Management, Marketing und Informationssysteme
Organisationale Routinen und Informationssysteme

Leonhard Dobusch
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Diskussion der Vorablektüre
Edmondson et al. (2001): Disrupted Routines: Team
Learning and New Technology Implementation.....
Diskussion der Vorablektüre
Feldman/Pentland (2003): Reconceptualizing Organizational Routines as a Source of Flexibility ...
Routinen und Organisationen

Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
Klassischer Routinebegriff Taylors
§  Ausgangspunkt: Taylors Bewegungsstudien („Scientific
Management“)
§  Routinen als ...
Routinen als Könnerschaft (Geiger/Koch 2008)
§  Ausgangspunkt: Polanyis Konzept von „tacit
knowledge“
§  Personal Knowle...
Evulotionsökonomischer Routinebegriff
§  Ausgangspunkt: Routinen als zentrale Bausteine
(„Gene“) von Organisationen
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Routinen als Grund für Stabilität und Wandel
§  Ausgangspunkt: Aufgabe der Trennung zwischen
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Exkurs zum Konzept der Performativität
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Zum Verhältnis von Praktiken und Routinen
§  Reckwitz (2003): Praktiken im Spannungsfeld zwischen
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SOZIALE PRAKTIK

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Routinen und (Informations-)Technologien
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IT und Organisation: Klassische Perspektiven
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Dualität von Struktur (Giddens 1984)
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Hausarbeitsthemen?
Gruppen á 3-4 Personen:
Was könnte eine Hausarbeit zum Thema
untersuchen?
§  Titel
§  Fragestellung
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Literatur
§  Geiger, D./Koch, J. (2008): Von der individuellen Routine zur organisatonalen
Praktik: Ein neues Paradigma f...
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Veranstaltung zu "Marketing in Netzeffektmärkten" im Rahmen des Kurses "Management, Marketing & Informationssysteme" im Rahmen des Masterstudiengangs Wirtschaftsinformatik am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der Freien Universität Berlin im Wintersemester 2013/2014, online: http://wikis.fu-berlin.de/display/mmis

Veröffentlicht in: Bildung
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Management, Marketing & Informationssysteme - Organisationale Routinen und Informationssysteme

  1. 1. Management, Marketing und Informationssysteme Organisationale Routinen und Informationssysteme Leonhard Dobusch 28. November 2013
  2. 2. Diskussion der Vorablektüre Edmondson et al. (2001): Disrupted Routines: Team Learning and New Technology Implementation... Gruppe 1: §  Wie lässt sich diese Abhängigkeit vom Teamleader reduzieren? §  Gibt es Technologie-Einführungen, wo "practice and communicate" oder "encouragement of communication" sowie "collective reflection" eher als erfolgshemmend sind? Gruppe 2: §  Führt die "Verwässerung" der Hierarchie nicht besonders in kritischen Situationen, in denen viele Entscheidungen binnen Sekunden getroffen werden müssen, zu Problemen? §  Welche Unternehmensbereiche haben welchen Einfluss auf Entstehung von Routinen (Management, Fachabteilung, IT)? Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  3. 3. Diskussion der Vorablektüre Feldman/Pentland (2003): Reconceptualizing Organizational Routines as a Source of Flexibility and Change: Gruppe 3: §  Verhindern Routinen nicht Innovationen bzw. Kreativität? Routinen ein Wettbewerbsnachteil in dynamischem Umfeld? §  Wo ist der Unterschied zwischen Routinen und Prozessen? Gruppe 4: §  Für welche Unternehmensbereiche sind Routinen am besten geeignet und für welche nicht? §  Stellt ein gewisser Grad der intrinsischen Motivation der Beteiligten eine Grundvoraussetzung für endogene Veränderungen dar? Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  4. 4. Routinen und Organisationen Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  5. 5. Klassischer Routinebegriff Taylors §  Ausgangspunkt: Taylors Bewegungsstudien („Scientific Management“) §  Routinen als individueller, wiederholter Regelvollzug §  Basis für arbeitsteilige Produktivitätsgewinne §  Problem: Demotivation, Sinnverlust, Inflexibilität §  Drei Elemente (nach Geiger/Koch 2008) (1)  ein (genau) bestimmbares, auslösendes Ereignis (Stimulus) (2)  der Vollzug eines konkreten Handlungsmusters (Response) (3)  die ständige Wiederholung des Routinevollzugs >> Stabilität, Repetition, Verlässlichkeit als zentrale Merkmale von Routinen Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  6. 6. Routinen als Könnerschaft (Geiger/Koch 2008) §  Ausgangspunkt: Polanyis Konzept von „tacit knowledge“ §  Personal Knowledge: individuelle Könnerschaft in das Handeln von Personen eingewoben §  Schwer zu kodifizieren („tacit“) §  Problem: Erwerb nur durch Übung- und Imitationsverhalten §  Verhältnis zum klassischen Routinebegriff: §  Außergewöhnliche Leistungen als Routinen §  Nicht-Explizierbarkeit der Könnerschaft §  Aber: weiterhin individuell-habitueller Routinebegriff >> Bedeutung des Kontexts als organisationaler Aspekt Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  7. 7. Evulotionsökonomischer Routinebegriff §  Ausgangspunkt: Routinen als zentrale Bausteine („Gene“) von Organisationen §  Beharrungstendenzen und Rigiditäten §  Grund für Selektion auf Populationsebene §  Drei Arten von Routinen nach Nelson/Winter (1992) (1)  Operationale Routinen: kurzfristig, operationale Leistungen (2)  Routinen: Budgetierung, Investitionsentscheidungen (3)  Veränderungsroutinen: Reorganisationsroutinen >> erstmals Wandel mittels Routinen, in revolutionären Phasen („punctuated equilibrium“) Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  8. 8. Routinen als Grund für Stabilität und Wandel §  Ausgangspunkt: Aufgabe der Trennung zwischen stabilen und verändernden Routinen §  Routinen als „mikrofundierte soziale Praktik“ (Geiger/Koch 2008) §  Zwei analytisch getrennte Aspekte jeder Routinen nach Feldman/Pentland (2003) (1)  Ostensive: übergreifender, strukturelle Aspekte von Routinen (2)  Performative: Vollzug von Routinen, Anwendung im konkreten Einzelfall >> Flexibilität und Wandel als Wesensmerkmal organisationaler Routinen Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  9. 9. Exkurs zum Konzept der Performativität §  Butler (1990/2003): „Zunächst einmal darf Performativität nicht als ein vereinzelter oder absichtsvoller ‚Akt’ verstanden werden, sondern als die ständig wiederholende Praxis, durch die der Diskurs die Wirkungen erzeugt, die er benennt.“ §  Ortmann (2004): „Vorgriff, der von der Nachträglichkeit seiner Einlösung zehrt“ §  Tendenz zu Selbstbestätigung, Selbstwiderlegung und Drift §  Beispiel für performative Akte in Organisationen: §  „Hiermit eröffne ich die Sitzung“ §  Legitimationsfassaden, die „effizient“ Effizienz simulieren Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  10. 10. Zum Verhältnis von Praktiken und Routinen §  Reckwitz (2003): Praktiken im Spannungsfeld zwischen „Routinisiertheit einerseits, der Unberechenbarkeit interpretativer Unbestimmtheiten andererseits“ §  Routinen als „Einheit von Handeln, Lernen und Innovation“ (Geiger/Koch 2008: 700) §  Routinen als Basiseinheit aller organisationalen Phänomene §  Anschlussfähig an Konzepte wie dynamic capability, bricolage, etc. >> Jede Routine ist eine Praktik und jede Praktik stützt sich auf Routinen Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  11. 11. SOZIALE PRAKTIK Tabelle 1: Gegenüberstellung der einzelnen Entwicklungsstufen des Bedeutungwandel des Routine-Begriffs Routine-verständnisses Entwicklungsstufen 1. Entwicklungsstufe „klassische Routine“ 1. Entwicklungsstufe Routine als Könnerschaft 3. Entwicklungsstufe Routine als kollektive Fähigkeit 4. Entwicklungsstufe Routine als soziale Praktik Gegenstand Ex-ante definierte Handlungsvollzüge Außergewöhnliche (individuelle) Handlungsergebnisse Gedächtnis/Gene/ Basismuster einer Organisation Kollektive, komplexe Handlungsvollzüge Zentrales Erklärungsziel Gleichförmiges, erwartbares Verhalten, Rationalisierung durch Routine Außergewöhnliche individuelle Leistungen Organisationale Evolution/ Kompetenz Organisationale Handlungsverläufe Kausalschema Immer wenn a, erfolgt b und führt zu c. Immer wenn erfolgreiches c eintritt, wird b vermutet, Stimulus unbedeutend Immer wenn c eintritt, wird b vermutet, Stimulus unbedeutend Keine Kausalzurechnung Formalisierung Vollständig und notwendig Unmöglich z.T. möglich Formalität nicht thematisiert Dimension Formale Struktur, explizit Informell, implizit Struktur und Prozess Prozess Veränderung Undynamisch Nur z.T., da Skill Makrodynamik und Mikroveränderung Reine Mikrodynamik Reflexionsgrad Vollständig durchdrungen Keine Reflexion Umfasst reflektierte als auch unreflektierte Elemente Umfasst reflektierte als auch unreflektierte Elemente Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin Aus: Geiger/Koch (2008, S. 703)
  12. 12. Routinen und (Informations-)Technologien §  Technologie als Nexus aus „task, technique, knowledge, and tools“ (Orlikowski 1992: 399) §  Körperlichkeit und Materialität als Eigenschaft jeder Routine §  Z.B. Habitus, Kommunikationswerkzeuge, etc. §  Informationsystemforschung: Fokus auf „Tool“-Aspekte (inter-)organisationaler Routinen Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  13. 13. IT und Organisation: Klassische Perspektiven §  Drei klassische Forschungsstränge (Orlikowski 1992) §  Technologischer Determinismus: Auswirkungen von Technologien auf Organisationen §  Strategische Wahl: Kontingenz bei Entscheidungen über Technologieeinsatz §  Technologie als Auslöser für Wandel: Kontingenz bei organisationaler Reaktion auf technologischen Wandel >> Schwanken zwischen voluntaristischen und deterministischen Positionen Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  14. 14. Dualität von Struktur (Giddens 1984) Struktur Handlung unerkannte Handlungsbedingungen Überwachen, Kontrollieren und Steuern des Handelns (reflexive monitoring) Handlungsrationalisierung Handlungsmotivation Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin unbeabsichtigte Handlungsfolgen
  15. 15. Dualität von Technologie: Beispiele §  Der Segelschiff-Effekt: Innovationssprünge am Ende von Technologielebenszyklen §  User-Innovation: Appropriation und Mashup jenseits von Designer-Intentionen §  Emanzipations-Unterdrückungs-Paradox §  Internet als Emanzipative Technologie: Zugang, Verbreitung, Verteilung, Ubiquität §  Internet als Unterdrückungsinstrument: Überwachung, Zensur, Kontrolle, Ubiquität Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  16. 16. Hausarbeitsthemen? Gruppen á 3-4 Personen: Was könnte eine Hausarbeit zum Thema untersuchen? §  Titel §  Fragestellung §  Fall Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  17. 17. Literatur §  Geiger, D./Koch, J. (2008): Von der individuellen Routine zur organisatonalen Praktik: Ein neues Paradigma für die Organisationsforschung? In: Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung (zfbf), 60, 693-712 §  Giddens, A. (1984): The Constitution of Society: Outline of a Theory of Structuration. Cambridge: Polity Press. §  Nelson, R./Winter, S. (1982): Nelson, R.R./Winter:G. (1982): An Evolutionary Theory of Economic Change. Cambridge, MA: Belknap Press. §  Ortmann, G. (2004): Als Ob: Fiktionen und Organisationen. Wiesbaden: VSVerlag für Sozialwissenschaften. §  Reckwitz, A. (2003): Grundelemente einer Theorie sozialer Praktiken: Eine sozialtheoretische Perspektive. In: Zeitschrift für Soziologie, 43 (4), 282-301 Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin

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