Crowdfunding
Finanzierungsmöglichkeit für
Journalismus und Journalisten?

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Crowdfunding – was ist das?
• „Schwarmfinanzierung“ zur Realisierung von
Projekten, Produkten, Geschäftsideen
• Summen / Beteiligungen variabel
• Feste Zielsumme mit zeitlicher
Deadline, Überfinanzierung möglich
• Ausschüttung der Summe, wenn am Stichtag
Mindestfundingziel erreicht wurde, sonst
Rückzahlung an die Funder
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Crowdfunding – woher kommt das?
• Grundidee des Netzes: Gemeinsam sind wir stark
• 2003: „Artistshare“
– Reaktion auf Verluste in Musikindustrie
– Viele Plattformen ziehen nach
– Spezielle Ausrichtungen entstehen

• 2010: deutsche Plattformen starten
– Startnext, pling, visionbakery, inkubato (pausiert)

• 2013: Krautreporter.de
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Crowdfunding – was ist das?
• Fundingformen ohne Eigeninteresse
– Donation-Based Crowdfunding
• Spende
• Gegenwert: keiner, ideeler Wert

– Lending-Based Crowdfunding:
• Leihgabe ohne Gewinninteressen / stille Beteiligung
• Gegenwert: Keiner, ideeler Wert

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Crowdfunding – was ist das?
• Fundingformen mit Eigeninteresse
– Reward-Based Crowdfunding
• Vorfinanzierung eines Produktes
• Gegenwert: Produkt / Belohnung
• Häufigste Crowdfunding-Form

– Equity-Based Crowdfunding:
• Investition mit Gewinninteressen / stille Beteiligung
• Gegenwert: Gewinnbeteiligung -> Crowdinvestment
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Crowdfunding – funktioniert das?
• Startnext: 6,7 Mio € für 1180 Projekte (Stand 2013)
• Visionbakery: 458.868,69 für 143 Projekte (Stand
2013)

• Inkubato: 99.682 € für 22 Projekte (Stand 2012)
• Kickstarter: 838 Mio $ für +50.000 Projekte (Stand
2013)
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Crowdfunding – funktioniert das?
• Am Borsigplatz geboren...
– Reward-Funding: DVD, T-Shirts, Schal, Pin, Trikots
– Fundingschwelle 120.000€, Fundingziel 250.000€,
erreicht 259.000€
– 2974 Supporter, 3 x 5000€ gesammelt

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Crowdfunding – funktioniert das?
• Stromberg – Der Film

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Crowdfunding – funktioniert das?
• Stromberg – Der Film
– Kulturaktie / Crowdinvestment
– Fundingsumme 1 Mio € in 20.000 Anteilen
– 1 € pro verkauftes Ticket Ausschüttung bis 1 Mio
Tickets
– 0,50 € ab 1 Mio verkaufte Tickets
– Fundingziel in einer Woche erreicht
– 3000 Investoren
– Bonus: Updates und Hintergrundberichte
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Crowdfunding – funktioniert das?
• Dieter Hildebrandt, Stoersender.tv

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Crowdfunding – funktioniert das?
• Dieter Hildebrandt, Stoersender.tv
– Reward-Based: signierte
Bücher, DVDs, CDs, Sondervorstellungen, OriginalKarrikaturen, besondere Nennung, Dinner mit
Hildebrandt
– Mit 153.234 € von 125.000€ überfinanziert
– 3003 Supporter, 1x 9.900€
– Finanzierung jetzt über
Fördermitgliedschaften, Abos, Merchandising
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Crowdfunding – funktioniert
das?

• Landraub in Guinea Conakry

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Crowdfunding – funktioniert
das?

• Landraub in Guinea Conakry
– Reward-Based-Funding:

Blogzugang, Fotos, Souvenirs
– ¾ durch Stipendium abgedeckt, 1.000€ Funding für

Logistik, Unterkunft, Dolmetscher
– Mit 1.611€ von 25 Unterstüzern vor Ende

überfinanziert
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Praxisbeispiel st.ry – deine
Doku

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Praxisbeispiel st.ry – deine
Doku

• Idee: 6 Folgen aufeinander aufbauende Webdoku
mit „Open Journalism“-Ansatz
– Offener Rechercheprozess
– Interessierte Community aufbauen, die begleitet und
mitbestimmt
– Mit Crowd entwickelt und durch Crowd finanziert
– Fundingsumme 40.000€
– Reward-Based: DVDs, Poster, Vorträge
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Praxisbeispiel st.ry – deine Doku
• Klassisches Pitching-Vorgehen
• Konkretes Projekt formulieren, in Vorleistung
gehen
– Produktentwicklung
– Prototypen
– Projektentwicklung
– Hier: Recherchebeginn
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Was ist bei st.ry falsch gelaufen?
• Plattform aussuchen & überzeugen
– Spezialisierte Plattformen, für Journalismus z.B.
Krautreporter.de -> richtige Plattform wählen
– Startnext als st.ry-Partner

• Plattformen wählen in der Regel aus, welche
Projekte zugelassen werden -> Qualitätssicherung
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Praxisbeispiel st.ry – deine Doku
• Marketing & Öffentlichkeitsarbeit
– Werbematerial erstellen: Videos, Texte, Fotos

– Pressemitteilung & Pressekontakte herstellen
– Interviews geben

– Artikel schreiben
– Vorträge halten

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Praxisbeispiel st.ry – deine Doku
• Marketing & Öffentlichkeitsarbeit
– Eigenes Netzwerk ansprechen

– um Verteilung bitten
– Projektseite auf startnext

– Social Media-Kanäle aufbauen & pflegen
– Verteilen in relevanten Blogs / Foren

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Praxisbeispiel st.ry – deine Doku
• Aufwändiger Prozess
• Hohes Engagement nötig
• Kontinuierliche Kommunikation mit Zielgruppe
• Bei st.ry: „Alles richtig gemacht“, aber...

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Praxisbeispiel st.ry – deine Doku
• Erkenntnis nach erster Crowdfunding-Runde:
– Projekt zu abstrakt

• Verlängerung des Fundings
– Ausnahme bei Startnext

• Erste Folge als Anschauungsobjekt

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Praxisbeispiel st.ry – deine
Doku

• Funding nach Verlängerung nicht erfolgreich
• 1/10 gesammelt: Gut 4.000€
• Ca. 100 Supporter

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Praxisbeispiel st.ry – deine
Doku

• Was ist bei stry falsch gelaufen?
– Nicht konkret genug

– Überforderung des Publikums: Zuviel
Interaktion, zuviel „Offenheit“
– Zu hohe Summe: Publikum ist der Preis von
(Bewegtbild-)Journalismus nicht klar

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Praxisbeispiel st.ry – deine
Doku

• Erkenntnisse

– Publikum will keine Honorare zahlen, selbst wenn sie
niedrig sind, sondern lieber für konkrete Unkosten
aufkommen
– Journalismus als Wert wird so von vielen nicht wahr
genommen, gezahlt wird für konkrete Dinge, nicht für
abstrakte Leistungen
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Für wen taugt Crowdfunding?
• Größere Summen:
– Konkrete Einzel-Projekte mit fest definierter Zielgruppe
mit nicht allzu großen Summen
– Menschen mit großer öffentlicher Bekanntheit

• Kleinere Summen:
– Anschubfinanzierung
– Co-Finanzierung
– Finanzierung von Unkosten
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Für wen taugt Crowdfunding?
• Anforderungen:
– Konkretes Projekt
– Vorarbeit & Engagement
– moderate Summen

• Probleme:
– Hohes Engagement & Kommunikation
– vor allem Projektbezogen, keine dauerhafte
Finanzierung
– Journalisten müssen Unternehmer werden
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Crowdfunding - Finanzierungsmodell für Journalismus?

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  • 2.
    Crowdfunding – wasist das? • „Schwarmfinanzierung“ zur Realisierung von Projekten, Produkten, Geschäftsideen • Summen / Beteiligungen variabel • Feste Zielsumme mit zeitlicher Deadline, Überfinanzierung möglich • Ausschüttung der Summe, wenn am Stichtag Mindestfundingziel erreicht wurde, sonst Rückzahlung an die Funder www.danielbroeckerhoff.d
  • 3.
    Crowdfunding – woherkommt das? • Grundidee des Netzes: Gemeinsam sind wir stark • 2003: „Artistshare“ – Reaktion auf Verluste in Musikindustrie – Viele Plattformen ziehen nach – Spezielle Ausrichtungen entstehen • 2010: deutsche Plattformen starten – Startnext, pling, visionbakery, inkubato (pausiert) • 2013: Krautreporter.de www.danielbroeckerhoff.d
  • 4.
    Crowdfunding – wasist das? • Fundingformen ohne Eigeninteresse – Donation-Based Crowdfunding • Spende • Gegenwert: keiner, ideeler Wert – Lending-Based Crowdfunding: • Leihgabe ohne Gewinninteressen / stille Beteiligung • Gegenwert: Keiner, ideeler Wert www.danielbroeckerhoff.d
  • 5.
    Crowdfunding – wasist das? • Fundingformen mit Eigeninteresse – Reward-Based Crowdfunding • Vorfinanzierung eines Produktes • Gegenwert: Produkt / Belohnung • Häufigste Crowdfunding-Form – Equity-Based Crowdfunding: • Investition mit Gewinninteressen / stille Beteiligung • Gegenwert: Gewinnbeteiligung -> Crowdinvestment www.danielbroeckerhoff.d
  • 6.
    Crowdfunding – funktioniertdas? • Startnext: 6,7 Mio € für 1180 Projekte (Stand 2013) • Visionbakery: 458.868,69 für 143 Projekte (Stand 2013) • Inkubato: 99.682 € für 22 Projekte (Stand 2012) • Kickstarter: 838 Mio $ für +50.000 Projekte (Stand 2013) www.danielbroeckerhoff.d
  • 7.
    Crowdfunding – funktioniertdas? • Am Borsigplatz geboren... – Reward-Funding: DVD, T-Shirts, Schal, Pin, Trikots – Fundingschwelle 120.000€, Fundingziel 250.000€, erreicht 259.000€ – 2974 Supporter, 3 x 5000€ gesammelt www.danielbroeckerhoff.d
  • 8.
    Crowdfunding – funktioniertdas? • Stromberg – Der Film www.danielbroeckerhoff.d
  • 9.
    Crowdfunding – funktioniertdas? • Stromberg – Der Film – Kulturaktie / Crowdinvestment – Fundingsumme 1 Mio € in 20.000 Anteilen – 1 € pro verkauftes Ticket Ausschüttung bis 1 Mio Tickets – 0,50 € ab 1 Mio verkaufte Tickets – Fundingziel in einer Woche erreicht – 3000 Investoren – Bonus: Updates und Hintergrundberichte www.danielbroeckerhoff.d
  • 10.
    Crowdfunding – funktioniertdas? • Dieter Hildebrandt, Stoersender.tv www.danielbroeckerhoff.d
  • 11.
    Crowdfunding – funktioniertdas? • Dieter Hildebrandt, Stoersender.tv – Reward-Based: signierte Bücher, DVDs, CDs, Sondervorstellungen, OriginalKarrikaturen, besondere Nennung, Dinner mit Hildebrandt – Mit 153.234 € von 125.000€ überfinanziert – 3003 Supporter, 1x 9.900€ – Finanzierung jetzt über Fördermitgliedschaften, Abos, Merchandising www.danielbroeckerhoff.d
  • 12.
    Crowdfunding – funktioniert das? •Landraub in Guinea Conakry www.danielbroeckerhoff.d
  • 13.
    Crowdfunding – funktioniert das? •Landraub in Guinea Conakry – Reward-Based-Funding: Blogzugang, Fotos, Souvenirs – ¾ durch Stipendium abgedeckt, 1.000€ Funding für Logistik, Unterkunft, Dolmetscher – Mit 1.611€ von 25 Unterstüzern vor Ende überfinanziert www.danielbroeckerhoff.d
  • 14.
    Praxisbeispiel st.ry –deine Doku www.danielbroeckerhoff.d
  • 15.
    Praxisbeispiel st.ry –deine Doku • Idee: 6 Folgen aufeinander aufbauende Webdoku mit „Open Journalism“-Ansatz – Offener Rechercheprozess – Interessierte Community aufbauen, die begleitet und mitbestimmt – Mit Crowd entwickelt und durch Crowd finanziert – Fundingsumme 40.000€ – Reward-Based: DVDs, Poster, Vorträge www.danielbroeckerhoff.d
  • 16.
    Praxisbeispiel st.ry –deine Doku • Klassisches Pitching-Vorgehen • Konkretes Projekt formulieren, in Vorleistung gehen – Produktentwicklung – Prototypen – Projektentwicklung – Hier: Recherchebeginn www.danielbroeckerhoff.d
  • 17.
    Was ist beist.ry falsch gelaufen? • Plattform aussuchen & überzeugen – Spezialisierte Plattformen, für Journalismus z.B. Krautreporter.de -> richtige Plattform wählen – Startnext als st.ry-Partner • Plattformen wählen in der Regel aus, welche Projekte zugelassen werden -> Qualitätssicherung www.danielbroeckerhoff.d
  • 18.
    Praxisbeispiel st.ry –deine Doku • Marketing & Öffentlichkeitsarbeit – Werbematerial erstellen: Videos, Texte, Fotos – Pressemitteilung & Pressekontakte herstellen – Interviews geben – Artikel schreiben – Vorträge halten www.danielbroeckerhoff.d
  • 19.
    Praxisbeispiel st.ry –deine Doku • Marketing & Öffentlichkeitsarbeit – Eigenes Netzwerk ansprechen – um Verteilung bitten – Projektseite auf startnext – Social Media-Kanäle aufbauen & pflegen – Verteilen in relevanten Blogs / Foren www.danielbroeckerhoff.d
  • 20.
    Praxisbeispiel st.ry –deine Doku • Aufwändiger Prozess • Hohes Engagement nötig • Kontinuierliche Kommunikation mit Zielgruppe • Bei st.ry: „Alles richtig gemacht“, aber... www.danielbroeckerhoff.d
  • 21.
    Praxisbeispiel st.ry –deine Doku • Erkenntnis nach erster Crowdfunding-Runde: – Projekt zu abstrakt • Verlängerung des Fundings – Ausnahme bei Startnext • Erste Folge als Anschauungsobjekt www.danielbroeckerhoff.d
  • 22.
    Praxisbeispiel st.ry –deine Doku • Funding nach Verlängerung nicht erfolgreich • 1/10 gesammelt: Gut 4.000€ • Ca. 100 Supporter www.danielbroeckerhoff.d
  • 23.
    Praxisbeispiel st.ry –deine Doku • Was ist bei stry falsch gelaufen? – Nicht konkret genug – Überforderung des Publikums: Zuviel Interaktion, zuviel „Offenheit“ – Zu hohe Summe: Publikum ist der Preis von (Bewegtbild-)Journalismus nicht klar www.danielbroeckerhoff.d
  • 24.
    Praxisbeispiel st.ry –deine Doku • Erkenntnisse – Publikum will keine Honorare zahlen, selbst wenn sie niedrig sind, sondern lieber für konkrete Unkosten aufkommen – Journalismus als Wert wird so von vielen nicht wahr genommen, gezahlt wird für konkrete Dinge, nicht für abstrakte Leistungen www.danielbroeckerhoff.d
  • 25.
    Für wen taugtCrowdfunding? • Größere Summen: – Konkrete Einzel-Projekte mit fest definierter Zielgruppe mit nicht allzu großen Summen – Menschen mit großer öffentlicher Bekanntheit • Kleinere Summen: – Anschubfinanzierung – Co-Finanzierung – Finanzierung von Unkosten www.danielbroeckerhoff.d
  • 26.
    Für wen taugtCrowdfunding? • Anforderungen: – Konkretes Projekt – Vorarbeit & Engagement – moderate Summen • Probleme: – Hohes Engagement & Kommunikation – vor allem Projektbezogen, keine dauerhafte Finanzierung – Journalisten müssen Unternehmer werden www.danielbroeckerhoff.d