Gästebefragung San Gottardo. Typisierung von Besuchern der Region San Gottardo mit Hilfe der Emotic Map zur Unterstützung des Markenbildungsprozesses im Gotthard Perimeter.

889 Aufrufe

Veröffentlicht am

Luthe, T., Nabitz, S. und M. Tschapka. 2012. Gästebefragung San Gottardo. Typisierung von Besuchern der Region San Gottardo mit Hilfe der Emotic Map zur Unterstützung des Markenbildungsprozesses im Gotthard Perimeter. Bericht Nr. 006912 der ITF Forschungsberichte/ITF Working Papers, Chur. ISSN 2296-0465.

0 Kommentare
0 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Als Erste(r) kommentieren

  • Gehören Sie zu den Ersten, denen das gefällt!

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
889
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
3
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
2
Kommentare
0
Gefällt mir
0
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie

Gästebefragung San Gottardo. Typisierung von Besuchern der Region San Gottardo mit Hilfe der Emotic Map zur Unterstützung des Markenbildungsprozesses im Gotthard Perimeter.

  1. 1. GästebefragungSan GottardoTypisierung von Besuchern der Region San Gottardomit Hilfe der Emotic Map zur Unterstützung desMarkenbildungsprozesses im Gotthard Perimeter ITF Forschungsberichte ITF Working Papers Autoren: Tobias Luthe Michael Tschapka Stephanie Nabitz Romano Wyss FHO Fachhochschule Ostschweiz
  2. 2. ImpressumKontakt:Prof. Dr. Tobias LutheInstitute for Tourism and Leisure ResearchUniversity of Applied Sciences HTW ChurComercialstrasse 22CH-7000 ChurSwitzerlandTel. +41 (0) 81 286 3981Mobile +41 (0) 77 4689 259Mail tobias.luthe@htwchur.chWeb www.itf.chZu zitieren als:Luthe T., Nabitz, S. und M. Tschapka. 2012. Gästebefragung San Gottardo. Typisierung von Besuchern der Region SanGottardo mit Hilfe der Emotic Map zur Unterstützung des Markenbildungsprozesses im Gotthard Perimeter. Bericht Nr.006912 der ITF Forschungsberichte/ITF Working Papers, Chur. ISSN 2296-0465.© ITF HTW Chur September 2012Diese Publikation steht unter Copyright der Autoren und des Herausgebers, dem Institut für Tourismus und Freizeitforschungder Hochschule für Technik und Wirtschaft Chur. Für jede kommerzielle Vervielfältigung ist die Erlaubnis des Herausgebersund der Autoren einzuholen
  3. 3. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 2Inhalt1 Ausgangssituation und Ziele ................................................................................. 42 Methodisches Vorgehen ...................................................................................... 5 2.1 Datenerhebung ............................................................................................... 6 2.2 Stichprobenumfang ......................................................................................... 6 2.3 Emotic Map .................................................................................................... 7 2.3.1 Grundlagen ............................................................................................. 7 2.3.2 Herleitung der graphischen Darstellung ...................................................... 7 2.4 Farbenlehre und Emotionen ........................................................................... 10 2.5 Datenanalyse ................................................................................................ 103 Ergebnisse ....................................................................................................... 12 3.1 Beschreibung der Stichprobe ......................................................................... 12 3.2 Beabsichtigte Urlaubsaktivitäten ..................................................................... 14 3.3 Urlaubserfahrung .......................................................................................... 15 3.3 Einzigartigkeit der Urlaubsregion ..................................................................... 16 3.4 Zufriedenheit der Gäste ................................................................................. 17 3.5 Verbesserungspotential in den Regionen ......................................................... 21 3.6 Assoziationen  mit  dem  Begriff  ““San  Gottardo”” .................................................. 24 3.7 Gemeinsamkeiten unter den San Gottardo Regionen ........................................ 26 3.8 Verbundenheit mit der Region ........................................................................ 26 3.9 Emotic Map –– emotionale Typologien .............................................................. 28 3.9.1 Positionierung der einzelnen Befragungsregionen auf der Emotic Map ........ 28 3.9.2 Die Befragungsregionen im Vergleich –– weiter gefasste Zuteilung .............. 31 3.9.3 Die Befragungsregionen im Vergleich –– enger gefasste Zuteilung .............. 32 3.10 Farben und Emotionen .................................................................................. 344 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen ......................................................... 38 4.1 Zusammenfassung ........................................................................................ 38 4.2 Schlussfolgerungen ....................................................................................... 39 4.3 Massnahmen und Empfehlungen .................................................................... 40
  4. 4. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 3Literaturverzeichnis .................................................................................................. 42Anhang .................................................................................................................. 45 Anhang A Fragebogen deutsch .............................................................................. 45 Anhang B Fragebogen italienisch ............................................................................ 51
  5. 5. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 41 Ausgangssituation und ZieleDer Perimeter San Gottardo ist ein Zusammenschluss von vier Regionen im Gotthard-Raum.Zu diesen vier Regionen gehören Bellinzonese e Valli, die Surselva, ein Teil des Kantons Uriund Goms (San Gottardo, 2012; Abbildung 1).Abbildung 1: Der Perimeter San Gottardo (San Gottardo, 2012)Bei diesen Regionen handelt es sich um Bergregionen, in welchen kein Massentourismusstattfindet. Ein Zusammenschluss dieser Regionen sowie eine Dachmarkenbildung sollen denLebens- und Wirtschaftsraum San Gottardo stärken und vorantreiben.Die Grundlage für eine erfolgreiche Markenbildung stellt die Abstimmung dieser Marke aufdie potentielle oder tatsächliche Kundschaft dar. Eine Marke soll Kunden ansprechen und dasInteresse für das Produkt oder die Dienstleistung wecken. Somit soll eine Marke auchemotionale Erlebnisse vermitteln und dient für viele Nachfrager der Selbstdarstellung (z.B.Identifikation zu einem sozialen Status; Homburg und Krohmer, 2009).Die vorliegende Studie hat das Ziel, die Aussenansicht der Gäste des Perimeters SanGottardo explorativ zu evaluieren, um damit einen ersten Überblick und eine Grundlage füreine erfolgreiche Markenbildung zu bieten. Dabei gilt es mögliche Gemeinsamkeiten oderauch Unterschiede der einzelnen Befragungsregionen innerhalb des Perimeters San Gottardofestzustellen und aufzuzeigen.
  6. 6. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 5Mit Hilfe einer Gästebefragung wird eine erste charakterliche Einschätzung der Besucherdieser Region gegeben. Aufgrund der Bedeutung von emotionalen Erlebnissen für dieMarkenbildung werden diese ergänzend abgefragt. Dadurch können die Gäste und ihreErwartungen an eine Urlaubsregion näher beschrieben, der Wissenstand der Gäste zu denRegionen im Perimeter San Gottardo abgefragt sowie ihre emotionalen Eigenschaften besserkennen gelernt werden.2 Methodisches VorgehenDer Markenbildungsprozess wird methodisch aus verschiedenen Richtungen unterstützt:  Die Evaluation des Gastes und seiner Kenntnisse zum Perimeter San Gottardo (wer ist  der  Gast  und  was  weiss  er  über  „„San  Gottardo““?)  Die Evaluation der emotionalen Charakteristika des Gastes (was für ein Typ ist der Gast?)  Die Evaluation der charakterlichen Eigenschaften des Gastes, die mit Hilfe der Farbenlehre eruiert werden (welche Charaktereigenschaften könnten auf den Gast zutreffen?)Zwischen der zweiten und dritten methodischen Vorgehensweise ist eine Verknüpfungwichtig, um die Aussagen der Gäste zu relativieren. Die Ergebnisse dieser beiden letztenSchritte werden in der Emotic Map (Kapitel 3.9) dargestellt und im Kapitel 3.10 speziell aufdie Farbwahl analysiert.Wenn nötig werden in diesem Bericht Interpretationshilfen zu den Ergebnissen gegeben. Esgilt jedoch zu beachten, dass weiterführende, über diesen Ergebnisbericht hinausgehendeAussagen und Interpretationen sowie kausale Begründungen eine mehr qualitativausgerichtete Untersuchungsmethodik erfordern.
  7. 7. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 62.1 DatenerhebungFür die vorliegende Studie wurde ein schriftlicher Fragebogen entworfen, der unter denGästen in den Befragungsregionen Uri, Surselva, Bellinzonese e Valli und Goms verteiltwurde. Die Befragungsregionen definieren sich durch den Perimeter San Gottardo (sieheKaptiel 1).Die Durchführung der Befragung fand in schriftlicher Form mit Gästen direkt vor Ort statt.Des Weiteren wurde den Befragten die Möglichkeit offeriert, zu einem späteren Zeitpunkt ander   Umfrage   teilzunehmen.   Zu   diesem   Zweck   wurde   über   das   Softwaretool   „„Unipark““   ein  online-Fragebogen erstellt, der auch zu einem späteren Zeitpunkt den Gästen noch zurVerfügung stand.Die schriftliche und die online Datenerhebung erfolgten im Zeitraum April bis Juni 2012.2.2 StichprobenumfangDie vorliegende Studie und die vorgestellten Ergebnisse sind als qualitative Momentaufnahmezu verstehen, welche die Aussensicht des Perimeters San Gottardo durch die Besucher dervier Befragungsregionen (Surselva, Goms, Bellinzonese e Valli und Uri) darstellt. Eine fürdiesen Zweck ausreichend grosse Stichprobenzahl, mit einer Fehlerquote von 5%, wurdenach Cochran (1977) berechnet.Abbildung 2 zeigt die errechnete Stichprobengrösse und die tatsächlich erreichte Anzahl fürdie schriftlichen Befragungen vor Ort. 1400 1250 1200 993 1000 800 Soll 600 Ist 400 364 350 400 299 250 250 206 209 200 0 Goms Surselva Bellinzonese e Uri Gesamt ValliAbbildung 2: Errechnete und tatsächliche Stichprobengrösse der schriftlichen Befragung
  8. 8. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 72.3 Emotic MapFür das vorliegende Projekt des Markenbildungsprozesses San Gottardo wurde auf der Basisder abgefragten Daten die sogenannte Emotic Map erstellt. Ziel der Emotic Map ist es, dieemotionale, touristische Aussensicht des Perimeters San Gottardo in den gewähltenBefragungsregionen zu evaluieren und graphisch darzustellen.2.3.1 GrundlagenEine der Grundlagen für die Erstellung der Emotic Map stellte das Limbic Konzept (Häusel,2007) dar. Letzteres versucht die Methoden der modernen Hirnforschung und Psychologieauf die Marketing-Praxis anwendbar zu machen. Zu diesem Zweck werden im LimbicKonzept Studienergebnisse in einer sogenannten Limbic Map dargestellt. Dieses Konzept hatseine Anwendungsgebiete vor allem im Marketingbereich der Verpackungsindustrie. Dasvollständige Limbic Konzept ist patentiert. Für das vorliegende Projekt wurden publizierteErkenntnisse des Limbic Konzeptes aufgegriffen und mit eigenen Konzepten undUntersuchungsmethoden kombiniert bzw. erweitert. Basierend auf den theoretischenErkenntnissen sowie auf den Ergebnissen der Umfrage in den Befragungsregionen, wurdedie Emotic Map erstellt.2.3.2 Herleitung der graphischen DarstellungDie Emotic Map ist graphisch mittels eines gleichseitigen Dreiecks dargestellt, wobei jederEcke und jeder Mitte der Seiten ein Emotionsbereich zugewiesen werden kann:In den einzelnen Ecken befinden sich die Emotionsbereiche:  Abenteuer / Erlebnis / Sensation,  Kreativität / Freude / Phantasie und  Kontrolle / Disziplin / MoralDie Mitte der jeweiligen Schenkel wird durch die Begriffe  Anregung,  Bestimmtheit und  Ausgeglichenheit gekennzeichnet (Abbildung 3).
  9. 9. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 8 Er n/ leb io ni at s/ ns Ab Se en te Impulsivität ue r Risikofreude Mut Extravaganz Spontanität Sieg Individualismus Macht Bestimmtheit Anregung Freiheit Abwechslung Durchsetzung Kunst Stolz Effizienz Humor Ehrgeiz Offenheit Freundschaft Präzision Phantasie Poesie Gehorsamkeit Disziplin Herzlichkeit e/ M Verlässlichkeit d or eu al / t/F Sinnlichkeit Ko Tradition tä Genuss Geselligkeit Qualität n i tiv tro ea l le/ Kr Phantasie Disziplin AusgeglichenheitAbbildung 3: Emotic Map (adaptiert von Mediascale, 2007 und Häusel, 2011)Die verwendeten Begriffe wurden aus allen bekannten Begriffen des Limbic Konzeptesausgewählt und mit entsprechender Literatur hinterlegt (Effert und Häusel, 2010; Häusel,2009; Häusel, 2007). Eine Reduktion der Gesamtzahl von Begriffen, die in das Konzept derEmotic Map einfliessen, wurde für die Untersuchung des Markenbildungsprozesses für denPerimeter San Gottardo als sinnvoll erachtet. Begriffe die sich ähneln und bei den Befragtenfür Unsicherheit sorgen könnten wurden eliminiert. Durch dieses Verfahren war es möglich,die Anzahl der Begriffe von ursprünglich 76 aus der Limbic Map auf 30 für die Emotic Map zureduzieren.Die Begriffe wurden mit einer 5-Punkte Likert-Skala nach deren Wichtigkeit im Leben desBefragten abgefragt. Eine grafische Darstellung der Ergebnisse konnte mit Hilfe der EmoticMap am Ende der Analyse realisiert werden. Die Befragten können so aufgrund ihrerEmotionen in gewisse Gruppen unterteilt werden.Die Positionierung der Begriffe und deren Abstände in der Emotic Map wurden an diePositionierung der Limbic Map angelehnt. Resultierend entstehen somit sechsEmotionsbereiche, die auf den ausgewählten 30 Begriffen basieren. Durch die Berechnungder Positionen von einzelnen Begrifflichkeiten auf der Emotic Map, wurden Vergleiche deremotionalen Aussensicht für die Befragungsregionen angestellt.Diese Positionierung der Begriffe erfolgte mit Hilfe eines Koordinatensystems, welches überdie Grafik gelegt wurde. Jedem Begriff kann somit ein x- und ein y-Wert zuordnen werden(Abbildung 4).
  10. 10. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 9 Er n/ leb io ni at s/ 10 ns Ab Se en te Impulsivität ue r Risikofreude Mut Extravaganz Spontanität Sieg Individualismus Macht Bestimmtheit Anregung Freiheit Abwechslung 5 Durchsetzung Kunst Stolz Effizienz Humor Ehrgeiz Offenheit Freundschaft Präzision Phantasie Poesie Gehorsamkeit Disziplin Herzlichkeit e/ M Verlässlichkeit d or eu al / t/F Sinnlichkeit Ko Tradition tä Genuss Geselligkeit Qualität n i tiv tro ea l le/ 5 10 15 Kr Phantasie Disziplin AusgeglichenheitAbbildung 4: Emotic Map mit Koordinatensystem (adaptiert von Mediascale, 2007 und Häusel, 2011)Dazu wurde für jeden Begriff ein Mittelpunkt bestimmt, der das Zentrum des Wortes bildetund damit die Koordinate im Koordinatensystem. Die Positionierung der jeweiligen Begriffe istsomit in der Emotic Map eindeutig darstellbar und vergleichbar unter den einzelnenBefragungsregionen. Das  Wort  „„Qualität““  zum  Beispiel nimmt auf dem Koordinatensystem dieWerte 17 auf der x-Achse und 0.5 auf der y-Achse ein. Damit ist der Wert dem Bereich„„Moral/Kontrolle/Disziplin““  zuzuordnen,  wohingegen  das  Wort  „„Kunst““  (x-Wert = 5.5; y-Wert= 4.5)   dem   Bereich  „„Anregung““   zuzuordnen   ist.   Damit konnte eine qualitative Einschätzungder Aussenwahrnehmung von Touristen zum Perimeter San Gottardo vorgenommen werden.Diese Einschätzung soll lediglich einen Eindruck der abgefragten Themen darstellen und istsomit nicht als repräsentativ für die Befragungsregionen zu werten. Dennoch ist eine solchvorgenommene Positionierung sinnvoll, da ein Vergleich zwischen den Befragungsregionenhergestellt werden kann.Für die grafische Darstellung der Ergebnisse in der Emotic Map wurden zwei verschiedeneSzenarien untersucht (siehe Kapitel 3.9.2 und 3.9.3). In jedem Szenario wurden von denwichtigsten Emotionsbegriffen die Mittelwerte der x-Koordinaten sowie die Mittelwerte der y-Koordinaten errechnet. Anhand dieser Informationen wurden die Befragungsregionen auf derEmotic Map positioniert und verglichen (siehe Abbildung 33 und Abbildung 34).
  11. 11. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 102.4 Farbenlehre und EmotionenGenerell werden in der Literatur mit Farben unterschiedliche charakterliche und emotionaleEigenschaften verknüpft (vgl. Bartel, 2003; Hammer, 2008; Heller, 2000).Den abgefragten Farben wurden, aufgrund einer Sekundäranalyse der oben genanntenQuellen aus der Farbenlehre, Farbpsychologie und der Emotionsforschung, Begrifflichkeitenzugewiesen (Abbildung 39 bis 43). Mittels deskriptiver Analyse wurden die Lieblingsfarbender Befragten pro Befragungsregion festgestellt. Von den 13 abgefragten Farbtönen wurdendie drei am häufigsten genannten Farben für die weitere Interpretation verwendet (Kapitel3.10).2.5 DatenanalyseDie Datenanalyse erfolgte mittels des Statistik-Softwareprogramms SPSS15 und der EmoticMap. Die Daten, die aufgrund der Befragungen gesammelt werden konnten, wurden mitHilfe des Softwareprogramms deskriptiv ausgewertet und die Verteilungen beschrieben.Darauf aufbauend konnten die Resultate anhand der Emotic Map graphisch veranschaulichtwerden.Zu Beginn der Analyse wurde die Plausibilität der Daten mittels Häufigkeitsverteilungenüberprüft. Bei dieser Überprüfung stellte sich heraus, dass die Daten der BefragungsregionGoms von einer Normalverteilung in den Alterskategorien abweichen. Daraufhin mussten dieDaten bereinigt werden, um die Aussagefähigkeit der Ergebnisse zu gewährleisten. DasVorgehen dieser Datenbereinigung wird im Folgenden genauer erläutert.Die Altersverteilung in dieser Befragungsregion war in der Kategorie der 25-34 jährigenauffallend höher als in den anderen drei Befragungsregionen (Abbildung 5). Altersgruppe 25-34 vor Datenbereinigung 30.0 25.0 20.0 Prozent 15.0 10.0 5.0 0.0 Bellinzonese e Valli Goms Uri Surselva BefragungsregionAbbildung 5: Altersgruppe 25-34 vor DatensatzbereinigungUm dieser Anomalie zu begegnen eine Normalverteilung zu erreichen, wurden die Daten fürdie Region Goms im Nachhinein bereinigt. Nach der Berechnung der durchschnittlichenHäufigkeiten in der Altersgruppe der 25-34-jährigen wurde die Altersverteilung von Goms andie der anderen Befragungsregionen angepasst, indem die ersten 25 Datensätze manuell
  12. 12. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 11gelöscht wurden. Dieser Datensatz wurde für die Berechnungen für die Positionierung aufder Emotic Map verwendet.Um eventuelle Abweichungen in den Ergebnissen durch die Datenbereinigung zu überprüfen,wurde parallel ein weiterer Datensatz erstellt, in dem 25 Fragebogen zufällig gelöscht wurden.Durch einen Zufallszahlengenerator wurden die zu löschenden Fragebögen bestimmt. BeideDatensätze zeigten bei den stichprobenartig durchgeführten deskriptiven AnalysenUnterschiede auf. Diese Unterschiede zwischen den bereinigten und den nicht-bereinigtenDatensätze betrugen unter zwei Prozent. Altersgruppe 25-34 nach Datenbereinigung 30.0 25.0 20.0 Prozent 15.0 10.0 5.0 0.0 Bellinzonese e Valli Goms Uri Surselva BefragungsregionAbbildung 6: Altersgruppe 25-34 nach DatensatzbereinigungDas bedeutet, dass die Ergebnisse nach dieser Datensatzbereinigung vergleichbar sind zuden Ergebnissen vor der Datensatzbereinigung. Folglich fallen die Ergebnisse mit einerabgeänderten Altersverteilung in der Kategorie der 25-34 jährigen nicht bzw. nur minimalanders aus. Eine eventuelle Verfälschung der Interpretationsgenauigkeit desOriginaldatensatzes konnte somit ausgeschlossen und letzterer für die Analysen verwendetwerden.
  13. 13. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 123 ErgebnisseVon insgesamt 1.250 Fragbogen betrug die Rücklaufquote n=993 Fragebogen. Sämtlicheaufgeführte Ergebnisse in diesem Bericht basieren auf dieser Stichprobengrösse von 993Fragebogen.3.1 Beschreibung der StichprobeDie Mehrheit der Befragten in allen Befragungsregionen ist männlich. Eine Ausnahme bildetdie Befragungsregion Goms, dort übersteigt die Anzahl der weiblichen Gäste (52%) die dermännlichen (48%; Abbildung 7). Der Grund für diese Abweichung in der BefragungsregionGoms ist die Ankunft vieler Gruppen und Schulklassen zum Zeitpunkt der Befragung. 60.0 Geschlecht 40.0 Prozent Männlich 20.0 Weiblich 0.0 Surselva Bellinzonese e Valli Uri Goms BefragungsregionAbbildung 7: Geschlechterverteilung pro RegionAbbildung 8 zeigt die Altersverteilung der Befragten pro Befragungsregion. Die am stärkstenvertretene Alterskategorie in allen Regionen, ausser in Goms, war die der 45-54-jährigen.Diese Altersverteilung deckt sich mit den Statistiken zur sozio-demographischen Entwicklungin der Schweiz (Bundesamt für Statisik, 2012a). In Goms waren die Befragten mehrheitlichzwischen 25 und 34 Jahren (26%). 30.0 25.0 Surselva 20.0 Prozent Bellinzonese e 15.0 Valli 10.0 Uri 5.0 Goms 0.0 jünger 15-24 25-34 35-44 45-54 55-64 65-74 älter als als 14 74 AlterskategorieAbbildung 8: Altersverteilung über den gesamten Perimeter
  14. 14. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 13Die Mehrheit der Befragten in allen Kantonen sind Schweizer Staatsbürger, gefolgt vonDeutschen. Diese Feststellung spiegelt die für die Gesamtschweiz wichtigsten Quellenmärktewieder (Bundesamt für Statistik, 2012b). In Bellinzonese e Valli wurden überdurchschnittlichviele Italiener befragt (13%; Abbildung 9). 70.0 60.0 Surselva 50.0 Prozent 40.0 Bellinzonese e 30.0 Valli 20.0 Uri 10.0 0.0 Goms NationalitätAbbildung 9: Nationalität der BefragtenBezogen auf ihre berufliche Stellung sind in allen Regionen - bis auf Goms - Personen imAngestelltenverhältnis in der Mehrzahl (über 20%). In der Befragungsregion Goms waren diemeisten Befragten in der Ausbildung oder Pensionisten (Abbildung 10). Derzeit ohne Beschäftigung Hausfrau / Hausmann PensionistIn / RentnerIn Ausbildung Goms ArbeiterIn / Angestellte/r Uri Berufsgruppe Mittleres Management Bellinzonese e Geschäftsführung Valli Surselva Selbständige Erwerbende 0 10 20 30 40 ProzentAbbildung 10: Berufliche Stellung der BefragtenEin Grossteil der Befragten gab an, in Begleitung des (Ehe-)Partners zu reisen, was in derBefragungsregion Bellinzonese e Valli 28% entspricht, in der Surselva 38% und in Uri 23%.In Goms reisten die Befragten überwiegend alleine (33%).Tabelle 2 stellt eine Übersicht über die am häufigsten auftretenden Charakteristika derBefragten dar, unterteilt in die vier Befragungsregionen. Darin enthalten sind eine
  15. 15. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 14Zusammenfassung der bereits beschriebenen Charakteristiken sowie eine Auflisten derHäufigkeiten zu den Fragen der Anreise und der bevorzugten Reisezeit.Tabelle 1: Zusammenfassung Demographische Angaben Bellinzonese e Valli Surselva Goms Uri Kategorie In % Kategorie In % Kategorie In % Kategorie In %Geschlecht Männlich 48 Männlich 52 Weiblich 52 Männlich 39Alter 45 –– 54 22 45 - 54 24 25 - 34 26 45 - 54 21Nationalität CH 59 CH 64 CH 49 CH 56Ausbildung Berufslehre 33 Berufslehre 31 Berufslehre 47 Universität 23Beruf Angestellte/r 32 Angestellte/r 25 Ausbildung 24 Angestellte/r 30Begleitung (Ehe-) Partner 28 (Ehe-) Partner 38 Reise alleine 33 (Ehe-) Partner 23Anreise Auto 53 Auto 75 Auto 66 Auto 69Reisezeit Sommer 38 Winter 53 Weiss nicht 51 Winter 633.2 Beabsichtigte UrlaubsaktivitätenHinsichtlich der Aktivitäten fällt auf, dass in den meisten Befragungsregionen dasBeisammensein mit der Familie, sowie der Wunsch neue Plätze und Orte kennenzulernen anerster Stelle stehen. In jenen Befragungsregionen, die überwiegend im Winter aufgesuchtwerden, ist der Schneesport als wichtigste Aktivität auszumachen (Abbildung 11). Frage: Welcher Aktivität beabsichtigen Sie hauptsächlich in dieser Region nach zu gehen? 300 Familie Prozent (Mehrfachnennungen) Neue Plätze 250 Selbst 200 Interessen 150 Unterhaltung Shopping 100 Neues erleben 50 Erfahrung Architektur 0 Bellinzonese e Surselva Goms Uri Schneesport Valli Wellness Aktivität WandernAbbildung 11: Wichtigste Aktivitäten in den vier Regionen
  16. 16. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 153.3 UrlaubserfahrungDie Auswertung zeigt, dass rund drei Viertel der Befragten sich bereits in der Vergangenheitin der jeweiligen Befragungsregion aufgehalten haben (Abbildung 12). Frage: Waren Sie schon mal in dieser Destination? 100 80 Prozent 60 ja nein 40 20 0 Surselva Bellinzonese e Valli Uri Goms BefragungsregionAbbildung 12: Frühere Besuche in der RegionMehr als die Hälfte der Befragten in der Befragungsregion Surselva (50%), in Bellinzonese eValli (53%) und in Uri (52%) waren bereits mehr als sechs Mal in dem jeweiligen Gebiet. Nurim Goms gab die Mehrheit an, diese Region in der Vergangenheit nur 1 –– 2 Mal aufgesuchtzu haben (34%; Abbildung 13). Frage: Wie oft waren Sie in den letzten 10 Jahren in dieser Destination? 60 50 1-2 mal 40 Prozent 3-4 mal 30 20 5-6 mal 10 0 mehr als Surselva Bellinzonese e Valli Uri Goms 6 mal BefragungsregionAbbildung 13: Häufigkeit früherer Besuche in der RegionInteressant ist auch ein Blick auf die Frage, in welcher anderen Region des Perimeters SanGottardo die Befragten in der Vergangenheit Urlaub gemacht haben (Abbildung 14).
  17. 17. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 16 Frage: In welcher dieser Regionen haben Sie bereits Urlaub gemacht? 100 Surselva 80 Bellinzonese e 60Prozent Valli Uri 40 20 Goms 0 RegionAbbildung 14: Urlaubserfahrungen in anderen RegionenDaraus wird ersichtlich, dass es sich bei den Besuchern um Wiederkehrer handelt, die zumZeitpunkt der Befragung bereits schon in der Vergangenheit Urlaub in eben dieserBefragungsregion gemacht haben. Es gilt jedoch zu beachten, dass bei der Beantwortungdieser Frage auf vorgegebene Antwortmöglichkeiten Mehrfachnennungen möglich waren.Das bedeutet, dass die Befragten nicht ausschliesslich nur in einer dieser RegionenUrlaubserfahrungen gesammelt haben müssen. Des Weiteren können auch andere Orte nichtausgeschlossen werden. Auf diese im Fragebogen gestellte Frage lässt sichzusammenfassend festhalten, dass die Mehrheit der Befragten in Bellinzona & Alto Ticino(20%), dicht gefolgt von Andermatt (17%), bereits Urlaubserfahrungen in der gleichenRegion gesammelt hat.3.3 Einzigartigkeit der UrlaubsregionMit Hilfe der Frage zur Einzigartigkeit konnten Schlüsselbegriffe gesammelt werden, die denGast für diese Region –– in welcher er befragt wurde –– besonders ansprechen.Für die Befragten in der Survselva sind „„Natur““   und   „„Landschaft““   mit 14% am häufigstengenannt worden. Des Weiteren sind für viele der Befragten die „„Berge““  (10%) bestimmendesElement der Einzigartigkeit der Destination, gefolgt vom „„Schneesport““ (8%) und der„„Schneesicherheit““ (6%). Neben diesem meist genannten Begriffen nannten die Befragtensehr viele mehr, weswegen die Prozentzahlen für die häufigsten Nennungen niedrigerscheinen.Ähnlich wie in der Befragungsregion Surselva dominieren auch in der BefragungsregionBellinzonese e Valli die Wörter   „„Natur““ und „„Landschaft““ mit 26% als einzigartiges Element
  18. 18. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 17der Region. Darauf folgen Aspekte  zum  Klima,  wie  „„Wetter““  und  „„Sonne““  (8%), Nennungenrund um die „„Berge““ (7%) und die „„Historie der Region““ (4%).In der Befragungsregion Uri werden die Möglichkeiten zum „„Schneesport““   (15%) alsdefinierendes Element der Einzigartigkeit in der Region am häufigsten genannt. Darauf folgenBegriffe zu „„Natur““, „„Landschaft““ und dem „„Panorama““ (12%), zu „„Bergen““ (10%) und„„Schneesicherheit““ (7%).Wie in den Befragungsregionen Surselva und Bellinzonese e Valli, werden auch in derBefragungsregion Goms Begriffe zur „„Landschaft und Natur““ (20%) mehrheitlich genannt,um die Einzigartigkeit der Region zu beschreiben. Als zweiten Aspekt nennen die Befragtendie „„Berge““ (18%), gefolgt von „„Ruhe““ und „„Stille““ (11%) und „„Kultur““ (10%).Im Gesamtüberblick dominieren die Wörter „„Natur““ und „„Landschaft““ in Bezug auf dieEinzigartigkeit der vier Regionen. Darauf folgen Nennungen zu den „„Bergen““ und zum„„Schneesport““ (Abbildung 15). Frage: Was macht für Sie die Urlaubsregion einzigartig? Historie Klima (Wetter) Schneesicherheit Kultur Aspekte Ruhe/Stille Schneesport Berge Natur/Landschaft 0 100 200 300 400 HäufigkeitenAbbildung 15: Einzigartigkeit der Urlaubsregion in absoluten Häufigkeiten (gesamtes Sample aller Befragungsregionen)Diese Aussagen decken sich mit den bestehenden Angeboten der Befragungsregion, die aufden Internetseiten veröffentlicht sind. Aufgrund ihrer geographischen und alpinen Lage ist esdiesen Regionen möglich, die für sie geltenden Einzigartigkeiten mit den Angebotenverknüpfen.3.4 Zufriedenheit der GästeDieser Teil der Befragung gibt einen generellen Überblick über die Zufriedenheit der Gäste inden einzelnen Befragungsregionen. Dazu wurden vier Teilbereiche erarbeitet:  Der erste Bereich evaluiert Aspekte, die der befragte Gast in seiner Urlaubsregion als besonders wichtig erachtet. Mit dieser Evaluation wird ein erster Überblick gegeben.  Der zweite Teil erforscht das Preisempfinden der Gäste zu den angebotenen Leistungen.
  19. 19. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 18  Der dritte Teilbereich untersucht die allgemeine Zufriedenheit mit dem Aufenthalt,  Der vierte Teilbereich analysiert die Gästezufriedenheit mit dem Angebot bzw. mit den abgefragten Eigenschaften der jeweiligen Urlaubsregionen.Wichtige Aspekte in der UrlaubsregionDie  Analyse  ergab,  dass  „„Freundlichkeit““  in  den  Befragungsregionen  Surselva,  Bellinzonese  e  Valli und Uri mit über 60% als wichtigster Aspekt für die Befragten gilt. In derBefragungsregion Goms wurde „„Spass““   (43%)   als   wichtigster   Aspekt   angegeben.   Des  Weiteren sind in den Befragungsregionen Uri  und  Surselva  auch  das  „„Naturerlebnis““  (57%)  besonders wichtig, ebenso  wie  die  „„Unterkunft““  (47%)  –– was auch in Bellinzonese e Valli alswichtig erachtet wird (53%). Eine ähnlich grosse Bedeutung wird in allenBefragungsregionen   den   Aspekten   „„Ruhe““,   „„Gemütlichkeit““   und   „„Preisniveau““   zugesprochen  (Abbildung 16). Frage: Welche Aspekte sind für Sie im Urlaub besonders wichtig? Beförderung Animationsprogr 90 Unterkunft amm 80 Abwechslung 70 Spass 60 Abenteuer 50 Gastronomie 40 30 Kinderbetreuung 20 Naturerlebnis 10 0 Kultur Ruhe Preis Freundlichkeit Surselva Wellnessangebot Familienangebot e Bellinzon Gemütlichkeit Ortsambiente ese e Valli Exklusivität Uri GomsAbbildung 16: wichtige Aspekte in der UrlaubsregionPreisempfinden der GästeIm Folgenden werden die Ergebnisse zum Preisempfinden der Gäste dargestellt. Dabeiwurden die Gäste befragt, ob sie die Preisniveaus von Unterkunft, Verpflegung, Aktivitäten
  20. 20. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 19und Transport eher als preiswert/günstig, angemessen oder als zu teuer empfanden.Abbildung 17 zeigt, dass die Mehrheit der Befragten die Preise als angemessen empfindet. Frage: Wie empfinden Sie die angebotenen Leistungen dieser Urlaubsregion? Unterkunft Verpflegung Surselva Angebot Aktivität Bellinzonese e Valli Uri Transport Goms 1 2 3 Preisniveau (1=preiswert; 2=angemessen; 3=zu teuer)Abbildung 17: Preisempfinden zu angebotenen LeistungenDas Preisniveau des Transports wird in der Befragungsregion Surselva eher als„„angemessen““ bezeichnet und die Verpflegung tendiert hin zu   „„zu teuer““. Gäste in derBefragungsregion Bellinzonese e Valli empfinden die Preise für die Verpflegung eher als„„angemessen““ und den Transport als „„zu teuer““. In der Befragungsregion Uri wird dasPreisniveau der Unterkünfte als adäquat eingestuft und die Verpflegung als tendenziell zuteuer. Die Umfrageteilnehmer der Befragungsregion Goms sind überwiegend der Meinung,dass die dort angebotenen Aktivitäten preiswert sind. Zusammenfassend für dieBefragungsregion Goms wird die Unterkunft als am preiswertesten empfunden und derTransport als am teuersten.Allgemeine Zufriedenheit mit dem AufenthaltDie Mehrheit der Befragten ist mit ihrem Aufenthalt „„zufrieden““ bis „„sehr zufrieden““ (Abbildung18). Die Prozentzahlen derer, die sehr unzufrieden sind, liegen bei allen Befragungsregionenunter eins. Frage: Wie zufrieden sind Sie insgesamt mit Ihrem Aufenthalt? 80.0 60.0 Prozent sehr zufrieden 40.0 zufrieden unzufrieden 20.0 sehr unzufrieden 0.0 Surselva Bellinzonese e Valli Uri Goms BefragungsregionAbbildung 18: Allgemeine Zufriedenheit mit dem Aufenthalt
  21. 21. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 20Zufriedenheit mit dem Angebot der UrlaubsregionIn einem weiteren Schritt wurde evaluiert, in welchen Bereichen der Befragungsregion diegrösste Unzufriedenheit beziehungsweise die grösste Zufriedenheit herrscht. Die nachfolgendgenannten Prozentzahlen beziehen sich auf die gesamten Nennungen in den Kategorien„„sehr  zufrieden““  und  „„zufrieden““.Die Befragung in der Surselva ergab eine sehr grosse Zufriedenheit mit dem Naturerlebnis(95%), der Unterkunft (95%) und dem Sportangebot im Winter (93%).In der Befragungsregion Bellinzonese e Valli ist ebenfalls das Naturerlebnis alszufriedenstellend bewertet worden (95.8%). Danach folgen „„Freundlichkeit““ (98.1%) und die„„gastronomische Qualität““ (96%).Auch in der Befragungsregion Uri steht die Zufriedenheit mit dem Naturerlebnis an ersterStelle (99%), gefolgt vom Sportangebot im Winter (88%) und der Unterkunft (94%).Die Befragung in der Region Goms ergibt ein ähnliches Bild. Dort wird ebenfalls dasNaturerlebnis als zufriedenstellend bewertet (98%), ebenso wie das Sportangebot im Winter(99%), die Freundlichkeit (98%) und das Sportangebot im Sommer (99%).Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass in allen Befragungsregionen dasNaturerlebnis als besonders zufriedenstellend bewertet wird und das Nachtleben als wenigerzufriedenstellend. Somit bestätigt diese Feststellung die bisherige touristische Ausrichtungder jeweiligen Befragungsregionen.Abbildung 19 zeigt die Antworten der befragten Gäste zur Zufriedenheit –– bezogen aufbereits festgelegte Angebote. Bei der Interpretation der Daten gilt es zu berücksichtigen,dass ein höherer Wert eine grössere Unzufriedenheit der Gäste bedeutet.
  22. 22. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 21 Frage: Wie zufrieden sind Sie mit den folgenden Eigenschaften dieser Urlaubsregion? 4.00 Zufriedenheit (1=sehr zufrieden, 2=zufrieden, 3=unzufrieden, 4=sehr unzufrieden) 3.00 Surselva 2.00 Bellinzonese e Valli Uri 1.00 Goms Nachtleben Unterkunft Freundlichkeit Gastroqualität Naturerlebnis Orientierungshilfe Sportangebot im Sportangebot im Kulturangebot Gastroangebote Unterhaltungsangebot Bergbahn &Transport Sommer Winter EigenschaftAbbildung 19: Zufriedenheit der einzelnen Kategorien3.5 Verbesserungspotential in den RegionenVerbesserungsvorschläge werden von den Befragten in den Bereichen Infrastruktur (32%)und Preis-/Leistung (23%) am häufigsten genannt. In der Befragungsregion Goms hingegensieht die Verteilung etwas anders aus. Dort ist man mehrheitlich mit dem Preis-/Leistungsverhältnis zufrieden, jedoch beim Service geben über ein Viertel (28%) derBefragten an, ein Verbesserungspotential zu sehen.Aufgeteilt in die verschiedenen Regionen ergibt sich folgendes Bild (Abbildung 20):
  23. 23. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 22 Frage: In welchen Bereichen in dieser Region sehen Sie 50 Verbesserungspotential? 40 Surselva 30Prozent Bellinzonese e 20 Valli Uri 10 Goms 0 Service Gästeinformation Infrastruktur Preis/Leistung BreicheAbbildung 20: Verbesserungspotential nach BefragungsregionDemzufolge sehen 39% der Gäste in der Befragungsregion Surselva, 35% der Gäste in derBefragungsregion Uri, und 32% der Gäste in der Befragungsregion Bellinzonese e Valli beidem Preis/Leistungsverhältnis noch Verbesserungspotential. Verbesserungspotentiale in derInfrastruktur werden mit 38% in der Befragungsregion Bellinzonese e Valli, mit 38% in derRegion Uri und mit 46% in der Region Goms gesehen.Bei den Befragten, die die jeweilige Region weniger häufig (1-2-mal) besucht haben, wirdebenfalls vermehrt ein Verbesserungspotential in der Infrastruktur und im Preis-/Leistungsverhältnis gesehen. Somit sehen 57% der Befragten in der BefragungsregionSurselva, 60% in der Befragungsregion Bellinzonese e Valli und 44% in derBefragungsregion Uri Verbesserungspotential im Preis/Leistungsverhältnis. In derBefragungsregion Goms wird das Preis-/Leistungsverhältnis als zufriedenstellend (6%)gesehen. Verbesserungspotentiale sieht man dort im Bereich des Services (30%; Abbildung21). Verbesserungspotential Region 1-2 mal besucht 80 Surselva 60 Prozent Bellinzonese e 40 Valli 20 Uri 0 Service Gästeinformation Infrastruktur Preis-/Leistung Goms VerbesserungAbbildung 21: Verbesserungspotential Region 1-2-mal besuchtBei den Befragten, die die jeweilige Region öfter (mehr als sechs Mal) besucht haben,werden am häufigsten Verbesserungspotentiale in der Infrastruktur und im Preis-/Leistungsverhältnis genannt. Weiterhin sehen die Befragten in der Befragungsregion Goms
  24. 24. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 23kaum Verbesserungspotential im Preis-/Leistungsverhältnis (5%) und in derGästeinformation (8%), dafür jedoch erheblich mehr im Service (31%; Abbildung 22). Verbesserungspotential Region mehr als 6 mal besucht 60 50 Surselva 40 Prozent 30 Bellinzonese e 20 Valli 10 Uri 0 Service Gästeinformation Infrastruktur Preis-/Leistung Goms VerbesserungAbbildung 22: Verbesserungspotential Region mehr als 6-mal besuchtWeitere Verbesserungsvorschläge, basierend auf offenen Antwortmöglichkeiten, sehen dieBefragten in der Befragungsregion Surselva vor allem in den Bereichen Gastronomie undEinkehrmöglichkeiten. Bei der Zusammenfassung der qualitativen Antworten wird deutlich,dass die Befragten des Weiteren Verbesserungspotentiale in der Unterhaltung und imNachtleben sowie für touristische und kulturelle Tourismusangebote sehen.Verbesserungspotentiale in der Befragungsregion Bellinzonese e Valli werden von denBefragten in den Bereichen Verkehr und dem Gotthardtunnel gesehen, gefolgt von dermangelnden Beschilderung, der Unterhaltung und den Kosten.In der Befragungsregion Uri sehen die meisten Befragten Verbesserungspotentiale bei denBergbahnen und deren Infrastruktur. Ebenso wie in der Befragungsregion Surselva,wünschen sich viele eine Verbesserung der gastronomischen Situation.
  25. 25. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 243.6 Assoziationen  mit  dem  Begriff  ““San  Gottardo””Zu Beginn wurden die Teilnehmer der Befragung gebeten, die Regionszugehörigkeit zumPerimeter San Gottardo ihrer Meinung nach zu benennen. Dafür standen ihnen folgendeAntwortmöglichkeiten zur Verfügung:  Sedrun Disentis  Surselva  Bellinzona & Alto Ticino  Goms  Obergoms  Andermatt  UriBei der Befragung in der Region Surselva ordnet die Mehrheit die Regionen Andermatt(62%) und Sedrun Disentis (59%) dem Perimeter San Gottardo zu. In der BefragungsregionBellinzonese e Valli sind es die Regionen Bellinzona & Alto Ticino (78%) und Uri (63%). DieRegionen Andermatt (79%) und Sedrun Disentis (56%) werden in der Befragungsregion Uridem San Gottardo Perimeter zugeordnet und in der Befragungsregion Goms sind es dieRegionen Goms (94%) und Bellinzona & Alto Ticino (77%), die bei der Zugehörigkeit zumSan Gottardo Perimeter dominieren. Demnach ordnen die meisten der Befragten Andermattdem Perimeter San Gottardo zu, gefolgt von Bellinzona & Alto Ticino und Uri (Abbildung 23). Frage: Welche der folgenden Regionen gehören Ihrer Meinung nach zu San Gottardo? 100 90 80 70 60 Prozent 50 Surselva 40 Bellinzonese e 30 Valli 20 Uri 10 Goms 0 Sedrun Bellinzona Obergoms Uri Surselva Goms Andermatt Disentis & Alto Ticino BefragungsregionAbbildung 23: Regionszugehörigkeit San Gottardo PerimeterDieses Ergebnis macht deutlich, dass der Perimeter San Gottardo unter vielen Gästen inseinem Ausmass nicht bekannt ist. Die Zuordnung Andermatts, als auch Bellinzona & Alto
  26. 26. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 25Ticino und Uri könnte darin begründet sein, dass es sich hierbei um relativ bekannteTourismus- und Durchreiseregionen handelt.In einer weiteren Frage wurden die Gäste gebeten anzugeben, was sie mit der Bezeichnung„„San  Gottardo““  verbinden.  Die  Auswertung ergab, dass die Befragten in der Region Surselvamehrheitlich die Begriffe „„Tunnel““ (39%), „„Stau““ (34%), „„Pass““ (23%) und „„Berg/e““ (22%)mit  „„San  Gottardo““  in  Verbindung  bringen.Gäste in der Befragungsregion Uri beantworteten diese Frage mehrheitlich mit „„Tunnel““(14%), Beschreibungen und Begriffen rund ums „„Skifahren““ und den „„Schneesport““ (12%),„„Berg/e““ (9%) und „„Stau““ (9%).Die   „„Hitliste““   der   Wörter,   die   den   Gästen   in der Befragungsregion Bellinzonese e Valli beidem Begriff „„San   Gottardo““   in den Sinn kamen, sind „„Tunnel““ (33%), „„Pass““ (9%),„„Alpen/Berge““ (7%), „„Stau““ (7%) und „„Verkehr““ (5%).Auch in der Befragungsregion Goms bezogen sich die meisten Nennungen auf das Wort„„Gotthardtunnel““, (22%) gefolgt von „„St. Gotthard““ (20%), „„Tourismus- undWirtschaftsprojekt der vier Kantone““ (16%) und „„Gotthardpass““ (11%).Interrestant  ist  vor  allem  die  Tatsache,  dass  in  Goms  immerhin  16%  der  Befragten  mit  „„San  Gottardo““   das   Tourismus- und Wirtschaftsprojekt assoziieren, wohingegen in allen anderenBefragungsregionen diese Nennung kaum bis gar nicht vorkam.Summiert man die vier am häufigsten genannten Begriffe der jeweiligen Befragungsregionen,ergibt sich folgendes Bild (Abbildung 24): Frage: Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie San Gottardo hören? Verkehr Schneesport Projekt* St. Gotthard Aspekte Berg/e Stau Pass Tunnel 0 50 100 150 200 250 NennungenAbbildung 24: Ideen der Gäste zu San GottardoInnerhalb dieser Aufsummierung wird das Wort   „„Tunnel““   am häufigsten (36%) mit „„SanGottardo““ in Verbindung gebracht. Danach folgen mit einigem Abstand die Begriffe „„Pass““(15%),  „„Stau““  (13%) und  „„Berg/e““ (12%).
  27. 27. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 263.7 Gemeinsamkeiten unter den San Gottardo RegionenAuf die Frage nach den Gemeinsamkeiten innerhalb des Perimeters San Gottardo stechen inallen vier Befragungsregionen besonders die Aspekte „„Sport & Freizeit““ und „„Tourismus““hervor und dominieren daher auch in der Gesamtbetrachtung (Abbildung 25). Frage: Wo erkennen Sie Gemeinsamkeiten in der San Gottardo Region? 70 60 Surselva 50 Prozent 40 Bellinzonese e 30 Valli Uri 20 10 Goms 0 Kultur Verkehr Brauchtum Sport & Sprachen Tourismus Freizeit GemeinsamkeitAbbildung 25: Gemeinsamkeiten in der San Gottardo Region –– alle Nationalitäten3.8 Verbundenheit mit der RegionAuf die Frage nach der Bereitschaft zu möglichen finanziellen oder zeitlichen Beiträgen für dieRegion, fiel die Antwort in allen Regionen mehrheitlich negativ aus (Abbildung 26). Frage: Wären Sie bereit für die ökologische und/oder ökonomische Zukunft der San Gottardo Region einen Beitrag zu leisten? 60 50 40 Prozent 30 20 ja nein 10 0 Surselva Bellinzonese e Valli Uri Goms BefragungsregionAbbildung 26: Bereitschaft zu BeiträgenDiejenigen, die dazu bereit waren, für die ökologische und/oder ökonomische Zukunft desPerimeters San Gottardo einen Beitrag zu leisten, geben bei der Form des Beitrags in allenBefragungsregionen mehrheitlich   an,   „„Zeit““   (59%) investieren zu wollen. Geringer war dieBereitschaft „„Geld““   (22%) als mögliche Form des Beitrages zu leisten. Nur die wenigsten
  28. 28. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 27(unter 5%) der Befragten aller Regionen signalisierten ihre Bereitschaft „„Geld   und Zeit““   zu  investieren (Abbildung 27). Frage: In welcher Form wären Sie bereit diesen Beitrag zu leisten? 35 Surselva 30 25 Bellinzonese e Prozent 20 Valli 15 Uri 10 Goms 5 0 Geld Zeit anderes Geld und Zeit Form des BeitragesAbbildung 27: Form von BeiträgenUnter   der   Rubrik   „„Anderes““   war   es   den   Befragten   möglich, eigene Ideen für einen Beitraganzugeben. In dieser Rubrik wurden in den Befragungsregionen Uri und Surselvahauptsächlich „„wiederholte Urlaube““   als   eine   Form   des   Beitrags genannt. In derBefragungsregion Surselva   wurde   zusätzlich   auch   das   Engagement   für   „„Werbung   für   diese  Region““  geäussert.  Die letzte Frage in diesem Teilabschnitt befasst sich mit der Verbundenheit der Gäste zumPerimeter San Gottardo. Ein Überblick über die einzelnen Befragungsregionen machtdeutlich, dass  sich  viele  der  Befragten  mit  der  jeweiligen  Region  „„verbunden““  fühlen.  Das  trifft  ausnahmslos für jede der vier Befragungsregionen zu und steht bei den BefragungsregionenSurselva, Bellinzonese e Valli und Uri an erster Stelle. Lediglich in der BefragungsregionGoms gab die Mehrheit (40%) an, sich gar nicht mit der Region verbunden zu fühlen. DasGefühl der Verbundenheit steht bei dieser Region erst an zweiter Stelle (Abbildung 28). Frage: Wie verbunden fühlen Sie sich mit der San Gottardo Region? 50 40 Surselva Prozent 30 Bellinzonese e 20 Valli 10 Uri 0 sehr verbunden verbunden wenig verbunden gar nicht verbunden BefragungsregionAbbildung 28: Verbundenheit mit der San Gottardo Region
  29. 29. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 283.9 Emotic Map –– emotionale TypologienVon der Gesamtheit der abgefragten Begriffe wurden mit Hilfe der DatenanalysesoftwareSPSS15 die Mittelwerte errechnet. Basierend auf der Wichtigkeit (Mittelwerte) der Begriffewurde ein Ranking von den wichtigsten zu den unwichtigsten Begriffen (1=sehr wichtig,5=unwichtig) erstellt. Eine erste Analyse der Daten wurde zu jeder der Befragungsregionenvorgenommen. Für die weitere graphische Darstellung und den Vergleich derBefragungsregionen untereinander wurde der Cut-off dieser Mittelwerte einmal bei 1.50(Szenario 1 bzw. weiter gefasste Zuteilung) und 1.40 (Szenario 2 bzw. enger gefassteZuteilung) gesetzt. Das bedeutet, dass nur Begriffe mit einem Mittelwert von kleiner als 1.50in Szenario 1 (bzw. 1.40 in Szenario 2) zur weiteren Interpretation einbezogen wurden. DerMittelwert von 1.50 liegt dabei genau   zwischen   den   Kategorien   „„1=sehr   wichtig““   und  „„2=wichtig““.   In   beiden   Szenarien werden somit die am wichtigsten angegebenen Werteberücksichtigt. Szenario 2 berücksichtigt mit einem Cut-off bei 1.40 demnach Begriffe, dienoch wichtiger gewertet wurden –– also  Begriffe,  die  näher  an  der  Kategorie  „„1=sehr  wichtig““  positioniert wurden. Die unterhalb des Cut-offs liegenden Begriffe wurden für jedeBefragungsregion in der Grafik zur Veranschaulichung hervorgehoben.3.9.1 Positionierung der einzelnen Befragungsregionen auf der Emotic MapDie Darstellung der einzelnen Befragungsregionen auf der Emotic Map gibt einen erstenEindruck darüber, welche Aspekte den Befragten im Leben besonders wichtig sind.Um einen ersten Überblick über mögliche Abweichungen oder Gemeinsamkeiten dereinzelnen Befragungsregionen zu erhalten, wurde im Folgenden jede Befragungsregioneinzeln analysiert. Dabei fällt auf, dass diese sich nur minimal voneinander unterscheiden.In  der  Befragungsregion  Surselva  wurden  Emotionen  wie  „„Freiheit““,  „„Humor““,  „„Verlässlichkeit““  und  „„Freundschaft““  von den Befragten als wichtig erachtet. Eine deutliche Tendenz zeigt sichbei der emotionalen Ausrichtung zur „„Bestimmtheit““   und   „„Moral/Kontrolle/Disziplin““  (Abbildung 29).
  30. 30. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 29Abbildung 29: Positionierung der Befragungsregion Surselva bei einem Interpretationslevel von ≤ 1.50Ein ähnliches Bild zeigt die Befragung in Bellinzonese e Valli. Auch dort werden dieEmotionen   „„Freiheit““,   „„Humor““, „„Verlässlichkeit““   und   „„Freundschaft““   als wichtig erachtet.Analog der Befragungsregion Surselva gibt es eine deutliche Tendenz  zur  „„Bestimmtheit““  und  „„Moral/Kontrolle/Disziplin““  (Abbildung 30).Abbildung 30: Positionierung der Befragungsregion Bellinzonese e Valli bei einem Interpretationslevel von ≤ 1.50
  31. 31. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 30In der Befragungsregion   Uri   liegt   der   Schwerpunkt   auf   „„Freundschaft““,   allerdings   mit   einer  Tendenz   in   Richtung   „„Ausgeglichenheit““.   Neben   den   bereits   von   den   vorherigen  Befragungsregionen als wichtig erachteten Emotionen („„Freiheit““,  „„Verlässlichkeit““,  „„Humor““),bildet die Charakteristik   „„Herzlichkeit““   einen   abweichenden Schwerpunkt in der Region Uri.Das führt dazu, dass sich diese Region von den vorherigen in ihrer emotionalenPositionierung leicht unterscheidet (Abbildung 31).Abbildung 31: Positionierung der Befragungsregion Uri bei einem Interpretationslevel von ≤ 1.50In der Befragungsregion Goms gibt es eine deutliche Tendenz  zu  „„Moral/Kontrolle/Disziplin““,  was diese Region von den bisherigen unterscheidet. Ein weiterer Unterschied liegt darin, dassdie Eigenschaften „„Geselligkeit““   und   „„Effizienz““ in Goms als wichtig genannt werden.Gemeinsamkeiten bezüglich der Begriffe, die in allen Befragungsregionen als wichtig erachtetwerden und auch für Goms eine Rolle spielen, sind „„Freundschaft““,  „„Humor““,  „„Verlässlichkeit““  und  „„Freiheit““ (Abbildung 32).
  32. 32. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 31Abbildung 32: Positionierung der Befragungsregion Goms bei einem Interpretationslevel von ≤ 1.50Gesamthaft ist festzuhalten, dass es bei den emotionalen Ausprägungen der Besucher unterden befragten Regionen generell Überschneidungen und viele Gemeinsamkeiten gibt,vereinzelt sind jedoch auch Unterschiede vorhanden. Im weiteren Verlauf des Kapitels werdendie Ausprägungen dieser Abweichungen und der direkte Vergleich der Befragungsregionenuntereinander genauer analysiert.3.9.2 Die Befragungsregionen im Vergleich –– weiter gefasste ZuteilungBei der hier dargestellten weiter gefassten Zuteilung handelt es sich um das Szenario 1,welches den Cut-off bei einem Mittelwert von 1.50 setzt (d.h. genau zwischen den Werten„„1=sehr  wichtig““  und  „„2=wichtig““).Gäste von allen vier Befragungsregionen lassen sich schwerpunktmässig der Mitte derEmotic Map zuordnen. Darüber hinaus nehmen Umfrageteilnehmer der Region Bellinzonese eValli und Surselva auf der Emotic Map übereinstimmende Positionierungen ein. Für Befragtein Uri sind im Vergleich zu Befragten in Bellinzonese e Valli und Surselva die Werte amwichtigsten, die auf der Emotic Map etwas mehr der Position „„Ausgeglichenheit““ zuzuordnensind. Umfrageteilnehmer in Goms tendieren auf der Emotic Map eher in Richtung„„Bestimmtheit““ (Abbildung 33).
  33. 33. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 32Abbildung 33: Emotic Map Positionierung Befragungsregionen Szenario 1 (adaptiert von Mediascale, 2007 und Häusel,2011)3.9.3 Die Befragungsregionen im Vergleich –– enger gefasste ZuteilungIm hier untersuchten Szenario 2 wird die Grenze bei einem Mittelwert von 1.40 gesetzt. Dasbedeutet, dass zur Interpretation Begriffe einbezogen werden, die im Mittelwertrankingwichtiger sind als im Szenario 1. Hinsichtlich der Emotionen und der Positionierung auf derEmotic Map verhalten sich die Befragungsregionen Surselva und Bellinzonese e Valli gleich.Beide Befragungsregionen verschieben sich vom Zentrum der Emotic Map in Richtung derEmotionen „„Phantasie/Kreativität/Freude““ und gleichzeitig in Richtung „„Ausgeglichenheit““.Die Position von Goms bleibt nahezu unverändert, wohingegen Uri sich deutlich in dieEmotionsbereiche „„Bestimmtheit““ und gleichzeitig in Richtung „„Moral/Kontrolle/Disziplin““verschiebt (Abbildung 34).
  34. 34. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 33Abbildung 34: Emotic Map Positionierung Befragungsregionen Szenario 2 (adaptiert von Mediascale, 2007 und Häusel,2011)Vergleicht man die beiden Szenarien untereinander, wird ersichtlich, dass bei einemniedrigeren Cut-off (1.40) die emotionalen Positionierungen und Ausrichtungen derBefragungsregionen sich deutlicher voneinander unterscheiden als bei einem höheren Cut-off(1.50).Eine Ausnahme bilden die Befragungsregionen Surselva und Bellinzonese e Valli. Diesebeiden Regionen variieren zwar in der Ausrichtung (in Szenario 2 nähern sich beide Regionender   „„Kreativität/Freude/Phantasie““),   jedoch   sind   sie   in   Bezug   auf   die   Emotionen   in   beiden  Szenarien deckungsgleich.Um eine detailliertere Aussage zum Entscheidungsprozess der Gäste in denBefragungsregionen machen zu können, bedarf es weiterer empirischer Untersuchungen.
  35. 35. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 343.10 Farben und EmotionenDie Abbildungen 35 - 38 zeigen die gewichteten Verteilungen der drei am häufigstengenannten Lieblingsfarben für jede Befragungsregion. Die drei am häufigsten genanntenFarben wurden für die graphische Darstellung gleich 100% gesetzt.In der Befragungsregion Surselva ist die Lieblingsfarbe Blau (59.9%), gefolgt von Hellgrün(19.1%) und Lila (21.0%; Abbildung 35). Surselva ist die einzige Befragungsregion, in derdie Farbe Rot nicht unter den 3 am häufigsten genannten Farben ist. Lieblingsfarben Befragungsregion Surselva (n=204) 19% Hellgrün Lila 21% Blau 60%Abbildung 35: Lieblingsfarbe GraubündenFast die Hälfte aller Umfrageteilnehmer (49%) in der Befragungsregion Bellinzonese e Valligibt Blau als ihre Lieblingsfarbe an. Die andere Hälfte der Befragten gibt zu nahezu gleichenTeilen Rot (26%) und Lila (25%) als ihre Lieblingsfarbe an (Abbildung 36). Lieblingsfarben Befragungsregion Bellinzonese e Valli (n=59) 26% rot 49% lila blau 25%Abbildung 36: Lieblingsfarbe Tessin
  36. 36. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 35In Uri geben, ähnlich wie in der Surselva, mehr als die Hälfte der Befragten (58%) Blau alsihre Lieblingsfarbe an, gefolgt von Rot (21%) und Lila (21%; Abbildung 37). Die Farbe Blauwird in der Literatur häufig mit Positivem, mit Ferne und der Sehnsucht nach Ruhe undEntspannung assoziiert, die Farbe Rot mit Anregung und Dynamik (Hammer, 2008; Heller2000). Lieblingsfarben Befragungsregion Uri (n=111) 21% rot lila 58% blau 21%Abbildung 37: Lieblingsfarbe UriIn Goms stellt Rot (39%) die Lieblingsfarbe dar, dicht gefolgt von Blau (38%). Die Werte zurFarbe Lila (23%) sind in etwa vergleichbar mit den anderen Befragungsregionen. Die FarbeLila wird in der Literatur mit Sensibilität, Mystik und Extravaganz assoziiert (Hammer, 2008;Heller 2000; Abbildung 38). Lieblingsfarbe Befragungsregion Goms (n=123) 23% 39% lila blau rot 38%Abbildung 38: Lieblingsfarbe WallisDie Abbildungen 35 –– 38 zeigen, dass die Mehrheit der Befragten in allen Regionen, ausserin Goms, Blau als ihre Lieblingsfarbe angegeben hat. In Goms stellen Rot und Blau mit fastgleichen Prozentwerten die Lieblingsfarbe dar. Die Farbe Lila ist die am zweithäufigsten
  37. 37. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 36genannte Farbe in allen Befragungsregionen, ausser in Goms. Auffallend ist, dass einzig inder Befragungsregion Surselva die Farbe Hellgrün unter den drei häufigsten Nennungen zufinden ist.Die Farben wurden in dieser Studie nicht mit der Emotic Map in Zusammenhang gebracht, dadie Farbbereiche bzw. die Zuordnung der Begriffe zu den Farben innerhalb der Emotic Map inder Literatur nicht eindeutig belegt ist. Jedoch geben die im Folgenden dargestelltenInterpretationshilfen einen Eindruck der Bedeutung von den am häufigsten gewählten Farbenund deren möglicher Aussagekraft.Die Abbildungen 39 bis 42 zeigen, wie die Farben zu emotionalen Begriffen in Bezug stehen,basierend auf der Literatur von McNaught and Lam (2010). Die verwendeten Word Cloudswurden aufgrund der in der Studie am häufigsten genannten Farben ausgewählt und mit denBegriffen aus der Literatur versehen. Word Clouds sind spezielle Visualisierungen, in denendie öfter genannten Wörter in der Darstellung graphisch hervorgehoben werden (McNaughtand Lam, 2010). Begrifflichkeiten, die in den Abbildungen 39 bis 42 öfter genannt werden,sind grösser geschrieben und heben sich somit graphisch von der Gesamtmenge ab.Die in den dargestellten Word Clouds befindlichen Wörter entsprechen Begrifflichkeiten ausder Literatur, die diesen Farben zugeordnet werden können, jedoch nicht zwangsläufig auchin dieser Studie abgefragt wurden. Die hier dargestellten Word Clouds geben einGrundverständnis der Farbassoziationen, die in der Literatur genannt werden, erheben abernicht den Anspruch der Vollständigkeit. Weiterführende Interpretationen hinsichtlich derZuordnung von Persönlichkeitstypen und Farben sind an dieser Stelle nicht sinnvoll, da dieZuordnung zum einem nicht eindeutig in der Literatur belegt ist, und zum anderen hierzutiefergehende Persönlichkeitsanalysen angestellt werden müssten.
  38. 38. Abbildung 39: Word Cloud –– Farbe Blau Abbildung 41: Word Cloud –– Farbe RotAbbildung 40: Word Cloud –– Farbe Grün Abbildung 42: Word Cloud –– Farbe Lila
  39. 39. San Gottardo ⎮Institut für Tourismus- und Freizeitforschung ITF 384 Zusammenfassung und SchlussfolgerungenDas Ziel, die Aussenansicht der Gäste zu evaluieren, konnte mit Hilfe dieser Studie erreichtwerden. Dabei beschränkte sich die Befragung auf Gäste, welche im San Gottardo PerimeterUrlaub machten. Der hierfür verwendete methodische Ansatz unter Einbeziehung der EmoticMap verschafft einen guten Überblick über die emotionalen Charaktereigenschaften desGastes.4.1 ZusammenfassungDie wesentlichen Aussagen und Ergebnisse zur Aussenansicht sind im Folgenden nochmalkurz zusammengefasst:  Ein Großteil aller Befragten sind Schweizer und Schweizerinnen, die zum wiederholten Male die jeweiligen Befragungsregionen besuchen.  Eine Gegenüberstellung der Angebote und der in Anspruch genommenen Aktivitäten in den Befragungsregionen macht deutlich, dass die Gäste mehrheitlich das finden, weswegen sie diese Region aufgesucht haben. Den Wünschen nach Natur und Landschaft oder dem Schneesport können die jeweiligen Befragungsregionen entsprechen.  Die Mehrheit der Befragten ist mit dem Aufenthalt zufrieden bis sehr zufrieden und betrachtet das Preisniveau als angemessen, wobei in der Befragungsregion Goms die Gäste die dort angebotenen Leistungen eher als preiswert/günstig empfinden.  Aspekte wie Freundlichkeit, Unterkunft und Preis-/Leistungsverhältnis stellen für die Besucher in allen Befragungsregionen die wichtigsten Aspekte dar.  Der Gast in den Befragungsregionen des Perimeters San Gottardo schätzt besonders die Natur und die Landschaft, sieht aber auch Verbesserungsbedarf in Bezug auf die Infrastruktur und das Nachtleben.  Gäste, die angaben die Befragungsregion bisher erst 1-2 Mal aufgesucht zu haben, sehen vermehrt Verbesserungspotential im Preis-/Leistungsverhältnis.  Als dem Perimeter San Gottardo zugehörige Orte und Regionen wurden lediglich Andermatt, Bellinzona & Alto Ticino und Uri häufig genannt. Diese Aussage ist jedoch mit Vorsicht zu geniessen, da es sich bei diesen Regionen generell um bekannte Tourismusdestinationen handelt, was das Ergebnis der Gäste beeinflusst haben könnte.  Die häufigsten Assoziationen mit dem Begriff „„San Gottardo““   sind   „„Tunnel““,   „„Pass““   und  „„Stau““.  Es werden also primär verkehrstechnische Begriffe assoziiert, wobei über den genauen Inhalt der Begriffe keine eindeutige Aussage getroffen werden kann. Das bedeutet,   dass   mit   dem   Wort   „„Pass““   die   Passstrasse   gemeint sein kann, aber auch der Pass an sich und seine Landschaft.  Gemeinsamkeiten des Perimeters San Gottardo werden von den Befragten hauptsächlich  in  „„Sport  &  Freizeit““  und  dem  „„Tourismus““  gesehen.  

×