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Ombudsperson
für Kinder und Jugendliche
in Liechtenstein
Tätigkeitsbericht für das Jahr 2011




Gruppenarbeit aus einem Kinderrechte-Workshop, 4.Klasse Primarschule
Tag der Kinderrechte, 20.11.11.




Inhaltsverzeichnis

Seite   02       1.     Ausgangslage

        02       2.     Rechtsgrundlagen

        02       3.     Schwerpunkte 2011

        03       4.     Entwicklung in den einzelnen Bereichen
        03       4.1    Anlauf- und Beschwerdestelle / Vermittlungsfunktion
        04       4.2    Kooperation / Vernetzung / Kinderrechte
        07       4.3    Öffentlichkeitsarbeit
        07       4.4.   Internationale Kontakte und Tagungen

        08       5. Ausblick
        08       5.1. Umsetzung der Kinderrechte in Liechtenstein
        09       5.2. Ausgestaltung des gesetzlichen Auftrages

        09       6.     Antrag an den Landtag
                                                                                   OSKJ
        10       7.     Anhang                                                     Ombudsstelle
        10       7.1.   Veranstaltung zum Tag der Kinderrechte                     für Kinder
        11       7.2.   Musiktheater zum Thema Kinderrechte                        und Jugendliche
        12       7.3.   Aktivitäten im Überblick
        13       7.4.   Die internationale Konvention über die Rechte des Kindes   Margot Sele
        14       7.5    Auszug aus dem Kinder- und Jugendgesetz                    Pradafant 1
                                                                                   9490 Vaduz
                                                                                   Tel 230 22 33
                                                                                   margot.sele@oskj.li
                                                                                   www.oskj.li
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Ombudsperson für Kinder und Jugendliche

Tätigkeitsbericht für das Jahr 2011


1. Ausgangslage

Liechtenstein hat die UN-Kinderrechtskonvention 1995 ratifiziert, ist seit 1996 Vertrags-
staat und hat bisher zwei Länderberichte (1998 und 2004) über die Umsetzung des Über-
einkommens bei der UNO eingereicht. Am 13. Januar 2006 hat der UN-Ausschuss für die
Rechte des Kindes den zweiten Länderbericht Liechtensteins in Genf behandelt. In den
darauffolgenden abschliessenden Bemerkungen (Concluding Observations) wiederholte
der Ausschuss seine Empfehlung, einen unabhängigen, kinderfreundlichen Überwa-
chungsmechanismus zu schaffen, wie z.B. eine Ombudsperson für Kinder und
Jugendliche.

Mittlerweile ist in Liechtenstein ein revidiertes Kinder- und Jugendgesetz in Kraft getreten
(2009) und die darin unter Art. 96 – 100 vorgesehene Ombudsperson wurde im Oktober
2009 vom Liechtensteinischen Landtag für die Dauer von 4 Jahren gewählt. Die Ombuds-
frau für Kinder und Jugendliche hat ihre Tätigkeit am 1. Januar 2010 aufgenommen. Das
Auftragspensum beträgt 40 Stellenprozente.


2. Rechtsgrundlagen

Der Auftrag der Ombudsperson für Kinder und Jugendliche stützt sich auf das Kinder-
und Jugendgesetz (KJG), Art. 96 – 100, Liecht. Landesgesetzblatt Nr. 29, Jahrgang 2009.
Siehe Auszug aus dem Kinder- und Jugendgesetz im Anhang unter 7.5.

Der gesetzliche Auftrag der Ombudsperson für Kinder und Jugendliche umfasst im
Wesentlichen folgende Aufgaben:

    •   Führen einer Anlauf- und Beschwerdestelle für Kinder- und Jugendfragen, die
        sowohl für Erwachsene als auch für Kinder und Jugendliche allgemein zugänglich
        ist
    •   Überwachung der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention im Fürstentum
        Liechtenstein
    •   Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen des Aufgabengebietes



3. Schwerpunkte 2011
                                                                                               OSKJ
                                                                                               Ombudsstelle
Im Zentrum des Berichtsjahres 2011 standen die Bearbeitung der an die Ombudsstelle
                                                                                               für Kinder
herangetragenen Fragen, Anliegen und Beschwerden. Des Weiteren ergaben sich                    und Jugendliche
umfangreiche Aktivitäten im Zusammenhang mit der Erstellung des Kinder-&Jugend-
berichts 2011, der 2012 - parallel zum 3. Länderbericht – beim UN-Kinderrechtsaus-             Margot Sele
schuss in Genf eingereicht werden soll. Hierzu wurden in Zusammenarbeit mit zwei               Pradafant 1
Mitgliedern des Kinder- und Jugendbeirates Kinder und Jugendliche über die UN-                 9490 Vaduz
Kinderrechtskonvention informiert. Weiter wurden gut 1000 Schüler und Schülerinnen             Tel 230 22 33
                                                                                               margot.sele@oskj.li
                                                                                               www.oskj.li
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im Alter von 7 bis 18 Jahren schriftlich zu ihrer Lebenssituation befragt und rund 60
Jugendliche im Alter von 16 bis 24 Jahren in Gruppen interviewt. Im Rahmen dieses
Projektes konnten für die weitere Arbeit wichtige Informationen gesammelt und
Kontakte geknüpft werden. Erste Ergebnisse der Befragung von Kindern und Jugend-
lichen wurden bereits anlässlich der Veranstaltung zum Tag der Kinderrechte am 20.
November 2011 im TaK präsentiert. Der vollständige Kinder-&Jugendbericht 2011 wird
im Verlaufe des Jahres 2012 der Liechtensteinischen Öffentlichkeit vorgestellt werden.


4. Entwicklung in den einzelnen Bereichen

4.1 Anlauf- und Beschwerdestelle/Vermittlungsfunktion

Im Berichtsjahr wurde die OSKJ in 23 Fällen kontaktiert. Nachdem sich im letzten Jahr
lediglich Erwachsene an die OSKJ gewendet hatten, nahmen 2011 in drei Fällen Jugend-
liche, darunter auch eine Gruppe von Jugendlichen, direkt mit der OSKJ Kontakt auf. In
den bearbeiteten Fällen ging es um Anliegen, Anregungen und Fragen zu unterschied-
lichen Kinder- und Jugendthemen. Zudem gab es Beschwerden betreffend die Vorge-
hensweise und/oder zu Entscheiden von Behörden und Institutionen. Je nach Anliegen
der einzelnen Personen hat die Ombudsfrau mit den involvierten Stellen Kontakt aufge-
nommen, einerseits um sich über die Thematik zu informieren und andererseits um sich
ein Bild über die Vorgehensweise zu machen. In mehreren Fällen ist es gelungen,
zwischen den Parteien zu vermitteln oder zu einer Lösung des Problems beizutragen.
In zwei Fällen wurden von der OSKJ Eingaben bei Gericht gemacht. In 6 Fällen waren die
Betroffenen schon im Jahr 2010 an die Ombudsstelle gelangt. Die Bearbeitung dieser
Fälle erstreckte sich zum Teil ins Berichtsjahr hinein oder aber die Betroffenen kontaktier-
ten die OSKJ erneut, da sich neue Problemfelder ergeben hatten.

Problemfelder der Anliegen und Beschwerden im Jahr 2011:
Die vorgebrachten Themen und Probleme waren im Berichtsjahr vielfältig. Um die
Anonymität der Betroffenen zu wahren, wird auf Prozentangaben zur Häufigkeit der
vorkommenden Anliegen verzichtet. Die Fälle können folgenden Problemfeldern
zugeordnet werden:

-   Obsorgestreitigkeiten, Besuchsrecht
-   Schulthemen / Stipendien
-   Mobbing
-   Vorgehensweise von Behörden und Institutionen sowie Personen des
    öffentlichen Dienstes
-   Entscheide von Behörden und Institutionen
-   Kinderrechte / Umsetzung der Kinderrechtskonvention
-   Umgang der Behörden mit Familien, die um Asyl ansuchen
-   Erziehungsfragen
-   Verwahrlosung von Kindern
-   Verdacht des sexuellen Missbrauchs

Betroffene Jungen und Mädchen:                                                                 OSKJ
Von den betroffenen Kindern/Jugendlichen waren 59%                                             Ombudsstelle
Knaben und 41% Mädchen.                                                                        für Kinder
                                                                                               und Jugendliche

Alter und Geschlecht der betroffenen Kinder/Jugendlichen:
                                                                                               Margot Sele
12.5 % 0 – 6 Jahre                  davon: 75% männlich und 25% weiblich                       Pradafant 1
 3.0 % 7 – 10 Jahre                           100% weiblich                                    9490 Vaduz
25.5 % 11 – 14 Jahre                          50 % männlich und 50% weiblich                   Tel 230 22 33
40.5 % 15 – 17 Jahre                          69 % männlich und 31% weiblich                   margot.sele@oskj.li
                                                                                               www.oskj.li
                                             3
18.5 %   18 Jahre und älter                     50 % männlich und 50% weiblich

Erfahrungen mit Behörden und Amtsstellen
Die Zusammenarbeit bzw. der Kontakt mit den verschiedenen Amtsstellen und Behörden
gestaltete sich im Berichtsjahr einfacher als im Vorjahr, da die Ombudsstelle mit ihren
Aufgaben und Kompetenzen bei den einzelnen Stellen nun schon besser bekannt ist. An
dieser Stelle sei den betroffenen Behördenvertretern der Dank für die Bereitschaft zum
Gespräch und zur Zusammenarbeit im Interesse der betroffenen Kinder und Jugend-
lichen ausgesprochen.


4.2. Kooperation / Vernetzung / Kinderrechte

Austausch und Zusammenarbeit mit Institutionen und Organisationen in Liechtenstein
Der Austausch und die gegenseitige Vernetzung mit den einzelnen Organisationen und
Institutionen ermöglichen es der Ombudsperson, sich ein Bild über die Situation der
Kinder und Jugendlichen in Liechtenstein zu machen. Dies ist eine wichtige Voraus-
setzung, um dem Monitoring-Auftrag nachkommen zu können. So pflegte die Ombuds-
frau wiederum den Austausch mit verschiedenen öffentlichen und privaten Einrich-
tungen und Organisationen, die mit Kinder- und Jugendarbeit oder Kinder- und Jugend-
themen befasst sind. Im Berichtsjahr fand im Rahmen des Projektes Kinder&-Jugend-
bericht 2011 zudem eine intensive Zusammenarbeit der OSKJ mit dem Kinder- und
Jugendbeirat statt.
Aufgrund der Initiative der OSKJ und des TaK-Kindertheaters haben sich 2011 erstmals
neun Organisationen aus Liechtenstein zusammengeschlossen, um gemeinsam eine
Veranstaltung zum internationalen Tag der Kinderrechte am 20. November zu organi-
sieren (siehe auch 7.1.). Weiter wirkt die Ombudsfrau in der 2011 gegründeten Arbeits-
gruppe „Obsorge“ mit, welche sich unter anderem für eine verpflichtende Mediation
bei Trennung/Scheidung von Eltern mit Kindern bis 16 Jahren einsetzt.


Kontakt mit Kindern und Jugendlichen
Die OSKJ soll eine niederschwellige Anlaufstelle sein, die auch Kindern und Jugendlichen
offensteht. Um diesen Auftrag erfüllen zu können, sind direkte Kontakte der Ombuds-
person zu Kindern und Jugendlichen erforderlich. So hat die Ombudsfrau an der JUBEL-
Vollversammlung im Februar 2011 mitgewirkt und anschliessend das Mentoring der
Jugend-Projektgruppe „Schule“ übernommen, welche im Juni 2011 eine Schüler-Lehrer-
Konferenz veranstaltete. Im Rahmen des Projektes Kinder-&Jugendbericht 2011 konnte
die Ombudsfrau zudem Kinderrechte-Workshops in einigen Primarschulklassen des
Landes durchführen und so in direkten Kontakt mit Kindern treten. Eine gute Vernetzung,
welche z.T. auch in die Mitwirkung der OSKJ bei kinderrechtsrelevanten Projekten
münden kann, ermöglicht es der Ombudsperson, sich ein detailliertes Bild über die
Situation von Kindern und Jugendlichen in Liechtenstein zu machen und in Kontakt mit
diesen zu kommen.


Projekt Kinder-&Jugendbericht 2011                                                          OSKJ
(Recht auf Information, Anhörung und Mitwirkung)                                            Ombudsstelle
                                                                                            für Kinder
Wie unter 3. erwähnt, wird die OSKJ zusammen mit dem Kinder- und Jugendbeirat den           und Jugendliche
Kinder-&Jugendbericht 2011, welcher über die Lebenssituation von Kindern und Jugend-
                                                                                            Margot Sele
lichen in Liechtenstein Auskunft gibt, beim UN-Kinderrechtsausschusses (CRC) in Genf
                                                                                            Pradafant 1
einreichen. Dies bietet der OSKJ Gelegenheit, sich als regierungs-unabhängige Institution
                                                                                            9490 Vaduz
– parallel zum FL-Länderbericht - auf internationaler Ebene zur Lage der Kinderrechte in    Tel 230 22 33
                                                                                            margot.sele@oskj.li
                                                                                            www.oskj.li
                                            4
Liechtenstein zu äussern. Der vollständige Bericht soll Mitte 2012 auch der liechtenstei-
nischen Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Erste Ergebnisse der Befragung im Rahmen des Kinder-&Jugendbericht 2011:
Rund 1000 Kinder und Jugendliche haben sich zu drei Fragen geäussert: Was findest du
besonders gut in Liechtenstein? Was stört dich? Was würdest du verändern?
Zusammenfassend kann gesagt werden dass die jungen Menschen die Sicherheit, die
gute Infrastruktur und die hervorragenden Ausbildungsmöglichkeiten in Liechtenstein
durchaus zu schätzen wissen. Geborgenheit in der Familie und gutes Einvernehmen mit
Altersgenossen bezeichnen Kinder als wichtige Voraussetzung für ihr Wohlbefinden. Dass
Eltern oftmals keine Zeit haben, oder Kinder untereinander streiten, schlagen und
mobben wird als besonders störend erwähnt. Weiter ging aus der Befragung hervor, dass
junge Menschen sich oft von Erwachsenen zu wenig ernst genommen fühlen.
Jugendliche wünschen sich eine Begegnung mit Erwachsenen auf Augenhöhe, sie wollen
angehört und beteiligt werden. Von einer grossen Zahl der befragten Jugendlichen wur-
den die bestehenden Jugendtreffs in Liechtenstein gelobt. Bemängelt wurden u.a. die
fehlenden Ausgangsmöglichkeiten für 16- bis 18-Jährige und schlechte Busverbindungen
in gewissen Teilen des Landes.


Veranstaltung zum Tag der Kinderrechte, am 20.11.11. im TaK-Theater Liechtenstein
(Recht auf Information/Bekanntmachen der Kinderrechte)

Kinder und Jugendliche sollen über ihre Rechte und Pflichten Bescheid wissen. Dafür
benötigen sie Interessensvertreter in der Erwachsenenwelt, welche die Kinderrechte
bekannt machen und deren Umsetzung Nachdruck verleihen. Es gibt diese
Interessensvertreter natürlich auch in Liechtenstein, und einzelne von ihnen nahmen
bereits in den letzten Jahren den Internationalen Tag der Kinderrechte zum Anlass, um
mit punktuellen Aktionen auf die UN-Kinderrechtskonvention aufmerksam zu machen.
2011 haben sich jedoch erstmals neun Organisationen zusammengeschlossen, um
gemeinsam eine Veranstaltung zum Tag der Kinderrechte zu organisieren. Dies kann als
ein Ergebnis der Zusammenarbeit im Rahmen des Projektes Kinder-&Jugendbericht 2011
bezeichnet werden. Die Organisationen aha-Tipps und Infos für junge Leute, Abenteuer-
spielplatz Dräggspatz, ASSITEJ, Eltern Kind Forum, Frauenhaus Liechtenstein, Kinder- und
Jugendbeirat, OSKJ-Ombudsstelle für Kinder und Jugendliche, TaK-Theater Liechtenstein
und der Verein Kita FL trugen dazu bei, dass am 20. November 2011 inmitten eines bun-
ten Rahmenprogramms die ersten Ergebnisse der Befragung von Kindern und Jugend-
lichen präsentiert und der Film „Recht auf Kunst“ Premiere feiern konnte. Diese Zusam-
menarbeit soll weitergeführt werden, denn die Beteiligten sind der Meinung, dass in der
Verstärkung des Netzwerkes der Interessensvertreter von Kindern und Jugendlichen in
Liechtenstein viel Potential liegt.


Musik-Theater zum Thema Kinderrechte
(Recht auf Information / Bekanntmachen der Kinderrechte)

Auf Einladung der OSKJ gab die Theatergruppe Traumfänger aus Niederösterreich am 7.         OSKJ
November 2011 anlässlich ihres Besuches in Vorarlberg ein Gastspiel zum Thema               Ombudsstelle
Kinderrechte an der Primarschule Triesen (siehe Pressebericht unter 7.2.). Schüler der 2.   für Kinder
bis 5. Klasse bekamen die Gelegenheit, sich auf unterhaltsame Art und Weise mit den         und Jugendliche
Kinderrechten auseinanderzusetzen. Dieses Gastspiel war dank der Kontakte der OSKJ mit
dem Kinder- und Jugendanwalt (Kija) des Bundeslandes Vorarlberg möglich geworden.           Margot Sele
Bereits seit 3 Jahren veranstaltet die Kija diese Theateraufführungen mit grossem Erfolg    Pradafant 1
                                                                                            9490 Vaduz
jeweils für einige Primarschulklassen Vorarlbergs. Gerne hätte die OSKJ auch für 2012
                                                                                            Tel 230 22 33
wieder eine Veranstaltung zum Thema Kinderrechte für Primarschüler in Liechtenstein
                                                                                            margot.sele@oskj.li
                                                                                            www.oskj.li
                                             5
organisiert, jedoch steht der OSKJ leider kein Budget mehr für solche Projekte zur
Verfügung.


Schüler-Lehrerkonferenz
(Recht auf Anhörung und Mitwirkung)

JUBEL (Jugendbeteiligung Liechtenstein) bietet SchülerInnen der Weiterführenden Schu-
len in Liechtenstein eine Plattform, von ihrem Recht auf Anhörung und Mitwirkung Ge-
brauch zu machen. Auf Anfrage von JUBEL hat sich die Ombudsfrau bereit erklärt, das
Mentoring eines JUBEL-Projektes zum Thema Schule zu übernehmen.

Die Lehrer-Schülerbeziehung ist ein Thema, das immer wieder für Diskussionen sorgt und
oftmals heikel und konfliktbelastet ist. Anlässlich der JUBEL-Vollversammlung vom 23.
Februar 2011 entstand in der Projektgruppe Schule die Idee, eine Konferenz mit Lehrern
und Schülern zu organisieren. Die beteiligten SchülerInnen wollten den Lehrpersonen
aufzeigen, dass Schüler sich oftmals ungerecht behandelt, blossgestellt, unter Druck ge-
setzt und nicht ernst genommen fühlen, und sich anschliessend mit ihnen darüber aus-
tauschen. In der Weiterentwicklung der Projektidee einigte man sich darauf, dass es an
der Konferenz nicht nur ums Lehrer- sondern auch ums Schülerverhalten gehen sollte,
denn beide – Lehrer und Schüler – beeinflussen mit ihrem Verhalten das „Klima“ an einer
Schule. Thema der Konferenz sollte es sein, dass Schüler und Lehrer gemeinsam der Frage
nachgehen, was LehrerInnen und SchülerInnen zu einem guten Lernklima beitragen
könnten.

Da in der Projektgruppe SchülerInnen der Realschulen Schaan, Vaduz und Eschen vertre-
ten waren, wurde entschieden, dass zur Konferenz lediglich Lehrpersonen und Schüler-
Innen dieser drei Schulen eingeladen werden. Nach intensiven Vorbereitungen konnte
die Schüler-Lehrerkonferenz am 31. Mai 2011 im GZ Resch in Schaan abgehalten werden.
Nach einem humorvollen Einstieg in die Konferenz mittels von der Projektgruppe ge-
spielten Szenen aus dem Schulalltag wurde in gemischten Gruppen Erfahrungen über
positive und negative Verhaltensweisen von Lehrern und Schülern ausgetauscht und
man einigte sich über wichtige Grundsätze, welche die Lehrer-Schüler-Beziehung sowie
das Lernklima an einer Schule positiv beeinflussen können. Dabei kristallisierten sich
Werte wie „Respekt“, „Humor“, „Fairness“ und „Vertrauen“ heraus. Zum Abschluss der
Konferenz setzten sich Lehrpersonen und Schüler der einzelnen Schulen an einen Tisch
um sich über die Bedeutung der Ergebnisse für die eigene Schule auszutauschen und
über weitere Schritte nachzudenken. An der Konferenz wurde sichtbar, dass es
LehrerInnen und SchülerInnen gibt, die bereit sind, auf einander zuzugehen und sich für
Verbesserungen einzusetzen.


Mitwirkung in der Arbeitsgruppe „Obsorge“
(Recht des Kindes auf Familie, regelmässigen Kontakt mit beiden Eltern)

In den ersten beiden Berichtsjahren wurde die OSKJ häufig im Zusammenhang mit
Obsorge- und Besuchsrechtstreitigkeiten kontaktiert. Kinder haben das Recht, auch nach       OSKJ
einer Scheidung mit beiden Elternteilen Kontakt zu pflegen. Wenn Eltern ihre Konflikte       Ombudsstelle
auf dem Rücken ihrer Kinder austragen, indem z.B. ein Elternteil den anderen abwertet        für Kinder
und versucht, das Kind dem anderen zu entfremden, schadet dies der seelischen Ge-            und Jugendliche
sundheit eines Kindes.
                                                                                             Margot Sele
                                                                                             Pradafant 1
Für das Wohl der Kinder ist es wichtig, dass Eltern, die sich trennen, die weitere Obsorge
                                                                                             9490 Vaduz
möglichst früh, einvernehmlich und verbindlich regeln. Deshalb setzt sich die Arbeits-       Tel 230 22 33
gruppe „Obsorge“, bestehend aus dem Frauennetz, dem Verein für Männerfragen, dem             margot.sele@oskj.li
                                                                                             www.oskj.li
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Verein für Mediation und der OSKJ , für eine dem gerichtlichen Scheidungsverfahren
vorgelagerte Pflichtmediation ein. Die Arbeitsgruppe trifft sich regelmässig zu Sitzungen
und hatte 2011diesbezüglich zwei Round-Table-Gespräche mit Regierungsrätin Aurelia
Frick und Vertreterinnen des Ressorts Justiz. Sind Obsorgestreitigkeiten unvermeidlich, so
ist aus der Sicht der OSKJ zudem zu überlegen, wie die Stellung der Kinder im
Gerichtsverfahren noch mehr gestärkt und die Wahrnehmung ihrer Interessen sicher
gestellt werden können.


4.3. Öffentlichkeitsarbeit

Gemäss Art. 42 der UN-Kinderrechtskonvention verpflichten sich die Vertragsstaaten, die
Kinderrechte durch „geeignete und wirksame Massnahmen bei Erwachsenen und bei
Kindern bekannt zu machen“. In ihrer Funktion als Kinderrechtsbeauftragte des Liechten-
steinischen Landtages obliegt es der Ombudsperson, einen Beitrag zur Information über
die Kinder- und Jugendrechte in Liechtenstein zu leisten. Das Kennen der eigenen Rechte
und Pflichten stärkt Kinder und Jugendliche und fördert neben dem Demokratiebewusst-
sein auch die Übernahme von Verantwortung und den Respekt für die Rechte der
anderen.
Die Ombudsfrau ist diesem Auftrag im Berichtsjahr mehrfach nachgekommen. So infor-
miert die im Rahmen des Projektes Kinder-&Jugendbericht 2011 neu eingerichtete
Webseite www.deinerechte.li über die Kinder- und Jugendrechte.
In Workshops mit Schulklassen sowie in Gesprächen mit Gruppen von Jugendlichen
wurde über die Kinder- und Jugendrechte diskutiert und informiert. Zudem machte die
OSKJ am Staatsfeiertag 2011 zusammen mit dem Kinder- und Jugendbeirat mit einem
Informationsstand auf die Kinderrechte sowie auf die beiden Organisationen aufmerk-
sam.
Von den Elternvereinigungen der Primarschulen in Balzers und Ruggell wurde die
Ombudsfrau zu einem Vortragsabend eingeladen, wo sie die Ombudsstelle vorstellte und
auf die UN-Kinderrechtskonvention einging.

Medienpräsenz

Mai 11   Aufschaltung der Internetseite www.deinerechte.li
04. Mai  Interview Radio L
1. Juni  Beitrag Liecht. Volksblatt und Liecht. Vaterland zur JUBEL-Schüler-Lehrer-Konferenz
16. Juni Zeitungsbericht Liecht. Volksblatt „Jugendliche kommen zu Wort“
20. Juli Zeitungsbericht Liecht. Vaterland „Wenn ich zaubern könnte, dann...“
Sept. 11 Beitrag im Jugendmagazin Flash „Junge Menschen haben Rechte“
08. Nov. Beiträge im Liecht. Volksblatt und Liecht. Vaterland zum Kinderrechte-Theater in Triesen
19. Okt. Beitrag im Liecht. Volksblatt und Liecht. Vaterland zur Pressekonferenz zum Tag der
         Kinderrechte
21. Nov. Beitrag im LIecht. Vaterland zum Tag der Kinderrechte „Kinderrechte
         kennen und einfordern“
22. Nov. Beitrag im Liecht. Volksblatt „Tag der Kinderrechte im TaK“



4.4. Internationale Kontakte und Tagungen                                                           OSKJ
                                                                                                    Ombudsstelle
Besuch im Kinderbüro Bern                                                                           für Kinder
Auf Einladung des Präsidenten der Kinderlobby Schweiz und Leiters des Berner                        und Jugendliche
Kinderbüros, Herrn Peter Schnyder, besuchte die Ombudsfrau am 17. Januar 2011 das
Kinderbüro der Stadt Bern. Das Kinderbüro Bern ist eine Fachstelle für Kinderbeteiligung.           Margot Sele
                                                                                                    Pradafant 1
Es setzt sich für eine kindergerechte Stadt ein, erleichtert Kindern den Kontakt mit der
                                                                                                    9490 Vaduz
Stadtverwaltung und fördert ihre Mitsprache und Mitwirkung. Aufgrund des 2003 in Kraft
                                                                                                    Tel 230 22 33
getretenen Reglements der Stadtverwaltung Bern zur Kinder- und Jugendbeteiligung                    margot.sele@oskj.li
                                                                                                    www.oskj.li
                                                7
wurde im gleichen Jahr ein Kinderparlament gegründet. Das Kinderparlament wird vom
Leiter des Kinderbüros betreut. Es trifft sich drei Mal pro Jahr, um wichtige Anliegen zu
besprechen. Es bestehen verschiedene Arbeitsgruppen. Sein Budget von CHF 30'000.00
verwaltet es selber. Das Kinderparlament kann dem Stadtrat den Auftrag erteilen, ihre
Anliegen zu prüfen.


Seminar zum Thema Kinderbeteiligung in Bregenz am 24./25. Januar 2011
Das zweitägige Seminar zum Thema Kinderbeteiligung wurde vom Verein „Welt der
Kinder“ in Zusammenarbeit mit dem Jugendreferat des Landes Vorarlberg durchgeführt.
Seit Jahren widmet sich der Verein der Frage, wie Partizipation im Kontext von Gemeinde
und Schule umgesetzt werden kann. Im Austausch mit internationalen PartnerInnen ent-
wickelte „Welt der Kinder“ Methoden und Modelle, die im Seminar sowohl theoretisch
reflektiert als auch praktisch erprobt wurden.


Besuch der Jahrestagung der Kinderbüros in Lausanne
Auf Einladung der Kinderlobby Schweiz besuchte die Ombudsfrau am 2. Februar 2011 die
Jahrestagung der Kinderbüros in Lausanne. Zu dieser Veranstaltung werden jeweils
Vertreter aus der Schweiz, Vorarlberg, Süddeutschland und neu auch aus Liechtenstein
eingeladen. Folgende Themen standen dabei auf dem Programm: Kurzporträt der
eigenen Stelle und aktuelle Projekte, Kinderpartizipation in Lausanne, Austausch über
Best-Practice-Modelle zum Thema Partizipation, Bestimmen eines gemeinsamen Jahres-
Themas zum Tag der Kinderrechte.


5. Ausblick

5.1. Umsetzung der Kinderrechte in Liechtenstein

In Liechtenstein sind Kinder und Jugendliche in der glücklichen Lage, dass sie in stabilen
politischen Verhältnissen leben, keine materielle Not leiden müssen, ausgezeichnete Aus-
bildungsmöglichkeiten haben und von einer hervorragenden Infrastruktur mit vielen
Freizeit- und Sportmöglichkeiten profitieren können. Die Umsetzung vieler Kinderrechte
ist daher gewährleistet.

Nachholbedarf besteht aus Sicht der Ombudsfrau im Bereich der Information über die
Kinderrechte und der Auseinandersetzung damit sowie der Partizipation von Kindern und
Jugendlichen. Gerade auf der Ebene der Kinder- und Jugendbeteiligung aber auch der
Sensibilisierung für dieses Thema in Schule, Politik und Verwaltung, kann in Liechtenstein
noch vieles verbessert werden. Denn Kinderbeteiligung erlaubt Kindern, sich für ihre
eigene Welt wirksam zu engagieren. Es stärkt ihr Selbstbewusstsein, ihre Freude und
Zufriedenheit am Leben in der Gemeinschaft und fördert das kooperative und verant-
wortungsvolle Handeln.

Ein Augenmerk sollte zudem auf wirksame Massnahmen zur Erhaltung/Förderung der
seelischen Gesundheit sowie der guten körperlichen Entwicklung von Kindern in                OSKJ
Liechtenstein gerichtet werden. Wie in anderen wirtschaftlich und materiell gut situierten   Ombudsstelle
                                                                                             für Kinder
Ländern kann man beobachten, dass seelische Erkrankungen bei Kindern zunehmen.
                                                                                             und Jugendliche
Zudem weisen viele Kinder einen Rückstand in ihrer motorischen Entwicklung auf. Auch
die Zahl der übergewichtigen Kinder hat stark zugenommen.                                    Margot Sele
                                                                                             Pradafant 1
                                                                                             9490 Vaduz
                                                                                             Tel 230 22 33
                                                                                             margot.sele@oskj.li
                                                                                             www.oskj.li
                                            8
5.2. Ausgestaltung des gesetzlichen Auftrages

Die OSKJ als allgemein zugängliche Anlaufstelle wurde im zweiten Berichtsjahr in 23
Fällen (2010: 28 Fälle) kontaktiert. Dies bestätigt die Feststellung am Ende des ersten
Berichtsjahres, dass der Bedarf nach einer weisungsunabhängigen und neutralen Stelle
im Zusammenhang mit Kinder- und Jugendfragen in der Bevölkerung vorhanden ist.
Über die OSKJ sollte deshalb weiterhin regelmässig informiert werden. Dabei geht es
nicht darum, Bedürfnisse zu wecken, sondern Menschen, die Hilfe in Kinder- und
Jugendfragen brauchen, insbesondere auch wenn es um Schwierigkeiten mit Behörden
und Institutionen geht, eine Hilfestellung zu bieten.

Gemäss Auftrag sollte die Stelle niederschwellig und auch für Kinder und Jugendliche
zugänglich sein. Dazu ist es erforderlich, dass die Ombudsperson regelmässig Kontakt mit
Kindern und Jugendlichen pflegt und sich an kinderrechtsrelevanten Projekten beteiligen
kann. Dieser wichtige Kontakt mit Kindern und Jugendlichen aber auch mit Erwachsenen
liesse sich sehr gut mit der Information über Kinderrechte kombinieren, was ebenfalls
zum Aufgabengebiet der OSKJ gehört.

2011 war ein intensives und wichtiges Jahr für die OSKJ. Die erfolgreiche Durchführung
des Projektes Kinder&Jugendbericht 2011, welche wertvolle Erkenntnisse und Kontakte
für die weitere Arbeit brachte, wurde dank der finanziellen Unterstützung durch das EU-
Programm „Jugend in Aktion“ ermöglicht. Im Berichtsjahr lag der Arbeitsaufwand ins-
gesamt deutlich über den 40 Stellenprozenten.

Für 2012 stehen der OSKJ leider deutlich weniger finanzielle Ressourcen zur Verfügung
als dies im Berichtsjahr der Fall war. Die Budgetkürzung stellt für die gesamte Landes-
rechnung eine äusserst marginale Einsparung dar. Die OSKJ selber hingegen wird
dadurch in ihrem Handlungsspielraum stark eingeschränkt.

Die Schaffung der OSKJ war ein erster lobenswerter Schritt zur Einrichtung einer
unabhängigen Interessensvertretung für Kinder und Jugendliche in Liechtenstein. In
einem zweiten Schritt geht es nun darum, die Ombudsstelle mit den nötigen finanziellen
und zeitlichen Mitteln auszustatten, damit sie ihren Auftrag auch umsetzen kann.
Um zu vermeiden, dass die Ombudsstelle für Kinder und Jugendliche in Liechtenstein
lediglich Alibifunktion hat, sind eine Erhöhung der Stellenprozente und die Bereitstellung
eines Budgets vorzusehen, welches es der Ombudsperson ermöglicht, ihren gesetzlichen
Auftrag zu erfüllen.



6. Antrag an den Landtag

Die Ombudsfrau ersucht den Hohen Landtag, den vorliegenden Tätigkeitsbericht des
Jahres 2011 der OSKJ – Ombudsstelle für Kinder und Jugendliche zur Kenntnis zu
nehmen.

                                                                                             OSKJ
Vaduz, 26. März 2012,                           Margot Sele, Ombudsfrau                      Ombudsstelle
                                                                                             für Kinder
                                                                                             und Jugendliche

                                                                                             Margot Sele
                                                                                             Pradafant 1
                                                                                             9490 Vaduz
                                                                                             Tel 230 22 33
                                                                                             margot.sele@oskj.li
                                                                                             www.oskj.li
                                            9
7. Anhang

7.1. Veranstaltung zum Tag der Kinderrechte
(Pressebericht im Liechtensteiner Volksblatt vom 19. Okt. 11)



Den Kindern eine Stimme geben
Sensibilisierung Neun Or-
ganisationen haben gemein-
sam ein aussergewöhnliches
Programm für den Internati-
onalen Tag der Kinderrechte
erarbeitet.
VON ASSUNTA CHIARELLA




A
          m Sonntag, den 20. Novem-
          ber, ist «Internationaler Tag
          der Kinderrechte». Hierfür
          haben sich insgesamt neun
Organisationen zusammengeschlos-
sen, mit dem Ziel, die Kinderrechte
zu feiern, aber auch bewusst zu pro-
pagieren. So wurde unter anderem
ein kreatives und informatives Fami-
lienprogramm konzipiert, das drei
Schwerpunkte beinhaltet. Einer da-
von ist die TAK-Kooperation mit dem
Abenteuerspielplatz        Dräggspatz,
welche gemeinsam die Kinder-Film-
Werkstatt-Premiere «Im Wunderland
der Künste» präsentieren wird.
Unter der Leitung von Anna Seger
und Marco Libener durften sich Kin-
der und Jugendliche in Workshops
mit verschiedenen Materialien
künstlerisch ausdrücken. Der ASP-
Dräggspatz verwandelte sich in eine
lebende Kunstwerkstatt. Die Kinder
schlüpften auch in die Rolle des Fil-
memachers, Interviewers oder die
des Fotografen. Gemäss Seger und          Gemeinsam für mehr Kinderrechte (v. l.): Jutta Hoop (Eltern-Kind-Forum), Antonia Büchel (ASSITEJ Liechtenstein), Margot
Libener stand dabei nicht das Pro-        Sele (Ombudsfrau für Kinder und Jugendliche), Marco Libener und Anna Seger vom Spielplatz Dräggspatz, Georg Biedermann
dukt, sondern der Lernprozess im          (TAK), Sarina Ospelt («Aha»), Alexandra Neyer vom Kinder- und Jugendbeirat und Lisa Krassnitzer (Frauenhaus). (Foto: Vollmar)
Vordergrund, da der kreative Aus-
druck eines jeden Kindes einzigartig      jektes gelang es, neun Organisatio-       Ein weiterer Höhepunkt wird die            zugleich eine Plattform für Kinder
ist und keiner Wertung bedarf, wie        nen erstmals zu einer starken Stim-       Präsentation des «Kinder- und Ju-          und Jugendliche geschaffen werden,
Georg Biedermann, künstlerischer          me zu bündeln. Die daran beteiligten      gendberichts 2011 Liechtenstein»           wo sie sich «als die eigentlichen Ex-
Leiter des Kinder und- Jungendthea-       Organisationen sind: Der ASP-             sein. Laut Margot Sele wurden der          perten zum Thema Kinderrechte»
ters, bestätigt: «Kunst ist für mich      Dräggspatz mit Marco Libener, das         Kinder- und Jugendbeirat sowie die         äussern können. Die ersten Ergeb-
Seelennahrung und gehört als              «Aha – Tipps und Infos für junge Leu-     Ombudsstelle für Kinder und Ju-            nisse werden am «Internationalen
menschliches Grundbedürfnis zum           te» mit Sarina Ospelt, die ASSITEJ        gendliche vom Amt für Auswärtige           Tag der Kinderrechte» präsentiert.
Leben wie Essen, Wohnen und zwi-          Liechtenstein mit Antonia Büchel,         Angelegenheiten angefragt, einen           Den musikalischen Abschluss wer-
schenmenschliche Beziehungen.»            das Eltern-Kind-Forum mit Jutta           Bericht zur Lage der Kinderrechte in       den die Band Marius und die Jagdka-
                                          Hoop, das Frauenhaus Liechtenstein        Liechtenstein zu verfassen. Darin          pelle bilden, mit dem Konzert «Wild-
Neun Organisationen, eine Stimme          mit Lisa Krassnitzer, der Kinder- und     kommen Kinder und Jugendliche im           saujagd».
Als Margot Sele 2010 erkannte, dass       Jugendbeirat mit Alexandra Neyer,         Alter zwischen 5 und 18 Jahren zu
sich etliche Institutionen des Landes     die KITA mit Bianca Thöny, die OSKJ       Wort. Schulen und Vereine werden
                                                                                                                               Weitere Infos gibt es auf www.tak.li, Reserva-
auf unterschiedliche Weise mit den        Ombudsstelle für Kinder und Ju-           ebenfalls befragt. Mit diesem Pro-         tionen sind erforderlich unter der Telefonnum-
Kinderrechten befassen, suchte sie        gendliche mit Margot Sele sowie das       jekt, das vom EU-Programm «Jugend          mer 00423/237 59 69 (Vorverkauf TAK).
das Gespräch mit Georg Bieder-            TAK Theater Liechtenstein mit Georg       in Aktion» gefördert wird, sollen die
mann. Die Quintessenz: Den beiden         Biedermann. Allesamt wollen sie den       Kinderrechte wieder ins Bewusst-
Initianten dieses Gemeinschaftspro-       Kindern eine Stimme geben.                sein der Bevölkerung gerückt und
                                                                                                                                        www.volksblatt.li




                                                                                                                                                                                OSKJ
                                                                                                                                                                                Ombudsstelle
                                                                                                                                                                                für Kinder
                                                                                                                                                                                und Jugendliche

                                                                                                                                                                                Margot Sele
                                                                                                                                   n
                                                                                                                                                                                Pradafant 1
                                                                                                                                                                                9490 Vaduz
                                                                                                                                                                                Tel 230 22 33
                                                                                                                                                                                margot.sele@oskj.li
                                                                                                                                                                                www.oskj.li
                                                                           10
7.2. Musiktheater zum Thema Kinderrechte in Triesen
    (Pressebericht im Liechtensteiner Vaterland vom 09.11.11)




    Musiktheater ohne erhobenen Zeigefinger
    Auf Initiative der OSKJ-Om-                  «Stop-now!» tönt es lautstark von den
    budsstelle für Kinder und Ju-                Kindern im Zuschauerraum zurück.
    gendliche kamen die Triesner                 Die Musiktheaterstücke der nieder-
                                                 österreichischen Gruppe «Traumfän-
    Primarschüler gestern Vormit-
                                                 ger» basieren auf sozialpädagogisch re-
    tag in den Genuss eines Musik-               levanten Themen, wie z. B. Kinderrech-
    theaters zum Thema Kinder-                   ten, Gewalt- u. Suchtprävention. Mit
    rechte.                                      fetzigen Songs, interaktiven Elemen-
                                                 ten, viel Humor und Einfühlungsver-
    Triesen. – Lena ist neu in der Klasse, hat   mögen vermitteln die Traumfänger
    sich dort aber schnell eingelebt. Ihre Zi-   wichtige Inhalte und helfen, Kinder
    vilcourage und ihrWissen über die Kin-       durch Information zu stärken und zu
    derrechte imponieren den Mitschülern.        schützen.
    Moritz, vor allem am Recht auf Spiel            Margot Sele, Ombudsfrau für Kinder
    und Freizeit interessiert, erfährt, dass     und Jugendliche in Liechtenstein, hat
    Kinder nebst den verschiedenen Rech-         durch den Vorarlberger Kinder- und Ju-
    ten auch Pflichten haben. Eduard, der         gendanwalt Michael Rauch von den
    Aussenseiter, bekommt von Lena Un-           «Traumfängern» erfahren und diese
    terstützung. Als Moritz durchblicken         dann nach Liechtenstein geholt. Die
,   lässt, dass er von seinem Vater geschla-     OSKJ-Ombudsstelle für Kinder und Ju-
    gen wird und Niki mitteilt, dass sie von     gendliche in Liechtenstein ist eine An-
    Erwachsenen an Körperstellen berührt         lauf- und Beschwerdestelle in allen
    wurde, wo sie es gar nicht will, stimmt      Kinder- und Jugendfragen. Sie wurde
    Lena an zum Song «stop now!», denn           installiert, um die Rechte der Kinder zu
    alle Kinder haben ein Recht auf Schutz       wahren und diesen Nachdruck zu ver-        Vermitteln Informationen zu Kinderrechten mit viel Humor: Die niederösterrei-
    vor Gewalt. «Stop!», singt Lena –            leihen. (pd)                               chische Theatergruppe «Traumtänzer».                                      Bild pd




                                                                                                                                                                OSKJ
                                                                                                                                                                Ombudsstelle
                                                                                                                                                                für Kinder
                                                                                                                                                                und Jugendliche

                                                                                                                                                                Margot Sele
                                                                                                                                                                Pradafant 1
                                                                                                                                                                9490 Vaduz
                                                                                                                                                                Tel 230 22 33
                                                                                                                                                                margot.sele@oskj.li
                                                                                                                                                                www.oskj.li
                                                                             11
7.3. OSKJ-Aktivitäten 2011 im Überblick

12. Jan.      Besuch/Austausch Opferhilfestelle
12. Jan       Vortrag Zonta-Club
17. Jan       Besuch im Kinderbüro Bern
20. Jan       Austausch mit ASSITEJ FL, Kinder- und Jugendtheater Liechtenstein, Frauenhaus
24./25. Jan   Weiterbildung: Kinderrechtsseminar, Bregenz
27. Jan       Besuch der Sitzung des Vereins Liechtensteinischer Jugendorganisationen, VLJ
27. Jan       Besuch der Sitzung des Kinder- und Jugendbeirates, KJB
2. Feb        Besuch der Jahrestagung der Kinderbüros in Lausanne
22. Feb       JUBEL Vollversammlung / Mentoring der Projektgruppe Schule
28. Feb       Kontakt mit Elisabeth Stock, DEV
24. März      Vortrag EV Balzers
28. März      Besuch bei/Austausch mit dem Verein Jugendbeteiligung Dornbirn
11. April     Gespräch mit Team Dräggspatz, Kinderanimation GZ Resch in Schaan
12. April     Antrag an das Landtagsbüro betr. Erhöhung der Stellenprozente
13. April     Besuch in der Jugendwohngruppe Vaduz
7. Mail       Teilnahme an der Tagung der Jugendkommissionen der Gemeinden
              (auf Einladung des ASD)
09. Mai       Austausch LT-Büro (Einladung zur 6. Sitzung)
11. Mai       Besuch in der Religionsklasse 2a, LG, Thema: „Recht auf Zukunft“
12. Mai       Teilnahme an der Mittagslounge der Regierung betr. Familienpolitik
16. Mai       Einreichen Budget 2012 beim LT-Büro
16. Mai       Erstes Treffen der „AG Obsorge“ (Frauennetz, Verein für Männerfragen, Verein für
              Mediation VML, OSKJ-Ombudsstelle für Kinder und Jugendliche)
18. Mai       Start der Kinderrechte-Workshops in Primarschulklassen, durchgeführt von der
              Ombudsfrau
31.Mai        Durchführung der „Schüler-Lehrer-Konferenz“, JUBEL-Projekt, Mentoring durch
              die OSKJ
31. Mai       Tel. Mitteilung durch das LT-Sekretär : Budgetantrag 2012 wird nicht genehmigt
8. Juni       Besuch/Austausch Fachgruppe gegen sexuellen Missbrauch
15. Juni      Einreichen des Antrages auf Wiedererwägung betr. Budget 2012
21.Juni       Teilnahme an der Sitzung des Kinder- und Jugendbeirates KJB
27. Juni      Kontakt/Austausch Bewährungshilfe Liechtenstein
08. Juli      Antwortschreiben auf den Brief der Elternvereinigung Schaan, v. 21. Juni
15. Aug       Stand am Staatsfeiertag in Zusammenarbeit mit aha und KJB
23. Aug       1. Sitzung zur Vorbereitung des Tages der Kinderrechte am 20. Nov.
31. Aug       Vortrag Elternvereinigung Ruggell
01. Sept.     Round Table der AG Obsorge mit RR Aurelia Frick
15. Sep       Besuch des Vortrages zum Ausserstreitgesetz
15. Sept.     Anfrage per E-Mail an LT-Präsident betr. Antwort zum Antrag vom 15. Juni
24. Sept.     Besuch der Ausstellung „Mein Körper gehört mir“ und Austausch mit Vertretern
              von „schwanger.li“
17. Okt.      Interview 16+ mit der SOS Schülerorganisation des Liecht. Gymnasiums
18. Okt.      Pressekonferenz zur Veranstaltung am Tag der Kinderrechte
07. Nov       Gastspiel der Theatergruppe „Traumfänger“ zum Thema Kinderrechte in der
              Aula der Primarschule Triesen, ermöglicht durch die OSKJ
09. Nov       Teilnahme an der Fachtagung der Fachgruppe gegen sexuellen Missbrauch zum
              Thema „Neue Medien – Möglichkeiten und Gefahren“
10. Nov.      Besuch der Plenarversammlung des Kinder- und Jugendbeirates KJB
17. Nov.      Präsentation des Projektes „Kinder & Jugendbericht 2011“ am NG0-Dialog,
              organisiert vom Amt für Auswärtige Angelegenheiten                                 OSKJ
20. Nov.      Mitwirken der OSKJ an der Veranstaltung zum Tag der Kinderrechte im TaK            Ombudsstelle
              Theater Liechtenstein                                                              für Kinder
21. Nov       Besuch einer Sitzung des LT-Büro betr. Budget 2012                                 und Jugendliche
23. Nov.      Besuch/ Interview 16+ beim Jugendparlament Triesen
30. Nov.      Besuch/ Austausch ASD (Amtsleiter Marcus Büchel und Leiterin Kinder- und           Margot Sele
              Jugenddienst, Helene Vorhauser-Malin)                                              Pradafant 1
14. Dez.      Gespräch/Interview 16+ mit dem Jugendrat Vaduz                                     9490 Vaduz
15. Dez.      Interview 16+ im Jugendtreff „Zuber“ in Planken                                    Tel 230 22 33
                                                                                                 margot.sele@oskj.li
                                                                                                 www.oskj.li
                                               12
7.4. Die internationale Konvention über die Rechte von Kindern und Jugendlichen

Die Konvention über die Rechte des Kindes wurde am 20. November 1989 von der Generalver-
sammlung der Vereinten Nationen verabschiedet und ist am 3. September 1990 in Kraft getreten.
Liechtenstein hat die UN-Kinderrechtskonvention 1995 ratifiziert und sich damit verpflichtet,
deren Bestimmungen in geltendes nationales Recht umzusetzen.

Die UN-Kinderrechtskonvention legt grundlegend die Menschenrechte fest, auf die Kinder und
Jugendliche einen Anspruch haben: Das Recht auf Überleben und Schutz vor schädlichen
Einflüssen (Protection), das Recht auf gute Versorgung und Entwicklung der körperlichen und
geistigen Fähigkeiten (Provision), das Recht auf aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben
(Participation).

In 54 Artikeln befasst sich die UN-Konvention mit den Rechten von Menschen von 0 – 18 Jahren
sowie den Aufgaben von Familie, Gesellschaft und Staat gegenüber Kindern und Jugendlichen. Sie
definiert Mindeststandards für die Versorgung, den Schutz und die Beteiligung. An vielen Stellen
wird die zentrale Rolle der Eltern und der Familie für die Entwicklung und Erziehung der Kinder
betont.

Die vier Grundprinzipien der UN-Kinderrechtskonvention (UNKRK):

1. Gleichbehandlung

Kein Kind darf auf Grund des Geschlechts, auf Grund von Behinderungen, wegen seiner Staats-
bürgerschaft oder seiner Abstammung benachteiligt werden. (Art. 2)


2. Im besten Interesse des Kindes

Bei politischen und gesellschaftlichen Entscheidungen müssen die Interessen und Belange von
Kindern vorrangig berücksichtigt werden. (Art. 3)


3. Grundrecht auf Überleben und persönliche Entwicklung

Die Vertragsstaaten verpflichten sich, das Überleben und die Entwicklung der Kinder in grösst
möglichem Masse sicherzustellen. (Art. 6)


4. Achtung vor der Meinung des Kindes

Kinder sollen ihre Meinung frei äussern können, bei Erwachsenen Gehör finden und ihrem Alter
entsprechend an Entscheidungen beteiligt werden (Art. 12)




                                                                                                   OSKJ
                                                                                                   Ombudsstelle
                                                                                                   für Kinder
                                                                                                   und Jugendliche

                                                                                                   Margot Sele
                                                                                                   Pradafant 1
                                                                                                   9490 Vaduz
                                                                                                   Tel 230 22 33
                                                                                                   margot.sele@oskj.li
                                                                                                   www.oskj.li
                                               13
7.5 Auszug aus dem Kinder- und Jugendgesetz (KJG)

VI. Ombudsperson für Kinder und Jugendliche

Art. 96: Aufgaben
1) Die Ombudsperson ist eine weisungsunabhängige, allgemein zugängliche Anlaufstelle für
Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Kinder- und Jugendangelegenheiten. Sie ist verpflichtet,
Anliegen dieser Personen anzuhören und Anregungen und Beschwerden entgegenzunehmen.
2) a) Die Ombudsperson: vermittelt bei Meinungsverschiedenheiten zwischen Kindern,
Jugendlichen oder Erziehungsberechtigten einerseits und Gerichten, Landes- oder
Gemeindebehörden, öffentlichen oder privaten Einrichtungen oder Organisationen, die mit der
Betreuung von Kindern und Jugendlichen befasst sind, andererseits;
b) wird im Interesse von Kindern und Jugendlichen bei Gerichten, Landes- und
Gemeindebehörden, öffentlichen und privaten Einrichtungen und Organisationen, die mit der
Betreuung von Kindern und Jugendlichen befasst sind, mit einer Beschwerde, Anregung oder
Eingabe vorstellig; in Verfahren kommt ihr keine Parteistellung zu;
c) überprüft die Umsetzung des Übereinkommens über die Rechte des Kindes und seiner
Zusatzprotokolle sowie weiterer internationaler Schutzbestimmungen für Kinder und Jugendliche
durch die Gerichte und die öffentliche Verwaltung, hält Kontakt zu den regionalen und
internationalen Kontrollorganen und berichtet diesen und kann zur Erfüllung ihrer Aufgaben
eigene Untersuchungen durchführen;
d) gibt Stellungnahmen zu Gesetzes- und Verordnungsentwürfen und zur Ratifikation
internationaler Übereinkommen ab, die Kinder und Jugendliche in besonderem Mass berühren;
e) leistet Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen ihres Aufgabenbereiches.

Art. 97: Bestellung und Abberufung
1) Der Landtag bestellt eine in persönlicher und fachlicher Hinsicht geeignete Person für die Dauer
von vier Jahren als Ombudsperson für Kinder und Jugendliche. Der Bestellung hat eine öffentliche
Ausschreibung voranzugehen.
2) Das Auswahlverfahren ist nicht öffentlich und wird durch eine Landtagskommission besorgt.
3) Nicht als Ombudsperson bestellt werden dürfen: a) Mitglieder der Regierung und deren
Stellvertretungen sowie Landtagsabgeordnete und deren Stellvertretungen;
b) Gemeindevorstehende und Mitglieder der Gemeinderäte;
c) Richterinnen und Richter, Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger sowie Staatsanwältinnen und
Staatsanwälte;
d) Staats- und Gemeindepersonal;
e) Personen, die in einer öffentlichen oder privaten Einrichtung oder Organisation tätig sind, die
mit der Betreuung von Kindern und Jugendlichen befasst ist.
4) Die Ombudsperson ist vom Landtag vorzeitig abzuberufen, wenn gewichtige Umstände
eintreten, die sie für dieses Amt nicht mehr geeignet erscheinen lassen.

Art. 98: Auskunfts- und Akteneinsichtsrecht
Die Gerichte, die Landes- und Gemeindebehörden sowie die öffentlichen und privaten
Einrichtungen und Organisationen, die mit der Betreuung von Kindern und Jugendlichen befasst
sind, haben die Ombudsperson bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zu unterstützen, indem sie ihr auf
Verlangen die erforderlichen Auskünfte erteilen und Akteneinsicht gewähren. Sie sind insoweit
vonderPflicht zur Amtsverschwiegenheit oder ihren berufsrechtlichen Verschwiegenheitspflichten
entbunden.

Art. 99: Verschwiegenheitspflicht
Die Ombudsperson ist zur Verschwiegenheit über alle ihr aus ihrer Tätigkeit bekannt gewordenen
Tatsachen verpflichtet, an deren Geheimhaltung ein schutzwürdiges Interesse einer Person              OSKJ
besteht. Sie darf vertrauliche Informationen nur in Erfüllung einer ausdrücklichen gesetzlichen       Ombudsstelle
Pflicht oder aufgrund einer Ermächtigung der Berechtigten preisgeben.                                 für Kinder
                                                                                                      und Jugendliche
Art. 100: Tätigkeitsnachweis und Entschädigung
1) Die Ombudsperson hat jährlich einen Bericht über ihre Tätigkeit zu veröffentlichen und diesen      Margot Sele
dem Landtag zur Kenntnis zu bringen.                                                                  Pradafant 1
2) Sie wird für ihre Tätigkeit vom Land nach Aufwand entschädigt und erhält zudem eine                9490 Vaduz
Entschädigung für anfallende administrative Kosten.                                                   Tel 230 22 33
                                                                                                      margot.sele@oskj.li
                                                                                                      www.oskj.li
                                                14
OSKJ
     Ombudsstelle
     für Kinder
     und Jugendliche

     Margot Sele
     Pradafant 1
     9490 Vaduz
     Tel 230 22 33
     margot.sele@oskj.li
     www.oskj.li
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OSKJ Tätigkeitsbericht 2011

  • 1. Ombudsperson für Kinder und Jugendliche in Liechtenstein Tätigkeitsbericht für das Jahr 2011 Gruppenarbeit aus einem Kinderrechte-Workshop, 4.Klasse Primarschule
  • 2. Tag der Kinderrechte, 20.11.11. Inhaltsverzeichnis Seite 02 1. Ausgangslage 02 2. Rechtsgrundlagen 02 3. Schwerpunkte 2011 03 4. Entwicklung in den einzelnen Bereichen 03 4.1 Anlauf- und Beschwerdestelle / Vermittlungsfunktion 04 4.2 Kooperation / Vernetzung / Kinderrechte 07 4.3 Öffentlichkeitsarbeit 07 4.4. Internationale Kontakte und Tagungen 08 5. Ausblick 08 5.1. Umsetzung der Kinderrechte in Liechtenstein 09 5.2. Ausgestaltung des gesetzlichen Auftrages 09 6. Antrag an den Landtag OSKJ 10 7. Anhang Ombudsstelle 10 7.1. Veranstaltung zum Tag der Kinderrechte für Kinder 11 7.2. Musiktheater zum Thema Kinderrechte und Jugendliche 12 7.3. Aktivitäten im Überblick 13 7.4. Die internationale Konvention über die Rechte des Kindes Margot Sele 14 7.5 Auszug aus dem Kinder- und Jugendgesetz Pradafant 1 9490 Vaduz Tel 230 22 33 margot.sele@oskj.li www.oskj.li 1
  • 3. Ombudsperson für Kinder und Jugendliche Tätigkeitsbericht für das Jahr 2011 1. Ausgangslage Liechtenstein hat die UN-Kinderrechtskonvention 1995 ratifiziert, ist seit 1996 Vertrags- staat und hat bisher zwei Länderberichte (1998 und 2004) über die Umsetzung des Über- einkommens bei der UNO eingereicht. Am 13. Januar 2006 hat der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes den zweiten Länderbericht Liechtensteins in Genf behandelt. In den darauffolgenden abschliessenden Bemerkungen (Concluding Observations) wiederholte der Ausschuss seine Empfehlung, einen unabhängigen, kinderfreundlichen Überwa- chungsmechanismus zu schaffen, wie z.B. eine Ombudsperson für Kinder und Jugendliche. Mittlerweile ist in Liechtenstein ein revidiertes Kinder- und Jugendgesetz in Kraft getreten (2009) und die darin unter Art. 96 – 100 vorgesehene Ombudsperson wurde im Oktober 2009 vom Liechtensteinischen Landtag für die Dauer von 4 Jahren gewählt. Die Ombuds- frau für Kinder und Jugendliche hat ihre Tätigkeit am 1. Januar 2010 aufgenommen. Das Auftragspensum beträgt 40 Stellenprozente. 2. Rechtsgrundlagen Der Auftrag der Ombudsperson für Kinder und Jugendliche stützt sich auf das Kinder- und Jugendgesetz (KJG), Art. 96 – 100, Liecht. Landesgesetzblatt Nr. 29, Jahrgang 2009. Siehe Auszug aus dem Kinder- und Jugendgesetz im Anhang unter 7.5. Der gesetzliche Auftrag der Ombudsperson für Kinder und Jugendliche umfasst im Wesentlichen folgende Aufgaben: • Führen einer Anlauf- und Beschwerdestelle für Kinder- und Jugendfragen, die sowohl für Erwachsene als auch für Kinder und Jugendliche allgemein zugänglich ist • Überwachung der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention im Fürstentum Liechtenstein • Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen des Aufgabengebietes 3. Schwerpunkte 2011 OSKJ Ombudsstelle Im Zentrum des Berichtsjahres 2011 standen die Bearbeitung der an die Ombudsstelle für Kinder herangetragenen Fragen, Anliegen und Beschwerden. Des Weiteren ergaben sich und Jugendliche umfangreiche Aktivitäten im Zusammenhang mit der Erstellung des Kinder-&Jugend- berichts 2011, der 2012 - parallel zum 3. Länderbericht – beim UN-Kinderrechtsaus- Margot Sele schuss in Genf eingereicht werden soll. Hierzu wurden in Zusammenarbeit mit zwei Pradafant 1 Mitgliedern des Kinder- und Jugendbeirates Kinder und Jugendliche über die UN- 9490 Vaduz Kinderrechtskonvention informiert. Weiter wurden gut 1000 Schüler und Schülerinnen Tel 230 22 33 margot.sele@oskj.li www.oskj.li 2
  • 4. im Alter von 7 bis 18 Jahren schriftlich zu ihrer Lebenssituation befragt und rund 60 Jugendliche im Alter von 16 bis 24 Jahren in Gruppen interviewt. Im Rahmen dieses Projektes konnten für die weitere Arbeit wichtige Informationen gesammelt und Kontakte geknüpft werden. Erste Ergebnisse der Befragung von Kindern und Jugend- lichen wurden bereits anlässlich der Veranstaltung zum Tag der Kinderrechte am 20. November 2011 im TaK präsentiert. Der vollständige Kinder-&Jugendbericht 2011 wird im Verlaufe des Jahres 2012 der Liechtensteinischen Öffentlichkeit vorgestellt werden. 4. Entwicklung in den einzelnen Bereichen 4.1 Anlauf- und Beschwerdestelle/Vermittlungsfunktion Im Berichtsjahr wurde die OSKJ in 23 Fällen kontaktiert. Nachdem sich im letzten Jahr lediglich Erwachsene an die OSKJ gewendet hatten, nahmen 2011 in drei Fällen Jugend- liche, darunter auch eine Gruppe von Jugendlichen, direkt mit der OSKJ Kontakt auf. In den bearbeiteten Fällen ging es um Anliegen, Anregungen und Fragen zu unterschied- lichen Kinder- und Jugendthemen. Zudem gab es Beschwerden betreffend die Vorge- hensweise und/oder zu Entscheiden von Behörden und Institutionen. Je nach Anliegen der einzelnen Personen hat die Ombudsfrau mit den involvierten Stellen Kontakt aufge- nommen, einerseits um sich über die Thematik zu informieren und andererseits um sich ein Bild über die Vorgehensweise zu machen. In mehreren Fällen ist es gelungen, zwischen den Parteien zu vermitteln oder zu einer Lösung des Problems beizutragen. In zwei Fällen wurden von der OSKJ Eingaben bei Gericht gemacht. In 6 Fällen waren die Betroffenen schon im Jahr 2010 an die Ombudsstelle gelangt. Die Bearbeitung dieser Fälle erstreckte sich zum Teil ins Berichtsjahr hinein oder aber die Betroffenen kontaktier- ten die OSKJ erneut, da sich neue Problemfelder ergeben hatten. Problemfelder der Anliegen und Beschwerden im Jahr 2011: Die vorgebrachten Themen und Probleme waren im Berichtsjahr vielfältig. Um die Anonymität der Betroffenen zu wahren, wird auf Prozentangaben zur Häufigkeit der vorkommenden Anliegen verzichtet. Die Fälle können folgenden Problemfeldern zugeordnet werden: - Obsorgestreitigkeiten, Besuchsrecht - Schulthemen / Stipendien - Mobbing - Vorgehensweise von Behörden und Institutionen sowie Personen des öffentlichen Dienstes - Entscheide von Behörden und Institutionen - Kinderrechte / Umsetzung der Kinderrechtskonvention - Umgang der Behörden mit Familien, die um Asyl ansuchen - Erziehungsfragen - Verwahrlosung von Kindern - Verdacht des sexuellen Missbrauchs Betroffene Jungen und Mädchen: OSKJ Von den betroffenen Kindern/Jugendlichen waren 59% Ombudsstelle Knaben und 41% Mädchen. für Kinder und Jugendliche Alter und Geschlecht der betroffenen Kinder/Jugendlichen: Margot Sele 12.5 % 0 – 6 Jahre davon: 75% männlich und 25% weiblich Pradafant 1 3.0 % 7 – 10 Jahre 100% weiblich 9490 Vaduz 25.5 % 11 – 14 Jahre 50 % männlich und 50% weiblich Tel 230 22 33 40.5 % 15 – 17 Jahre 69 % männlich und 31% weiblich margot.sele@oskj.li www.oskj.li 3
  • 5. 18.5 % 18 Jahre und älter 50 % männlich und 50% weiblich Erfahrungen mit Behörden und Amtsstellen Die Zusammenarbeit bzw. der Kontakt mit den verschiedenen Amtsstellen und Behörden gestaltete sich im Berichtsjahr einfacher als im Vorjahr, da die Ombudsstelle mit ihren Aufgaben und Kompetenzen bei den einzelnen Stellen nun schon besser bekannt ist. An dieser Stelle sei den betroffenen Behördenvertretern der Dank für die Bereitschaft zum Gespräch und zur Zusammenarbeit im Interesse der betroffenen Kinder und Jugend- lichen ausgesprochen. 4.2. Kooperation / Vernetzung / Kinderrechte Austausch und Zusammenarbeit mit Institutionen und Organisationen in Liechtenstein Der Austausch und die gegenseitige Vernetzung mit den einzelnen Organisationen und Institutionen ermöglichen es der Ombudsperson, sich ein Bild über die Situation der Kinder und Jugendlichen in Liechtenstein zu machen. Dies ist eine wichtige Voraus- setzung, um dem Monitoring-Auftrag nachkommen zu können. So pflegte die Ombuds- frau wiederum den Austausch mit verschiedenen öffentlichen und privaten Einrich- tungen und Organisationen, die mit Kinder- und Jugendarbeit oder Kinder- und Jugend- themen befasst sind. Im Berichtsjahr fand im Rahmen des Projektes Kinder&-Jugend- bericht 2011 zudem eine intensive Zusammenarbeit der OSKJ mit dem Kinder- und Jugendbeirat statt. Aufgrund der Initiative der OSKJ und des TaK-Kindertheaters haben sich 2011 erstmals neun Organisationen aus Liechtenstein zusammengeschlossen, um gemeinsam eine Veranstaltung zum internationalen Tag der Kinderrechte am 20. November zu organi- sieren (siehe auch 7.1.). Weiter wirkt die Ombudsfrau in der 2011 gegründeten Arbeits- gruppe „Obsorge“ mit, welche sich unter anderem für eine verpflichtende Mediation bei Trennung/Scheidung von Eltern mit Kindern bis 16 Jahren einsetzt. Kontakt mit Kindern und Jugendlichen Die OSKJ soll eine niederschwellige Anlaufstelle sein, die auch Kindern und Jugendlichen offensteht. Um diesen Auftrag erfüllen zu können, sind direkte Kontakte der Ombuds- person zu Kindern und Jugendlichen erforderlich. So hat die Ombudsfrau an der JUBEL- Vollversammlung im Februar 2011 mitgewirkt und anschliessend das Mentoring der Jugend-Projektgruppe „Schule“ übernommen, welche im Juni 2011 eine Schüler-Lehrer- Konferenz veranstaltete. Im Rahmen des Projektes Kinder-&Jugendbericht 2011 konnte die Ombudsfrau zudem Kinderrechte-Workshops in einigen Primarschulklassen des Landes durchführen und so in direkten Kontakt mit Kindern treten. Eine gute Vernetzung, welche z.T. auch in die Mitwirkung der OSKJ bei kinderrechtsrelevanten Projekten münden kann, ermöglicht es der Ombudsperson, sich ein detailliertes Bild über die Situation von Kindern und Jugendlichen in Liechtenstein zu machen und in Kontakt mit diesen zu kommen. Projekt Kinder-&Jugendbericht 2011 OSKJ (Recht auf Information, Anhörung und Mitwirkung) Ombudsstelle für Kinder Wie unter 3. erwähnt, wird die OSKJ zusammen mit dem Kinder- und Jugendbeirat den und Jugendliche Kinder-&Jugendbericht 2011, welcher über die Lebenssituation von Kindern und Jugend- Margot Sele lichen in Liechtenstein Auskunft gibt, beim UN-Kinderrechtsausschusses (CRC) in Genf Pradafant 1 einreichen. Dies bietet der OSKJ Gelegenheit, sich als regierungs-unabhängige Institution 9490 Vaduz – parallel zum FL-Länderbericht - auf internationaler Ebene zur Lage der Kinderrechte in Tel 230 22 33 margot.sele@oskj.li www.oskj.li 4
  • 6. Liechtenstein zu äussern. Der vollständige Bericht soll Mitte 2012 auch der liechtenstei- nischen Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Erste Ergebnisse der Befragung im Rahmen des Kinder-&Jugendbericht 2011: Rund 1000 Kinder und Jugendliche haben sich zu drei Fragen geäussert: Was findest du besonders gut in Liechtenstein? Was stört dich? Was würdest du verändern? Zusammenfassend kann gesagt werden dass die jungen Menschen die Sicherheit, die gute Infrastruktur und die hervorragenden Ausbildungsmöglichkeiten in Liechtenstein durchaus zu schätzen wissen. Geborgenheit in der Familie und gutes Einvernehmen mit Altersgenossen bezeichnen Kinder als wichtige Voraussetzung für ihr Wohlbefinden. Dass Eltern oftmals keine Zeit haben, oder Kinder untereinander streiten, schlagen und mobben wird als besonders störend erwähnt. Weiter ging aus der Befragung hervor, dass junge Menschen sich oft von Erwachsenen zu wenig ernst genommen fühlen. Jugendliche wünschen sich eine Begegnung mit Erwachsenen auf Augenhöhe, sie wollen angehört und beteiligt werden. Von einer grossen Zahl der befragten Jugendlichen wur- den die bestehenden Jugendtreffs in Liechtenstein gelobt. Bemängelt wurden u.a. die fehlenden Ausgangsmöglichkeiten für 16- bis 18-Jährige und schlechte Busverbindungen in gewissen Teilen des Landes. Veranstaltung zum Tag der Kinderrechte, am 20.11.11. im TaK-Theater Liechtenstein (Recht auf Information/Bekanntmachen der Kinderrechte) Kinder und Jugendliche sollen über ihre Rechte und Pflichten Bescheid wissen. Dafür benötigen sie Interessensvertreter in der Erwachsenenwelt, welche die Kinderrechte bekannt machen und deren Umsetzung Nachdruck verleihen. Es gibt diese Interessensvertreter natürlich auch in Liechtenstein, und einzelne von ihnen nahmen bereits in den letzten Jahren den Internationalen Tag der Kinderrechte zum Anlass, um mit punktuellen Aktionen auf die UN-Kinderrechtskonvention aufmerksam zu machen. 2011 haben sich jedoch erstmals neun Organisationen zusammengeschlossen, um gemeinsam eine Veranstaltung zum Tag der Kinderrechte zu organisieren. Dies kann als ein Ergebnis der Zusammenarbeit im Rahmen des Projektes Kinder-&Jugendbericht 2011 bezeichnet werden. Die Organisationen aha-Tipps und Infos für junge Leute, Abenteuer- spielplatz Dräggspatz, ASSITEJ, Eltern Kind Forum, Frauenhaus Liechtenstein, Kinder- und Jugendbeirat, OSKJ-Ombudsstelle für Kinder und Jugendliche, TaK-Theater Liechtenstein und der Verein Kita FL trugen dazu bei, dass am 20. November 2011 inmitten eines bun- ten Rahmenprogramms die ersten Ergebnisse der Befragung von Kindern und Jugend- lichen präsentiert und der Film „Recht auf Kunst“ Premiere feiern konnte. Diese Zusam- menarbeit soll weitergeführt werden, denn die Beteiligten sind der Meinung, dass in der Verstärkung des Netzwerkes der Interessensvertreter von Kindern und Jugendlichen in Liechtenstein viel Potential liegt. Musik-Theater zum Thema Kinderrechte (Recht auf Information / Bekanntmachen der Kinderrechte) Auf Einladung der OSKJ gab die Theatergruppe Traumfänger aus Niederösterreich am 7. OSKJ November 2011 anlässlich ihres Besuches in Vorarlberg ein Gastspiel zum Thema Ombudsstelle Kinderrechte an der Primarschule Triesen (siehe Pressebericht unter 7.2.). Schüler der 2. für Kinder bis 5. Klasse bekamen die Gelegenheit, sich auf unterhaltsame Art und Weise mit den und Jugendliche Kinderrechten auseinanderzusetzen. Dieses Gastspiel war dank der Kontakte der OSKJ mit dem Kinder- und Jugendanwalt (Kija) des Bundeslandes Vorarlberg möglich geworden. Margot Sele Bereits seit 3 Jahren veranstaltet die Kija diese Theateraufführungen mit grossem Erfolg Pradafant 1 9490 Vaduz jeweils für einige Primarschulklassen Vorarlbergs. Gerne hätte die OSKJ auch für 2012 Tel 230 22 33 wieder eine Veranstaltung zum Thema Kinderrechte für Primarschüler in Liechtenstein margot.sele@oskj.li www.oskj.li 5
  • 7. organisiert, jedoch steht der OSKJ leider kein Budget mehr für solche Projekte zur Verfügung. Schüler-Lehrerkonferenz (Recht auf Anhörung und Mitwirkung) JUBEL (Jugendbeteiligung Liechtenstein) bietet SchülerInnen der Weiterführenden Schu- len in Liechtenstein eine Plattform, von ihrem Recht auf Anhörung und Mitwirkung Ge- brauch zu machen. Auf Anfrage von JUBEL hat sich die Ombudsfrau bereit erklärt, das Mentoring eines JUBEL-Projektes zum Thema Schule zu übernehmen. Die Lehrer-Schülerbeziehung ist ein Thema, das immer wieder für Diskussionen sorgt und oftmals heikel und konfliktbelastet ist. Anlässlich der JUBEL-Vollversammlung vom 23. Februar 2011 entstand in der Projektgruppe Schule die Idee, eine Konferenz mit Lehrern und Schülern zu organisieren. Die beteiligten SchülerInnen wollten den Lehrpersonen aufzeigen, dass Schüler sich oftmals ungerecht behandelt, blossgestellt, unter Druck ge- setzt und nicht ernst genommen fühlen, und sich anschliessend mit ihnen darüber aus- tauschen. In der Weiterentwicklung der Projektidee einigte man sich darauf, dass es an der Konferenz nicht nur ums Lehrer- sondern auch ums Schülerverhalten gehen sollte, denn beide – Lehrer und Schüler – beeinflussen mit ihrem Verhalten das „Klima“ an einer Schule. Thema der Konferenz sollte es sein, dass Schüler und Lehrer gemeinsam der Frage nachgehen, was LehrerInnen und SchülerInnen zu einem guten Lernklima beitragen könnten. Da in der Projektgruppe SchülerInnen der Realschulen Schaan, Vaduz und Eschen vertre- ten waren, wurde entschieden, dass zur Konferenz lediglich Lehrpersonen und Schüler- Innen dieser drei Schulen eingeladen werden. Nach intensiven Vorbereitungen konnte die Schüler-Lehrerkonferenz am 31. Mai 2011 im GZ Resch in Schaan abgehalten werden. Nach einem humorvollen Einstieg in die Konferenz mittels von der Projektgruppe ge- spielten Szenen aus dem Schulalltag wurde in gemischten Gruppen Erfahrungen über positive und negative Verhaltensweisen von Lehrern und Schülern ausgetauscht und man einigte sich über wichtige Grundsätze, welche die Lehrer-Schüler-Beziehung sowie das Lernklima an einer Schule positiv beeinflussen können. Dabei kristallisierten sich Werte wie „Respekt“, „Humor“, „Fairness“ und „Vertrauen“ heraus. Zum Abschluss der Konferenz setzten sich Lehrpersonen und Schüler der einzelnen Schulen an einen Tisch um sich über die Bedeutung der Ergebnisse für die eigene Schule auszutauschen und über weitere Schritte nachzudenken. An der Konferenz wurde sichtbar, dass es LehrerInnen und SchülerInnen gibt, die bereit sind, auf einander zuzugehen und sich für Verbesserungen einzusetzen. Mitwirkung in der Arbeitsgruppe „Obsorge“ (Recht des Kindes auf Familie, regelmässigen Kontakt mit beiden Eltern) In den ersten beiden Berichtsjahren wurde die OSKJ häufig im Zusammenhang mit Obsorge- und Besuchsrechtstreitigkeiten kontaktiert. Kinder haben das Recht, auch nach OSKJ einer Scheidung mit beiden Elternteilen Kontakt zu pflegen. Wenn Eltern ihre Konflikte Ombudsstelle auf dem Rücken ihrer Kinder austragen, indem z.B. ein Elternteil den anderen abwertet für Kinder und versucht, das Kind dem anderen zu entfremden, schadet dies der seelischen Ge- und Jugendliche sundheit eines Kindes. Margot Sele Pradafant 1 Für das Wohl der Kinder ist es wichtig, dass Eltern, die sich trennen, die weitere Obsorge 9490 Vaduz möglichst früh, einvernehmlich und verbindlich regeln. Deshalb setzt sich die Arbeits- Tel 230 22 33 gruppe „Obsorge“, bestehend aus dem Frauennetz, dem Verein für Männerfragen, dem margot.sele@oskj.li www.oskj.li 6
  • 8. Verein für Mediation und der OSKJ , für eine dem gerichtlichen Scheidungsverfahren vorgelagerte Pflichtmediation ein. Die Arbeitsgruppe trifft sich regelmässig zu Sitzungen und hatte 2011diesbezüglich zwei Round-Table-Gespräche mit Regierungsrätin Aurelia Frick und Vertreterinnen des Ressorts Justiz. Sind Obsorgestreitigkeiten unvermeidlich, so ist aus der Sicht der OSKJ zudem zu überlegen, wie die Stellung der Kinder im Gerichtsverfahren noch mehr gestärkt und die Wahrnehmung ihrer Interessen sicher gestellt werden können. 4.3. Öffentlichkeitsarbeit Gemäss Art. 42 der UN-Kinderrechtskonvention verpflichten sich die Vertragsstaaten, die Kinderrechte durch „geeignete und wirksame Massnahmen bei Erwachsenen und bei Kindern bekannt zu machen“. In ihrer Funktion als Kinderrechtsbeauftragte des Liechten- steinischen Landtages obliegt es der Ombudsperson, einen Beitrag zur Information über die Kinder- und Jugendrechte in Liechtenstein zu leisten. Das Kennen der eigenen Rechte und Pflichten stärkt Kinder und Jugendliche und fördert neben dem Demokratiebewusst- sein auch die Übernahme von Verantwortung und den Respekt für die Rechte der anderen. Die Ombudsfrau ist diesem Auftrag im Berichtsjahr mehrfach nachgekommen. So infor- miert die im Rahmen des Projektes Kinder-&Jugendbericht 2011 neu eingerichtete Webseite www.deinerechte.li über die Kinder- und Jugendrechte. In Workshops mit Schulklassen sowie in Gesprächen mit Gruppen von Jugendlichen wurde über die Kinder- und Jugendrechte diskutiert und informiert. Zudem machte die OSKJ am Staatsfeiertag 2011 zusammen mit dem Kinder- und Jugendbeirat mit einem Informationsstand auf die Kinderrechte sowie auf die beiden Organisationen aufmerk- sam. Von den Elternvereinigungen der Primarschulen in Balzers und Ruggell wurde die Ombudsfrau zu einem Vortragsabend eingeladen, wo sie die Ombudsstelle vorstellte und auf die UN-Kinderrechtskonvention einging. Medienpräsenz Mai 11 Aufschaltung der Internetseite www.deinerechte.li 04. Mai Interview Radio L 1. Juni Beitrag Liecht. Volksblatt und Liecht. Vaterland zur JUBEL-Schüler-Lehrer-Konferenz 16. Juni Zeitungsbericht Liecht. Volksblatt „Jugendliche kommen zu Wort“ 20. Juli Zeitungsbericht Liecht. Vaterland „Wenn ich zaubern könnte, dann...“ Sept. 11 Beitrag im Jugendmagazin Flash „Junge Menschen haben Rechte“ 08. Nov. Beiträge im Liecht. Volksblatt und Liecht. Vaterland zum Kinderrechte-Theater in Triesen 19. Okt. Beitrag im Liecht. Volksblatt und Liecht. Vaterland zur Pressekonferenz zum Tag der Kinderrechte 21. Nov. Beitrag im LIecht. Vaterland zum Tag der Kinderrechte „Kinderrechte kennen und einfordern“ 22. Nov. Beitrag im Liecht. Volksblatt „Tag der Kinderrechte im TaK“ 4.4. Internationale Kontakte und Tagungen OSKJ Ombudsstelle Besuch im Kinderbüro Bern für Kinder Auf Einladung des Präsidenten der Kinderlobby Schweiz und Leiters des Berner und Jugendliche Kinderbüros, Herrn Peter Schnyder, besuchte die Ombudsfrau am 17. Januar 2011 das Kinderbüro der Stadt Bern. Das Kinderbüro Bern ist eine Fachstelle für Kinderbeteiligung. Margot Sele Pradafant 1 Es setzt sich für eine kindergerechte Stadt ein, erleichtert Kindern den Kontakt mit der 9490 Vaduz Stadtverwaltung und fördert ihre Mitsprache und Mitwirkung. Aufgrund des 2003 in Kraft Tel 230 22 33 getretenen Reglements der Stadtverwaltung Bern zur Kinder- und Jugendbeteiligung margot.sele@oskj.li www.oskj.li 7
  • 9. wurde im gleichen Jahr ein Kinderparlament gegründet. Das Kinderparlament wird vom Leiter des Kinderbüros betreut. Es trifft sich drei Mal pro Jahr, um wichtige Anliegen zu besprechen. Es bestehen verschiedene Arbeitsgruppen. Sein Budget von CHF 30'000.00 verwaltet es selber. Das Kinderparlament kann dem Stadtrat den Auftrag erteilen, ihre Anliegen zu prüfen. Seminar zum Thema Kinderbeteiligung in Bregenz am 24./25. Januar 2011 Das zweitägige Seminar zum Thema Kinderbeteiligung wurde vom Verein „Welt der Kinder“ in Zusammenarbeit mit dem Jugendreferat des Landes Vorarlberg durchgeführt. Seit Jahren widmet sich der Verein der Frage, wie Partizipation im Kontext von Gemeinde und Schule umgesetzt werden kann. Im Austausch mit internationalen PartnerInnen ent- wickelte „Welt der Kinder“ Methoden und Modelle, die im Seminar sowohl theoretisch reflektiert als auch praktisch erprobt wurden. Besuch der Jahrestagung der Kinderbüros in Lausanne Auf Einladung der Kinderlobby Schweiz besuchte die Ombudsfrau am 2. Februar 2011 die Jahrestagung der Kinderbüros in Lausanne. Zu dieser Veranstaltung werden jeweils Vertreter aus der Schweiz, Vorarlberg, Süddeutschland und neu auch aus Liechtenstein eingeladen. Folgende Themen standen dabei auf dem Programm: Kurzporträt der eigenen Stelle und aktuelle Projekte, Kinderpartizipation in Lausanne, Austausch über Best-Practice-Modelle zum Thema Partizipation, Bestimmen eines gemeinsamen Jahres- Themas zum Tag der Kinderrechte. 5. Ausblick 5.1. Umsetzung der Kinderrechte in Liechtenstein In Liechtenstein sind Kinder und Jugendliche in der glücklichen Lage, dass sie in stabilen politischen Verhältnissen leben, keine materielle Not leiden müssen, ausgezeichnete Aus- bildungsmöglichkeiten haben und von einer hervorragenden Infrastruktur mit vielen Freizeit- und Sportmöglichkeiten profitieren können. Die Umsetzung vieler Kinderrechte ist daher gewährleistet. Nachholbedarf besteht aus Sicht der Ombudsfrau im Bereich der Information über die Kinderrechte und der Auseinandersetzung damit sowie der Partizipation von Kindern und Jugendlichen. Gerade auf der Ebene der Kinder- und Jugendbeteiligung aber auch der Sensibilisierung für dieses Thema in Schule, Politik und Verwaltung, kann in Liechtenstein noch vieles verbessert werden. Denn Kinderbeteiligung erlaubt Kindern, sich für ihre eigene Welt wirksam zu engagieren. Es stärkt ihr Selbstbewusstsein, ihre Freude und Zufriedenheit am Leben in der Gemeinschaft und fördert das kooperative und verant- wortungsvolle Handeln. Ein Augenmerk sollte zudem auf wirksame Massnahmen zur Erhaltung/Förderung der seelischen Gesundheit sowie der guten körperlichen Entwicklung von Kindern in OSKJ Liechtenstein gerichtet werden. Wie in anderen wirtschaftlich und materiell gut situierten Ombudsstelle für Kinder Ländern kann man beobachten, dass seelische Erkrankungen bei Kindern zunehmen. und Jugendliche Zudem weisen viele Kinder einen Rückstand in ihrer motorischen Entwicklung auf. Auch die Zahl der übergewichtigen Kinder hat stark zugenommen. Margot Sele Pradafant 1 9490 Vaduz Tel 230 22 33 margot.sele@oskj.li www.oskj.li 8
  • 10. 5.2. Ausgestaltung des gesetzlichen Auftrages Die OSKJ als allgemein zugängliche Anlaufstelle wurde im zweiten Berichtsjahr in 23 Fällen (2010: 28 Fälle) kontaktiert. Dies bestätigt die Feststellung am Ende des ersten Berichtsjahres, dass der Bedarf nach einer weisungsunabhängigen und neutralen Stelle im Zusammenhang mit Kinder- und Jugendfragen in der Bevölkerung vorhanden ist. Über die OSKJ sollte deshalb weiterhin regelmässig informiert werden. Dabei geht es nicht darum, Bedürfnisse zu wecken, sondern Menschen, die Hilfe in Kinder- und Jugendfragen brauchen, insbesondere auch wenn es um Schwierigkeiten mit Behörden und Institutionen geht, eine Hilfestellung zu bieten. Gemäss Auftrag sollte die Stelle niederschwellig und auch für Kinder und Jugendliche zugänglich sein. Dazu ist es erforderlich, dass die Ombudsperson regelmässig Kontakt mit Kindern und Jugendlichen pflegt und sich an kinderrechtsrelevanten Projekten beteiligen kann. Dieser wichtige Kontakt mit Kindern und Jugendlichen aber auch mit Erwachsenen liesse sich sehr gut mit der Information über Kinderrechte kombinieren, was ebenfalls zum Aufgabengebiet der OSKJ gehört. 2011 war ein intensives und wichtiges Jahr für die OSKJ. Die erfolgreiche Durchführung des Projektes Kinder&Jugendbericht 2011, welche wertvolle Erkenntnisse und Kontakte für die weitere Arbeit brachte, wurde dank der finanziellen Unterstützung durch das EU- Programm „Jugend in Aktion“ ermöglicht. Im Berichtsjahr lag der Arbeitsaufwand ins- gesamt deutlich über den 40 Stellenprozenten. Für 2012 stehen der OSKJ leider deutlich weniger finanzielle Ressourcen zur Verfügung als dies im Berichtsjahr der Fall war. Die Budgetkürzung stellt für die gesamte Landes- rechnung eine äusserst marginale Einsparung dar. Die OSKJ selber hingegen wird dadurch in ihrem Handlungsspielraum stark eingeschränkt. Die Schaffung der OSKJ war ein erster lobenswerter Schritt zur Einrichtung einer unabhängigen Interessensvertretung für Kinder und Jugendliche in Liechtenstein. In einem zweiten Schritt geht es nun darum, die Ombudsstelle mit den nötigen finanziellen und zeitlichen Mitteln auszustatten, damit sie ihren Auftrag auch umsetzen kann. Um zu vermeiden, dass die Ombudsstelle für Kinder und Jugendliche in Liechtenstein lediglich Alibifunktion hat, sind eine Erhöhung der Stellenprozente und die Bereitstellung eines Budgets vorzusehen, welches es der Ombudsperson ermöglicht, ihren gesetzlichen Auftrag zu erfüllen. 6. Antrag an den Landtag Die Ombudsfrau ersucht den Hohen Landtag, den vorliegenden Tätigkeitsbericht des Jahres 2011 der OSKJ – Ombudsstelle für Kinder und Jugendliche zur Kenntnis zu nehmen. OSKJ Vaduz, 26. März 2012, Margot Sele, Ombudsfrau Ombudsstelle für Kinder und Jugendliche Margot Sele Pradafant 1 9490 Vaduz Tel 230 22 33 margot.sele@oskj.li www.oskj.li 9
  • 11. 7. Anhang 7.1. Veranstaltung zum Tag der Kinderrechte (Pressebericht im Liechtensteiner Volksblatt vom 19. Okt. 11) Den Kindern eine Stimme geben Sensibilisierung Neun Or- ganisationen haben gemein- sam ein aussergewöhnliches Programm für den Internati- onalen Tag der Kinderrechte erarbeitet. VON ASSUNTA CHIARELLA A m Sonntag, den 20. Novem- ber, ist «Internationaler Tag der Kinderrechte». Hierfür haben sich insgesamt neun Organisationen zusammengeschlos- sen, mit dem Ziel, die Kinderrechte zu feiern, aber auch bewusst zu pro- pagieren. So wurde unter anderem ein kreatives und informatives Fami- lienprogramm konzipiert, das drei Schwerpunkte beinhaltet. Einer da- von ist die TAK-Kooperation mit dem Abenteuerspielplatz Dräggspatz, welche gemeinsam die Kinder-Film- Werkstatt-Premiere «Im Wunderland der Künste» präsentieren wird. Unter der Leitung von Anna Seger und Marco Libener durften sich Kin- der und Jugendliche in Workshops mit verschiedenen Materialien künstlerisch ausdrücken. Der ASP- Dräggspatz verwandelte sich in eine lebende Kunstwerkstatt. Die Kinder schlüpften auch in die Rolle des Fil- memachers, Interviewers oder die des Fotografen. Gemäss Seger und Gemeinsam für mehr Kinderrechte (v. l.): Jutta Hoop (Eltern-Kind-Forum), Antonia Büchel (ASSITEJ Liechtenstein), Margot Libener stand dabei nicht das Pro- Sele (Ombudsfrau für Kinder und Jugendliche), Marco Libener und Anna Seger vom Spielplatz Dräggspatz, Georg Biedermann dukt, sondern der Lernprozess im (TAK), Sarina Ospelt («Aha»), Alexandra Neyer vom Kinder- und Jugendbeirat und Lisa Krassnitzer (Frauenhaus). (Foto: Vollmar) Vordergrund, da der kreative Aus- druck eines jeden Kindes einzigartig jektes gelang es, neun Organisatio- Ein weiterer Höhepunkt wird die zugleich eine Plattform für Kinder ist und keiner Wertung bedarf, wie nen erstmals zu einer starken Stim- Präsentation des «Kinder- und Ju- und Jugendliche geschaffen werden, Georg Biedermann, künstlerischer me zu bündeln. Die daran beteiligten gendberichts 2011 Liechtenstein» wo sie sich «als die eigentlichen Ex- Leiter des Kinder und- Jungendthea- Organisationen sind: Der ASP- sein. Laut Margot Sele wurden der perten zum Thema Kinderrechte» ters, bestätigt: «Kunst ist für mich Dräggspatz mit Marco Libener, das Kinder- und Jugendbeirat sowie die äussern können. Die ersten Ergeb- Seelennahrung und gehört als «Aha – Tipps und Infos für junge Leu- Ombudsstelle für Kinder und Ju- nisse werden am «Internationalen menschliches Grundbedürfnis zum te» mit Sarina Ospelt, die ASSITEJ gendliche vom Amt für Auswärtige Tag der Kinderrechte» präsentiert. Leben wie Essen, Wohnen und zwi- Liechtenstein mit Antonia Büchel, Angelegenheiten angefragt, einen Den musikalischen Abschluss wer- schenmenschliche Beziehungen.» das Eltern-Kind-Forum mit Jutta Bericht zur Lage der Kinderrechte in den die Band Marius und die Jagdka- Hoop, das Frauenhaus Liechtenstein Liechtenstein zu verfassen. Darin pelle bilden, mit dem Konzert «Wild- Neun Organisationen, eine Stimme mit Lisa Krassnitzer, der Kinder- und kommen Kinder und Jugendliche im saujagd». Als Margot Sele 2010 erkannte, dass Jugendbeirat mit Alexandra Neyer, Alter zwischen 5 und 18 Jahren zu sich etliche Institutionen des Landes die KITA mit Bianca Thöny, die OSKJ Wort. Schulen und Vereine werden Weitere Infos gibt es auf www.tak.li, Reserva- auf unterschiedliche Weise mit den Ombudsstelle für Kinder und Ju- ebenfalls befragt. Mit diesem Pro- tionen sind erforderlich unter der Telefonnum- Kinderrechten befassen, suchte sie gendliche mit Margot Sele sowie das jekt, das vom EU-Programm «Jugend mer 00423/237 59 69 (Vorverkauf TAK). das Gespräch mit Georg Bieder- TAK Theater Liechtenstein mit Georg in Aktion» gefördert wird, sollen die mann. Die Quintessenz: Den beiden Biedermann. Allesamt wollen sie den Kinderrechte wieder ins Bewusst- Initianten dieses Gemeinschaftspro- Kindern eine Stimme geben. sein der Bevölkerung gerückt und www.volksblatt.li OSKJ Ombudsstelle für Kinder und Jugendliche Margot Sele n Pradafant 1 9490 Vaduz Tel 230 22 33 margot.sele@oskj.li www.oskj.li 10
  • 12. 7.2. Musiktheater zum Thema Kinderrechte in Triesen (Pressebericht im Liechtensteiner Vaterland vom 09.11.11) Musiktheater ohne erhobenen Zeigefinger Auf Initiative der OSKJ-Om- «Stop-now!» tönt es lautstark von den budsstelle für Kinder und Ju- Kindern im Zuschauerraum zurück. gendliche kamen die Triesner Die Musiktheaterstücke der nieder- österreichischen Gruppe «Traumfän- Primarschüler gestern Vormit- ger» basieren auf sozialpädagogisch re- tag in den Genuss eines Musik- levanten Themen, wie z. B. Kinderrech- theaters zum Thema Kinder- ten, Gewalt- u. Suchtprävention. Mit rechte. fetzigen Songs, interaktiven Elemen- ten, viel Humor und Einfühlungsver- Triesen. – Lena ist neu in der Klasse, hat mögen vermitteln die Traumfänger sich dort aber schnell eingelebt. Ihre Zi- wichtige Inhalte und helfen, Kinder vilcourage und ihrWissen über die Kin- durch Information zu stärken und zu derrechte imponieren den Mitschülern. schützen. Moritz, vor allem am Recht auf Spiel Margot Sele, Ombudsfrau für Kinder und Freizeit interessiert, erfährt, dass und Jugendliche in Liechtenstein, hat Kinder nebst den verschiedenen Rech- durch den Vorarlberger Kinder- und Ju- ten auch Pflichten haben. Eduard, der gendanwalt Michael Rauch von den Aussenseiter, bekommt von Lena Un- «Traumfängern» erfahren und diese terstützung. Als Moritz durchblicken dann nach Liechtenstein geholt. Die , lässt, dass er von seinem Vater geschla- OSKJ-Ombudsstelle für Kinder und Ju- gen wird und Niki mitteilt, dass sie von gendliche in Liechtenstein ist eine An- Erwachsenen an Körperstellen berührt lauf- und Beschwerdestelle in allen wurde, wo sie es gar nicht will, stimmt Kinder- und Jugendfragen. Sie wurde Lena an zum Song «stop now!», denn installiert, um die Rechte der Kinder zu alle Kinder haben ein Recht auf Schutz wahren und diesen Nachdruck zu ver- Vermitteln Informationen zu Kinderrechten mit viel Humor: Die niederösterrei- vor Gewalt. «Stop!», singt Lena – leihen. (pd) chische Theatergruppe «Traumtänzer». Bild pd OSKJ Ombudsstelle für Kinder und Jugendliche Margot Sele Pradafant 1 9490 Vaduz Tel 230 22 33 margot.sele@oskj.li www.oskj.li 11
  • 13. 7.3. OSKJ-Aktivitäten 2011 im Überblick 12. Jan. Besuch/Austausch Opferhilfestelle 12. Jan Vortrag Zonta-Club 17. Jan Besuch im Kinderbüro Bern 20. Jan Austausch mit ASSITEJ FL, Kinder- und Jugendtheater Liechtenstein, Frauenhaus 24./25. Jan Weiterbildung: Kinderrechtsseminar, Bregenz 27. Jan Besuch der Sitzung des Vereins Liechtensteinischer Jugendorganisationen, VLJ 27. Jan Besuch der Sitzung des Kinder- und Jugendbeirates, KJB 2. Feb Besuch der Jahrestagung der Kinderbüros in Lausanne 22. Feb JUBEL Vollversammlung / Mentoring der Projektgruppe Schule 28. Feb Kontakt mit Elisabeth Stock, DEV 24. März Vortrag EV Balzers 28. März Besuch bei/Austausch mit dem Verein Jugendbeteiligung Dornbirn 11. April Gespräch mit Team Dräggspatz, Kinderanimation GZ Resch in Schaan 12. April Antrag an das Landtagsbüro betr. Erhöhung der Stellenprozente 13. April Besuch in der Jugendwohngruppe Vaduz 7. Mail Teilnahme an der Tagung der Jugendkommissionen der Gemeinden (auf Einladung des ASD) 09. Mai Austausch LT-Büro (Einladung zur 6. Sitzung) 11. Mai Besuch in der Religionsklasse 2a, LG, Thema: „Recht auf Zukunft“ 12. Mai Teilnahme an der Mittagslounge der Regierung betr. Familienpolitik 16. Mai Einreichen Budget 2012 beim LT-Büro 16. Mai Erstes Treffen der „AG Obsorge“ (Frauennetz, Verein für Männerfragen, Verein für Mediation VML, OSKJ-Ombudsstelle für Kinder und Jugendliche) 18. Mai Start der Kinderrechte-Workshops in Primarschulklassen, durchgeführt von der Ombudsfrau 31.Mai Durchführung der „Schüler-Lehrer-Konferenz“, JUBEL-Projekt, Mentoring durch die OSKJ 31. Mai Tel. Mitteilung durch das LT-Sekretär : Budgetantrag 2012 wird nicht genehmigt 8. Juni Besuch/Austausch Fachgruppe gegen sexuellen Missbrauch 15. Juni Einreichen des Antrages auf Wiedererwägung betr. Budget 2012 21.Juni Teilnahme an der Sitzung des Kinder- und Jugendbeirates KJB 27. Juni Kontakt/Austausch Bewährungshilfe Liechtenstein 08. Juli Antwortschreiben auf den Brief der Elternvereinigung Schaan, v. 21. Juni 15. Aug Stand am Staatsfeiertag in Zusammenarbeit mit aha und KJB 23. Aug 1. Sitzung zur Vorbereitung des Tages der Kinderrechte am 20. Nov. 31. Aug Vortrag Elternvereinigung Ruggell 01. Sept. Round Table der AG Obsorge mit RR Aurelia Frick 15. Sep Besuch des Vortrages zum Ausserstreitgesetz 15. Sept. Anfrage per E-Mail an LT-Präsident betr. Antwort zum Antrag vom 15. Juni 24. Sept. Besuch der Ausstellung „Mein Körper gehört mir“ und Austausch mit Vertretern von „schwanger.li“ 17. Okt. Interview 16+ mit der SOS Schülerorganisation des Liecht. Gymnasiums 18. Okt. Pressekonferenz zur Veranstaltung am Tag der Kinderrechte 07. Nov Gastspiel der Theatergruppe „Traumfänger“ zum Thema Kinderrechte in der Aula der Primarschule Triesen, ermöglicht durch die OSKJ 09. Nov Teilnahme an der Fachtagung der Fachgruppe gegen sexuellen Missbrauch zum Thema „Neue Medien – Möglichkeiten und Gefahren“ 10. Nov. Besuch der Plenarversammlung des Kinder- und Jugendbeirates KJB 17. Nov. Präsentation des Projektes „Kinder & Jugendbericht 2011“ am NG0-Dialog, organisiert vom Amt für Auswärtige Angelegenheiten OSKJ 20. Nov. Mitwirken der OSKJ an der Veranstaltung zum Tag der Kinderrechte im TaK Ombudsstelle Theater Liechtenstein für Kinder 21. Nov Besuch einer Sitzung des LT-Büro betr. Budget 2012 und Jugendliche 23. Nov. Besuch/ Interview 16+ beim Jugendparlament Triesen 30. Nov. Besuch/ Austausch ASD (Amtsleiter Marcus Büchel und Leiterin Kinder- und Margot Sele Jugenddienst, Helene Vorhauser-Malin) Pradafant 1 14. Dez. Gespräch/Interview 16+ mit dem Jugendrat Vaduz 9490 Vaduz 15. Dez. Interview 16+ im Jugendtreff „Zuber“ in Planken Tel 230 22 33 margot.sele@oskj.li www.oskj.li 12
  • 14. 7.4. Die internationale Konvention über die Rechte von Kindern und Jugendlichen Die Konvention über die Rechte des Kindes wurde am 20. November 1989 von der Generalver- sammlung der Vereinten Nationen verabschiedet und ist am 3. September 1990 in Kraft getreten. Liechtenstein hat die UN-Kinderrechtskonvention 1995 ratifiziert und sich damit verpflichtet, deren Bestimmungen in geltendes nationales Recht umzusetzen. Die UN-Kinderrechtskonvention legt grundlegend die Menschenrechte fest, auf die Kinder und Jugendliche einen Anspruch haben: Das Recht auf Überleben und Schutz vor schädlichen Einflüssen (Protection), das Recht auf gute Versorgung und Entwicklung der körperlichen und geistigen Fähigkeiten (Provision), das Recht auf aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben (Participation). In 54 Artikeln befasst sich die UN-Konvention mit den Rechten von Menschen von 0 – 18 Jahren sowie den Aufgaben von Familie, Gesellschaft und Staat gegenüber Kindern und Jugendlichen. Sie definiert Mindeststandards für die Versorgung, den Schutz und die Beteiligung. An vielen Stellen wird die zentrale Rolle der Eltern und der Familie für die Entwicklung und Erziehung der Kinder betont. Die vier Grundprinzipien der UN-Kinderrechtskonvention (UNKRK): 1. Gleichbehandlung Kein Kind darf auf Grund des Geschlechts, auf Grund von Behinderungen, wegen seiner Staats- bürgerschaft oder seiner Abstammung benachteiligt werden. (Art. 2) 2. Im besten Interesse des Kindes Bei politischen und gesellschaftlichen Entscheidungen müssen die Interessen und Belange von Kindern vorrangig berücksichtigt werden. (Art. 3) 3. Grundrecht auf Überleben und persönliche Entwicklung Die Vertragsstaaten verpflichten sich, das Überleben und die Entwicklung der Kinder in grösst möglichem Masse sicherzustellen. (Art. 6) 4. Achtung vor der Meinung des Kindes Kinder sollen ihre Meinung frei äussern können, bei Erwachsenen Gehör finden und ihrem Alter entsprechend an Entscheidungen beteiligt werden (Art. 12) OSKJ Ombudsstelle für Kinder und Jugendliche Margot Sele Pradafant 1 9490 Vaduz Tel 230 22 33 margot.sele@oskj.li www.oskj.li 13
  • 15. 7.5 Auszug aus dem Kinder- und Jugendgesetz (KJG) VI. Ombudsperson für Kinder und Jugendliche Art. 96: Aufgaben 1) Die Ombudsperson ist eine weisungsunabhängige, allgemein zugängliche Anlaufstelle für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Kinder- und Jugendangelegenheiten. Sie ist verpflichtet, Anliegen dieser Personen anzuhören und Anregungen und Beschwerden entgegenzunehmen. 2) a) Die Ombudsperson: vermittelt bei Meinungsverschiedenheiten zwischen Kindern, Jugendlichen oder Erziehungsberechtigten einerseits und Gerichten, Landes- oder Gemeindebehörden, öffentlichen oder privaten Einrichtungen oder Organisationen, die mit der Betreuung von Kindern und Jugendlichen befasst sind, andererseits; b) wird im Interesse von Kindern und Jugendlichen bei Gerichten, Landes- und Gemeindebehörden, öffentlichen und privaten Einrichtungen und Organisationen, die mit der Betreuung von Kindern und Jugendlichen befasst sind, mit einer Beschwerde, Anregung oder Eingabe vorstellig; in Verfahren kommt ihr keine Parteistellung zu; c) überprüft die Umsetzung des Übereinkommens über die Rechte des Kindes und seiner Zusatzprotokolle sowie weiterer internationaler Schutzbestimmungen für Kinder und Jugendliche durch die Gerichte und die öffentliche Verwaltung, hält Kontakt zu den regionalen und internationalen Kontrollorganen und berichtet diesen und kann zur Erfüllung ihrer Aufgaben eigene Untersuchungen durchführen; d) gibt Stellungnahmen zu Gesetzes- und Verordnungsentwürfen und zur Ratifikation internationaler Übereinkommen ab, die Kinder und Jugendliche in besonderem Mass berühren; e) leistet Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen ihres Aufgabenbereiches. Art. 97: Bestellung und Abberufung 1) Der Landtag bestellt eine in persönlicher und fachlicher Hinsicht geeignete Person für die Dauer von vier Jahren als Ombudsperson für Kinder und Jugendliche. Der Bestellung hat eine öffentliche Ausschreibung voranzugehen. 2) Das Auswahlverfahren ist nicht öffentlich und wird durch eine Landtagskommission besorgt. 3) Nicht als Ombudsperson bestellt werden dürfen: a) Mitglieder der Regierung und deren Stellvertretungen sowie Landtagsabgeordnete und deren Stellvertretungen; b) Gemeindevorstehende und Mitglieder der Gemeinderäte; c) Richterinnen und Richter, Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte; d) Staats- und Gemeindepersonal; e) Personen, die in einer öffentlichen oder privaten Einrichtung oder Organisation tätig sind, die mit der Betreuung von Kindern und Jugendlichen befasst ist. 4) Die Ombudsperson ist vom Landtag vorzeitig abzuberufen, wenn gewichtige Umstände eintreten, die sie für dieses Amt nicht mehr geeignet erscheinen lassen. Art. 98: Auskunfts- und Akteneinsichtsrecht Die Gerichte, die Landes- und Gemeindebehörden sowie die öffentlichen und privaten Einrichtungen und Organisationen, die mit der Betreuung von Kindern und Jugendlichen befasst sind, haben die Ombudsperson bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zu unterstützen, indem sie ihr auf Verlangen die erforderlichen Auskünfte erteilen und Akteneinsicht gewähren. Sie sind insoweit vonderPflicht zur Amtsverschwiegenheit oder ihren berufsrechtlichen Verschwiegenheitspflichten entbunden. Art. 99: Verschwiegenheitspflicht Die Ombudsperson ist zur Verschwiegenheit über alle ihr aus ihrer Tätigkeit bekannt gewordenen Tatsachen verpflichtet, an deren Geheimhaltung ein schutzwürdiges Interesse einer Person OSKJ besteht. Sie darf vertrauliche Informationen nur in Erfüllung einer ausdrücklichen gesetzlichen Ombudsstelle Pflicht oder aufgrund einer Ermächtigung der Berechtigten preisgeben. für Kinder und Jugendliche Art. 100: Tätigkeitsnachweis und Entschädigung 1) Die Ombudsperson hat jährlich einen Bericht über ihre Tätigkeit zu veröffentlichen und diesen Margot Sele dem Landtag zur Kenntnis zu bringen. Pradafant 1 2) Sie wird für ihre Tätigkeit vom Land nach Aufwand entschädigt und erhält zudem eine 9490 Vaduz Entschädigung für anfallende administrative Kosten. Tel 230 22 33 margot.sele@oskj.li www.oskj.li 14
  • 16. OSKJ Ombudsstelle für Kinder und Jugendliche Margot Sele Pradafant 1 9490 Vaduz Tel 230 22 33 margot.sele@oskj.li www.oskj.li 15