Sind Studenten zu dumm für TRIZ? Erfahrungen aus 7 Jahren Unterricht an einer Fachhochschule
Was ist das TRIZ-Modell? Eine Methode, um systematisch von der Diagnostik   über die Reduktion  zur Transformation  und dann mittels Verifikation zu einer Idee zu kommen
Kann man das näher definieren ? Diagnostik Definition der Entwicklungsziele und Probleme Definition der operativen Zonen Erstellung von Ausgangsmodellen der  Widersprüche Strategische Auswahl der Richtungen des Lösens
Und was bitte ist die Reduktion? Formulierung des idealen Modells Präzisierung der operativen Zone und der operativen Ressourcen Reduktion der technischen und physikalischen Widersprüche Auswahl der Lösenstaktik Ist doch klar, oder?
Gut, lassen Sie uns TRIZ von einer anderen Seite sehen… TRIZ besteht aus  17 Modulen, die Sie in kurzer Zeit (nicht wirklich) lernen können
Mit welchen dieser Module macht es Sinn zu beginnen? Das  Problem  genau definieren  (mittels IC-Situationsanalyse) Den  Widerspruch  (Konflikt) formulieren Mögliche  Ressourcen  prüfen Das  Ideale Endresultat  definieren Die  40 Prinzipien  zur Lösung einsetzen
Macht es Sinn, diese logische Reihenfolge einzuhalten? Nein, das hat sich nicht bewährt! Ein angenehmer Einstieg ist das Thema  „Ressourcen“
Achtung, nicht gleich wieder das sowjetische Vorbild! S y stem-technische Ressourcen: System-Ressourcen (z.B. Effektivität, Produktivität, Sicherheit, Langlebigkeit) Informations-Ressourcen (z.B. Störungsresistenz, Genauigkeit, Kodierung) Funktionale Ressourcen (Zweck, Haupt- und Hilfsfunktionen, Modell) Struktur- Ressourcen   Physikalisch-technische Ressourcen Zeitliche Ressourcen (z.B. Häufigkeit, Dauer, Reihenfolge) Räumliche Ressourcen (z.B. Form, Breite, Höhe, Durchmesser, Hohlräume) Stoffliche Ressourcen (z.B. Materialeigenschaften) Energetische Ressourcen (z.B. Arten genutzter Energien bzw. Kräfte)  
Leichter geht es doch so: 1.  Multiplizieren Sie 2 einstellige Zahlen im Kopf, z.B. 4 x 5    2.  Multiplizieren Sie 2 dreistellige Zahlen im Kopf, z.B. 327 x 721  (Zeitvorgabe: 30 Sekunden)  -  Multiplizieren Sie diese Zahl schriftlich (Zeitvorgabe: 30 Sekunden)   3. Aus vergangenen Zeiten wird erzählt, dass ein Bösewicht eine junge Schöne besitzen wollte. Vor Zeugen sollte sie aus einer Vase einen von 2 Steinen ziehen. Wäre er weiß, sollte sie ihrer Wege gehen, wäre er schwarz, sollte sie ihn heiraten. Der Bösewicht legte jedoch 2 schwarze Steine in die Vase, was zwar die Zeugen nicht sahen, aber die junge Schöne. Wie sollte sie sich in dieser schier aussichtslosen Situation verhalten, ohne die böse Absicht vor den Zeugen aufzudecken?   Welche Ressourcen wurden benutzt?
Welche Ressourcen waren erforderlich bei Beisp. 1?  Das kleine 1X1 Beisp. 2?  Abgekürztes Rechnen Beisp. 3?  Perspektivenwechsel Nützen wir offensichtliche und versteckte Ressourcen…
Weiter geht es mit dem Idealen Endresultat… Ideal ist ein Resultat z.B. , wenn es den Charakter einer Vision hat.  Ideal ist es natürlich meist dann, wenn das gewünschte Ergebnis mit möglichst geringem Aufwand erzielt werden kann (z.B. Ressourcen verwendet werden, die sowieso vorhanden sind bzw. nichts kosten). Für eine pfiffige Lösung ist es allemal günstiger, sich von der idealen Lösung nach rückwärts zu bewegen (sprich: wenn nicht die allergünstigste Variante möglich ist). Denn das lässt meistens Ideen zu, die einem vom Ursprungszustand ausgehend, eher nicht eingefallen wären.
Warum verstehen Studenten Folgendes nicht? Der technische Widerspruch ist ein binäres Modell, das unvereinbare Anforderungen an  verschiedene funktionale Eigenschaften  einer Komponente oder mehrerer im Konflikt interagierender Komponenten widerspiegelt.  Der physikalische Widerspruch ist ein binäres Modell, das unvereinbare Anforderungen an  ein und die selbe  funktionale Eigenschaft stellt.
Oder so etwas…
Leichter geht es doch so:  Wir transportieren eine Pizza im Karton von der Pizzeria bis nach Hause. Bleibt der Deckel der Pizzabox geschlossen, bleibt auch die Pizza länger warm. Aber der Wasserdampf zieht sich in den Teig, die Pizza wird durchweicht. Öffnen wir während des Transports den Deckel, dann entweicht der Wasserdampf, die Pizza bleibt schön knusprig, ist aber beim Verzehr kalt. Wie heißt daher der Widerspruch?
Der Widerspruch heißt daher: Die Box soll geschlossen bleiben,  damit die Wärme erhalten bleibt. Gleichzeitig soll die Box geöffnet werden, damit der  störende Wasserdampf entweichen kann (nicht vom Teig angezogen wird). Wenn ich die Box geschlossen halte, was könnte den Wasserdampf anziehen (außer dem Teig)?
Jetzt wird es Zeit für  die 40 Prinzipien Nach kurzer Vorstellung einzelner Prinzipien (z.B. Segmentierung,  Örtliche Qualität oder Dynami- sierung) folgt ein Fallbeispiel, bei dem durch Zufallsanregung Lösungen gefunden werden sollen.
Doch damit nicht genug… Die Studenten erhalten die 40 Prinzipien nun mit Detailerklärungen und haben in Kleingruppen eine Stunde Zeit, um zu jedem Prinzip Praxisbeispiele zu finden. Bei der Präsentation der Beispiele können Korrekturen gemacht werden, wo etwas falsch verstanden wurde. Bei Prinzipien, wo kein Beispiel gefunden wurde, helfen andere Gruppen aus.
Jetzt erst sind sie reif für… … eine Situationsanalyse mit der  Innovations-Checkliste. An einem einfachen Beispiel wird es vorgezeigt, dann arbeiten die Studenten mit einem Beispiel aus ihrem Fachbereich.
Daraus entstehen oftmals… … Projekte, die mit großer Begeisterung weiter geführt werden und oft auch in Businessplänen münden.
Weggelassen werden Zum Beispiel: Das Zwerge-Modell Die Stoff-Feld-Analyse (76 Standardlösungen) Operator MZK (Material, Zeit, Kosten)
Die Evolutionsprinzipien… … und die S-Kurven bilden dann einen schönen Abschluss. Das Aufspüren von Entwicklungen und das Erkennen von Schwachpunkten und Chancen runden damit die Verdienste von  Genrich S. Altschuller  ab.
Sind Studenten zu dumm für TRIZ? Ja, wenn der Einstieg auf zu abstraktem Niveau erfolgt! Nein, wenn durch einen sanften Einstieg (Einführung   Ressourcen   Idealität   Widersprüche    40 Prinzipien  Innovations-Checkliste   Evolutionsprinzipien) die Lust auf „mehr“ geweckt wird!
Was macht der KreaKaan? Eduard G. Kaan berufl. Werdegang/Vita Eduard G. Kaan, geboren 1946, Management-Trainer seit 1975. Zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn als Verkaufsrepräsentant bei Rank Xerox das Verkaufen von der Pike auf gelernt, konnte er diese Kenntnisse über viele Jahre als Verkaufstrainer an Verkäufer weitergeben. Seit 1996 hat er sich auf das Thema 'Innovation' spezialisiert und unterstützt seine Kunden dabei. Erfahrungen mit TRIZ:  beschäftigt sich mit TRIZ in seiner Tätigkeit als Kreativitätstrainer und Innovationsberater seit 2001.  Besuchte zahlreiche Konferenzen und Workshops seit 1999, um seine TRIZ-Kenntnisse zu erweitern.  Setzt TRIZ seit 2003 in Innovations-Workshops bei seinen Kunden ein.  Unterrichtet TRIZ als Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Salzburg in mehreren Lehrgängen.

Sind Studenten zu dumm für TRIZ?

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    Sind Studenten zudumm für TRIZ? Erfahrungen aus 7 Jahren Unterricht an einer Fachhochschule
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    Was ist dasTRIZ-Modell? Eine Methode, um systematisch von der Diagnostik über die Reduktion zur Transformation und dann mittels Verifikation zu einer Idee zu kommen
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    Kann man dasnäher definieren ? Diagnostik Definition der Entwicklungsziele und Probleme Definition der operativen Zonen Erstellung von Ausgangsmodellen der Widersprüche Strategische Auswahl der Richtungen des Lösens
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    Und was bitteist die Reduktion? Formulierung des idealen Modells Präzisierung der operativen Zone und der operativen Ressourcen Reduktion der technischen und physikalischen Widersprüche Auswahl der Lösenstaktik Ist doch klar, oder?
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    Gut, lassen Sieuns TRIZ von einer anderen Seite sehen… TRIZ besteht aus 17 Modulen, die Sie in kurzer Zeit (nicht wirklich) lernen können
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    Mit welchen dieserModule macht es Sinn zu beginnen? Das Problem genau definieren (mittels IC-Situationsanalyse) Den Widerspruch (Konflikt) formulieren Mögliche Ressourcen prüfen Das Ideale Endresultat definieren Die 40 Prinzipien zur Lösung einsetzen
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    Macht es Sinn,diese logische Reihenfolge einzuhalten? Nein, das hat sich nicht bewährt! Ein angenehmer Einstieg ist das Thema „Ressourcen“
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    Achtung, nicht gleichwieder das sowjetische Vorbild! S y stem-technische Ressourcen: System-Ressourcen (z.B. Effektivität, Produktivität, Sicherheit, Langlebigkeit) Informations-Ressourcen (z.B. Störungsresistenz, Genauigkeit, Kodierung) Funktionale Ressourcen (Zweck, Haupt- und Hilfsfunktionen, Modell) Struktur- Ressourcen   Physikalisch-technische Ressourcen Zeitliche Ressourcen (z.B. Häufigkeit, Dauer, Reihenfolge) Räumliche Ressourcen (z.B. Form, Breite, Höhe, Durchmesser, Hohlräume) Stoffliche Ressourcen (z.B. Materialeigenschaften) Energetische Ressourcen (z.B. Arten genutzter Energien bzw. Kräfte)  
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    Leichter geht esdoch so: 1. Multiplizieren Sie 2 einstellige Zahlen im Kopf, z.B. 4 x 5   2. Multiplizieren Sie 2 dreistellige Zahlen im Kopf, z.B. 327 x 721 (Zeitvorgabe: 30 Sekunden) - Multiplizieren Sie diese Zahl schriftlich (Zeitvorgabe: 30 Sekunden)   3. Aus vergangenen Zeiten wird erzählt, dass ein Bösewicht eine junge Schöne besitzen wollte. Vor Zeugen sollte sie aus einer Vase einen von 2 Steinen ziehen. Wäre er weiß, sollte sie ihrer Wege gehen, wäre er schwarz, sollte sie ihn heiraten. Der Bösewicht legte jedoch 2 schwarze Steine in die Vase, was zwar die Zeugen nicht sahen, aber die junge Schöne. Wie sollte sie sich in dieser schier aussichtslosen Situation verhalten, ohne die böse Absicht vor den Zeugen aufzudecken? Welche Ressourcen wurden benutzt?
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    Welche Ressourcen warenerforderlich bei Beisp. 1? Das kleine 1X1 Beisp. 2? Abgekürztes Rechnen Beisp. 3? Perspektivenwechsel Nützen wir offensichtliche und versteckte Ressourcen…
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    Weiter geht esmit dem Idealen Endresultat… Ideal ist ein Resultat z.B. , wenn es den Charakter einer Vision hat. Ideal ist es natürlich meist dann, wenn das gewünschte Ergebnis mit möglichst geringem Aufwand erzielt werden kann (z.B. Ressourcen verwendet werden, die sowieso vorhanden sind bzw. nichts kosten). Für eine pfiffige Lösung ist es allemal günstiger, sich von der idealen Lösung nach rückwärts zu bewegen (sprich: wenn nicht die allergünstigste Variante möglich ist). Denn das lässt meistens Ideen zu, die einem vom Ursprungszustand ausgehend, eher nicht eingefallen wären.
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    Warum verstehen StudentenFolgendes nicht? Der technische Widerspruch ist ein binäres Modell, das unvereinbare Anforderungen an verschiedene funktionale Eigenschaften einer Komponente oder mehrerer im Konflikt interagierender Komponenten widerspiegelt. Der physikalische Widerspruch ist ein binäres Modell, das unvereinbare Anforderungen an ein und die selbe funktionale Eigenschaft stellt.
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    Leichter geht esdoch so: Wir transportieren eine Pizza im Karton von der Pizzeria bis nach Hause. Bleibt der Deckel der Pizzabox geschlossen, bleibt auch die Pizza länger warm. Aber der Wasserdampf zieht sich in den Teig, die Pizza wird durchweicht. Öffnen wir während des Transports den Deckel, dann entweicht der Wasserdampf, die Pizza bleibt schön knusprig, ist aber beim Verzehr kalt. Wie heißt daher der Widerspruch?
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    Der Widerspruch heißtdaher: Die Box soll geschlossen bleiben, damit die Wärme erhalten bleibt. Gleichzeitig soll die Box geöffnet werden, damit der störende Wasserdampf entweichen kann (nicht vom Teig angezogen wird). Wenn ich die Box geschlossen halte, was könnte den Wasserdampf anziehen (außer dem Teig)?
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    Jetzt wird esZeit für die 40 Prinzipien Nach kurzer Vorstellung einzelner Prinzipien (z.B. Segmentierung, Örtliche Qualität oder Dynami- sierung) folgt ein Fallbeispiel, bei dem durch Zufallsanregung Lösungen gefunden werden sollen.
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    Doch damit nichtgenug… Die Studenten erhalten die 40 Prinzipien nun mit Detailerklärungen und haben in Kleingruppen eine Stunde Zeit, um zu jedem Prinzip Praxisbeispiele zu finden. Bei der Präsentation der Beispiele können Korrekturen gemacht werden, wo etwas falsch verstanden wurde. Bei Prinzipien, wo kein Beispiel gefunden wurde, helfen andere Gruppen aus.
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    Jetzt erst sindsie reif für… … eine Situationsanalyse mit der Innovations-Checkliste. An einem einfachen Beispiel wird es vorgezeigt, dann arbeiten die Studenten mit einem Beispiel aus ihrem Fachbereich.
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    Daraus entstehen oftmals…… Projekte, die mit großer Begeisterung weiter geführt werden und oft auch in Businessplänen münden.
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    Weggelassen werden ZumBeispiel: Das Zwerge-Modell Die Stoff-Feld-Analyse (76 Standardlösungen) Operator MZK (Material, Zeit, Kosten)
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    Die Evolutionsprinzipien… …und die S-Kurven bilden dann einen schönen Abschluss. Das Aufspüren von Entwicklungen und das Erkennen von Schwachpunkten und Chancen runden damit die Verdienste von Genrich S. Altschuller ab.
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    Sind Studenten zudumm für TRIZ? Ja, wenn der Einstieg auf zu abstraktem Niveau erfolgt! Nein, wenn durch einen sanften Einstieg (Einführung  Ressourcen  Idealität  Widersprüche  40 Prinzipien  Innovations-Checkliste  Evolutionsprinzipien) die Lust auf „mehr“ geweckt wird!
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    Was macht derKreaKaan? Eduard G. Kaan berufl. Werdegang/Vita Eduard G. Kaan, geboren 1946, Management-Trainer seit 1975. Zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn als Verkaufsrepräsentant bei Rank Xerox das Verkaufen von der Pike auf gelernt, konnte er diese Kenntnisse über viele Jahre als Verkaufstrainer an Verkäufer weitergeben. Seit 1996 hat er sich auf das Thema 'Innovation' spezialisiert und unterstützt seine Kunden dabei. Erfahrungen mit TRIZ: beschäftigt sich mit TRIZ in seiner Tätigkeit als Kreativitätstrainer und Innovationsberater seit 2001. Besuchte zahlreiche Konferenzen und Workshops seit 1999, um seine TRIZ-Kenntnisse zu erweitern. Setzt TRIZ seit 2003 in Innovations-Workshops bei seinen Kunden ein. Unterrichtet TRIZ als Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Salzburg in mehreren Lehrgängen.