collanasentierid’autore 25
ideaMontagna
editoria e alpinismo
Wanderungen
am Gardasee
Das Westufer
Nördlicher Gardasee
Ledrotal
Sarcatal
Das Ostufer
76
Sentieri d’autore l Escursioni in Val di Zoldo
M. Corona
Parco Regionale
dell’Alto Garda
Adamello
M. Frerone
M. Mattoni
Grotta Rossa
M. Alberelli
Corna Zeno
P. Molvina
M. Zenone
Cima Marese
Cima Palone
Lago di Ledro
M. Càdria
M. Altissimo
di Nago
Caverdina
M. Casale
M. Brento
M. Misone
M. Stivo
L. di Caldonazzo
L. di Molveno
M. Marzola
CornettoDoss
d’Abramo M. Cimon
Cima Palòn
2235
M. Re di Castello
M. Mandrone
M. Carè Alto
Ago di Nardis
C. Presanella
C. Palù
Sasso Rosso
C. di Val Scura
Rocca Piana
M. Corona
P.zo Gallino
TRENTO
ARCO
MORI
BRETÒNICO
S. VALENTINO
TIARNO
DI SOPRA
DRÒ
DRENA
GARDONE
GARGNANO
TOSCOLANO
SALÒ
SIRMIONE
DESENZANO
VERONA
VEZZANO
PIETRAMURATA
PREORE
S. LORENZO
IN BANALE
SAONE
ALDENO
SARCHE
TIONE
MEZZO
LOMBARDO
MEZZOCORONA
CADINO
CEMBRA
LAVIS
SALORNO
ROVERÈ
DELLA LUNA
ROVERETO
MALCESINE AVIO
BRENZONE
CAPRINO
VERONESE
FERRARA DI
M. BALDO
LIMONE
SUL
GARDA
RECOARO
VALDAGNO
MADONNA DI
CAMPIGLIO
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UNO
DUE
TRE
QUATTRO
RIVA DEL
GARDA
TORBOLE
l Übersichtskarte
Seite 6: der Ort Malcesine im Schatten der Skaligerburg.
98
Sentieri d’autore l Wanderungen am Gardasee l Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS
• Einführung	5
• Übersichtskarte	7
• Geographische Einordnung	 10
• Begriffserklärung	15
• Nützliche Hinweise und Telefonnummern	 17
• Einkehrmöglichkeiten	 18
• Danksagungen	 18
KAP. 1 • DAS WESTUFER 	 19
1 • Rocca di Manerba	 22
1 • Rocca di Manerba: von der
	 Mittelsteinzeit zur Serenissima	 25
2 • Monte Pizzoccolo	 26
1 • Die Kirche Sant’Andrea und Madernos 	
Kunstschätze	 30
3 • Valle delle Cartiere	 31
1 • Das antike „Benacum“ Toscolano:
	 Papierherstellung und Druckkunst	 34
4 • Eremitenklause S. Valentino
und C. Comer	 35
1 • Zitrusfrüchte und die 1000-jährige
	 Geschichte von Gargnano	 40
5 • Cima Comer und Monte Denervo	 41
1 • Raubvögel über der Cima Comer	 44
6 • Cascata di Tignale	 45
7 • Monte Cas	 48
1 • Geschichte und Legende der
	 Madonna di Montecastello	 51
8 • Valle und orrido di San Michele	 52
1 • Campione del Garda:
	 Von alten Papiermühlen zum
	 modernen Tourismus	 56
9 • Monte Bestone	 57
10 • Monte Carone	 60
1 • Passo Nota: Übergang in Kriegs-
	 und Friedenszeiten 	 63
11 • Cima di Mughera	 64
1 • Zitronen am Gardasee: Mittelmeerduft 	
am Alpenrand 	 67
KAP. 2 • NÖRDLICHER GARDASEE
UND LEDROTAL	 69
12 • Punta dei Larici	 72
13 • Cima Nodice	 77
14 • Cima di Mughera und Monte Carone	 81
1 • Pfahlbauten am Ledrosee	 85
15 • Cima Sclapa, Cima Parì
und Monte Cocca	 86
Garibaldi und die Schlacht bei Bezzecca	 90
16 • Cima d’Oro 	 91
17 • Chiesa di San Giovanni
	 und Bocca Pasumèr	 95
1 • Wanderung durch die Geschichte	 98
18 • Defensionmauer und Senter dei Bech	 99
1• Bergsteiger auf vier Beinen	 102
19 • Ponalestrasse	 103
1 • Ponale: Wiedergeburt einer Straße	 107
20 • Die Bastione und Kapelle S. Barbara 	 108
1 • Der kleine Hauptort Riva del Garda
	 am nördlichen Seeufer		 111
21 • Cima Giochello (oder la Rocchetta)	 112
Monte Tombio und S. Martino: 	
Frühgeschichte in den
	 Höhenlagen von Campi 	 116
22 • Monte Misone	 117
1 • Mittelalter in Tenno: See, Burg
	 und alte Dörfer		 121
23 • Monte Brione	 122
Weinberge am Gardasee	 124
24 • Die Unterstände, Busa del Capitano	 126
1 • Konzentrierte Artenvielfalt	 129
25 • Sentiero Busatte-Tempesta	 130
1 • Castel Penade: Urzeitlicher Castelliere
und mittelalterliche Festung	 133
26 • M. Varagna und M. Altissimo di Nago	 134
27 • Monte Biaena	 138
1 • Bären im Val di Gresta	 141
28 • Monte Creino	 142
29 • Monte Stivo	 145
KAP. 3 • SARCATAL 	 149
30 • Sentiero dei Lecci 	 152
	 OlivenbäumeundOlivenölamGardasee	 154
31 • Monte Biaina		 155
1 • Die Burg von Arco	 158
32 • Monte Brento		 159
1 • Kletterparadies Sarcatal	 162
33 • Monte Casale 	 163
1 • Mensch und Natur im Unesco-Naturpark
	 “Ledro-Alpen und Judikarien” 	 166
34 • La Rosta	 167
35 • Tre Cime del Bondone		 170
1 • Toblino: das Schloss, das sich im
	 See spiegelt	 176
36 • Palon		 177
1 • Marocche di Dro	 180
37 • Monte Stivo 	 181
1 • Castel Drena:
	 Wächter über das Sarcatal	 184
38 • Bosco Caproni	 185
Gianni Caproni: Pionier der
	 Luftfahrtindustrie und der Wald,
	 der seinen Namen trägt	 188
KAP. 4 • DAS OSTUFER 	 189
39 • Monte Altissimo di Nago		 192
1 • Naturpark Bes-Corna Piana
	 und Corno della Paura	 196
40 • Colma di Malcesine e
Sentiero del Ventrar 	 197
1 • Monte Baldo: Hortus Europae	 203
41 • Cima delle Pozzette	 204
1 •Malcesine: das steinige Vermächtnis
	 über dem See	 210
42 • Cima Valdritta und Punta Telegrafo	 211
43 • Punta Telegrafo		 215
1 • Im Reich der Latschenkiefer	 218
44 • Punta Telegrafo und Coal Santo 	 219
45 • Cima di Costa Bella	 223
1 • Die 1000-jährige Geschichte
	 von Torri	 228
46 • Creste di Naole	 229
47 • Petroglyphen am Monte Luppia	 233
1 • Punta San Vigilio	 236
48 • Rocca di Garda		 237
1 • Garda oder wie der See
	 zu seinem Namen kam	 239
Wolken am Gipfelkreuz des Monte Misone.
1110
Sentieri d’autore l Escursioni sul Lago di Garda l Geographische Einordnung
Letztere werden ihrerseits in die Obergruppen der Judikarien, der südwestlichen und östlichen
Gardaseeberge aufgegliedert.
Die Judikarien umfassen die Gruppen Cadria und Dosso della Torta-Tofino, die Berge des Le-
drotals im Süden mitsamt der ausladenden Flussschleife der Sarca im Westen, Norden und
Osten. Neben den sehr beliebten Wänden über dem Flusstal der Sarca (z.B. Monte Brento und
Monte Casale), wechseln sich in den beiden Gruppen Grasrücken und kleine Felsgipfel mit aus-
gedehnter Wildnis ab, in der Ruhe herrscht. Im Buch werden für diesen Bereich Wanderungen
aufgeführt, die über den leichten Westanstieg auf die o.g. Gipfel Casale und Brento führen, oder
aber Touren auf die geschichtsträchtigen Graskämme der Cima Parì bzw. der Cima Oro mit toller
Aussicht.
Die südwestlichen Gardaseeberge schließen die Gruppen Tremalzo, Cablone und Tom-
bea-Manos ein. Vom Val Sabbia erstrecken sich diese Gruppen bis ans Gardaseeufer in einer
komplizierten, teilweise chaotischen Landschaftsstruktur aus Bergrücken, Tälern und Schluchten,
durchsetzt von Hochplateaus und Waldflächen. In diesen Gruppen sind alle Touren auf der
lombardischen Uferseite angesiedelt.
Die östlichen Gardaseeberge gliedern sich in die beiden Gruppen Bondone-Stivo und Baldo, wo
die Cima Valdritta (2218 m) als höchste Erhebung emporragt. Darüber hinaus hüten diese Berge
den Schatz der größten Artenvielfalt Europas und eine Vielzahl abwechslungsreicher Landschaf-
ten, die in Europa einzigartig sind. Von praktisch allen Hauptgipfeln ergeben sich phantastische
Rundumblicke, und das nicht nur von den höchsten Spitzen wie Monte Stivo, Cima Verde (Mon-
te Bondone) oder den Gipfeln der Baldokette, sondern auch von scheinbar wenig spektakulären
Gipfelhöhen, wie dem Monte Creino oder dem Monte Biaena.
Schutzgebiete
Naturalistisch, geologisch und historisch so wertvolle Landschaftsräume wie der Gardasee und
das Sarcatal liegen paradoxerweise nur zu einem geringen Teil in Schutzgebieten. Der lombar-
dische Uferstreifen von Salò bis Limone liegt fast vollständig im 1989 gegründeten Naturpark
„Alto Garda Bresciano“. Aufgrund des großen Höhenunterschieds (65m NN Seehöhe bis 1976
m am Monte Caplone) und des unvermittelten Übergangs vom sub-mediterranen ins alpine
Klima kommt man aus Steineichenwäldern, Oliven- und Zitrusfruchtplantagen nach wenigen
Kilometern in die ausgedehnten Buchen- und Lärchenbestände der Binnentäler. Hier leben
mit 959 Arten die Hälfte der italienischen Schmetterlingsbestände, ein ebenso wichtiges wie
unauffälliges Naturerbe. Der Naturpark des Sarca-Gebiets verläuft 80 km am Fluss entlang vom
Adamello bis zur Einmündung in den Gardasee und schützt auf diese Weise ein Tal, das an die
letzten Eiszeiten sowie an die tausendjährige Beziehung zwischen Mensch und Fluss erinnert.
Niemals umgesetzt wurde das Projekt eines großen Naturschutzgebietes im Gebiet des Monte
Baldo, das heute z.T. unter dem Schutz des lokalen Monte Baldo-Parks steht, der sich aus den
Wo die Alpen nach Mittelmeer duften
Der Gardasee, ursprünglich “Benaco” genannt, ist mit 368 km² der flächenmäßig größte italieni-
sche See. Mit 52 km Länge und 16 km Breite liegt er in den Regionen Lombardei, Trentino-Süd-
tirol und dem Veneto und bildet deren natürliche Grenze. Der tiefe Wassergraben tektonischen
Ursprungs bildete sich in Jahrtausenden während der vergangenen vier Eiszeiten aus (die letzte
vor 10.000 Jahren). Hier erreichte das Sarca-Garda Gebiet mit ca. 1000 Metern Eisdicke die
größte Ausdehnung im gesamten Alpenraum.
Unzählige Landschaften zeugen von der eiszeitlichen Vergangenheit des Gardaseeraums, zu den
spektakulärsten unter ihnen zählen das Bergsturzgebiet der Marocche di dro, der Monte Stivo
und der Monte-Baldo-Kamm, wenn auch die Gletscherrückstände und Findlinge der alpinen Ge-
birgsgruppen, denen man in beachtlicher Höhe auf den Gardaseebergen begegnet (und folglich
weitab ihres ursprünglichen geologischen Umfelds), am meisten überraschen. All dies steht in
krassem Gegensatz zum heutigen Klima, das
die Umgebung des Gardasees und einen Teil
des unteren Sarcatals zu einem mediterranen
Winkel am Fuß der Alpenkette macht und zum
Reiz dieser Gegend entscheidend beiträgt.
Die Gardaseeberge
Gemäß der International vereinheitlichten
orographischen Einteilung der Alpen (IVOEA)
gehören die im vorliegenden Buch beschrie-
benen Berge zum Teil der Ostalpen bzw. der
Südostalpen und liegen im Sektor der Lom-
bardischen- und Gardasee-Voralpen sowie
im Unterabschnitt der Gardasee-Voralpen.
GEOGRAPHISCHE EINORDNUNG
Kalkfelsen und Lärchen
am Sentiero del Ventrar.
6160
Monte Carone
1621 m
Bocca
dei Fortini
)(
Punta di Mois
1371 m
Cima Bandiera
1362 m
Passo Nota
)(
Passo
Bestana
Dosso di Pennalever
1228 m
Biv. ANA
Baita Segalla
421
121
102
103
103
104
104
105
105
113
121
120
421
421
421
0 2 3 4 5 6 7 8 91
1300
1500
1200
1400
1600
Passo di Bestana Passo di Bestana
Bocca dei Fortini Bocca dei Fortini
Monte Carone
Die Militärstraßen am Passo Nota und der
Bocca dei Fortini, die Reste des Militärdorfes
am Monte Carone sowie der spannende Agos-
tino Tosi-Steig versetzen den Wanderer in die
bewegenden Ereignisse des Ersten Weltkriegs
zurück. Die Wände des Monte Carone und die
sehr unterschiedlichen Landschaften machen
die Wanderung auch für Naturliebhaber at-
traktiv.
ANREISE
Von der A4-Ausfahrt Brescia Est auf der SS45
bis Salò und auf der Gardesana Occidentale bis
zur Abzweigung nach Tremosine. Auf einem
Gebirgssträßchen durch die großartige Bra-
sa-Schlucht nach Pieve hin-
auf, dann weiter durch den
Ortsteil Prezzo und nach Ve-
sio abbiegen. Der Ausschil-
derung zum Passo Nota
folgend, auf der schmalen
Asphaltstraße durch das
Hochtal Valle di Bondo bis
zur Passhöhe. Die Abzwei-
gung nach Tremosine wird
ebenfalls von der A4-Ausfahrt Desenzano über
die Landstraße SP572 bis Salò, und von dort auf
der Gardesana Occidentale erreicht. Die Anfahrt
ist auch von Norden (Riva del Garda) über die
SS45 möglich.
ROUTE
Am Wanderparkplatz Passo Nota, wo es Be-
festigungen und Kasematten aus dem Ersten
Weltkrieg zu sehen gibt, führen Straßen nach
Westen in Richtung Passo Tremalzo (Mark.-
Nr. 224) und gen Norden nach Ledro hinab
(Mark.-Nr. 421); hier folgt man der alten Kriegs-
straße am Kamm, allerdings in Richtung Passo
Guil (Mark.-Nr. 421, Wegweiser). Ein kurzer
AUSGANGSPUNKT: Passo Nota (1208 m)
TIEFSTER PUNKT: 1205 m
HÖCHSTER PUNKT: 1621 m
GESAMTLÄNGE: 9 km
HÖHENUNTERSCHIED: 640 m
GEHZEIT: 3,50 h
ANFORDERUNG: E
STÜTZPUNKTE: Rifugio Passo Nota,
Bivacco Baita Segala
WASSERQUELLEN: keine
JAHRESZEIT: Mai-Oktober
TAGESZEIT: ganztägig
KINDER: ab 10
Beginn des Sentiero del Camino.
010
Das Westufer l Monte Carone
MONTE CARONE
Rundtour vom Passo Nota
Sentieri d’autore l Wanderungen am Gardasee
6362
rizont genießt. Erneut am namenlosen Sattel,
wendet man sich diesmal nach rechts, wo die
deutliche Wegspur nach Osten bergab ins Valle
S.Antonio führt. An der nächsten Wegkreuzung
nimmt man links nicht den rot-weiß markierten
Weg Nr. 113 ins Valle della Scala (kein Hin-
weis), sondern hält sich auf der unmarkierten,
aber leicht zu findenden Wegspur rechts. Man
kommt jetzt zu einer Abzweigung, wo man links
ins Valle di Sant’Antonio hinabwandern kann
(Mark.-Nr. 114), bleibt hier erneut rechts und
wandert zur unbefestigten Verbindungstraße ab
(Passo Nota - Passo Guil). Nach rechts (Mark.-
Nr. 421, Hinweise zur Baita Segala und zum
Passo Nota) wird auf dem Fahrweg bequem die
offenen Selbstversorgerhütte Baita Segala bzw.
Baita Segalla erreicht (1250 m, 2,40 h).
Statt nach Limone hinab (Mark.-Nr. 104, Weg-
weiser), wandert man auf einer Forststraße an
der Casa Carlotta und der Abzweigung mit dem
Agostino Tosi-Steig vorbei zur Bocca dei Fortini
(3 h) und von hier aus auf dem Hinweg zum
Passo Nota zurück (3,50 h).
Anstieg führt zum Passo di Bestana (1274 m).
Bei leichtem Höhenverlust wird die Verzweigung
überquert, wo der Weg Nr. 102 auf die andere
Hangseite ins Valle di Bondo führt, und die Tour
zielsicher geradeaus fortgesetzt. Nacheinander
ignoriert man jetzt den rechten Abzweig ins Val-
le del Singol (Mark.-Nr. 103), kurz vor der Bocca
dei Fortini den ebenfalls nach Limone hinabfüh-
renden Weg Nr. 120 und am Passübergang, der
nur sehr vage als solcher erkennbar ist, auch die
Fahrstraße links ins Valle di Ledro. Knapp hinter
der Bocca dei Fortini (1243 m, 0,40 h) geht
man von der Straße ab und folgt links den Hin-
weisen zum Monte Carone (Agostino Tosi-Steig,
Schild und Steintafel am Boden verankert).
Ein schmaler, in den Wald führender Pfad
mündet schon bald auf einen von Westen kom-
menden Weg. Später geht man nach rechts in
nordöstlicher Richtung weiter, wobei die dürfti-
ge Wegmarkierung mangels Alternativen keine
Orientierungsprobleme bereitet. Der Weg wird
dem militärisch genutzten Maultierweg von
einst immer ähnlicher und windet sich kurven-
reich die Hänge des Monte Carone hinauf. An
der nicht auf den Wanderkarten eingezeich-
neten Abzweigung beginnt links der “Sentiero
dell’Acqua” (Mark.-Nr. 131) und rechts der
“Sentiero del Camino” (Mark.-Nr. 105). Hier
nimmt man den rechten Weg, kommt in offe-
nes Gelände und quert, an ein paar Ruinen vor-
bei, eindrucksvoll unter den hellen Südabbrü-
chen des Monte Carone entlang. Am Fuß des
„Camino“ werden die ersten Graskehren und
später in langer und schöner Wanderung eine
Art in den nackten Fels gehauener Treppenauf-
stieg durch einen Felskanal bewältigt. Hier sind
Stahlseile angebracht, an denen man sich ggf.
festhalten kann, die man ansonsten aber nicht
unbedingt braucht. Auf den letzten, teils in den
Fels gemeißelten teils betonierten Stufen aus
Kriegszeiten bewältigt man den eindrucksvollen
Schlussabschnitt des „Camino“ und kommt an
einem grasbewachsenen Hang heraus. Rechts
hält man sich, anfangs eher dürftig beschildert,
südlich des Bergkamms, überquert zwei kur-
ze Bänder (Fixseile sind nur zur Beruhigung
da) und kommt zu den Resten des großen
Militärdorfes am Monte Carone. Am Sattel
angelangt, kommt man links zum eigenwillig
gestalteten Gipfelkreuz des Monte Carone
(1621 m, 1,50 h), wo die zahlreichen Bäume die
Sicht auf einen Ausschnitt des Gardasees und
der südwestlichen Gardaseeberge reduzieren.
Zurück am Sattel, wo bei einer Tafel die beiden
Militärsteige Agostino Tosi und Elio Bertolotti
enden, Wegweiser jedoch Fehlanzeige sind,
sollte man sich rechts einen kurzen Schwenker
(klare Wegspur) zur Graskuppe gönnen, wo
sich im Ersten Weltkrieg eine Geschützstellung
befand und wo man deutlich freiere Sicht auf
den See und die lombardischen Alpen mit der
markanten Bergpyramide des Carè Alto am Ho-
Das Westufer l Monte Carone
PASSO NOTA: ÜBERGANG IN KRIEGS- UND FRIEDENSZEITEN
Bis in die 30er Jahre hinein musste der Gardasee ohne Uferstraße auskommen. Aus die-
sem Grund kam dem Passo Nota bis zum Ende des 19.Jahrhunderts als Übergang vom
Ledrotal nach Tremosine und somit als eine der wichtigsten Verbindungsstrecken in diesem
Teil der Alpen wesentliche Bedeutung zu. Bereits in römischer Zeit verlief hier eine Straße,
und Jahrhunderte später befestigte die Republik Venedig den Pass zum Schutzwall gegen
den Kaiser. Vom 12.-19.Jahrhundert erlebte der Pass den Durchmarsch von Truppen unter-
schiedlichster Herkunft: Während des Spanischen Erbfolgekriegs zogen hier, von Tremosine
aus, 1703 französische Soldaten unter dem Kommando von General Vendome durch und
zerstörten österreichische Schützengräben. Nach der Niederlage von Lonato überquerten
den Pass 1796 versprengte Teile der österreichischen Armee auf dem Rückzug. 1848 wa-
ren die von Carlo Pisacane angeführten italienischen Freiwilligen an der Reihe, und 1859
nutzten österreichische Truppen die Passhöhe auf ihrem Weg nach Solferino. 1866 wurde
Passo Nota von Garibaldis Leuten besetzt, die später zur Schlacht von Bezzecca ins Le-
drotal abstiegen. Erst im Ersten Weltkrieg wurde der Passo Nota als Haupfkampflinie der
italienischen Retrogarde so wichtig, das er ein Feldkommando beherbergt. Als Kriegsvorbe-
reitung baute man 1915 die heutige Passstraße von Tremosine, später kamen die in zwei
Linien angeordneten Laufgräben mit Bunkern, betonierten Kasematten, Geschützkavernen
und Kanonenstellungen hinzu. Ferner wurde die Militärstraße beidseitig des Grenzkamms
verlängert. Wenige Gehminuten südlich vom Pass befindet sich mit dem Kriegsfriedhof nur
einer der zahlreichen Überreste dieser Kriegsschauplätze, die an eine tragische Vergangen-
heit erinnern und auch heute noch nachdenklich machen.
Blick vom Monte Carone auf den Carè Alto.
Sentieri d’autore l Wanderungen am Gardasee
171170
Die Rundtour der Tre Cime del Bondone be-
geistert jeden und ist naturkundlich wie geolo-
gisch hochinteressant. Hinzu kommen die freie
Aussicht und die abwechslungsreiche Land-
schaft, die von den Sumpfgebieten am Fuß des
Gletscherkessels über die Latschenkieferfelder
der Cima Verde zu den Felsabbrüchen von Dos
d’Abramo und Cornetto und dem grasigen, zur
Bocca di Vaiona abfallenden Bergrücken reicht.
An manchen Stellen, wie beim steilen Aufstieg
zur Cima Verde oder bei der Querung unter
den Wänden des Dos d’Abramo muss man
aufpassen, auch wenn die Route auf sehr gut
ausgewiesenen und technisch leichten Wegen
bzw. Pfaden verläuft. Schnee oder Eis machen
die Tour zweifellos anspruchsvoller.
ANREISE
Von der A22-Ausfahrt Rovereto Sud in Richtung
Rovereto/Riva del Garda und kurz darauf auf der
SS240 in Richtung Riva. In Nago den Hinweisen
nach Arco folgen und dann das Sarcatal hinauf
bis nach Dro. Hier auf der Landstraße SP84 in
Richtung Lasino und weiter zur Ortschaft, wo
man in Richtung Monte Bondone bis zur Ab-
zweigung Centro Fondo Viote fährt. Hier den
Hinweisen nach Garniga Terme folgen (SP25)
und wenige hundert Meter weiter nach rechts
(Weg Nr. 636 zur Cima Verde ausgewiesen)
zum Parkplatz des Besucherzentrums „Centro
di Ecologia Alpina“ (Gemeinde Piani di Viote).
Die Abzweigung Centro Fondo Viote kann auch
von der A22-Ausfahrt Trento Centro auf der
Monte Bordone-Straße SS84 erreicht werden.
ROUTE
Am Parkplatz Piani di Viote startet man auf
einem für den öffentlichen Verkehr gesperrten
Fahrweg und gelangt nach ein paar hundert
Metern zu einer Wegkreuzung. Hier geht man
nicht geradeaus zum Feuchtgebiet der Torbiera
della Viote, sondern bleibt links auf dem dürftig
markierten Fahrweg und wandert fast eben zur
nächsten, diesmal hervorragend beschilderten
Verzweigung. Hier verlässt man den gerade-
aus weiterführenden Fahrweg (Mark.-Nr. 630B)
und biegt rechts zur Cima Verde ab (Mark.-Nr.
636). Über eine Bergwiese kommt man an einer
Baumreihe entlang zu einer Weggabel, wo man
nicht den Weg Nr. 636A rechts zur Malga Fragari
wählt, sondern die linke Richtung zur Cima Ver-
de beibehält (Mark.-Nr. 630, Wegweiser) und
wenig später zur nächsten Verzweigung gelangt
(Val del Merlo).
Auch hier ignoriert man rechts den Naturpfad
„Val del Merlo“ und bleibt links auf dem gut
ausgewiesenen Naturpfad „Tre Cime del Bon-
done“. Hier geht es durch Lärchen, Rotfichten
und Latschenkiefern sofort kräftig steil bergan,
wobei letztere mit zunehmender Höhe das
Landschaftsbild beherrschen. Auf diesem be-
sonders steilen Wegabschnitt muss man sich
bei Altschnee und Nässe konzentrieren. Nach
der Durchquerung einer Latschenzone (die
dem Berg ihren Namen verlieh) kommt man
aus dem Buschwerk heraus und nimmt den
jetzt deutlich weniger steilen Schlussabschnitt
bis zur Cima Verde unter die Füße (2102 m, 2
h), wo man neben der Brentagruppe und den
Felsabbrüchen des Sarcatals im Westen beson-
ders gut ins Etschtal und die Etschtaler Berge im
Osten sieht.
Nach dem Abstieg vom Gipfelaufbau der Cima
Verde wird kurz auf Schutt gequert, bevor es
aussichtsreich auf einem mit Rotschiefer und
vereinzelten Latschenkiefern übersäten Kamm-
AUSGANGSPUNKT: Piani delle Viote
(1524 m)
TIEFSTER PUNKT: 1524 m
HÖCHSTER PUNKT: 2102 m
GESAMTLÄNGE: 9,2 km
HÖHENUNTERSCHIED: 770 m
GEHZEIT: 4,20 h
ANFORDERUNG: E
STÜTZPUNKTE: keine
WASSERQUELLEN: keine
JAHRESZEIT: Juni-Oktober
TAGESZEIT: ganztägig
KINDER: ab 10
Westsattel des Dos d’Abramo.
Sarcatal l Tre Cime del Bondone
TRE CIME DEL BONDONE
Rundtour ab Piani delle Viote
035
Sentieri d’autore l Wanderungen am Gardasee
173172
0 2 3 9,24 5 6 871
1600
1700
1900
2000
1500
1800
2100 Sella nord del CornettoCima Verde
Malga Fragara
Sella ovest del Dos d’Abramo
Cima Verde
2102 m
Torbiera
delle Viote
Malga Fragara
Riserva Naturale Integrale
Tre Cime Monte Bondone
Centro
di Ecologia Alpina
Doss del Fen
1317 m
Doss d’Abramo
2142 m
Monte Cornetto
2180 m
)(
Bocca di Vaion
636
618
618
636
630
630
630B
Sentiero
Coraza
Sentiero dell’Imperatore
638A
638
636
607
607) folgend, geht es anfangs steil auf ein paar
Kehren, später sanfter und aussichtsreich auf
dem breiten Bergrücken hinunter. An einer
Verzweigung in der Gemeinde Ginever (1991
m, 3,30 h) bleibt man rechts auf dem Weg Nr.
607) und hält sich jetzt leicht rechts (östlich)
der Wasserscheide über einer U-förmigen Glet-
scherfurche, die aus der „nicht einmal“ 10.000
Jahre zurückliegenden Eiszeit stammt, als hier
die gesamte Nordflanke (samt Tre Cime) vom
Gletschereis bedeckt war. Der ursprüngliche
Viote-Gletschersee verwandelte sich allmählich
in ein Sumpfgebiet.
An der nächsten Wegkreuzung (Costa dei
Cavai, 1787 m, 3,50 h) lässt man erneut eine
Verzweigung mit dem Weg Nr. 618 über den La
Rosta-Panoramakamm nach Lagolo links liegen
und hält sich erneut rechts in Richtung Torbiera
della Viote (Mark.-Nr. 607). Ein kurzer Abstieg
führt gemütlich in die Nähe der Malga Fragara.
Hier führt der Weg Nr. 636A rechts zurück zur
bekannten Weggabelung des Val del Merlo und
kann als Rückweg in Betracht gezogen werden.
Auf der Hauptstrecke geht man wenige Minuten
in Richtung Torbiera della Viote (Mark.-Nr. 607),
lässt das Feuchtgebiet zur Linken und kommt
schließlich auf die Fahrstraße, die rechts in östli-
cher Richtung zur Verzweigung zurückführt, die
man vom Beginn der Tour noch in Erinnerung
hat. Hier geht es links rasch zum Ausgangs-
punkt (4,20 h).
weg weitergeht. An manchen Stellen verengt
sich der Weg zu einem Pfad und erfordert ein
Minimum an Konzentration, ist aber nie wirk-
lich ausgesetzt. Man steigt zu einem kleinen
Sattel ab und stößt im Gegenanstieg auf einen
bescheidenen Felsabhang, der zunächst nach
rechts und anschließend mit einer schönen Pas-
sage durch einen Spalt in der Mitte des Abhangs
bewältigt wird. Auf einem breiteren Grat kommt
man zum Fuß der felsigen Nordflanke des Dos
d’Abramo. Hier führen in
rascher Abfolge zwei Wege
nach links: Der nach Pietra
abfallende “Sentiero del
Coraza” (Mark.-Nr. 638)
und der Klettersteigeinstieg
zum Dos-Gipfel (Mark.-Nr.
638A). In beiden Fällen
hält man sich rechts und
quert unter den Gipfelwän-
den entlang (bei Eis oder
Schnee ist von dieser Route
abzuraten, Vorsicht bei Näs-
se!). Über eine Kehre wird
der Westsattel der Dos
d’Abramo erreicht (2,50 h).
Während links ein gesicher-
ter Steig zum Dos d’Abramo
vernachlässigt wird, folgt
man rechts dem Kammver-
lauf nach Westen in Rich-
tung Cornetto (Mark.-Nr.
636). Nach kurzem Anstieg
quert man am Nordhang
des felsigen Gipfelsockels
leicht zur Verzweigung am
Ende des langgezogenen
Bergrückens, der in die Boc-
ca di Vaiona hinunterzieht
(Cornetto-Nordsattel, 2100
m, 3,10 h). Den Hinweisen
zur Passhöhe und der Tor-
biera della Viote (Mark.-Nr.
Sarcatal l Tre Cime del Bondone
Oben: ämse auf dem Bondone-Kamm.
In der Mitte: Südflanke der Cima Verde.
Unten: Felswände des Dos d’Abramo.
Auf den folgenden Seiten: Blick vom Grat zwischen Cima
Verde und Dos d’Abramo ins Etschtal.
Sentieri d’autore l Wanderungen am Gardasee
Westsattel der Dos d’Abramo
Cornetto-Nordsattel
175174
Valle del Sarca l Dolomiti di Brenta
Lo Spiz Zuèl è una piccola elevazione a sud-est
della Civetta, di fronte alla quale appare come
un semplice colle ricoperto d’abeti. Ma è pro-
prio la sua panoramica posizione, con le gran-
diose cime che la attorniano, a consigliarne la
salita. Il percorso è facile, alla portata di tutti
e fattibile anche dopo le precipitazioni nevose,
purché non importanti (la strada forestale che
sale nel bosco sembra sicura, in realtà con forti
precipitazioni non lo è, e neppure i ripidi pendii
sommitali che sovrastano la mulattiera). Rap-
presenta quindi una meta appagante quando
le condizioni sconsigliano itinerari più pericolo-
si, ma con la dovuta cautela.
La parte iniziale, su stradina nel bosco, è in om-
bra, mentre quella terminale si svolge al sole.
ACCESSO
superata la frazione Chiesa, sulla strada che da
Dont sale a Passo Duran, si parcheggia nella lo-
calità Le Vare (1242 m), sulla destra.
ITINERARIO
Dal parcheggio si prende la stradina forestale
che sale nella Valle della Grava, su pendenze
modeste, fino al termine del bosco, dove in un
ampio pascolo sorge la Casera della Grava. Fi-
nalmente al sole, si possono ammirare alla sinis
VARIANTI
Si segue il percorso di salita, scegliendo dove
possibile gli aperti pendii anziché la stradina.
Lo Spiz Zuèl è una piccola elevazione a sud-est
della Civetta, di fronte alla quale appare come
un semplice colle ricoperto d’abeti. Ma è pro-
prio la sua panoramica posizione, con le gran-
diose cime che la attorniano, a consigliarne la
salita. Il percorso è facile, alla portata di tutti
e fattibile anche dopo le precipitazioni nevose,
purché non importanti (la strada forestale che
sale nel bosco sembra sicura, in realtà con forti
precipitazioni non lo è, e neppure i ripidi pendii
sommitali che sovrastano la mulattiera). Rap-
presenta quindi una meta appagante quando
le condizioni sconsigliano itinerari più pericolo-
si, ma con la dovuta cautela.
La parte iniziale, su stradina nel bosco, è in om-
bra, mentre quella terminale si svolge al sole.
ACCESSO
superata la frazione Chiesa, sulla strada che da
Dont sale a Passo Duran, si parcheggia nella lo-
calità Le Vare (1242 m), sulla destra.
ITINERARIO
Dal parcheggio si prende la stradina forestale
che sale nella Valle della Grava, su pendenze
modeste, fino al termine del bosco, dove in un
ampio pascolo sorge la Casera della Grava. Fi-
nalmente al sole, si possono ammirare alla sinis
VARIANTI
Si segue il percorso di salita, scegliendo dove
possibile gli aperti pendii anziché la stradina.
Sentieri d’autore l Escursioni al Lago di Garda

Wanderungen am Gardasee

  • 1.
    collanasentierid’autore 25 ideaMontagna editoria ealpinismo Wanderungen am Gardasee Das Westufer Nördlicher Gardasee Ledrotal Sarcatal Das Ostufer
  • 2.
    76 Sentieri d’autore lEscursioni in Val di Zoldo M. Corona Parco Regionale dell’Alto Garda Adamello M. Frerone M. Mattoni Grotta Rossa M. Alberelli Corna Zeno P. Molvina M. Zenone Cima Marese Cima Palone Lago di Ledro M. Càdria M. Altissimo di Nago Caverdina M. Casale M. Brento M. Misone M. Stivo L. di Caldonazzo L. di Molveno M. Marzola CornettoDoss d’Abramo M. Cimon Cima Palòn 2235 M. Re di Castello M. Mandrone M. Carè Alto Ago di Nardis C. Presanella C. Palù Sasso Rosso C. di Val Scura Rocca Piana M. Corona P.zo Gallino TRENTO ARCO MORI BRETÒNICO S. VALENTINO TIARNO DI SOPRA DRÒ DRENA GARDONE GARGNANO TOSCOLANO SALÒ SIRMIONE DESENZANO VERONA VEZZANO PIETRAMURATA PREORE S. LORENZO IN BANALE SAONE ALDENO SARCHE TIONE MEZZO LOMBARDO MEZZOCORONA CADINO CEMBRA LAVIS SALORNO ROVERÈ DELLA LUNA ROVERETO MALCESINE AVIO BRENZONE CAPRINO VERONESE FERRARA DI M. BALDO LIMONE SUL GARDA RECOARO VALDAGNO MADONNA DI CAMPIGLIO Adam ello la Presanella G r u ppo diBrenta M . L e s s i n i Lago d i G a r d a M.Baldo V a l La g a rina VIOTTE GARNIGA TERME Fiume A dige Sarca A4 A22 3738 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 36 3534 121314 15 16 17 18 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 19 08 09 1110 06 07 04 05 01 02 03 UNO DUE TRE QUATTRO RIVA DEL GARDA TORBOLE l Übersichtskarte Seite 6: der Ort Malcesine im Schatten der Skaligerburg.
  • 3.
    98 Sentieri d’autore lWanderungen am Gardasee l Inhaltsverzeichnis INHALTSVERZEICHNIS • Einführung 5 • Übersichtskarte 7 • Geographische Einordnung 10 • Begriffserklärung 15 • Nützliche Hinweise und Telefonnummern 17 • Einkehrmöglichkeiten 18 • Danksagungen 18 KAP. 1 • DAS WESTUFER 19 1 • Rocca di Manerba 22 1 • Rocca di Manerba: von der Mittelsteinzeit zur Serenissima 25 2 • Monte Pizzoccolo 26 1 • Die Kirche Sant’Andrea und Madernos Kunstschätze 30 3 • Valle delle Cartiere 31 1 • Das antike „Benacum“ Toscolano: Papierherstellung und Druckkunst 34 4 • Eremitenklause S. Valentino und C. Comer 35 1 • Zitrusfrüchte und die 1000-jährige Geschichte von Gargnano 40 5 • Cima Comer und Monte Denervo 41 1 • Raubvögel über der Cima Comer 44 6 • Cascata di Tignale 45 7 • Monte Cas 48 1 • Geschichte und Legende der Madonna di Montecastello 51 8 • Valle und orrido di San Michele 52 1 • Campione del Garda: Von alten Papiermühlen zum modernen Tourismus 56 9 • Monte Bestone 57 10 • Monte Carone 60 1 • Passo Nota: Übergang in Kriegs- und Friedenszeiten 63 11 • Cima di Mughera 64 1 • Zitronen am Gardasee: Mittelmeerduft am Alpenrand 67 KAP. 2 • NÖRDLICHER GARDASEE UND LEDROTAL 69 12 • Punta dei Larici 72 13 • Cima Nodice 77 14 • Cima di Mughera und Monte Carone 81 1 • Pfahlbauten am Ledrosee 85 15 • Cima Sclapa, Cima Parì und Monte Cocca 86 Garibaldi und die Schlacht bei Bezzecca 90 16 • Cima d’Oro 91 17 • Chiesa di San Giovanni und Bocca Pasumèr 95 1 • Wanderung durch die Geschichte 98 18 • Defensionmauer und Senter dei Bech 99 1• Bergsteiger auf vier Beinen 102 19 • Ponalestrasse 103 1 • Ponale: Wiedergeburt einer Straße 107 20 • Die Bastione und Kapelle S. Barbara 108 1 • Der kleine Hauptort Riva del Garda am nördlichen Seeufer 111 21 • Cima Giochello (oder la Rocchetta) 112 Monte Tombio und S. Martino: Frühgeschichte in den Höhenlagen von Campi 116 22 • Monte Misone 117 1 • Mittelalter in Tenno: See, Burg und alte Dörfer 121 23 • Monte Brione 122 Weinberge am Gardasee 124 24 • Die Unterstände, Busa del Capitano 126 1 • Konzentrierte Artenvielfalt 129 25 • Sentiero Busatte-Tempesta 130 1 • Castel Penade: Urzeitlicher Castelliere und mittelalterliche Festung 133 26 • M. Varagna und M. Altissimo di Nago 134 27 • Monte Biaena 138 1 • Bären im Val di Gresta 141 28 • Monte Creino 142 29 • Monte Stivo 145 KAP. 3 • SARCATAL 149 30 • Sentiero dei Lecci 152 OlivenbäumeundOlivenölamGardasee 154 31 • Monte Biaina 155 1 • Die Burg von Arco 158 32 • Monte Brento 159 1 • Kletterparadies Sarcatal 162 33 • Monte Casale 163 1 • Mensch und Natur im Unesco-Naturpark “Ledro-Alpen und Judikarien” 166 34 • La Rosta 167 35 • Tre Cime del Bondone 170 1 • Toblino: das Schloss, das sich im See spiegelt 176 36 • Palon 177 1 • Marocche di Dro 180 37 • Monte Stivo 181 1 • Castel Drena: Wächter über das Sarcatal 184 38 • Bosco Caproni 185 Gianni Caproni: Pionier der Luftfahrtindustrie und der Wald, der seinen Namen trägt 188 KAP. 4 • DAS OSTUFER 189 39 • Monte Altissimo di Nago 192 1 • Naturpark Bes-Corna Piana und Corno della Paura 196 40 • Colma di Malcesine e Sentiero del Ventrar 197 1 • Monte Baldo: Hortus Europae 203 41 • Cima delle Pozzette 204 1 •Malcesine: das steinige Vermächtnis über dem See 210 42 • Cima Valdritta und Punta Telegrafo 211 43 • Punta Telegrafo 215 1 • Im Reich der Latschenkiefer 218 44 • Punta Telegrafo und Coal Santo 219 45 • Cima di Costa Bella 223 1 • Die 1000-jährige Geschichte von Torri 228 46 • Creste di Naole 229 47 • Petroglyphen am Monte Luppia 233 1 • Punta San Vigilio 236 48 • Rocca di Garda 237 1 • Garda oder wie der See zu seinem Namen kam 239 Wolken am Gipfelkreuz des Monte Misone.
  • 4.
    1110 Sentieri d’autore lEscursioni sul Lago di Garda l Geographische Einordnung Letztere werden ihrerseits in die Obergruppen der Judikarien, der südwestlichen und östlichen Gardaseeberge aufgegliedert. Die Judikarien umfassen die Gruppen Cadria und Dosso della Torta-Tofino, die Berge des Le- drotals im Süden mitsamt der ausladenden Flussschleife der Sarca im Westen, Norden und Osten. Neben den sehr beliebten Wänden über dem Flusstal der Sarca (z.B. Monte Brento und Monte Casale), wechseln sich in den beiden Gruppen Grasrücken und kleine Felsgipfel mit aus- gedehnter Wildnis ab, in der Ruhe herrscht. Im Buch werden für diesen Bereich Wanderungen aufgeführt, die über den leichten Westanstieg auf die o.g. Gipfel Casale und Brento führen, oder aber Touren auf die geschichtsträchtigen Graskämme der Cima Parì bzw. der Cima Oro mit toller Aussicht. Die südwestlichen Gardaseeberge schließen die Gruppen Tremalzo, Cablone und Tom- bea-Manos ein. Vom Val Sabbia erstrecken sich diese Gruppen bis ans Gardaseeufer in einer komplizierten, teilweise chaotischen Landschaftsstruktur aus Bergrücken, Tälern und Schluchten, durchsetzt von Hochplateaus und Waldflächen. In diesen Gruppen sind alle Touren auf der lombardischen Uferseite angesiedelt. Die östlichen Gardaseeberge gliedern sich in die beiden Gruppen Bondone-Stivo und Baldo, wo die Cima Valdritta (2218 m) als höchste Erhebung emporragt. Darüber hinaus hüten diese Berge den Schatz der größten Artenvielfalt Europas und eine Vielzahl abwechslungsreicher Landschaf- ten, die in Europa einzigartig sind. Von praktisch allen Hauptgipfeln ergeben sich phantastische Rundumblicke, und das nicht nur von den höchsten Spitzen wie Monte Stivo, Cima Verde (Mon- te Bondone) oder den Gipfeln der Baldokette, sondern auch von scheinbar wenig spektakulären Gipfelhöhen, wie dem Monte Creino oder dem Monte Biaena. Schutzgebiete Naturalistisch, geologisch und historisch so wertvolle Landschaftsräume wie der Gardasee und das Sarcatal liegen paradoxerweise nur zu einem geringen Teil in Schutzgebieten. Der lombar- dische Uferstreifen von Salò bis Limone liegt fast vollständig im 1989 gegründeten Naturpark „Alto Garda Bresciano“. Aufgrund des großen Höhenunterschieds (65m NN Seehöhe bis 1976 m am Monte Caplone) und des unvermittelten Übergangs vom sub-mediterranen ins alpine Klima kommt man aus Steineichenwäldern, Oliven- und Zitrusfruchtplantagen nach wenigen Kilometern in die ausgedehnten Buchen- und Lärchenbestände der Binnentäler. Hier leben mit 959 Arten die Hälfte der italienischen Schmetterlingsbestände, ein ebenso wichtiges wie unauffälliges Naturerbe. Der Naturpark des Sarca-Gebiets verläuft 80 km am Fluss entlang vom Adamello bis zur Einmündung in den Gardasee und schützt auf diese Weise ein Tal, das an die letzten Eiszeiten sowie an die tausendjährige Beziehung zwischen Mensch und Fluss erinnert. Niemals umgesetzt wurde das Projekt eines großen Naturschutzgebietes im Gebiet des Monte Baldo, das heute z.T. unter dem Schutz des lokalen Monte Baldo-Parks steht, der sich aus den Wo die Alpen nach Mittelmeer duften Der Gardasee, ursprünglich “Benaco” genannt, ist mit 368 km² der flächenmäßig größte italieni- sche See. Mit 52 km Länge und 16 km Breite liegt er in den Regionen Lombardei, Trentino-Süd- tirol und dem Veneto und bildet deren natürliche Grenze. Der tiefe Wassergraben tektonischen Ursprungs bildete sich in Jahrtausenden während der vergangenen vier Eiszeiten aus (die letzte vor 10.000 Jahren). Hier erreichte das Sarca-Garda Gebiet mit ca. 1000 Metern Eisdicke die größte Ausdehnung im gesamten Alpenraum. Unzählige Landschaften zeugen von der eiszeitlichen Vergangenheit des Gardaseeraums, zu den spektakulärsten unter ihnen zählen das Bergsturzgebiet der Marocche di dro, der Monte Stivo und der Monte-Baldo-Kamm, wenn auch die Gletscherrückstände und Findlinge der alpinen Ge- birgsgruppen, denen man in beachtlicher Höhe auf den Gardaseebergen begegnet (und folglich weitab ihres ursprünglichen geologischen Umfelds), am meisten überraschen. All dies steht in krassem Gegensatz zum heutigen Klima, das die Umgebung des Gardasees und einen Teil des unteren Sarcatals zu einem mediterranen Winkel am Fuß der Alpenkette macht und zum Reiz dieser Gegend entscheidend beiträgt. Die Gardaseeberge Gemäß der International vereinheitlichten orographischen Einteilung der Alpen (IVOEA) gehören die im vorliegenden Buch beschrie- benen Berge zum Teil der Ostalpen bzw. der Südostalpen und liegen im Sektor der Lom- bardischen- und Gardasee-Voralpen sowie im Unterabschnitt der Gardasee-Voralpen. GEOGRAPHISCHE EINORDNUNG Kalkfelsen und Lärchen am Sentiero del Ventrar.
  • 5.
    6160 Monte Carone 1621 m Bocca deiFortini )( Punta di Mois 1371 m Cima Bandiera 1362 m Passo Nota )( Passo Bestana Dosso di Pennalever 1228 m Biv. ANA Baita Segalla 421 121 102 103 103 104 104 105 105 113 121 120 421 421 421 0 2 3 4 5 6 7 8 91 1300 1500 1200 1400 1600 Passo di Bestana Passo di Bestana Bocca dei Fortini Bocca dei Fortini Monte Carone Die Militärstraßen am Passo Nota und der Bocca dei Fortini, die Reste des Militärdorfes am Monte Carone sowie der spannende Agos- tino Tosi-Steig versetzen den Wanderer in die bewegenden Ereignisse des Ersten Weltkriegs zurück. Die Wände des Monte Carone und die sehr unterschiedlichen Landschaften machen die Wanderung auch für Naturliebhaber at- traktiv. ANREISE Von der A4-Ausfahrt Brescia Est auf der SS45 bis Salò und auf der Gardesana Occidentale bis zur Abzweigung nach Tremosine. Auf einem Gebirgssträßchen durch die großartige Bra- sa-Schlucht nach Pieve hin- auf, dann weiter durch den Ortsteil Prezzo und nach Ve- sio abbiegen. Der Ausschil- derung zum Passo Nota folgend, auf der schmalen Asphaltstraße durch das Hochtal Valle di Bondo bis zur Passhöhe. Die Abzwei- gung nach Tremosine wird ebenfalls von der A4-Ausfahrt Desenzano über die Landstraße SP572 bis Salò, und von dort auf der Gardesana Occidentale erreicht. Die Anfahrt ist auch von Norden (Riva del Garda) über die SS45 möglich. ROUTE Am Wanderparkplatz Passo Nota, wo es Be- festigungen und Kasematten aus dem Ersten Weltkrieg zu sehen gibt, führen Straßen nach Westen in Richtung Passo Tremalzo (Mark.- Nr. 224) und gen Norden nach Ledro hinab (Mark.-Nr. 421); hier folgt man der alten Kriegs- straße am Kamm, allerdings in Richtung Passo Guil (Mark.-Nr. 421, Wegweiser). Ein kurzer AUSGANGSPUNKT: Passo Nota (1208 m) TIEFSTER PUNKT: 1205 m HÖCHSTER PUNKT: 1621 m GESAMTLÄNGE: 9 km HÖHENUNTERSCHIED: 640 m GEHZEIT: 3,50 h ANFORDERUNG: E STÜTZPUNKTE: Rifugio Passo Nota, Bivacco Baita Segala WASSERQUELLEN: keine JAHRESZEIT: Mai-Oktober TAGESZEIT: ganztägig KINDER: ab 10 Beginn des Sentiero del Camino. 010 Das Westufer l Monte Carone MONTE CARONE Rundtour vom Passo Nota Sentieri d’autore l Wanderungen am Gardasee
  • 6.
    6362 rizont genießt. Erneutam namenlosen Sattel, wendet man sich diesmal nach rechts, wo die deutliche Wegspur nach Osten bergab ins Valle S.Antonio führt. An der nächsten Wegkreuzung nimmt man links nicht den rot-weiß markierten Weg Nr. 113 ins Valle della Scala (kein Hin- weis), sondern hält sich auf der unmarkierten, aber leicht zu findenden Wegspur rechts. Man kommt jetzt zu einer Abzweigung, wo man links ins Valle di Sant’Antonio hinabwandern kann (Mark.-Nr. 114), bleibt hier erneut rechts und wandert zur unbefestigten Verbindungstraße ab (Passo Nota - Passo Guil). Nach rechts (Mark.- Nr. 421, Hinweise zur Baita Segala und zum Passo Nota) wird auf dem Fahrweg bequem die offenen Selbstversorgerhütte Baita Segala bzw. Baita Segalla erreicht (1250 m, 2,40 h). Statt nach Limone hinab (Mark.-Nr. 104, Weg- weiser), wandert man auf einer Forststraße an der Casa Carlotta und der Abzweigung mit dem Agostino Tosi-Steig vorbei zur Bocca dei Fortini (3 h) und von hier aus auf dem Hinweg zum Passo Nota zurück (3,50 h). Anstieg führt zum Passo di Bestana (1274 m). Bei leichtem Höhenverlust wird die Verzweigung überquert, wo der Weg Nr. 102 auf die andere Hangseite ins Valle di Bondo führt, und die Tour zielsicher geradeaus fortgesetzt. Nacheinander ignoriert man jetzt den rechten Abzweig ins Val- le del Singol (Mark.-Nr. 103), kurz vor der Bocca dei Fortini den ebenfalls nach Limone hinabfüh- renden Weg Nr. 120 und am Passübergang, der nur sehr vage als solcher erkennbar ist, auch die Fahrstraße links ins Valle di Ledro. Knapp hinter der Bocca dei Fortini (1243 m, 0,40 h) geht man von der Straße ab und folgt links den Hin- weisen zum Monte Carone (Agostino Tosi-Steig, Schild und Steintafel am Boden verankert). Ein schmaler, in den Wald führender Pfad mündet schon bald auf einen von Westen kom- menden Weg. Später geht man nach rechts in nordöstlicher Richtung weiter, wobei die dürfti- ge Wegmarkierung mangels Alternativen keine Orientierungsprobleme bereitet. Der Weg wird dem militärisch genutzten Maultierweg von einst immer ähnlicher und windet sich kurven- reich die Hänge des Monte Carone hinauf. An der nicht auf den Wanderkarten eingezeich- neten Abzweigung beginnt links der “Sentiero dell’Acqua” (Mark.-Nr. 131) und rechts der “Sentiero del Camino” (Mark.-Nr. 105). Hier nimmt man den rechten Weg, kommt in offe- nes Gelände und quert, an ein paar Ruinen vor- bei, eindrucksvoll unter den hellen Südabbrü- chen des Monte Carone entlang. Am Fuß des „Camino“ werden die ersten Graskehren und später in langer und schöner Wanderung eine Art in den nackten Fels gehauener Treppenauf- stieg durch einen Felskanal bewältigt. Hier sind Stahlseile angebracht, an denen man sich ggf. festhalten kann, die man ansonsten aber nicht unbedingt braucht. Auf den letzten, teils in den Fels gemeißelten teils betonierten Stufen aus Kriegszeiten bewältigt man den eindrucksvollen Schlussabschnitt des „Camino“ und kommt an einem grasbewachsenen Hang heraus. Rechts hält man sich, anfangs eher dürftig beschildert, südlich des Bergkamms, überquert zwei kur- ze Bänder (Fixseile sind nur zur Beruhigung da) und kommt zu den Resten des großen Militärdorfes am Monte Carone. Am Sattel angelangt, kommt man links zum eigenwillig gestalteten Gipfelkreuz des Monte Carone (1621 m, 1,50 h), wo die zahlreichen Bäume die Sicht auf einen Ausschnitt des Gardasees und der südwestlichen Gardaseeberge reduzieren. Zurück am Sattel, wo bei einer Tafel die beiden Militärsteige Agostino Tosi und Elio Bertolotti enden, Wegweiser jedoch Fehlanzeige sind, sollte man sich rechts einen kurzen Schwenker (klare Wegspur) zur Graskuppe gönnen, wo sich im Ersten Weltkrieg eine Geschützstellung befand und wo man deutlich freiere Sicht auf den See und die lombardischen Alpen mit der markanten Bergpyramide des Carè Alto am Ho- Das Westufer l Monte Carone PASSO NOTA: ÜBERGANG IN KRIEGS- UND FRIEDENSZEITEN Bis in die 30er Jahre hinein musste der Gardasee ohne Uferstraße auskommen. Aus die- sem Grund kam dem Passo Nota bis zum Ende des 19.Jahrhunderts als Übergang vom Ledrotal nach Tremosine und somit als eine der wichtigsten Verbindungsstrecken in diesem Teil der Alpen wesentliche Bedeutung zu. Bereits in römischer Zeit verlief hier eine Straße, und Jahrhunderte später befestigte die Republik Venedig den Pass zum Schutzwall gegen den Kaiser. Vom 12.-19.Jahrhundert erlebte der Pass den Durchmarsch von Truppen unter- schiedlichster Herkunft: Während des Spanischen Erbfolgekriegs zogen hier, von Tremosine aus, 1703 französische Soldaten unter dem Kommando von General Vendome durch und zerstörten österreichische Schützengräben. Nach der Niederlage von Lonato überquerten den Pass 1796 versprengte Teile der österreichischen Armee auf dem Rückzug. 1848 wa- ren die von Carlo Pisacane angeführten italienischen Freiwilligen an der Reihe, und 1859 nutzten österreichische Truppen die Passhöhe auf ihrem Weg nach Solferino. 1866 wurde Passo Nota von Garibaldis Leuten besetzt, die später zur Schlacht von Bezzecca ins Le- drotal abstiegen. Erst im Ersten Weltkrieg wurde der Passo Nota als Haupfkampflinie der italienischen Retrogarde so wichtig, das er ein Feldkommando beherbergt. Als Kriegsvorbe- reitung baute man 1915 die heutige Passstraße von Tremosine, später kamen die in zwei Linien angeordneten Laufgräben mit Bunkern, betonierten Kasematten, Geschützkavernen und Kanonenstellungen hinzu. Ferner wurde die Militärstraße beidseitig des Grenzkamms verlängert. Wenige Gehminuten südlich vom Pass befindet sich mit dem Kriegsfriedhof nur einer der zahlreichen Überreste dieser Kriegsschauplätze, die an eine tragische Vergangen- heit erinnern und auch heute noch nachdenklich machen. Blick vom Monte Carone auf den Carè Alto. Sentieri d’autore l Wanderungen am Gardasee
  • 7.
    171170 Die Rundtour derTre Cime del Bondone be- geistert jeden und ist naturkundlich wie geolo- gisch hochinteressant. Hinzu kommen die freie Aussicht und die abwechslungsreiche Land- schaft, die von den Sumpfgebieten am Fuß des Gletscherkessels über die Latschenkieferfelder der Cima Verde zu den Felsabbrüchen von Dos d’Abramo und Cornetto und dem grasigen, zur Bocca di Vaiona abfallenden Bergrücken reicht. An manchen Stellen, wie beim steilen Aufstieg zur Cima Verde oder bei der Querung unter den Wänden des Dos d’Abramo muss man aufpassen, auch wenn die Route auf sehr gut ausgewiesenen und technisch leichten Wegen bzw. Pfaden verläuft. Schnee oder Eis machen die Tour zweifellos anspruchsvoller. ANREISE Von der A22-Ausfahrt Rovereto Sud in Richtung Rovereto/Riva del Garda und kurz darauf auf der SS240 in Richtung Riva. In Nago den Hinweisen nach Arco folgen und dann das Sarcatal hinauf bis nach Dro. Hier auf der Landstraße SP84 in Richtung Lasino und weiter zur Ortschaft, wo man in Richtung Monte Bondone bis zur Ab- zweigung Centro Fondo Viote fährt. Hier den Hinweisen nach Garniga Terme folgen (SP25) und wenige hundert Meter weiter nach rechts (Weg Nr. 636 zur Cima Verde ausgewiesen) zum Parkplatz des Besucherzentrums „Centro di Ecologia Alpina“ (Gemeinde Piani di Viote). Die Abzweigung Centro Fondo Viote kann auch von der A22-Ausfahrt Trento Centro auf der Monte Bordone-Straße SS84 erreicht werden. ROUTE Am Parkplatz Piani di Viote startet man auf einem für den öffentlichen Verkehr gesperrten Fahrweg und gelangt nach ein paar hundert Metern zu einer Wegkreuzung. Hier geht man nicht geradeaus zum Feuchtgebiet der Torbiera della Viote, sondern bleibt links auf dem dürftig markierten Fahrweg und wandert fast eben zur nächsten, diesmal hervorragend beschilderten Verzweigung. Hier verlässt man den gerade- aus weiterführenden Fahrweg (Mark.-Nr. 630B) und biegt rechts zur Cima Verde ab (Mark.-Nr. 636). Über eine Bergwiese kommt man an einer Baumreihe entlang zu einer Weggabel, wo man nicht den Weg Nr. 636A rechts zur Malga Fragari wählt, sondern die linke Richtung zur Cima Ver- de beibehält (Mark.-Nr. 630, Wegweiser) und wenig später zur nächsten Verzweigung gelangt (Val del Merlo). Auch hier ignoriert man rechts den Naturpfad „Val del Merlo“ und bleibt links auf dem gut ausgewiesenen Naturpfad „Tre Cime del Bon- done“. Hier geht es durch Lärchen, Rotfichten und Latschenkiefern sofort kräftig steil bergan, wobei letztere mit zunehmender Höhe das Landschaftsbild beherrschen. Auf diesem be- sonders steilen Wegabschnitt muss man sich bei Altschnee und Nässe konzentrieren. Nach der Durchquerung einer Latschenzone (die dem Berg ihren Namen verlieh) kommt man aus dem Buschwerk heraus und nimmt den jetzt deutlich weniger steilen Schlussabschnitt bis zur Cima Verde unter die Füße (2102 m, 2 h), wo man neben der Brentagruppe und den Felsabbrüchen des Sarcatals im Westen beson- ders gut ins Etschtal und die Etschtaler Berge im Osten sieht. Nach dem Abstieg vom Gipfelaufbau der Cima Verde wird kurz auf Schutt gequert, bevor es aussichtsreich auf einem mit Rotschiefer und vereinzelten Latschenkiefern übersäten Kamm- AUSGANGSPUNKT: Piani delle Viote (1524 m) TIEFSTER PUNKT: 1524 m HÖCHSTER PUNKT: 2102 m GESAMTLÄNGE: 9,2 km HÖHENUNTERSCHIED: 770 m GEHZEIT: 4,20 h ANFORDERUNG: E STÜTZPUNKTE: keine WASSERQUELLEN: keine JAHRESZEIT: Juni-Oktober TAGESZEIT: ganztägig KINDER: ab 10 Westsattel des Dos d’Abramo. Sarcatal l Tre Cime del Bondone TRE CIME DEL BONDONE Rundtour ab Piani delle Viote 035 Sentieri d’autore l Wanderungen am Gardasee
  • 8.
    173172 0 2 39,24 5 6 871 1600 1700 1900 2000 1500 1800 2100 Sella nord del CornettoCima Verde Malga Fragara Sella ovest del Dos d’Abramo Cima Verde 2102 m Torbiera delle Viote Malga Fragara Riserva Naturale Integrale Tre Cime Monte Bondone Centro di Ecologia Alpina Doss del Fen 1317 m Doss d’Abramo 2142 m Monte Cornetto 2180 m )( Bocca di Vaion 636 618 618 636 630 630 630B Sentiero Coraza Sentiero dell’Imperatore 638A 638 636 607 607) folgend, geht es anfangs steil auf ein paar Kehren, später sanfter und aussichtsreich auf dem breiten Bergrücken hinunter. An einer Verzweigung in der Gemeinde Ginever (1991 m, 3,30 h) bleibt man rechts auf dem Weg Nr. 607) und hält sich jetzt leicht rechts (östlich) der Wasserscheide über einer U-förmigen Glet- scherfurche, die aus der „nicht einmal“ 10.000 Jahre zurückliegenden Eiszeit stammt, als hier die gesamte Nordflanke (samt Tre Cime) vom Gletschereis bedeckt war. Der ursprüngliche Viote-Gletschersee verwandelte sich allmählich in ein Sumpfgebiet. An der nächsten Wegkreuzung (Costa dei Cavai, 1787 m, 3,50 h) lässt man erneut eine Verzweigung mit dem Weg Nr. 618 über den La Rosta-Panoramakamm nach Lagolo links liegen und hält sich erneut rechts in Richtung Torbiera della Viote (Mark.-Nr. 607). Ein kurzer Abstieg führt gemütlich in die Nähe der Malga Fragara. Hier führt der Weg Nr. 636A rechts zurück zur bekannten Weggabelung des Val del Merlo und kann als Rückweg in Betracht gezogen werden. Auf der Hauptstrecke geht man wenige Minuten in Richtung Torbiera della Viote (Mark.-Nr. 607), lässt das Feuchtgebiet zur Linken und kommt schließlich auf die Fahrstraße, die rechts in östli- cher Richtung zur Verzweigung zurückführt, die man vom Beginn der Tour noch in Erinnerung hat. Hier geht es links rasch zum Ausgangs- punkt (4,20 h). weg weitergeht. An manchen Stellen verengt sich der Weg zu einem Pfad und erfordert ein Minimum an Konzentration, ist aber nie wirk- lich ausgesetzt. Man steigt zu einem kleinen Sattel ab und stößt im Gegenanstieg auf einen bescheidenen Felsabhang, der zunächst nach rechts und anschließend mit einer schönen Pas- sage durch einen Spalt in der Mitte des Abhangs bewältigt wird. Auf einem breiteren Grat kommt man zum Fuß der felsigen Nordflanke des Dos d’Abramo. Hier führen in rascher Abfolge zwei Wege nach links: Der nach Pietra abfallende “Sentiero del Coraza” (Mark.-Nr. 638) und der Klettersteigeinstieg zum Dos-Gipfel (Mark.-Nr. 638A). In beiden Fällen hält man sich rechts und quert unter den Gipfelwän- den entlang (bei Eis oder Schnee ist von dieser Route abzuraten, Vorsicht bei Näs- se!). Über eine Kehre wird der Westsattel der Dos d’Abramo erreicht (2,50 h). Während links ein gesicher- ter Steig zum Dos d’Abramo vernachlässigt wird, folgt man rechts dem Kammver- lauf nach Westen in Rich- tung Cornetto (Mark.-Nr. 636). Nach kurzem Anstieg quert man am Nordhang des felsigen Gipfelsockels leicht zur Verzweigung am Ende des langgezogenen Bergrückens, der in die Boc- ca di Vaiona hinunterzieht (Cornetto-Nordsattel, 2100 m, 3,10 h). Den Hinweisen zur Passhöhe und der Tor- biera della Viote (Mark.-Nr. Sarcatal l Tre Cime del Bondone Oben: ämse auf dem Bondone-Kamm. In der Mitte: Südflanke der Cima Verde. Unten: Felswände des Dos d’Abramo. Auf den folgenden Seiten: Blick vom Grat zwischen Cima Verde und Dos d’Abramo ins Etschtal. Sentieri d’autore l Wanderungen am Gardasee Westsattel der Dos d’Abramo Cornetto-Nordsattel
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    175174 Valle del Sarcal Dolomiti di Brenta Lo Spiz Zuèl è una piccola elevazione a sud-est della Civetta, di fronte alla quale appare come un semplice colle ricoperto d’abeti. Ma è pro- prio la sua panoramica posizione, con le gran- diose cime che la attorniano, a consigliarne la salita. Il percorso è facile, alla portata di tutti e fattibile anche dopo le precipitazioni nevose, purché non importanti (la strada forestale che sale nel bosco sembra sicura, in realtà con forti precipitazioni non lo è, e neppure i ripidi pendii sommitali che sovrastano la mulattiera). Rap- presenta quindi una meta appagante quando le condizioni sconsigliano itinerari più pericolo- si, ma con la dovuta cautela. La parte iniziale, su stradina nel bosco, è in om- bra, mentre quella terminale si svolge al sole. ACCESSO superata la frazione Chiesa, sulla strada che da Dont sale a Passo Duran, si parcheggia nella lo- calità Le Vare (1242 m), sulla destra. ITINERARIO Dal parcheggio si prende la stradina forestale che sale nella Valle della Grava, su pendenze modeste, fino al termine del bosco, dove in un ampio pascolo sorge la Casera della Grava. Fi- nalmente al sole, si possono ammirare alla sinis VARIANTI Si segue il percorso di salita, scegliendo dove possibile gli aperti pendii anziché la stradina. Lo Spiz Zuèl è una piccola elevazione a sud-est della Civetta, di fronte alla quale appare come un semplice colle ricoperto d’abeti. Ma è pro- prio la sua panoramica posizione, con le gran- diose cime che la attorniano, a consigliarne la salita. Il percorso è facile, alla portata di tutti e fattibile anche dopo le precipitazioni nevose, purché non importanti (la strada forestale che sale nel bosco sembra sicura, in realtà con forti precipitazioni non lo è, e neppure i ripidi pendii sommitali che sovrastano la mulattiera). Rap- presenta quindi una meta appagante quando le condizioni sconsigliano itinerari più pericolo- si, ma con la dovuta cautela. La parte iniziale, su stradina nel bosco, è in om- bra, mentre quella terminale si svolge al sole. ACCESSO superata la frazione Chiesa, sulla strada che da Dont sale a Passo Duran, si parcheggia nella lo- calità Le Vare (1242 m), sulla destra. ITINERARIO Dal parcheggio si prende la stradina forestale che sale nella Valle della Grava, su pendenze modeste, fino al termine del bosco, dove in un ampio pascolo sorge la Casera della Grava. Fi- nalmente al sole, si possono ammirare alla sinis VARIANTI Si segue il percorso di salita, scegliendo dove possibile gli aperti pendii anziché la stradina. Sentieri d’autore l Escursioni al Lago di Garda