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Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium



               Welchen Verkehr wollen wir in Dresden 2025?


               Hubschrauber für alle?
               Wasserstoffautos oder Straßenbahnen?
               Immer staufreies Autofahren?
               Wie viele Brücken?
               undsoweiterundsoweiter ...


wer:           Prof. Dr.-Ing. Udo J. Becker, TU Dresden Verkehrsökologie
wann und wo:   23. September 2008, 19 Uhr, Haydnstr. 1, Dresden



Kontakt:       becker@verkehrsoekologie.de, www.verkehrsoekologie.de       TU DRESDEN
                                                                             Lehrstuhl für
                                                                           Verkehrsökologie
Zum Anfang: Was wünschen Sie sich für Ihr Leben?


Wählen Sie jetzt: Was wünschen Sie sich für Ihr Leben?


                  Eine Dosis:           Fünfmal soviel:       Ihre Wahl:

Arbeit:           1000 €/Monat          5000 € /Monat

Wohnen:           30 m2 Wohnung         150 m2 Wohnung

Auto:             50 PS (150 km/h)      250 PS (250 km/h)

Autos:            1 Auto                5 Autos

Frühstück:        2 Brötchen, 1 Ei      10 Brötchen, 5 Eier

Familie:          1 mal verheiratet     5 mal verheiratet

usw.
Technische Universität Dresden und Verkehrsökologie


  Technische Universität Dresden    - Volluniversität
  früher HfV                        - heute Fakultät:
                                     Verkehrswissenschaften „Friedrich List“


  26 Professuren                    - ca. 2000 Studenten


  Institut                          - Verkehrsplanung und Straßenverkehr
                                      (Planung, Sicherheit, Psychologie, Ökologie)
  Lehrstuhl                         - Verkehrsökologie, Team von ca. 12 Leuten


  Wir beschäftigen uns              - mit Umwelt und Verkehr
                                    - und unterscheiden Mobilität und Verkehr

Verkehrsökologie
Lehrstuhl für Verkehrsökologie – einige Forschungsprojekte

  - Internalisierung externer Kosten des Verkehrs, Landesamt für Umwelt und Geologie, bis 2006.
  - Bildungsportal Sachsen, Ministerium für Wissenschaft und Kunst, bis 2005
  - Handlungsempfehlungen für umweltfreundlichen, attraktiven, leistungsfähigen ÖPNV, UBA, 2005
  - Dynamisiertes Emissionskataster, Landesamt für Umwelt und Geologie, 1994 -2004
  - Umweltwirkungen einer Durchsetzung von Geschwindigkeitsbegrenzungen, UBA, 2004
  - Energieprogramm Sachsen,Teilprojekt „Verkehr“, Ministerium für Wirtschaft und Arbeit, 2003 - 2004
  - Partikelemissionen und Emissionsfaktoren, Landesamt für Umwelt und Geologie, 2003 - 2004
  - Lärmkataster Sachsen, Landesamt für Umwelt und Geologie, 2003 - 2004
  - Promotion Of Results In Transport Research And Learning, PORTAL - Test Site, 2000 - 2003
  - Ökobilanz für den Verkehrsverbund Oberelbe, VVO, 2001 - 2002.
  - Emissionsabschätzung von Ausfallstraßen in Dresden – Vorher/Nachher, LH Dresden, 2001
  - „TECH-Clinics“, Künftige Arbeitsfelder und Themen im Verkehr, Europäische Kommission, 2007-2009
  - CO2-Emissionsprognose für den Verkehr Sachsens, Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft, 2000
  - Auswertung von Luftschadstoffmessungen, Umweltamt der LH Dresden, 1999

Verkehrsökologie
Einführung


Welchen Verkehr wollen wir in Dresden 2025?


... dann sind Sie vielleicht Anfang/Mitte 30 ...
... hoffentlich geht es Ihnen dann richtig gut und alle Sorgen sind gelöst ...


Also, viele wünschen sich dann:
    •     Geld, viel Geld,
    •     noch mehr Geld
    •     Autos, größere und stärkere Autos
    •     Party, mehr Party, Riesen-Party
    •     Familie, Haus, Kinder:                                   GLÜCK !!! ??? !!!


Na, ist doch klar: Mehr Geld und mehr Autos und mehr Party = mehr Glück.
... Agenda I der Menschheit:        „Mehr ist besser!“...


Mehr Vorräte sind besser. Mehr Geld ist besser. Mehr Wachstum.
Mehr Straßen, mehr Autos. Mehr Kilometer ... Mehr Glück. Mehr Raum (für mich)




Das bedeutet: wer sich nicht darum kümmert, dass er mehr kriegt, ist doof.
Dazu muss man schon mal die Ellenbogen einsetzen! Mehr ist immer besser!
... und was wollen Sie im Verkehr?

Bitte:
Wenn ich Ihnen einen Porsche schenke, würden Sie ihn nehmen?
Und noch einen Mercedes dazu? Würden Sie den auch nehmen?


Bitte:
Wenn ich jedem Dresdner einen Porsche schenke, fänden Sie das gut?
Und noch einen Mercedes dazu? Fänden Sie das dann auch noch gut?



Ganz schnell:
Möchten Sie in Dresden leben, wenn jeder noch zwei Autos extra hat?
Warum nicht? Hat das Rückkopplungen für Sie?
Überall im Leben gibt es Rückkopplungen, Beispiel Verkehr


                                Autos stehen im Stau:
                                Unnötige Zeitverluste,
                                unnötiger Verbrauch,
                                Lärm, Frust ...



Verhaltensanpassungen:                                         Die Straße wird ausgebaut:
Auch mancher, der eigentlich           Immer mehr              Endlich fließt alles wieder!
nicht will,muss jetzt weiter                                   Verkehr ist wieder attraktiv,
fahren: Struktur der langen         Fahrzeugkilometer          und Menschen reagieren
Wege (Zersiedelung).                                           ökonomisch sinnvoll.
                                    für die selben Ziele




         Die Raumstrukturen                          Neuer Autoverkehr:
         ändern sich, Läden, Jobs                    Zusätzliche Fahrten, vor
         etc. passen sich an.                        allem weitere Fahrten.
... Agenda I der Menschheit:        „Mehr ist besser!“...


Mehr Vorräte sind besser. Mehr Geld ist besser. Mehr Wachstum.
Mehr Straßen, mehr Autos. Mehr Kilometer ... Mehr Glück. Mehr Raum (für mich)




... alle ziehen nach, Raumnutzung verändert sich: Läden schließen, Zersiedelung.
Mehr Verkehr. Mehr Lärm, mehr Abgas, mehr Energie, mehr CO2, mehr Unfälle ...
Mehr Geld, mehr Zeit, mehr Stress, mehr Schäden, mehr Steuern: ist das besser?
Wie sagte ich vorhin: Immer mehr Fahrzeugkilometer für die selben Ziele !
Eine kleine Verkehrsgeschichte


Verkehr bis vor 300 Jahren


                                         Kirche, Markt, 5 Häuser



 Brücke an einem Fernweg




                                         Dorf (strategischer Hügel)
König/Kanzlerin entscheiden


Wir brauchen eine neue Chaussee


                                     Große Stadt




                                            Dorf
Die Menschen finden das immer besser


1930 in Los Angeles, 1970 in Köln, 2000 in Dresden


                                                     Große Stadt




                        Stau

                                                            Dorf
Was sagen Ingenieure?


Die Analyse


                                                      Große Stadt




                     100 000 Fzg. Stau, Lärm, Abgas



                                                             Dorf

                                50 000 Fzg. normal


50 000 Fzg. normal
                                                               5 000 Fzg. normal
Also mehr ist immer besser


Die logische Planung


                                     Große Stadt




                                            Dorf
Und das erwarten die Planer


... Alle Planzahlen im grünen Bereich, los geht’s!


                                                      Große Stadt




                                                      45 000 Fzg. normal
                55 000 Fzg. normal

                                                              Dorf

                                  5 000 Fzg. normal



 50 000 Fzg. normal                                             5 000 Fzg. normal
Das entsteht dann in Systemen („systematisch“)


Und das kommt drei Jahre nach Eröffnung raus:

Es wird häufiger und weiter gefahren
         mit dem Auto auf die grüne Wiese             Große Stadt




                                            60 000 Fzg. Stau, Lärm, Abgas



                                                              Dorf




                                                 10 000 Fzg. Lärm, Abgas
Deutschland seit 1950 – Verkehrsleistung in Mrd. P*km

                                                   Personenverkehr - Verkehrsleistung (Quelle: Verkehr in Zahlen)

                              1200




                              1000




                               800
Verkehrsleistung [Mrd. Pkm]




                               600




                               400                                                                     Eisenbahnen
                                                                                                       Öffentl. Straßenpersonenverkehr
                                                                                                       Luftverkehr
                                                                                                       Motorisierter Individualverkehr
                                                                                                       Verkehr insgesamt
                               200




                                 0
                                     1950   1955     1960    1965    1970    1975    1980    1985    1990        1995         2000
Deutschland seit 1950 – Endenergieverbrauch

                                          Endenergieverbrauch im Verkehr (Quelle: Verkehr in Zahlen)

                   70000




                   60000




                   50000

                                                                                                        Schienenverkehr (DK)
                                                                                                        Binnenschifffahrt (DK)
                                                                                                        Luftfahrt (FK)
Mio. kg pro Jahr




                   40000
                                                                                                        Straßenverkehr (VK)
                                                                                                        Straßenverkehr (DK)
                                                                                                        Straßenverkehr gesamt
                   30000                                                                                Verkehr gesamt (ohne Elektro)




                   20000




                   10000




                      0
                           1950   1955   1960   1965   1970   1975   1980   1985   1990   1995   2000
Alle schimpfen: Das wollten wir nicht ...


Erst jetzt werden Umwelteffekte richtig klar:
Lärm, Abgase, Fläche, CO2, Trennwirkung, usw.

                                                   Große Stadt




                                                          Dorf



                                                Stau
... und jetzt?


Wie geht das jetzt weiter? 2025 sind Sie Anfang/Mitte Dreißig:


... mehr Autos, mehr Verkehr, mehr Ortsumfahrungen und Autobahnen


... mehr Energie, mehr Geld: ich wette, 2025 kostet ein Liter Kraftstoff 7,50 €


... mehr Abgas, mehr Lärm, schlechte Gesundheit


... höhere Krankenkassenbeiträge (Gesundheit), mehr Steuern (Straßenunterhalt)


... Zersiedelung: Viel Verkehr für wenig Mobilität!
Wissenschaftlich: Sinkender Grenznutzen (z.B. Gossen 1854)




                                                5. Gut:
                                              0,1 € Nutzen


Nutzen (€)
                                                Kosten (€)
             5
                          1. Gut:
             4
                         4 € Nutzen
             3

             2

             1


                 0   1     2   3      4   5      Menge der Güter
Privatisierung und Externalisierung



 A. Vorteile meines Handelns für mich allein sichern:   Privatisieren
 B. Nachteile meines Handelns auf andere verlagern: Externalisieren


          B 1. Auf andere Menschen/Gesellschaften: Lärm, Abgase, Steuern
          B 2. Auf andere Räume:                        Ausfallstraße, NOx, O3,
                                                        Bohrinsel, Schreddermüll
          B 3. Auf andere Zeiten:                       CO2, O3, Schreddermüll, Pt


           Externalisierung auf andere Menschen, Räume und Zeiten
      Entkopplung von Wirkungen und verzerrte Entscheidungen: Vergeudung


Verlagerung von Kosten auf Andere: Richtig unsozial, teuer, umweltschädlich, dumm !
... Agenda I der Menschheit:         „Mehr ist besser!“...


Immer mehr und immer mehr ....       wird irgendwann einfach richtig dumm.




... Es kommt gar nicht darauf an, dass ich mehr habe (und alle anderen weniger) ....


... Denn dann bin ich ganz allein, und keiner hilft mir, wenn ich es mal brauche ...


... Es kommt eigentlich viel mehr darauf an, dass wir genug haben – alle !




Alle Menschen der Erde sollen von nichts zuwenig – und von nichts zuviel haben.
Der Unterschied zwischen Aufgabe und Instrument:


                   Nicht
                   zuhause                Infrastruktur:
                   möglich:                                      (Um-) Welt
                   Nachfrage              das Angebot
Bedürfnisse




                         Persönliche Entscheidung




WOFÜR? Mobilitätsbefriedigung!                      WIE? Mit Verkehr!
     Bedürfnisse                                           Instrumente
Mobilität und Verkehr – Begriffe


Mobilität                 Bewegung, Beweglichkeit: Bedürfnisseite
                          die Ursache, der Zweck, der Anlass, die Aufgabe



Verkehr                   Umsetzung in einer Bewegung: Instrumentenseite
                          dienendes Instrument zur Umsetzung von Mobilität



Was will unser Land?      Bedürfnisse für alle sicher stellen: Mobilität.


Und wie?                  Mit wenig Aufwand, Geld, Lärm, CO2: wenig Verkehr!



       Bedürfnisgerechte Mobilität (für alle) mit weniger Verkehr.
Nachhaltige Entwicklung: Brundtland-Definition



Nachhaltige Entwicklung               ist eine Entwicklung,

      1. die die Bedürfnisse der heute Lebenden befriedigt und

      2. die es künftigen Generationen ermöglicht,
         (dann) ihre Bedürfnisse zu befriedigen.

Im Verkehrswesen:

      1. Die Mobilitätsbedürfnisse aller Menschen heute decken ...

      2. aber mit weniger Risiken, Externalisierungen, Abgasen,
         Flächen, Lärm, Ungerechtigkeiten, Versauerungen, CO2, ...

      Bedürfnisgerechte Mobilität (für alle) mit weniger Verkehr.
Was bedeutet das alles für Ihr Leben?


Zukunft gestalten, Verantwortung übernehmen:
   Nachhaltige Entwicklung !


1.   Sie leben in einer Gesellschaft mit Rückkopplungen: Immer! Garantiert!
2.   Man trifft sich immer mehrfach: Sie brauchen auch den Schwächsten noch.
3.   Beispiel: In Schule oder Beruf: Mach ich es nur für die Noten (oder für Geld)?
     Oder mache ich es aus Interesse und Spaß?
     Ersteres ist trickreich ... frustrierend ... stressig ... ärmlich ... dumm.
     Letzteres ist mühsam ... beeindruckend ... interessant ... verdienend.
4.   Denken Sie voraus – Was passiert nach Ihrer Handlung? Was macht der
     Andere dann? Was passiert, wenn das alle machen? (Flaschen zerdeppern,
     sprayen, keine Steuern zahlen, Zeche prellen, Abgase, nachts Krach ...
5.   Ich wünsche Ihnen viel Kraft, Erfolg, Freude, Freunde und GLÜCK. Darum
     geht es. Ihnen allen eine glückliche Schulzeit - und ein glückliches Leben.
Also: Was wünschen Sie sich für Ihr Leben?


Wählen Sie jetzt: Was wünschen Sie sich für Ihr Leben?


                  Eine Dosis:            Fünfmal soviel:       Ihre Wahl:

Arbeit:           1000 €/Monat           5000 € /Monat

Wohnen:           30 m2 Wohnung          150 m2 Wohnung

Auto:             50 PS (150 km/h)       250 PS (250 km/h)

Autos:            1 Auto                 5 Autos

Frühstück:        2 Brötchen, 1 Ei       10 Brötchen, 5 Eier

Familie:          1 mal verheiratet      5 mal verheiratet

usw.
Zusammenfassung


Welchen Verkehr 2025?          - mobil sein mit wenig Verkehr
Hubschrauber für alle?         - ganz sicher nicht, ein Alptraum
Wasserstoffautos?              - woher kommt die Energie?
Straßenbahnen?                 - aber ganz sicher, regenerativ
Immer staufreies Autofahren?   - gibt es nicht, ein Alptraum
Wie viele Brücken?             - die genau richtige Menge
Worum geht es uns?             - um Glück.
Glück ist                      - die genau richtige Menge von allem.
                                       Nie zuviel, nie zuwenig, für alle.


            Ich wünsche Ihnen ein glückliches Leben, dankeschön.

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Verkehrsökologe Udo Becker über den Verkehr in Dresden im Jahre 2025

  • 1. Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium Welchen Verkehr wollen wir in Dresden 2025? Hubschrauber für alle? Wasserstoffautos oder Straßenbahnen? Immer staufreies Autofahren? Wie viele Brücken? undsoweiterundsoweiter ... wer: Prof. Dr.-Ing. Udo J. Becker, TU Dresden Verkehrsökologie wann und wo: 23. September 2008, 19 Uhr, Haydnstr. 1, Dresden Kontakt: becker@verkehrsoekologie.de, www.verkehrsoekologie.de TU DRESDEN Lehrstuhl für Verkehrsökologie
  • 2. Zum Anfang: Was wünschen Sie sich für Ihr Leben? Wählen Sie jetzt: Was wünschen Sie sich für Ihr Leben? Eine Dosis: Fünfmal soviel: Ihre Wahl: Arbeit: 1000 €/Monat 5000 € /Monat Wohnen: 30 m2 Wohnung 150 m2 Wohnung Auto: 50 PS (150 km/h) 250 PS (250 km/h) Autos: 1 Auto 5 Autos Frühstück: 2 Brötchen, 1 Ei 10 Brötchen, 5 Eier Familie: 1 mal verheiratet 5 mal verheiratet usw.
  • 3. Technische Universität Dresden und Verkehrsökologie Technische Universität Dresden - Volluniversität früher HfV - heute Fakultät: Verkehrswissenschaften „Friedrich List“ 26 Professuren - ca. 2000 Studenten Institut - Verkehrsplanung und Straßenverkehr (Planung, Sicherheit, Psychologie, Ökologie) Lehrstuhl - Verkehrsökologie, Team von ca. 12 Leuten Wir beschäftigen uns - mit Umwelt und Verkehr - und unterscheiden Mobilität und Verkehr Verkehrsökologie
  • 4. Lehrstuhl für Verkehrsökologie – einige Forschungsprojekte - Internalisierung externer Kosten des Verkehrs, Landesamt für Umwelt und Geologie, bis 2006. - Bildungsportal Sachsen, Ministerium für Wissenschaft und Kunst, bis 2005 - Handlungsempfehlungen für umweltfreundlichen, attraktiven, leistungsfähigen ÖPNV, UBA, 2005 - Dynamisiertes Emissionskataster, Landesamt für Umwelt und Geologie, 1994 -2004 - Umweltwirkungen einer Durchsetzung von Geschwindigkeitsbegrenzungen, UBA, 2004 - Energieprogramm Sachsen,Teilprojekt „Verkehr“, Ministerium für Wirtschaft und Arbeit, 2003 - 2004 - Partikelemissionen und Emissionsfaktoren, Landesamt für Umwelt und Geologie, 2003 - 2004 - Lärmkataster Sachsen, Landesamt für Umwelt und Geologie, 2003 - 2004 - Promotion Of Results In Transport Research And Learning, PORTAL - Test Site, 2000 - 2003 - Ökobilanz für den Verkehrsverbund Oberelbe, VVO, 2001 - 2002. - Emissionsabschätzung von Ausfallstraßen in Dresden – Vorher/Nachher, LH Dresden, 2001 - „TECH-Clinics“, Künftige Arbeitsfelder und Themen im Verkehr, Europäische Kommission, 2007-2009 - CO2-Emissionsprognose für den Verkehr Sachsens, Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft, 2000 - Auswertung von Luftschadstoffmessungen, Umweltamt der LH Dresden, 1999 Verkehrsökologie
  • 5. Einführung Welchen Verkehr wollen wir in Dresden 2025? ... dann sind Sie vielleicht Anfang/Mitte 30 ... ... hoffentlich geht es Ihnen dann richtig gut und alle Sorgen sind gelöst ... Also, viele wünschen sich dann: • Geld, viel Geld, • noch mehr Geld • Autos, größere und stärkere Autos • Party, mehr Party, Riesen-Party • Familie, Haus, Kinder: GLÜCK !!! ??? !!! Na, ist doch klar: Mehr Geld und mehr Autos und mehr Party = mehr Glück.
  • 6. ... Agenda I der Menschheit: „Mehr ist besser!“... Mehr Vorräte sind besser. Mehr Geld ist besser. Mehr Wachstum. Mehr Straßen, mehr Autos. Mehr Kilometer ... Mehr Glück. Mehr Raum (für mich) Das bedeutet: wer sich nicht darum kümmert, dass er mehr kriegt, ist doof. Dazu muss man schon mal die Ellenbogen einsetzen! Mehr ist immer besser!
  • 7. ... und was wollen Sie im Verkehr? Bitte: Wenn ich Ihnen einen Porsche schenke, würden Sie ihn nehmen? Und noch einen Mercedes dazu? Würden Sie den auch nehmen? Bitte: Wenn ich jedem Dresdner einen Porsche schenke, fänden Sie das gut? Und noch einen Mercedes dazu? Fänden Sie das dann auch noch gut? Ganz schnell: Möchten Sie in Dresden leben, wenn jeder noch zwei Autos extra hat? Warum nicht? Hat das Rückkopplungen für Sie?
  • 8. Überall im Leben gibt es Rückkopplungen, Beispiel Verkehr Autos stehen im Stau: Unnötige Zeitverluste, unnötiger Verbrauch, Lärm, Frust ... Verhaltensanpassungen: Die Straße wird ausgebaut: Auch mancher, der eigentlich Immer mehr Endlich fließt alles wieder! nicht will,muss jetzt weiter Verkehr ist wieder attraktiv, fahren: Struktur der langen Fahrzeugkilometer und Menschen reagieren Wege (Zersiedelung). ökonomisch sinnvoll. für die selben Ziele Die Raumstrukturen Neuer Autoverkehr: ändern sich, Läden, Jobs Zusätzliche Fahrten, vor etc. passen sich an. allem weitere Fahrten.
  • 9. ... Agenda I der Menschheit: „Mehr ist besser!“... Mehr Vorräte sind besser. Mehr Geld ist besser. Mehr Wachstum. Mehr Straßen, mehr Autos. Mehr Kilometer ... Mehr Glück. Mehr Raum (für mich) ... alle ziehen nach, Raumnutzung verändert sich: Läden schließen, Zersiedelung. Mehr Verkehr. Mehr Lärm, mehr Abgas, mehr Energie, mehr CO2, mehr Unfälle ... Mehr Geld, mehr Zeit, mehr Stress, mehr Schäden, mehr Steuern: ist das besser? Wie sagte ich vorhin: Immer mehr Fahrzeugkilometer für die selben Ziele !
  • 10. Eine kleine Verkehrsgeschichte Verkehr bis vor 300 Jahren Kirche, Markt, 5 Häuser Brücke an einem Fernweg Dorf (strategischer Hügel)
  • 11. König/Kanzlerin entscheiden Wir brauchen eine neue Chaussee Große Stadt Dorf
  • 12. Die Menschen finden das immer besser 1930 in Los Angeles, 1970 in Köln, 2000 in Dresden Große Stadt Stau Dorf
  • 13. Was sagen Ingenieure? Die Analyse Große Stadt 100 000 Fzg. Stau, Lärm, Abgas Dorf 50 000 Fzg. normal 50 000 Fzg. normal 5 000 Fzg. normal
  • 14. Also mehr ist immer besser Die logische Planung Große Stadt Dorf
  • 15. Und das erwarten die Planer ... Alle Planzahlen im grünen Bereich, los geht’s! Große Stadt 45 000 Fzg. normal 55 000 Fzg. normal Dorf 5 000 Fzg. normal 50 000 Fzg. normal 5 000 Fzg. normal
  • 16. Das entsteht dann in Systemen („systematisch“) Und das kommt drei Jahre nach Eröffnung raus: Es wird häufiger und weiter gefahren mit dem Auto auf die grüne Wiese Große Stadt 60 000 Fzg. Stau, Lärm, Abgas Dorf 10 000 Fzg. Lärm, Abgas
  • 17. Deutschland seit 1950 – Verkehrsleistung in Mrd. P*km Personenverkehr - Verkehrsleistung (Quelle: Verkehr in Zahlen) 1200 1000 800 Verkehrsleistung [Mrd. Pkm] 600 400 Eisenbahnen Öffentl. Straßenpersonenverkehr Luftverkehr Motorisierter Individualverkehr Verkehr insgesamt 200 0 1950 1955 1960 1965 1970 1975 1980 1985 1990 1995 2000
  • 18. Deutschland seit 1950 – Endenergieverbrauch Endenergieverbrauch im Verkehr (Quelle: Verkehr in Zahlen) 70000 60000 50000 Schienenverkehr (DK) Binnenschifffahrt (DK) Luftfahrt (FK) Mio. kg pro Jahr 40000 Straßenverkehr (VK) Straßenverkehr (DK) Straßenverkehr gesamt 30000 Verkehr gesamt (ohne Elektro) 20000 10000 0 1950 1955 1960 1965 1970 1975 1980 1985 1990 1995 2000
  • 19. Alle schimpfen: Das wollten wir nicht ... Erst jetzt werden Umwelteffekte richtig klar: Lärm, Abgase, Fläche, CO2, Trennwirkung, usw. Große Stadt Dorf Stau
  • 20. ... und jetzt? Wie geht das jetzt weiter? 2025 sind Sie Anfang/Mitte Dreißig: ... mehr Autos, mehr Verkehr, mehr Ortsumfahrungen und Autobahnen ... mehr Energie, mehr Geld: ich wette, 2025 kostet ein Liter Kraftstoff 7,50 € ... mehr Abgas, mehr Lärm, schlechte Gesundheit ... höhere Krankenkassenbeiträge (Gesundheit), mehr Steuern (Straßenunterhalt) ... Zersiedelung: Viel Verkehr für wenig Mobilität!
  • 21. Wissenschaftlich: Sinkender Grenznutzen (z.B. Gossen 1854) 5. Gut: 0,1 € Nutzen Nutzen (€) Kosten (€) 5 1. Gut: 4 4 € Nutzen 3 2 1 0 1 2 3 4 5 Menge der Güter
  • 22. Privatisierung und Externalisierung A. Vorteile meines Handelns für mich allein sichern: Privatisieren B. Nachteile meines Handelns auf andere verlagern: Externalisieren B 1. Auf andere Menschen/Gesellschaften: Lärm, Abgase, Steuern B 2. Auf andere Räume: Ausfallstraße, NOx, O3, Bohrinsel, Schreddermüll B 3. Auf andere Zeiten: CO2, O3, Schreddermüll, Pt Externalisierung auf andere Menschen, Räume und Zeiten Entkopplung von Wirkungen und verzerrte Entscheidungen: Vergeudung Verlagerung von Kosten auf Andere: Richtig unsozial, teuer, umweltschädlich, dumm !
  • 23. ... Agenda I der Menschheit: „Mehr ist besser!“... Immer mehr und immer mehr .... wird irgendwann einfach richtig dumm. ... Es kommt gar nicht darauf an, dass ich mehr habe (und alle anderen weniger) .... ... Denn dann bin ich ganz allein, und keiner hilft mir, wenn ich es mal brauche ... ... Es kommt eigentlich viel mehr darauf an, dass wir genug haben – alle ! Alle Menschen der Erde sollen von nichts zuwenig – und von nichts zuviel haben.
  • 24. Der Unterschied zwischen Aufgabe und Instrument: Nicht zuhause Infrastruktur: möglich: (Um-) Welt Nachfrage das Angebot Bedürfnisse Persönliche Entscheidung WOFÜR? Mobilitätsbefriedigung! WIE? Mit Verkehr! Bedürfnisse Instrumente
  • 25. Mobilität und Verkehr – Begriffe Mobilität Bewegung, Beweglichkeit: Bedürfnisseite die Ursache, der Zweck, der Anlass, die Aufgabe Verkehr Umsetzung in einer Bewegung: Instrumentenseite dienendes Instrument zur Umsetzung von Mobilität Was will unser Land? Bedürfnisse für alle sicher stellen: Mobilität. Und wie? Mit wenig Aufwand, Geld, Lärm, CO2: wenig Verkehr! Bedürfnisgerechte Mobilität (für alle) mit weniger Verkehr.
  • 26. Nachhaltige Entwicklung: Brundtland-Definition Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, 1. die die Bedürfnisse der heute Lebenden befriedigt und 2. die es künftigen Generationen ermöglicht, (dann) ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Im Verkehrswesen: 1. Die Mobilitätsbedürfnisse aller Menschen heute decken ... 2. aber mit weniger Risiken, Externalisierungen, Abgasen, Flächen, Lärm, Ungerechtigkeiten, Versauerungen, CO2, ... Bedürfnisgerechte Mobilität (für alle) mit weniger Verkehr.
  • 27. Was bedeutet das alles für Ihr Leben? Zukunft gestalten, Verantwortung übernehmen: Nachhaltige Entwicklung ! 1. Sie leben in einer Gesellschaft mit Rückkopplungen: Immer! Garantiert! 2. Man trifft sich immer mehrfach: Sie brauchen auch den Schwächsten noch. 3. Beispiel: In Schule oder Beruf: Mach ich es nur für die Noten (oder für Geld)? Oder mache ich es aus Interesse und Spaß? Ersteres ist trickreich ... frustrierend ... stressig ... ärmlich ... dumm. Letzteres ist mühsam ... beeindruckend ... interessant ... verdienend. 4. Denken Sie voraus – Was passiert nach Ihrer Handlung? Was macht der Andere dann? Was passiert, wenn das alle machen? (Flaschen zerdeppern, sprayen, keine Steuern zahlen, Zeche prellen, Abgase, nachts Krach ... 5. Ich wünsche Ihnen viel Kraft, Erfolg, Freude, Freunde und GLÜCK. Darum geht es. Ihnen allen eine glückliche Schulzeit - und ein glückliches Leben.
  • 28. Also: Was wünschen Sie sich für Ihr Leben? Wählen Sie jetzt: Was wünschen Sie sich für Ihr Leben? Eine Dosis: Fünfmal soviel: Ihre Wahl: Arbeit: 1000 €/Monat 5000 € /Monat Wohnen: 30 m2 Wohnung 150 m2 Wohnung Auto: 50 PS (150 km/h) 250 PS (250 km/h) Autos: 1 Auto 5 Autos Frühstück: 2 Brötchen, 1 Ei 10 Brötchen, 5 Eier Familie: 1 mal verheiratet 5 mal verheiratet usw.
  • 29. Zusammenfassung Welchen Verkehr 2025? - mobil sein mit wenig Verkehr Hubschrauber für alle? - ganz sicher nicht, ein Alptraum Wasserstoffautos? - woher kommt die Energie? Straßenbahnen? - aber ganz sicher, regenerativ Immer staufreies Autofahren? - gibt es nicht, ein Alptraum Wie viele Brücken? - die genau richtige Menge Worum geht es uns? - um Glück. Glück ist - die genau richtige Menge von allem. Nie zuviel, nie zuwenig, für alle. Ich wünsche Ihnen ein glückliches Leben, dankeschön.