider auf dem Dorf
oder in der Stadt gelebt haben. Stellt die Ergebnisse in der Klasse dar.
Wann hat die Person gelebt?
Wo hat sie ihre Kindheit und Jugend
verbracht?
Wer gehörte zur Familie?
Wie waren die Lebensbedingungen:
Wie wohnte man?
Was und wie aß man?
Wie verliefen die Tage?
Wie und was lernte man in der
Schule?
Wie verbrachte man seine Freizeit:
Was und wie spielte man?
Wo und wie verbrachte man den
Urlaub?
Wie war das mit dem Taschengeld?
Wie war die Hausarbeit und wer hat
sie gemacht?
Welche Meinung hat die Person zum
Leben damals und heute?
Wie denkst du selbst darüber?
fünfzehn 15
Fit sein und fit bleiben
1 Was tut man hier für seine Fitness? Was ist gut, was nicht?
16 sechzehn
2 Lest die Tipps und sagt, was für euch am wichtigsten ist.
Die wichtigsten Fitnesstipps für jeden Typ
Typ Training Ernährung Erholung
Du bist
zu dick;
du willst
dünner
werden
Besser längere Übungen
mit geringerer Anstrengung
als kurze Übungen mit
höchster Anstrengung;
mehr Ausdauertraining;
weniger gut sind
Sportspiele.
Weniger Fettes und Süßes, mehr
Obst und Gemüse essen; viel
Wasser oder Tee ohne Zucker
trinken; am besten kein
Abendbrot essen.
Sauna ist sehr
gut, danach aber
nicht essen, son-
dern viel Wasser
oder Tee ohne
Zucker trinken.
Du bist
zu dünn;
du willst
kräftiger
werden
Besser kürzere Übungen
mit hoher Anstrengung als
längere Übungen mit
geringer Anstrengung;
mehr Krafttraining, weniger
Ausdauertraining.
Viel Fleisch, Quark, Kartoffeln,
Reis, Nudeln, Brot sowie Milch,
Joghurt und Obstsäfte direkt
nach dem Sport; sich dann am
besten erholen.
Viel schlafen; öfter
Erholungspausen
machen.
Du hast
eine nor-
male
Figur und
willst fit
bleiben
Am besten ist ein ge-
mischtes Training aus
Ausdauer-, Kraft- und
Spielsport.
Am gesündesten ist ein ge-
mischtes Essen mit vielen
Vitaminen.
Zur Erholung alles
tun, was man
gern macht; lieber
weniger, aber
intensivere
Erholung.
Du bist
nervös;
du willst
ruhiger
werden
Am nützlichsten ist ein
gemischtes Ausdauer-Kraft-
Training; weniger gut sind
Sportspiele.
Mehr auf Vitamine und Mineralien
achten!
Autogenes
Training zur inten-
siven Erholung ist
sehr nützlich.
Du bist
langsam
und
träge; du
willst
aktiver
werden
Am wichtigsten sind
Sportspiele mit hoher
Anstrengung, die dir und
den anderen viel Spaß
machen.
Mehr auf Vitamine und Mineralien
achten!
Hat eine gerin-
gere Bedeutung.
siebzehn 17
Unser Körper
1 Wie heißen die Körperteile?
Kopf
Zahn/Zähne
Daumen
Finger
Gesicht
Zeh/Zehen
2 Ein kleines bisschen Sport
1. Nun hört mal bitte her!
Wir treiben jetzt sofort,
weil das gesund und nützlich ist,
ein kleines bisschen Sport.
Steht bitte alle auf!
Schaut her und seid ganz Ohr!
Wer kann die Übung denn von euch,
der komme gleich mal vor!
2. Erst kreisen wir das rechte Bein —
das macht sich doch sehr schön,
wobei wir noch zur gleichen Zeit
den linken Daumen drehn.
Jetzt kreisen wir den rechten Arm -
das ist doch gar nicht schwer.
Aktiver, Leute! — Das tut gut.
Es kommt jetzt gleich noch mehr.
3. Nun stellen wir uns auf die Zeh'n
von unserm linken Bein.
Das macht doch wirklich großen Spaß
und Freude, die muss sein!
Jetzt kreisen wir noch mit dem Kopf.
Da macht doch jeder mit!
Nicht träge werden! — Ausdauer!
Ihr seid doch alle fit!
4. Nicht aufhör'n, Leute, bleibt dabei!
Das ist ein toller Sport.
Wenn ihr das zehn Minuten macht,
habt ihr den Weltrekord.
achtzehn
3 Im Gegenteil!
Widersprecht den Aussagen! Nutzt die Tabelle auf S. 17!
B e i s p i e l : — Er ist zu dünn. Er darf keinen Sport treiben.
— Im Gegenteil! Um kräftiger zu werden, muss er mehr Sport treiben.
1. Sie ist zu dick. Sie darf nicht so viel trinken.
2. Er ist nervös. Er darf nicht so oft schwimmen gehen.
3. Sie hat eine normale Figur. Sie muss nicht auf ihre Ernährung achten.
4. Er ist zu träge und langsam. Er muss mehr schlafen.
5. Sie ist zu dünn. Sie muss mehr Fettes und Süßes essen.
6. Er hat wenig Ausdauer. Er muss mehr ins Fitnesscenter gehen.
4 Was gehört wozu?
Ordnet die folgenden Wörter!
1. Training ) ( 2. Ernährung ( 3. Erholung
Ausdauer, autogenes Training, backen, baden, Basketball, Bett, Bonbon, Butter, Diät,
Disco, Durst, Ferien, Frühstück, Freizeitcenter, Gemüse, Gymnastik, Imbiss, Karate,
Kegeln, kochen, Kraft, Kuchen, laufen, Mehl, Milch, Mineralien, Nudeln, Obst, reiten,
Rennfahrer, Schach, Schwarzbrot, schwimmen, Sessel, Skateboard, Ski, Sofa, Speck,
spielen, Stadion, Sportfest, tanzen, Toastbrot, trinken, Übung, Volleyball, Vitamin,
Wettkampf
5 Gesund oder ungesund?
Oft laute Musik hören, bei der Ernährung auf Vitamine und Mineralien achten, viele
Stunden am Tag fernsehen, bei jedem Wetter draußen Sport treiben, viel Eis essen,
seine Hausaufgaben spät am Abend machen, oft in die Disco tanzen gehen, viel
trinken, beim Essen lesen, am Morgen Gymnastik machen, oft ins Fitnesscenter
gehen, oft lachen, vor dem Schlafen warme Milch trinken, viel Schokolade essen, in
die Sauna gehen, oft und lange am Computer spielen, sich spät schlafen legen, jede
neue Diät probieren
6 Wie versteht ihr diese Sprichwörter?
1. Was man nicht im Kopf hat, muss 5. Eine Hand wäscht die andere.
man in den Beinen haben. 6. Besser ein Bein brechen als den
2. Man glaubt einem Auge mehr als Hals.
zwei Ohren. 7. Wenn man dem Teufel den kleinen
3. Voller Bauch studiert nicht gern. Finger gibt, nimmt er gleich die
4. Vier Augen sehen mehr als zwei. ganze Hand.
neunzehn 19
Gute Besserung!
7 Lisa ist krank
Arzt:
Lisa:
Arzt:
Lisa:
Arzt:
Lisa:
Arzt:
Lisa:
Arzt:
Lisa:
Hallo Lisa, na was fehlt uns denn?
Mir ist es schlecht. Und Halsschmerzen und
Kopfschmerzen habe ich auch. Überhaupt, tut mir
alles weh.
Dann wollen wir uns mal deinen Hals anschauen.
Leg dich mal hier hin. Ja und mach den Mund
ganz weit auf! Hm, das sieht ja nicht so gut aus.
Schwester Elke, wir messen mal Fieber bei ihr!
Angina?
Ja, eine ganz ordentliche! Seit wann hast du
denn Halsschmerzen?
Ich glaube, seit Montag.
Und da kommst du erst heute! So, in den
nächsten Tagen bleibst du erst einmal zu Hause.
Ich verschreibe dir Tabletten. Davon nimmst du alle
sechs Stunden zwei Stück. Dann bekommst du
noch Halstabletten und Tabletten gegen die
Kopfschmerzen. Am Dienstag sehen wir uns wieder.
Am Mittwoch muss es aber weg sein, da machen wir mit der Klasse eine
Exkursion.
Das sehen wir am Dienstag. Na dann tschüs! Grüß zu Hause!
Ja, mach ich. Tschüs!
8 Was erzählt Lisa zu Hause?
Setzt fort!
„Doktor Kühn hat in meinen Hals geschaut und
9 Jasmin am Telefon
Jasmin: Hallo Lisa, ich habe gehört, du bist krank?
Lisa: Ja, schon seit Montag.
Jasmin: Was ist es denn?
Lisa: Wieder mal eine Angina.
Jasmin: Und was machst du dagegen?
Lisa: Heute bin ich beim Arzt gewesen. Ich muss bis
Dienstag zu Hause bleiben, und Tabletten muss
ich nehmen.
Jasmin: Und was machst du so den ganzen Tag?
Lisa: Schlafen, schlafen, schlafen! Etwas anderes
kann ich gar nicht machen.
Jasmin: Na, dann leg dich schnell wieder hin und schlaf
weiter! Gute Besserung! Wir telefonieren morgen
wieder. Tschüs!
Lisa: Tschüs!
20 zwanzig
Beim Arzt — Was tut ihnen weh?
M u s t e r : Dem Jungen tut der Finger weh. Der Frau neben
Warum schmerzt es mich dann so?
Wenn du von mir gehst,
was tut mir dann weh?
Nicht der Kopf,
nicht der Körper,
nicht die Arme,
nicht die Beine.
Sie sind müde,
aber sie tun nicht weh.
Der Hals tut nicht weh:
es ist darin nur etwas
eng,
wenn ich atme.
Wörter — Wörter — Wörter!
Bildet neue Wörter und verwendet sie in Sätzen.
Krankheit
Der Rücken tut nicht weh,
auch nicht der Bauch,
auch das Herz nicht ...
Warum schmerzt es mich
dann so,
wenn du von mir gehst?
<( Ehrlichkeit"^) der/die Kranke)
einundzwanzig 21
training
2 с Die meisten aus der Klasse sind krank
1 Steigerungsformen
Superlativ
Komparativ —sten
Positiv —er am dicksten
dicker am dünnsten
dick dünner am kräftigsten
dünn kräftiger am ruhigsten
kräftig ruhiger am langsamsten
ruhig > langsamer am schnellsten
langsam schnellerlangsam schneller
schnellschnell
—er, —sten haben: warm — kalt, alt — jung, krank — gesund, lang — kurz,
stark — schwach, arm, groß, klug, nah, hoch, z. В.: warm —
wärmer — am wärmsten; groß — größer — am größten;
jung — jünger — am jüngsten.
Superlativ
am teuersten
Komparativ
Superlativ
am teuerstenPositiv
Komparativ
Superlativ
am teuerstenPositiv
teurer1
am nervösesten2
teuer nervöser am nächsten
nervös näher am höchsten
nah höher am besten
hoch besser am meisten
gut ~ mehr
— ^
am liebsten
lieber
gern
1
so auch: dunkel — dunkler
2
so Wörter auf -d, -t, -s/ss/ß, z. В.: gesund — gesündesten, alt — ältesten, süß süßesten
Aber: groß — größten
3 Links ist linker als rechts
Ergänzt und findet weitere Beispiele!
Links ist linker als rechts. Selten ist ... als ... Klein ... Dünn ..
Oben ist höher als unten. Kalt ist ... als ... Dick ... Leicht .
Weit ist weiter als nah. Kurz ist ... als ... Schwach ... Stark ..
Warm ist ... als kalt. Nah ist ... als ... Reich ... Nervös
Lang ist ... als kurz. Einfach ist ... als ... Gut ... Traurig
Schnell ist ... als langsam. Groß ist ... als ... Lustig ... Viel ...
22 zweiundzwanzig
4 Daniel ist auch krank
Setzt die passenden Wortformen ein.
Arzt: Hallo Daniel, bist du der ... mit Angina? Heute Morgen war Lisa hier.
Daniel'. Ja, leider. Gestern dachte ich noch, dass es von allein ... wird, aber im
Gegenteil! Heute geht es mir viel ... Ich habe ... Halsschmerzen als
gestern. Und die Kopfschmerzen sind auch viel ... geworden.
Arzt: Dann hast du das also auch schon ... Zeit?
Daniel: Nein, Lisa hat es viel ... als ich bekommen. Übrigens sind die ... aus
meiner Klasse krank.
Arzt: Na, jetzt schauen wir uns mal den Hals an. Schwester Elke, bei ihm
müssen wir dann auch Fieber messen. So, den Mund bitte noch etwas ...
öffnen! Ja, genau wie bei deiner Schwester! Das Fieber ist vielleicht
sogar ... So, du gehst jetzt auf dem ... Weg nach Hause und legst dich
ins Bett! Unterwegs nimmst du in der Apotheke deine Tabletten mit. Hier
ist das Rezept dafür. Alle sechs Stunden zwei Tabletten! In den ... Tagen
bleibst du natürlich zu Hause. Und am Dienstag sehen wir uns wieder.
Klar? Na dann, gute Besserung!
Dann ist unser fitnessfirograMn
^ ^ L ^ f e r e
S. 17
Tipps für
überhaupt
e a
"f Seite ]
• Jung-en
5 Reklame aus Zeitungen und Zeitschriften
Setzt die richtigen Superlativformen ein.
Auf den Seiten 5 bis 20 finden Sie:
Die 10 ... (raffinierten) Rezepte
für ... (gesundes) Essen.
Lochen ist die ... (gute) Medizin! Auf S. 12
dreiundzwanzig 23
E i n e K a i e n
dergesc
K i c b t e
Der
A u t o r
der „Ka-endergeso
W e h t e n
•^1826
H e b e 
Johann Peter Hebel wurde in
Basel geboren. Seine Eltern
waren einfache Menschen,
die im Haus reicher Leute
arbeiteten. Schon früh starb
sein Vater und der Junge
wuchs im Heimatdorf seiner
Mutter im Schwarzwald auf.
Als er 13 Jahre alt war, starb
seine Mutter. Man schickte
den Jungen ans Gymnasium
nach Karlsruhe. In Karlsruhe
studierte er auch und
arbeitete als Pfarrer und
Lehrer. Von 1804 bis 1819
gab er den Heimatkalender
in Baden heraus. Für diesen
schrieb er viele lustige
Geschichten. Die
„Kalendergeschichten" haben
Johann Peter Hebel berühmt
gemacht. Er hat sie vor allem
für die ärmsten der Bauern
geschrieben, die kaum lesen
konnten. Die folgende
Geschichte gehört zu den
berühmten
„Kalendergeschichten".
irundzwanzig
Lektüre
2 „Der geheilte Patient"
a) Lest den folgenden Textabschnitt und sagt, was dem Mann fehlte.
Reiche Leute haben manchmal Krankheiten, die der
arme Mann zum Glück nicht hat. Denn es gibt
Krankheiten, die in den vollen Schüsseln und Gläsern
und in den riesigen Sesseln und teuren Betten zu fin-
den sind.
Davon kann ein reicher Mann aus Amsterdam einiges
erzählen. Den ganzen Vormittag saß er im Sessel und
rauchte Tabak, wenn er nicht zu faul dazu war. Oder
er sah träge aus dem Fenster hinaus. Aber zu Mittag
aß er so viel wie einer, der sehr schwer arbeitet. Die
Nachbarn sagten manchmal: „Weht der Wind draußen
oder atmet der Nachbar so schwer?"
Den ganzen Nachmittag aß und trank er weiter, mal
etwas Kaltes, mal etwas Warmes, nur aus Langeweile,
bis zum Abend, so dass man bei ihm nicht genau
wusste, wann das Mittagessen aufhörte und das
Abendessen anfing. Nach dem Abendessen legte er
sich ins Bett und war so müde wie einer, der den
ganzen Tag Steine getragen hat. Davon wurde er mit
der Zeit so dick, dass er sich kaum noch bewegen
konnte. Essen und Schlafen wollten ihm nicht mehr
schmecken, und er war lange Zeit — wie es manch-
mal geht — nicht richtig gesund und nicht richtig
krank.
Wenn man aber ihn selbst hörte, so hatte er 365
Krankheiten, jeden Tag eine andere. Alle Ärzte, die in
Amsterdam sind, mussten ihm Rat geben. Er trank
ganze Eimer voll Medizin und nahm ganze Schaufeln
voll Tabletten. Man nannte ihn bald im Spaß nur noch
die zweibeinige Apotheke.
Aber alle Medizin half ihm nichts, denn er tat nicht das,
was die Ärzte sagten, sondern dachte: „Wozu bin ich
ein reicher Mann, wenn ich wie ein Hund leben soll,
und der Doktor will mich nicht gesund machen für
mein Geld?"
Eines Tages hörte er von einem Arzt, der 100 Stunden
von seinem Ort wohnte. Man sagte von ihm: „Er muss
die Kranken nur genau ansehen und schon sind sie
geheilt." Diesem Arzt schrieb er von seinen
Krankheiten.
Der Arzt merkte bald, was dem Mann fehlte. Er dachte:
„Warte nur, dich will ich bald geheilt haben!"
dreiundzwanzig 25
•saanßff^
Eine Kalendergeschichte
b) Was gehört zusammen?
Den ganzen Vormittag saß er im Sessel
— * -
oder atmet der Nachbar so schwer?"
Aber zu Mittag aß er so viel wie einer,
— * -
nicht richtig gesund und nicht richtig
krank.
„Weht der Wind draußen
— * -
so hatte er 365 Krankheiten
Nach dem Abendessen legte er sich
ins Bett und war so müde
— * -
denn er tat nicht das, was die Arzte
sagten
Davon wurde er mit der Zeit so dick, — * -
und rauchte Tabak, ...
Er war lange Zeit mussten ihm Rat geben.
Wenn man aber ihn selbst hörte, der sehr schwer arbeitet.
Alle Ärzte, die in Amsterdam sind,
wie einer, der den ganzen Tag Steine
getragen hat.
Aber alle Medizin half ihm nichts,
dass er sich kaum noch bewegen
konnte.
c) Warum haben arme Leute die Krankheiten des reichen Mannes nicht?
d) Schreibt die Geschichte weiter.
e) Lest, wie die Geschichte im Original weitergeht, und vergleicht mit eurer Variante.
So schrieb ihm der Arzt einen Brief.
„Guter Freund, es geht Euch nicht gut. Ihr habt eine
fürchterliche Krankheit. Doch kann ich Euch heilen, wenn
Ihr tut, was ich sage. Ihr habt ein riesiges Tier im Bauch,
einen Lindwurm mit sieben Köpfen. Mit dem Lindwurm
muss ich selbst sprechen, und Ihr müsst zu mir kommen.
Aber Ihr dürft nicht fahren oder auf dem Pferd reiten, Ihr
müsst zu Fuß gehen. Tut ihr das nicht, dann bewegt Ihr
den Lindwurm zu sehr, und er beißt Euch siebenmal auf
einmal. Ihr dürft nicht mehr essen als zweimal am Tag
einen Teller voll Gemüse, mittags ein Würstchen dazu und
abends ein Ei. Wenn Ihr mehr esst, wird der Lindwurm
davon größer, und frisst Euch ganz. Ihr sterbt in kürzester
Zeit. Das ist mein Rat. Wenn Ihr es nicht so macht, hört
Ihr im nächsten Frühjahr die Vögel nicht mehr singen!"
26 sechsundzwanzig
ш
Der Mann las den Brief des Arztes. Er zog nächsten
Morgen die Schuhe an und machte sich auf den Weg zu
dem Arzt. Am ersten Tag ging er langsamer als eine
Schnecke. Er hörte und sah nichts, und er grüßte keinen,
den er unterwegs traf. Aber schon am zweiten und am drit-
ten Morgen hörte er, wie schön die Vögel sangen. Und er
sah, wie schön die roten Blumen im grünen Gras blühten.
Alle Leute, die er traf, schienen ihm fröhlich, und er
selbst war es auch. Jeden Morgen wurde es schöner, und
er ging leicht und froh seinen Weg.
Als er am 18. Tag in der Stadt des Arztes ankam und am
nächsten Morgen aufstand, ging es ihm so gut, dass er
dachte: „Wie schlecht, dass ich gerade zu der Zeit, wo ich
zum Doktor soll, ganz gesund bin." Als er zum Arzt kam,
nahm ihn dieser an die Hand: „Jetzt erzählt mir doch noch
einmal ganz genau, was Euch fehlt!" Da sagte der Mann:
„Mir fehlt nichts." Der Doktor gab ihm folgenden Rat: „Das
habt Ihr gut gemacht. Der Lindwurm ist gestorben. Aber
Ihr habt noch Eier im Bauch. Deshalb müsst Ihr wieder zu
Fuß nach Hause gehen und zu Hause fleißig Holz hacken.
Ihr dürft nicht mehr so viel essen, damit die Eier nicht zu
Lindwürmern werden. So könnt Ihr ein alter Mann werden."
Der reiche Mann sagte: „Herr Doktor, ich verstehe Euch
gut." Dann tat er alles, was der Arzt wollte. So hat er 87
Jahre, 4 Monate und 10 Tage gelebt, so gesund wie ein
Fisch im Wasser.
Zu Neujahr hat er dem Arzt jedesmal 20 Geldstücke
geschickt.
3 Lebt ihr gesund? — Ein Test zu eurer Gesundheit und Fitness
Beantwortet folgende Fragen. Für „ja" bekommt ihr 10 Punkte, für „ich bin nicht si-
cher" 5 Punkte und für „nein" 0 Punkte.
1. Bist du selten krank?
2. Erholst du dich von einer
Krankheit schnell und gut?
3. Schläfst du gut und genug?
4. Achtest du bei deiner Ernährung
auf Vitamine und Mineralien?
5. Bist du nach dem Essen satt
und fit?
6. Bist du mit deinem Leben
zufrieden?
7. Bist du immer sicher, alle
Aufgaben pünktlich lösen 711
können?
8. Kannst du dich aktiv/intensiv
erholen?
9. Treibst du jeden Tag ein biss-
chen Sport? (Bewegst du dich
genug?)
10. Bist du meistens fröhlich?
Auswertung auf S. 99
siebenundzwanzig 27
fcJB.A^ Sicher und schnell im Straßenverkehr
1 Kennt ihr diese Verkehrszeichen?
Ordnet sie den Bildern zu und sagt, was man tun muss, kann oder darf.
28 achtundzwanzig
2 Wusstet ihr schon, ...
— dass man das erste Benzinauto 1887 in
Deutschland gebaut hat?
— dass man heute in Russland mehr 600er
Mercedes verkauft als in ganz Europa?
— dass man die bekannten Autos „Audi", „BMW",
„Mercedes" und „Porsche" in Deutschland
baut?
— dass in Deutschland jede zweite Familie ein
Auto hat?
— dass viele Schüler noch vor dem Abitur den
Führerschein machen?
— dass man sich in Deutschland im Auto auch hinten anschnallen muss?
— dass in Deutschland die Kinder schon in der Grundschule die wichtigsten
Verkehrsregeln lernen?
— dass in Deutschland alle Kinder in der Grundschule eine Fahrradprüfung machen?
— dass die Kinder in Deutschland bis zum 8. Geburtstag mit dem Fahrraa auf dem
Fußweg fahren dürfen?
— dass die Bus- und Straßenbahnkarten in Deutschland den gleichen Preis haben?
Jährlich legt jeder Deutsche
im Durchschnitt 1114 Wege
im Stadtverkehr zurück,
davon mit dem Auto
zu Fuß
mit dem Fahrrad
mit öffentlichen
Verkehrsmitteln
neunundzwanzig 29
Mit dem Auto oder zu Fuß?
1 Am Montagmorgen
Bei Krauses ist es hektisch. Lisa packt noch schnell ihre Schulsachen. Papa und
Daniel wollen gehen.
Papa: Lisa, kommst du bald? Wir müssen los!
Lisa: Ja, gleich. Geht schon mal zum Auto,
ich bin praktisch fertig.
Daniel: Ich weiß, dass Lisas „praktisch fertig"
noch zehn Minuten dauern kann.
Papa, lass uns fahren!
Papa: Warte doch mal! Zu Fuß kommt Lisa
jetzt schon zu spät zur Schule. Lisa,
beeil dich!
Lisa: Noch einen Moment! Ich komme!
Daniel: Papa, sie ist doch kein kleines Kind
mehr! Da muss sie wissen, dass man
nicht immer zu spät aufstehen kann.
Und das am Montag, wo riesiger
Verkehr ist! Soll sie doch mit
öffentlichen Verkehrsmitteln fahren!
Lisa zieht schnell ihre Schuhe an und kommt
gelaufen.
Lisa: Na, wo ist das Problem? Wir kom-
men nicht zu spät. Daniel, reg dich
nur nicht so auf! Wir haben noch 20 Minuten Zeit bis zum Unterricht.
Papa: Musst du denn immer Recht haben, Lisa! Du weißt doch, dass es am Montag
immer Stau gibt.
Endlich sind sie im Auto. Herr Krause fährt. Lisa sitzt mit vorne, Daniel sitzt hinten.
Papa: Seid ihr angeschnallt, ihr beiden?
Lisa: Ich bin immer angeschnallt. Ich achte immer auf die Verkehrsregeln!
Daniel: Du und Verkehrsregeln! Ha-ha-ha! Du bleibst nicht einmal an der roten Ampel
stehen. Du kennst keine Verkehrszeichen. Ich erinnere mich, dass du nicht
einmal deine Fahrradprüfung bestanden hast.
Lisa: Jetzt hör aber auf! Klar kenne ich die Verkehrszeichen, und meine
Fahrradprüfung habe ich sehr gut bestanden!
Daniel: Ja, entschuldige! Du hast wie immer Recht. Aber leider war es erst beim
dritten Versuch.
Lisa: Das stimmt nicht. Wir haben die Prüfung in der 4. Klasse gemacht. Zuerst
hatten wir Fahrradunterricht bei unserer Lehrerin, und dann kam noch ein
Polizist. Aber ich war oft krank. Natürlich konnte ich da die Prüfung nicht
gleich bestehen. Aber ich habe danach viel mit Papa auf dem Fahrradplatz
geübt und alle Regeln gelernt. Weißt du noch, Papa, wie ich damals den
Fahrradhelm gehasst habe?
Papa: Ja, das stimmt. Das war alles nicht so einfach. So, ich halte hier...
Daniel: Klar, Lisa, manchmal bist du auch fleißig! Also tschüs!
Lisa: Tschüs!
30 dreißig
Mit der Bahn, dem Rad oder dem Bus?
2 Fragen
1. Warum ist es bei Familie Krause am
Montagmorgen hektisch?
2. Wann ist es in eurer Familie hektisch?
3. Worüber regt sich Daniel auf?
4. Warum will Daniel, dass Lisa mit einem
öffentlichen Verkehrsmittel fährt?
5. Was gehört zu den öffentlichen
Verkehrsmitteln?
6. Wie legst du den Weg zur Schule
zurück?
7. Worüber sprechen die Krauses im
Auto?
8. Kennst du die wichtigsten Ver-
kehrszeichen und Verkehrsregeln?
Wo hast du sie gelernt?
9. Warum ist es am Montag besonders
schlecht, wenn Lisa am Morgen
nicht pünktlich fertig ist?
10. Gibt es bei euch auch oft Stau auf
den Straßen? Wann und wo?
3 Stimmt es oder stimmt es nicht?
a) Setzt die passenden Wörter ein.
b) Formt die Sätze in „dass-Sätze" um.
Beginnt diese Sätze mit „Es stimmt, dass ..." oder „Es stimmt nicht, dass
c) Sagt, wie es in Deutschland mit dem Straßenverkehr ist.
1. In Russland hat jede fünfte Familie ein ... .
2. In Russland muss man sich im Auto vorne und hinten ... .
3. In Russland gibt es in der Grundschule keinen ... .
4. In Russland müssen die Kinder keine ... machen.
5. In Russland lernen die Kinder schon In der Grundschule
die ... .
6. In Russland dürfen Kinder mit ihrem Fahrrad auf dem ...
fahren.
7. In Russland soll man den
machen.
8. In Russland haben Bus
gleichen ... .
9. In Russland gibt es auf den Straßen keinen
schon mit 15 Jahren in der Schule
und Straßenbahnkarten
4 An der Ampel
Setzt die passenden Wörter ein.
Bei ... bleibe stehn,
bei ... kannst du gehn.
Bei ... musst du ...,
bei ... kannst du starten.
Willst du über die ... gehn,
musst du erst nach ...,
dann nach ... und nach ... sehn.
siebenunddreißig 31
Mit dem Auto oder zu Fuß?
5 Warum fährt man so gern mit dem Auto?
Schreibt, welche Gründe die Leute genannt haben.
M u s t e r : 70 Prozent sagten, dass das Auto für
sie bequemer als die öffentlichen Verkehrs-
mittel ist.
1.48 Prozent sagten, dass die Verbindungen bei
den öffentlichen Verkehrsmitteln ... .
2. 45 Prozent sagten, dass die Wartezeiten bei ... .
3. 45 Prozent sagten, dass ... .
4. 28 Prozent sagten, dass es in ... .
5. 9 Prozent sagten, dass sie ... .
6 Warum lieber öffentliche
Verkehrsmittel nutzen?
Nennt Gründe.
M u s t e r : Es ist besser, nicht mit dem Auto, son-
dern mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren,
weil der Autoverkehr eine Ursache für die
Luftverschmutzung ist.
1. immer öfter Stau auf den Straßen
2. ungesund, Benzinluft und Abgase einzuatmen
3. immer schwieriger, einen Parkplatz zu finden
4. immer mehr Verkehrsrowdys auf den Straßen
5. auch für Autofahrer immer gefährlicher
6. immer mehr Verkehrsunfälle mit Verletzten und
Toten
7. Ursache für immer größeren Lärm in den Städten
7 Öffentliche Verkehrsmittel kontra
Privatauto
Macht in eurer Familie und unter euren Freunden
eine Umfrage zum Thema „Der Autoverkehr — eine
Krankheit unserer Zeit — Was tun?"
Stellt die Ergebnisse in der Klasse dar.
8 Urlaub auf der Autobahn
a) Findet zu dem Cartoon passende Überschriften.
b) Erzählt eine Geschichte dazu.
Warum nicht
mit Bus oder Bahn?
Als Gründe für eine _
zung der öffentlichen
nannten von 100 Personen:
geringe Nut-
1 Verkehrsmittel
Auto
bequemer 70
zu schlechte
Verbindungen 48 ШЛzu große
Wartezeiten
zu hohe
Fahrpreise 45 И ^ Щ
oft zu voll 23
Angst vor
Rowdys 0
Die meisten
Leute nann-
ten zwei und
mehr Gründe
Wir müssen zurück,
Dieter. Unser Urlaub ist zu
Ende. Die Kinder müssen
in die Schule.
32 zweiunddreißig
9 Eine Verkehrsmeldung in „Die Welt am Sonntag"
Massenunfall auf Autobahn bei London
(dpa Paris) Zwei Tote und mehr als 80 Verletzte gab es gestern bei einem Massenunfall
auf der Autobahn All bei London. Beteiligt waren 17 Reisebusse, mit denen engli-
sche Fußballfans zu einem Fußballspiel in die Hauptstadt fahren wollten. Ursachen
waren Nebel und zu hohe Geschwindigkeit.
Berichtet über die Verkehrsmeldung:
Wann? Wo? Ereignis? Beteiligte? Ursachen? Folgen?
10 Wörter - Wörter - Wörter!
Bildet neue Wörter und verwendet sie in Sätzen.
Auto- ^ ( Straße(n)n ' -bahn -Unterricht ( -prüfung
(f-ung Bewegung
bewegen, üben, bedeuten, nutzen, verbinden, erscheinen, prüfen, bilden, besichtigen,
beteiligen, ausstellen, einladen, erholen, lösen, meinen, töten, überlegen, überreden
siebenunddreißig 33
Ein Protokoll
1 Konjunktiv-I-Formen
Konjunktiv-Il-Formen
geh en hab en sein
ich jgetf e -»-ging e1
j j a t f e —hätt e sei
du geh est hab est sei (e)st
er/sie/es geh e hab e sei
wir jgetf en -«-ging en pa&en —-hätt en sei en
ihr geh et hab et sei (e)t
sie/Sie .gelten -«-ging en b&o en hätt en sei en
Gegenwart/Zukunft: Infinitivstamm + Konjunktivendungen
Beispiele: er fahre, sie nehme, du wissest, ich sei (schuld), sie hätten (ein Auto)
Vergangenheit: Konjunktivformen von sein oder haben + Partizip Perfekt
Beispiele: er se; gefahren, sie habe genommen, du habest gewusst,
ich sei (schuld) gewesen, sie hätten (ein Auto) gehabt
2 Ein Verkehrsunfall
Sucht in dem Protokoll alle Konjunktivformen. Gebt die Aussagen als direkte Rede
wieder.
Am 01.03.1999, um 15.30 Uhr, rief man den Polizisten Markus Feider zu einem
Verkehrsunfall auf der Kreuzung Goethestraße — Lessingstraße. Am Unfallort standen
ein Bus und ein roter Audi. Es gab keine Verletzten, aber Schäden an beiden Autos.
Der Polizist sprach mit beiden Fahrern und einigen Zeugen. Er schreibt in seinem
Protokoll unter anderem:
Der Fahrer des Audi sagte, die Ampel habe „grün" für ihn gezeigt, und deshalb sei der
Busfahrer schuld. Außerdem sei der Bus viel zu schnell gefahren.
Der Busfahrer meinte, das könne nicht stimmen. Der Audi sei bei „rot" gefahren Vielleicht
habe die Ampel nicht gesehen oder habe „geschlafen". Man müsse doch gerade an dieser
Stelle auf die Fahrzeuge aus der Lessingstraße achten. Jeder wisse, wie gefährlich die
Kreuzung sei. Vielleicht habe der Fahrer auch zu viel getrunken.
(Beide Fahrer mussten einen Alkohol-Test machen.)
Die Zeugin, Anna Schroten, 57 Jahre, sagte, der Busfahrer habe nicht aufgepasst. Das sei
die Ursache für den Unfall gewesen.
Der Zeuge, Peter Hinz, 35 Jahre, war der Meinung, der Busfahrer sei mit einer zu hohen
Geschwindigkeit gefahren...
34 vierunddreißig
Führerschein mit 15?
Wir haben eine Umfrage bei Jugendlichen in Essen durchgeführt, wann man nach
ihrer Meinung den Führerschein machen solle.
Lisa, 14: Führerschein mit 18 — das ist richtig. Das war doch immer so. Mit
18 ist der Mensch erst erwachsen.
Peter, 17: Den Führerschein kann man eigentlich schon mit 15 machen. Die
Jugendlichen von heute können doch alle schon Auto fahren. Das
ist ganz anders als früher. Die Jugendlichen verstehen viel mehr von
der Technik als die Erwachsenen.
Andreas, 19: Ich meine, 18 ist schon okay. Autofahren im Straßenverkehr ist
doch nicht allein eine Technikfrage. Ich habe den Führerschein vor
einem Jahr gemacht. Manchmal fahre ich mit dem Auto meines
Vaters.
Veronika, 13: Ich kann eigentlich schon alles, um den Führerschein zu machen.
Das Fahren habe ich mit meinem Vater geübt. Das ist überhaupt
nicht schwer. Aber wenn man kein Auto hat, ist es auch nicht
wichtig, ob man den Führerschein hat oder nicht.
Karsten, 16: Ich meine, mit 16 kann man langsam anfangen, die Fahrschule zu
besuchen, um später, mit 17 oder 18 die Prüfung zu machen.
Harald, 18: Ich bin jetzt 18. Ich denke aber noch nicht an den Führerschein,
denn dafür muss ich lange sparen. 2000 DM, das ist doch viel
Geld!
Alexandra, 15: Meine Eltern geben mir den Rat, den Führerschein so spät wie möglich
zu machen, weil Autofahren heute so gefährlich ist. Ich selbst weiß
nicht so richtig, ob ich den Führerschein jetzt schon haben möchte.
a) Welche Meinung hast du selbst zum Problem des Führerscheins?
b) Diskutiert in der Klasse über diese Frage.
c) Gebt die Meinungen der Jugendlichen in der indirekten Rede wieder.
(Dazu müsst ihr unter anderem folgende Konjunktiv-Il-Formen verwenden:
könnten, verständen, gäben.)
Beginnt so:
/jsa /»etnte; ßü/une?sc/iei/t w 't — a'as sei ric/itig. Das set doc/t i/н/ягг so ffeurese/t ...
siebenunddreißig 35
1 Der Sc
h r i f t s t e N e r Erich K ä s t n e r
Erich Kästner
•1899
+1974
Erich Kästner wurde in Dresden geboren.
Seine Eltern waren Handwerker. 1917
holte man ihn zum Militär. Darüber
schrieb er später:
„Dann holte man uns zum Militär,
bloß so als Kanonenfutter.
In der Schule wurden die Bänke leer,
zu Hause weinte die Mutter."
Ab 1919 studierte er Literatur,
Geschichte und Philosophie in Leipzig,
Rostock und Berlin. Danach arbeitete er
als Redakteur und Schriftsteller in Berlin.
Von 1933 bis 1945 waren seine Bücher in
Deutschland verboten, weil Kästner in
vielen von ihnen direkte oder indirekte
Kritik am Nationalsozialismus übte. Auf
die Frage, warum er als verbotener
Autor in Deutschland blieb, antwortete er:
„Jch bin ein Deutscher
aus Dresden in Sachsen,
Mich lässt die Heimat nicht fort.
Ich bin wie ein Baum, der - in Deutschland
gewachsen - wenn 's sein muss, in
Deutschland verdorrt."
Ab 1945 lebte E. Kästner in München.
Er hat Romane für Erwachsene und
Kinder geschrieben. Einige davon
wurden verfilmt. Einige Kinderbücher
wurden Welterfolge. Seine Gedichte sind
humorvoll, satirisch, oft auch
philosophisch. Das folgende Gedicht
heißt „Das Eisenbahngleichnis" und
ist aus dem Band ..Gesang zwischen
den Stühlen".
7.in- in Kästners
a t nach eurer Meinung der „Zug
a) W e l c h e
n J t
e
e u r e Meinung" W o r t feld „Zug".
с) Versucht, e/rie
36
sechsunddreißig
Lektüre
2 Wir sitzen alle im gleichen Zug
Wir sitzen alle im gleichen Zug
und reisen quer durch die Zeit.
Wir sehen hinaus. Wir sahen genug.
Wir fahren alle im gleichen Zug.
Und keiner weiß, wie weit.
quer — поперек
Ein Nachbar schläft, ein andrer klagt,
ein dritter redet viel.
Stationen werden angesagt.
Der Zug, der durch die Jahre jagt,
kommt niemals an sein Ziel.
klagen — жаловаться
reden — разговаривать
jagen — мчаться
Wir packen aus, wir packen ein.
Wir finden keinen Sinn.
Wo werden wir wohl morgen sein?
Der Schaffner schaut zur Tür herein
und lächelt vor sich hin.
der Sinn — смысл
der Schaffner — кондуктор
lächeln — улыбаться
Auch er weiß nicht, wohin er will.
Er schweigt und geht hinaus.
Da heult die Zugsirene schrill!
Der Zug fährt langsam und hält still.
Die Toten steigen aus.
heulen — выть
schrill — пронзительно
Ein Kind steigt aus. Die Mutter schreit.
Die Toten stehen stumm
am Bahnsteig der Vergangenheit.
Der Zug fährt weiter, er jagt durch die Zeit,
und niemand weiß, warum.
schreien — кричать
stumm — немой
der Bahnsteig — перрон
Die 1. Klasse ist fast leer,
ein feister Herr sitzt stolz
im roten Plüsch und atmet schwer.
Er ist allein und spürt das sehr.
Die Mehrheit sitzt auf Holz.
leer — пустой
feist — жирный
spüren — чувствовать
die Mehrheit — большинство
Wir reisen alle im gleichen Zug
zur Gegenwart in spe.
Wir sehen hinaus. Wir sahen genug.
Wir sitzen alle im gleichen Zug
und viele im falschen Coupe.
1932
Gegenwart in spe — в будущее
siebenunddreißig 37
Pro und kontra Großfamilie
1 Alle sollten zusammenziehen
Lest die Briefe und sagt, wer für und gegen das Zusammenleben von Alt und
Jung ist.
SCHULERMAGAZIN
Schüler schreiben an „Treff". Velber Verlag. Postfach 10 02 54.30926 Seelze
I !
- •
I i j I j ! j
... Die Menschen werden immer einsamer. Viele Alte leben
ganz alfein in ihrer Wohnung. Sie sind sehr einsam.
Manchmal stirbt einer, und die anderen im Haus merke r
das nicht mal. Ich finde, das ist schlimm. Auch viele
Jüngere leben allein und sind einsam. Alt und Jung sollten
zusammen in einer Wohnung wohnen. Zurück zur
Großfamilie!
Katja Kiefer, 15 Jahre, Berlin
We^aibz^MOM^Uveuw'
Wotuumß leben, m s ^ r "
streite*,. & ^
(^buu vUlUUktnUMsM*^
i^eäv Atters/^crbuudt, 15, MM
38 achtunddreißig
Jib, das stimmt, Ickfinde' es aarvz.
traurig, dass мгиье< Ошиь allein
Lebt. Aber млЫя Отл will амхк
gar nickt m£ uns zusammen-
wohneru. Meine* Mutter hat schon
ojtgesagt, dass Sie* bei иш unhnen
oder wenigstens naxk Harmover
ziehen soll. Aber sie, will in ihren
vier A/ünden bleiben. „Einen alten
Baum, verjzjlarvzt num nickt",
meint sie,. Ick dekk&, sie•< könnte-
ohne- den Qarten und оhne< ihre-
Tiere- auckgar nickt leben.
V Robert Kunz-, 15, Hannover
2 Welche Meinung habt ihr?
Alte Leute sollten in ein Altersheim ziehen.
Wenn die Kinder 18 Jahre alt sind, sollten sie von zu Hause ausziehen.
Junge und alte Leute sollten in eine Wohnung oder ein Haus zusammenziehen.
• Alt und Jung sollten sich gegenseitig helfen.
- Junge Leute sollten mit jungen Leuten in eine WG zusammenziehen.
- Man sollte Häuser für Großfamilien bauen.
- So wie die Eltern für ihre Kinder sorgen, sollten die Jungen für die Alten sorgen.
- Altersheime sollten nicht so teuer sein.
- In Großfamilien sollten die Großeltern auf die Enkel und Urenkel aufpassen.
- Alte und junge Leute sollten sich nicht so viel streiten.
s i e b e n u n d d r e i ß i g 39
4в
1 Meine 154 Tage auf der Straße
Lest den Artikel aus der „BRAVO".
Danilo ist 15. Seit der Scheidung seiner Eltern
wohnt er bei seinem Vater. Eines Tages stritt er
sich mit seinem Vater und lief von zu Hause fort.
Fünf Monate lebte er auf der Straße. Jetzt ist er
wieder zu Hause und erzählt seine Geschichte:
Es war ein Sonntag im August, ein schöner
Sommertag. Von draußen schien die Sonne in
die kleine Wohnung. Mein Vater meckerte
wieder mal pausenlos. Ich solle mit dem Lärm
aufhören, schimpfte er, seine Ohren täten ihm
davon schon weh. Er regte sich mal wieder
über meine Musik auf. Ich stehe auf lauten
Punk von „Rancid" und „Sex pistols", er aber
will seine Ruhe. In der letzten Zeit war er
überhaupt total nervös. Er schimpfte oft auf
meine Mutter. Seit einigen Wochen war er
arbeitslos. In der Schule gab es auch viele Probleme. Ich sollte die 8. Klasse im
Gymnasium noch einmal machen, aber das kam für mich nicht in Frage.
„So eine Frechheit!", schrie der Alte zornig, als ich so tat, als hätte ich ihn nicht ver-
standen. „Wenn es dir hier nicht passt, kannst du ja gehen!" — „Okay", sagte ich
nur, packte einige Sachen zusammen, nahm meine Ratte Luzifer und fuhr zur
Nürnberger Autobahn.
Zwölf Stunden später kam ich in Berlin an. Zu meinem Bruder, der in Berlin wohnt,
wollte ich nicht. Er war auf Drogen. Ich habe mir dann ein leerstehendes Haus in
Berlin-Friedrichshain gesucht und dort geschlafen. Überhaupt habe ich immer in leer-
stehenden Häusern übernachtet. Diese waren zwar total schmutzig, aber wenigstens
warm. Meine Wäsche konnte ich in einer Notschlafstelle für Obdachlose und
Straßenkinder waschen.
Das größte Problem war der Hunger. Das bisschen Geld, das ich von zu Hause
mithatte, reichte nur für wenige Tage. Woher aber das Essen nehmen? Klauen wollte
ich nicht. Ich musste, ob ich wollte oder nicht, betteln. Das geht am besten in den
Straßen um den Alexanderplatz. Da geben die Leute am meisten. Ich habe jeden Tag
so zwischen 10 und 30 Mark zusammengebettelt.
Auf der Straße habe ich viele Leute kennen gelernt, die von zu Hause weg sind, weil
sie Probleme wie ich hatten. Aber toll ist es mit den Freundschaften im Straßenleben
nicht. Jeder denkt nur an sich, muss für sich sorgen. Das Straßenleben ist sogar
total gefährlich. Jeder kann dir was tun.
Am schlimmsten aber ist es, wenn man krank wird. Kurz nach Weihnachten bekam
ich plötzlich hohes Fieber. Zu Hause hätte man den Arzt gerufen. Hier aber war ich
ganz allein, niemand hat mir geholfen. Als dann auch meine Ratte noch fortlief, war
ich am Ende ...
Die BRAVO-Redaktion hat mir geholfen und mich wieder nach Hause gebracht. Mein
Dad war total glücklich, als ich vor unserer Wohnungstür stand.
40 vierzig
Wo und mit wem leben?
2 Stimmt es oder stimmt es nicht?
Beginnt die Antworten so: „Es stimmt, <
Sagt bei falschen Aussagen, wie es rici
1. Die BRAVO-Redaktion hat über
Danilo eine Geschichte geschrieben.
2. Danilo ist ein 15-jähriger Junge aus
Berlin.
3. Seit der Scheidung seiner Eltern
lebte er bei seinem Vater.
4. Seit fünf Monaten lebte Danilo auf
der Straße.
5. Der Vater schimpfte immer, wenn
Danilo laute Musik hörte.
6. Der Junge ging von zu Hause fort,
weil er zu seinem Bruder nach Berlin
ziehen wollte.
i ..." oder „Es stimmt nicht, dass ..."
ist.
7. In Berlin übernachtete Danilo in
leerstehenden Häusern.
8. In den Häusern waren viele Ratten.
Eine Ratte kam immer wieder zu
ihm.
9. Lebensmittel bettelte er von den
Leuten auf der Straße zusammen.
10. Manchmal klaute er auch.
11. Seine Wäsche konnte er in einer
Obdachlosen-Schlafstelle waschen.
12. Als Straßenkind lernte Danilo viele
neue Freunde kennen.
Bis vor einem Jahr haben wir alle ... .
Doch dann ist meine Mutter plötzlich aus
unserer Wohnung ... .
Sie ist mit ihrem neuen Freund ... .
Mein Bruder ist kurze Zeit später auch
von uns ... .
Mein Vater und ich haben erst allein in
der großen Wohnung gelebt, sind aber
dann in eine kleinere Wohnung ... .
Wenn wir genug Geld hätten, sagt mein
Vater, würden wir noch mal ... .
Wenn ich 18 bin, will ich ... .
Ich würde gern mit Freunden in eine
WG ... .
3 Warum?
1. Warum lebte Danilo bei seinem Vater?
2. Warum war Danilos Vater nervös?
3. Warum lief der Junge von zu Hause
fort?
4. Warum wollte Danilo nicht zu seinem
Bruder?
5. Warum nahm er seine Ratte mit?
6. Warum suchte sich Danilo leerste-
hende Häuser zum Übernachten?
7. Warum bettelte Danilo auf den
Straßen um den Alexanderplatz?
8. Warum sind viele Straßenkinder ein-
sam?
9. Warum ist das Straßenleben ge-
fährlich?
10. Warum ging Danilo nach Weihnachten
wieder nach Hause zurück?
11. Warum war Danilos Vater glücklich,
als sein Sohn wieder zu Hause war?
4 Danilo berichtet über seine Familie
Setzt die passenden Wörter ein.
siebenundvierzig 41
4® Wo und mit wem leben?
5 Eltern und Kinder
Wie streiten sich Fitem und Kinder? Gestaltet weitere Dialoge mit den Wörtern rechts.
6 Wie ist es bei euch?
Berichtet, worüber ihr mit euren Eltern oder Großeltern oft/manchmal/nie diskutiert.
42 zweiundvierzig
7 Ich zum Beispiel
a) Lest das Gedicht.
Weiß schon lange nicht mehr, was ich will.
Weiß nicht, was ich will.
Will nicht, was ich weiß.
Will schon lange nicht mehr, was ich kann.
Will nicht, was ich kann.
Kann nicht, was ich will.
Kann schon lange nicht mehr, was ich darf.
Kann nicht, was ich darf.
Darf nicht, was ich kann.
b) Wie stellt ihr euch die Person vor, von
c) Denkt euch eine Geschichte dazu aus.
Darf schon lange nicht mehr, was ich tu.
Darf nicht, was ich tu.
Tu nicht, was ich darf.
Tu schon lange nicht mehr, was ich will.
Tu nicht, was ich will.
Will nicht, was ich tu.
Will schon lange nicht mehr, was ich soll.
Will nicht, was ich soll.
Soll nicht, was ich tu.
Hermann Josef Schüren
der die Rede ist (Alter, Lebenssituation)?
8 Wörter - Wörter - Wörter!
a) Bildet neue Wörter und verwendet sie in Sätzen.
b) Formt nach folgendem Muster um:
Er meckert pausenlos. seine pausenlose Meckerei
Meckern
sein pausenloses
1. Sie schimpft pausenlos.
2. Sie telefonieren lange.
3. Er fährt gefährlich.
4. Du singst falsch.
5. ihre unmögliche Raucherei
6. seine ungesunde Esserei
7. eure lange Warterei
8. deine laute Singerei
9. ihr pausenloses Schimpfen
10. sein unmögliches Fahren
11. sein nervöses Erzählen
12. dein unpünktliches Kommen
siebenundvierzig 43
•S3ш* Was wäre, wenn
1 Der Konjunktiv II
gehen hatten waren wurden
ich geh hf tt w r w rd ••
du geh h tt w. r w rd '
er/sie/es geh h itt w r w rd
wir geh h tt war w rd
ihr geh h tt w r w rd .
sie/Sie geh h itt . w r w rd
Gegenwart/Zukunft: Präteritumstamm + i » +
Beispiele: er f hr , sie n hm , du w sst , ich w r (schuld), sie h tt (eine
Wohnung)
(Aber bei sollen und wollen kein Umlaut: du solltest ..,, ich wollte ...)
oder
+ Infinitiv: er fahren, sie nehmen, du • wissen, du •
(schuld) sein, sie (eine Wohnung) haben
Vergangenheit: ~ von oder h ~ + Partizip Perfekt
Beispiele: er - gefahren, sie genommen, du - gewusst,
ich . (schuld) gewesen, sie (eine Wohnung) gehabt
2 Meinungen
Findet in den Briefen auf S. 38 und 39 alle Konjunktiv-Il-Formen und sagt, wer von
den Jugendlichen welcher Meinung ist.
— wären alle zufriedener und glücklicher.
— würden die Menschen nicht mehr so einsam sein.
— würde man sich in den Familien nur noch streiten.
— müssten die Jungen immer tun, was die Alten wollten.
— könnten sich Alt und Jung gegenseitig helfen.
— gäbe es nur noch Chaos.
— wollten die Alten immer Recht haben.
— würden die Großeltern auf die Enkel und Urenkel aufpassen.
— würden die Alten nicht mehr so allein sein.
— könnten die Kinder für ihre alten Eltern sorgen.
44 zweiundvierzig
Wenn Alte und Junge
zusammen in einer
Großfamilie leben
würden,
3 Was würdest du tun, wenn ...?
1 wenn deine Eltern plötzlich sagen würden: „Wenn es dir nicht passt, kannst du
ja gehen"?
2. ..., wenn du plötzlich sehr reich wärst?
3. ..., wenn man dir plötzlich ein riesiges Haus schenken würde?
4 wenn ein Obdachloser/ein Straßenkind vor eurer Haustür betteln würde?
5. ..., wenn dein Freund oder deine Freundin dich bitten würde, gemeinsam mit
ihm/ihr von zu Hause fortzulaufen?
4 wenn du könntest?
1. Wen würdest du gerne kennen lernen, ...?
2. Mit wem würdest du gerne zusammenziehen, ...?
3. Wem würdest du viele Geschenke machen, ...?
4. Wem würdest du gerne mal deine Meinung über ihn sagen, ...?
5. Wem würdest du gerne helfen, ...?
6. In welches Land/in welche Stadt würdest du gerne ziehen, ...?
7. Was würdest du zu Hause gerne anders machen, ...?
5 Kettenreaktion
Setzt fort.
Wenn ich viel Geld hätte, würde ich ein großes Haus kaufen.
Wenn ich ein großes Haus hätte, ...
Wenn ...
6 Was hättet ihr an Danilos Stelle getan?
Lest noch einmal die Geschichte auf S. 40 und sagt, was ihr getan hättet.
M u s t e r : Ich wäre nicht fortgelaufen.
Ich
— nicht fortlaufen
— zuerst mit dem Vater in Ruhe sprechen
— zu Freunden gehen und dort übernachten
— keine laute Musik mehr hören
— sich mit dem Vater streiten
— bei den Großeltern übernachten
— die Nachbarn um Rat bitten
— im Heimatort bleiben
— zu Verwandten fahren
— den Freund oder die Freundin bitten, dass er/sie mitkommt
— das ganze gesparte Geld mitnehmen
— nicht betteln, sondern probieren, Arbeit zu bekommen
— nicht in leerstehenden Häusern übernachten, sondern in einer
Notschlafstelle für Straßenkinder
— zuerst Freunde auf der Straße suchen
siebenundvierzig 45
1 So ist das Leben
Jung und Alt — Alt und Jung
a) Lest und schreibt zu jedem der beiden Gedichte ein Resümee.
b) Wie stellt ihr euch die Person vor, von der im ersten Gedicht die Rede ist?
Was erfahrt ihr von der Person, über die im zweiten Gedicht gesprochen wird?
c) Welche Meinung habt ihr zur letzten Aussage beider Gedichte?
d) Welche inhaltliche Beziehung gibt es zwischen beiden Gedichten?
Erziehung
lass das
komm sofort her
bring das hin
kannst du nicht hören
hol das sofort her
kannst du nicht verstehen
sei ruhig
fass das nicht an
sitz ruhig
nimm das nicht in den Mund
schrei nicht
stelle das sofort wieder weg
pass auf
nimm den Finger weg
sitz ruhig
mach dich nicht schmutzig
bring das sofort wieder
zurück
schmier dich nicht voll
sei ruhig
lass das
wer nicht hören will
muss fühlen
D. Krusche/ R. Krechel
... hat er gesagt
wir müssen platz machen
hat er gesagt
platz für die jungen
es sind zu viele menschen
es ist zu wenig platz auf der weit
hat er gesagt
und jetzt
hat er platz gemacht
seine wohnung ist frei
seinen parkplatz
können andere haben
bald fährt ein anderer
seinen wagen
er steigt in keine tram mehr
andere
sitzen am mittagstisch
seiner gastwirtschaft
seine Rente
kann für anderes verwendet werden
wir müssen platz machen
hat er gesagt
es ist zu wenig platz
auf dieser weit
Nach Kurt Marti
46 sechsundvierzig
Lektüre
2 Großvater
Großvater wohnt schon länger als fünfzig Jahre im Haus in der
Moerstraße. Als er Großmutter heiratete, haben sie es gemietet, und
später haben sie es gekauft. Großmutter ist die Mutter meiner Mutter.
Großmutter und Großvater haben zwölf Kinder bekommen. Früher
hatte jeder viele Kinder. Vier Kinder sind früh gestorben. Großmutter
und Großvater hatten es ein ganzes Leben lang sehr schwer. Acht
Kinder — das ist keine Kleinigkeit! Und als alle Kinder verheiratet
waren, waren Großmutter und Großvater plötzlich alt und allein.
Zum Glück war da noch die Gaststube. Sonntags kamen die Kinder,
um mit Großvater Karten zu spielen, um zu lachen und zu disku-
tieren und um Bier zu trinken. Und draußen spielten die Enkelkinder.
Dann wurde Großmutter krank. Sie bekam etwas an ihrem Arm.
Großvater musste sie versorgen. Darin ist Großvater nicht besonders
gut, denn das hatte Großmutter immer getan. Aber er machte es, so
gut er es konnte, und sagte jedem, dass es gut gehe.
Als aber das Haus immer schmutziger wurde und Großvater immer nur
Konservenbüchsen aufmachte, haben die Kinder Großmutter ins
Krankenhaus gebracht. Großvater war fürchterlich böse. Er hatte doch
alles getan, was er konnte! Nicht ein Mal ging er ins Krankenhaus. Und
als es Großmutter besser ging, haben die Kinder sie überredet, zu den
Schwestern zu ziehen.
Keines der Kinder hat fünfzig Jahre lang im selben Haus gewohnt. In
fünfzig Jahren wird ein Haus wie eine warme Jacke, die einem genau
passt. Man findet seinen Weg mit geschlossenen Augen. Alle Türen,
alle Fenster kennt man. Alles hat seinen Platz, die Stühle, der Tisch,
der Schrank, das Bett. Man kennt das Haus bei Regen und Sonne.
Großvater geht nicht zu den Schwestern, niemals wird er das tun! So
sitzt er schon zwei Jahre allein in seinem Haus. Nach zwölf Kindern
und fünfzig Jahren Ehe!
Die ganze Familie wird immer wütender auf Großvater. Erst haben sie
über ihn gelacht. Dann dachten sie, er würde schon noch zu den
Schwestern laufen. Aber das tut er nicht. Das ganze Dorf redet
darüber. Es kommt keiner mehr zu Großvater. Nur ich. Ich sitze bei
ihm und höre den Geschichten zu, die er erzählt. Zu Hause sage ich
nichts davon. Und Großvater sagt munter, wer nicht kommt, der muss
auch nicht weggehen.
(Aus: Henri van Daele „Der widerspenstige Großvater")
mieten — снимать
(дом, квартиру)
die Gaststube
гостиная
versorgen — обслу-
живать
schließen — закры-
вать
die Ehe — супру-
жество
wütend — злобный
munter — бодрый
3 Fragen
1. Wer erzählt die Geschichte?
2. Wie lange ist der Großvater verheiratet?
3. Wie groß ist seine Familie?
4. Was erfahrt ihr über das Familien-
leben?
5. Warum ist Großmutter ausgezogen?
6. Warum will Großvater nicht weg-
ziehen?
7. Wie würdet ihr den Großvater charak-
terisieren?
siebenundvierzig 47
Potsdam — Hauptstadt Brandenburgs
Potsdam befindet sich
am südwestlichen
Stadtrand von Berlin.
Die Stadt ist das poli-
tische, kulturelle und
wirtschaftliche Zentrum
des Landes Branden-
burg. Potsdam liegt an
der Havel und hat eine
malerische Umgebung
mit vielen Wäldern und
Seen.
Deutschland bestand vor 300 Jahren aus vie-
len Staaten. Sie wurden regiert von Königen,
Fürsten, Herzögen, Grafen und Bischöfen.
Brandenburg-Preußen war der mächtigste
deutsche Staat. Potsdam, seit Beginn des
18. Jahrhunderts königliche Residenz, ist eng
mit der Geschichte Preußens verbunden. Bis
1740 wurde Preußen von Friedrich Wilhelm I.
regiert, der „Soldatenkönig" genannt wird. Er
baute ein stehendes Heer auf und ließ
Potsdam zur Garnisonstadt ausbauen. Aus
dieser Zeit stammen die Wohnhäuser der
heutigen Brandenburger Straße. In den
Zimmern direkt unter dem Dach mussten die
Bürger damals Soldaten wohnen lassen.
Als der Soldatenkönig
den Norden der Stadt
bebauen wollte, holte
er holländische Hand-
werker nach Potsdam.
Für sie wurde in der
Zeit von 1733 bis 1742
ein besonderes Stadt-
viertel gebaut. Das
Holländische Viertel mit
seinen 134 Holland-
Häusern gehört heute
zu den Sehenswür-
digkeiten Potsdams.
48 zweiundvierzig
Von 1740 bis 1786
wurde Preußen von
Friedrich II. regiert, der
auch Friedrich der
Große genannt wird.
Unter seiner Herrschaft
wurde Potsdam zu
einer repräsentativen
Residenzstadt ausge-
baut. Im Nordwesten
der Stadt ließ er die
berühmte Schloss- und
Parkanlage Sanssouci
erbauen.
Stadtteile wurden abgerissen und
mit repräsentativen Gebäuden im
Barockstil wieder aufgebaut. Aus
dieser Zeit stammen zum Beispiel
das Rathaus auf dem Alten Markt
(1753—1755), das Brandenburger
Tor, das 1777 zur Erinnerung an
den Siebenjährigen Krieg erbaut
wurde und die Nikolaikirche
(1781—1841), das Wahrzeichen
von Potsdam.
Historische
Bedeutung hat das
Schloss Cecilienhof,
das während des
Ersten Weltkrieges, in
der Zeit von 1913 bis
1917, erbaut wurde.
Hier fand im
Juli/August 1945 die
Potsdamer Konferenz
der Siegerstaaten des
Zweiten Weltkrieges
statt.
neunundzwanzig 49
5i Zu Besuch bei den Großeltern
Über Potsdam
In den Osterferien besuchen Lisa und Daniel ihre Großeltern in Potsdam. Sie wissen
schon viel über die Stadt, denn sie sind nicht das erste Mal in Potsdam. Außerdem
haben sie in der Schule schon einiges erfahren.
Sagt anhand der Stichwörter, was Lisa und Daniel über Potsdam wissen.
B e i s p i e l : In Potsdam kann man etwa 1000 historische Denkmäler besichtigen.
5. etwa 1000 historische Denkmäler
6. Geschichte Preußens
7. der Soldatenkönig
8. Friedrich der Große
9. größte und schönste Park- und
Schlossanlage in Deutschland
10. Potsdamer Konferenz
1. Hauptstadt von Brandenburg — etwa
145 000 Einwohner
2. im Südwesten von Berlin — zwischen
beiden Städten S-Bahn-Verbindung
3. Stadt der Museen und Schlösser — in
Potsdam und Umgebung 20 Schlösser
4. malerische Umgebung
Was ereignete sich wann?
a) Sagt anhand der Texte auf den Seiten 48 und 49, welche Ereignisse zu welchen
Jahreszahlen gehören.
b) Wisst ihr, welche historischen Ereignisse zu diesen Jahreszahlen gehören?
л1
*
's.'39
Zahlen und (Jahreszahlen) Und jetzt über euer Leben
Lest laut.
1917 Personen Im Jahr 1917
1999 Frauen ^ Im Jahr 1999
1147 Männer Im Jahr 1147
1701 Kinder Im Jahr 1701
)
)
)
)
1. Wann wurdet ihr geboren?
2. Wann wurden eure Eltern und Ge-
schwister geboren?
3. Wann seid ihr in die Schule gekommen?
4. Wann kommt ihr aus der Schule?
5. Wann war das letzte große Ereignis in
eurer Familie?
50 fünfzig
4 Friedrich der Große
Setzt die passenden Wörter ein.
gehört, Heer, mächtiger, geboren, Erziehung, historische, König, führte
Persönlichkeiten, wirtschaftliche, Soldatenkönig, repräsentativen, baute ...
In jedem Land gibt es berühmte ... Persönlichkeiten. In
Russland sind das z. B. Iwan der Schreckliche, Peter I. oder
Katharina II. In Deutschland ... Friedrich II., der Große, dazu.
Friedrich der II. wurde 1712 ... . Sein Vater, König Friedrich
Wilhelm I., wurde ... genannt. Er baute ein großes stehen-
des ... auf. 1740 starb der Vater, und Friedrich II. wurde
selbst ... . Er ... das Heer weiter ... und führte verschiedene
Kriege, um Preußen immer größer und ... zu machen. Im
Land selbst ... er wichtige ... und politische Reformen ... .
Die preußische ... wurde seitdem weit über das Land hinaus
bekannt: Bescheidenheit, Fleiß, Disziplin, Ordnung,
Pünktlichkeit und'Staatstreue werden bis heute die „preußi-
schen Tugenden" genannt. Unter der Herrschaft Friedrichs
II. wurde Potsdam zu einer ... Residenzstadt. Er lud nach
Sanssouci viele berühmte ... ein: Musiker, Dichter,
Architekten, Gelehrte. Friedrich II. interessierte sich beson-
ders für französische Kultur, Philosophie und Literatur.
durch,
aus
5 Historische Persönlichkeiten
Vergleicht Peter /., Katharina II. mit Friedrich II. Benutzt dazu auch Nachschla-
gewerke.
1. Wann haben sie gelebt?
2. Wie wurden sie genannt?
3. Wo haben sie gelebt?
4. Wodurch sind sie berühmt geworden?
5. Welche Kriege haben sie geführt?
6. Welche Reformen haben sie durchge-
führt?
L'M
7. Mit welchen Städten ist ihr Name eng
verbunden?
8. Welche Denkmäler und Gebäude
sind eng mit ihrem Namen verbun-
den?
9. Wofür interessierten sie sich beson-
ders?
siebenundfünfzig 51
5i
ЩзФ&
Sanssouci
6 Sanssouci
Heute besichtigen Lisa und Daniel zusammen
mit ihren Großeltern Schloss Sanssouci. Sie
machen eine Führung mit.
Lest einen Auszug aus dem Vortrag der
Fremdenführerin und ergänzt die fehlenden
Wörter.
SANS, SOUCI
Unser historisches Schloss wurde im 18. Jahrhundert (1745—1747)
von dem • Knobeisdorff erbaut. Die Pläne für die Schloss- und
Parkanlage • von Friedrich dem Großen. „Ohne Sorgen" („sans
souci") wollte der Preußenkönig in seiner Potsdamer • leben. Übri-
gens, weil danach gefragt wurde (sie schaut Lisa an), weiß man bis
heute nicht genau, warum am Eingang des • zwischen „SANS" und
„SOUCI" ein Komma steht.
Das Schloss steht, wie Sie sehen, auf einem Hier, so eng wie
möglich mit der Natur wollte sich der König erholen. Hier wollte
er lesen, musizieren, sich mit den Freunden Das Schloss wurde
im • des Rokoko erbaut. Überall auf den Dächern der • sehen Sie
die dafür typischen Skulpturen. Wenn Gäste im 18. • bei ihrem
Besuch in Sanssouci meinten, man sähe in Potsdam mehr Leute auf
den Dächern als auf den • , so ist das heute ganz anders. Jeden
Tag kommen die • zu Hunderten in unseren berühmten Park.
Auf der • Seite des Schlosses befinden sich die königlichen Zimmer,
wo Friedrich von Mai bis • wohnte. Dazu gehören das Musikzimmer,
in dem der König sehr oft Flöte das Arbeits- und Schlafzimmer
sowie seine Bibliothek mit ihren 2200 Bänden französischer, griechi-
scher und römischer Die deutsche Literatur und • liebte Friedrich
gar nicht. An seinem • wurde Französisch gesprochen.
Auf der linken Seite des Schlosses sind fünf Gästezimmer. Das •
davon ist das Voltaire-Zimmer. Voltaire war ein guter Freund des
Königs. Überhaupt lud Friedrich nach Sanssouci oft Gäste ein, um
mit ihnen über die Probleme seiner Zeit zu Voltaire meinte, hier
sei der freieste Ort Preußens, hier dürfte man schimpfen über alles,
über die Kirche, nicht aber über den König.
52 sechsundfünfzig
7 Was wisst ihr?
1.Weiche Persönlichkeiten, die „der/die Große" genannt wurden, kennt ihr?
2. In welchen Städten gibt es ein „Brandenburger Tor"?
3. Wann war der Siebenjährige Krieg, und wer führte den Krieg?
4. Welche historischen Gebäude, die im Barock- oder Rokokostil gebaut wurden,
kennt ihr?
5. Welche berühmten Persönlichkeiten (Musiker, Dichter, Gelehrte, Maler, Architekten)
des 18. Jahrhunderts kennt ihr? Wodurch sind sie berühmt geworden?
8 Wörter - Wörter - Wörter!
a) Ergänzt die fehlenden Wörter in der Tabelle.
Musik Musiker — Musikerin musikalisch
Malerei Maler — Malerin malen
Architektur — architektonisch
Herrscher — Herrscherin herrschen herrschaftlich
Regierung Regent — Regentin
Philosoph — Philosophin philosophieren philosophisch
b) Bildet neue Wörter und verwendet sie in Sätzen.
c) Osten — Westen — Süden — Norden
Formt nach folgendem Muster um und verwendet die Wörter in Wortverbindungen.
Osten östlich südöstlich nordöstlichOsten östlich südöstlich nordöstlich
im Osten der Stadt östlich der Stadt südöstlich der Stadt nordöstlich der Stadt
im Osten von Berlin östlich von Berlin südöstlich von Berlin nordöstlich von Berlin
siebenundfünfzig 53
Alexandrowka wurde gebaut
1 Die Passivformen
Aktiv Passiv
Präsens
Präteritum
Man nennt ihn „Soldatenkönig".
Sie bauen Häuser.
Man nannte ihn „Soldatenkönig".
Sie bauten Häuser.
Er wird „Soldatenkönig" genannt.
Häuser werden von ihnen gebaut.
Er wurde „Soldatenkönig" genannt.
Häuser wurden von ihnen gebaut.
Präsens: +
Beispiele: ich , du , es > , ihr
Präteritum: +
Beispiele: er , sie .;..•••: , wir ":.:f
Der „Täter" wird mit л (+ Dativ) oder (+ Akkusativ) angeschlossen.
Beispiel: Das Haus wurde ihm/ ihn erbaut.
2 Potsdam wird von ihnen besucht
Formt die Sätze ins Passiv um.
1. Sie besuchen Potsdam.
2. Sie besichtigen die Schlösser,
Museen und Denkmäler der Stadt.
3. Heute dreht man hier einen Film von
Sanssouci.
4. Die Fremdenführerin beschreibt den
Inhalt des Films.
5. Dann zeigt sie die verschiedenen
Zimmer des Schlosses.
6. Sie erzählt eine Geschichte über
Friedrich den Großen und Voltaire.
7. Jede volle Stunde führt man eine
Führung durch den Park durch.
8. Viele Touristen kaufen Ansichtskarten.
9. Einige Touristen fotografieren im
Park selbst.
10. Ein Vater sucht den kleinen Sohn.
11. Er fragt alle Leute, ob sie ihn gese-
hen haben.
3 Vor 300 Jahren ...
Gebt die Inhalte im Passiv wieder.
1. Könige, Herzöge, Grafen und Bischöfe
regierten die vielen deutschen Staaten.
2. Bis 1740 regierte König Friedrich
Wilhelm I. Preußen.
3. Man nannte ihn „Soldatenkönig".
4. Er baute in Potsdam ein großes ste-
hendes Heer auf.
5. Friedrich Wilhelm I. baute Potsdam
zur Garnisonstadt aus.
6. Holländische Handwerker bebauten
den Norden der Stadt.
7. Für sie baute man in Potsdam ein
besonderes Stadtviertel.
8. 1740—1786 regierte Friedrich II.
Preußen.
9. Man nannte Friedrich II. manchmal
auch den „Alten Fritz".
10. Er ließ Potsdam zu einer repräsen-
tativen Residenzstadt ausbauen.
11. Er ließ ganze Stadtteile abreißen
und mit repräsentativeren Gebäuden
aufbauen.
54 s echsundfünfzig
4 Von einer deutschen Prinzessin zur russischen Zarin
Formt die Sätze ins Passiv um.
1. Katharina kam im Jahr 1729 in Anhalt-Zerbst zur Welt.
2. Man nannte sie Sophie Friederike Auguste.
3. Ihre Mutter brachte sie mit 14 Jahren nach Russland.
4. 1745 verheiratete man sie an Peter III.
5. Man nannte sie Jekaterina.
6. 1762 krönte man sie zur Zarin.
7. Die Zarin Katharina II. beendete 1763 den Krieg mit Preußen.
8. Katharina führte viele Reformen durch.
5 Kolonie Alexandrowka
Formt die Sätze ins Passiv um.
1. 1812 brachte man viele russische Soldaten als Kriegsgefangene nach Preußen.
2. Der preußische König Friedrich Wilhelm III. wählte 62 Soldaten aus, die gut sin-
gen konnten.
3. Mit ihnen bildete er einen Chor.
4. Der Chor sang russische Lieder, die der König sehr liebte.
5. Nach dem preußisch-russischen Bündnis schenkte Zar Alexander dem preußischen
König den russischen Chor.
6. Im Jahr 1826 ließ Friedrich Wilhelm III. für die russischen Sänger die Kolonie
Alexandrowka bauen.
7. Viele Touristen besichtigen heute in Potsdam die kleinen, aber sehr schönen rus-
sischen Holzhäuser.
Alexander-Newski-Kapelle
in Alexandrowka
siebenundfünfzig 55
6 Passivformen mit Modalverben
Aktiv Passiv
In Museen darf man nicht fotografieren.
Die Sachen soll man vorne abgeben.
Karten muss man am Eingang kaufen.
Hier konnte man alles diskutieren.
In Museen darf nicht fotografiert werden.
Die Sachen sollen vorne abgegeben werden.
Karten müssen am Eingang gekauft werden.
Hier konnte alles diskutiert werden.
7 Sätze umformen!
Gebt die Inhalte erst im Aktiv, dann im Passiv wieder.
M u s t e r : Taschen am Eingang abgeben! — > - Taschen muss/soll man am Eingang
abgeben. — T a s c h e n müssen/sollen am Eingang abgegeben werden.
8 In der Zeit von ...
Ergänzt die passenden Präpositionen und beendet die Sätze.
1 I I .lahr 171? wnrrlR 6. С I Beginn des 18. Jahrhunderts ist
? I 1174П I I 17RR rpgifirtfi 7. С I dem Siebenjährigen Krieg ließ
3. I I 17.7.1945 begann ... 8. Е I heute weiß man nicht, ...
4 I I des Ersten Weltkrieges wurde ... 9. С 117 7 1 I ? Я 1P4R riauertfi
5 I I rlfir 7fiit I I 1733 I 1174? 10. С I 300 Jahren bestand ...
56 sechsundfünfzig
Anekdoten über Friedrich II.
1 Der Müller von Sanssouci der Müller — мель-
ник
Über den Preußenkönig werden im Volk viele Anekdoten erzählt,
in denen sich Wirklichkeit und Wunsch, Wahres und Unwahres
oft vermischt haben.
a) Lest folgende Anekdote.
Als Friedrich II. sein Schloss Sanssouci erbauen ließ, war eine
Mühle, die auf dem Berg stand, im Weg. Er wollte sie abreißen
lassen. Da ließ der König den Müller zu sich kommen und sagte
ihm, er wolle die Mühle kaufen. Aber der Müller wollte die
Mühle behalten. Der König bot dem Müller eine viel bessere
Mühle und sehr viel Geld an, doch auch dadurch konnte er den
Müller nicht zum Verkauf der Mühle überreden.
Da fragte Friedrich den Müller zornig, ob er denn nicht wisse,
dass er ihm die Mühle auch wegnehmen könne, ohne etwas
dafür zu bezahlen. Der Müller antwortete kurz: „Ja, Euer
Majestät, wenn nur das Kammergericht in Berlin nicht wäre."
Diese Antwort gefiel dem König, denn sie zeigte, dass der
Müller auf die Gerechtigkeit im Lande Friedrichs II. vertraute.
Und der Müller konnte seine Mühle behalten. Sie wurde nicht
abgerissen und blieb in der Nähe des Hofes stehen.
So wird es erzählt.
Wahr ist, dass sich der König mit dem Müller wegen der Mühle
stritt. Der König wollte aber die Mühle in Wirklichkeit nicht
abreißen lassen. Weil sie ihm gut gefiel und weil er meinte, dass
sie gut in seinen Park passe, sollte sie in der Nähe des Hofes
bleiben.
Der Müller hingegen wollte mit seiner Mühle an einen anderen Ort
ziehen, weil die neuen Gebäude von Sanssouci den Wind nahmen.
b) Erzählt, wie der Streit um die Mühle in Wirklichkeit gewesen
sein könnte.
c) Spielt das Streitgespräch zwischen König und Müller.
die Wirklichkeit —
действительность
wahr — истинный,
действительный
vermischen, sich —
смешиваться, пу-
таться
die Mühle — мель-
ница
behalten — остав-
лять, сохранять
anbieten — предла-
гать
Euer Majestät —
ваше величество
das Kammerge-
richt — верховный
суд
die Gerechtigkeit —
справедливость
vertrauen — дове-
рять
siebenundfünfzig 57
Anekdoten über Friedrich II.
LV
ц ^ Щ 2 Ein Gespräch mit einem Staatsminister
a) Lest die folgende Anekdote.
Jedes Jahr ein Mal mussten die Staatsminister dem König über
Stand und Probleme der Verwaltung berichten. Wieder saß man mit
dem König zusammen, als einer der Staatsminister sagte, es gäbe in
Berlin einen Mann, der unverschämte Reden über die Person des
Königs halte. Das tue er überall öffentlich. Die Sache sei schon zu
einem riesigen Skandal geworden.
„Was sagt er denn?", fragte Friedrich.
„Majestät, er sagt Frechheiten, die man nicht vor den Ohren des
Königs sagen kann."
„Ich muss es aber doch wissen, was er sagt, damit ich etwas tun
kann. Sprechen Sie also!"
„Sire, er spricht von Ihnen zum Beispiel mit Wörtern wie .Tyrann'
und ,Despot'. Er muss Sie unglaublich hassen."
„Und was ist das für ein Mann?"
„Er heißt ..."
„Ich frage Sie nicht nach seinem Namen", sagte schnell der König,
„der interessiert mich nicht; ich möchte wissen, was er ist."
„Er ist ein Berliner Bürger."
„Das interessiert mich auch nicht. Ich möchte erfahren, über
welche Mittel und Hilfen er verfügt. Kann er zweihunderttausend
Mann auf die Beine stellen?"
„O nein, Sire, es ist ein Privatmann, der von einer kleinen Rente
lebt und sonst nichts hat."
„O das gibt mir meine Ruhe wieder. Sie verstehen, wenn dieser
Mensch, der mich sicher nicht liebt, Heere gegen mich ins Feld
stellen könnte, so müsste ich natürlich etwas gegen ihn tun. Da er
ganz und gar machtlos ist, so kann ich ihn ruhig weiter schimpfen
lassen."
die Verwaltung —
управление
unverschämt —
бесстыдный, на-
die Mittel — сред-
ства (материаль-
ные)
verfügen — рас-
полагать
machtlos — бес-
сильный
b) Gebt ein kurzes Resümee.
c) Beantwortet die folgenden Fragen:
— Was erfahrt ihr aus der Anekdote über Eigenschaften
Friedrichs?
— Was erfahrt ihr über die Staatsordnung und das Leben der
Menschen in Preußen?
— Was, meint ihr, hätte der König getan, wenn der Mann, der
öffentlich über ihn schimpfte, reich und mächtig gewesen
wäre?
58 sechsundfünfzig
Lektüre
3 Aus Fontanes „Wanderungen durch die Mark
Brandenburg"
Vor mehr als hundert Jahren reiste der berühmte deutsche
Dichter Theodor Fontane (1819—1898) kreuz und quer durch
das Brandenburger Land, das auch die „Mark Brandenburg"
genannt wird. Was er dabei hörte und sah, hat er in seinem
mehrbändigen Werk „Wanderungen durch die Mark Brandenburg"
beschrieben. Auch Geschichten über den Preußenkönig kann man
darin finden.
a) Lest einen Originalauszug aus einer solchen Geschichte.
Den König interessierte sehr, wie die Bauern lebten. Nicht sel-
ten fuhr er selbst auf die Bauernhöfe. Bei einem dieser
Besuche sprach der König mit dem Oberamtmann Fromme,
einem Beamten der ländlichen Verwaltung, dem die Bauern
des betreffenden Gebietes unterstellt waren.
König:
Fromme:
König:
Fromme:
König:
Fromme:
König:
Fromme:
König:
Fromme:
König:
Fromme:
Hört mal, wie seid Ihr mit der Ernte zufrieden?
Sehr gut, Ihre Majestät!
Sehr gut? Und mir haben die Bauern gesagt: sehr
schlecht!
Ihro Majestät, das Wintergetreide ist etwas erfroren; aber
das Sommergetreide steht dafür so schön, dass es den
Schaden beim Wintergetreide reichlich ersetzt.
Eure Untertanen müssen recht gut im Stande sein?
Vor drei Jahren starb ein Bauer, der hatte elftausend
Taler in der Bank.
Wie viel?
Elftausend Taler.
So müsst Ihr die Bauern auch immer erhalten!
Ja, es ist recht gut, Ihro Majestät, dass der Untertan Geld
hat; aber er wird auch übermütig, wie die hiesigen
Untertanen, welche mich schon siebenmal bei Ihro
Majestät verklagt haben, um vom Hofdienst frei zu sein.
Sie werden auch wohl Ursachen dazu haben.
Sie werden gnädigst verzeihen; es ist eine Untersuchung
gewesen, und die hat befunden, dass ich die Untertanen
nicht gedrückt, sondern dass ich immer Recht gehabt,
und sie nur zu ihrer Schuldigkeit angehalten habe!
Dennoch bleibt die Sache, wie sie ist: Die Bauern werden
nicht bestraft; Ihro Majestät geben den Untertanen immer
Recht, und der arme Beamte muss Unrecht haben.
kreuz und quer —
вдоль и поперек
das Werk — произ-
ведение
der Oberamtmann —
окружной голова
der Beamte — слу-
жащий
das Gebiet — об-
ласть
das Wintergetreide —
озимые
erfroren — подморо-
женный
der Schaden — убы-
ток
der Untertan — под-
данный
der Taler — талер
(старинная монета)
übermütig — занос-
чивый
verklagen — пода-
вать жалобу
der Hofdienst —
служба при дворе
verzeihen — прощать
drücken — угнетать
die Schuldigkeit —
обязанность
anhalten — побуж-
дать, приучать
bestrafen — наказы-
b) Was erfahrt ihr aus dem Gespräch über den Preußenkönig?
c) Charakterisiert den Oberamtmann Fromme.
neunundzwanzig 59
Von Spitzweg bis Liebermann
Caspar David Friedrich
Frau am Fenster (1822)
Carl Spitzweg
Der Angler (1808)
Karl Schmidt-Rottluff
Schwertlilien (1925)
Fritz von Uhde
Heidenprinzesschen (1889)
Caspar David Friedrich
Das Eismeer (1823/24)
60 sechzig
1 Lisa und Daniel im Folkwang-Museum
Lest und beantwortet die Fragen unten.
Lisa: Sieh mal, Daniel, wie gefällt dir dieses
Bild?
Daniel: Welches?
Lisa: Das mit dem Baum von Caspar David
Friedrich.
Daniel: Na ja, ich weiß nicht.
Lisa: Ich finde die Bilder von Caspar David
Friedrich toll! Nicht nur dieses, sondern
alle Landschaftsbilder von ihm. Sieh mal,
wie genau der Baum gemalt ist! Es
scheint, als ob der Maler genau jedes Blatt
aus der Wirklichkeit aufs Papier gebracht
hätte. Die Natur sieht aus, als ob sie
fotografiert wäre.
Daniel: Ja genau, heute fotografiert man so etwas
besser.
Lisa: Und das Wasser glänzt, als ob es Silber
wäre!
Daniel: Ist es aber nicht.
Lisa: Und die Berge ...
Daniel: Finde ich kitschig! Als ob es blaue Berge gäbe!
Lisa: Du bist ja blöd! Du tust so, als ob du was von Kunst verstehen würdest!
Daniel: Nein, ich finde solche Gemälde nur total langweilig. Bilder, auf denen
Menschen dargestellt sind, gefallen mir viel besser. Man erfährt, wie die
Menschen gelebt haben. Und überhaupt finde ich die moderne Malerei viel
interessanter.
Lisa: Du redest so, als ob es in der modernen Malerei keine Landschaftsbilder
gäbe. Aber wir können ja jetzt zu den Werken der Modernen gehen.
2 Fragen
1. Was wisst ihr über das Folkwang-Museum?
2. Worüber diskutieren Lisa und Daniel?
3. Welche Beziehung haben beide zur Malerei?
Wie steht ihr zur klassischen/modernen Malerei?
4. Was ist auf den Bildern von Spitzweg, Uhde, Friedrich und Schmidt-Rottluff
dargestellt? Beschreibt die Bilder.
5. Habt ihr einen Lieblingsmaler oder ein Lieblingsbild? Erzählt darüber.
Europas größtes Kunsthaus
Folkwang-Museum
Essen
die mit 600 Werken von Spitzweg
bis Liebermann
bedeutendste Kunstsammlung des
19. Jahrhunderts -
darüber hinaus
die mit Tausenden von Werken
größte Ausstellung
der besten Künstler
unseres Jahrhunderts
von klassisch bis modern
dreiundsechzig 61
Wassily Kandinsky
Improvisation — Sintflut
Gabriele Münter
Dorfstraße im Winter
Franz Marc
Blaues Pferd
Mit Formen und Farben
August Macke
Promenade
- J
„Der Blaue Reiter"
Macht euch mit den folgenden Malern bekannt.
Wassily Kandinsky (1866—1944), russischer
Maler, der 1866 in Moskau geboren
wurde, aber 1896—1914 in München
gelebt hat. Er ist einer der bedeutendsten
europäischen Künstler der ersten Hälfte
des 20. Jahrhunderts. Er begründete die
abstrakte Malerei, eine Richtung, die die
Nähe zur Wirklichkeit ablehnt und vor
allem mit Farben und Formen arbeitet.
Zusammen mit Franz Marc gründete er
1911 in München die Künstlergruppe „Der
Blaue Reiter", die ihren Namen nach
einem Bild von Kandinsky erhielt. Zu ihr
gehörten auch Gabriele Münter, August
Macke und Paul Klee.
Franz Marc ( 1 8 8 0 - 1 9 1 6 ) ;
Vertreter der abstrakten
Malerei, der die Ähnlichkeit
mit Formen und Farben
der Wirklichkeit ablehnte
und zusammen mit
Kandinsky „ D e n Blauen
Reiter" gründete. Er fiel im
1. Weltkrieg.
Gabriele Münter (1877—
1962); Schülerin
Kandinskys, die vor
allem Landschaften und
Stillleben malte.
August Macke (1887—
1914); gehört zu „ D e m
Blauen Reiter", dessen
Vertretern die Formen
und Farben wichtig, die
Wirklichkeit aber
unwichtig waren. Er fiel
im 1. Weltkrieg.
62 sechsundsechzig
2 Über die Vertreter einer Kunstrichtung
Beantwortet die folgenden Fragen.
1. Wieso ist der Name des russischen
Malers W. Kandinsky eng mit der
deutschen Malerei verbunden?
2. Was versteht ihr unter abstrakter
Malerei?
3. Was ist typisch für den Malstil
von Wassily Kandinsky, Gabriele
Münter, Franz Marc und August
Macke?
4. Welche Bilder gefallen euch, welche
nicht?
5. Welche anderen Vertreter oder
Kunstwerke der abstrakten Malerei
kennt ihr darüber hinaus?
6. Was wisst ihr über „Den Blauen
Reiter"?
7. Gab es ähnliche Künstlergruppen in
Russland?
Wortfamilien und Wortnester
a) Findet möglichst viele Wörter zu den Wortfamilien.
MALEREI
DARSTELLEN
_ . /  L / _MAL KUNST STELL
r /Л  / IKUNSTLER
b) Findet die entsprechenden Substantive und bildet Sätze mit ihnen.
M u s t e r : wirklich — Wirklichkeit — Er stellte es so dar, wie es in Wirklichkeit war.
wirklich — nah — ähnlich — glücklich — bedeutend — kulturell — kräftig — aktiv —
ruhig — literarisch — modisch — musikalisch — philosophisch — natürlich —
typisch — langweilig
c) Findet die entsprechenden Verben und bildet Sätze mit ihnen.
Anfang — Rede — Erinnerung — Erzählung — Erholung — Führung — Meinung —
Training — Sammlung — Wanderung — Wunsch — Antwort — Frage — Freude —
Besuch — Besichtigung
d) Ergänzt alles, was dazu gehört, und verwendet die Wörter in Sätzen.
dreiundsechzig 63
6.3 r ,Eine Popkarriere
4 „3 T"
Die Neffen von Michael Jackson stürmen mit „Anything" jetzt die Charts. Doch schon
als Kinder waren die drei sehr musikalisch.
In der Wohnung der Familie Jackson am 8. August 1981: Taryll Jackson, der an
diesem Tag seinen sechsten Geburtstag feiert, sitzt bei seiner Birthday-Party am
Klavier und spielt sein Lieblingslied „I'll be there" von den „Jackson 5". Mit dieser
Supergroup der 70er Jahre wurde nicht nur sein Vater Tito berühmt, sondern auch
dessen fünf Jahre jüngerer Bruder, sein Onkel Michael Jackson. Tarylls älterer Bruder
Tay, der vier Tage zuvor acht Jahre geworden war, bewegt sich im Takt mit, und der
Kleinste, TJ (geboren am 16. Juli 1978), singt fröhlich ins Mini-Mikro. Die Eltern Tito
und Dolores und die Partygäste sind begeistert — sie wurden Zeugen des ersten
„3 T"-Auftritts! Diese Szene in ihrem Elternhaus in Encino zeigt, dass die drei Ts
Showtalent haben.
„Wir haben es direkt in die Wiege bekommen", lacht TJ, der heute der
Mädchenschwarm von „3 T" ist. „Es war aber nicht unser Vater, der uns dazu
bewegte", erzählt Tay, „sondern unsere Mutter Dolores. Sie meinte damals schon,
dass wir mal sehr berühmt würden."
Leider konnte Dolores Jackson den Erfolg ihrer Söhne nicht erleben. Am 27. August
1994 ertrank sie in ihrem Swimmingpool. Nach ihrem Tod wurde Vater Tito der
Manager von Tay, Taryll und TJ. Er hatte seinen Kids bereits mit fünf, sechs Jahren
die ersten Instrumente geschenkt.
„Dad zeigte uns, wie man Songs komponiert", erzählt Taryll. „Mit 12, 13 komponierten
wir dann selbst unsere ersten Songs."
Die Musik war neben Baseball immer ihr größtes Hobby. „Uns war klar, dass wir eines
Tages eine Popkarriere starten würden", sagt Tay, „unserer Mum zum Gedenken nann-
ten wir uns ,3 T', denn so hatte sie uns immer genannt." Dass sie seit 1995 von
ihrem Onkel Michael, den sie „Doo Doo" nennen, beraten würden, hätten sie sich,
die drei Shooting-Stars, deren zweite Single gerade erschienen ist, niemals träumen
lassen.
„Schade nur", sagt TJ traurig, „dass unsere liebe Mutter diesen Erfolg nicht erleben
kann. Sie wäre sicher sehr, sehr stolz auf uns ..."
1. Erzählt über die Familie der Jacksons.
2. Wie begann die Karriere von „3 T"?
3. Wie gefallen euch die Songs von „3 T"?
4. Erzählt über die Karriere einer Popgruppe oder eines Popstars.
5. Ersetzt die englischen Wörter, wo das möglich ist, durch deutsche Wörter.
64 s echsundsechzig
5 Uber eure Lieblingsmusik
Erzählt anhand der Stichpunkte über die Musik, die ihr gern hört.
1.Zu welcher Musikrichtung gehört die Musik, z.B. zur Rock-Musik, Volksmusik, klassi-
schen Musik, Techno-Musik, zur Oper/Operette/zum Musical oder zur Country-Musik?
2. Welche Stars sind damit verbunden?
3. Wo, wann und wie oft hört ihr Musik?
4. Was gibt euch die Musik?
6 Wörter - Wörter - Wörter!
a) Sagt, welches Wort nicht in die Reihe gehört. Begründet eure Aussage.
1. Schloss — Museum — Karriere — Gedenkstätte — Kunsthaus — Parkanlage —
Denkmal
2. Shooting-Star — Charts — Supergroup — Showtalent — Swimmingpool — Mini-
Mikro — Song
3. Farben — Formen — Linien — Mädchenschwarm — Symbole — Zeichenblock —
Malstil — Stillleben
4. Gemälde — Vertreter — Plakate — Möbel — Münzen — Briefmarken —
Instrumente — Bieretiketten
b) Findet zu den folgenden Wörtern ein Gegenteil und verwendet es im Satz.
1. Erwachsener — Single — Tochter — Leben — Tag — Ferne — Erholung —
Chaos — Hobby
2. anfangen — bekommen — bringen — bleiben — lieben — suchen — reiten —
nehmen — fragen
3. älter — blöd — gesund — unbedeutend — schwarzweiß — hell — untypisch —
kitschig — reich
4. alle — viel — damals — verschieden — links — immer — vorne — gemeinsam —
am Rand — minus
c) Bildet neue Wörter und verwendet sie in Sätzen.
dreiundsechzig 65
Er tat, als ob er viel davon verstände
1 Relativsätze und Relativpronomen
der Maler das Bild die Malerin die Werke
Nominativ der das die die
Genitiv dessen dessen deren deren
Dativ dem dem der denen
Akkusativ den das die die
Beispiele: Der Maler/Die Malerin, in Moskau geboren wurde, ...
Der Maler/Die Malerin/Die Künstler, Werke gezeigt wurden, ...
Lisa/Daniel/Die Geschwister, die Ausstellung gefallen hat, ...
Der Maler/Die Malerin/Die Künstler, wir noch nicht kannten, ...
2 Über Künstler, denen die Nähe zur Wirklichkeit unwichtig ist
Bildet Relativsätze nach folgendem Muster:
Kandinsky, der „Den Blauen Reiter" gründete, lebte seit 1896 in München.
1. Kandinsky ist einer der bedeutendsten europäischen Künstler der ersten Hälfte des
20. Jahrhunderts. • Kandinsky begründete die abstrakte Malerei.
2. Die abstrakte Malerei lehnt die Nähe zur Wirklichkeit ab. • Die abstrakte Malerei
arbeitet vor allem mit Formen und Farben.
3. Gabriele Münter gehörte auch zur Künstlergruppe „Des Blauen Reiters". •
Gabriele Münter war eine Schülerin Kandinskys.
4. August Macke und Franz Marc fielen im 1. Weltkrieg. • August Macke und Franz
Marc waren Vertreter der abstrakten Malerei.
3 Die Messe „art antique"
Setzt die richtigen Relativpronomen ein.
„Art antique" in Düsseldorf
Die Messe „art antique", auf ... Gemälde, Ikonen und antike Möbel gezeigt werden, öffnet
am 7. Februar ihre Türen. Hier zeigen mehr als hundert Künstler, ... unter anderem aus
Österreich, Belgien, Holland, Luxemburg und den USA nach Düsseldorf kommen, antike
Kunstwerke, Musikinstrumente und Bücher. Das teuerste Kunstwerk, ... auf der Messe
verkauft werden soll, ist das Gemälde „Venus von Cupido" von Francois Boucher, für ...
man 500 000 DM bezahlen soll.
4 Was ist das?
Erklärt die Bedeutung der folgenden Begriffe.
B e i s p i e l : „3 T" ist eine Popgruppe, die ...
„3 T" — Charts — Mini-Mikro — Mädchenschwarm — Swimmingpool — Song —
Shooting-Star — Single
66 sechsundsechzig
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  • 1. УДК 373.167.1:811.112.2 ББК 81.2Нем-922 Г17 Серия «Итак, немецкий!» основана в 2001 году. рНё>]| LV аудиозапись Запомни правило! работа в парах Гальскова Н. Д. Г17 Немецкий язык. 9—10 классы : учеб. для общеобразоват. организа- ций / Н. Д. Гальскова, Л. Н. Яковлева. — 6-е изд. — М, : Просвещение. 2014. — 158 с. : ил. — (Итак, немецкий!). — ISBN 978-5-09-031969-0. Учебник является неотъемлемым компонентом УМК «Немецкий язык. 9—10 классы» авторов Н. Д. Гальсковой и др. серии «Итак, немецкий!» и предназначен для учащихся 9—10 классов общеобразовательных организаций. Учебник чётко структурирован, разделён на главы, каждая из которых состоит из блоков, представляющие собой отдельные структурные единицы, нацеленные на реализацию доминирующих видов учебной и речевой деятельности. В учебнике представлены задания по активизации навыков письменной и устной речи, аудиро- вания, чтения. Учебник также содержит немецко-русский словарь и грамматический справочник. УДК 3 7 3 . 1 6 7 . 1 : 8 1 1 . 1 1 2 . 2 ББК 81.2Нем-922 ISBN 978-5-09-031969-0 ©Издательство «Просвещение», 2008, 2011 © Художественное оформление. Издательство «Просвещение», 1999 Все права защищены
  • 2. Früher haben wir ganz anders gelebt С Freizeit der Kinder fünf 5
  • 3. Früher haben wir ganz anders gelebt Besuch aus Potsdam Heute sind bei der Familie Krause Oma und Opa aus Potsdam zu Besuch. Sie sind mit dem Zug gekommen. Die Kinder haben sich sehr über die Großeltern gefreut. Oma Else und Opa Christoph haben natürlich kleine Geschenke und Taschengeld für Lisa und Daniel mitgebracht. Von der Reise sind die Großeltern müde, und zuerst gibt es Kaffee und Kuchen. Lisa: Oma, was möchtest du, Obsttorte oder Schokoladenkuchen? Oma: Ich nehme ein Stück Obsttorte. Hast du die Torte selbst gebacken? Lisa: Ja, ich habe sie nach einem Rezept aus der Zeitschrift „Lisa" gebacken. Opa: Die Torte schmeckt sehr gut. Früher haben wir nur selten Kuchen gegessen. Zu Ostern, zu Weihnachten und an Geburtstagen ... Daniel: Warum denn so selten? Opa: Was denkst du! Das war viel zu teuer für unsere Familie. Wir waren sechs Kinder. Vater arbeitete in einer Textilfabrik, und unsere Mutter war zu Hause. Frauen arbeiteten damals noch nicht so oft. Lisa: Wieso? Opa: Ich meine, in einem Beruf. Lisa: Sind denn Frauen immer zu Hause geblieben? Opa: Nein, nicht immer. Aber verheiratete Frauen mussten doch die Familie versorgen. Meine Mutter stand jeden Morgen um 5.30 Uhr auf. Sie deckte den Tisch für den Vater: ein Ei, zwei-drei Scheiben Brot mit Margarine. Danach kamen wir Kinder zum Frühstück. Wir Älteren gingen zur Schule, die Kleinen blieben zu Hause. Meine Mutter kaufte ein, kochte das Mittagessen, wusch die Wäsche, brachte die Wohnung in Ordnung. Sie hatte immer viel zu tun und musste schwer arbeiten. Nicht so wie heute: alles mit der Maschi- ne — Spülmaschine, Waschmaschine, Küchenmaschine, Brotmaschine, Staubsauger ... Und der Kühlschrank voll mit Fertiggerichten ... Früher, da ... Vati Krause: Ach Vater, hör doch auf! Erzähl lieber, was es in Potsdam Neues gibt! Mutti Krause: Daniel, gib doch Oma bitte noch ein Stück Kuchen! Oma: Ja, danke, mein Junge. Übrigens: Unsere Nachbarin, Frau Meier, hat sich ein neues Auto gekauft, einen sehr schönen kleinen „Golf Automatik". Opa: Ja, heute kaufen die Menschen zu viel! Alle sagen, uns geht's schlecht. Zu wenig Geld! Früher, da hat man von einem Auto nicht mal geträumt! Vati Krause: Nein, Vater! Bitte, nicht jetzt und nicht hier! sechs
  • 4. 2 Stimmt das oder stimmt das nicht? Beantwortet die Fragen zum Text! Beginnt eure Antworten mit den gegebenen Worten. 1. Sind die Großeltern aus Berlin gekommen? 2. Haben sich Lisa und Daniel über die Großeltern gefreut? 3. Haben Oma und Opa Krause einen Hund mitgebracht? 4. Hat Lisa die Obsttorte nach einem Rezept aus der Zeitschrift „Bravo" selbst gebacken? 5. Möchte Lisas und Daniels Vati, dass Opa von „früher" erzählt? 6. War Opa der Kleinste in der Familie? 7. Ging Opas Mutter zur Arbeit in eine Textilfabrik? 8. Sind Frauen früher immer zu Hause geblieben? 9. War die Hausarbeit früher leichter als heute? 10. Essen die Menschen heute weniger Kuchen und mehr Fertiggerichte als früher? 11. Hat sich Krauses Nachbarin ein neues Auto gekauft? 12. Denkt Opa, dass es den Menschen heute schlecht geht? Aber ja, ... Ja, natürlich ... Ja, das stimmt, ... Ja, ... Ja, aber ... Nein, aber ... Nein, ... Nein, das stimmt nicht, ... Nein, natürlich nicht, Aber nein, ... 3 Daniel und Lisa überlegen Ergänzt. Uropa Kr 4 Damals Schreibt Aussagen. 1. Früher aßen die Menschen 2. Damals blieben die Frauen 3. Die Frauen mussten ... . 4. Die kleinen Kinder ... . 5. Es gab damals noch ... . 6. Für die Hausarbeit hatte man ... . 7. Früher ging es den Leuten ... . 8. Nur sehr selten hatten die Familien sieben - Uroma ist die Mutter von Opa und die Großmutter von Vati. • Uropa ist der Vater von Opa und der Opa ist ein ...von Uroma und Uropa und der... Oma ist die ...von Vati und die... Vati ist ein ...von Uroma und Uropa, ein... von Oma und Opa.
  • 5. Opa Krause hat erzählt, 1 Spaziergang im Grugapark Am Wochenende gehen Lisa und Daniel mit Oma und Opa im Grugapark spazieren. Lisa: Opa, erzähl doch noch mehr von „früher". Opa: Ja, wo soll man da anfangen? Daniel: Na, erzähl einfach alles. Von deiner Kindheit, wie man gespielt hat, oder was man so in der Freizeit gemacht hat. Opa: Als Kind? Hör mal, Junge, jetzt bin ich 76 Jahre alt. Meine Kindheit war natürlich nicht so wie eure. Man stand etwa um 6 Uhr auf, die Schule fing um 8 Uhr an. Zur Schule ging man zu Fuß, die Straßenbahnfahrkarten waren teuer, und ein Auto hatten wir nicht. Lisa: Na ja, heute geht man auch zu Fuß in die Schule. Das ist doch kein Problem! Oma: Stimmt. Aber eure Schule ist auch nicht so weit von zu Hause. Opa: Und für die Straßenbahn gibt es Schülerkarten. Die sind nicht so teuer. Daniel: Och, ich habe Durst. Dort gibt es Eis und Cola. Lisa: Ja, kommt, wir kaufen dort was. Ich habe auch Durst. Übrigens, was hat man denn damals so gegessen und getrunken? Pommes und Cola, das gab's doch nicht, oder? Opa: Ach was, Pommes! Man hat viel Gemüse gegessen. Manchmal Bratkar- toffeln mit Speck ... Daniel: Und was habt ihr so auf der Straße gekauft, ich meine vom Taschengeld? Opa: Ja, Junge, mit Taschengeld war da nicht viel los. Man bekam 10 Pfennig die Woche. Und davon sparte man noch. Lisa: 10 Pfennig? Und wofür sparte man? Opa: Mal für eine Kinokarte, mal für ein Eis, oder für den Sommerurlaub. Man reiste nicht so viel wie heute. Die Familien wanderten viel mehr als heute, manchmal machte man einen Ausflug mit dem Fahrrad. Reisen mit dem Flugzeug gab es überhaupt nur für ganz reiche Leute, und ein Auto hatten, wie schon gesagt, die wenigsten. Man fuhr meistens mit dem Zug und kaum ins Ausland. Man reiste in Deutschland, besuchte seine Verwandten. Und das nur einmal im Jahr! Dafür sparte man das ganze Jahr. 8 acht
  • 6. Was ist das? Erklärt. B e i s p i e l : die Kindheit = die Zeit, in der man ein Kind ist 1. die Freizeit = 4. eine Fahrkarte = 7. ein Fertiggericht = 2. das Wochenende = 5. eine Schülerkarte = 8. eine Küchenmaschine = 3. der Sommerurlaub = 6. eine Kinokarte = 9. das Taschengeld = Wörter — Wörter — Wörter! Bildet aus den gegebenen Wörtern neue Wörter und erklärt sie. M u s t e r : Eine Flugreise ist eine Reise mit dem Flugzeug. Was erzählt Opa aus seiner Kindheit? Beantwortet die Fragen. 1. In welcher Zeit lag Opas Kindheit? 4. Was aß man in Opas Familie? 2. Was erzählt Opa über seinen Schulweg? 5. Wofür sparten die Kinder? 3. Wie war das mit dem Taschengeld? 6. Wie war das mit den Reisen? Damals und heute Sammelt Informationen aus den Texten und vergleicht. Wie man lebte, als Opa noch ein Kind war Wie wir heute leben neun 9
  • 7. с Damals ist es anders gewesen 1 Perfektformen 1. Die Großeltern 2. Die Kinder 3. Oma und Opa 4. Sie 5. Lisa 6. Opa / hat 7. Die Kinder [ sind zu Besuch lgekommeri> sich sehr gefreut, mit dem Zug gefahren, kleine Geschenke mitgebracht. Obsttorte und Schokoladenkuchen gebacken. von „früher" erzählt, am Wochenende mit den Großeltern spazieren ^gegangen. Sein, bleiben, kommen sowie die Verben der Fortbewegung (fahren, gehen, fliegen usw.) Die meisten anderen Verben bilden das Perfekt mit sein bilden das Perfekt mit haben gekomm gefahr geback en en en en unregelmäßige Verben Partizip II gefreu mitgebrach erzähl regelmäßige Verben 2 Haben oder sein? Ergänzt die richtigen Formen im Perfekt und teilt die Sätze in zwei Gruppen ein. Sein + Partizip II Haben + Partizip II Afmder Aahe/t Zange gewartet. £)ie (jmPelfer/i sind /Horbens abgefa/ire/t. 1. Die Kinder ... lange ... (warten). 2. Sie ... Kuchen ... (backen). 3. Die Großeltern ... morgens aus Potsdam ... (abfahren). 4. Sie ... am Nachmittag in Essen ... (ankom- men). 5. Die Kinder ... sie vom Zug ... (abholen). 6. Die Eltern ... zu Hause ... (bleiben). 7. Die Großeltern und die Kinder ... mit dem Taxi ... (fahren). 8. Dann ... sie alle Kaffee ... (trinken). 9. Lisa ... heute nicht zum Tanzen ... (gehen). 10. Die Torte ... sehr gut ... (schmecken). 11. Opa ... von „früher" ... (erzählen). 12. Damals ... man nicht so oft Kuchen ... (essen). 13. Für viele Familien ... Kuchen zu teuer ... (sein). 14. Man ... kein Geld dafür ... (haben). 15. Die Menschen ... nicht .... (sagen), dass es ihnen schlecht geht. 10 zehn
  • 8. 3 Vom Imperfekt zum Perfekt Formuliert die Sätze ins Perfekt um. 1. Früher aß man in den Familien mehr Gemüse. Es gab fast keine Fertiggerichte. Die Hausfrauen kochten fast immer alles selbst. Nicht selten hatten die Familien das Gemüse selbst im Garten. Alles machte viel Arbeit, war aber auch gesünder. 2. Damals ging man auch viel mehr zu Fuß. Die Leute fuhren nur selten mit dem Auto. Nur sehr wenige Familien hatten ein Auto. Außerdem arbeiteten die Menschen schwerer. Sie hatten weniger Maschinen. Sie saßen weniger, dafür liefen sie mehr. 3. Man reiste auch viel seltener. Im Urlaub wanderten die Familien oft. Eine Urlaubsreise machten die Leute mit dem Zug. Sie fuhren kaum ins Ausland. Das war für die meisten viel zu teuer. Man besuchte seine Verwandten oder bekam selbst Besuch. 4 Opa über seine Kindheit Setzt die passenden Verben im Perfekt ein. 1.Wir ... zu Hause sechs Kinder ... 2. In der Woche ... wir Kinder etwas um sieben ... 3. Unser Vater ... in einer Textilfabrik ... 4. Mutter ... nicht zur Arbeit ..., sie ... wie fast alle verheirateten Frauen zu Hause ... 5. Sie ... die ganze Hausarbeit für die große Familie ... 6. Sie ... zu Hause die Kinder ... und die Tiere ... 7. Die Arbeit zu Hause ... sehr schwer ... 8. Wir ... keine Waschmaschine, keine Geschirrspülmaschine und keinen Staubsauger ... 9. Taschengeld ... ich nur sehr wenig ... 10. Manchmal ... ich sogar noch etwas vom Taschengeld ... 11. Den weiten Weg zur Schule ... wir immer zu Fuß ... 12. Auf die Ferien ... ich mich natürlich genauso ... wie die Schüler heute. 5 Wie man lebt Formt die Sätze in man-Sätze um. Opa: Ja, Kinder, die Menschen merken kaum, wie schnell die Zeit rennt. Wir machten früher keine großen Reisen und hatten wenig Geld, aber wir hatten auch viel Freude. Wir spielten sehr oft draußen, Fernsehen und Computer gab es ja noch nicht. Wir wanderten und sangen mehr als die Kinder heute. Oma: Und wir freuten uns viel mehr über ein neues Kleid oder neue Schuhe. Lisa: Opa, willst du sagen, dass die Menschen damals besser lebten? Opa: Nein, wieso? Jeder lebt nur einmal. Jede Zeit ist schön. Es ist nicht wichtig, wann einer lebt, sondern wie er lebt. elf 11
  • 9. 1 Ein Zeitdokument Die Autorin dieses Buches, Anna Wimschneider (1919- 1993) hat ihre Kindheit und Jugend zwischen dem 1. und 2. Weltkrieg in einem kleinen Dorf in Niederbayern verbracht. Anna wuchs in einer armen, kinderreichen Familie auf. Sie war erst 8 Jahre alt, als ihre Mutter bei der Geburt des 9. Kindes starb. Als ältestes Mädchen musste sie allein die ganze Arbeit im Haus und auf dem Hof machen, ihre 8 Geschwister, eine Schwester und sieben Brüder, versorgen: heizen, melken, kochen, waschen, flicken, nähen ... Alles neben der Schule! Als Achtzehnjährige lernte sie Albert kennen und lieben. Aber ihr Glück war nur kurz: Der Krieg begann, und Albert wurde wenige Tage nach der Hochzeit Soldat ... In ihrem Buch „Herbstmilch", das 1984 erschien und 1988 verfilmt wurde, erinnert sich die Autorin besonders gut an ihre Kindheit ... Lebenserinnerungen zwölf
  • 10. Lektüre 2 Auszüge aus dem Buch „Herbstmilch" Lest den folgenden Text, gliedert ihn in Sinnabschnitte und Inhalt jedes Abschnittes in Form einer Aussage wieder. Es kam die Ernte ... Zum Einbringen des Futters fürs Vieh mussten wir vier größeren Kinder alle hinaus. Um fünf Uhr war Aufstehen. In einer Stunde war das Futter eingebracht, die Kleinsten haben noch geschlafen. Franz hat die beiden Kühe gemolken, die leicht zu melken waren. Ich habe Feuer gemacht und die Milch gekocht, in die Schüssel gegeben, ein wenig Salz dazu und Brot. Dann standen wir alle um den Tisch herum und beteten das Morgengebet. Manchmal war auch eins von den Kleinen schon aufgestanden, das musste ich versorgen, so dass ich kaum Zeit zum Essen hatte. Die drei Brüder hatten sich schon gewaschen und gekämmt, so konnten sie noch den Unterricht vor Schulbeginn erreichen. Ich musste erst die Kleinsten aus dem Bett holen, sie anziehen und füttern. Nun lief ich so schnell ich konnte die vier Kilometer zur Schule. Oft kam ich erst an, wenn die erste Pause war. Da lachten mich die anderen Kinder aus ... Milch und Kartoffeln und Brot gehörten zu unserer Hauptnahrung. Abends, wenn ich nicht mehr richtig kochen konnte, weil wir oft von früh bis vier Uhr nachmittags Schule hatten, da haben wir für die Schweine einen großen Topf Kartoffeln gekocht. Die kleinen Kinder konnten kaum erwarten, bis es fertig war, schliefen dann aber doch auf dem Sofa ein. Wir mussten sie zum Essen wecken. Weil wir so viel Hunger hatten, haben wir so viele Kartoffeln gegessen, dass für die Schweine nur wenig blieb. Der Hans hat einmal dreizehn Kartoffeln gegessen, da hat der Vater geschimpft. Anfang des vierten Schuljahres musste ich zur Nachbarin gehen, um Wäschewaschen und Brotbacken zu lernen. Wir haben es dann zu Hause auch so gemacht, der Vater und ich. Zuerst haben wir die Wäsche über Nacht eingeweicht, dann haben wir sie ausgewrungen. Nun haben wir kochendes Wasser darauf geschüttet. Waschpulver hatten wir nicht. Nach einigen Stunden habe ich die Wäsche auf der Waschbank mit Kernseife gebürstet. Ich stand auf einem Stühlchen, denn ich war zu klein für die Waschbank. die Ernte — уборка урожая Vieh — скот Feuer machen — разжигать огонь beten — молиться erreichen — дости- гать, успевать holen — приносить auslachen — высмеи- вать die Nahrung — пита- ние, еда wecken — будить schimpfen — ругаться die Nachbarin — со- седка einweichen — зама- чивать (белье) auswringen — выкру- чивать schütten — наливать Waschpulver — сти- ральный порошок die Waschbank — скамейка для стирки die Kernseife — ядро- вое мыло bürsten — чистить dreizehn 13
  • 11. Lebenserinnerungen Da wir neun Personen waren, gab es viel Wäsche. Meine Hände waren ganz rot und blaugefroren. Und viel habe ich geweint. Beim Brotbacken mussten wir die Schüssel auf den Boden stellen, weil ich da zum Kneten des Teiges mehr Kraft hatte. Wir haben immer auf einmal sechzehn Brote gebacken. An jeden Tag aßen wir drei Brote, eins zur Morgensuppe, eins in der Schule als Pausenbrot, und eins aßen wir am Abend. Vater sagte immer, drei Brote müssen für einen Tag reichen. Aber es reichte nicht immer, wir aßen dann wieder die Schweinekartoffeln, und der Vater sagte, ihr Kinder esst mich noch arm ... Oft mussten wir mit dem Vater in den Wald gehen, um die vom Schnee und Sturm abgebrochenen Äste zu sammeln. Der Vater versprach den Fleißigen zwei Pfennige, den andern nur einen Pfennig. Wenn wir das Geld wirklich bekamen, was nicht immer so war, mussten wir uns Bleistifte kaufen ... An den Winterabenden heizten wir den Ofen fest ein. Es war warm. Über dem Tisch hing eine Petroleumlampe. Der Vater musste Geistergeschichten erzählen, vom Krieg, den er mit- gemacht hatte ... Während meine Geschwister dem Vater zuhörten, hatte ich auf dem Tisch eine Handnähmaschine stehen, ich musste fleißig flicken. Wenn der Vater mit den Geschwistern zu Bett ging, durfte ich noch lange nicht mit dem Nähen aufhören, erst um zehn Uhr abends. Oft schlief ich vor Müdigkeit ein, da klopfte der Vater oben auf den Boden und rief, was ist mit dir, ich höre die Nähmaschine nicht mehr. Da nähte ich weiter... Hosen haben die Geschwister jeden Tag zerrissen. Da musste ich bis um zehn Uhr abends nähen und flicken. Wenn es mir aber zu viel wurde, ging ich in die Speisekammer, machte die Tür ganz auf und stellte mich hinter die Tür. Da konnte ich mich verstecken und weinen. Ich weinte so sehr, dass meine Schürze ganz nass wurde. Ich dachte dann immer daran, dass wir keine Mutter mehr haben. Warum ist gerade unsere Mutter gestorben, wo wir doch so viele Kinder sind? gefroren sein — за- мерзнуть der Boden — пол kneten — вымеши- вать der Teig — тесто abgebrochene Äste — сломанные ветки der Ofen — печь die Petroleumlam- pe — керосиновая лампа die Geisterge- schichte — история о привидениях flicken — строчить (на швейной маши- не) klopfen — стучать zerreißen — разо- рвать sich verstecken — прятаться die Schürze — фар- тук 14 vierzehn
  • 12. Lektüre 3 Die Kindheit der Anna Wimschneider Tragt aus den Texten in 1 und 2 Fakten zu folgenden Punkten aus dem Leben der Autorin zusammen und erzählt darüber. Lebenszeit; Zeit der Kindheit Geburts- und Wohnort Familie Lebensbedingungen Tage in der Erntezeit Winterabende Schule und Freizeit Anna und ihre Geschwister Annas Vater Essen Hausarbeit Taschengeld Annas Bruder erinnert sich Stellt euch vor, ihr trefft Hans, den ältesten Bruder der Autorin. a) Welche Fragen stellt ihr? b) Hans erzählt über seine Schwester: Beginnt so: „Wir haben Auszüge aus „Unsere Schwester Anna haben wir alle dem Buch Ihrer Schwester gelesen und geliebt. In der Kindheit ist sie für uns möchten gerne wissen, ..." die Mutter gewesen. Sie ..." Setzt fort. Warum? Anna Wimschneider beendet ihr Buch mit folgenden Worten: Wenn ich noch einmal zur Welt käme, eine Bäuerin würde ich nicht mehr werden. (Если бы я еще раз родилась на свет, я больше не стала бы крестьянкой.) Versucht zu erklären, warum die Autorin das so geschrieben hat. 6 Interview Befragt Menschen, die etwa zur gleichen Zeit wie Anna Wimschneider auf dem Dorf oder in der Stadt gelebt haben. Stellt die Ergebnisse in der Klasse dar. Wann hat die Person gelebt? Wo hat sie ihre Kindheit und Jugend verbracht? Wer gehörte zur Familie? Wie waren die Lebensbedingungen: Wie wohnte man? Was und wie aß man? Wie verliefen die Tage? Wie und was lernte man in der Schule? Wie verbrachte man seine Freizeit: Was und wie spielte man? Wo und wie verbrachte man den Urlaub? Wie war das mit dem Taschengeld? Wie war die Hausarbeit und wer hat sie gemacht? Welche Meinung hat die Person zum Leben damals und heute? Wie denkst du selbst darüber? fünfzehn 15
  • 13. Fit sein und fit bleiben 1 Was tut man hier für seine Fitness? Was ist gut, was nicht? 16 sechzehn
  • 14. 2 Lest die Tipps und sagt, was für euch am wichtigsten ist. Die wichtigsten Fitnesstipps für jeden Typ Typ Training Ernährung Erholung Du bist zu dick; du willst dünner werden Besser längere Übungen mit geringerer Anstrengung als kurze Übungen mit höchster Anstrengung; mehr Ausdauertraining; weniger gut sind Sportspiele. Weniger Fettes und Süßes, mehr Obst und Gemüse essen; viel Wasser oder Tee ohne Zucker trinken; am besten kein Abendbrot essen. Sauna ist sehr gut, danach aber nicht essen, son- dern viel Wasser oder Tee ohne Zucker trinken. Du bist zu dünn; du willst kräftiger werden Besser kürzere Übungen mit hoher Anstrengung als längere Übungen mit geringer Anstrengung; mehr Krafttraining, weniger Ausdauertraining. Viel Fleisch, Quark, Kartoffeln, Reis, Nudeln, Brot sowie Milch, Joghurt und Obstsäfte direkt nach dem Sport; sich dann am besten erholen. Viel schlafen; öfter Erholungspausen machen. Du hast eine nor- male Figur und willst fit bleiben Am besten ist ein ge- mischtes Training aus Ausdauer-, Kraft- und Spielsport. Am gesündesten ist ein ge- mischtes Essen mit vielen Vitaminen. Zur Erholung alles tun, was man gern macht; lieber weniger, aber intensivere Erholung. Du bist nervös; du willst ruhiger werden Am nützlichsten ist ein gemischtes Ausdauer-Kraft- Training; weniger gut sind Sportspiele. Mehr auf Vitamine und Mineralien achten! Autogenes Training zur inten- siven Erholung ist sehr nützlich. Du bist langsam und träge; du willst aktiver werden Am wichtigsten sind Sportspiele mit hoher Anstrengung, die dir und den anderen viel Spaß machen. Mehr auf Vitamine und Mineralien achten! Hat eine gerin- gere Bedeutung. siebzehn 17
  • 15. Unser Körper 1 Wie heißen die Körperteile? Kopf Zahn/Zähne Daumen Finger Gesicht Zeh/Zehen 2 Ein kleines bisschen Sport 1. Nun hört mal bitte her! Wir treiben jetzt sofort, weil das gesund und nützlich ist, ein kleines bisschen Sport. Steht bitte alle auf! Schaut her und seid ganz Ohr! Wer kann die Übung denn von euch, der komme gleich mal vor! 2. Erst kreisen wir das rechte Bein — das macht sich doch sehr schön, wobei wir noch zur gleichen Zeit den linken Daumen drehn. Jetzt kreisen wir den rechten Arm - das ist doch gar nicht schwer. Aktiver, Leute! — Das tut gut. Es kommt jetzt gleich noch mehr. 3. Nun stellen wir uns auf die Zeh'n von unserm linken Bein. Das macht doch wirklich großen Spaß und Freude, die muss sein! Jetzt kreisen wir noch mit dem Kopf. Da macht doch jeder mit! Nicht träge werden! — Ausdauer! Ihr seid doch alle fit! 4. Nicht aufhör'n, Leute, bleibt dabei! Das ist ein toller Sport. Wenn ihr das zehn Minuten macht, habt ihr den Weltrekord. achtzehn
  • 16. 3 Im Gegenteil! Widersprecht den Aussagen! Nutzt die Tabelle auf S. 17! B e i s p i e l : — Er ist zu dünn. Er darf keinen Sport treiben. — Im Gegenteil! Um kräftiger zu werden, muss er mehr Sport treiben. 1. Sie ist zu dick. Sie darf nicht so viel trinken. 2. Er ist nervös. Er darf nicht so oft schwimmen gehen. 3. Sie hat eine normale Figur. Sie muss nicht auf ihre Ernährung achten. 4. Er ist zu träge und langsam. Er muss mehr schlafen. 5. Sie ist zu dünn. Sie muss mehr Fettes und Süßes essen. 6. Er hat wenig Ausdauer. Er muss mehr ins Fitnesscenter gehen. 4 Was gehört wozu? Ordnet die folgenden Wörter! 1. Training ) ( 2. Ernährung ( 3. Erholung Ausdauer, autogenes Training, backen, baden, Basketball, Bett, Bonbon, Butter, Diät, Disco, Durst, Ferien, Frühstück, Freizeitcenter, Gemüse, Gymnastik, Imbiss, Karate, Kegeln, kochen, Kraft, Kuchen, laufen, Mehl, Milch, Mineralien, Nudeln, Obst, reiten, Rennfahrer, Schach, Schwarzbrot, schwimmen, Sessel, Skateboard, Ski, Sofa, Speck, spielen, Stadion, Sportfest, tanzen, Toastbrot, trinken, Übung, Volleyball, Vitamin, Wettkampf 5 Gesund oder ungesund? Oft laute Musik hören, bei der Ernährung auf Vitamine und Mineralien achten, viele Stunden am Tag fernsehen, bei jedem Wetter draußen Sport treiben, viel Eis essen, seine Hausaufgaben spät am Abend machen, oft in die Disco tanzen gehen, viel trinken, beim Essen lesen, am Morgen Gymnastik machen, oft ins Fitnesscenter gehen, oft lachen, vor dem Schlafen warme Milch trinken, viel Schokolade essen, in die Sauna gehen, oft und lange am Computer spielen, sich spät schlafen legen, jede neue Diät probieren 6 Wie versteht ihr diese Sprichwörter? 1. Was man nicht im Kopf hat, muss 5. Eine Hand wäscht die andere. man in den Beinen haben. 6. Besser ein Bein brechen als den 2. Man glaubt einem Auge mehr als Hals. zwei Ohren. 7. Wenn man dem Teufel den kleinen 3. Voller Bauch studiert nicht gern. Finger gibt, nimmt er gleich die 4. Vier Augen sehen mehr als zwei. ganze Hand. neunzehn 19
  • 17. Gute Besserung! 7 Lisa ist krank Arzt: Lisa: Arzt: Lisa: Arzt: Lisa: Arzt: Lisa: Arzt: Lisa: Hallo Lisa, na was fehlt uns denn? Mir ist es schlecht. Und Halsschmerzen und Kopfschmerzen habe ich auch. Überhaupt, tut mir alles weh. Dann wollen wir uns mal deinen Hals anschauen. Leg dich mal hier hin. Ja und mach den Mund ganz weit auf! Hm, das sieht ja nicht so gut aus. Schwester Elke, wir messen mal Fieber bei ihr! Angina? Ja, eine ganz ordentliche! Seit wann hast du denn Halsschmerzen? Ich glaube, seit Montag. Und da kommst du erst heute! So, in den nächsten Tagen bleibst du erst einmal zu Hause. Ich verschreibe dir Tabletten. Davon nimmst du alle sechs Stunden zwei Stück. Dann bekommst du noch Halstabletten und Tabletten gegen die Kopfschmerzen. Am Dienstag sehen wir uns wieder. Am Mittwoch muss es aber weg sein, da machen wir mit der Klasse eine Exkursion. Das sehen wir am Dienstag. Na dann tschüs! Grüß zu Hause! Ja, mach ich. Tschüs! 8 Was erzählt Lisa zu Hause? Setzt fort! „Doktor Kühn hat in meinen Hals geschaut und 9 Jasmin am Telefon Jasmin: Hallo Lisa, ich habe gehört, du bist krank? Lisa: Ja, schon seit Montag. Jasmin: Was ist es denn? Lisa: Wieder mal eine Angina. Jasmin: Und was machst du dagegen? Lisa: Heute bin ich beim Arzt gewesen. Ich muss bis Dienstag zu Hause bleiben, und Tabletten muss ich nehmen. Jasmin: Und was machst du so den ganzen Tag? Lisa: Schlafen, schlafen, schlafen! Etwas anderes kann ich gar nicht machen. Jasmin: Na, dann leg dich schnell wieder hin und schlaf weiter! Gute Besserung! Wir telefonieren morgen wieder. Tschüs! Lisa: Tschüs! 20 zwanzig
  • 18. Beim Arzt — Was tut ihnen weh? M u s t e r : Dem Jungen tut der Finger weh. Der Frau neben Warum schmerzt es mich dann so? Wenn du von mir gehst, was tut mir dann weh? Nicht der Kopf, nicht der Körper, nicht die Arme, nicht die Beine. Sie sind müde, aber sie tun nicht weh. Der Hals tut nicht weh: es ist darin nur etwas eng, wenn ich atme. Wörter — Wörter — Wörter! Bildet neue Wörter und verwendet sie in Sätzen. Krankheit Der Rücken tut nicht weh, auch nicht der Bauch, auch das Herz nicht ... Warum schmerzt es mich dann so, wenn du von mir gehst? <( Ehrlichkeit"^) der/die Kranke) einundzwanzig 21 training
  • 19. 2 с Die meisten aus der Klasse sind krank 1 Steigerungsformen Superlativ Komparativ —sten Positiv —er am dicksten dicker am dünnsten dick dünner am kräftigsten dünn kräftiger am ruhigsten kräftig ruhiger am langsamsten ruhig > langsamer am schnellsten langsam schnellerlangsam schneller schnellschnell —er, —sten haben: warm — kalt, alt — jung, krank — gesund, lang — kurz, stark — schwach, arm, groß, klug, nah, hoch, z. В.: warm — wärmer — am wärmsten; groß — größer — am größten; jung — jünger — am jüngsten. Superlativ am teuersten Komparativ Superlativ am teuerstenPositiv Komparativ Superlativ am teuerstenPositiv teurer1 am nervösesten2 teuer nervöser am nächsten nervös näher am höchsten nah höher am besten hoch besser am meisten gut ~ mehr — ^ am liebsten lieber gern 1 so auch: dunkel — dunkler 2 so Wörter auf -d, -t, -s/ss/ß, z. В.: gesund — gesündesten, alt — ältesten, süß süßesten Aber: groß — größten 3 Links ist linker als rechts Ergänzt und findet weitere Beispiele! Links ist linker als rechts. Selten ist ... als ... Klein ... Dünn .. Oben ist höher als unten. Kalt ist ... als ... Dick ... Leicht . Weit ist weiter als nah. Kurz ist ... als ... Schwach ... Stark .. Warm ist ... als kalt. Nah ist ... als ... Reich ... Nervös Lang ist ... als kurz. Einfach ist ... als ... Gut ... Traurig Schnell ist ... als langsam. Groß ist ... als ... Lustig ... Viel ... 22 zweiundzwanzig
  • 20. 4 Daniel ist auch krank Setzt die passenden Wortformen ein. Arzt: Hallo Daniel, bist du der ... mit Angina? Heute Morgen war Lisa hier. Daniel'. Ja, leider. Gestern dachte ich noch, dass es von allein ... wird, aber im Gegenteil! Heute geht es mir viel ... Ich habe ... Halsschmerzen als gestern. Und die Kopfschmerzen sind auch viel ... geworden. Arzt: Dann hast du das also auch schon ... Zeit? Daniel: Nein, Lisa hat es viel ... als ich bekommen. Übrigens sind die ... aus meiner Klasse krank. Arzt: Na, jetzt schauen wir uns mal den Hals an. Schwester Elke, bei ihm müssen wir dann auch Fieber messen. So, den Mund bitte noch etwas ... öffnen! Ja, genau wie bei deiner Schwester! Das Fieber ist vielleicht sogar ... So, du gehst jetzt auf dem ... Weg nach Hause und legst dich ins Bett! Unterwegs nimmst du in der Apotheke deine Tabletten mit. Hier ist das Rezept dafür. Alle sechs Stunden zwei Tabletten! In den ... Tagen bleibst du natürlich zu Hause. Und am Dienstag sehen wir uns wieder. Klar? Na dann, gute Besserung! Dann ist unser fitnessfirograMn ^ ^ L ^ f e r e S. 17 Tipps für überhaupt e a "f Seite ] • Jung-en 5 Reklame aus Zeitungen und Zeitschriften Setzt die richtigen Superlativformen ein. Auf den Seiten 5 bis 20 finden Sie: Die 10 ... (raffinierten) Rezepte für ... (gesundes) Essen. Lochen ist die ... (gute) Medizin! Auf S. 12 dreiundzwanzig 23
  • 21. E i n e K a i e n dergesc K i c b t e Der A u t o r der „Ka-endergeso W e h t e n •^1826 H e b e Johann Peter Hebel wurde in Basel geboren. Seine Eltern waren einfache Menschen, die im Haus reicher Leute arbeiteten. Schon früh starb sein Vater und der Junge wuchs im Heimatdorf seiner Mutter im Schwarzwald auf. Als er 13 Jahre alt war, starb seine Mutter. Man schickte den Jungen ans Gymnasium nach Karlsruhe. In Karlsruhe studierte er auch und arbeitete als Pfarrer und Lehrer. Von 1804 bis 1819 gab er den Heimatkalender in Baden heraus. Für diesen schrieb er viele lustige Geschichten. Die „Kalendergeschichten" haben Johann Peter Hebel berühmt gemacht. Er hat sie vor allem für die ärmsten der Bauern geschrieben, die kaum lesen konnten. Die folgende Geschichte gehört zu den berühmten „Kalendergeschichten". irundzwanzig
  • 22. Lektüre 2 „Der geheilte Patient" a) Lest den folgenden Textabschnitt und sagt, was dem Mann fehlte. Reiche Leute haben manchmal Krankheiten, die der arme Mann zum Glück nicht hat. Denn es gibt Krankheiten, die in den vollen Schüsseln und Gläsern und in den riesigen Sesseln und teuren Betten zu fin- den sind. Davon kann ein reicher Mann aus Amsterdam einiges erzählen. Den ganzen Vormittag saß er im Sessel und rauchte Tabak, wenn er nicht zu faul dazu war. Oder er sah träge aus dem Fenster hinaus. Aber zu Mittag aß er so viel wie einer, der sehr schwer arbeitet. Die Nachbarn sagten manchmal: „Weht der Wind draußen oder atmet der Nachbar so schwer?" Den ganzen Nachmittag aß und trank er weiter, mal etwas Kaltes, mal etwas Warmes, nur aus Langeweile, bis zum Abend, so dass man bei ihm nicht genau wusste, wann das Mittagessen aufhörte und das Abendessen anfing. Nach dem Abendessen legte er sich ins Bett und war so müde wie einer, der den ganzen Tag Steine getragen hat. Davon wurde er mit der Zeit so dick, dass er sich kaum noch bewegen konnte. Essen und Schlafen wollten ihm nicht mehr schmecken, und er war lange Zeit — wie es manch- mal geht — nicht richtig gesund und nicht richtig krank. Wenn man aber ihn selbst hörte, so hatte er 365 Krankheiten, jeden Tag eine andere. Alle Ärzte, die in Amsterdam sind, mussten ihm Rat geben. Er trank ganze Eimer voll Medizin und nahm ganze Schaufeln voll Tabletten. Man nannte ihn bald im Spaß nur noch die zweibeinige Apotheke. Aber alle Medizin half ihm nichts, denn er tat nicht das, was die Ärzte sagten, sondern dachte: „Wozu bin ich ein reicher Mann, wenn ich wie ein Hund leben soll, und der Doktor will mich nicht gesund machen für mein Geld?" Eines Tages hörte er von einem Arzt, der 100 Stunden von seinem Ort wohnte. Man sagte von ihm: „Er muss die Kranken nur genau ansehen und schon sind sie geheilt." Diesem Arzt schrieb er von seinen Krankheiten. Der Arzt merkte bald, was dem Mann fehlte. Er dachte: „Warte nur, dich will ich bald geheilt haben!" dreiundzwanzig 25
  • 23. •saanßff^ Eine Kalendergeschichte b) Was gehört zusammen? Den ganzen Vormittag saß er im Sessel — * - oder atmet der Nachbar so schwer?" Aber zu Mittag aß er so viel wie einer, — * - nicht richtig gesund und nicht richtig krank. „Weht der Wind draußen — * - so hatte er 365 Krankheiten Nach dem Abendessen legte er sich ins Bett und war so müde — * - denn er tat nicht das, was die Arzte sagten Davon wurde er mit der Zeit so dick, — * - und rauchte Tabak, ... Er war lange Zeit mussten ihm Rat geben. Wenn man aber ihn selbst hörte, der sehr schwer arbeitet. Alle Ärzte, die in Amsterdam sind, wie einer, der den ganzen Tag Steine getragen hat. Aber alle Medizin half ihm nichts, dass er sich kaum noch bewegen konnte. c) Warum haben arme Leute die Krankheiten des reichen Mannes nicht? d) Schreibt die Geschichte weiter. e) Lest, wie die Geschichte im Original weitergeht, und vergleicht mit eurer Variante. So schrieb ihm der Arzt einen Brief. „Guter Freund, es geht Euch nicht gut. Ihr habt eine fürchterliche Krankheit. Doch kann ich Euch heilen, wenn Ihr tut, was ich sage. Ihr habt ein riesiges Tier im Bauch, einen Lindwurm mit sieben Köpfen. Mit dem Lindwurm muss ich selbst sprechen, und Ihr müsst zu mir kommen. Aber Ihr dürft nicht fahren oder auf dem Pferd reiten, Ihr müsst zu Fuß gehen. Tut ihr das nicht, dann bewegt Ihr den Lindwurm zu sehr, und er beißt Euch siebenmal auf einmal. Ihr dürft nicht mehr essen als zweimal am Tag einen Teller voll Gemüse, mittags ein Würstchen dazu und abends ein Ei. Wenn Ihr mehr esst, wird der Lindwurm davon größer, und frisst Euch ganz. Ihr sterbt in kürzester Zeit. Das ist mein Rat. Wenn Ihr es nicht so macht, hört Ihr im nächsten Frühjahr die Vögel nicht mehr singen!" 26 sechsundzwanzig
  • 24. ш Der Mann las den Brief des Arztes. Er zog nächsten Morgen die Schuhe an und machte sich auf den Weg zu dem Arzt. Am ersten Tag ging er langsamer als eine Schnecke. Er hörte und sah nichts, und er grüßte keinen, den er unterwegs traf. Aber schon am zweiten und am drit- ten Morgen hörte er, wie schön die Vögel sangen. Und er sah, wie schön die roten Blumen im grünen Gras blühten. Alle Leute, die er traf, schienen ihm fröhlich, und er selbst war es auch. Jeden Morgen wurde es schöner, und er ging leicht und froh seinen Weg. Als er am 18. Tag in der Stadt des Arztes ankam und am nächsten Morgen aufstand, ging es ihm so gut, dass er dachte: „Wie schlecht, dass ich gerade zu der Zeit, wo ich zum Doktor soll, ganz gesund bin." Als er zum Arzt kam, nahm ihn dieser an die Hand: „Jetzt erzählt mir doch noch einmal ganz genau, was Euch fehlt!" Da sagte der Mann: „Mir fehlt nichts." Der Doktor gab ihm folgenden Rat: „Das habt Ihr gut gemacht. Der Lindwurm ist gestorben. Aber Ihr habt noch Eier im Bauch. Deshalb müsst Ihr wieder zu Fuß nach Hause gehen und zu Hause fleißig Holz hacken. Ihr dürft nicht mehr so viel essen, damit die Eier nicht zu Lindwürmern werden. So könnt Ihr ein alter Mann werden." Der reiche Mann sagte: „Herr Doktor, ich verstehe Euch gut." Dann tat er alles, was der Arzt wollte. So hat er 87 Jahre, 4 Monate und 10 Tage gelebt, so gesund wie ein Fisch im Wasser. Zu Neujahr hat er dem Arzt jedesmal 20 Geldstücke geschickt. 3 Lebt ihr gesund? — Ein Test zu eurer Gesundheit und Fitness Beantwortet folgende Fragen. Für „ja" bekommt ihr 10 Punkte, für „ich bin nicht si- cher" 5 Punkte und für „nein" 0 Punkte. 1. Bist du selten krank? 2. Erholst du dich von einer Krankheit schnell und gut? 3. Schläfst du gut und genug? 4. Achtest du bei deiner Ernährung auf Vitamine und Mineralien? 5. Bist du nach dem Essen satt und fit? 6. Bist du mit deinem Leben zufrieden? 7. Bist du immer sicher, alle Aufgaben pünktlich lösen 711 können? 8. Kannst du dich aktiv/intensiv erholen? 9. Treibst du jeden Tag ein biss- chen Sport? (Bewegst du dich genug?) 10. Bist du meistens fröhlich? Auswertung auf S. 99 siebenundzwanzig 27
  • 25. fcJB.A^ Sicher und schnell im Straßenverkehr 1 Kennt ihr diese Verkehrszeichen? Ordnet sie den Bildern zu und sagt, was man tun muss, kann oder darf. 28 achtundzwanzig
  • 26. 2 Wusstet ihr schon, ... — dass man das erste Benzinauto 1887 in Deutschland gebaut hat? — dass man heute in Russland mehr 600er Mercedes verkauft als in ganz Europa? — dass man die bekannten Autos „Audi", „BMW", „Mercedes" und „Porsche" in Deutschland baut? — dass in Deutschland jede zweite Familie ein Auto hat? — dass viele Schüler noch vor dem Abitur den Führerschein machen? — dass man sich in Deutschland im Auto auch hinten anschnallen muss? — dass in Deutschland die Kinder schon in der Grundschule die wichtigsten Verkehrsregeln lernen? — dass in Deutschland alle Kinder in der Grundschule eine Fahrradprüfung machen? — dass die Kinder in Deutschland bis zum 8. Geburtstag mit dem Fahrraa auf dem Fußweg fahren dürfen? — dass die Bus- und Straßenbahnkarten in Deutschland den gleichen Preis haben? Jährlich legt jeder Deutsche im Durchschnitt 1114 Wege im Stadtverkehr zurück, davon mit dem Auto zu Fuß mit dem Fahrrad mit öffentlichen Verkehrsmitteln neunundzwanzig 29
  • 27. Mit dem Auto oder zu Fuß? 1 Am Montagmorgen Bei Krauses ist es hektisch. Lisa packt noch schnell ihre Schulsachen. Papa und Daniel wollen gehen. Papa: Lisa, kommst du bald? Wir müssen los! Lisa: Ja, gleich. Geht schon mal zum Auto, ich bin praktisch fertig. Daniel: Ich weiß, dass Lisas „praktisch fertig" noch zehn Minuten dauern kann. Papa, lass uns fahren! Papa: Warte doch mal! Zu Fuß kommt Lisa jetzt schon zu spät zur Schule. Lisa, beeil dich! Lisa: Noch einen Moment! Ich komme! Daniel: Papa, sie ist doch kein kleines Kind mehr! Da muss sie wissen, dass man nicht immer zu spät aufstehen kann. Und das am Montag, wo riesiger Verkehr ist! Soll sie doch mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren! Lisa zieht schnell ihre Schuhe an und kommt gelaufen. Lisa: Na, wo ist das Problem? Wir kom- men nicht zu spät. Daniel, reg dich nur nicht so auf! Wir haben noch 20 Minuten Zeit bis zum Unterricht. Papa: Musst du denn immer Recht haben, Lisa! Du weißt doch, dass es am Montag immer Stau gibt. Endlich sind sie im Auto. Herr Krause fährt. Lisa sitzt mit vorne, Daniel sitzt hinten. Papa: Seid ihr angeschnallt, ihr beiden? Lisa: Ich bin immer angeschnallt. Ich achte immer auf die Verkehrsregeln! Daniel: Du und Verkehrsregeln! Ha-ha-ha! Du bleibst nicht einmal an der roten Ampel stehen. Du kennst keine Verkehrszeichen. Ich erinnere mich, dass du nicht einmal deine Fahrradprüfung bestanden hast. Lisa: Jetzt hör aber auf! Klar kenne ich die Verkehrszeichen, und meine Fahrradprüfung habe ich sehr gut bestanden! Daniel: Ja, entschuldige! Du hast wie immer Recht. Aber leider war es erst beim dritten Versuch. Lisa: Das stimmt nicht. Wir haben die Prüfung in der 4. Klasse gemacht. Zuerst hatten wir Fahrradunterricht bei unserer Lehrerin, und dann kam noch ein Polizist. Aber ich war oft krank. Natürlich konnte ich da die Prüfung nicht gleich bestehen. Aber ich habe danach viel mit Papa auf dem Fahrradplatz geübt und alle Regeln gelernt. Weißt du noch, Papa, wie ich damals den Fahrradhelm gehasst habe? Papa: Ja, das stimmt. Das war alles nicht so einfach. So, ich halte hier... Daniel: Klar, Lisa, manchmal bist du auch fleißig! Also tschüs! Lisa: Tschüs! 30 dreißig
  • 28. Mit der Bahn, dem Rad oder dem Bus? 2 Fragen 1. Warum ist es bei Familie Krause am Montagmorgen hektisch? 2. Wann ist es in eurer Familie hektisch? 3. Worüber regt sich Daniel auf? 4. Warum will Daniel, dass Lisa mit einem öffentlichen Verkehrsmittel fährt? 5. Was gehört zu den öffentlichen Verkehrsmitteln? 6. Wie legst du den Weg zur Schule zurück? 7. Worüber sprechen die Krauses im Auto? 8. Kennst du die wichtigsten Ver- kehrszeichen und Verkehrsregeln? Wo hast du sie gelernt? 9. Warum ist es am Montag besonders schlecht, wenn Lisa am Morgen nicht pünktlich fertig ist? 10. Gibt es bei euch auch oft Stau auf den Straßen? Wann und wo? 3 Stimmt es oder stimmt es nicht? a) Setzt die passenden Wörter ein. b) Formt die Sätze in „dass-Sätze" um. Beginnt diese Sätze mit „Es stimmt, dass ..." oder „Es stimmt nicht, dass c) Sagt, wie es in Deutschland mit dem Straßenverkehr ist. 1. In Russland hat jede fünfte Familie ein ... . 2. In Russland muss man sich im Auto vorne und hinten ... . 3. In Russland gibt es in der Grundschule keinen ... . 4. In Russland müssen die Kinder keine ... machen. 5. In Russland lernen die Kinder schon In der Grundschule die ... . 6. In Russland dürfen Kinder mit ihrem Fahrrad auf dem ... fahren. 7. In Russland soll man den machen. 8. In Russland haben Bus gleichen ... . 9. In Russland gibt es auf den Straßen keinen schon mit 15 Jahren in der Schule und Straßenbahnkarten 4 An der Ampel Setzt die passenden Wörter ein. Bei ... bleibe stehn, bei ... kannst du gehn. Bei ... musst du ..., bei ... kannst du starten. Willst du über die ... gehn, musst du erst nach ..., dann nach ... und nach ... sehn. siebenunddreißig 31
  • 29. Mit dem Auto oder zu Fuß? 5 Warum fährt man so gern mit dem Auto? Schreibt, welche Gründe die Leute genannt haben. M u s t e r : 70 Prozent sagten, dass das Auto für sie bequemer als die öffentlichen Verkehrs- mittel ist. 1.48 Prozent sagten, dass die Verbindungen bei den öffentlichen Verkehrsmitteln ... . 2. 45 Prozent sagten, dass die Wartezeiten bei ... . 3. 45 Prozent sagten, dass ... . 4. 28 Prozent sagten, dass es in ... . 5. 9 Prozent sagten, dass sie ... . 6 Warum lieber öffentliche Verkehrsmittel nutzen? Nennt Gründe. M u s t e r : Es ist besser, nicht mit dem Auto, son- dern mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, weil der Autoverkehr eine Ursache für die Luftverschmutzung ist. 1. immer öfter Stau auf den Straßen 2. ungesund, Benzinluft und Abgase einzuatmen 3. immer schwieriger, einen Parkplatz zu finden 4. immer mehr Verkehrsrowdys auf den Straßen 5. auch für Autofahrer immer gefährlicher 6. immer mehr Verkehrsunfälle mit Verletzten und Toten 7. Ursache für immer größeren Lärm in den Städten 7 Öffentliche Verkehrsmittel kontra Privatauto Macht in eurer Familie und unter euren Freunden eine Umfrage zum Thema „Der Autoverkehr — eine Krankheit unserer Zeit — Was tun?" Stellt die Ergebnisse in der Klasse dar. 8 Urlaub auf der Autobahn a) Findet zu dem Cartoon passende Überschriften. b) Erzählt eine Geschichte dazu. Warum nicht mit Bus oder Bahn? Als Gründe für eine _ zung der öffentlichen nannten von 100 Personen: geringe Nut- 1 Verkehrsmittel Auto bequemer 70 zu schlechte Verbindungen 48 ШЛzu große Wartezeiten zu hohe Fahrpreise 45 И ^ Щ oft zu voll 23 Angst vor Rowdys 0 Die meisten Leute nann- ten zwei und mehr Gründe Wir müssen zurück, Dieter. Unser Urlaub ist zu Ende. Die Kinder müssen in die Schule. 32 zweiunddreißig
  • 30. 9 Eine Verkehrsmeldung in „Die Welt am Sonntag" Massenunfall auf Autobahn bei London (dpa Paris) Zwei Tote und mehr als 80 Verletzte gab es gestern bei einem Massenunfall auf der Autobahn All bei London. Beteiligt waren 17 Reisebusse, mit denen engli- sche Fußballfans zu einem Fußballspiel in die Hauptstadt fahren wollten. Ursachen waren Nebel und zu hohe Geschwindigkeit. Berichtet über die Verkehrsmeldung: Wann? Wo? Ereignis? Beteiligte? Ursachen? Folgen? 10 Wörter - Wörter - Wörter! Bildet neue Wörter und verwendet sie in Sätzen. Auto- ^ ( Straße(n)n ' -bahn -Unterricht ( -prüfung (f-ung Bewegung bewegen, üben, bedeuten, nutzen, verbinden, erscheinen, prüfen, bilden, besichtigen, beteiligen, ausstellen, einladen, erholen, lösen, meinen, töten, überlegen, überreden siebenunddreißig 33
  • 31. Ein Protokoll 1 Konjunktiv-I-Formen Konjunktiv-Il-Formen geh en hab en sein ich jgetf e -»-ging e1 j j a t f e —hätt e sei du geh est hab est sei (e)st er/sie/es geh e hab e sei wir jgetf en -«-ging en pa&en —-hätt en sei en ihr geh et hab et sei (e)t sie/Sie .gelten -«-ging en b&o en hätt en sei en Gegenwart/Zukunft: Infinitivstamm + Konjunktivendungen Beispiele: er fahre, sie nehme, du wissest, ich sei (schuld), sie hätten (ein Auto) Vergangenheit: Konjunktivformen von sein oder haben + Partizip Perfekt Beispiele: er se; gefahren, sie habe genommen, du habest gewusst, ich sei (schuld) gewesen, sie hätten (ein Auto) gehabt 2 Ein Verkehrsunfall Sucht in dem Protokoll alle Konjunktivformen. Gebt die Aussagen als direkte Rede wieder. Am 01.03.1999, um 15.30 Uhr, rief man den Polizisten Markus Feider zu einem Verkehrsunfall auf der Kreuzung Goethestraße — Lessingstraße. Am Unfallort standen ein Bus und ein roter Audi. Es gab keine Verletzten, aber Schäden an beiden Autos. Der Polizist sprach mit beiden Fahrern und einigen Zeugen. Er schreibt in seinem Protokoll unter anderem: Der Fahrer des Audi sagte, die Ampel habe „grün" für ihn gezeigt, und deshalb sei der Busfahrer schuld. Außerdem sei der Bus viel zu schnell gefahren. Der Busfahrer meinte, das könne nicht stimmen. Der Audi sei bei „rot" gefahren Vielleicht habe die Ampel nicht gesehen oder habe „geschlafen". Man müsse doch gerade an dieser Stelle auf die Fahrzeuge aus der Lessingstraße achten. Jeder wisse, wie gefährlich die Kreuzung sei. Vielleicht habe der Fahrer auch zu viel getrunken. (Beide Fahrer mussten einen Alkohol-Test machen.) Die Zeugin, Anna Schroten, 57 Jahre, sagte, der Busfahrer habe nicht aufgepasst. Das sei die Ursache für den Unfall gewesen. Der Zeuge, Peter Hinz, 35 Jahre, war der Meinung, der Busfahrer sei mit einer zu hohen Geschwindigkeit gefahren... 34 vierunddreißig
  • 32. Führerschein mit 15? Wir haben eine Umfrage bei Jugendlichen in Essen durchgeführt, wann man nach ihrer Meinung den Führerschein machen solle. Lisa, 14: Führerschein mit 18 — das ist richtig. Das war doch immer so. Mit 18 ist der Mensch erst erwachsen. Peter, 17: Den Führerschein kann man eigentlich schon mit 15 machen. Die Jugendlichen von heute können doch alle schon Auto fahren. Das ist ganz anders als früher. Die Jugendlichen verstehen viel mehr von der Technik als die Erwachsenen. Andreas, 19: Ich meine, 18 ist schon okay. Autofahren im Straßenverkehr ist doch nicht allein eine Technikfrage. Ich habe den Führerschein vor einem Jahr gemacht. Manchmal fahre ich mit dem Auto meines Vaters. Veronika, 13: Ich kann eigentlich schon alles, um den Führerschein zu machen. Das Fahren habe ich mit meinem Vater geübt. Das ist überhaupt nicht schwer. Aber wenn man kein Auto hat, ist es auch nicht wichtig, ob man den Führerschein hat oder nicht. Karsten, 16: Ich meine, mit 16 kann man langsam anfangen, die Fahrschule zu besuchen, um später, mit 17 oder 18 die Prüfung zu machen. Harald, 18: Ich bin jetzt 18. Ich denke aber noch nicht an den Führerschein, denn dafür muss ich lange sparen. 2000 DM, das ist doch viel Geld! Alexandra, 15: Meine Eltern geben mir den Rat, den Führerschein so spät wie möglich zu machen, weil Autofahren heute so gefährlich ist. Ich selbst weiß nicht so richtig, ob ich den Führerschein jetzt schon haben möchte. a) Welche Meinung hast du selbst zum Problem des Führerscheins? b) Diskutiert in der Klasse über diese Frage. c) Gebt die Meinungen der Jugendlichen in der indirekten Rede wieder. (Dazu müsst ihr unter anderem folgende Konjunktiv-Il-Formen verwenden: könnten, verständen, gäben.) Beginnt so: /jsa /»etnte; ßü/une?sc/iei/t w 't — a'as sei ric/itig. Das set doc/t i/н/ягг so ffeurese/t ... siebenunddreißig 35
  • 33. 1 Der Sc h r i f t s t e N e r Erich K ä s t n e r Erich Kästner •1899 +1974 Erich Kästner wurde in Dresden geboren. Seine Eltern waren Handwerker. 1917 holte man ihn zum Militär. Darüber schrieb er später: „Dann holte man uns zum Militär, bloß so als Kanonenfutter. In der Schule wurden die Bänke leer, zu Hause weinte die Mutter." Ab 1919 studierte er Literatur, Geschichte und Philosophie in Leipzig, Rostock und Berlin. Danach arbeitete er als Redakteur und Schriftsteller in Berlin. Von 1933 bis 1945 waren seine Bücher in Deutschland verboten, weil Kästner in vielen von ihnen direkte oder indirekte Kritik am Nationalsozialismus übte. Auf die Frage, warum er als verbotener Autor in Deutschland blieb, antwortete er: „Jch bin ein Deutscher aus Dresden in Sachsen, Mich lässt die Heimat nicht fort. Ich bin wie ein Baum, der - in Deutschland gewachsen - wenn 's sein muss, in Deutschland verdorrt." Ab 1945 lebte E. Kästner in München. Er hat Romane für Erwachsene und Kinder geschrieben. Einige davon wurden verfilmt. Einige Kinderbücher wurden Welterfolge. Seine Gedichte sind humorvoll, satirisch, oft auch philosophisch. Das folgende Gedicht heißt „Das Eisenbahngleichnis" und ist aus dem Band ..Gesang zwischen den Stühlen". 7.in- in Kästners a t nach eurer Meinung der „Zug a) W e l c h e n J t e e u r e Meinung" W o r t feld „Zug". с) Versucht, e/rie 36 sechsunddreißig
  • 34. Lektüre 2 Wir sitzen alle im gleichen Zug Wir sitzen alle im gleichen Zug und reisen quer durch die Zeit. Wir sehen hinaus. Wir sahen genug. Wir fahren alle im gleichen Zug. Und keiner weiß, wie weit. quer — поперек Ein Nachbar schläft, ein andrer klagt, ein dritter redet viel. Stationen werden angesagt. Der Zug, der durch die Jahre jagt, kommt niemals an sein Ziel. klagen — жаловаться reden — разговаривать jagen — мчаться Wir packen aus, wir packen ein. Wir finden keinen Sinn. Wo werden wir wohl morgen sein? Der Schaffner schaut zur Tür herein und lächelt vor sich hin. der Sinn — смысл der Schaffner — кондуктор lächeln — улыбаться Auch er weiß nicht, wohin er will. Er schweigt und geht hinaus. Da heult die Zugsirene schrill! Der Zug fährt langsam und hält still. Die Toten steigen aus. heulen — выть schrill — пронзительно Ein Kind steigt aus. Die Mutter schreit. Die Toten stehen stumm am Bahnsteig der Vergangenheit. Der Zug fährt weiter, er jagt durch die Zeit, und niemand weiß, warum. schreien — кричать stumm — немой der Bahnsteig — перрон Die 1. Klasse ist fast leer, ein feister Herr sitzt stolz im roten Plüsch und atmet schwer. Er ist allein und spürt das sehr. Die Mehrheit sitzt auf Holz. leer — пустой feist — жирный spüren — чувствовать die Mehrheit — большинство Wir reisen alle im gleichen Zug zur Gegenwart in spe. Wir sehen hinaus. Wir sahen genug. Wir sitzen alle im gleichen Zug und viele im falschen Coupe. 1932 Gegenwart in spe — в будущее siebenunddreißig 37
  • 35. Pro und kontra Großfamilie 1 Alle sollten zusammenziehen Lest die Briefe und sagt, wer für und gegen das Zusammenleben von Alt und Jung ist. SCHULERMAGAZIN Schüler schreiben an „Treff". Velber Verlag. Postfach 10 02 54.30926 Seelze I ! - • I i j I j ! j ... Die Menschen werden immer einsamer. Viele Alte leben ganz alfein in ihrer Wohnung. Sie sind sehr einsam. Manchmal stirbt einer, und die anderen im Haus merke r das nicht mal. Ich finde, das ist schlimm. Auch viele Jüngere leben allein und sind einsam. Alt und Jung sollten zusammen in einer Wohnung wohnen. Zurück zur Großfamilie! Katja Kiefer, 15 Jahre, Berlin We^aibz^MOM^Uveuw' Wotuumß leben, m s ^ r " streite*,. & ^ (^buu vUlUUktnUMsM*^ i^eäv Atters/^crbuudt, 15, MM 38 achtunddreißig
  • 36. Jib, das stimmt, Ickfinde' es aarvz. traurig, dass мгиье< Ошиь allein Lebt. Aber млЫя Отл will амхк gar nickt m£ uns zusammen- wohneru. Meine* Mutter hat schon ojtgesagt, dass Sie* bei иш unhnen oder wenigstens naxk Harmover ziehen soll. Aber sie, will in ihren vier A/ünden bleiben. „Einen alten Baum, verjzjlarvzt num nickt", meint sie,. Ick dekk&, sie•< könnte- ohne- den Qarten und оhne< ihre- Tiere- auckgar nickt leben. V Robert Kunz-, 15, Hannover 2 Welche Meinung habt ihr? Alte Leute sollten in ein Altersheim ziehen. Wenn die Kinder 18 Jahre alt sind, sollten sie von zu Hause ausziehen. Junge und alte Leute sollten in eine Wohnung oder ein Haus zusammenziehen. • Alt und Jung sollten sich gegenseitig helfen. - Junge Leute sollten mit jungen Leuten in eine WG zusammenziehen. - Man sollte Häuser für Großfamilien bauen. - So wie die Eltern für ihre Kinder sorgen, sollten die Jungen für die Alten sorgen. - Altersheime sollten nicht so teuer sein. - In Großfamilien sollten die Großeltern auf die Enkel und Urenkel aufpassen. - Alte und junge Leute sollten sich nicht so viel streiten. s i e b e n u n d d r e i ß i g 39
  • 37. 4в 1 Meine 154 Tage auf der Straße Lest den Artikel aus der „BRAVO". Danilo ist 15. Seit der Scheidung seiner Eltern wohnt er bei seinem Vater. Eines Tages stritt er sich mit seinem Vater und lief von zu Hause fort. Fünf Monate lebte er auf der Straße. Jetzt ist er wieder zu Hause und erzählt seine Geschichte: Es war ein Sonntag im August, ein schöner Sommertag. Von draußen schien die Sonne in die kleine Wohnung. Mein Vater meckerte wieder mal pausenlos. Ich solle mit dem Lärm aufhören, schimpfte er, seine Ohren täten ihm davon schon weh. Er regte sich mal wieder über meine Musik auf. Ich stehe auf lauten Punk von „Rancid" und „Sex pistols", er aber will seine Ruhe. In der letzten Zeit war er überhaupt total nervös. Er schimpfte oft auf meine Mutter. Seit einigen Wochen war er arbeitslos. In der Schule gab es auch viele Probleme. Ich sollte die 8. Klasse im Gymnasium noch einmal machen, aber das kam für mich nicht in Frage. „So eine Frechheit!", schrie der Alte zornig, als ich so tat, als hätte ich ihn nicht ver- standen. „Wenn es dir hier nicht passt, kannst du ja gehen!" — „Okay", sagte ich nur, packte einige Sachen zusammen, nahm meine Ratte Luzifer und fuhr zur Nürnberger Autobahn. Zwölf Stunden später kam ich in Berlin an. Zu meinem Bruder, der in Berlin wohnt, wollte ich nicht. Er war auf Drogen. Ich habe mir dann ein leerstehendes Haus in Berlin-Friedrichshain gesucht und dort geschlafen. Überhaupt habe ich immer in leer- stehenden Häusern übernachtet. Diese waren zwar total schmutzig, aber wenigstens warm. Meine Wäsche konnte ich in einer Notschlafstelle für Obdachlose und Straßenkinder waschen. Das größte Problem war der Hunger. Das bisschen Geld, das ich von zu Hause mithatte, reichte nur für wenige Tage. Woher aber das Essen nehmen? Klauen wollte ich nicht. Ich musste, ob ich wollte oder nicht, betteln. Das geht am besten in den Straßen um den Alexanderplatz. Da geben die Leute am meisten. Ich habe jeden Tag so zwischen 10 und 30 Mark zusammengebettelt. Auf der Straße habe ich viele Leute kennen gelernt, die von zu Hause weg sind, weil sie Probleme wie ich hatten. Aber toll ist es mit den Freundschaften im Straßenleben nicht. Jeder denkt nur an sich, muss für sich sorgen. Das Straßenleben ist sogar total gefährlich. Jeder kann dir was tun. Am schlimmsten aber ist es, wenn man krank wird. Kurz nach Weihnachten bekam ich plötzlich hohes Fieber. Zu Hause hätte man den Arzt gerufen. Hier aber war ich ganz allein, niemand hat mir geholfen. Als dann auch meine Ratte noch fortlief, war ich am Ende ... Die BRAVO-Redaktion hat mir geholfen und mich wieder nach Hause gebracht. Mein Dad war total glücklich, als ich vor unserer Wohnungstür stand. 40 vierzig Wo und mit wem leben?
  • 38. 2 Stimmt es oder stimmt es nicht? Beginnt die Antworten so: „Es stimmt, < Sagt bei falschen Aussagen, wie es rici 1. Die BRAVO-Redaktion hat über Danilo eine Geschichte geschrieben. 2. Danilo ist ein 15-jähriger Junge aus Berlin. 3. Seit der Scheidung seiner Eltern lebte er bei seinem Vater. 4. Seit fünf Monaten lebte Danilo auf der Straße. 5. Der Vater schimpfte immer, wenn Danilo laute Musik hörte. 6. Der Junge ging von zu Hause fort, weil er zu seinem Bruder nach Berlin ziehen wollte. i ..." oder „Es stimmt nicht, dass ..." ist. 7. In Berlin übernachtete Danilo in leerstehenden Häusern. 8. In den Häusern waren viele Ratten. Eine Ratte kam immer wieder zu ihm. 9. Lebensmittel bettelte er von den Leuten auf der Straße zusammen. 10. Manchmal klaute er auch. 11. Seine Wäsche konnte er in einer Obdachlosen-Schlafstelle waschen. 12. Als Straßenkind lernte Danilo viele neue Freunde kennen. Bis vor einem Jahr haben wir alle ... . Doch dann ist meine Mutter plötzlich aus unserer Wohnung ... . Sie ist mit ihrem neuen Freund ... . Mein Bruder ist kurze Zeit später auch von uns ... . Mein Vater und ich haben erst allein in der großen Wohnung gelebt, sind aber dann in eine kleinere Wohnung ... . Wenn wir genug Geld hätten, sagt mein Vater, würden wir noch mal ... . Wenn ich 18 bin, will ich ... . Ich würde gern mit Freunden in eine WG ... . 3 Warum? 1. Warum lebte Danilo bei seinem Vater? 2. Warum war Danilos Vater nervös? 3. Warum lief der Junge von zu Hause fort? 4. Warum wollte Danilo nicht zu seinem Bruder? 5. Warum nahm er seine Ratte mit? 6. Warum suchte sich Danilo leerste- hende Häuser zum Übernachten? 7. Warum bettelte Danilo auf den Straßen um den Alexanderplatz? 8. Warum sind viele Straßenkinder ein- sam? 9. Warum ist das Straßenleben ge- fährlich? 10. Warum ging Danilo nach Weihnachten wieder nach Hause zurück? 11. Warum war Danilos Vater glücklich, als sein Sohn wieder zu Hause war? 4 Danilo berichtet über seine Familie Setzt die passenden Wörter ein. siebenundvierzig 41
  • 39. 4® Wo und mit wem leben? 5 Eltern und Kinder Wie streiten sich Fitem und Kinder? Gestaltet weitere Dialoge mit den Wörtern rechts. 6 Wie ist es bei euch? Berichtet, worüber ihr mit euren Eltern oder Großeltern oft/manchmal/nie diskutiert. 42 zweiundvierzig
  • 40. 7 Ich zum Beispiel a) Lest das Gedicht. Weiß schon lange nicht mehr, was ich will. Weiß nicht, was ich will. Will nicht, was ich weiß. Will schon lange nicht mehr, was ich kann. Will nicht, was ich kann. Kann nicht, was ich will. Kann schon lange nicht mehr, was ich darf. Kann nicht, was ich darf. Darf nicht, was ich kann. b) Wie stellt ihr euch die Person vor, von c) Denkt euch eine Geschichte dazu aus. Darf schon lange nicht mehr, was ich tu. Darf nicht, was ich tu. Tu nicht, was ich darf. Tu schon lange nicht mehr, was ich will. Tu nicht, was ich will. Will nicht, was ich tu. Will schon lange nicht mehr, was ich soll. Will nicht, was ich soll. Soll nicht, was ich tu. Hermann Josef Schüren der die Rede ist (Alter, Lebenssituation)? 8 Wörter - Wörter - Wörter! a) Bildet neue Wörter und verwendet sie in Sätzen. b) Formt nach folgendem Muster um: Er meckert pausenlos. seine pausenlose Meckerei Meckern sein pausenloses 1. Sie schimpft pausenlos. 2. Sie telefonieren lange. 3. Er fährt gefährlich. 4. Du singst falsch. 5. ihre unmögliche Raucherei 6. seine ungesunde Esserei 7. eure lange Warterei 8. deine laute Singerei 9. ihr pausenloses Schimpfen 10. sein unmögliches Fahren 11. sein nervöses Erzählen 12. dein unpünktliches Kommen siebenundvierzig 43
  • 41. •S3ш* Was wäre, wenn 1 Der Konjunktiv II gehen hatten waren wurden ich geh hf tt w r w rd •• du geh h tt w. r w rd ' er/sie/es geh h itt w r w rd wir geh h tt war w rd ihr geh h tt w r w rd . sie/Sie geh h itt . w r w rd Gegenwart/Zukunft: Präteritumstamm + i » + Beispiele: er f hr , sie n hm , du w sst , ich w r (schuld), sie h tt (eine Wohnung) (Aber bei sollen und wollen kein Umlaut: du solltest ..,, ich wollte ...) oder + Infinitiv: er fahren, sie nehmen, du • wissen, du • (schuld) sein, sie (eine Wohnung) haben Vergangenheit: ~ von oder h ~ + Partizip Perfekt Beispiele: er - gefahren, sie genommen, du - gewusst, ich . (schuld) gewesen, sie (eine Wohnung) gehabt 2 Meinungen Findet in den Briefen auf S. 38 und 39 alle Konjunktiv-Il-Formen und sagt, wer von den Jugendlichen welcher Meinung ist. — wären alle zufriedener und glücklicher. — würden die Menschen nicht mehr so einsam sein. — würde man sich in den Familien nur noch streiten. — müssten die Jungen immer tun, was die Alten wollten. — könnten sich Alt und Jung gegenseitig helfen. — gäbe es nur noch Chaos. — wollten die Alten immer Recht haben. — würden die Großeltern auf die Enkel und Urenkel aufpassen. — würden die Alten nicht mehr so allein sein. — könnten die Kinder für ihre alten Eltern sorgen. 44 zweiundvierzig Wenn Alte und Junge zusammen in einer Großfamilie leben würden,
  • 42. 3 Was würdest du tun, wenn ...? 1 wenn deine Eltern plötzlich sagen würden: „Wenn es dir nicht passt, kannst du ja gehen"? 2. ..., wenn du plötzlich sehr reich wärst? 3. ..., wenn man dir plötzlich ein riesiges Haus schenken würde? 4 wenn ein Obdachloser/ein Straßenkind vor eurer Haustür betteln würde? 5. ..., wenn dein Freund oder deine Freundin dich bitten würde, gemeinsam mit ihm/ihr von zu Hause fortzulaufen? 4 wenn du könntest? 1. Wen würdest du gerne kennen lernen, ...? 2. Mit wem würdest du gerne zusammenziehen, ...? 3. Wem würdest du viele Geschenke machen, ...? 4. Wem würdest du gerne mal deine Meinung über ihn sagen, ...? 5. Wem würdest du gerne helfen, ...? 6. In welches Land/in welche Stadt würdest du gerne ziehen, ...? 7. Was würdest du zu Hause gerne anders machen, ...? 5 Kettenreaktion Setzt fort. Wenn ich viel Geld hätte, würde ich ein großes Haus kaufen. Wenn ich ein großes Haus hätte, ... Wenn ... 6 Was hättet ihr an Danilos Stelle getan? Lest noch einmal die Geschichte auf S. 40 und sagt, was ihr getan hättet. M u s t e r : Ich wäre nicht fortgelaufen. Ich — nicht fortlaufen — zuerst mit dem Vater in Ruhe sprechen — zu Freunden gehen und dort übernachten — keine laute Musik mehr hören — sich mit dem Vater streiten — bei den Großeltern übernachten — die Nachbarn um Rat bitten — im Heimatort bleiben — zu Verwandten fahren — den Freund oder die Freundin bitten, dass er/sie mitkommt — das ganze gesparte Geld mitnehmen — nicht betteln, sondern probieren, Arbeit zu bekommen — nicht in leerstehenden Häusern übernachten, sondern in einer Notschlafstelle für Straßenkinder — zuerst Freunde auf der Straße suchen siebenundvierzig 45
  • 43. 1 So ist das Leben Jung und Alt — Alt und Jung a) Lest und schreibt zu jedem der beiden Gedichte ein Resümee. b) Wie stellt ihr euch die Person vor, von der im ersten Gedicht die Rede ist? Was erfahrt ihr von der Person, über die im zweiten Gedicht gesprochen wird? c) Welche Meinung habt ihr zur letzten Aussage beider Gedichte? d) Welche inhaltliche Beziehung gibt es zwischen beiden Gedichten? Erziehung lass das komm sofort her bring das hin kannst du nicht hören hol das sofort her kannst du nicht verstehen sei ruhig fass das nicht an sitz ruhig nimm das nicht in den Mund schrei nicht stelle das sofort wieder weg pass auf nimm den Finger weg sitz ruhig mach dich nicht schmutzig bring das sofort wieder zurück schmier dich nicht voll sei ruhig lass das wer nicht hören will muss fühlen D. Krusche/ R. Krechel ... hat er gesagt wir müssen platz machen hat er gesagt platz für die jungen es sind zu viele menschen es ist zu wenig platz auf der weit hat er gesagt und jetzt hat er platz gemacht seine wohnung ist frei seinen parkplatz können andere haben bald fährt ein anderer seinen wagen er steigt in keine tram mehr andere sitzen am mittagstisch seiner gastwirtschaft seine Rente kann für anderes verwendet werden wir müssen platz machen hat er gesagt es ist zu wenig platz auf dieser weit Nach Kurt Marti 46 sechsundvierzig
  • 44. Lektüre 2 Großvater Großvater wohnt schon länger als fünfzig Jahre im Haus in der Moerstraße. Als er Großmutter heiratete, haben sie es gemietet, und später haben sie es gekauft. Großmutter ist die Mutter meiner Mutter. Großmutter und Großvater haben zwölf Kinder bekommen. Früher hatte jeder viele Kinder. Vier Kinder sind früh gestorben. Großmutter und Großvater hatten es ein ganzes Leben lang sehr schwer. Acht Kinder — das ist keine Kleinigkeit! Und als alle Kinder verheiratet waren, waren Großmutter und Großvater plötzlich alt und allein. Zum Glück war da noch die Gaststube. Sonntags kamen die Kinder, um mit Großvater Karten zu spielen, um zu lachen und zu disku- tieren und um Bier zu trinken. Und draußen spielten die Enkelkinder. Dann wurde Großmutter krank. Sie bekam etwas an ihrem Arm. Großvater musste sie versorgen. Darin ist Großvater nicht besonders gut, denn das hatte Großmutter immer getan. Aber er machte es, so gut er es konnte, und sagte jedem, dass es gut gehe. Als aber das Haus immer schmutziger wurde und Großvater immer nur Konservenbüchsen aufmachte, haben die Kinder Großmutter ins Krankenhaus gebracht. Großvater war fürchterlich böse. Er hatte doch alles getan, was er konnte! Nicht ein Mal ging er ins Krankenhaus. Und als es Großmutter besser ging, haben die Kinder sie überredet, zu den Schwestern zu ziehen. Keines der Kinder hat fünfzig Jahre lang im selben Haus gewohnt. In fünfzig Jahren wird ein Haus wie eine warme Jacke, die einem genau passt. Man findet seinen Weg mit geschlossenen Augen. Alle Türen, alle Fenster kennt man. Alles hat seinen Platz, die Stühle, der Tisch, der Schrank, das Bett. Man kennt das Haus bei Regen und Sonne. Großvater geht nicht zu den Schwestern, niemals wird er das tun! So sitzt er schon zwei Jahre allein in seinem Haus. Nach zwölf Kindern und fünfzig Jahren Ehe! Die ganze Familie wird immer wütender auf Großvater. Erst haben sie über ihn gelacht. Dann dachten sie, er würde schon noch zu den Schwestern laufen. Aber das tut er nicht. Das ganze Dorf redet darüber. Es kommt keiner mehr zu Großvater. Nur ich. Ich sitze bei ihm und höre den Geschichten zu, die er erzählt. Zu Hause sage ich nichts davon. Und Großvater sagt munter, wer nicht kommt, der muss auch nicht weggehen. (Aus: Henri van Daele „Der widerspenstige Großvater") mieten — снимать (дом, квартиру) die Gaststube гостиная versorgen — обслу- живать schließen — закры- вать die Ehe — супру- жество wütend — злобный munter — бодрый 3 Fragen 1. Wer erzählt die Geschichte? 2. Wie lange ist der Großvater verheiratet? 3. Wie groß ist seine Familie? 4. Was erfahrt ihr über das Familien- leben? 5. Warum ist Großmutter ausgezogen? 6. Warum will Großvater nicht weg- ziehen? 7. Wie würdet ihr den Großvater charak- terisieren? siebenundvierzig 47
  • 45. Potsdam — Hauptstadt Brandenburgs Potsdam befindet sich am südwestlichen Stadtrand von Berlin. Die Stadt ist das poli- tische, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des Landes Branden- burg. Potsdam liegt an der Havel und hat eine malerische Umgebung mit vielen Wäldern und Seen. Deutschland bestand vor 300 Jahren aus vie- len Staaten. Sie wurden regiert von Königen, Fürsten, Herzögen, Grafen und Bischöfen. Brandenburg-Preußen war der mächtigste deutsche Staat. Potsdam, seit Beginn des 18. Jahrhunderts königliche Residenz, ist eng mit der Geschichte Preußens verbunden. Bis 1740 wurde Preußen von Friedrich Wilhelm I. regiert, der „Soldatenkönig" genannt wird. Er baute ein stehendes Heer auf und ließ Potsdam zur Garnisonstadt ausbauen. Aus dieser Zeit stammen die Wohnhäuser der heutigen Brandenburger Straße. In den Zimmern direkt unter dem Dach mussten die Bürger damals Soldaten wohnen lassen. Als der Soldatenkönig den Norden der Stadt bebauen wollte, holte er holländische Hand- werker nach Potsdam. Für sie wurde in der Zeit von 1733 bis 1742 ein besonderes Stadt- viertel gebaut. Das Holländische Viertel mit seinen 134 Holland- Häusern gehört heute zu den Sehenswür- digkeiten Potsdams. 48 zweiundvierzig
  • 46. Von 1740 bis 1786 wurde Preußen von Friedrich II. regiert, der auch Friedrich der Große genannt wird. Unter seiner Herrschaft wurde Potsdam zu einer repräsentativen Residenzstadt ausge- baut. Im Nordwesten der Stadt ließ er die berühmte Schloss- und Parkanlage Sanssouci erbauen. Stadtteile wurden abgerissen und mit repräsentativen Gebäuden im Barockstil wieder aufgebaut. Aus dieser Zeit stammen zum Beispiel das Rathaus auf dem Alten Markt (1753—1755), das Brandenburger Tor, das 1777 zur Erinnerung an den Siebenjährigen Krieg erbaut wurde und die Nikolaikirche (1781—1841), das Wahrzeichen von Potsdam. Historische Bedeutung hat das Schloss Cecilienhof, das während des Ersten Weltkrieges, in der Zeit von 1913 bis 1917, erbaut wurde. Hier fand im Juli/August 1945 die Potsdamer Konferenz der Siegerstaaten des Zweiten Weltkrieges statt. neunundzwanzig 49
  • 47. 5i Zu Besuch bei den Großeltern Über Potsdam In den Osterferien besuchen Lisa und Daniel ihre Großeltern in Potsdam. Sie wissen schon viel über die Stadt, denn sie sind nicht das erste Mal in Potsdam. Außerdem haben sie in der Schule schon einiges erfahren. Sagt anhand der Stichwörter, was Lisa und Daniel über Potsdam wissen. B e i s p i e l : In Potsdam kann man etwa 1000 historische Denkmäler besichtigen. 5. etwa 1000 historische Denkmäler 6. Geschichte Preußens 7. der Soldatenkönig 8. Friedrich der Große 9. größte und schönste Park- und Schlossanlage in Deutschland 10. Potsdamer Konferenz 1. Hauptstadt von Brandenburg — etwa 145 000 Einwohner 2. im Südwesten von Berlin — zwischen beiden Städten S-Bahn-Verbindung 3. Stadt der Museen und Schlösser — in Potsdam und Umgebung 20 Schlösser 4. malerische Umgebung Was ereignete sich wann? a) Sagt anhand der Texte auf den Seiten 48 und 49, welche Ereignisse zu welchen Jahreszahlen gehören. b) Wisst ihr, welche historischen Ereignisse zu diesen Jahreszahlen gehören? л1 * 's.'39 Zahlen und (Jahreszahlen) Und jetzt über euer Leben Lest laut. 1917 Personen Im Jahr 1917 1999 Frauen ^ Im Jahr 1999 1147 Männer Im Jahr 1147 1701 Kinder Im Jahr 1701 ) ) ) ) 1. Wann wurdet ihr geboren? 2. Wann wurden eure Eltern und Ge- schwister geboren? 3. Wann seid ihr in die Schule gekommen? 4. Wann kommt ihr aus der Schule? 5. Wann war das letzte große Ereignis in eurer Familie? 50 fünfzig
  • 48. 4 Friedrich der Große Setzt die passenden Wörter ein. gehört, Heer, mächtiger, geboren, Erziehung, historische, König, führte Persönlichkeiten, wirtschaftliche, Soldatenkönig, repräsentativen, baute ... In jedem Land gibt es berühmte ... Persönlichkeiten. In Russland sind das z. B. Iwan der Schreckliche, Peter I. oder Katharina II. In Deutschland ... Friedrich II., der Große, dazu. Friedrich der II. wurde 1712 ... . Sein Vater, König Friedrich Wilhelm I., wurde ... genannt. Er baute ein großes stehen- des ... auf. 1740 starb der Vater, und Friedrich II. wurde selbst ... . Er ... das Heer weiter ... und führte verschiedene Kriege, um Preußen immer größer und ... zu machen. Im Land selbst ... er wichtige ... und politische Reformen ... . Die preußische ... wurde seitdem weit über das Land hinaus bekannt: Bescheidenheit, Fleiß, Disziplin, Ordnung, Pünktlichkeit und'Staatstreue werden bis heute die „preußi- schen Tugenden" genannt. Unter der Herrschaft Friedrichs II. wurde Potsdam zu einer ... Residenzstadt. Er lud nach Sanssouci viele berühmte ... ein: Musiker, Dichter, Architekten, Gelehrte. Friedrich II. interessierte sich beson- ders für französische Kultur, Philosophie und Literatur. durch, aus 5 Historische Persönlichkeiten Vergleicht Peter /., Katharina II. mit Friedrich II. Benutzt dazu auch Nachschla- gewerke. 1. Wann haben sie gelebt? 2. Wie wurden sie genannt? 3. Wo haben sie gelebt? 4. Wodurch sind sie berühmt geworden? 5. Welche Kriege haben sie geführt? 6. Welche Reformen haben sie durchge- führt? L'M 7. Mit welchen Städten ist ihr Name eng verbunden? 8. Welche Denkmäler und Gebäude sind eng mit ihrem Namen verbun- den? 9. Wofür interessierten sie sich beson- ders? siebenundfünfzig 51
  • 49. 5i ЩзФ& Sanssouci 6 Sanssouci Heute besichtigen Lisa und Daniel zusammen mit ihren Großeltern Schloss Sanssouci. Sie machen eine Führung mit. Lest einen Auszug aus dem Vortrag der Fremdenführerin und ergänzt die fehlenden Wörter. SANS, SOUCI Unser historisches Schloss wurde im 18. Jahrhundert (1745—1747) von dem • Knobeisdorff erbaut. Die Pläne für die Schloss- und Parkanlage • von Friedrich dem Großen. „Ohne Sorgen" („sans souci") wollte der Preußenkönig in seiner Potsdamer • leben. Übri- gens, weil danach gefragt wurde (sie schaut Lisa an), weiß man bis heute nicht genau, warum am Eingang des • zwischen „SANS" und „SOUCI" ein Komma steht. Das Schloss steht, wie Sie sehen, auf einem Hier, so eng wie möglich mit der Natur wollte sich der König erholen. Hier wollte er lesen, musizieren, sich mit den Freunden Das Schloss wurde im • des Rokoko erbaut. Überall auf den Dächern der • sehen Sie die dafür typischen Skulpturen. Wenn Gäste im 18. • bei ihrem Besuch in Sanssouci meinten, man sähe in Potsdam mehr Leute auf den Dächern als auf den • , so ist das heute ganz anders. Jeden Tag kommen die • zu Hunderten in unseren berühmten Park. Auf der • Seite des Schlosses befinden sich die königlichen Zimmer, wo Friedrich von Mai bis • wohnte. Dazu gehören das Musikzimmer, in dem der König sehr oft Flöte das Arbeits- und Schlafzimmer sowie seine Bibliothek mit ihren 2200 Bänden französischer, griechi- scher und römischer Die deutsche Literatur und • liebte Friedrich gar nicht. An seinem • wurde Französisch gesprochen. Auf der linken Seite des Schlosses sind fünf Gästezimmer. Das • davon ist das Voltaire-Zimmer. Voltaire war ein guter Freund des Königs. Überhaupt lud Friedrich nach Sanssouci oft Gäste ein, um mit ihnen über die Probleme seiner Zeit zu Voltaire meinte, hier sei der freieste Ort Preußens, hier dürfte man schimpfen über alles, über die Kirche, nicht aber über den König. 52 sechsundfünfzig
  • 50. 7 Was wisst ihr? 1.Weiche Persönlichkeiten, die „der/die Große" genannt wurden, kennt ihr? 2. In welchen Städten gibt es ein „Brandenburger Tor"? 3. Wann war der Siebenjährige Krieg, und wer führte den Krieg? 4. Welche historischen Gebäude, die im Barock- oder Rokokostil gebaut wurden, kennt ihr? 5. Welche berühmten Persönlichkeiten (Musiker, Dichter, Gelehrte, Maler, Architekten) des 18. Jahrhunderts kennt ihr? Wodurch sind sie berühmt geworden? 8 Wörter - Wörter - Wörter! a) Ergänzt die fehlenden Wörter in der Tabelle. Musik Musiker — Musikerin musikalisch Malerei Maler — Malerin malen Architektur — architektonisch Herrscher — Herrscherin herrschen herrschaftlich Regierung Regent — Regentin Philosoph — Philosophin philosophieren philosophisch b) Bildet neue Wörter und verwendet sie in Sätzen. c) Osten — Westen — Süden — Norden Formt nach folgendem Muster um und verwendet die Wörter in Wortverbindungen. Osten östlich südöstlich nordöstlichOsten östlich südöstlich nordöstlich im Osten der Stadt östlich der Stadt südöstlich der Stadt nordöstlich der Stadt im Osten von Berlin östlich von Berlin südöstlich von Berlin nordöstlich von Berlin siebenundfünfzig 53
  • 51. Alexandrowka wurde gebaut 1 Die Passivformen Aktiv Passiv Präsens Präteritum Man nennt ihn „Soldatenkönig". Sie bauen Häuser. Man nannte ihn „Soldatenkönig". Sie bauten Häuser. Er wird „Soldatenkönig" genannt. Häuser werden von ihnen gebaut. Er wurde „Soldatenkönig" genannt. Häuser wurden von ihnen gebaut. Präsens: + Beispiele: ich , du , es > , ihr Präteritum: + Beispiele: er , sie .;..•••: , wir ":.:f Der „Täter" wird mit л (+ Dativ) oder (+ Akkusativ) angeschlossen. Beispiel: Das Haus wurde ihm/ ihn erbaut. 2 Potsdam wird von ihnen besucht Formt die Sätze ins Passiv um. 1. Sie besuchen Potsdam. 2. Sie besichtigen die Schlösser, Museen und Denkmäler der Stadt. 3. Heute dreht man hier einen Film von Sanssouci. 4. Die Fremdenführerin beschreibt den Inhalt des Films. 5. Dann zeigt sie die verschiedenen Zimmer des Schlosses. 6. Sie erzählt eine Geschichte über Friedrich den Großen und Voltaire. 7. Jede volle Stunde führt man eine Führung durch den Park durch. 8. Viele Touristen kaufen Ansichtskarten. 9. Einige Touristen fotografieren im Park selbst. 10. Ein Vater sucht den kleinen Sohn. 11. Er fragt alle Leute, ob sie ihn gese- hen haben. 3 Vor 300 Jahren ... Gebt die Inhalte im Passiv wieder. 1. Könige, Herzöge, Grafen und Bischöfe regierten die vielen deutschen Staaten. 2. Bis 1740 regierte König Friedrich Wilhelm I. Preußen. 3. Man nannte ihn „Soldatenkönig". 4. Er baute in Potsdam ein großes ste- hendes Heer auf. 5. Friedrich Wilhelm I. baute Potsdam zur Garnisonstadt aus. 6. Holländische Handwerker bebauten den Norden der Stadt. 7. Für sie baute man in Potsdam ein besonderes Stadtviertel. 8. 1740—1786 regierte Friedrich II. Preußen. 9. Man nannte Friedrich II. manchmal auch den „Alten Fritz". 10. Er ließ Potsdam zu einer repräsen- tativen Residenzstadt ausbauen. 11. Er ließ ganze Stadtteile abreißen und mit repräsentativeren Gebäuden aufbauen. 54 s echsundfünfzig
  • 52. 4 Von einer deutschen Prinzessin zur russischen Zarin Formt die Sätze ins Passiv um. 1. Katharina kam im Jahr 1729 in Anhalt-Zerbst zur Welt. 2. Man nannte sie Sophie Friederike Auguste. 3. Ihre Mutter brachte sie mit 14 Jahren nach Russland. 4. 1745 verheiratete man sie an Peter III. 5. Man nannte sie Jekaterina. 6. 1762 krönte man sie zur Zarin. 7. Die Zarin Katharina II. beendete 1763 den Krieg mit Preußen. 8. Katharina führte viele Reformen durch. 5 Kolonie Alexandrowka Formt die Sätze ins Passiv um. 1. 1812 brachte man viele russische Soldaten als Kriegsgefangene nach Preußen. 2. Der preußische König Friedrich Wilhelm III. wählte 62 Soldaten aus, die gut sin- gen konnten. 3. Mit ihnen bildete er einen Chor. 4. Der Chor sang russische Lieder, die der König sehr liebte. 5. Nach dem preußisch-russischen Bündnis schenkte Zar Alexander dem preußischen König den russischen Chor. 6. Im Jahr 1826 ließ Friedrich Wilhelm III. für die russischen Sänger die Kolonie Alexandrowka bauen. 7. Viele Touristen besichtigen heute in Potsdam die kleinen, aber sehr schönen rus- sischen Holzhäuser. Alexander-Newski-Kapelle in Alexandrowka siebenundfünfzig 55
  • 53. 6 Passivformen mit Modalverben Aktiv Passiv In Museen darf man nicht fotografieren. Die Sachen soll man vorne abgeben. Karten muss man am Eingang kaufen. Hier konnte man alles diskutieren. In Museen darf nicht fotografiert werden. Die Sachen sollen vorne abgegeben werden. Karten müssen am Eingang gekauft werden. Hier konnte alles diskutiert werden. 7 Sätze umformen! Gebt die Inhalte erst im Aktiv, dann im Passiv wieder. M u s t e r : Taschen am Eingang abgeben! — > - Taschen muss/soll man am Eingang abgeben. — T a s c h e n müssen/sollen am Eingang abgegeben werden. 8 In der Zeit von ... Ergänzt die passenden Präpositionen und beendet die Sätze. 1 I I .lahr 171? wnrrlR 6. С I Beginn des 18. Jahrhunderts ist ? I 1174П I I 17RR rpgifirtfi 7. С I dem Siebenjährigen Krieg ließ 3. I I 17.7.1945 begann ... 8. Е I heute weiß man nicht, ... 4 I I des Ersten Weltkrieges wurde ... 9. С 117 7 1 I ? Я 1P4R riauertfi 5 I I rlfir 7fiit I I 1733 I 1174? 10. С I 300 Jahren bestand ... 56 sechsundfünfzig
  • 54. Anekdoten über Friedrich II. 1 Der Müller von Sanssouci der Müller — мель- ник Über den Preußenkönig werden im Volk viele Anekdoten erzählt, in denen sich Wirklichkeit und Wunsch, Wahres und Unwahres oft vermischt haben. a) Lest folgende Anekdote. Als Friedrich II. sein Schloss Sanssouci erbauen ließ, war eine Mühle, die auf dem Berg stand, im Weg. Er wollte sie abreißen lassen. Da ließ der König den Müller zu sich kommen und sagte ihm, er wolle die Mühle kaufen. Aber der Müller wollte die Mühle behalten. Der König bot dem Müller eine viel bessere Mühle und sehr viel Geld an, doch auch dadurch konnte er den Müller nicht zum Verkauf der Mühle überreden. Da fragte Friedrich den Müller zornig, ob er denn nicht wisse, dass er ihm die Mühle auch wegnehmen könne, ohne etwas dafür zu bezahlen. Der Müller antwortete kurz: „Ja, Euer Majestät, wenn nur das Kammergericht in Berlin nicht wäre." Diese Antwort gefiel dem König, denn sie zeigte, dass der Müller auf die Gerechtigkeit im Lande Friedrichs II. vertraute. Und der Müller konnte seine Mühle behalten. Sie wurde nicht abgerissen und blieb in der Nähe des Hofes stehen. So wird es erzählt. Wahr ist, dass sich der König mit dem Müller wegen der Mühle stritt. Der König wollte aber die Mühle in Wirklichkeit nicht abreißen lassen. Weil sie ihm gut gefiel und weil er meinte, dass sie gut in seinen Park passe, sollte sie in der Nähe des Hofes bleiben. Der Müller hingegen wollte mit seiner Mühle an einen anderen Ort ziehen, weil die neuen Gebäude von Sanssouci den Wind nahmen. b) Erzählt, wie der Streit um die Mühle in Wirklichkeit gewesen sein könnte. c) Spielt das Streitgespräch zwischen König und Müller. die Wirklichkeit — действительность wahr — истинный, действительный vermischen, sich — смешиваться, пу- таться die Mühle — мель- ница behalten — остав- лять, сохранять anbieten — предла- гать Euer Majestät — ваше величество das Kammerge- richt — верховный суд die Gerechtigkeit — справедливость vertrauen — дове- рять siebenundfünfzig 57
  • 55. Anekdoten über Friedrich II. LV ц ^ Щ 2 Ein Gespräch mit einem Staatsminister a) Lest die folgende Anekdote. Jedes Jahr ein Mal mussten die Staatsminister dem König über Stand und Probleme der Verwaltung berichten. Wieder saß man mit dem König zusammen, als einer der Staatsminister sagte, es gäbe in Berlin einen Mann, der unverschämte Reden über die Person des Königs halte. Das tue er überall öffentlich. Die Sache sei schon zu einem riesigen Skandal geworden. „Was sagt er denn?", fragte Friedrich. „Majestät, er sagt Frechheiten, die man nicht vor den Ohren des Königs sagen kann." „Ich muss es aber doch wissen, was er sagt, damit ich etwas tun kann. Sprechen Sie also!" „Sire, er spricht von Ihnen zum Beispiel mit Wörtern wie .Tyrann' und ,Despot'. Er muss Sie unglaublich hassen." „Und was ist das für ein Mann?" „Er heißt ..." „Ich frage Sie nicht nach seinem Namen", sagte schnell der König, „der interessiert mich nicht; ich möchte wissen, was er ist." „Er ist ein Berliner Bürger." „Das interessiert mich auch nicht. Ich möchte erfahren, über welche Mittel und Hilfen er verfügt. Kann er zweihunderttausend Mann auf die Beine stellen?" „O nein, Sire, es ist ein Privatmann, der von einer kleinen Rente lebt und sonst nichts hat." „O das gibt mir meine Ruhe wieder. Sie verstehen, wenn dieser Mensch, der mich sicher nicht liebt, Heere gegen mich ins Feld stellen könnte, so müsste ich natürlich etwas gegen ihn tun. Da er ganz und gar machtlos ist, so kann ich ihn ruhig weiter schimpfen lassen." die Verwaltung — управление unverschämt — бесстыдный, на- die Mittel — сред- ства (материаль- ные) verfügen — рас- полагать machtlos — бес- сильный b) Gebt ein kurzes Resümee. c) Beantwortet die folgenden Fragen: — Was erfahrt ihr aus der Anekdote über Eigenschaften Friedrichs? — Was erfahrt ihr über die Staatsordnung und das Leben der Menschen in Preußen? — Was, meint ihr, hätte der König getan, wenn der Mann, der öffentlich über ihn schimpfte, reich und mächtig gewesen wäre? 58 sechsundfünfzig
  • 56. Lektüre 3 Aus Fontanes „Wanderungen durch die Mark Brandenburg" Vor mehr als hundert Jahren reiste der berühmte deutsche Dichter Theodor Fontane (1819—1898) kreuz und quer durch das Brandenburger Land, das auch die „Mark Brandenburg" genannt wird. Was er dabei hörte und sah, hat er in seinem mehrbändigen Werk „Wanderungen durch die Mark Brandenburg" beschrieben. Auch Geschichten über den Preußenkönig kann man darin finden. a) Lest einen Originalauszug aus einer solchen Geschichte. Den König interessierte sehr, wie die Bauern lebten. Nicht sel- ten fuhr er selbst auf die Bauernhöfe. Bei einem dieser Besuche sprach der König mit dem Oberamtmann Fromme, einem Beamten der ländlichen Verwaltung, dem die Bauern des betreffenden Gebietes unterstellt waren. König: Fromme: König: Fromme: König: Fromme: König: Fromme: König: Fromme: König: Fromme: Hört mal, wie seid Ihr mit der Ernte zufrieden? Sehr gut, Ihre Majestät! Sehr gut? Und mir haben die Bauern gesagt: sehr schlecht! Ihro Majestät, das Wintergetreide ist etwas erfroren; aber das Sommergetreide steht dafür so schön, dass es den Schaden beim Wintergetreide reichlich ersetzt. Eure Untertanen müssen recht gut im Stande sein? Vor drei Jahren starb ein Bauer, der hatte elftausend Taler in der Bank. Wie viel? Elftausend Taler. So müsst Ihr die Bauern auch immer erhalten! Ja, es ist recht gut, Ihro Majestät, dass der Untertan Geld hat; aber er wird auch übermütig, wie die hiesigen Untertanen, welche mich schon siebenmal bei Ihro Majestät verklagt haben, um vom Hofdienst frei zu sein. Sie werden auch wohl Ursachen dazu haben. Sie werden gnädigst verzeihen; es ist eine Untersuchung gewesen, und die hat befunden, dass ich die Untertanen nicht gedrückt, sondern dass ich immer Recht gehabt, und sie nur zu ihrer Schuldigkeit angehalten habe! Dennoch bleibt die Sache, wie sie ist: Die Bauern werden nicht bestraft; Ihro Majestät geben den Untertanen immer Recht, und der arme Beamte muss Unrecht haben. kreuz und quer — вдоль и поперек das Werk — произ- ведение der Oberamtmann — окружной голова der Beamte — слу- жащий das Gebiet — об- ласть das Wintergetreide — озимые erfroren — подморо- женный der Schaden — убы- ток der Untertan — под- данный der Taler — талер (старинная монета) übermütig — занос- чивый verklagen — пода- вать жалобу der Hofdienst — служба при дворе verzeihen — прощать drücken — угнетать die Schuldigkeit — обязанность anhalten — побуж- дать, приучать bestrafen — наказы- b) Was erfahrt ihr aus dem Gespräch über den Preußenkönig? c) Charakterisiert den Oberamtmann Fromme. neunundzwanzig 59
  • 57. Von Spitzweg bis Liebermann Caspar David Friedrich Frau am Fenster (1822) Carl Spitzweg Der Angler (1808) Karl Schmidt-Rottluff Schwertlilien (1925) Fritz von Uhde Heidenprinzesschen (1889) Caspar David Friedrich Das Eismeer (1823/24) 60 sechzig
  • 58. 1 Lisa und Daniel im Folkwang-Museum Lest und beantwortet die Fragen unten. Lisa: Sieh mal, Daniel, wie gefällt dir dieses Bild? Daniel: Welches? Lisa: Das mit dem Baum von Caspar David Friedrich. Daniel: Na ja, ich weiß nicht. Lisa: Ich finde die Bilder von Caspar David Friedrich toll! Nicht nur dieses, sondern alle Landschaftsbilder von ihm. Sieh mal, wie genau der Baum gemalt ist! Es scheint, als ob der Maler genau jedes Blatt aus der Wirklichkeit aufs Papier gebracht hätte. Die Natur sieht aus, als ob sie fotografiert wäre. Daniel: Ja genau, heute fotografiert man so etwas besser. Lisa: Und das Wasser glänzt, als ob es Silber wäre! Daniel: Ist es aber nicht. Lisa: Und die Berge ... Daniel: Finde ich kitschig! Als ob es blaue Berge gäbe! Lisa: Du bist ja blöd! Du tust so, als ob du was von Kunst verstehen würdest! Daniel: Nein, ich finde solche Gemälde nur total langweilig. Bilder, auf denen Menschen dargestellt sind, gefallen mir viel besser. Man erfährt, wie die Menschen gelebt haben. Und überhaupt finde ich die moderne Malerei viel interessanter. Lisa: Du redest so, als ob es in der modernen Malerei keine Landschaftsbilder gäbe. Aber wir können ja jetzt zu den Werken der Modernen gehen. 2 Fragen 1. Was wisst ihr über das Folkwang-Museum? 2. Worüber diskutieren Lisa und Daniel? 3. Welche Beziehung haben beide zur Malerei? Wie steht ihr zur klassischen/modernen Malerei? 4. Was ist auf den Bildern von Spitzweg, Uhde, Friedrich und Schmidt-Rottluff dargestellt? Beschreibt die Bilder. 5. Habt ihr einen Lieblingsmaler oder ein Lieblingsbild? Erzählt darüber. Europas größtes Kunsthaus Folkwang-Museum Essen die mit 600 Werken von Spitzweg bis Liebermann bedeutendste Kunstsammlung des 19. Jahrhunderts - darüber hinaus die mit Tausenden von Werken größte Ausstellung der besten Künstler unseres Jahrhunderts von klassisch bis modern dreiundsechzig 61
  • 59. Wassily Kandinsky Improvisation — Sintflut Gabriele Münter Dorfstraße im Winter Franz Marc Blaues Pferd Mit Formen und Farben August Macke Promenade - J „Der Blaue Reiter" Macht euch mit den folgenden Malern bekannt. Wassily Kandinsky (1866—1944), russischer Maler, der 1866 in Moskau geboren wurde, aber 1896—1914 in München gelebt hat. Er ist einer der bedeutendsten europäischen Künstler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er begründete die abstrakte Malerei, eine Richtung, die die Nähe zur Wirklichkeit ablehnt und vor allem mit Farben und Formen arbeitet. Zusammen mit Franz Marc gründete er 1911 in München die Künstlergruppe „Der Blaue Reiter", die ihren Namen nach einem Bild von Kandinsky erhielt. Zu ihr gehörten auch Gabriele Münter, August Macke und Paul Klee. Franz Marc ( 1 8 8 0 - 1 9 1 6 ) ; Vertreter der abstrakten Malerei, der die Ähnlichkeit mit Formen und Farben der Wirklichkeit ablehnte und zusammen mit Kandinsky „ D e n Blauen Reiter" gründete. Er fiel im 1. Weltkrieg. Gabriele Münter (1877— 1962); Schülerin Kandinskys, die vor allem Landschaften und Stillleben malte. August Macke (1887— 1914); gehört zu „ D e m Blauen Reiter", dessen Vertretern die Formen und Farben wichtig, die Wirklichkeit aber unwichtig waren. Er fiel im 1. Weltkrieg. 62 sechsundsechzig
  • 60. 2 Über die Vertreter einer Kunstrichtung Beantwortet die folgenden Fragen. 1. Wieso ist der Name des russischen Malers W. Kandinsky eng mit der deutschen Malerei verbunden? 2. Was versteht ihr unter abstrakter Malerei? 3. Was ist typisch für den Malstil von Wassily Kandinsky, Gabriele Münter, Franz Marc und August Macke? 4. Welche Bilder gefallen euch, welche nicht? 5. Welche anderen Vertreter oder Kunstwerke der abstrakten Malerei kennt ihr darüber hinaus? 6. Was wisst ihr über „Den Blauen Reiter"? 7. Gab es ähnliche Künstlergruppen in Russland? Wortfamilien und Wortnester a) Findet möglichst viele Wörter zu den Wortfamilien. MALEREI DARSTELLEN _ . / L / _MAL KUNST STELL r /Л / IKUNSTLER b) Findet die entsprechenden Substantive und bildet Sätze mit ihnen. M u s t e r : wirklich — Wirklichkeit — Er stellte es so dar, wie es in Wirklichkeit war. wirklich — nah — ähnlich — glücklich — bedeutend — kulturell — kräftig — aktiv — ruhig — literarisch — modisch — musikalisch — philosophisch — natürlich — typisch — langweilig c) Findet die entsprechenden Verben und bildet Sätze mit ihnen. Anfang — Rede — Erinnerung — Erzählung — Erholung — Führung — Meinung — Training — Sammlung — Wanderung — Wunsch — Antwort — Frage — Freude — Besuch — Besichtigung d) Ergänzt alles, was dazu gehört, und verwendet die Wörter in Sätzen. dreiundsechzig 63
  • 61. 6.3 r ,Eine Popkarriere 4 „3 T" Die Neffen von Michael Jackson stürmen mit „Anything" jetzt die Charts. Doch schon als Kinder waren die drei sehr musikalisch. In der Wohnung der Familie Jackson am 8. August 1981: Taryll Jackson, der an diesem Tag seinen sechsten Geburtstag feiert, sitzt bei seiner Birthday-Party am Klavier und spielt sein Lieblingslied „I'll be there" von den „Jackson 5". Mit dieser Supergroup der 70er Jahre wurde nicht nur sein Vater Tito berühmt, sondern auch dessen fünf Jahre jüngerer Bruder, sein Onkel Michael Jackson. Tarylls älterer Bruder Tay, der vier Tage zuvor acht Jahre geworden war, bewegt sich im Takt mit, und der Kleinste, TJ (geboren am 16. Juli 1978), singt fröhlich ins Mini-Mikro. Die Eltern Tito und Dolores und die Partygäste sind begeistert — sie wurden Zeugen des ersten „3 T"-Auftritts! Diese Szene in ihrem Elternhaus in Encino zeigt, dass die drei Ts Showtalent haben. „Wir haben es direkt in die Wiege bekommen", lacht TJ, der heute der Mädchenschwarm von „3 T" ist. „Es war aber nicht unser Vater, der uns dazu bewegte", erzählt Tay, „sondern unsere Mutter Dolores. Sie meinte damals schon, dass wir mal sehr berühmt würden." Leider konnte Dolores Jackson den Erfolg ihrer Söhne nicht erleben. Am 27. August 1994 ertrank sie in ihrem Swimmingpool. Nach ihrem Tod wurde Vater Tito der Manager von Tay, Taryll und TJ. Er hatte seinen Kids bereits mit fünf, sechs Jahren die ersten Instrumente geschenkt. „Dad zeigte uns, wie man Songs komponiert", erzählt Taryll. „Mit 12, 13 komponierten wir dann selbst unsere ersten Songs." Die Musik war neben Baseball immer ihr größtes Hobby. „Uns war klar, dass wir eines Tages eine Popkarriere starten würden", sagt Tay, „unserer Mum zum Gedenken nann- ten wir uns ,3 T', denn so hatte sie uns immer genannt." Dass sie seit 1995 von ihrem Onkel Michael, den sie „Doo Doo" nennen, beraten würden, hätten sie sich, die drei Shooting-Stars, deren zweite Single gerade erschienen ist, niemals träumen lassen. „Schade nur", sagt TJ traurig, „dass unsere liebe Mutter diesen Erfolg nicht erleben kann. Sie wäre sicher sehr, sehr stolz auf uns ..." 1. Erzählt über die Familie der Jacksons. 2. Wie begann die Karriere von „3 T"? 3. Wie gefallen euch die Songs von „3 T"? 4. Erzählt über die Karriere einer Popgruppe oder eines Popstars. 5. Ersetzt die englischen Wörter, wo das möglich ist, durch deutsche Wörter. 64 s echsundsechzig
  • 62. 5 Uber eure Lieblingsmusik Erzählt anhand der Stichpunkte über die Musik, die ihr gern hört. 1.Zu welcher Musikrichtung gehört die Musik, z.B. zur Rock-Musik, Volksmusik, klassi- schen Musik, Techno-Musik, zur Oper/Operette/zum Musical oder zur Country-Musik? 2. Welche Stars sind damit verbunden? 3. Wo, wann und wie oft hört ihr Musik? 4. Was gibt euch die Musik? 6 Wörter - Wörter - Wörter! a) Sagt, welches Wort nicht in die Reihe gehört. Begründet eure Aussage. 1. Schloss — Museum — Karriere — Gedenkstätte — Kunsthaus — Parkanlage — Denkmal 2. Shooting-Star — Charts — Supergroup — Showtalent — Swimmingpool — Mini- Mikro — Song 3. Farben — Formen — Linien — Mädchenschwarm — Symbole — Zeichenblock — Malstil — Stillleben 4. Gemälde — Vertreter — Plakate — Möbel — Münzen — Briefmarken — Instrumente — Bieretiketten b) Findet zu den folgenden Wörtern ein Gegenteil und verwendet es im Satz. 1. Erwachsener — Single — Tochter — Leben — Tag — Ferne — Erholung — Chaos — Hobby 2. anfangen — bekommen — bringen — bleiben — lieben — suchen — reiten — nehmen — fragen 3. älter — blöd — gesund — unbedeutend — schwarzweiß — hell — untypisch — kitschig — reich 4. alle — viel — damals — verschieden — links — immer — vorne — gemeinsam — am Rand — minus c) Bildet neue Wörter und verwendet sie in Sätzen. dreiundsechzig 65
  • 63. Er tat, als ob er viel davon verstände 1 Relativsätze und Relativpronomen der Maler das Bild die Malerin die Werke Nominativ der das die die Genitiv dessen dessen deren deren Dativ dem dem der denen Akkusativ den das die die Beispiele: Der Maler/Die Malerin, in Moskau geboren wurde, ... Der Maler/Die Malerin/Die Künstler, Werke gezeigt wurden, ... Lisa/Daniel/Die Geschwister, die Ausstellung gefallen hat, ... Der Maler/Die Malerin/Die Künstler, wir noch nicht kannten, ... 2 Über Künstler, denen die Nähe zur Wirklichkeit unwichtig ist Bildet Relativsätze nach folgendem Muster: Kandinsky, der „Den Blauen Reiter" gründete, lebte seit 1896 in München. 1. Kandinsky ist einer der bedeutendsten europäischen Künstler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. • Kandinsky begründete die abstrakte Malerei. 2. Die abstrakte Malerei lehnt die Nähe zur Wirklichkeit ab. • Die abstrakte Malerei arbeitet vor allem mit Formen und Farben. 3. Gabriele Münter gehörte auch zur Künstlergruppe „Des Blauen Reiters". • Gabriele Münter war eine Schülerin Kandinskys. 4. August Macke und Franz Marc fielen im 1. Weltkrieg. • August Macke und Franz Marc waren Vertreter der abstrakten Malerei. 3 Die Messe „art antique" Setzt die richtigen Relativpronomen ein. „Art antique" in Düsseldorf Die Messe „art antique", auf ... Gemälde, Ikonen und antike Möbel gezeigt werden, öffnet am 7. Februar ihre Türen. Hier zeigen mehr als hundert Künstler, ... unter anderem aus Österreich, Belgien, Holland, Luxemburg und den USA nach Düsseldorf kommen, antike Kunstwerke, Musikinstrumente und Bücher. Das teuerste Kunstwerk, ... auf der Messe verkauft werden soll, ist das Gemälde „Venus von Cupido" von Francois Boucher, für ... man 500 000 DM bezahlen soll. 4 Was ist das? Erklärt die Bedeutung der folgenden Begriffe. B e i s p i e l : „3 T" ist eine Popgruppe, die ... „3 T" — Charts — Mini-Mikro — Mädchenschwarm — Swimmingpool — Song — Shooting-Star — Single 66 sechsundsechzig