Gebirgsforschung: Mensch und UmweltTourismus in peripheren Berggebieten– Heilsbringer oder falsche Hoffnung?              ...
Gebirgsforschung: Mensch und UmweltRegionalforschung – Projekte & Produkte                     www.galpis.at              ...
Gebirgsforschung: Mensch und UmweltÜberblick1. Einleitung: Problementwicklung   •   Zunehmende räumliche Disparitäten in d...
Gebirgsforschung: Mensch und UmweltRäumliche Disparitäten in den Alpen• Der Druck auf die Bergregionen wird immer größer  ...
Gebirgsforschung: Mensch und Umwelt        Bevölkerungsveränderung        1991–2001FA                                     ...
Gebirgsforschung: Mensch und Umwelt        Betriebsaufgaben        in der Landwirtschaft        1990–2000FA               ...
Gebirgsforschung: Mensch und UmweltNachhaltige Regionalentwicklung: ZieleAlpenkonvention (Rahmenkonvention 1995):•   „Erha...
Gebirgsforschung: Mensch und UmweltEntdeckungszeit (1765–1880)        Dachau 1998 (Bildband mit zeitgen. Ansichten)       ...
Gebirgsforschung: Mensch und Umwelt  Belle-Epoque-Phase (1880–1914)J. Scotti: Sonnenaufgang am Rigi. In: Das Buch für alle...
Gebirgsforschung: Mensch und UmweltZwischenkriegszeit (1918–1955)                                                 Predigst...
Gebirgsforschung: Mensch und UmweltAlpine „Goldgräberzeit“ (1955–1985)Sölden (Tirol, A), 1368 m                           ...
Gebirgsforschung: Mensch und Umwelt„Zug nach oben“                                                            25        N ...
Gebirgsforschung: Mensch und UmweltReife- bzw.                          Phase derStagnationsphase            Neuerschließu...
Gebirgsforschung: Mensch und UmweltGroße Tourismusgemeinden 15 Gemeinden mit über 1 Mio. Nächtigungen: Wien, Salzburg, Söl...
Gebirgsforschung: Mensch und UmweltSaisonverlauf der Übernachtungen im österreichischen Tourismus.(Bender et al. 2007: Lan...
Gebirgsforschung: Mensch und UmweltTourismus – Saisonalität (Trend langfristig)                          Österreich: +25% ...
Gebirgsforschung: Mensch und UmweltTourismus – Saisonalität (Trend kurzfristig)                          Österreich: +3%  ...
Gebirgsforschung: Mensch und UmweltTourismus-Konzentration (Lorenzkurve)% der Übernachtungen                       1      ...
Gebirgsforschung: Mensch und UmweltTourismus-Konzentration (Lorenzkurve)% der Übernachtungen                       Die 25%...
Gebirgsforschung: Mensch und UmweltBeispiel 1: Bschlabertal/Ausserfern (Tirol)Wie ein Tal stirbt Während in den Fremdenver...
Gebirgsforschung: Mensch und UmweltBeispiel 2: Virgental (Osttirol)                                       Übernachtungen i...
Gebirgsforschung: Mensch und UmweltBeispiel 3: Seefelder Plateau (Nordtirol)Übernachtungen insgesamtAnteil der Wintersaiso...
Gebirgsforschung: Mensch und UmweltZuwachs/Rückgang Tourismus 1990–2010                      Österreich: +1,13%           ...
Gebirgsforschung: Mensch und UmweltFazit: selten ein Heilsbringer!   „In zahlreichen Programmen … wird der ländliche Tour...
Gebirgsforschung: Mensch und UmweltKlimawandel   „Beschneiung“ – der künstliche Winter                    Obergurgl, Tirol...
Gebirgsforschung: Mensch und Umwelt„Berge ohne Sex-Appeal“ „… Doch mittlerweile schwächelt der touristische Selbstläufer,...
Gebirgsforschung: Mensch und UmweltAusblick: Renaissance der Sommerfrische?   1860                             1960       ...
Gebirgsforschung: Mensch und UmweltLiteraturhinweise   Bätzing, W. 2003: Geschichte und Zukunft einer europäischen    Kul...
Gebirgsforschung: Mensch und UmweltDanke für die Aufmerksamkeit!                  PD Dr. Oliver Bender     Österreichische...
Nächste SlideShare
Wird geladen in …5
×

Dr. Oliver Bender - Akademie der Wissenschaften - Tourismus in peripheren Berggebieten - Heilsbringer oder falsche Hoffnung

2.321 Aufrufe

Veröffentlicht am

0 Kommentare
0 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Als Erste(r) kommentieren

  • Gehören Sie zu den Ersten, denen das gefällt!

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
2.321
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
633
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
8
Kommentare
0
Gefällt mir
0
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie

Dr. Oliver Bender - Akademie der Wissenschaften - Tourismus in peripheren Berggebieten - Heilsbringer oder falsche Hoffnung

  1. 1. Gebirgsforschung: Mensch und UmweltTourismus in peripheren Berggebieten– Heilsbringer oder falsche Hoffnung? PD Dr. Oliver Bender Österreichische Akademie der Wissenschaften Institut für Gebirgsforschung: Mensch und Umwelt Innsbruck 1
  2. 2. Gebirgsforschung: Mensch und UmweltRegionalforschung – Projekte & Produkte www.galpis.at 2
  3. 3. Gebirgsforschung: Mensch und UmweltÜberblick1. Einleitung: Problementwicklung • Zunehmende räumliche Disparitäten in den Alpen • Forderung nach „nachhaltiger Regionalentwicklung“2. Tourismus als Lösungsansatz? • Entwicklungsgeschichte des Tourismus in den Alpen • Struktur des österreichischen Tourismus3. Fazit und Ausblick 3
  4. 4. Gebirgsforschung: Mensch und UmweltRäumliche Disparitäten in den Alpen• Der Druck auf die Bergregionen wird immer größer (Messerli 2008)• Die Alpen zwischen Verstädterung und Verödung (Bätzing et al. 1994)• Die Alpen – gefährdeter Lebensraum im Gebirge (Birkenhauer 1988)• Landwirtschaft im Alpenraum: Unverzichtbar, aber zukunftslos (EURAC Tagungsband 1996)• Welche Zukunft für strukturschwache nicht-touristische Alpentäler? (Bätzing 1990) 4
  5. 5. Gebirgsforschung: Mensch und Umwelt Bevölkerungsveränderung 1991–2001FA Tappeiner et al. 2008: Alpenatlas 5 5
  6. 6. Gebirgsforschung: Mensch und Umwelt Betriebsaufgaben in der Landwirtschaft 1990–2000FA Tappeiner et al. 2008: Alpenatlas 6 6
  7. 7. Gebirgsforschung: Mensch und UmweltNachhaltige Regionalentwicklung: ZieleAlpenkonvention (Rahmenkonvention 1995):• „Erhaltung und Förderung der ... Eigenständigkeit der … Bevölkerung und der Sicherstellung ihrer Lebensgrundlagen, … der umweltverträglichen Besiedlung und wirtschaftlichen Entwicklung“Arge-Alp (www.argealp.org):• „Der Tourismus als … wichtigste Wirtschaftsalternative peripherer Gebiete ist zu sichern und den ökologischen … Voraussetzungen entsprechend maßvoll zu entwickeln.• In den bereits hochentwickelten Gebieten sollen Überbelastungen vermieden und … Schädigungen behoben werden,• während in schwach … entwickelten, für den Tourismus geeigneten Bereichen umweltverträgliche Tourismusformen gestärkt werden sollen.“ 7
  8. 8. Gebirgsforschung: Mensch und UmweltEntdeckungszeit (1765–1880) Dachau 1998 (Bildband mit zeitgen. Ansichten) 8
  9. 9. Gebirgsforschung: Mensch und Umwelt Belle-Epoque-Phase (1880–1914)J. Scotti: Sonnenaufgang am Rigi. In: Das Buch für alle, 1890 9
  10. 10. Gebirgsforschung: Mensch und UmweltZwischenkriegszeit (1918–1955) Predigstuhlbahn, Bad Reichenhall (BY, D), von 1928, älteste original erhaltene Großkabinenseilbahn der Welt (zeitgenössisches Werbeplakat, Farblithogr. um 1935 ) 10
  11. 11. Gebirgsforschung: Mensch und UmweltAlpine „Goldgräberzeit“ (1955–1985)Sölden (Tirol, A), 1368 m 11
  12. 12. Gebirgsforschung: Mensch und Umwelt„Zug nach oben“ 25 N Tiroler Zentralalpen S 2040003500 15 Dolomiten3000 Kalkalpen 102500 Sommersaison 52000 Wintersaison 015001000 Übernachtungen in Tirol 500 Gardasee (in Mio.) 1949–2004 0 (Quelle: Job 2005) Wintersport Sommertourismus Sommer- und Naherholung WintertourismusHöhengliederung des Saisonverlaufs in denOstalpen (Quelle: Lichtenberger 1976) 12
  13. 13. Gebirgsforschung: Mensch und UmweltReife- bzw. Phase derStagnationsphase Neuerschließungen(1985–1999) (ab 1999–?) Skipistenbau: der Berg wird neu geformt! 13
  14. 14. Gebirgsforschung: Mensch und UmweltGroße Tourismusgemeinden 15 Gemeinden mit über 1 Mio. Nächtigungen: Wien, Salzburg, Sölden, Saalbach-Hinterglemm, Mittelberg, Mayrhofen, Ischgl, Zell am See, Innsbruck, Neustift im Stubaital, Bad Gastein, Bad Hofgastein, Sankt Anton am Arlberg, Serfaus, Seefeld in Tirol Anteil Sommersaison Anteil Wintersaison z“ vin „Deutsche Provinz“ Pro err. st „Ö © GALPIS, IGF 2011Dargestellt: Gemeinden mit mehr als 400.000 Nächtigungen im Jahr 2010 (%-Punkte) 14
  15. 15. Gebirgsforschung: Mensch und UmweltSaisonverlauf der Übernachtungen im österreichischen Tourismus.(Bender et al. 2007: Landscape, Seasonality, and tourism. A survey with examples fromCentral Europe. In: Palang et al.: Seasonal Landscapes. Boston, Springer, 181–213.) 15
  16. 16. Gebirgsforschung: Mensch und UmweltTourismus – Saisonalität (Trend langfristig) Österreich: +25% Keine Wintersaison © GALPIS, IGF 2011Veränderung des Winteranteils an den Nächtigungen 1970–2010 (%-Punkte) 16
  17. 17. Gebirgsforschung: Mensch und UmweltTourismus – Saisonalität (Trend kurzfristig) Österreich: +3% Keine Wintersaison © GALPIS, IGF 2011Veränderung des Winteranteils an den Nächtigungen 2000–2010 (%-Punkte) 17
  18. 18. Gebirgsforschung: Mensch und UmweltTourismus-Konzentration (Lorenzkurve)% der Übernachtungen 1 1 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 % der Gemeinden 18
  19. 19. Gebirgsforschung: Mensch und UmweltTourismus-Konzentration (Lorenzkurve)% der Übernachtungen Die 25% der Gemeinden mit den meisten Übernachtungen 19
  20. 20. Gebirgsforschung: Mensch und UmweltBeispiel 1: Bschlabertal/Ausserfern (Tirol)Wie ein Tal stirbt Während in den Fremdenverkehrsfabriken der Alpen der Tourismus brummt, meiden Besucher die abgelegenen Regionen der Bergwelt. Die meisten Bewohner wandern ab, ihr Lebensraum verödet. … „Das Tal ist fast ein hoffnungsloser Fall“, sagt Bernd Huber. „Wie lange ich selbst noch hierbleibe, weiß ich nicht.“ Der 30jährige ist einer der wenigen seiner Generation, die nicht fortgezogen sind. … Quelle: Die Zeit, Nr. 31, 28. Juli 2011 20
  21. 21. Gebirgsforschung: Mensch und UmweltBeispiel 2: Virgental (Osttirol) Übernachtungen insgesamt Anteil der Wintersaison (%)Virgen von Westen, Blick in Richtung Matrei (Foto: Otterstädt 2002) 21
  22. 22. Gebirgsforschung: Mensch und UmweltBeispiel 3: Seefelder Plateau (Nordtirol)Übernachtungen insgesamtAnteil der Wintersaison (%)Seefelder Plateau von Süden (Foto: Bender 2010) 22
  23. 23. Gebirgsforschung: Mensch und UmweltZuwachs/Rückgang Tourismus 1990–2010 Österreich: +1,13% Bsp.: Frankenfels 1990–2000: –60% 2000–2010: +53% © GALPIS, IGF 2011Veränderung in der Anzahl der Nächtigungen 1990–2010 (in %) 23
  24. 24. Gebirgsforschung: Mensch und UmweltFazit: selten ein Heilsbringer! „In zahlreichen Programmen … wird der ländliche Tourismus, gemeinsam mit der ökologischen … Landwirtschaft als Leitbranche für eine nachhaltige Regionalentwicklung in peripheren Gebieten genannt. Verschiedene Modelle haben … dem Alpentourismus Impulse gegeben, die erwarteten wirtschaftlichen Effekte – trotz beachtlicher öffentlicher Investitionen – blieben gerade in den … Peripherien eher aus. Die … Globalisierung und die Budgetprobleme der öffentlichen Hand lassen vermuten, dass die Chancen dieser Regionen, sich durch steigende touristische Nachfrage in ihren wirtschaftlichen Entwicklungen zu stabilisieren, geringer werden. Anstelle nachhaltiger Alternativen wird in ländlichen Regionen wieder verstärkt über Investitionen in große touristische Infrastrukturen nachgedacht, potente Investoren finden sich kaum.“(Zimmermann, F.: Tourismus zwischen Masse und Qualität.Quelle: http://www.oeaw.ac.at/isr/raumalp/mitarbeiter/tourismus.html ) 24
  25. 25. Gebirgsforschung: Mensch und UmweltKlimawandel „Beschneiung“ – der künstliche Winter Obergurgl, Tirol (Foto: Borsdorf 2005) 25
  26. 26. Gebirgsforschung: Mensch und Umwelt„Berge ohne Sex-Appeal“ „… Doch mittlerweile schwächelt der touristische Selbstläufer, die Gästezahlen stagnieren. Händeringend sucht die Branche nach Konzepten angesichts zunehmender Konkurrenz erfolgreich am Markt zu bestehen. … Die Alpen sind schlecht aufgestellt. Seit dem Zweiten Weltkrieg hat man sich zu sehr auf die Wintersaison konzentriert. Doch die kalte Jahreszeit ist kurz, und die Konkurrenz schläft nicht. … Am schnelllebigen Markt werden die Alpen mit ihrem verstaubten Image aber nicht bestehen können. Um ganzjährig und nachhaltig zu funktionieren, bedarf es eines Faceliftings. Wie das aussehen und funktionieren soll, daran scheiden sich aber vorerst noch die Geister.“ Quelle: Die Zeit, Nr. 31, 28. Juli 2011 26
  27. 27. Gebirgsforschung: Mensch und UmweltAusblick: Renaissance der Sommerfrische? 1860 1960 2060? Summer Summer Summer Mountain Sea Mountain Spring & Autumn Ski, naturism, Climate Piedmont lakes heliotropism change Winter Winter Winter Sea Mountain Sea Towards a New Seasonal Turnaround of Tourism Polarities? (Bourdeau 2008) 27
  28. 28. Gebirgsforschung: Mensch und UmweltLiteraturhinweise Bätzing, W. 2003: Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft. München, Beck. Bender, O. et al. 2011: Mountains under Climate and Global Change Conditions. Research Results in the Alps. In: Climate Change – Geophysical Foundations and Ecological Effects. Rijeka, InTech, 403–422. Borsdorf, A. (Hg.) 2005: Das neue Bild Österreichs. Strukturen und Entwicklungen im Alpenraum und den Vorländern. Wien, ÖAW. Bourdeau, P. 2008: The Alps in the age of new style tourism: between diversification and post-tourism. In: IGF-Forschungsberichte 2, 81–86. Job, H. 2005: Die Alpen als Destination – Eine Analyse in vier Dimensionen. In: Mitt. der Österr. Geograph. Ges. 147, 113–138. Lichtenberger, E. 1965: Das Bergbauernproblem in den österreichischen Alpen. Perioden und Typen der Entsiedlung. In: Erdkunde 19, 39–57. Tappeiner, U. et al. (eds.) 2008: Alpenatlas. Heidelberg, Spektrum. YEAN 2005: TirolCITY. New urbanity in the Alps. Neue Urbanität in den Alpen. Wien, Folio. 28
  29. 29. Gebirgsforschung: Mensch und UmweltDanke für die Aufmerksamkeit! PD Dr. Oliver Bender Österreichische Akademie der Wissenschaften oliver.bender@oeaw.ac.at 29

×