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lite
                                      Grammatik
Abraham P. ten Cate




Elementargrammatik Deutsch für niederländischsprachige
Studierende an Hochschulen und Universitäten.
Mit Übungen.
Vormgeving omslag
DBD design/Ruurd de Boer


Bestellingen
Uitgeverij EK-Tekst
www.ektekst.nl




Copyright © 2010 A.P. ten Cate, Groningen, The Netherlands


ISBN 978-94-90030-08-7



Alle rechten voorbehouden. Niets uit deze uitgave mag worden verveelvoudigd, opgeslagen
in een geautomatiseerd gegevensbestand, of openbaar gemaakt, in enige vorm of op enige
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zonder voorafgaande schriftelijke toestemming van de copyright-houder.


All rights reserved. No part of this publication may be reproduced, stored in a retrieval system,
or transmitted, in any form or by any means, electronic, mechanical, photocopying, recording, or
otherwise, without the prior written permission of the copyright-holder.
Vorwort



Diese „Grammatik lite“ ist eine kurze Einführung in die deutsche Grammatik für Studierende
an Universitäten und Hochschulen im niederländischen Sprachgebiet. Sie beabsichtigt die
Basis für eine grammatisch korrekte Beherrschung des Deutschen zu legen und ein Ausgangs-
punkt für eine sinnvolle Vertiefung in späteren Fasen des Studiums zu sein. Dies wird
dadurch erleichtert, dass (1.) diese Grammatik auch selbst auf Deutsch verfasst ist; (2.) sie auf
gängigem Deutsch fußt und (3.) sie sich terminologisch an eine weiterführende Grammatik1
anlehnt.
Der Autor dankt Dr. M. Vliegen, Drs. M.H. ten Cate-Toren und seinen Studenten für kritische
Hinweise und lädt die Benutzer dieser Grammatik herzlich ein ihm etwaige Bemerkungen und
Korrekturen zugehen zu lassen.


Abraham P. ten Cate                                                     Groningen, im Juli 2010




1
 A.P. ten Cate, H.G. Lodder, A. Kootte. Deutsche Grammatik. Eine kontrastiv deutsch-niederländische
Beschreibung für den Fremdspracherwerb. Bussum: Coutinho, 3. Auflage 2008.
Inhalt



1 Syntax                                                       1
  1 Der einfache Satz                                          1
  2 Der komplexe Satz                                          5
  3 Die Stellung des Verbs im Satz                             7

2 Das Verb                                                     9
  1 Die Konjugation der Verben                                10
    1.1 Indikativ- und Imperativformen; Infinite Verbformen   10
         1.1.1 Die regelmäßigen Verben                        10
         1.1.2 Die unregelmäßigen Verben                      11
    1.2 Die Konjunktivformen                                  14
    1.3 Ersatzinfinitiv statt 2. Partizip                     15
    1.4 Liste unregelmäßiger, ‚starker’ Verben                16
    1.5 Haben oder sein in Perfekt und Plusquamperfekt        21
    1.6 Trennbare und untrennbare Verben                      22
  2 Der Gebrauch des Konjunktivs                              24
  3 Das Modalverb                                             26
    3.1 Modalverben                                           26
    3.2 Modalitätsverben und der modale Infinitiv             29
  4 Das Passiv                                                31
    4.1 Die Formen des Passivs                                31
    4.2 Besonderheiten der Passivbildung                      32
    4.3 Passivbildung bei Verben mit einem Dativobjekt        32
    4.4 Von und durch in Passivsätzen                         33
    4.5 Passivähnliche Konstruktionen                         33
  5 Die Infinitkonstruktion                                   36
    5.1 Infinitivkonstruktionen                               36
    5.2 Partizipialkonstruktionen                             38
  6 Die Rektion der Verben                                    40

3 Das Bestimmwort                                             51
  1 Die Formen der Bestimmwörter                              51
  2 Der Gebrauch des Artikels                                 52

4 Das Adjektiv                                                59
  1 Die Deklination des Adjektivs                             59
  2 Komparation                                               64
2.1 Formen von Komparativ und Superlativ               64
    2.2 Gebrauch von Positiv, Komparativ und Superlativ    66
  3 Besondere Adjektivgruppen                              67
  4 Die Rektion des Adjektivs                              70
  5 Das Zahlwort                                           72

5 Das Substantiv                                           75
  1 Das Genus des Substantivs                              75
    1.1 Das Genus der Bezeichnungen von Lebewesen          75
    1.2 Männliche Substantive                              76
    1.3 Weibliche Substantive                              76
    1.4 Neutrale Substantive                               77
    1.5 Deutsch-niederländische Genusunterschiede          79
  2 Die Deklination des Substantivs                        82
    2.1 Die Singulardeklination                            82
    2.2 Die Pluraldeklination                              84
    2.3 Übersicht der Singular- und Pluralklassen          88
    2.4 Die Deklination von Namen                          89
  3 Die Rektion des Substantivs                            92

6 Das Pronomen                                             93
  1   Das Personalpronomen                                 93
  2   Das Reflexiv- und das Reziprokpronomen               95
  3   Das Possessivpronomen                                97
  4   Das Demonstrativpronomen                             98
  5   Das Interrogativpronomen                            100
  6   Das Relativpronomen                                 101
  7   Das Indefinitpronomen                               104
  8   Das Pronominaladverb                                107

7 Die Präposition                                         109

8 Das Adverb                                              121
  1 Lokale Adverbien                                      121
  2 Temporale Adverbien                                   122
  3 Andere Adverbien                                      122

9 Die Konjunktion                                         125
  1 Koordinierende Konjunktionen                          125
  2 Subordinierende Konjunktionen                         126

10 Orthografie und Interpunktion                          131

Grammatisches Glossar                                     135
  1 Deutsch – Niederländisch                              135
  2 Niederländisch – Deutsch                              139
1 Syntax



   Die Syntax gibt eine Beschreibung der Struktur des Satzes.


  1 Der einfache Satz
   Ein einfacher Satz ist immer ein Hauptsatz. Sätze sind aus Satzgliedern aufgebaut,
   nämlich aus einem Prädikat und den nominalen Satzgliedern. Nominale Satzglieder
   sind u.a. das Subjekt und das Objekt. Satzglieder lassen sich als Ganzes verschieben:
             Im Herbst + haben + die Bauern + immer + viel + zu tun.
             Haben + die Bauern + im Herbst + immer + viel + zu tun?
             Die Bauern + haben + im Herbst + immer + viel + zu tun.
             Immer + haben + die Bauern + im Herbst + viel + zu tun.
             Viel + haben + die Bauern + im Herbst + immer + zu tun.
             Zu tun + haben + die Bauern + im Herbst + immer + viel.
   Das Prädikat besteht hier aus den zwei Teilen haben und zu tun. Diese Teile bilden in
   Hauptsätzen eine ‚verbale Klammer’, die andere Satzglieder einschließt. In
   Nebensätzen sind die Prädikatsteile vereint, das finite Verb (Finitum) steht dann am
   Satzende:
             (Der Minister sagte, dass) die Bauern + im Herbst + immer + viel + zu tun haben.
   Nebensätze haben also eine andere Verbstellung als Hauptsätze; sie werden durch ein
   Komma vom Hauptsatz abgetrennt.

   1 DAS PRÄDIKAT
     Das Prädikat ist der Satzteil, der das Verb oder die Verben des Satzes enthält.
      Finite Verbformen kongruieren in Person und Numerus mit dem Subjekt. An
      der finiten Verbform werden außerdem Tempus und Modus ausgedrückt:
             Ich komme. (1. PERSON, SINGULAR, PRÄSENS, INDIKATIV)
       Infinit sind die nichtkonjugierten Verbformen: der Infinitiv (kommen), das
       1. Partizip (kommend) und das 2. Partizip (gekommen).
       Vollverben können selbständig das Prädikat eines Satzes bilden:
             Uwe liest die Zeitung.
       Eine Kopula verbindet das Subjekt mit einem Adjektiv oder Substantiv, dem
       ‚Prädikativ‘. Die gebräuchlichsten Kopulae sind sein, werden und bleiben:
             Uwe (SUBJEKT) ist (KOPULA) stark (PRÄDIKATIV).
             Uwe und Jörg werden gute Handwerker.
             Serge bleibt ein unverbesserlicher Optimist.
       Sein und bleiben können auch Vollverben sein, sein und werden kommen auch
Kapitel 1: Syntax                                                                                2

    als Hilfsverben vor. Sein ist also sowohl Kopula wie Hilfsverb und Vollverb!
    Hilfsverben kommen zusammen mit einer infiniten Verbform im Prädikat vor.
    Es gibt temporale und modale Hilfsverben, und die Hilfsverben des Passivs:
          Dietrich hat sein Buch vergessen. (TEMPORALES HILFSVERB)
          Wolfgang kann sich nicht mehr an die Verabredung erinnern. (MODALES HILFSVERB)
          Das Buch wird von Esther ins Regal gestellt. (HILFSVERB DES PASSIVS)
    Komplexe Prädikate bestehen aus mehr als einem Verb. Einfache Prädikate
    enthalten nur ein Verb, nämlich ein Vollverb oder eine Kopula.

2 DAS SUBJEKT
  Das Subjekt steht immer im Nominativ. Das finite Verb kongruiert mit dem
  Subjekt in Person und Numerus:
          Ich sehe dich. – Wir sehen ihn. – Siehst du sie? – Sie sieht euch.

3 DAS OBJEKT
  Abhängig vom regierenden Verb oder Adjektiv stehen Objekte im Akkusativ,
  Genitiv oder Dativ oder werden sie durch eine Präposition angeschlossen.
  Verben mit einem Akkusativobjekt sind transitiv. Sie können meistens in Passiv-
  konstruktionen vorkommen:
          Der Bibliothekar suchte den Minister. – Der Minister wurde vom Bibliothekar gesucht.
  Folgende Sätze enthalten ein Genitiv-, Dativ- oder Präpositionalobjekt
          Der Flüchtling erinnerte sich des Verstecks am Dachboden. (sich erinnern + GENITIVOBJEKT)
          Diese Frau ist sich ihres Aussehens bewusst. (bewusst + GENITIVOBJEKT)
          Der Arzt hilft diesem Patienten. (helfen + DATIVOBJEKT)
          Maria ist ihren Grundsätzen treu geblieben. (treu + DATIVOBJEKT)
          Der Irak ist reich an historischen Stätten. (reich + PRÄPOSITIONALOBJEKT)
          Die Kanzlerin glaubt an den Aufschwung. (glauben + PRÄPOSITIONALOBJEKT)
          Mancher trauert über einen Verlust. (trauern + PRÄPOSITIONALOBJEKT)
  Ein ,freier Dativ’ ist kein Objekt, sondern kommt als freier Zusatz im Satz vor.
  Freie Dative kommen in einigen Bedeutungen vor:
          Ich wasche Ihnen das Auto. (‚für Sie’: DATIVUS COMMODI oder DATIVUS SYMPATHICUS)
          Die Südseereise war ihm zu teuer. (Beurteilung: DATIVUS IUDICANTIS)
          Seit dem Wochenende tut mir die Zunge weh. (‚meine Zunge’: ZUGEHÖRIGKEITSDATIV)

4 DAS PRÄDIKATIV
  Prädikative sind Satzglieder, die durch eine Kopula mit dem Subjekt verbunden
  sind. Das Prädikativ ist ein Adjektiv oder ein Substantiv, nämlich das Prädikats-
  adjektiv oder das Prädikatsnomen. Das Prädikatsnomen steht im Nominativ:
          Ein Bauer ohne Land ist arm (PRÄDIKATSADJEKTIV).
          Ein Bauer ohne Land ist ein armer Hund (PRÄDIKATSNOMEN (PRÄDIKATSPHRASE)).

5 DAS ADVERBIALE
  Adverbiale sind nähere Bestimmungen eines Geschehens. Sie kommen in
  mehreren Formen vor:
          Maria ist glücklich (ADVERB) geschieden.
          Selten haben wir auf Island jemand auf einem Rad (PRÄPOSITIONALES ADVERBIALE) gesehen.
3                                                                               Kapitel 1: Syntax

           Eines Tages (ADVERBIALER GENITIV) kommt eine alte Frau zu Schneewittchen.
    Die Adverbiale können in Bedeutungskategorien eingeteilt werden:
           Bei Regen (KONDITIONAL, BEDINGUNG) wird das Gartenfest in die Scheune (LOKAL) verlegt.
           Die Ärzte streiken morgen (TEMPORAL) für den Erhalt ihrer Privilegien (FINAL, ZIEL).
           Das Spiel musste wegen Regen (KAUSAL, URSACHE, GRUND) abgebrochen werden.
           Neue Kleidungsstücke sollte man möglichst gründlich (MODAL, ART UND WEISE) waschen.
    In präpositionalen Adverbialen kann die Präposition durch andere Präpositionen
    ersetzt werden, in Präpositionalobjekten nicht, vgl.:
           Das Auto steht neben/hinter/vor einem Baum (PRÄPOSITIONALES ADVERBIALE).
           Ich trauere über (*für/*mit/*vor) diesen Verlust (PRÄPOSITIONALOBJEKT).

6 DAS ATTRIBUT
  Attribute beziehen sich auf ein Substantiv, das Bezugswort. Sie kommen in
  verschiedenen Formen vor:
           Der Präsident wohnt im weißen Haus. (ADJEKTIVATTRIBUT zu Haus)
           Maria wartet auf einen Prinzen auf dem weißen Pferd. (PRÄPOSITIONALATTRIBUT zu Prinz)
           Peter ist der Präsident unseres Fußballvereins. (GENITIVATTRIBUT zu Präsident)
           Wir wohnen nicht gern in Städten, wo man sich nicht kennt. (ATTRIBUTSATZ zu Städten)
    In der Umgangssprache kommt oft nicht ein Genitivattribut, sondern ein
    Präpositionalattribut mit von vor: der Präsident von unserem Fußballverein. In der
    Schriftsprache ist der Gebrauch eines von-Attributs meistens nicht korrekt. In
    einigen Fällen ist aber nur die von-Konstruktion möglich, nämlich:
      wenn der Genitiv nicht ausgedrückt werden kann: Der Genitiv darf nämlich nicht
    allein an einem Substantiv ausgedrückt werden! Vgl.:
           Der Verkauf von Handys stagniert, dagegen boomt der Verkauf teurer MP3-Spieler.
     wenn von mit dem Bezugswort fest verbunden ist:
           Abweichungen von dem Sicherheitsstandard sollen gemeldet werden.
           Leiharbeit ist die Ausnahme von der Regel.
           Der Autor kann von dem Ertrag seiner Bücher gut leben. (leben von)
     wenn mit der von-Phrase ein Inhalt oder eine Herkunft bezeichnet wird,
     allgemeiner gesagt, wenn die von-Phrase (auch) eine adverbiale Funktion hat:
           Villon schrieb die Ballade von den Vogelfreien.
           Ich bin ein Beamter vom Finanzamt.
           An der Deutschen Weinstraße zeigt sich die Pfalz von ihrer schönsten Seite.
    Appositionen sind eine besondere Art von Attributen. Sie werden durch Kommata
    vom Bezugswort abgegrenzt und stehen im gleichen Kasus wie das Bezugswort:
           Der Präsident, ein älterer Herr, wohnt im weißen Haus.
           Klaus wartet in seinem Auto, einem schwarzen Mercedes.
           Maria wartet auf Joseph, ihren Prinzen auf dem weißen Pferd.
    Appositionen können auch durch als oder wie angeschlossen sein. Als- und wie-
    Appositionen können sich sowohl auf das Subjekt wie auf das Objekt beziehen.
    Beispiele:
           Ich fühle mich wie der Hamster im Rad.
           Das Seebeben zerknüllte den Boden wie einen Teppich.
           Richard Loeb beendete mit 17 Jahren als jüngster Absolvent die Universität von Chicago.
           Ich nehme dich an als meinen Ehemann.
Kapitel 1: Syntax                                                                        4


Übungen zum einfachen Satz
1   Lesen Sie folgenden Satz und beantworten Sie die anschließenden Fragen.
    Der Verleger fand britische Investoren für die Zeitung.
    1. Es ist ein einfacher Satz, denn _________ .
    2. In dem Satz kommt eine finite Verbform vor, nämlich _________ .
    3. Die finite Verbform kongruiert mit dem Subjekt des Satzes. Das Subjekt des
       Satzes ist _________ .
    4. Das Subjekt besteht aus ___ Wörtern. Zu welchen Wortkategorien gehören
       diese Wörter?
    5. Außer dem Subjekt und dem finiten Verb enthält der Satz noch weitere Satzteile.
       Welche sind das?
       a. _________
       b. _________
    6. Welche syntaktische Funktion hat Satzteil a?
    7. Welche syntaktische Funktion hat Satzteil b?
    8. Zu welchen Wortkategorien gehören die Wörter von Satzteil a?
    9. Zu welchen Wortkategorien gehören die Wörter von Satzteil b?
2   Analysieren Sie nach dem soeben durchlaufenen Muster auch folgende Sätze.
    1.   Meine Freundin schläft jetzt.
    2.   Der Bürgermeister unserer Stadt liebt seine Arbeit sehr.
    3.   Die Wunschkandidatin Miers war ihrem eigenen Lager zu liberal.
    4.   Ein Langzeitarbeitsloser hat in einer Gastwirtschaft ein Blutbad angerichtet.
    5.   Mich tritt ein Pferd!
    6.   Die Dresdner Frauenkirche entwickelt sich zum Besuchermagneten.

3   Analysieren Sie auch folgende Sätze.
    1. Einen Tag nach der glanzvollen Weihe setzte sich der Ansturm auf das Gotteshaus
       am Reformationstag fort.
    2. Nach der blutigen Anschlagsserie läuft die Suche nach den Hintermännern auf
       Hochtouren.
    3. Trotz der Führungskrise in der SPD glaubt die CDU-Parteichefin weiter an die
       Bildung einer großen Koalition.
    4. Führende Politiker von Union und SPD werteten die Führungskrise als schwere
       Belastung für die Koalitionsverhandlungen.
    5. Mit der Nominierung des 55-jährigen Juristen Alito will der Präsident den
       Konservativen in seiner Partei entgegenkommen.
    6. Der Parteivorsitzende hält seinen Eintritt ins Bundeskabinett in Berlin offen.

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Grammatik lite voorbeeld

  • 1. lite Grammatik Abraham P. ten Cate Elementargrammatik Deutsch für niederländischsprachige Studierende an Hochschulen und Universitäten. Mit Übungen.
  • 2. Vormgeving omslag DBD design/Ruurd de Boer Bestellingen Uitgeverij EK-Tekst www.ektekst.nl Copyright © 2010 A.P. ten Cate, Groningen, The Netherlands ISBN 978-94-90030-08-7 Alle rechten voorbehouden. Niets uit deze uitgave mag worden verveelvoudigd, opgeslagen in een geautomatiseerd gegevensbestand, of openbaar gemaakt, in enige vorm of op enige wijze, hetzij elektronisch, mechanisch, door fotokopieën, opnamen, of op enige andere manier zonder voorafgaande schriftelijke toestemming van de copyright-houder. All rights reserved. No part of this publication may be reproduced, stored in a retrieval system, or transmitted, in any form or by any means, electronic, mechanical, photocopying, recording, or otherwise, without the prior written permission of the copyright-holder.
  • 3. Vorwort Diese „Grammatik lite“ ist eine kurze Einführung in die deutsche Grammatik für Studierende an Universitäten und Hochschulen im niederländischen Sprachgebiet. Sie beabsichtigt die Basis für eine grammatisch korrekte Beherrschung des Deutschen zu legen und ein Ausgangs- punkt für eine sinnvolle Vertiefung in späteren Fasen des Studiums zu sein. Dies wird dadurch erleichtert, dass (1.) diese Grammatik auch selbst auf Deutsch verfasst ist; (2.) sie auf gängigem Deutsch fußt und (3.) sie sich terminologisch an eine weiterführende Grammatik1 anlehnt. Der Autor dankt Dr. M. Vliegen, Drs. M.H. ten Cate-Toren und seinen Studenten für kritische Hinweise und lädt die Benutzer dieser Grammatik herzlich ein ihm etwaige Bemerkungen und Korrekturen zugehen zu lassen. Abraham P. ten Cate Groningen, im Juli 2010 1 A.P. ten Cate, H.G. Lodder, A. Kootte. Deutsche Grammatik. Eine kontrastiv deutsch-niederländische Beschreibung für den Fremdspracherwerb. Bussum: Coutinho, 3. Auflage 2008.
  • 4. Inhalt 1 Syntax 1 1 Der einfache Satz 1 2 Der komplexe Satz 5 3 Die Stellung des Verbs im Satz 7 2 Das Verb 9 1 Die Konjugation der Verben 10 1.1 Indikativ- und Imperativformen; Infinite Verbformen 10 1.1.1 Die regelmäßigen Verben 10 1.1.2 Die unregelmäßigen Verben 11 1.2 Die Konjunktivformen 14 1.3 Ersatzinfinitiv statt 2. Partizip 15 1.4 Liste unregelmäßiger, ‚starker’ Verben 16 1.5 Haben oder sein in Perfekt und Plusquamperfekt 21 1.6 Trennbare und untrennbare Verben 22 2 Der Gebrauch des Konjunktivs 24 3 Das Modalverb 26 3.1 Modalverben 26 3.2 Modalitätsverben und der modale Infinitiv 29 4 Das Passiv 31 4.1 Die Formen des Passivs 31 4.2 Besonderheiten der Passivbildung 32 4.3 Passivbildung bei Verben mit einem Dativobjekt 32 4.4 Von und durch in Passivsätzen 33 4.5 Passivähnliche Konstruktionen 33 5 Die Infinitkonstruktion 36 5.1 Infinitivkonstruktionen 36 5.2 Partizipialkonstruktionen 38 6 Die Rektion der Verben 40 3 Das Bestimmwort 51 1 Die Formen der Bestimmwörter 51 2 Der Gebrauch des Artikels 52 4 Das Adjektiv 59 1 Die Deklination des Adjektivs 59 2 Komparation 64
  • 5. 2.1 Formen von Komparativ und Superlativ 64 2.2 Gebrauch von Positiv, Komparativ und Superlativ 66 3 Besondere Adjektivgruppen 67 4 Die Rektion des Adjektivs 70 5 Das Zahlwort 72 5 Das Substantiv 75 1 Das Genus des Substantivs 75 1.1 Das Genus der Bezeichnungen von Lebewesen 75 1.2 Männliche Substantive 76 1.3 Weibliche Substantive 76 1.4 Neutrale Substantive 77 1.5 Deutsch-niederländische Genusunterschiede 79 2 Die Deklination des Substantivs 82 2.1 Die Singulardeklination 82 2.2 Die Pluraldeklination 84 2.3 Übersicht der Singular- und Pluralklassen 88 2.4 Die Deklination von Namen 89 3 Die Rektion des Substantivs 92 6 Das Pronomen 93 1 Das Personalpronomen 93 2 Das Reflexiv- und das Reziprokpronomen 95 3 Das Possessivpronomen 97 4 Das Demonstrativpronomen 98 5 Das Interrogativpronomen 100 6 Das Relativpronomen 101 7 Das Indefinitpronomen 104 8 Das Pronominaladverb 107 7 Die Präposition 109 8 Das Adverb 121 1 Lokale Adverbien 121 2 Temporale Adverbien 122 3 Andere Adverbien 122 9 Die Konjunktion 125 1 Koordinierende Konjunktionen 125 2 Subordinierende Konjunktionen 126 10 Orthografie und Interpunktion 131 Grammatisches Glossar 135 1 Deutsch – Niederländisch 135 2 Niederländisch – Deutsch 139
  • 6.
  • 7. 1 Syntax Die Syntax gibt eine Beschreibung der Struktur des Satzes. 1 Der einfache Satz Ein einfacher Satz ist immer ein Hauptsatz. Sätze sind aus Satzgliedern aufgebaut, nämlich aus einem Prädikat und den nominalen Satzgliedern. Nominale Satzglieder sind u.a. das Subjekt und das Objekt. Satzglieder lassen sich als Ganzes verschieben: Im Herbst + haben + die Bauern + immer + viel + zu tun. Haben + die Bauern + im Herbst + immer + viel + zu tun? Die Bauern + haben + im Herbst + immer + viel + zu tun. Immer + haben + die Bauern + im Herbst + viel + zu tun. Viel + haben + die Bauern + im Herbst + immer + zu tun. Zu tun + haben + die Bauern + im Herbst + immer + viel. Das Prädikat besteht hier aus den zwei Teilen haben und zu tun. Diese Teile bilden in Hauptsätzen eine ‚verbale Klammer’, die andere Satzglieder einschließt. In Nebensätzen sind die Prädikatsteile vereint, das finite Verb (Finitum) steht dann am Satzende: (Der Minister sagte, dass) die Bauern + im Herbst + immer + viel + zu tun haben. Nebensätze haben also eine andere Verbstellung als Hauptsätze; sie werden durch ein Komma vom Hauptsatz abgetrennt. 1 DAS PRÄDIKAT Das Prädikat ist der Satzteil, der das Verb oder die Verben des Satzes enthält. Finite Verbformen kongruieren in Person und Numerus mit dem Subjekt. An der finiten Verbform werden außerdem Tempus und Modus ausgedrückt: Ich komme. (1. PERSON, SINGULAR, PRÄSENS, INDIKATIV) Infinit sind die nichtkonjugierten Verbformen: der Infinitiv (kommen), das 1. Partizip (kommend) und das 2. Partizip (gekommen). Vollverben können selbständig das Prädikat eines Satzes bilden: Uwe liest die Zeitung. Eine Kopula verbindet das Subjekt mit einem Adjektiv oder Substantiv, dem ‚Prädikativ‘. Die gebräuchlichsten Kopulae sind sein, werden und bleiben: Uwe (SUBJEKT) ist (KOPULA) stark (PRÄDIKATIV). Uwe und Jörg werden gute Handwerker. Serge bleibt ein unverbesserlicher Optimist. Sein und bleiben können auch Vollverben sein, sein und werden kommen auch
  • 8. Kapitel 1: Syntax 2 als Hilfsverben vor. Sein ist also sowohl Kopula wie Hilfsverb und Vollverb! Hilfsverben kommen zusammen mit einer infiniten Verbform im Prädikat vor. Es gibt temporale und modale Hilfsverben, und die Hilfsverben des Passivs: Dietrich hat sein Buch vergessen. (TEMPORALES HILFSVERB) Wolfgang kann sich nicht mehr an die Verabredung erinnern. (MODALES HILFSVERB) Das Buch wird von Esther ins Regal gestellt. (HILFSVERB DES PASSIVS) Komplexe Prädikate bestehen aus mehr als einem Verb. Einfache Prädikate enthalten nur ein Verb, nämlich ein Vollverb oder eine Kopula. 2 DAS SUBJEKT Das Subjekt steht immer im Nominativ. Das finite Verb kongruiert mit dem Subjekt in Person und Numerus: Ich sehe dich. – Wir sehen ihn. – Siehst du sie? – Sie sieht euch. 3 DAS OBJEKT Abhängig vom regierenden Verb oder Adjektiv stehen Objekte im Akkusativ, Genitiv oder Dativ oder werden sie durch eine Präposition angeschlossen. Verben mit einem Akkusativobjekt sind transitiv. Sie können meistens in Passiv- konstruktionen vorkommen: Der Bibliothekar suchte den Minister. – Der Minister wurde vom Bibliothekar gesucht. Folgende Sätze enthalten ein Genitiv-, Dativ- oder Präpositionalobjekt Der Flüchtling erinnerte sich des Verstecks am Dachboden. (sich erinnern + GENITIVOBJEKT) Diese Frau ist sich ihres Aussehens bewusst. (bewusst + GENITIVOBJEKT) Der Arzt hilft diesem Patienten. (helfen + DATIVOBJEKT) Maria ist ihren Grundsätzen treu geblieben. (treu + DATIVOBJEKT) Der Irak ist reich an historischen Stätten. (reich + PRÄPOSITIONALOBJEKT) Die Kanzlerin glaubt an den Aufschwung. (glauben + PRÄPOSITIONALOBJEKT) Mancher trauert über einen Verlust. (trauern + PRÄPOSITIONALOBJEKT) Ein ,freier Dativ’ ist kein Objekt, sondern kommt als freier Zusatz im Satz vor. Freie Dative kommen in einigen Bedeutungen vor: Ich wasche Ihnen das Auto. (‚für Sie’: DATIVUS COMMODI oder DATIVUS SYMPATHICUS) Die Südseereise war ihm zu teuer. (Beurteilung: DATIVUS IUDICANTIS) Seit dem Wochenende tut mir die Zunge weh. (‚meine Zunge’: ZUGEHÖRIGKEITSDATIV) 4 DAS PRÄDIKATIV Prädikative sind Satzglieder, die durch eine Kopula mit dem Subjekt verbunden sind. Das Prädikativ ist ein Adjektiv oder ein Substantiv, nämlich das Prädikats- adjektiv oder das Prädikatsnomen. Das Prädikatsnomen steht im Nominativ: Ein Bauer ohne Land ist arm (PRÄDIKATSADJEKTIV). Ein Bauer ohne Land ist ein armer Hund (PRÄDIKATSNOMEN (PRÄDIKATSPHRASE)). 5 DAS ADVERBIALE Adverbiale sind nähere Bestimmungen eines Geschehens. Sie kommen in mehreren Formen vor: Maria ist glücklich (ADVERB) geschieden. Selten haben wir auf Island jemand auf einem Rad (PRÄPOSITIONALES ADVERBIALE) gesehen.
  • 9. 3 Kapitel 1: Syntax Eines Tages (ADVERBIALER GENITIV) kommt eine alte Frau zu Schneewittchen. Die Adverbiale können in Bedeutungskategorien eingeteilt werden: Bei Regen (KONDITIONAL, BEDINGUNG) wird das Gartenfest in die Scheune (LOKAL) verlegt. Die Ärzte streiken morgen (TEMPORAL) für den Erhalt ihrer Privilegien (FINAL, ZIEL). Das Spiel musste wegen Regen (KAUSAL, URSACHE, GRUND) abgebrochen werden. Neue Kleidungsstücke sollte man möglichst gründlich (MODAL, ART UND WEISE) waschen. In präpositionalen Adverbialen kann die Präposition durch andere Präpositionen ersetzt werden, in Präpositionalobjekten nicht, vgl.: Das Auto steht neben/hinter/vor einem Baum (PRÄPOSITIONALES ADVERBIALE). Ich trauere über (*für/*mit/*vor) diesen Verlust (PRÄPOSITIONALOBJEKT). 6 DAS ATTRIBUT Attribute beziehen sich auf ein Substantiv, das Bezugswort. Sie kommen in verschiedenen Formen vor: Der Präsident wohnt im weißen Haus. (ADJEKTIVATTRIBUT zu Haus) Maria wartet auf einen Prinzen auf dem weißen Pferd. (PRÄPOSITIONALATTRIBUT zu Prinz) Peter ist der Präsident unseres Fußballvereins. (GENITIVATTRIBUT zu Präsident) Wir wohnen nicht gern in Städten, wo man sich nicht kennt. (ATTRIBUTSATZ zu Städten) In der Umgangssprache kommt oft nicht ein Genitivattribut, sondern ein Präpositionalattribut mit von vor: der Präsident von unserem Fußballverein. In der Schriftsprache ist der Gebrauch eines von-Attributs meistens nicht korrekt. In einigen Fällen ist aber nur die von-Konstruktion möglich, nämlich: wenn der Genitiv nicht ausgedrückt werden kann: Der Genitiv darf nämlich nicht allein an einem Substantiv ausgedrückt werden! Vgl.: Der Verkauf von Handys stagniert, dagegen boomt der Verkauf teurer MP3-Spieler. wenn von mit dem Bezugswort fest verbunden ist: Abweichungen von dem Sicherheitsstandard sollen gemeldet werden. Leiharbeit ist die Ausnahme von der Regel. Der Autor kann von dem Ertrag seiner Bücher gut leben. (leben von) wenn mit der von-Phrase ein Inhalt oder eine Herkunft bezeichnet wird, allgemeiner gesagt, wenn die von-Phrase (auch) eine adverbiale Funktion hat: Villon schrieb die Ballade von den Vogelfreien. Ich bin ein Beamter vom Finanzamt. An der Deutschen Weinstraße zeigt sich die Pfalz von ihrer schönsten Seite. Appositionen sind eine besondere Art von Attributen. Sie werden durch Kommata vom Bezugswort abgegrenzt und stehen im gleichen Kasus wie das Bezugswort: Der Präsident, ein älterer Herr, wohnt im weißen Haus. Klaus wartet in seinem Auto, einem schwarzen Mercedes. Maria wartet auf Joseph, ihren Prinzen auf dem weißen Pferd. Appositionen können auch durch als oder wie angeschlossen sein. Als- und wie- Appositionen können sich sowohl auf das Subjekt wie auf das Objekt beziehen. Beispiele: Ich fühle mich wie der Hamster im Rad. Das Seebeben zerknüllte den Boden wie einen Teppich. Richard Loeb beendete mit 17 Jahren als jüngster Absolvent die Universität von Chicago. Ich nehme dich an als meinen Ehemann.
  • 10. Kapitel 1: Syntax 4 Übungen zum einfachen Satz 1 Lesen Sie folgenden Satz und beantworten Sie die anschließenden Fragen. Der Verleger fand britische Investoren für die Zeitung. 1. Es ist ein einfacher Satz, denn _________ . 2. In dem Satz kommt eine finite Verbform vor, nämlich _________ . 3. Die finite Verbform kongruiert mit dem Subjekt des Satzes. Das Subjekt des Satzes ist _________ . 4. Das Subjekt besteht aus ___ Wörtern. Zu welchen Wortkategorien gehören diese Wörter? 5. Außer dem Subjekt und dem finiten Verb enthält der Satz noch weitere Satzteile. Welche sind das? a. _________ b. _________ 6. Welche syntaktische Funktion hat Satzteil a? 7. Welche syntaktische Funktion hat Satzteil b? 8. Zu welchen Wortkategorien gehören die Wörter von Satzteil a? 9. Zu welchen Wortkategorien gehören die Wörter von Satzteil b? 2 Analysieren Sie nach dem soeben durchlaufenen Muster auch folgende Sätze. 1. Meine Freundin schläft jetzt. 2. Der Bürgermeister unserer Stadt liebt seine Arbeit sehr. 3. Die Wunschkandidatin Miers war ihrem eigenen Lager zu liberal. 4. Ein Langzeitarbeitsloser hat in einer Gastwirtschaft ein Blutbad angerichtet. 5. Mich tritt ein Pferd! 6. Die Dresdner Frauenkirche entwickelt sich zum Besuchermagneten. 3 Analysieren Sie auch folgende Sätze. 1. Einen Tag nach der glanzvollen Weihe setzte sich der Ansturm auf das Gotteshaus am Reformationstag fort. 2. Nach der blutigen Anschlagsserie läuft die Suche nach den Hintermännern auf Hochtouren. 3. Trotz der Führungskrise in der SPD glaubt die CDU-Parteichefin weiter an die Bildung einer großen Koalition. 4. Führende Politiker von Union und SPD werteten die Führungskrise als schwere Belastung für die Koalitionsverhandlungen. 5. Mit der Nominierung des 55-jährigen Juristen Alito will der Präsident den Konservativen in seiner Partei entgegenkommen. 6. Der Parteivorsitzende hält seinen Eintritt ins Bundeskabinett in Berlin offen.