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Zuschauermanagement

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Seminar Zuschauermanagement gehalten von Markus Laymann anlässlich der Zauberbörse in Pullach am 20.11.2010.

Veröffentlicht in: Technologie, Business
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Zuschauermanagement

  1. 1. SEMINAR ZUSCHAUERMANAGEMENT MIT MARKUS LAYMANN
  2. 2. Über mich…  Ich staune über: Derren Brown  Ich erinnere mich gerne an: Ali Bongo  Ich lache über: Josef Hader, Alf Poier, Max Goldt, Die Echse  Ich habe Hochachtung vor: Stefan Raab  Ich ärgere mich über: Uri Geller; Erklärbären und Magic-to-go  Ich lese gern: Paul Watzlawick
  3. 3. Entertainment Weisheit I Lieber einen guten Freund verloren als einen guten Gag.
  4. 4. Entertainment Weisheit II … undWeihnachten sind wir wieder gut.
  5. 5. Entertainment Weisheit III Es kommt nicht drauf an, was man macht, sondern darauf was man nicht macht… (Rudi Carell)
  6. 6. Prolog: Wieso, weshalb, warum?
  7. 7. Warum?  Der Zauberer benötigt Hilfe (z.B. Halten)  Es muss eine zufällige Auswahl getroffen werden (Karte ziehen,Wort denken)  Das Publikum muss überzeugt werden, dass alles mit rechten Dingen zugeht… (Zählen, Überprüfen, Untersuchen)  Der Effekt soll mit fremdenGegenständen durchgeführt werden.  Ein magischer Effekt soll durch Zuschauerbeteiligung verstärkt werden (Schaumgummiball)  Der Zauberkünstler will durch die Reaktion des Zuschauers Lacher provozieren. (Comedy-Objekt)
  8. 8. Fragen zur Auswahl:  Wofür genau benötige ich den Zuschauer? (Aktive Hilfe, Leihgeber,Verifizierer…)  Benötige ich aktive Hilfe oder nur einen Gegenstand ? (Backup-Strategie)  Wie soll/ kann die Reaktion des Zuschauers den Effekt oder die Stimmung verstärken?  Welche Eigenschaften muss der Zuschauer haben?  Welche Eigenschaften darf der Zuschauer nicht haben?
  9. 9. Grundsatz: Zuschauer sollten in der Show so sparsam wie und so zurückhaltend (kurz) wie möglich eingesetzt werden.
  10. 10. Mein Partyprogramm:  Chop Cup  Geldschein in Zigarette*  Kartentrick  Tuchfärbung  Banknite*  Vorhersageeffekt  Zugabe: Babygag*
  11. 11. Akt I: Von der richtigen Auswahl des geeigneten Zuschauers…
  12. 12. Grundsatz: Es gibt keine schlechten Zuschauer sondern nur eine schlechte Auswahl.
  13. 13. Ein kleines Experiment: Welchen der folgenden Zuschauer würden Sie für diese Kunststücke auswählen:  Kartenkunststück auf der Bühne  Paper Balls over the Head  Schaumgummiballroutine  Buchtest (Mentalexperiment)
  14. 14. Beliebte Auswahlfallen  Frage: „Wer hat Lust mir zu helfen?“ oder „Haben Sie Lust…?“  Empfehlung Dritter: Nehmen Sie mal den…  Eingehen auf Herausforderungen  Auswahl nach Schönheit.
  15. 15. Auswahlmethoden  Gezielt  Zufällig  Wurf ins Publikum  Losentscheid  Wer hat zufälligerWeise…?  Geleiteter Zufall  Entscheidung durch anderen Zuschauer anhand von vorgegebenen Kriterien.
  16. 16. Zuschauertypen  DerWillige:Will sich „verzaubern“ lassen.Zeigt Emotionen und ist dankbar für die Unterhaltung.  Der Neugierige:Will unbedingt wissen wie es geht. Fordert den Künstler immer wieder heraus, befolgt Anweisungen nicht immer korrekt.  Der Besserwisser:Weiß schon wie es geht. Zeigt sich entweder desinteressiert oder herablassend anerkennend und nutzt jede Gelegenheit um sich zu profilieren.  Der Distanzierte:Verfolgt das Geschehen aus sicherer Entfernung. Ist vor allem besorgt um sich und seinAnsehen in der Gruppe.  Der Klassenclown: Hat in der Gruppe den Status des Unterhalters und will sich diese Rolle ungern streitig machen lassen. Kann aber auch amüsant sein, kennt aber häufig seine Grenzen nicht.  Der Desinteressierte: Hat kein Interesse an Zauberei und/ oder der Show und zeigt dies offen.
  17. 17. Auswahlgrundsätze  Zuschauer(In) sollte passend zur Rolle als Mitspieler und nicht als Dekorationsobjekt ausgewählt und behandelt werden.  Bei der Auswahl muss man sich im Klaren darüber sein, welche Rolle der Mitspieler spielen und welche Fähigkeiten er deshalb besitzen sollte.  Subjektive Hinderungsgründe und objektive Abwehrsignale (Körpersprache) beachten.
  18. 18. Heuristik Heuristik (altgr. εὑρίσκω heurísko „ich finde“; heuriskein, „(auf-)finden“, „entdecken“) bezeichnet die Kunst, mit begrenztemWissen und wenig Zeit zu guten Lösungen zu kommen. In der Psychologie sind Heuristiken einfache, effiziente Regeln, die sich durch evolutionäre Prozesse gefestigt haben oder erlernt wurden. Sie werden insbesondere genutzt, um die Lagebeurteilungen, Entscheidungsfindungen und Problemlösungen von Menschen in komplexen Situationen, in denen es häufig an Informationen mangelt, zu erklären.
  19. 19. Heuristik Zur Entwicklung einer Auswahlheuristik können diese Faktoren herangezogen werden:  Alter der Person  Physiognomie  Kleidung (Stil, Qualität), Schmuck  Beruf (sofern bekannt)  Körpersprache  Positionierung im Raum  Vorverhalten
  20. 20. Meine Heuristiken  Keine Frauen unter 30!  Niemals die Rangniedersten – je höher desto besser. Hausherr, Chef, Geburtstagskind  Traditionalisten bevorzugt (Trachtenanzug oder eher unauffällige aber stimmige Kleidung)  Eher aus dem vorderen Bereich des Saals als im Hinteren (vorderes Drittel)  Nie die Provokateure, Zwischenrufer  Körpersprachliche Signale vor Auswahlaufforderung beachten.
  21. 21. Akt II: Vom richtigen Umgang mit dem Zuschauer
  22. 22. Handling & Wording  Richtige Positionierung im Bezug auf  Raum  Vorführenden (links, rechts, stehend, sitzend)  Weitere Mitwirkende  Distanzzonen beachten  Namen erfragen (Wiederholen!)  Klare, gut verständliche Arbeitsanweisungen – Step by Step  Am besten vormachen/ mit Gesten demonstrieren
  23. 23. Panne oder Sabotage?  Pannen  Ungenaue / missverständliche Erklärungen  Subjektive Überforderungen  Abweichungen von der Norm  Sabotage?  Zuschauer befolgt Anweisungen nicht korrekt  Mangelnde Kontrolle  Warum fühlt er sich zu so einemVerhalten herausgefordert?  Falsche Auswahl!
  24. 24. Richtiges Wording entscheidet: Bitte öffnen Sie das Buch auf irgendeiner Seite und denken Sie an ein beliebiges Wort… Bitte denken Sie an einen Menschen, der Ihnen nahesteht und schreiben Sie ihn auf diesen Zettel…
  25. 25. Hilfsmittel bereithalten:  Treppe  Lupe oder Brille  Taschentuch  Handmikrofon  Knietablett  Taschenrechner  Stuhl/ Barhocker
  26. 26. Stressoren Was den Zuschauern in der Rolle des „Assistenten“ Unbehagen bereitet:  Vor einem Publikum stehen/ sprechen  Angst Fehler zu machen  Angst sich zu blamieren (blinder Fleck)  Zwang gut auszusehen  Technische Probleme  Antipathie im Bezug auf denVorführenden  Verletzung der natürlichen Distanzzonen
  27. 27. Distanzzonen:
  28. 28. Aber: Stressoren können auch effektiv zur Kontrolle des Zuschauers eingesetzt werden  Klassische Force  Hoy BookTest  Ihre PIN Dies funktioniert aber nur, wenn das „Grundstresslevel“ nicht zu hoch ist.
  29. 29. Theorie der kognizierten Kontrolle* Menschen sind bestrebt, Ereignisse  zu erklären,  zu beeinflussen und  vorherzusagen. Kontrollverlust entsteht, wenn Ereignisse  nicht erklärbar,  nicht beeinflussbar,  nicht vorhersagbar sind. *nach Prof. Dr. Dieter Frey
  30. 30. Anwendung der Kontrolltheorie in der Show  Erklären, warum gerade dieser Zuschauer ausgewählt wurde.  Vorausschau was passieren wird bzw. was nicht passiert.  Aktive Mitwirkungsmöglichkeiten / Entscheidungsalternativen bieten.
  31. 31. Humor ist… …wenn man trotzdem lacht. Trotzdem gibt es NoGos:  Gags auf Kosten der Zuschauer  Körperliche Misshandlungen (Elektrochair)  Spiele mit der Angst
  32. 32. Merke: Je geringer der Stress für den Zuschauer, desto:  mehr Spass wird er haben  weniger Fehler wird er machen  schöner ist das Gesamtbild der Show  angenehmer ist es für das Publikum  wertvoller ist sein Beitrag für die Show  besser lässt er sich tricktechnisch steuern.
  33. 33. Beachte  Der Rest des Publikums nimmt den ausgewählten Zuschauer immer als „zu sich gehörend“ wahr.  Das Publikum solidarisiert sich in der Regel immer wieder mit dem Zuschauer.  Was Du einem Zuschauer antust, tust Du auch dem ganzen Publikum an.
  34. 34. Auf der Jagd nach dem Flow:  90% _AkzeptableVorstellung: Alles funktioniert tricktechnisch – aber schlechte Rahmenbedingungen schränken Erfolg ein. Trotzdem ordentlicherApplaus.  100% _GuteVorstellung: Alles funktioniert, wie es funktionieren soll. Publikum ist aufgeschlossen und fühlt sich gut unterhalten. Zugabe wird gewünscht.  Ab 120% _Flow: Außergewöhnliche Stimmung und Resonanz, besondere Momente – Publikum liebt den Vorführenden und zeigt die Zuneigung. Für Zauberer und Publikum war es ein besonderes Erlebnis. Standing Ovations…
  35. 35. Kann man schon mal bringen? Darf ich Ihre Hand haben? – Nicht die, die saubere… ah, das war die saubere… Blasen, nicht spucken!
  36. 36. 4 Seiten einer Nachricht Sachaussage Selbstoffen- barung Beziehung Appell 4 Seiten einer Nachricht
  37. 37. 4 Seiten einer Nachricht Sachaussage: Die Zuschauerin hat schmutzige Hände. (Objektiv falsch.) Selbstoffenbarung: Ich habe es nötig schlechte Witze zu machen. Beziehung: EntertainerWeisheit I Appell: Bitte lachen! 4 Seiten einer Nachricht
  38. 38. Akt III: Zum Schluss…
  39. 39. Zum Schluss stellt sich die Frage: Wem gehört der Effekt? Wem gebührt der Applaus? Eventuell kann es Sinn machen, den Zuschauer vorab zu entlassen.
  40. 40. Zum Download  Die Präsentation gibt es ab Montag unter www.magisch.info oder auf Facebook unter Magischer Zirkel München

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