Globalisierung oder Denationalisierung?
     Michael Beresin, Mirjam Ströhle, Romana Riegler
Literatur


•   Beisheim, Marianne; Dreher, Sabine; Walter, Georg; Zangl,
    Bernhard; Zürn, Michael (1999): Im Zeitalter...
Plan
★ Vorbemerkungen
➡ Das Konzept der Denationalisierung
 ✓ Nachweis: Methodologie, Resultate und
     Schlussfolgerunge...
Vorbemerkungen



➡ Stand: späte 90er
➡ Zeitraum: 50er bis 2000
➡ Nationalstaat wird begriffen als: territorial-
   politi...
Das Konzept der Denationalisierung
Konzept der Denationalisierung


  •   Wozu Denationalisierung?

      ➡   Denationalisierung als Gegenkonzept zur Globali...
Wozu Denationalisierung?


•   “Globalisierung” in regem Gebrauch, aber

    ✓kein neues Phänomen
    ✓undifferenziert
   ...
Denationalisierung als Gegenkonzept


•   Grundthese: “Globalisierung” ist nicht tatsächlich
    global, es kommt eher zu ...
Aufschlüsselung

•   Beschreibung von 3 Phänomenen

    •   Gesellschaftliche Denationalisierung: Ausdehnung
        der G...
Vor Denationalisierung                   Denationalisiert

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Gesellschaftliche Denationalisierung

•   Bezieht sich auf fünf Sachbereiche

    ‣   Kommunikation/Kultur; Mobilität; Sic...
Institutionell-regulatorische Reichweite

                                           Nationalstaat




Institutionell-regu...
Politische Denationalisierung

•   Reichweite einer Institution / Regelung kann

    ✓konstant bleiben == Konstanz
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Individualisierung

•   Prozess, bei dem die Bedeutung individueller Selbstbestimmung
    zunimmt.

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Die Theorie at a glance

•   Die Aufweichung der Grenzen sozialer Handlungs-
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•   H1: Schubartige Beschleunigung seit Mitte der 70er

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Nachweis:
Methodologie, Resultate und Schlussfolgerungen
Methodologie, Ergebnisse,
  Schlussfolgerungen
  •   Wann/Wo/Wie

      •   Kurzüberblick Indikatorenraster

          •  ...
Wann, Wo, Wie?

•   Zeit

    ✓Vom Ende des 2. WK bis 1996
    ✓Datenlage schwankt, daher Abweichung in
     Einzelfällen
...
Indikatoren gesellschaftlicher Denationalisierung


                         Kommunikation &
     GESELLSCHAFTLICHE
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Indikatoren politischer Denationalisierung
   TERRITORIALE                 Internationalen /
                             ...
Indikatoren: Individualisierung



                     Veränderungen von Familien-
                                      ...
Kritik u. Gegenargumente


•   Hohes Abstraktionsniveau?
    ➡ Auch notwendig, um umfassendes Bild zu liefern.
•   Zuverlä...
Ergebnisse:
      Gesellschaftliche Denationalisierung


•   Denationalisierung findet statt

    ✓in jedem untersuchten Sa...
Ergebnisse:
              Kommunikation/Kultur



✓Veränderung der Form (von Brief zu ICT)
✓Bis ICT: kontinuierliche Denat...
Ergebnisse:
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•   Kurzfristige Aufenthalte / Reiseströme:

    ✓+∆ seit Mitte 70er
•   T...
Ergebnisse:
                         Sicherheit



•   Kernkonzept: Bedrohungen

    ✓Langstreckenwaffen / Waffen grenzübe...
Ergebnisse:
                         Umwelt

•   Umweltprobleme werden nicht länger als lokale Probleme
    begriffen

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Ergebnisse:
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•   Eindeutig identifizierbare Denationalisierungstendenzen

    ✓Außenha...
Ergebnisse:
                Politische Denationalisierung

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•   Ter...
Ergebnisse:
                      Individualisierung
•   Extrem heterogene Resultate
                                   • ...
•   H1: Schubartige Beschleunigung seit Mitte der 70er

    ‣   Bewährt sich, aber: gebrochener, differenziert zu betracht...
De-/Transnationalisierung in Deutschland
Transnationalisierung in Deutschland


         •   Grundbegriffe

         •   Fragestellungen

         •   Indikatoren,...
•   Transnationalisierung: Verhältnis zwischen
    Binneninteraktion und Außeninteraktion eines Teilsystems der
    Gesell...
Fragestellungen


✓Haben zwischen 1950 und 1996stattgefunden?
 Transnationalisierungsprozesse

✓Wenn ja, wie stark?
✓Gibt ...
Teilsystem Wissenschaft
•   Indikatoren:

    ✓Anteil länderübergreifender Ko-Autorenschaft
     (Moed et al.: bei Naturwi...
Teilsystem Wissenschaft


•   Befunde:

    ✓Chemie: 70 % ausländische Zitate
    ✓Soziologie und Philosophie: jeweils ca....
Teilsystem Kultur

•   Indikatoren:

    ✓Subsystem ausländischen Aussteller auf
                Bildende Kunst:
     Ante...
Zahlenmäßige Entwicklung der beschriebenen
 Indikatoren zwischen ca. 1950/‘60 und 1995
Teilsystem Wirtschaft

•   Indikatoren:

    ✓Subsystem Beschäftigen
                   Arbeitsmarkt: Anteil der
     ausl...
Zahlenmäßige Entwicklung der beschriebenen
Indikatoren zwischen ca. 1950 bzw. ‘70 und 1995
Zusammenfassung



•   Teilsysteme in sehr unterschiedlichem Ausmaß
    transnationalisiert

•   Manche waren schon seit l...
Ursachen heterogener Transnationalisierung
       und Folgen in Deutschland
Ursachen für Heterogenität und Folgen
           in Deutschland



         •   Ursachen für Heterogenität

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Ursachen heterogener
             Transnationalisierung

•   Erklärungsfaktoren

    •   Kommunikationsinfrastruktur: besc...
Politische Konsequenzen

•   Wahrgenommene Problematik:

    •   politische Steuerungsmöglichkeiten gehen nicht über
     ...
Konsequenzen für soziale Integration
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•   Zunehmende Kluft zwischen supranationalen politisc...
Fazit


•   Denationalisierung in Deutschland findet statt, genauer in Form
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•   Inkongruenz zwische...
Resümee
✓Kernthese ist, dass das Bild global gestützt ist, und daher nicht a
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✓Beiden Versuchen merkt man ihr Alter eindeutig an
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✓Die Wahl der Methoden von Gerhards/Rössels ist diskutabel
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Referat Globalisierung

  1. 1. Globalisierung oder Denationalisierung? Michael Beresin, Mirjam Ströhle, Romana Riegler
  2. 2. Literatur • Beisheim, Marianne; Dreher, Sabine; Walter, Georg; Zangl, Bernhard; Zürn, Michael (1999): Im Zeitalter der Globalisierung? Thesen und Daten zur gesellschaftlichen und politischen Denationalisierung. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft. S. 15-38. • Gerhards, Jürgen; Rössel, Jörg (1999): Zur Transnationalisierung der Gesellschaft der Bundesrepublik: Entwicklungen, Ursachen und mögliche Folgen für die europäische Integration. Zeitschrift für Soziologie 28. S. 325-344.
  3. 3. Plan ★ Vorbemerkungen ➡ Das Konzept der Denationalisierung ✓ Nachweis: Methodologie, Resultate und Schlussfolgerungen v. Zürn et al. ➡ Bestandsaufnahme der De-/Transnationalisierung in Deutschland. ✓ Ursachen heterogener Transnationalisierung und Folgen in Deutschland. ➡ Schlussfolgerungen und Resümee ➡ Q&A
  4. 4. Vorbemerkungen ➡ Stand: späte 90er ➡ Zeitraum: 50er bis 2000 ➡ Nationalstaat wird begriffen als: territorial- politische Einheit
  5. 5. Das Konzept der Denationalisierung
  6. 6. Konzept der Denationalisierung • Wozu Denationalisierung? ➡ Denationalisierung als Gegenkonzept zur Globalisierung • Aufschlüsselung des Konzepts ✓ Gesellschaftliche Denationalisierung ✓ Politische Denationlalisierung ✓ Individualisierung • Rekapitulation
  7. 7. Wozu Denationalisierung? • “Globalisierung” in regem Gebrauch, aber ✓kein neues Phänomen ✓undifferenziert ✓kein empirischer Bezug
  8. 8. Denationalisierung als Gegenkonzept • Grundthese: “Globalisierung” ist nicht tatsächlich global, es kommt eher zu einer neuen Grenzziehung. - Früher: Nationalstaaten als Räume verdichteter Interaktion. - Seit den 70ern: Unschärfe: verdichtete Interaktionsräume folgen nicht länger politischen Grenzen
  9. 9. Aufschlüsselung • Beschreibung von 3 Phänomenen • Gesellschaftliche Denationalisierung: Ausdehnung der Grenzen sozialer Handlungszusammenhänge über die Grenzen des Nationalstaats hinaus. • Politische Denationalisierung: Veränderung der Reichweite politischer Institutionen bzw. regulatorischer Frameworks. • (Individualisierung: Wandel sozialer Lebenslagen und Wertewandel, der ein erhöhtes Maß an individueller Selbstbestimmung zum Ausdruck bringt.)
  10. 10. Vor Denationalisierung Denationalisiert Nationalstaat Nationalstaat Gesellschaftliche Denationalisierung
  11. 11. Gesellschaftliche Denationalisierung • Bezieht sich auf fünf Sachbereiche ‣ Kommunikation/Kultur; Mobilität; Sicherheit; Umwelt und Wirtschaft • Bezieht sich auf zwei distinkte Interaktionsformen ‣ Austausch und Produktion • Operationalisierung ➡ Relativer Bedeutungsgewinn des grenzüberschreitenden Austauschs und der grenzüberschreitenden Produktion in den 5 o.g. Sachbereichen.
  12. 12. Institutionell-regulatorische Reichweite Nationalstaat Institutionell-regulatorische Reichweite Regul. Reichweite Regul. Reichweite Nationalstaat Nationalstaat Nationalstaat Politische Denationalisierung
  13. 13. Politische Denationalisierung • Reichweite einer Institution / Regelung kann ✓konstant bleiben == Konstanz ✓sich ausweiten == Integration ✓sich verkürzen = Fragmentierung ‣ Territoriale und personale Dimension • Operationalisierung ➡ Integration / Fragmentierung territorialer/ personaler Reichweite politischer Institutionen gegenüber status quo.
  14. 14. ng ru ie alter prägender sozialer Bezugsrahmen lis ua id v di In Ich neuer sozialer Bezugsrahmen Dimension Individualisierung
  15. 15. Individualisierung • Prozess, bei dem die Bedeutung individueller Selbstbestimmung zunimmt. • Soziales Handeln erfolgt mit Blick auf immer kleinere soziale Einheiten • Konzept ist für die Denationalisierung ergänzend interessant: ✓Erklärungsfaktor für politische Denationalisierung ✓(vielleicht auch konkurrierender Erklärungsfaktor zu gesellschaftlicher Denationalisierung?)
  16. 16. Die Theorie at a glance • Die Aufweichung der Grenzen sozialer Handlungs- bzw. Interaktionsräume und das entsprechende Entstehen neuer Grenzen... • ...kumuliert mit zunehmendem Fokus auf Selbstbestimmung und immer kleinere soziale Einheiten... • ...führt zur Relativierung der Bedeutung nationalstaatlicher Grenzen für die Verregelung gesellschaftlicher Interaktionen
  17. 17. • H1: Schubartige Beschleunigung seit Mitte der 70er • H2: Neue Qualität der gesellschaftlichen Denationalisierung ggnü. Jahrhundertwende • H3: Gesellschaftliche Denationalisierung und Individualisierung führen zeitversetzt zu politischer Denationalisierung • H4: Politische Denationalisierung ist sowohl in Form von Fragmentierungs- als auch in Form von Integrationstendenzen zu beobachten
  18. 18. Nachweis: Methodologie, Resultate und Schlussfolgerungen
  19. 19. Methodologie, Ergebnisse, Schlussfolgerungen • Wann/Wo/Wie • Kurzüberblick Indikatorenraster • gesellschaftliche Denationalisierung • politische Denationalisierung • Individualisierung • Kritikpunkte u. Gegenargumente • Ergebnisse • Gesellschaftliche Denationalisierung • Allgemein • Nach Sachbereich • Politische Denationalisierung • Individualisierung
  20. 20. Wann, Wo, Wie? • Zeit ✓Vom Ende des 2. WK bis 1996 ✓Datenlage schwankt, daher Abweichung in Einzelfällen • Raum ‣ BRD, Frankreich, Italien, Kanada, GB, USA • Methode ‣ Theoriegeleitete Rasterung; Indikatorenwahl um Raster valide & repräsentativ zu erfassen
  21. 21. Indikatoren gesellschaftlicher Denationalisierung Kommunikation & GESELLSCHAFTLICHE Mobilität Sicherheit Umwelt Wirtschaft Kultur DENATIONALISIERUNG Austausch Produktion
  22. 22. Indikatoren politischer Denationalisierung TERRITORIALE Internationalen / Regelungen Supranationalen Organisationen INTEGRATION Reichweite von... TERRITORIALE Weniger Integration Mehr Autonomie FRAGMENTIERUNG Forderung nach... ∆ ±% PERSONALE DENATIONALISIERUNG Anteil der Personen mit Staatsbürgerrechten
  23. 23. Indikatoren: Individualisierung Veränderungen von Familien- Veränderung von Einstellungen INDIVIDUALISIERUNG und Haushaltsstrukturen (subjektiv) (objektiv) Wandel von...
  24. 24. Kritik u. Gegenargumente • Hohes Abstraktionsniveau? ➡ Auch notwendig, um umfassendes Bild zu liefern. • Zuverlässigkeit / Vergleichbarkeit erhobener Daten? ➡ Eingesetzte Statistiken wurden simultan für mehrere Länder erhoben. • Validität der Indikatoren? ➡ Indikatoren wurden systematisch und a priori festgelegt.
  25. 25. Ergebnisse: Gesellschaftliche Denationalisierung • Denationalisierung findet statt ✓in jedem untersuchten Sachbereich. ✓in jedem untersuchten Land. • Zeitlich und räumlich vielfach gebrochener, komplexer Prozess. • In jedem Teilbereich wächst die Bedeutung denationalisierter Produktion ggnü. denationalisiertem Austausch.
  26. 26. Ergebnisse: Kommunikation/Kultur ✓Veränderung der Form (von Brief zu ICT) ✓Bis ICT: kontinuierliche Denationalisierung ✓Seit ICT: schubartige Denationalisierung
  27. 27. Ergebnisse: Mobilität • Kurzfristige Aufenthalte / Reiseströme: ✓+∆ seit Mitte 70er • Temporäre Zuwanderung ✓hohe Variabilität v. Land zu Land • Permanente Zuwanderung ✓50er, 60er und 80er in Schüben • Auch hier Denationalisierungtendenz
  28. 28. Ergebnisse: Sicherheit • Kernkonzept: Bedrohungen ✓Langstreckenwaffen / Waffen grenzüberschreitender Wirkung • Denationalisierung seit Beginn des kalten Kriegs • Aktueller: nichtstaatliche Akteure, organisierte Kriminalität
  29. 29. Ergebnisse: Umwelt • Umweltprobleme werden nicht länger als lokale Probleme begriffen • Seit Mitte 60er: Umwelt als grenzüberschreitendes Problem • Spürbare Verbesserungen (Reduktion von Verschmutzungsindikatoren) weisen damit auf starke Denationalisierung hin. ➡ Hier sogar genuine Globalisierung!
  30. 30. Ergebnisse: Wirtschaft • Eindeutig identifizierbare Denationalisierungstendenzen ✓Außenhandelsquoten ✓Kapitalbewegungen / Direktinvestitionen ✓Transnationale Produktionsketten • Bis 80er langsam u. linear, seitdem schubartig
  31. 31. Ergebnisse: Politische Denationalisierung •Personale politische • Territoriale Denationalisierung politische • Seit den 80ern: Fragmentativ Denationalisierung • Vor allem Integrativ • d.h. schwierigerer Zugang zu • Wechselhafte Staatsbürgerrechten • “Integrationskraft des Entwicklung • Wohlfahrtsstaats erschöpft” Oft lediglich (nicht • aber: sehr uneinheitlicher umgesetzte) Richtlinien Prozess
  32. 32. Ergebnisse: Individualisierung • Extrem heterogene Resultate • Subjektiv • Wesentliche Phänomene: ✓Postmaterialismus • Objektiv ✓Autonomie als ✓Phasen des Alleinlebens Erziehungsideal ✓Neue Familienformen ✓Nachlassender Nationalstolz ✓Frauenrechte
  33. 33. • H1: Schubartige Beschleunigung seit Mitte der 70er ‣ Bewährt sich, aber: gebrochener, differenziert zu betrachtender Prozess • H2: Neue Qualität der gesellschaftlichen Denationalisierung ggnü. Jahrhundertwende ‣ Bewährt sich. • H3: Gesellschaftliche Denationalisierung und Individualisierung führen zeitversetzt zu politischer Denationalisierung ‣ Bewährt sich, aber: politische Denationalisierung ist diffus (Territorial- Integrativ, Personal-Fragmentativ) und so oder so kein zu markantes Phänomen. • H4: Politische Denationalisierung ist sowohl in Form von Fragmentierungs- als auch in Form von Integrationstendenzen zu beobachten ‣ Bewährt sich, mit der Zuspitzung: politische Denationalisierung ist territorial integrativ, personal fragmentativ.
  34. 34. De-/Transnationalisierung in Deutschland
  35. 35. Transnationalisierung in Deutschland • Grundbegriffe • Fragestellungen • Indikatoren, Methoden, Befunde für • Wissenschaft • Kultur • Wirtschaft • Rekapitulation der Ergebnisse
  36. 36. • Transnationalisierung: Verhältnis zwischen Binneninteraktion und Außeninteraktion eines Teilsystems der Gesellschaft ‣ Transnationalisierung ist analog zur Denationalisierung zu begreifen • Teilsysteme mit je spezifischer Sinnrationalität: z.B. Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft.
  37. 37. Fragestellungen ✓Haben zwischen 1950 und 1996stattgefunden? Transnationalisierungsprozesse ✓Wenn ja, wie stark? ✓Gibt es Unterschiede zwischen den Teilsystemen? ✓Welche Folgen haben die Transnationalisierungs- prozesse auf das politische System? ✓Rolle der EU?
  38. 38. Teilsystem Wissenschaft • Indikatoren: ✓Anteil länderübergreifender Ko-Autorenschaft (Moed et al.: bei Naturwissenschaften viel stärker als bei GeWi oder SoWi) ✓Anteil ausländischer zitierter Literatur • Methode: ✓Auswahl je Philosophie und Chemie den Disziplinen einer Fachzeitschrift aus Soziologie, ✓Zählung der „transnationalen“ Zitate in den Ausgaben eines Jahres (1996 bzw. 1997)
  39. 39. Teilsystem Wissenschaft • Befunde: ✓Chemie: 70 % ausländische Zitate ✓Soziologie und Philosophie: jeweils ca. 45 % ✓Hypothese: Naturwissenschaften stärker transnationalisiert ✓Begründung: „weniger Sprachbarrieren“ ✓Ausgaben/Artikel unbekannt
  40. 40. Teilsystem Kultur • Indikatoren: ✓Subsystem ausländischen Aussteller auf Bildende Kunst: Anteil der Kunstmessen ✓Subsystem Literatur: Anteil übersetzter Belletristik an der gesamten Belletristik ✓Subsystem Theater: Autoren an den 10 am Anteil ausländischer häufigsten aufgeführten Stücken
  41. 41. Zahlenmäßige Entwicklung der beschriebenen Indikatoren zwischen ca. 1950/‘60 und 1995
  42. 42. Teilsystem Wirtschaft • Indikatoren: ✓Subsystem Beschäftigen Arbeitsmarkt: Anteil der ausländischen ✓Subsystem Markt für Güter und DL: Anteil der Importe am BSP ✓Subsystem Finanzmarkt: Anteil ausländischer Aktien ✓Subsystem Produktion: Anteil ausländischer Direktinvestitionen
  43. 43. Zahlenmäßige Entwicklung der beschriebenen Indikatoren zwischen ca. 1950 bzw. ‘70 und 1995
  44. 44. Zusammenfassung • Teilsysteme in sehr unterschiedlichem Ausmaß transnationalisiert • Manche waren schon seit langem stark transnationalisiert (Wissenschaft, Kunst) • Nur selten lineare Entwicklung
  45. 45. Ursachen heterogener Transnationalisierung und Folgen in Deutschland
  46. 46. Ursachen für Heterogenität und Folgen in Deutschland • Ursachen für Heterogenität • Konsequenzen in Deutschland • politischer Natur • sozialintegrativer Natur
  47. 47. Ursachen heterogener Transnationalisierung • Erklärungsfaktoren • Kommunikationsinfrastruktur: beschränkt bzw. erweitert die Möglichkeit von Transnationalisierungsprozessen • Politisches Framework: v.a. Einfluss auf Transaktionskosten • Spezifika einzelner Teilbereiche: Bilder sind universeller verständlich als Kunst
  48. 48. Politische Konsequenzen • Wahrgenommene Problematik: • politische Steuerungsmöglichkeiten gehen nicht über nationalstaatliche Grenzen hinaus • Andere Teilsysteme überschreiten diese Grenzen aber regelmäßig ★ Sonderstatus der Wirtschaft ‣ Steuerungsdefizit des politischen Systems ✓Politische Transnationalisierung, z.B. EU-isierung. ✓ EU-isierung als messbares Phänomen?
  49. 49. Konsequenzen für soziale Integration der Gesellschaft • Zunehmende Kluft zwischen supranationalen politischen Akteuren und Bürgern ✓Institutionen “laufen davon” ✓keine Ausbildung europäischer Identität ✓Indirekte demokratische Legitimation ➡ Resultat: kein europäischer Vergeinschaftungsprozess
  50. 50. Fazit • Denationalisierung in Deutschland findet statt, genauer in Form der Europäisierung • Inkongruenz zwischen politischen / systembezogenen und sozialintegrativen Konsequenzen der Transnationalisierung hängt zusammen mit... • ...Fehlen einer gemeinsamen Identität
  51. 51. Resümee
  52. 52. ✓Kernthese ist, dass das Bild global gestützt ist, und daher nicht a ausgedehnter Zusammenhänge empirisch nicht priori von einer globalen Weltordnung auszugehen ist ✓Der unreflektiert genutzt: uns wird die Notwendigkeit Begriff “Globalisierung” wird in diesem Sinne inflationär und empirischer Untermauerung des Globalisierungskonzepts einsichtig. ✓Beide Arbeiten versuchen entsprechend, das Modell der De-/ Transnationalisierung empirisch zu stützen und lassen zunächst offen, ob wir es mit einer EU-isierten OECD-isierten ... Ordnung zu tun haben, oder gar doch mit globalen Interaktionsräumen.
  53. 53. ✓Letztendlich Trans-/Denationalisierung vorliegt kommen beide Erhebungen zu dem Schluss, dass • wobei viele gewählte Indikatoren da nonspezifisch sind: sie könnten auch zum Nachweis “allgemeiner” Globalisierung genutzt werden • In einigen Fällen wird die Globalisierung auch explizit als solche erkannt - z.B. Umwelt bei Zürn et al. ✓Gerhard/Rössels weisen auf einen hin, welcher zentralen Zwiespalt bei politischer Denationalisierung abstrahiert auch bei Zürch et al. thematisiert wird ✓Zürn et al. sehen die jungen Prozess mit politische Denationalisierung indes noch als einen vergleichsweise geringer praktischer Tragweite
  54. 54. ✓Beiden Versuchen merkt man ihr Alter eindeutig an ‣ Einerseits freilich beim Bewerten der Rolle von ICT / Kommunikation • (Gerhards/Rössel erkennen aber bereits die Carrier-Rolle von ICT an) ‣ Andererseits beim Umgang mit Sicherheitsthemen (Terrorismus als Nischenphänomen) • Bild multipolarer Weltordnung samt entsprechender Konflikte noch nicht wirklich etabliert
  55. 55. ✓Beide Texte geheneinem (in seinen Ausbreitungsformen und - immer noch von einem tripolaren Weltbild (Triade) bzw. von dimensionen heterogenen) Norden aus • a) De facto wird der Süden ausgeschlossen • b) Das Konzept scheint inadäquat, um Sonderfälle wie z.B. die Tigerstaaten oder die neue Rolle Chinas zu beschreiben.
  56. 56. ✓Die Wahl der Methoden von Gerhards/Rössels ist diskutabel • Bei der Diskussion wissenschaftlicher Artikel: ✓Jeweils nur eine einzige Fachzeitschrift ✓n unbekannt • Indikatoren scheinen tlw. eher anekdotischen Charakter zu haben • Zahlenmaterial war auch nicht nachvollziehbar ✓EU ändert regelmäßig Erhebungsmethode für EU- Identität (Zugehörigkeitsgefühl vs. Identifikation; generell vs. in Proportion zu lokal/nationalem Zugehörigkeitsgefühl) ✓Zuletzt 2006 ✓Sinnhaftigkeit v. ∆-Bildung?
  57. 57. ❖ Handout, alle Folien, Grafiken und Outlines auf http:// www.unet.univie.ac.at/~a0651012/php/wordpress/index.php ❖ Q&A ❖ Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit!

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