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Menorca:
Lebe das Mittelmeer
Binibèquer
Menorca:    4   Menorca:
                 Natur im Urzustand
                                            18 Eine Küste voll versteckter
                                               Plätze und Geheimnisse



  Lebe das
             7   Der perfekte Strand        21 Ein außergewöhnlicher
                                               Rahmen für Tagungen und
             11 Tausend Arten, die Insel       Kongresse
                zu entdecken


Mittelmeer
                                            22 Karte von Menorca und
             14 Der Zauber der Pferde und      Tourismusinformationen
                das Enigma der Steine
Naturschutzpark Parc Natural Albufera des Grau   Land auf Menorca




                                   Menorca:      Manche Orte scheinen wie für die Einzigartigkeit
                                                 geschaffen, sie sind einmalig. Und ihre starke
                                                 Persönlichkeit beschert denen, die sie besuchen, ein



                         Natur im Urzustand
                                                 genauso einmaliges Gefühl. Orte von wesentlicher,
                                                 tieferer Bedeutung – Menorca ist einer von ihnen.

                                                 An den Toren zum Golfe du Lion gelegen, wurde
                                                 Menorca jahrhundertelang als strategisch äußerst
                                                 wichtige Enklave angesehen. Die Macht, die die
                                                 Insel jeweils eroberte, hielt damit gleichzeitig
                                                 den Schlüssel zur Kontrolle des westlichen
                                                 Mittelmeers in Händen.
                                                 Das erklärt auch ihre turbulente Geschichte: Die
                                                 Invasionen, die Angriffe, die lange Vorherrschaft
                                                 der Briten im 18. Jahrhundert und die kurze
                                                 Epoche, während derer sie der französischen
                                                 Krone unterstand.


4
Natur


Diese wechselvolle Geschichte, gemeinsam           Das Allerwichtigste aber, der Faktor, der die   Dieser Einheitlichkeitsfaktor ist auch in anderen
mit einem sehr speziellen Klima und dem            Beziehung zwischen Mensch und Natur am          Ordnungen präsent. Die Städte - Mahon im Osten
unglaublich reichen Kulturerbe, das sich im        besten regelt, ist ihre Größe. Wenn man auf     und Ciutadella im Westen - sind menschengerecht,
Laufe der Jahrhunderte angesammelt hat,            Menorca über Land fährt, das durch              wohlproportioniert gestaltet. Sie halten
haben Menorca einige Besonderheiten                Steinmauern unterteilt ist und kleinere, in     Zwiegespräche mit der Meerlandschaft, zeigen ihre
beschert, die sie von den restlichen               dunklem Grün bewachsene Anhöhen hat,            Geschichte, öffnen ihre gemütlichen Ecken, ohne
Baleareninseln stark unterscheidet. Hinzu          sind die darin eingebetteten Häuser und         dass sich jemals ein Element über das andere
kommt noch eine Natur im Urzustand –               Dörfer Bestandteil dieser Harmonie. Der         erheben würde.
Menorca bewahrt sein natürliches Erbe auf          „Lloc“, ein Bauernhaus, das entweder weiß
beneidenswerte Weise.                              oder auch in einem Karminrot gestrichen ist,    Menorca vermittelt das Gefühl, ein Mittelpunkt zu
Das erklärt auch, warum die UNESCO sie im          das die Briten eingeführt haben, wirkt nicht    sein, als ob man an einem Ort wäre, von dem aus
Jahr 1993 zur Reserve der Biosphäre erklärt hat.   störend. Er verleiht der Landschaft einen       man das Universum ordnen könnte. Alles so
                                                   eleganten Kontrapunkt und betont sie noch.      wohlproportioniert, so ausgewogen, so voller Inhalt.

                                                                                                   Sie hat etwas Mysteriöses, Summierendes in sich.
                                                                                                   Eine Insel, die einfach ganz anders ist, als alles
                                                                                                   Gewohnte.


                                                                                                                                                        5
Platja d'en Tortuga
Sonne und Strand

Cala Mitjana




               Der perfekte   Der Name Menorca beschwört sofort ein Bild
                              herauf: Eine abgeschlossene Bucht mit
                              Wäldern, Steilhängen, klarem Wasser in



                     Strand
                              leuchtenden Farben. Ein Ort, der weit entfernt
                              ist vom weltlichen Getöse, sich hingibt an das
                              Blau und das Gold des Strandes. Sonne, Ruhe,
                              Wohlbefinden. Der perfekte Strand.

                              Die Strände Menorcas sind auf der ganzen
                              Welt berühmt. Die Insel bietet eine große und
                              abwechslungsreiche Auswahl. Da wären
                              zunächst die Familienstrände, die sehr gut
                              erreichbar sind, wie beispielsweise Son Bou
                              (Alaior), Sant Tomàs (Es Migjorn Gran),
                              Arenal den Castell (Es Mercadal), Es Grau
                              (Maó) oder Punta Prima (Sant Lluís). Auf
                              Menorca gibt es keine überfüllten Strände.


                                                                           7
Pregonda                                       Reitsporttourismus                              Route “Camí de Cavalls”


Sie haben sich ihre paradiesische Aura, ihre   Mehr nach Westen hin gelangt man zu             Die Cala Pilar hat einen Sandstrand, der von
Glückskomponenten bewahrt, ohne dass           einsamen Buchten, wie der Cala Torreta oder     rötlicher, fast karminroter Erde gesäumt ist.
irgendetwas ihre Ruhe stören könnte.           zur Cala Tortuga, nahe dem Leuchtturm von       Ein starker Kontrast zu den Grüntönen des
                                               Favàritx. Das Wasser ist von mineralblauer      Wassers und den waldbestandenen Hängen
Im Norden der Insel gibt es Strände einer      Farbe, die sich stark gegen den Sand abhebt.    im Hintergrund. Hier ein Bad zu nehmen ist
ganz besonderen Art: Die Cala Mesquida in      El Arenal den Castell ist ein weiterer Strand   ein ganz besonderes Erlebnis. Auch die Cala
der Nähe von Mahon hat einen Strand, der       und öffnet sich nach Norden. Er befindet sich   Morell sieht mit ihren durch Wind und
aus dunklen Kieselsteinen besteht, typisch     in der Nähe des Golfplatzes Son Parc und        Wellen wie gemeißelt wirkenden Steinen, die
für diesen Küstenabschnitt. Die Bucht liegt    eine kleine Urbanisation gehört auch dazu.      hier „Frares“ (Mönche) genannt werden,
ein wenig abseits und wird von einem zackig                                                    einer kleinen Urbanisation und dahinter
geschnittenen Verteidigungsturm aus dunklen    Ab der Cala Tirant finden sich spektakulär      einer mysteriösen Nekropolis mit
Steinen überragt.                              schöne Strände, geformt vom Tramuntana-         prähistorischen Höhlen, wie eine
                                               Wind, mit Sand in unterschiedlichen Farben      Theaterkulisse aus.
                                               und mit kleinen Feuchtgebieten. Wahre           Die Nordküste bietet insgesamt das Panorama
                                               Badeparadiese, wie die Cala Tirant,             einer offenen, wilden, starken Landschaft
                                               Cavalleria, Cala Pregonda oder die herrlichen   voller markanter Kontraste und sehr plastisch
                                               Dünen der Cala Pilar und Algaiarens.            wirkender Konturen.


8
viel Abwechslung

Dünengebiet Arenal de Son Saura                                                  Jollensegeln


                                  Der Süden bzw. Migjorn, wie er auf der Insel   Es gibt kein schöneres Gefühl, als in diesem
                                  heißt, repräsentiert das genaue Gegenteil.     unglaublich klaren, sauberen Wasser
                                  Hier finden sich die so typischen              schwimmen zu gehen und sich von den
                                  menorquinischen Buchten. Viele tausend         Pinien und kleineren Klippen beschützt zu
                                  Jahre geformt durch die Sturzbäche, sehen      fühlen. Und vor der Bucht das Meer des
                                  sie aus, wie Amphitheater. Sie sind das        Südens zu wissen, dieses Meer, das so träge
                                  Abbild dieses Modellstrands mit feinem,        dahinplätschert. Ein sehr viel klareres,
                                  weißen Sand, leuchtendem Wasser, Wäldern.      ruhigeres Meer, als das des Nordens.
                                  Die Küsteneinschnitte werden von zwei
                                  Felsvorsprüngen flankiert. Alle haben so       Zweierlei Arten, ein Bad zu nehmen,
                                  etwas Reizendes, Beschützendes,                zweierlei Stimmungen. Für eine unendliche
                                  Einladendes, Sinnliches an sich. Die           Zahl außerordentlich schöner Strände.
                                  bekanntesten Strände finden sich im Gebiet
                                  von Ciutadella: Die Dünen bei Son Saura,
                                  Cala en Turqueta, Cala Macarella, Cala
                                  Macarelleta, Cala Galdana, Cala Mitjana,
                                  Cala Trebalúger...


                                                                                                                                9
Leuchtturm von Favàritx
Naturschutzgebiet
           Tausend
           Arten, die Insel
           zu entdecken
            Die Höhenstruktur Menorcas weist eine
            überraschende Besonderheit auf: Die Insel
            besteht aus zwei unterschiedlichen
            geologischen Formationen. Von der Cala
            Morell bis Port de Maó (Mahon) könnten wir
            so eine selbst gedachte Trennlinie ziehen. Im
            Norden findet sich uraltes Gelände mit
            dunklen Steinen, schieferartig, stark abgenutzt
            von Wind und Stürmen.
            Es gibt viele ganz sanfte Hügel, die genau auf
            diesen greisenhaften Charakter der Gegend
            zurückzuführen sind. Mitunter kommt man an
            knochigen, fast mondartig anmutenden
            Felsvorsprüngen vorbei, die sich ins Meer
            versenken, wie dem am Cap Favàritx. Das
            Grün der Vegetation kontrastiert aufs Schönste
            mit der Erde, die hier schwärzliche oder
            graubraune Töne zeigt.

            Der Süden bzw. “Migjorn” hingegen besteht
            aus Kalksandsteinboden, der erst in viel
            jüngerer Zeit entstanden ist. Eine felsige
            Landschaft, in der Oleaster (wilde Ölbäume)
            wachsen, trockenere Ebenen. Es ist ein völlig
            flaches Plateau, das sich zur Südküste neigt.
            Das führt dazu, dass die Stürme, die sich im
            Norden gebildet haben, über die Insel brausen,
            um sich dem Meer des Südens
            anheimzugeben. Entlang ihrer gesamten


                                                         11
Illa de l’Aire


                 Wegstrecke durchbrechen sie das kalkige           Rastplätze für die Wandervögel ist. Der Park hat
                 Plateau und sind so für das Entstehen einer       eine langgestreckte, in die Hügel eingebettete
                 Besonderheit der menorquinischen Landschaft       Form und ist mit dem Meer durch einen kleinen
                 verantwortlich: die Schluchten. Es sind           Kanal mit dem Namen „Sa Gola“ verbunden.
                 verborgene Flussbetten, Öffnungen im Gestein,
                 in denen sich eine andere Welt versteckt. Tier-   Ein weiteres, sehr interessantes Gebiet ist
                 und Pflanzenspezies, die dort Schutz gegen        Cavalleria, das sich an der Nordküste befindet
                 den Wind und reichlich Wasser finden.             und zu dem der winzige natürliche Hafen von
                 Es gibt dicht bewachsene Schluchten, Gruben       Sanitja und die Halbinsel Cavalleria gehören.
                 mit Süßwasser, kleine Anbauparzellen,             Auf diesem Felsvorsprung, der arg von den
                 prähistorische Höhlen. Ein regelrechter           Stürmen mitgenommen ist, steht der
                 Mikrokosmos.                                      Leuchtturm gleichen Namens. Über diesen Teil
                                                                   Menorcas erhält man sehr viele Informationen
                 Das interessanteste Naturschutzgebiet ist ganz    und Erläuterungen im Museum „Ecomuseu del
                 sicher der „Parc Natural Albufera des Grau“. Es   Cap de Cavalleria“, das sich auf dem Gelände
                 handelt sich um ein Feuchtgebiet an der Küste     des alten Bauernhofs „Santa Teresa“ befindet.
                 von Mahon, ein Lagunensystem, das eines der


12
Ausgewogenheit

Punta Nati


             Während des 18. Jahrhunderts wurde ein           Menorca ist der Monte Toro mit 358 m. Von
             Ringweg geschaffen, um die ganze                 dort aus kann man den Großteil der Insel
             menorquinische Küste überwachen zu können.       überblicken, wie ein Miniaturmodell und am
             Diese unter dem Namen “Camí de Cavalls”          Horizont sieht man in südöstlicher Richtung
             bekannte Route ist heute eine der beliebtesten   die Insel Mallorca. Eine weitere Anhöhe, die
             Wanderwege, weil Menorca definitiv eine          einen Besuch lohnt, ist Santa Águeda, wo man
             bestens zum Wandern geeignete Insel ist,         noch immer die Überreste einer
             ebenso wie zum Fahrradfahren, zum Reiten         mittelalterlichen Festung betrachten kann.
             und zu sonstigen gemächlicheren Sportarten.      Nach einem kurzen Spazierweg steht man vor
             Die Entfernungen sind nie lang, die Wege gut     den Überbleibseln ihrer Türme und Mauern
             befestigt und auf diesem alten Militärweg, der   und hat obendrein einen herrlichen Ausblick.
             heute nach und nach vollständig wieder
             hergestellt wird, kann man ganz Menorca          Weitere interessante Gebiete sind die alten
             umrunden.                                        Salinen in Fornells, die knochig wirkenden
                                                              Steilhänge von Punta Nati in Ciutadella und
             Die Bandbreite an Ausflugsmöglichkeiten ist      Schluchten, wie die Algendar-Schlucht.
             sehr umfangreich. Die größte Anhöhe auf


                                                                                                            13
Torralba d'en Salord                     Naveta des Tudons




                           Der Zauber    Neben der herrlichen Natur verfügt Menorca auch
                                         über ein Kulturerbe, das man auf einer Insel dieser
                                         Größe kaum vermuten würde.


                            der Pferde
                                         Sie ist nämlich, was die Frühgeschichte angeht, die
                                         interessanteste der Baleareninseln. Die allseits
                                         berühmte „Naveta de Tudons“, die als das älteste



                       und das Enigma
                                         Gebäude Europas gilt, ist nur ein Beispiel dafür. Sie
                                         war ein kolossales Gemeinschaftsgrab, das nach
                                         symbolischen Regeln erbaut wurde, die leider
                                         nicht in unsere Tage überliefert sind. Aber wenn


                            der Steine
                                         die Sonne untergeht und der Stein sich rötlich
                                         färbt, scheint sie einen Teil ihres Geheimnisses zu
                                         enthüllen. Menorca ist eine Insel mit Steinen, die
                                         sprechen können, die zu uns sprechen.




14
Kultur

Museum von Menorca                                     Ciutadella                                              Typisches “Durcheinander” an den Volksfesten


Das Majestätische, das prähistorischen Bauten          Die menorquinische Frühgeschichte ist ein               Ciutadella ist eine Stadt mit vielen Denkmälern, mit
eigen ist, wirkt geradezu überwältigend auf den        faszinierendes Kapitel und jedem zugänglich. Nur        Kirchen, Palästen, engen Gassen und tausend Ecken
modernen Menschen. Die „Taulas“, T-förmige             ein wenig Einfühlungsvermögen ist vonnöten, um          mit mittelalterlichem Charme. Dieser Charakter, der
Monumente der Megalithphase, haben eine so             diese zwischen Barbarei und Enigma schwankende          durch den bis zum Fuß der alten Stadtmauer
magische Wirkung, dass sie sogar diejenigen            Botschaft der Vergangenheit zu verstehen. Man           reichenden Hafen und durch das weiß-grüne Farbspiel
beeindrucken, die gar nichts über die Geschichte       kann einen Besuch dieser monumentalen                   der Häuser noch betont wird, gipfelt in diesem Fest. Es
wissen. Die geheime Botschaft von Komplexen,           Komplexe gut mit einem Besuch der folgenden,            handelt sich um eine uralte Tradition, bei der die
wie Trepucó (Maó), Torralba d'en Salord (Alaior),      hochinteressanten Museen kombinieren: den               verschiedenen Stände (der Adel, der Klerus, die
Torretrencada (Ciutadella) oder Torre d'en Galmés      Museu de Menorca (Mahon), den Museu                     Handwerkszünfte und das Volk) symbolisch
(Alaior), ist für jeden fühlbar. Diese verstreut       Municipal des Bastió de sa Font (städtisches            interagieren. Hier werden uralte Rituale gepflegt, bei
liegenden, für Zeremonien genutzten Orte, in           Museum – Ciutadella) oder den Museu Diocesà de          denen immer die Pferde, die schwarzen, eleganten
denen alle möglichen Rituale und Opfer                 Menorca (Diozösanmuseum - Ciutadella).                  menorquinischen Pferde, die Protagonisten sind. Kein
stattfanden, gehörten zu großen Siedlungen, die                                                                Besucher fühlt sich bei diesem Fest ausgeschlossen
von zyklopischen Mauern umgeben waren. Das             Von ebenso großer Bedeutung ist das Volksfest, das zu   oder bleibt unbeteiligt. Es ist ein Moment persönlicher
beste Beispiel dafür bietet Son Catlar (Ciutadella).   Sant Joan, der Johannisnacht im Juni, in Ciutadella     Gemeinschaft, geteilter Freude, alter Rituale,
                                                       veranstaltet wird und einen der ersten Plätze im        prächtiger Spiele und der Gastfreundschaft. Und das
                                                       Volksfestkalender des ganzen Landes einnimmt.           Beste ist, dass das Fest in Ciutadella nur den Anfang


                                                                                                                                                                   15
Festung Sant Nicolau                                                             Fort Marlborough


                       macht - den ganzen Sommer über kann man sich an           Küste bis zu militärischen Anlagen, wie Fort
                       weiteren Festen dieser Art in jedem einzelnen Dorf der    Marlborough (Es Castell), dessen Besuch, den man
                       Insel erfreuen! Den Abschluss macht dann die              unbedingt machen sollte, wie eine Zeitreise anmutet.
                       Hauptstadt Mahon am 7. und 8. September.
                                                                                 Zum selben Genre militärischer Architektur gehört die
                       Ein weiteres Kulturgut erster Güte ist das Erbe der       Festungsanlage „Fortaleza de la Mola de Isabel II“, die
                       britischen Vorherrschaft. Um was es sich handelt, geht    sich an der Einfahrt zum Hafen von Mahon befindet
                       schon aus den umgangssprachlichen Bezeichnungen           und deren Besuch einen Eindruck der Wichtigkeit
                       hervor, die es als „Bòtil“ (von „Bottle“, also Flasche)   vermittelt, den die Herrschaft über den Hafen einst
                       bezeichnen – es ist die Herstellung von                   besaß und der ebenfalls zu einem Blick auf die
                       menorquinischem Gin. Ein Getränk, das seit dem 18.        Geschichte der Insel dazugehört. Das Kastell Sant
                       Jahrhundert immer noch unverändert auf die gleiche        Nicolau (Ciutadella) und der Fornells- bzw. Alcaufar-
                       Weise hergestellt wird und, mit Limonade gemischt,        Turm sind weitere empfehlenswerte Besichtigungsziele.
                       das berühmte Mixgetränk „Pomada“ ergibt, das
                       beliebteste Getränk auf Menorca. Die Gegenwart der        Die Ethnologie einer von so viel Charakter
                       Briten hat auch interessante Denkmäler hinterlassen:      geprägten Landschaft muss natürlich auch
                       Angefangen bei einer Vielzahl der Wachtürme an der        bedeutsam gewesen sein. Die ländliche Architektur


16
Küche

Konditoreiwaren                                       Käse mit Ursprungsbezeichnung Mahón - Menorca          Fischragout “Caldereta”


zeigt eine einzigartige Kombination palatinischer     lang, der beste des Mittelmeers und der zweitgrößte    überall in den verschiedenen Häfen probieren kann,
und palastartiger Züge und ganz schlichter            der ganzen Welt, was seine Ausdehnung angeht. Die      wie z.B. im Hafen von Fornells, nur wenige Meter
Formen. Das beste Beispiel für diesen Prunk ist die   Kirche Santa María mit ihrer wertvollen Orgel aus      vom Meer entfernt. Die Geschichte hat auch die
berühmte „Golden Farm“, auch als Finca Sant           dem 19. Jahrhundert ist ein Ort, den man unbedingt     „Mahonesa“ bzw. Mayonnaise bewahrt, die die
Antoni bekannt, die über einem Teil des Hafens        besichtigen sollte, genauso, wie das alte Kloster      französischen Militärs angeblich während ihrer
von Mahon präsidiert. An anderen „Llocs“              „Convento del Carme“ mit einem Markt (Sa Plaça)        Herrschaft mitnahmen. Der Käse mit der
(Bauernhäusern) finden sich breite Ehrentreppen       dort, wo sich der Kreuzgang befand.                    Ursprungsbezeichnung „Mahón-Menorca“ ist ein
und prächtige Fassaden, eine ausgesprochen                                                                   weiteres Spitzenprodukt. Angefangen beim noch
europäische Eleganz.                                  Die Völkerkunde bringt uns auch zu den sofort am       jungen bis zum lange gereiften Käse, stand er
                                                      stärksten ins Auge fallenden Überlieferungen aus der   traditionell immer schon an erster Stelle der Insel-
Mahon ist die heutige Hauptstadt, eine Stadt, die     Vergangenheit des Volkes. So gehören die berühmten     Küche. Er ist eine Art Übersetzung in die Sprache des
sich ebenfalls eine Aura bewahrt hat, die stark vom   „Avarques“ zu den beliebtesten Produkten auf           Geschmacks menorquinischer Werte: grüne
18. Jahrhundert geprägt ist. Schmale Gassen,          Menorca: Schuhe, die lange Zeit als das ärmste,        Landschaft, Gehöfte, Authentizität, Stärke, Tradition.
niedrige, ganz gleich aussehende Häuserparzellen.     billigste Schuhwerk galten, sind heute ein
Ein riesiger Himmel, blau, der gegen die immer        Modeartikel und auf der ganzen Welt bekannt. Und
frisch gekälkten Mauern absticht. Und im              auch die Küche: Menorca ist die Heimat der
Hintergrund der großartige Naturhafen, 5 Kilometer    „Caldereta de Langosta“, einem Fischragout, das man


                                                                                                                                                                17
EineKüstevoll                                              Nachdem man die Insel “Illa del Rei” mit den
                                                                          Überresten eines großen Militärkrankenhauses passiert



               versteckter
                                                                          hat, kann man in der Ferne die Insel Lazareto erkennen.
                                                                          Die dort vorhandenen Gebäude, die früher als
                                                                          Quarantänekrankenhaus genutzt wurden, was für eine
                                                                          Insel mit so viel Schifffahrtsverkehr, wie Menorca, von


               Plätzeund
                                                                          großer Bedeutung war, galten als Vorbild für ganz
                                                                          Spanien. Im 19. Jahrhundert standen sie für
                                                                          Fortschrittlichkeit im Gesundheitswesen. Heute kann



               Geheimnisse
                                                                          man sowohl die Illa del Rei, als auch Lazareto mit einer
                                                                          Fähre erreichen, die vom kleinen Hafen Es Castell ablegt.

                                                                          Verlässt man den Hafen und lässt die reizvollen Buchten
                                                                          Cales Fonts rechts hinter sich, gelangt man zur
               Der Charakter Menorcas färbt auch auf seine 216            Hafeneinfahrt. Rechts die Überreste der Festung, die
               Kilometer Küstenlinie ab. Diese Insel sollte man vom       einst die mächtigste Menorcas war: das Castell de Sant
               Meer aus (er-)leben, wie es die Menorquiner tun. Das       Felip. Sein Bau wurde unter Philip II. begonnen, aber
               Meer hier ist sehr wandlungsfähig und kann schnell von     die Briten verstärkten ihn weiter, bis er zu einer fast
               der absoluten Ruhe in den kleinen Buchten zum              uneinnehmbaren Festung wurde. Als die Spanier die
               Ungestüm und der Wildheit der Nordküste umschlaglen,       Insel zurückeroberten, sprengten sie als Erstes diesen
               wenn der Tramuntana-Wind entfesselt wird. Eine Küste       Bau. Linker Hand, auf einem kleinen Plateau, sieht man
               voller Kontraste, mit so vielen Besonderheiten und         die eindrucksvolle Festung La Mola, die zu Zeiten
               versteckten Plätzen und Winkeln, dass sie sich einem       Isabella II. eingeweiht wurde.
               nie ganz erschließen wird.
               Der Hafen von Mahon ist das beste Beispiel.                Hier beginnen zwei ganz unterschiedliche Routen: die
               Die Stadt liegt auf mehreren Steilhängen und nimmt den     Nordküste und die Südküste. Dreht man sich nach
               hinteren Teil des Hafens ein.                              Süden, rückt eine niedrige Küstenlinie ins Blickfeld, mit
               Davor ist das Gebiet, das die Mahoneser treffend als       vielen versteckten Winkeln am Meer, die entlang der
               „S altra Banda“ (die andere Seite) bezeichnen. Hügel mit   reizenden Cala Alcaufar und dem Tourismusgebiet
               dunkler Vegetation und eine Reihe Häuser in                Punta Prima verläuft. Den auffälligsten Anblick bietet
               privilegierter Lage direkt am Meeresufer. So nah, dass     die Illa de l Aire mit ihrem gewaltigen Leuchtturm. Er
               man meint, sie könnten vom Fenster aus angeln.             sieht aus, wie ein Zeichen, das einem signalisiert, dass
               Der Hafen teilt sich dadurch im Süden in einen stärker     man nun nach Mahon gelangt.
               bebauten Teil und im Norden in einen Abschnitt, der
               nur ganz diskret von verschiedenen vornehmeren             Dreht man sich nach Westen, sieht man die ganze
               Gebäudekomplexen gesprenkelt ist. Hier finden sich auch    Migjorn-Küste vor sich. Es ist ein phantastisches
               abgeschiedene Winkel, sehr romantisch und fast geheim,     Erlebnis, die ganzen Vorsprünge, Höhlen, Buchten,
               wie der winzige „Cementeri dels Anglesos“ (Friedhof der    Sturzbäche und Dünengebiete, wie Binibeca, Son Bou
               Engländer), wo viele englische und amerikanische           oder Binigaus, vom Meer aus zu entdecken.
Cala Galdana   Marinesoldaten ihre letzte Ruhe gefunden haben.            Das südliche Ufer, das vor dem Tramuntana-Wind
Nautik              geschützt ist, eignet sich perfekt für Fahrten mit dem
                    Boot. Mit vielen geschützten Stellen und herrlichen
                                                                                 geschützt ist. Von Fornells geht es mit dem Boot zu
                                                                                 anderen, angrenzenden Gebieten von großer Schönheit
                    Buchten, um darin genüsslich ein Bad zu nehmen.              weiter. Zum Beispiel zum Hafen von Addaia mit seinen
                                                                                 Biegungen, die aussehen, wie Seen, zum Leuchtturm
                    Nach den Dünen von Son Saura beginnt der westliche           von Favàritx, der sich den Stürmen entgegen reckt, zur
                    Teil Menorcas. Die Küste wird felsig, niedrig und            Illa d en Colom vor Es Grau, dem Cap Negre.
                    uneben. Und man sieht die Silhouette des Leuchtturms         Die Nordküste ist ausgesprochen abwechslungsreich,
                    von Artrutx, der den südöstlichen Scheitelpunkt der          sehr malerisch, mit markanten Umrissen und dunklen
                    Insel markiert. Hier liegt Ciutadella, eine gleichförmig     Farben.
                    aussehende Küste, felsig, mit einigen Buchten, wie der
                    Cala Blanca oder Cala Santandrina dazwischen. Dann           Die Beschaffenheit der Insel macht sie zu einem idealen
                    gelangt man zur Hafeneinfahrt von Ciutadella, die um         Ort für viele Sportarten, Da die Entfernungen nie weit
                    einen modernen Wellenbrecher erweitert wurde. Der            sind und man viele unterschiedliche Landstriche
                    Hafen von Ciutadella ist kleiner und schmaler, als der       vorfindet, ist das Angebot sehr groß. Zu Lande kann man
                    von Mahon. Aber genau deshalb bietet er auch einen           wandern, Ausflüge zu Pferd unternehmen, den
                    unglaublichen schönen Anblick. Wenn man mit dem              landwirtschaftlichen Wegen mit dem Mountain-Bike
                    Boot aus Mallorca einläuft, ist man fast auf gleicher        folgen oder die für den Tourismus angelegten
                    Höhe mit den Häusern, die dicht gedrängt zu beiden           Fahrradrouten ausprobieren.
                    Seiten stehen. Man sieht ihre Fenster, ihre Gärten. Als ob
                    der Hafen das genau in der Mitte gelegene Wohnzimmer         Zu Wasser gibt es noch mehr Möglichkeiten:
                    eines Hauses wäre.                                           Angefangen bei der Erkundung der Küste mit dem
                                                                                 Kajak, bis zum Tauchen, Schnorcheln, Tiefseetauchen.
                    Verlässt man Ciutadella in Richtung Norden, schwingt         Mit den Ausflugsbooten gelangt man auch in kleine
                    sich die Küste zu Steilhängen auf, die kräftig vom Wind      Buchten und Winkel, die auf dem Landweg schwer zu
                    gebeutelt werden. Man kommt an spektakulären Felsen          erreichen sind. Es gibt auch unterschiedliche
                    vorbei, wie dem Kap Bajolí oder Punta Nati.                  „Multiabenteuerangebote“, die diese Aktivitäten
                    Monochrom, nackt. Die Cala Morell befindet sich hier, in     miteinbeziehen und besonders schöne Erlebnistouren,
                    einem felsigen Gebiet, das sich verändert, je weiter man     wie Fahrten mit Holzflößen.
                    nach Osten fährt. Dort beginnen bewachsene Hügel,
                    Sandstrände, die Landschaft wird lieblicher, ohne            An allen drei Sporthäfen der Insel, also in Mahon,
                    jedoch das Majestätische zu verlieren.                       Fornells und Ciutadella, kann man alle vorgenannten
                                                                                 Sportangebote schnell und einfach reservieren und
                    Der meistbefahrene Teil der Nordküste ist der Hafen von      erhält dort auch eine persönliche Auskunft zu jeder
                    Fornells. Man passiert zunächst den Leuchtturm von           erdenklichen Frage. Und man erhält auch eine Beratung
                    Cavalleria, der hoch oben auf einem Felsvorsprung steht,     zu weiteren Serviceangeboten, wie zur Ausübung
                    um sich danach in die schmale Einfahrt dieses                anderer Sportarten, Unterkünften, Autoverleihern,
                    Naturhafens einzufädeln, in dem sich weiter innen eine       Reservierungen in Restaurants, etc.
                    kleine Insel befindet. Der Hafen von Fornells ist ein
                    bevorzugtes Ziel für Windsurfer. Bei starkem Wind kann
   Illa de l’Aire   man hier problemlos alles zusammenraffen, weil er sehr


                                                                                                                                     19
Hafen von Ciutadella
Meetings

 Festung La Mola   Theater “Teatro Principal” in Mahon          Steinbrüche bei S'Hostal




            Ein    Ein Angebot, das auf Menorca wachsende
                   Bedeutung bekommt, ist die Veranstaltung
                   von Tagungen und Kongressen. Die
                                                                kombinieren. Geschäftliche Versammlungen,
                                                                Fachkongresse, Events, Tagungen, Incentive-
                                                                Reisen – es gibt hier eine Vielzahl an


 außergewöhn
                   überschaubaren Ausmaße der Insel, das        Möglichkeiten, weshalb auch das Menorca
                   vielfältige Hotelangebot und vor allem die   Convention Bureau entstanden ist, eine
                   verlockenden Strände, Naturschauplätze und   Einrichtung, an der Hotels, Restaurants,



licher Rahmen
                   das abwechslungsreiche Sport-, Kultur- und   Reisebüros, Kongressveranstalter sowie
                   Freizeitangebot sind ein starker Anreiz.     Sport- und Freizeitzentren beteiligt sind.
                                                                Es ist das erklärte Ziel dieser Einrichtung,
                   Und dafür bieten Gebäude, wie das alte       Menorca durch Nutzung seiner


  für Tagungen
                   Teatro Principal in Mahon, die Festung La    außergewöhnlichen Natur- und
                   Mola oder auch die Líthica-Steinbrüche (in   Kulturschätze zu einem Treffpunkt für
                   Ses Pedreres de S Hostal) einen ebenso       Geschäftsleute zu machen.



und Kongresse
                   eindrucksvollen, wie einzigartigen Rahmen
                   und lassen sich problemlos mit
                   Veranstaltungen in moderneren Anlagen, wie
                   dem Saal, Sala Polivalente de Es Mercadal“


                                                                                                          21
KRANKENHAUS               WACHTURM


     ÄRZTEZENTRUM              GOLFPLATZ


     NATURGEBIET               FLUGHAFEN


     KASTELL                   ARCHÄOLOGISCHE AUSGRABUNGSSTÄTTE


     INFORMATION               WASSERSPORTARTEN


     MUSEUM                    REITSPORT


     KAPELLE UND SANKTUARIUM   WANDERN


     LEUCHTTURM                FAHRRADTOURISMUS




22
OIT de Ciutadella - Ciutadella de Menorca
                  Fundació Destí Menorca
                  Plaça Catedral, 5. 07760 Ciutadella
                  Tel: 971 382 693 - Fax: 971 382 667
                  Email: infomenorcaciutadella@menorca.es
                  www.menorca.es

                  OIT Fornells - Es Mercadal - Fundació Destí Menorca
                  Casa des Contramestre, C/ des Forn s/n. 07748 Fornells
                  Tel: 971 376 437
                  Email: infomenorcafornells@menorca.es
                  www.menorca.es

                  OIT Aeropuerto de Maó - Fundació Destí Menorca
                  Terminal d'Arribades Aeroport de Menorca
                  Ctra. Sant Climent, s/n. 07700 Maó
                  Tel: 971 356 435 - Fax: 971 157 322
                  Email: infomenorcaeroport@menorca.es
                  www.menorca.es

                  OIT Maó Centre - Maó - Fundació Destí Menorca
                                                                           Herausgeber: ATB, Agència de Turisme de les Illes Balears (Fremdenverkehrsamt),
                  Plaça Explanada s/n. 07702 Maó                           Conselleria de Turisme i Treball, Govern de les Illes Balears (Ministeramt für Arbeit
                  Tel: 971 363 790                                         und Tourismuns in der autonomen Regionalregierung)
                  Email: infomenorcamao@menorca.es                         Koordination: Amt für Öffentlichkeitsarbeit ATB
                  www.menorca.es
                                                                           Zusammenarbeit: Fundació Destí Menorca

                  OIT Port de Maó - Fundació Destí Menorca                 Konzept, Design, Layout: dcp3.es
                  Moll de Llevant, 2. 07701 Maó
                                                                           Fotografien: © Mateu Bennàssar, Antonio Garrido, Lluís Real, Jaume Capellà,
                  Tel: 971 355 952 - Fax: 971 352 674                      KlausSiepmann, Carles Raurich, Jordi Escandell, Juanjo Pons. Archivo fotográfico ATB,
                  Email: infomenorcaport@menorca.es                        Fundació Destí Menorca.
                  www.menorca.es
                                                                           Titelfoto: Binibèquer

                                                                           Text: © Carlos Garrido

                                                                           Übersetzungen: Marisa Janer

                                                                           Druck: Gráficas Planisi

                                                                           Hinterlegung von Pflichtexemplaren:
                                                                           PM - 0000 - 2010

                                                                           Ausgabe: September 2010

                                                                           Auf Creator Star Papier gedruckt

                                                                           Wenn Sie glauben, dass wir die Ausgabe von diese Broschüre verbessern könnten, ist
Port de Sanitja                                                            es möglich uns ein Kommentar an publi@ibatur.caib.es zu senden um damit das
                                                                           Nächste zu bessern. Herzlichen Dank.
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  • 3. Menorca: 4 Menorca: Natur im Urzustand 18 Eine Küste voll versteckter Plätze und Geheimnisse Lebe das 7 Der perfekte Strand 21 Ein außergewöhnlicher Rahmen für Tagungen und 11 Tausend Arten, die Insel Kongresse zu entdecken Mittelmeer 22 Karte von Menorca und 14 Der Zauber der Pferde und Tourismusinformationen das Enigma der Steine
  • 4. Naturschutzpark Parc Natural Albufera des Grau Land auf Menorca Menorca: Manche Orte scheinen wie für die Einzigartigkeit geschaffen, sie sind einmalig. Und ihre starke Persönlichkeit beschert denen, die sie besuchen, ein Natur im Urzustand genauso einmaliges Gefühl. Orte von wesentlicher, tieferer Bedeutung – Menorca ist einer von ihnen. An den Toren zum Golfe du Lion gelegen, wurde Menorca jahrhundertelang als strategisch äußerst wichtige Enklave angesehen. Die Macht, die die Insel jeweils eroberte, hielt damit gleichzeitig den Schlüssel zur Kontrolle des westlichen Mittelmeers in Händen. Das erklärt auch ihre turbulente Geschichte: Die Invasionen, die Angriffe, die lange Vorherrschaft der Briten im 18. Jahrhundert und die kurze Epoche, während derer sie der französischen Krone unterstand. 4
  • 5. Natur Diese wechselvolle Geschichte, gemeinsam Das Allerwichtigste aber, der Faktor, der die Dieser Einheitlichkeitsfaktor ist auch in anderen mit einem sehr speziellen Klima und dem Beziehung zwischen Mensch und Natur am Ordnungen präsent. Die Städte - Mahon im Osten unglaublich reichen Kulturerbe, das sich im besten regelt, ist ihre Größe. Wenn man auf und Ciutadella im Westen - sind menschengerecht, Laufe der Jahrhunderte angesammelt hat, Menorca über Land fährt, das durch wohlproportioniert gestaltet. Sie halten haben Menorca einige Besonderheiten Steinmauern unterteilt ist und kleinere, in Zwiegespräche mit der Meerlandschaft, zeigen ihre beschert, die sie von den restlichen dunklem Grün bewachsene Anhöhen hat, Geschichte, öffnen ihre gemütlichen Ecken, ohne Baleareninseln stark unterscheidet. Hinzu sind die darin eingebetteten Häuser und dass sich jemals ein Element über das andere kommt noch eine Natur im Urzustand – Dörfer Bestandteil dieser Harmonie. Der erheben würde. Menorca bewahrt sein natürliches Erbe auf „Lloc“, ein Bauernhaus, das entweder weiß beneidenswerte Weise. oder auch in einem Karminrot gestrichen ist, Menorca vermittelt das Gefühl, ein Mittelpunkt zu Das erklärt auch, warum die UNESCO sie im das die Briten eingeführt haben, wirkt nicht sein, als ob man an einem Ort wäre, von dem aus Jahr 1993 zur Reserve der Biosphäre erklärt hat. störend. Er verleiht der Landschaft einen man das Universum ordnen könnte. Alles so eleganten Kontrapunkt und betont sie noch. wohlproportioniert, so ausgewogen, so voller Inhalt. Sie hat etwas Mysteriöses, Summierendes in sich. Eine Insel, die einfach ganz anders ist, als alles Gewohnte. 5
  • 7. Sonne und Strand Cala Mitjana Der perfekte Der Name Menorca beschwört sofort ein Bild herauf: Eine abgeschlossene Bucht mit Wäldern, Steilhängen, klarem Wasser in Strand leuchtenden Farben. Ein Ort, der weit entfernt ist vom weltlichen Getöse, sich hingibt an das Blau und das Gold des Strandes. Sonne, Ruhe, Wohlbefinden. Der perfekte Strand. Die Strände Menorcas sind auf der ganzen Welt berühmt. Die Insel bietet eine große und abwechslungsreiche Auswahl. Da wären zunächst die Familienstrände, die sehr gut erreichbar sind, wie beispielsweise Son Bou (Alaior), Sant Tomàs (Es Migjorn Gran), Arenal den Castell (Es Mercadal), Es Grau (Maó) oder Punta Prima (Sant Lluís). Auf Menorca gibt es keine überfüllten Strände. 7
  • 8. Pregonda Reitsporttourismus Route “Camí de Cavalls” Sie haben sich ihre paradiesische Aura, ihre Mehr nach Westen hin gelangt man zu Die Cala Pilar hat einen Sandstrand, der von Glückskomponenten bewahrt, ohne dass einsamen Buchten, wie der Cala Torreta oder rötlicher, fast karminroter Erde gesäumt ist. irgendetwas ihre Ruhe stören könnte. zur Cala Tortuga, nahe dem Leuchtturm von Ein starker Kontrast zu den Grüntönen des Favàritx. Das Wasser ist von mineralblauer Wassers und den waldbestandenen Hängen Im Norden der Insel gibt es Strände einer Farbe, die sich stark gegen den Sand abhebt. im Hintergrund. Hier ein Bad zu nehmen ist ganz besonderen Art: Die Cala Mesquida in El Arenal den Castell ist ein weiterer Strand ein ganz besonderes Erlebnis. Auch die Cala der Nähe von Mahon hat einen Strand, der und öffnet sich nach Norden. Er befindet sich Morell sieht mit ihren durch Wind und aus dunklen Kieselsteinen besteht, typisch in der Nähe des Golfplatzes Son Parc und Wellen wie gemeißelt wirkenden Steinen, die für diesen Küstenabschnitt. Die Bucht liegt eine kleine Urbanisation gehört auch dazu. hier „Frares“ (Mönche) genannt werden, ein wenig abseits und wird von einem zackig einer kleinen Urbanisation und dahinter geschnittenen Verteidigungsturm aus dunklen Ab der Cala Tirant finden sich spektakulär einer mysteriösen Nekropolis mit Steinen überragt. schöne Strände, geformt vom Tramuntana- prähistorischen Höhlen, wie eine Wind, mit Sand in unterschiedlichen Farben Theaterkulisse aus. und mit kleinen Feuchtgebieten. Wahre Die Nordküste bietet insgesamt das Panorama Badeparadiese, wie die Cala Tirant, einer offenen, wilden, starken Landschaft Cavalleria, Cala Pregonda oder die herrlichen voller markanter Kontraste und sehr plastisch Dünen der Cala Pilar und Algaiarens. wirkender Konturen. 8
  • 9. viel Abwechslung Dünengebiet Arenal de Son Saura Jollensegeln Der Süden bzw. Migjorn, wie er auf der Insel Es gibt kein schöneres Gefühl, als in diesem heißt, repräsentiert das genaue Gegenteil. unglaublich klaren, sauberen Wasser Hier finden sich die so typischen schwimmen zu gehen und sich von den menorquinischen Buchten. Viele tausend Pinien und kleineren Klippen beschützt zu Jahre geformt durch die Sturzbäche, sehen fühlen. Und vor der Bucht das Meer des sie aus, wie Amphitheater. Sie sind das Südens zu wissen, dieses Meer, das so träge Abbild dieses Modellstrands mit feinem, dahinplätschert. Ein sehr viel klareres, weißen Sand, leuchtendem Wasser, Wäldern. ruhigeres Meer, als das des Nordens. Die Küsteneinschnitte werden von zwei Felsvorsprüngen flankiert. Alle haben so Zweierlei Arten, ein Bad zu nehmen, etwas Reizendes, Beschützendes, zweierlei Stimmungen. Für eine unendliche Einladendes, Sinnliches an sich. Die Zahl außerordentlich schöner Strände. bekanntesten Strände finden sich im Gebiet von Ciutadella: Die Dünen bei Son Saura, Cala en Turqueta, Cala Macarella, Cala Macarelleta, Cala Galdana, Cala Mitjana, Cala Trebalúger... 9
  • 11. Naturschutzgebiet Tausend Arten, die Insel zu entdecken Die Höhenstruktur Menorcas weist eine überraschende Besonderheit auf: Die Insel besteht aus zwei unterschiedlichen geologischen Formationen. Von der Cala Morell bis Port de Maó (Mahon) könnten wir so eine selbst gedachte Trennlinie ziehen. Im Norden findet sich uraltes Gelände mit dunklen Steinen, schieferartig, stark abgenutzt von Wind und Stürmen. Es gibt viele ganz sanfte Hügel, die genau auf diesen greisenhaften Charakter der Gegend zurückzuführen sind. Mitunter kommt man an knochigen, fast mondartig anmutenden Felsvorsprüngen vorbei, die sich ins Meer versenken, wie dem am Cap Favàritx. Das Grün der Vegetation kontrastiert aufs Schönste mit der Erde, die hier schwärzliche oder graubraune Töne zeigt. Der Süden bzw. “Migjorn” hingegen besteht aus Kalksandsteinboden, der erst in viel jüngerer Zeit entstanden ist. Eine felsige Landschaft, in der Oleaster (wilde Ölbäume) wachsen, trockenere Ebenen. Es ist ein völlig flaches Plateau, das sich zur Südküste neigt. Das führt dazu, dass die Stürme, die sich im Norden gebildet haben, über die Insel brausen, um sich dem Meer des Südens anheimzugeben. Entlang ihrer gesamten 11
  • 12. Illa de l’Aire Wegstrecke durchbrechen sie das kalkige Rastplätze für die Wandervögel ist. Der Park hat Plateau und sind so für das Entstehen einer eine langgestreckte, in die Hügel eingebettete Besonderheit der menorquinischen Landschaft Form und ist mit dem Meer durch einen kleinen verantwortlich: die Schluchten. Es sind Kanal mit dem Namen „Sa Gola“ verbunden. verborgene Flussbetten, Öffnungen im Gestein, in denen sich eine andere Welt versteckt. Tier- Ein weiteres, sehr interessantes Gebiet ist und Pflanzenspezies, die dort Schutz gegen Cavalleria, das sich an der Nordküste befindet den Wind und reichlich Wasser finden. und zu dem der winzige natürliche Hafen von Es gibt dicht bewachsene Schluchten, Gruben Sanitja und die Halbinsel Cavalleria gehören. mit Süßwasser, kleine Anbauparzellen, Auf diesem Felsvorsprung, der arg von den prähistorische Höhlen. Ein regelrechter Stürmen mitgenommen ist, steht der Mikrokosmos. Leuchtturm gleichen Namens. Über diesen Teil Menorcas erhält man sehr viele Informationen Das interessanteste Naturschutzgebiet ist ganz und Erläuterungen im Museum „Ecomuseu del sicher der „Parc Natural Albufera des Grau“. Es Cap de Cavalleria“, das sich auf dem Gelände handelt sich um ein Feuchtgebiet an der Küste des alten Bauernhofs „Santa Teresa“ befindet. von Mahon, ein Lagunensystem, das eines der 12
  • 13. Ausgewogenheit Punta Nati Während des 18. Jahrhunderts wurde ein Menorca ist der Monte Toro mit 358 m. Von Ringweg geschaffen, um die ganze dort aus kann man den Großteil der Insel menorquinische Küste überwachen zu können. überblicken, wie ein Miniaturmodell und am Diese unter dem Namen “Camí de Cavalls” Horizont sieht man in südöstlicher Richtung bekannte Route ist heute eine der beliebtesten die Insel Mallorca. Eine weitere Anhöhe, die Wanderwege, weil Menorca definitiv eine einen Besuch lohnt, ist Santa Águeda, wo man bestens zum Wandern geeignete Insel ist, noch immer die Überreste einer ebenso wie zum Fahrradfahren, zum Reiten mittelalterlichen Festung betrachten kann. und zu sonstigen gemächlicheren Sportarten. Nach einem kurzen Spazierweg steht man vor Die Entfernungen sind nie lang, die Wege gut den Überbleibseln ihrer Türme und Mauern befestigt und auf diesem alten Militärweg, der und hat obendrein einen herrlichen Ausblick. heute nach und nach vollständig wieder hergestellt wird, kann man ganz Menorca Weitere interessante Gebiete sind die alten umrunden. Salinen in Fornells, die knochig wirkenden Steilhänge von Punta Nati in Ciutadella und Die Bandbreite an Ausflugsmöglichkeiten ist Schluchten, wie die Algendar-Schlucht. sehr umfangreich. Die größte Anhöhe auf 13
  • 14. Torralba d'en Salord Naveta des Tudons Der Zauber Neben der herrlichen Natur verfügt Menorca auch über ein Kulturerbe, das man auf einer Insel dieser Größe kaum vermuten würde. der Pferde Sie ist nämlich, was die Frühgeschichte angeht, die interessanteste der Baleareninseln. Die allseits berühmte „Naveta de Tudons“, die als das älteste und das Enigma Gebäude Europas gilt, ist nur ein Beispiel dafür. Sie war ein kolossales Gemeinschaftsgrab, das nach symbolischen Regeln erbaut wurde, die leider nicht in unsere Tage überliefert sind. Aber wenn der Steine die Sonne untergeht und der Stein sich rötlich färbt, scheint sie einen Teil ihres Geheimnisses zu enthüllen. Menorca ist eine Insel mit Steinen, die sprechen können, die zu uns sprechen. 14
  • 15. Kultur Museum von Menorca Ciutadella Typisches “Durcheinander” an den Volksfesten Das Majestätische, das prähistorischen Bauten Die menorquinische Frühgeschichte ist ein Ciutadella ist eine Stadt mit vielen Denkmälern, mit eigen ist, wirkt geradezu überwältigend auf den faszinierendes Kapitel und jedem zugänglich. Nur Kirchen, Palästen, engen Gassen und tausend Ecken modernen Menschen. Die „Taulas“, T-förmige ein wenig Einfühlungsvermögen ist vonnöten, um mit mittelalterlichem Charme. Dieser Charakter, der Monumente der Megalithphase, haben eine so diese zwischen Barbarei und Enigma schwankende durch den bis zum Fuß der alten Stadtmauer magische Wirkung, dass sie sogar diejenigen Botschaft der Vergangenheit zu verstehen. Man reichenden Hafen und durch das weiß-grüne Farbspiel beeindrucken, die gar nichts über die Geschichte kann einen Besuch dieser monumentalen der Häuser noch betont wird, gipfelt in diesem Fest. Es wissen. Die geheime Botschaft von Komplexen, Komplexe gut mit einem Besuch der folgenden, handelt sich um eine uralte Tradition, bei der die wie Trepucó (Maó), Torralba d'en Salord (Alaior), hochinteressanten Museen kombinieren: den verschiedenen Stände (der Adel, der Klerus, die Torretrencada (Ciutadella) oder Torre d'en Galmés Museu de Menorca (Mahon), den Museu Handwerkszünfte und das Volk) symbolisch (Alaior), ist für jeden fühlbar. Diese verstreut Municipal des Bastió de sa Font (städtisches interagieren. Hier werden uralte Rituale gepflegt, bei liegenden, für Zeremonien genutzten Orte, in Museum – Ciutadella) oder den Museu Diocesà de denen immer die Pferde, die schwarzen, eleganten denen alle möglichen Rituale und Opfer Menorca (Diozösanmuseum - Ciutadella). menorquinischen Pferde, die Protagonisten sind. Kein stattfanden, gehörten zu großen Siedlungen, die Besucher fühlt sich bei diesem Fest ausgeschlossen von zyklopischen Mauern umgeben waren. Das Von ebenso großer Bedeutung ist das Volksfest, das zu oder bleibt unbeteiligt. Es ist ein Moment persönlicher beste Beispiel dafür bietet Son Catlar (Ciutadella). Sant Joan, der Johannisnacht im Juni, in Ciutadella Gemeinschaft, geteilter Freude, alter Rituale, veranstaltet wird und einen der ersten Plätze im prächtiger Spiele und der Gastfreundschaft. Und das Volksfestkalender des ganzen Landes einnimmt. Beste ist, dass das Fest in Ciutadella nur den Anfang 15
  • 16. Festung Sant Nicolau Fort Marlborough macht - den ganzen Sommer über kann man sich an Küste bis zu militärischen Anlagen, wie Fort weiteren Festen dieser Art in jedem einzelnen Dorf der Marlborough (Es Castell), dessen Besuch, den man Insel erfreuen! Den Abschluss macht dann die unbedingt machen sollte, wie eine Zeitreise anmutet. Hauptstadt Mahon am 7. und 8. September. Zum selben Genre militärischer Architektur gehört die Ein weiteres Kulturgut erster Güte ist das Erbe der Festungsanlage „Fortaleza de la Mola de Isabel II“, die britischen Vorherrschaft. Um was es sich handelt, geht sich an der Einfahrt zum Hafen von Mahon befindet schon aus den umgangssprachlichen Bezeichnungen und deren Besuch einen Eindruck der Wichtigkeit hervor, die es als „Bòtil“ (von „Bottle“, also Flasche) vermittelt, den die Herrschaft über den Hafen einst bezeichnen – es ist die Herstellung von besaß und der ebenfalls zu einem Blick auf die menorquinischem Gin. Ein Getränk, das seit dem 18. Geschichte der Insel dazugehört. Das Kastell Sant Jahrhundert immer noch unverändert auf die gleiche Nicolau (Ciutadella) und der Fornells- bzw. Alcaufar- Weise hergestellt wird und, mit Limonade gemischt, Turm sind weitere empfehlenswerte Besichtigungsziele. das berühmte Mixgetränk „Pomada“ ergibt, das beliebteste Getränk auf Menorca. Die Gegenwart der Die Ethnologie einer von so viel Charakter Briten hat auch interessante Denkmäler hinterlassen: geprägten Landschaft muss natürlich auch Angefangen bei einer Vielzahl der Wachtürme an der bedeutsam gewesen sein. Die ländliche Architektur 16
  • 17. Küche Konditoreiwaren Käse mit Ursprungsbezeichnung Mahón - Menorca Fischragout “Caldereta” zeigt eine einzigartige Kombination palatinischer lang, der beste des Mittelmeers und der zweitgrößte überall in den verschiedenen Häfen probieren kann, und palastartiger Züge und ganz schlichter der ganzen Welt, was seine Ausdehnung angeht. Die wie z.B. im Hafen von Fornells, nur wenige Meter Formen. Das beste Beispiel für diesen Prunk ist die Kirche Santa María mit ihrer wertvollen Orgel aus vom Meer entfernt. Die Geschichte hat auch die berühmte „Golden Farm“, auch als Finca Sant dem 19. Jahrhundert ist ein Ort, den man unbedingt „Mahonesa“ bzw. Mayonnaise bewahrt, die die Antoni bekannt, die über einem Teil des Hafens besichtigen sollte, genauso, wie das alte Kloster französischen Militärs angeblich während ihrer von Mahon präsidiert. An anderen „Llocs“ „Convento del Carme“ mit einem Markt (Sa Plaça) Herrschaft mitnahmen. Der Käse mit der (Bauernhäusern) finden sich breite Ehrentreppen dort, wo sich der Kreuzgang befand. Ursprungsbezeichnung „Mahón-Menorca“ ist ein und prächtige Fassaden, eine ausgesprochen weiteres Spitzenprodukt. Angefangen beim noch europäische Eleganz. Die Völkerkunde bringt uns auch zu den sofort am jungen bis zum lange gereiften Käse, stand er stärksten ins Auge fallenden Überlieferungen aus der traditionell immer schon an erster Stelle der Insel- Mahon ist die heutige Hauptstadt, eine Stadt, die Vergangenheit des Volkes. So gehören die berühmten Küche. Er ist eine Art Übersetzung in die Sprache des sich ebenfalls eine Aura bewahrt hat, die stark vom „Avarques“ zu den beliebtesten Produkten auf Geschmacks menorquinischer Werte: grüne 18. Jahrhundert geprägt ist. Schmale Gassen, Menorca: Schuhe, die lange Zeit als das ärmste, Landschaft, Gehöfte, Authentizität, Stärke, Tradition. niedrige, ganz gleich aussehende Häuserparzellen. billigste Schuhwerk galten, sind heute ein Ein riesiger Himmel, blau, der gegen die immer Modeartikel und auf der ganzen Welt bekannt. Und frisch gekälkten Mauern absticht. Und im auch die Küche: Menorca ist die Heimat der Hintergrund der großartige Naturhafen, 5 Kilometer „Caldereta de Langosta“, einem Fischragout, das man 17
  • 18. EineKüstevoll Nachdem man die Insel “Illa del Rei” mit den Überresten eines großen Militärkrankenhauses passiert versteckter hat, kann man in der Ferne die Insel Lazareto erkennen. Die dort vorhandenen Gebäude, die früher als Quarantänekrankenhaus genutzt wurden, was für eine Insel mit so viel Schifffahrtsverkehr, wie Menorca, von Plätzeund großer Bedeutung war, galten als Vorbild für ganz Spanien. Im 19. Jahrhundert standen sie für Fortschrittlichkeit im Gesundheitswesen. Heute kann Geheimnisse man sowohl die Illa del Rei, als auch Lazareto mit einer Fähre erreichen, die vom kleinen Hafen Es Castell ablegt. Verlässt man den Hafen und lässt die reizvollen Buchten Cales Fonts rechts hinter sich, gelangt man zur Der Charakter Menorcas färbt auch auf seine 216 Hafeneinfahrt. Rechts die Überreste der Festung, die Kilometer Küstenlinie ab. Diese Insel sollte man vom einst die mächtigste Menorcas war: das Castell de Sant Meer aus (er-)leben, wie es die Menorquiner tun. Das Felip. Sein Bau wurde unter Philip II. begonnen, aber Meer hier ist sehr wandlungsfähig und kann schnell von die Briten verstärkten ihn weiter, bis er zu einer fast der absoluten Ruhe in den kleinen Buchten zum uneinnehmbaren Festung wurde. Als die Spanier die Ungestüm und der Wildheit der Nordküste umschlaglen, Insel zurückeroberten, sprengten sie als Erstes diesen wenn der Tramuntana-Wind entfesselt wird. Eine Küste Bau. Linker Hand, auf einem kleinen Plateau, sieht man voller Kontraste, mit so vielen Besonderheiten und die eindrucksvolle Festung La Mola, die zu Zeiten versteckten Plätzen und Winkeln, dass sie sich einem Isabella II. eingeweiht wurde. nie ganz erschließen wird. Der Hafen von Mahon ist das beste Beispiel. Hier beginnen zwei ganz unterschiedliche Routen: die Die Stadt liegt auf mehreren Steilhängen und nimmt den Nordküste und die Südküste. Dreht man sich nach hinteren Teil des Hafens ein. Süden, rückt eine niedrige Küstenlinie ins Blickfeld, mit Davor ist das Gebiet, das die Mahoneser treffend als vielen versteckten Winkeln am Meer, die entlang der „S altra Banda“ (die andere Seite) bezeichnen. Hügel mit reizenden Cala Alcaufar und dem Tourismusgebiet dunkler Vegetation und eine Reihe Häuser in Punta Prima verläuft. Den auffälligsten Anblick bietet privilegierter Lage direkt am Meeresufer. So nah, dass die Illa de l Aire mit ihrem gewaltigen Leuchtturm. Er man meint, sie könnten vom Fenster aus angeln. sieht aus, wie ein Zeichen, das einem signalisiert, dass Der Hafen teilt sich dadurch im Süden in einen stärker man nun nach Mahon gelangt. bebauten Teil und im Norden in einen Abschnitt, der nur ganz diskret von verschiedenen vornehmeren Dreht man sich nach Westen, sieht man die ganze Gebäudekomplexen gesprenkelt ist. Hier finden sich auch Migjorn-Küste vor sich. Es ist ein phantastisches abgeschiedene Winkel, sehr romantisch und fast geheim, Erlebnis, die ganzen Vorsprünge, Höhlen, Buchten, wie der winzige „Cementeri dels Anglesos“ (Friedhof der Sturzbäche und Dünengebiete, wie Binibeca, Son Bou Engländer), wo viele englische und amerikanische oder Binigaus, vom Meer aus zu entdecken. Cala Galdana Marinesoldaten ihre letzte Ruhe gefunden haben. Das südliche Ufer, das vor dem Tramuntana-Wind
  • 19. Nautik geschützt ist, eignet sich perfekt für Fahrten mit dem Boot. Mit vielen geschützten Stellen und herrlichen geschützt ist. Von Fornells geht es mit dem Boot zu anderen, angrenzenden Gebieten von großer Schönheit Buchten, um darin genüsslich ein Bad zu nehmen. weiter. Zum Beispiel zum Hafen von Addaia mit seinen Biegungen, die aussehen, wie Seen, zum Leuchtturm Nach den Dünen von Son Saura beginnt der westliche von Favàritx, der sich den Stürmen entgegen reckt, zur Teil Menorcas. Die Küste wird felsig, niedrig und Illa d en Colom vor Es Grau, dem Cap Negre. uneben. Und man sieht die Silhouette des Leuchtturms Die Nordküste ist ausgesprochen abwechslungsreich, von Artrutx, der den südöstlichen Scheitelpunkt der sehr malerisch, mit markanten Umrissen und dunklen Insel markiert. Hier liegt Ciutadella, eine gleichförmig Farben. aussehende Küste, felsig, mit einigen Buchten, wie der Cala Blanca oder Cala Santandrina dazwischen. Dann Die Beschaffenheit der Insel macht sie zu einem idealen gelangt man zur Hafeneinfahrt von Ciutadella, die um Ort für viele Sportarten, Da die Entfernungen nie weit einen modernen Wellenbrecher erweitert wurde. Der sind und man viele unterschiedliche Landstriche Hafen von Ciutadella ist kleiner und schmaler, als der vorfindet, ist das Angebot sehr groß. Zu Lande kann man von Mahon. Aber genau deshalb bietet er auch einen wandern, Ausflüge zu Pferd unternehmen, den unglaublichen schönen Anblick. Wenn man mit dem landwirtschaftlichen Wegen mit dem Mountain-Bike Boot aus Mallorca einläuft, ist man fast auf gleicher folgen oder die für den Tourismus angelegten Höhe mit den Häusern, die dicht gedrängt zu beiden Fahrradrouten ausprobieren. Seiten stehen. Man sieht ihre Fenster, ihre Gärten. Als ob der Hafen das genau in der Mitte gelegene Wohnzimmer Zu Wasser gibt es noch mehr Möglichkeiten: eines Hauses wäre. Angefangen bei der Erkundung der Küste mit dem Kajak, bis zum Tauchen, Schnorcheln, Tiefseetauchen. Verlässt man Ciutadella in Richtung Norden, schwingt Mit den Ausflugsbooten gelangt man auch in kleine sich die Küste zu Steilhängen auf, die kräftig vom Wind Buchten und Winkel, die auf dem Landweg schwer zu gebeutelt werden. Man kommt an spektakulären Felsen erreichen sind. Es gibt auch unterschiedliche vorbei, wie dem Kap Bajolí oder Punta Nati. „Multiabenteuerangebote“, die diese Aktivitäten Monochrom, nackt. Die Cala Morell befindet sich hier, in miteinbeziehen und besonders schöne Erlebnistouren, einem felsigen Gebiet, das sich verändert, je weiter man wie Fahrten mit Holzflößen. nach Osten fährt. Dort beginnen bewachsene Hügel, Sandstrände, die Landschaft wird lieblicher, ohne An allen drei Sporthäfen der Insel, also in Mahon, jedoch das Majestätische zu verlieren. Fornells und Ciutadella, kann man alle vorgenannten Sportangebote schnell und einfach reservieren und Der meistbefahrene Teil der Nordküste ist der Hafen von erhält dort auch eine persönliche Auskunft zu jeder Fornells. Man passiert zunächst den Leuchtturm von erdenklichen Frage. Und man erhält auch eine Beratung Cavalleria, der hoch oben auf einem Felsvorsprung steht, zu weiteren Serviceangeboten, wie zur Ausübung um sich danach in die schmale Einfahrt dieses anderer Sportarten, Unterkünften, Autoverleihern, Naturhafens einzufädeln, in dem sich weiter innen eine Reservierungen in Restaurants, etc. kleine Insel befindet. Der Hafen von Fornells ist ein bevorzugtes Ziel für Windsurfer. Bei starkem Wind kann Illa de l’Aire man hier problemlos alles zusammenraffen, weil er sehr 19
  • 21. Meetings Festung La Mola Theater “Teatro Principal” in Mahon Steinbrüche bei S'Hostal Ein Ein Angebot, das auf Menorca wachsende Bedeutung bekommt, ist die Veranstaltung von Tagungen und Kongressen. Die kombinieren. Geschäftliche Versammlungen, Fachkongresse, Events, Tagungen, Incentive- Reisen – es gibt hier eine Vielzahl an außergewöhn überschaubaren Ausmaße der Insel, das Möglichkeiten, weshalb auch das Menorca vielfältige Hotelangebot und vor allem die Convention Bureau entstanden ist, eine verlockenden Strände, Naturschauplätze und Einrichtung, an der Hotels, Restaurants, licher Rahmen das abwechslungsreiche Sport-, Kultur- und Reisebüros, Kongressveranstalter sowie Freizeitangebot sind ein starker Anreiz. Sport- und Freizeitzentren beteiligt sind. Es ist das erklärte Ziel dieser Einrichtung, Und dafür bieten Gebäude, wie das alte Menorca durch Nutzung seiner für Tagungen Teatro Principal in Mahon, die Festung La außergewöhnlichen Natur- und Mola oder auch die Líthica-Steinbrüche (in Kulturschätze zu einem Treffpunkt für Ses Pedreres de S Hostal) einen ebenso Geschäftsleute zu machen. und Kongresse eindrucksvollen, wie einzigartigen Rahmen und lassen sich problemlos mit Veranstaltungen in moderneren Anlagen, wie dem Saal, Sala Polivalente de Es Mercadal“ 21
  • 22. KRANKENHAUS WACHTURM ÄRZTEZENTRUM GOLFPLATZ NATURGEBIET FLUGHAFEN KASTELL ARCHÄOLOGISCHE AUSGRABUNGSSTÄTTE INFORMATION WASSERSPORTARTEN MUSEUM REITSPORT KAPELLE UND SANKTUARIUM WANDERN LEUCHTTURM FAHRRADTOURISMUS 22
  • 23. OIT de Ciutadella - Ciutadella de Menorca Fundació Destí Menorca Plaça Catedral, 5. 07760 Ciutadella Tel: 971 382 693 - Fax: 971 382 667 Email: infomenorcaciutadella@menorca.es www.menorca.es OIT Fornells - Es Mercadal - Fundació Destí Menorca Casa des Contramestre, C/ des Forn s/n. 07748 Fornells Tel: 971 376 437 Email: infomenorcafornells@menorca.es www.menorca.es OIT Aeropuerto de Maó - Fundació Destí Menorca Terminal d'Arribades Aeroport de Menorca Ctra. Sant Climent, s/n. 07700 Maó Tel: 971 356 435 - Fax: 971 157 322 Email: infomenorcaeroport@menorca.es www.menorca.es OIT Maó Centre - Maó - Fundació Destí Menorca Herausgeber: ATB, Agència de Turisme de les Illes Balears (Fremdenverkehrsamt), Plaça Explanada s/n. 07702 Maó Conselleria de Turisme i Treball, Govern de les Illes Balears (Ministeramt für Arbeit Tel: 971 363 790 und Tourismuns in der autonomen Regionalregierung) Email: infomenorcamao@menorca.es Koordination: Amt für Öffentlichkeitsarbeit ATB www.menorca.es Zusammenarbeit: Fundació Destí Menorca OIT Port de Maó - Fundació Destí Menorca Konzept, Design, Layout: dcp3.es Moll de Llevant, 2. 07701 Maó Fotografien: © Mateu Bennàssar, Antonio Garrido, Lluís Real, Jaume Capellà, Tel: 971 355 952 - Fax: 971 352 674 KlausSiepmann, Carles Raurich, Jordi Escandell, Juanjo Pons. Archivo fotográfico ATB, Email: infomenorcaport@menorca.es Fundació Destí Menorca. www.menorca.es Titelfoto: Binibèquer Text: © Carlos Garrido Übersetzungen: Marisa Janer Druck: Gráficas Planisi Hinterlegung von Pflichtexemplaren: PM - 0000 - 2010 Ausgabe: September 2010 Auf Creator Star Papier gedruckt Wenn Sie glauben, dass wir die Ausgabe von diese Broschüre verbessern könnten, ist Port de Sanitja es möglich uns ein Kommentar an publi@ibatur.caib.es zu senden um damit das Nächste zu bessern. Herzlichen Dank.
  • 24. www.illesbalears.es www.menorca.es