V.­Prof. Dr. Christian Swertz                            Medienpädagogik           Institut für Bildungswissenschaft      ...
Das didaktische Dreieck                     GegenstandLehrer                                           Lerner          htt...
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BM13: Comenius

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Einführung in die Didaktik von Comenius

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  • Wie positioniert Comenius Gegenstand, Lehrende und Lernende?
  • Jan Amos Komensky (1592-1670) war tschechischer Theologe, Pansoph und Erzieher. Er war Bischof der böhmischen Bruderschaft, einer am Urchristentum orientierten religiösen Gemeinschaft. Comenius lebte am Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit und hat als Berater für viele wesentliche europäische Herrscher fungiert. Im Mittelpunkt seiner Theorien steht christliche Demut, die er mit dem Ziel der Verbesserung der menschlichen Dinge im Sinne Gottes angesichts einer defekten Wirklichkeit verbindet. Dies kommt in all seinen Überlegungen zum Ausdruck. Seinen Ansatz bezeichnet er als Pansophie. Die Pansophie ist ein universalistisches Konzept, das insbesondere die harmonische Einheit von Glauben und Wissen in den Mittelpunkt rückt. Wissenschaft, Religion und Technik sind für Comenius kein Ausdruck von Gegensätzen, sondern Teil der ganzheitlich betrachteten göttlichen Schöpfung. Comenius entwickelt neben theologischen Schriften das wohl erste durchdachte System einer Pädagogik, das von einer Darlegung der anthropologischen Prämissen bis zu didaktischen Details diverser Fächer (Ziele, Inhalte, Methodik, Schulorganisation etc.) reicht. Comenius gilt als Begründer der Didaktik: „Die Didaktik ist eine Stufe auf dem Weg zum vernünftigen Gebrauch alles Wißbaren und Gottgeschaffenen und damit ein unerläßlicher […] Beitrag zur Verbesserung der weltlichen Dinge“ (Scheuerl 1991: 70).
  • Der Mensch wird von Comenius als ursprünglich paradiesisisches, unverdorbenes Wesen verstanden. Der Mensch ist von Gott dazu bestimmt, seine gute Natur zu verwirklichen. Zwar hat der Sündenfall die Natur des Menschen zunächst entstellt; dies ist aber nicht irreparabel, sondern kann korrigiert werden – und zwar unter anderem durch eine geeignete Didaktik. Der Mensch wird also als von Natur als gut gesehen, wobei Natur dabei nicht etwas durch wissenschaftliche Theorien beschriebenes, sondern Gottes Schöpfung meint. Schlecht wird der Mensch durch eine schlechte Welt – und genau das gilt es zu verhindern. Dieses Motiv und diese Aufgabenzuschreibung wurde seit dem immer wieder aufgegriffen, allerdings in sehr unterschiedlichem Kontext. Denn der Universalismus des Comenius ist mit dem Beginn der Neuzeit, dem aufkommenden Subjektivismus und der Technisierung der Wissenschaft (Comenius hat mit dem Begründer des empirisch-technischen Wissenschaftsverständnisses, Francis Bacon, zwar Kontakt gehabt, die Differenzen waren aber klarerweise unüberbrückbar) zunehmend irrelevant geworden. Zwei Assoziationen können hier kontrastierend genannt werden: Rousseau (der allerdings ohne göttlichen Naturbegriff auskommt) und eLearning (das nach manchen Darstellungen ebenfalls zur Verbesserung der Menschheit beitragen soll – was allerdings auch bestritten werden kann).
  • Comenius kennt zwar eine Art Begabungslehre, nach der z.B. „manche Menschen von Natur aus träge und dumm erscheinen“ (Comenius 1992: 52). Im Mittelpunkt steht aber der Gedanke: „Zunächst sind alle als Menschen Geborene zum dem Hauptzwecke geboren, Mensch zu sein, d.h. vernünftiges Geschöpf, Herr der [anderen] Geschöpfe und genaues Abbild seines Schöpfers“ (Comenius 1992: 52). Das gilt für alle Menschen, und daher werden alle Menschen zunächst als gleich angesehen: „Daß bei Gott kein Ansehen der Person gilt, hat er selbst oft kundgetan“ (Comenius 1992: 52). Daher rückt der Lernende nicht als autonomes Individuum in den Blick. Vielmehr gilt es, alle gleich zu unterrichten; wobei Comenius durchaus berücksichtigt, dass nicht alle gleich weit kommen müssen. Dieses Gleichheitsprinzip ist zu Comenius Zeit sehr provokativ und greift weit voraus, denn der Vorschlag, z.B. Frauen oder sozial Benachteiligten Bildung zu ermöglichen, kann als sehr fortschrittlich angesehen werden. Lernende werden also als vor Gott gleich angesehen, weshalb Ihnen auch gleicher Unterricht zukommen soll. Dies kommt in Comenius „Schlagwort“ zum Ausdruck: omnes omnia omnino – allen Menschen alles allseitig Lehren.
  • Beispiel: Mathematik, Magt. Dohlhofer, 2. Kapitel 30:00 – 35:00 Unterrichtsmethodik? Frontalunterricht, Unterrichtsgespräch EXKURS „traditioneller Dreischritt“: Der traditionelle Dreischritt besteht aus Exposition, Erarbeitung, Übrung. Am Beispiel: Der Lehrer erläutert einen Gegenstand, dann wird das in einer Schulübung erarbeitet und anschließend in einer Hauübung geübt. Die Bezeichnungen für diesen Dreischritt sind vielfältig, z.B.: Anschauen – Denken – Anwenden (Dörpfeld); Auffassen – Verstehen – Bestätigen (v. Sllwürk); Eindruch – Aneignung – Ausdruck (Weber). Diese Abfolge zu kennen ist wichtig, weil mindestens im deutschsprachigen fast alle Menschen an diese Abfolge gewöhnt sind. Wenn man also etwas anderes macht, muss das meist erläutert werden, was bei dem Dreischritt nicht nötig ist. Der Dreischritt beruht auf der Annahme, dass er der Organisation des menschlichen Geistes entspricht: Die Exposition wendet sich an die Sinnesorgane; die Erarbeitung im Sinne des Begreifens an den Verstand und die Übung an den Gebrauch. Das geht letztlich zurück auf Aristoteles: Sinnlichkeit und Wahrnehmen, Verstand und Denken, Streben und Wollen. Wichtig ist hier der Frontalunterricht – und damit zurück zu Comenius.
  • . Comenius schreibt: Der Lehrende „soll also zu niemandem besonders hingehen und nicht dulden, daß einer besonders zu ihm komme, sondern auf dem Katheder bleiben (wo er von allen gesehen und gehört werden kann) und wie die Sonne seine Strahlen über alle verbreiten. Alle aber sollen ihm Auge, Ohr und ihre Aufmerksamkeit zuwenden und alles aufnehmen, was er vorträgt, vormacht oder vorzeigt“ (Comenius 1992: 123). Comenius schlägt hier etwas neuartig-revolutionäres vor, was heute als Frontalunterricht gelegentlich abgewertet wird. Die Gruppengröße gibt er dabei mit 100 an. Das ist gegenüber dem mittelalterlichen Einzel- oder Haufenunterricht eine wesentliche Neuerung und soll vor allem die Effizienz steigern (so wie Vorlesungen heute Seminaren aus ähnlichen Gründen vorgezogen werden). Dabei ist es vor allem Aufgabe des Lehrenden, die Aufmerksamkeit des Publikums sicher zu stellen. Dazu muss das, was der Lehrende vorträgt, unterhaltend und nützlich sein. Zunächst soll dann der Stoff empfohlen werden oder durch Fragen das Publikum auf die eigene Unkenntnis aufmerksam gemacht werden, um die Neugierde zu wecken. Der Vortrag soll dann gelegentlich unterbrochen werden und es soll gefragt werden: „Was habe ich eben gesagt?“. Am Ende der Stunde soll dann die Gelegenheit zum öffentlichen Fragen gegeben werden. Zentral ist auch, dass der Lehrende den Fortgang der Lektüre der Lernenden durch eine entsprechende Auswahl des jeweils zu lesenden Buches (immer nur eines!) überwacht. Diese Bücher stellen auch sicher, dass es auf den Lehrenden nicht mehr so sehr ankommt. So heißt es im Comenius-Text zur Vorlesung: „Und schließlich werden [nun] auch die mit Erfolg lehren können, welche die Natur nicht zu guten Lehrern gemacht hat, weil es nicht mehr so sehr von der Begabung des Einzelnen abhängt, was zu lehren ist und auf welche Weise, sondern vielmehr die Bildung vorbereitet ist und mit fertigen, an die Hand gegebenen Mitteln der Jugend eingeträufelt oder eingegossen werden kann.“ Dabei ersetzt das Buch als Medium zu einigen Teilen die Lehrenden, die sich ihrerseits wieder an Bücher zu halten haben, die vorgeben, wie zu lehren ist. Diese Aufteilung in Schulbücher für Lernende und „Begleitmaterial“ für Lehrende gibt es bis heute. Aufgabe der Lehrenden ist es also, viele gleich zu unterrichten, wobei der einzelne Lehrende keinen besonders zentralen Stellenwert hat, gleichwohl aber relevant ist.
  • . Bildbeispiel: Die älteste Schule Österreichs (gegründet im 12. Jahrhundert), das Stiftsgymnasium Melk; mangels im 12. Jahrhundert vorhandener Fototechnik allerdings auf einem Bild von 1890. Die Vorschläge von Comenius zur Einrichtung von Schulen, seine „Vollkommene Schulordnung“ finden Sie im Text. Hervorzuheben ist dabei zunächst die metaphorische Argumentation von Comenius: Er argumentiert nicht systematisch aus Gründen heraus, sondern mit Analogien: Ist nicht die Natur des Menschen wie der Baum, der aus der Erde sprießt und sich dann fein verästelt? Ist nicht die Schule wie die Buchdruckerei, die so schöne und gleichmäßige Ergebnisse hervorbringt? Mit solchen Metaphern begnügt Comenius sich meist; eine differenziertere Argumentation fehlt. Es scheint nicht klar zu sein, warum Comenius so argumentiert. Ein möglicher Grund wäre die Zielgruppe, die nicht unbedingt in logischem Denken trainiert war, sondern üblicherweise solche metaphorischen Argumentationen serviert bekam, weil das die Ausdrucksform ist, die in religiösen Ansprachen gerne verwendet wurde (und wird). Dass führt zu einer zweiten Vermutung, dann nämlich Comenius als Bischof solche Argumentationsformen typischerweise verwendet hat und hier die religiöse Form auf ein aus heutiger Sich durchaus auch weltliches Thema übertragen hat. Für Comenius war die Organisation der Schule allerdings keineswegs ein weltliches Thema, sondern hatte ja die Funktion, die Menschen dazu in die Klage zu Versetzen, Gottgefälig zu leben; ein Anspruch, der in klarem Kontrast zur einer Orientierung an politischer oder wirtschaftlicher Nützlichkeit steht; von einer Orientierung am Menschen selbst, die in der Neuzeit in den Mittelpunkt rückte ganz abgesehen. Überraschend mag aus heutiger Sicht sein, dass Comenius hier eine Technik zum Maßstab des menschlichen Daseins macht, weil er ja vorschlägt, die Schule so einzurichten wie Druckereien. Das ist allerdings mit seiner Pansophie zu erklären: Aus universalistischer Perspektive ist natürlich auch der Buchdruck Ausdruck der göttlichen Schöpfung. Technik ist daher nicht schlecht oder bedrohlich, sondern Ausdruck eines harmonischen gottgefälligen Daseins. Technik fällt für Comenius in die Sphäre der Natur, und die Natur als Ausdruck göttlichen Willens ist damit wie der Buchdruck gut – und nicht böser Ausdruck hinterhältiger Machthaber, denen es nur um die Anpassung von Menschen an ihre Interessen geht. In diesem Kontext ist auch interessant, dass Comenius am Anfang des 17. Abschnitts die Presse als Metapher für das Lernen einführt: „Was schließlich in der Buchdruckerei die Presse tut, das kann in der Schule allein die Zucht bewirken, nämlich daß ein jeglicher die Bildung annehme“ (Comenius 1992: 218). Leider nimmt er sich nicht die Frage vor, was denn dann der Unterschied zur Tabula Rasa, zur Wachstafel des Demokrit ist. EXKURS: Computer als Metapher des Lernens:
  • EXKURS: Ähnlich wie Comenius den Buchdruck als Maßstab für die Schule eingeführt hat, und Bücher nicht zur für die Organisation der Schule, sondern auch für den Ablauf des Unterrichts in den Mittelpunkt gerückt hat, wird derzeit die Computertechnologie zum Maßstab für die Schule und als zentrales Mittel für die Steuerung des Ablaufs des Unterrichts eingeführt. Ein fortgeschrittenes Beispiel dafür ist die QuestToLearn – School, die unter Federführung von Katie Salen im Jahr 2009 gegründet wurde. Katie Salen ist keine Bischöfin oder Pädagogin, sondern Game Designerin. Entsprechend rückt die Didaktik der Schule das Computerspiel in den Mittelpunkt: Die Kinder lernen in hohem Maße anhand von Computerspielen, die jeweils kurzfristig für den Bedarf einer Lerngruppe produziert werden. Dabei wird recht innvoativ mit Projektsionstechniken und Sensoren gearbeitet, um die Spiele in den Klassenraum abzubilden. Im Mittelpunkt steht dabei das individuelle Lernen und auch individuelle Tests: Nicht alle Schüler erhalten den gleichen Test, sondern jeder wird entsprechend seinem Lernverlauf getestet. Hier kommt etwas zum Ausdruck, was theoretisch interessant ist: Vernetzte Computertechnologie hat andere Implikationen als der Buchdruck: Dass alle das Gleiche in gleicher Weise lernen sollten ist kein Maßstab mehr, der ohne weiteres Akzeptiert wird, weil Computertechnologie die Individualisierung des Menschen in den Mittelpunkt rückt: Anders als die Druckerpresse produzieren Computer keine immer gleichen Exemplare. Aber auch in einer solch fortschrittlichen Schule sind manche der Ideen von Comenius noch sichtbar: So bleibt die Ideen einer allgemeinen Schulpflicht sowie einer muttersprachlichen Bildung, die Comenius eingeführt hat, vor allem für die Elementar- und Volksschulen wirksam.
  • . Comneius entwickelt ein klar strukturiertes Stufenkonzept für die Aufteilung von Zielen und Inhalten. Er beginnt mit der „Mutterschul“ und führt ein mit den Worten: „Ein Baum treibt alle Hauptäste, die er haben soll, gleich in den ersten Jahren aus seinem Stamm hervor, so daß sie hernach nur noch zu wachsen brauchen. So wird man also das, womit man den Menschen für den Bedarf seines ganzen Lebens ausrüsten will, ihm hier in der ersten Schule einpflanzen müssen“ (Copmenius 1992: 193). Hier wird nochmals die oft verblüffende Aktualität der Ideen von Comenius deutlich, denn die hohe Relevanz der Bildung in der frühen Kindheit wird aktuelle wieder intensiv diskutiert. Als Gegenstände für die Mutterschul listet Comenius auf: Metaphysik, Physik, Optik, Astronomie, Geographie, Chronologie, Arithmetik, Geometrie, Statik, Mechanik, Dialektik, Grammatik, Rhetorik, Poesie, Musik, Haushaltslehre, Politik, Ethik und Frömmigkeit. Was zunächst wie eine massive Überfrachtung wirkt, wird beim Blick auf die Details bei gleichzeitiger Berücksichtigung des Ganzen verständlich. So heißt es zur Arithmetik: „Die Arithmetik schlägt Wurzeln, wenn das Kind begreift, was man als wenig und viel bezeichnet, und etwa bis zehn zählen kann; daß es merkt, daß mehr sind sind als zwei, daß drei und eins vier ergibt usw.“. (Comenius 1992: 194). Das ist ein durchaus überschaubarer Inhalt, der seinen Sinn erstens im Kontext der übrigen Bereiche erhält – es geht ja darum, alles zu lernen, also eben auch alle Gebiete – und zweitens im Blick auf die Abfolge, denn diese Inhalte werden in den weiteren Stufen aufgegriffen und weiter gefüfrt. In der zweiten Stufe, der Muttersprachschule, steht dann z.B. „rechnen, nach Bedarf mit Ziffern oder Rechensteinen“ auf dem Programm. Die weiteren Stufen, die Lateinschule und die Universität, steigern dann das Niveau entsprechend. ANMEKRUNG: Es ist hier nicht uninteressant einmal darüber nachzudenken, inwiefern die Festlegung eines einheitlichen Stoffplans, der heute z.B. in den Bildungsstandards fortlebt, angesichts der gleichzeitig auch schon bei Comenius (!) konstatierten schnellen Änderung des Wissens Sinn macht. Welche Funktion hat ein solcher Stoffplan für den Menschen und die Gemeinschaft, in der er lebt?
  • . Das Comenius den Buchdruck in den Mittelpunkt gerückt hat wurde bereits deutlich. Wiochtig hier nocho: Genaue Kontrolle, wer wann welches Buch liest, immer nur eines, und alles in wohlgeordneter Reihenfolge; das lesen von Büchern bringt die Schüler in eine weitgehend passive Rolle. Anders ist das z.B. im Bereich der Kunst. Für den Aufbau der Bücher legt Comenius ein Übergreifends Konzept vor, dass nicht nur die Inhalte benennt, sondern auch innovative Konzepte enthält, insbesondere die Verbindung von Bildern und Text-
  • . Dass der Frontalunterricht in den Mittelpunkt rückt, wurde bereits deutlich. Die weitreichende Wirksamkeit diese Erfindung wird nicht zuletzt daran sichtbar, dass auch in virtuellen Räumen, die weder Mauern noch Stühle oder sonst etwas in dieser Richtung nötig machen, der Frontalunterricht im Klassenraum eine dominante Sozialform ist. Comenius gibt hier allerdings einige weitere Hinweis, die z.B. in dem Satz „Tätigkeit soll durch Tätigkeit erlernt werden“ zusammen gefasst werden. In der Psychologie wurde das dann etwa 400 Jahre später ebenfalls bemerkt und ist heute als Nachahmungslernen geläufig. Die zentrale Metapher ist dabei das Handwerk: „Die Handwerker halten ihre Lehrlinge nicht mit Betrachtungen hin, sondern führen sie sogleich zur Arbeit, daß sie schmieden durchs Schmieden, bildhauen durchs Bildhauen, malen durchs Malen, tanzen durchs Tanzen lernen“ (Comenius 1992: 143). Und weiter: „Die Schulen sollen nichts anderes sein als Werkstätten, in denen tüchtig gearbeitet wird. Dann erst werden alle in eigener Praxis die Wahrheit jenes Wortes erfahren: Durch unser Gestalten erhalten wir selbst Gestalt“. Hier sind Ideen, die später etwa mit der Arbeitsschule prominent geworden sind, vorweg genommen; allerdings hat sich dieses Modell insbesondere für die Gymnasien nicht durchgesetzt An Universitäten wäre hier der Anspruch zu stellen: Man lernt zu forschen, indem man forscht. Als didaktisches Modell wird das heute als Famulatur bezeichnet; in der derzeit in Österreich diskutierten „LehrerInnenbildung Neu“ wird das für den pädagogischen Bereich als Induktionsphase bezeichnet – sie lernen unterrichten durch Unterrichten. In den letzten Jahren erfährt der Frontalunterricht, um darauf abschließen noch einmal zurück zu kommen, eine regelrechte Wiedergeburt (zumindest in der Diskussion – tatsächlich ist er ja nie gestorben); und das nicht ohne Grund: Im Blick auf Kosten-Nutzen- Relationen und die messbaren Lernergebnisse ist der Frontalunterricht kaum zu schlagen. Andere Methoden sind in der Regel nicht effizienter, sondern unterrichten anders und kommunizieren damit andere Menschenbilder und andere Vorstellungen vom menschlichen Zusammenleben. Dass hier das gottgefällige Dasein in den Mittelpunkt zu rücken ist, ist aus wissenschaftlicher Sicht jedenfalls zu kritisieren, auch wenn es nach wie vor eine häufige Praxis darstellt.
  • BM13: Comenius

    1. 1. V.­Prof. Dr. Christian Swertz Medienpädagogik Institut für Bildungswissenschaft Universität Wien Allgemeine Didaktik WS 11/12 Comenius christian.swertz@univie.ac.at http://medienpaedagogik.univie.ac.at http://medienpaedagogik.univie.ac.at
    2. 2. Das didaktische Dreieck GegenstandLehrer Lerner http://medienpaedagogik.univie.ac.at
    3. 3. COMENIUShttp://medienpaedagogik.univie.ac.at
    4. 4. Aufbau der Vorlesung Bildung Lernende Lehrende Institution Ziele/Inhalte Medien MethodenComenius DeweyHönigswald Heimann Flechsig Klafki RogersBlankertzGruschka Reich http://medienpaedagogik.univie.ac.at
    5. 5. http://medienpaedagogik.univie.ac.at
    6. 6. Aufbau der Vorlesung Bildung Lernende Lehrende Institution Ziele/Inhalte Medien MethodenComenius DeweyHönigswald Heimann Flechsig Klafki RogersBlankertzGruschka Reich http://medienpaedagogik.univie.ac.at
    7. 7. http://medienpaedagogik.univie.ac.at
    8. 8. Aufbau der Vorlesung Bildung Lernende Lehrende Institution Ziele/Inhalte Medien MethodenComenius DeweyHönigswald Heimann Flechsig Klafki RogersBlankertzGruschka Reich http://medienpaedagogik.univie.ac.at
    9. 9. http://medienpaedagogik.univie.ac.at
    10. 10. http://medienpaedagogik.univie.ac.at
    11. 11. Aufbau der Vorlesung Bildung Lernende Lehrende Institution Ziele/Inhalte Medien MethodenComenius DeweyHönigswald Heimann Flechsig Klafki RogersBlankertzGruschka Reich http://medienpaedagogik.univie.ac.at
    12. 12. http://medienpaedagogik.univie.ac.at
    13. 13. http://medienpaedagogik.univie.ac.at
    14. 14. Aufbau der Vorlesung Bildung Lernende Lehrende Institution Ziele/Inhalte Medien MethodenComenius DeweyHönigswald Heimann Flechsig Klafki RogersBlankertzGruschka Reich http://medienpaedagogik.univie.ac.at
    15. 15. http://medienpaedagogik.univie.ac.at
    16. 16. Aufbau der Vorlesung Bildung Lernende Lehrende Institution Ziele/Inhalte Medien MethodenComenius DeweyHönigswald Heimann Flechsig Klafki RogersBlankertzGruschka Reich http://medienpaedagogik.univie.ac.at
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    18. 18. Aufbau der Vorlesung Bildung Lernende Lehrende Institution Ziele/Inhalte Medien MethodenComenius DeweyHönigswald Heimann Flechsig Klafki RogersBlankertzGruschka Reich http://medienpaedagogik.univie.ac.at
    19. 19. http://medienpaedagogik.univie.ac.at

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