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Verwandlung Familienstruktur Schaubild

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Verwandlung Familienstruktur Schaubild

  1. 1. KAFKA: Die Verwandlung  Figuren/Familienstruktur/Figurenkonstellation  FOS 2010 (schwe)  Seite 1 von 3  Figuren1: Die Figuren der „Verwandlung“ zentrieren sich um die Familie Samsa herum, die als introvertierte Klein- oder Kernfamilie geschildert wird. Von Großeltern oder anderen Verwandten ist nicht die Rede. Die Familie ist um ein Dienstmädchen erweitert, das zwei Mal im Verlauf der Erzählung durch ein neues ersetzt wird. Die Aufnahme der drei Zimmerherren erfolgt aus finanzieller Not, da der Dienstausfall Gregors den Unterhalt der teuren Wohnung erschwert. Die Außenkontakte der Familie sind äußerst beschränkt: Nur zwei Personen aus Gregors Arbeitswelt werden ausführlich erwähnt, der Prokurist und der Chef. Ein Stubenmädchen und eine Kassiererin aus Gregors früherem Liebesleben werden kurz gestreift. So ergibt sich allein aus der Figurenkonstellation eine starke Konzentration auf den Kern der Familie, die von jedem gesellschaftlichem Leben abgeschottet zu sein scheint. Kernfamilie: Eltern Vater, Mutter Kinder Gregor, Grete Dienstpersonal Erstes Dienstmädchen (bittet um Entlassung, S. 29) Zweites Dienstmädchen (schließt sich in der Küche ein, S. 36; wird schließlich entlassen, S. 46) Drittes Dienstmädchen (alte Bedienerin, S. 46,49) Mitbewohner Drei Zimmerherren (S. 50ff.) Berufliches Umfeld Prokurist (S. 11ff.) *Chef (S. 6, 41) *Geschäftsdiener (S. 7) *Kommis, Lehrjungen (S. 47) *Fleischergeselle (S. 62) Gregors *Stubenmädchen, Kassiererin (S. 47) Liebesleben *nur erwähnt, tritt als Figur nicht auf                                                              1  Quelle: Pfeiffer, Joachim: Franz Kafka. Die Verwandlung/ Brief an den Vater. Interpretation von Joachim Pfeiffer (=Oldenbourg‐Interpretation; 91). München 1998: Oldenbourg. 
  2. 2. KAFKA: Die Verwandlung  Figuren/Familienstruktur/Figurenkonstellation  FOS 2010 (schwe)  Seite 2 von 3  Figuren vor der Verwandlung Gregor Vater Mutter Grete • Volksschüler, Bürgerschüler, Handelsakademiker (S. • Oberhaupt der Familie • Unauffällig • Schwester von Gregor (17 39) ohne die Ernährerrolle • Nimmt die traditionellen Jahre) • war beim Militär: die Fotografie, die ihn als Leutnant • schwach, erfolglos Aufgaben der Ehefrau • im Schatten von Gregor ausweist, zeigt ihn „sorglos lächelnd […]Respekt für • nutzt Gregor aus und Mutter wahr. • spielt Violine seine Haltung und Uniform“ verlangend (S. 19). • Geldverwahrer des Kümmert sich um die • Ihre bisherige Lebensweise • Trägt nach dem Bankrott des Vaters allein die Last ‚Familienvermögens‘ Kinder, umsorgt den bestand darin, „[…] sich nett der Existenzsicherung der ganzen Familie „[…]daß er ohne, dass Gregor davon Vater und bringt ihn zu zu kleiden, lange zu den Aufwand der ganzen Familie zu tragen imstande weiß Bett (=Oberhaupt) und schlafen, in der Wirtschaft war und auch trug“ (S. 30). • Obwohl er ein „gesunder“ überwacht die mitzuhelfen, an ein paar • Nimmt in gewisser Weise die Stelle des Mann ist hat er seit fünf Reinlichkeit seiner bescheidenen Familienoberhauptes ein, zumindest die des Jahren nicht mehr Kleidung. Vergnügungen sich zu Ernährers gearbeitet und „viel Fett • für die Entlassung und beteiligen und vor allem • Die Schuld der Eltern wird zur Schuld des Sohnes angesetzt“ (S. 32), Anstellung des Violine zu spielen“ (S. 32). • Unterdrückt die Ansprüche auf ein selbstbestimmtes sodass er schwerfällig Dienstpersonals • müßiggängerisches Leben Leben zu Gunsten des Wohles seiner Familie und und träge geworden ist. zuständig als verwöhntes äußert seine wahren Wünsche nur in seiner • Empfängt abends Gregor • ordnet sich dem Vater Bürgermädchen: „[…] bisher Phantasie: „Wenn ich mich nicht wegen meiner Eltern „im Schlafrock“ (s. 42). unter (=entspricht dem häufig über die Schwester zurückhielte, ich hätte längst gekündigt […]“ (S. 6). traditionellen Rollenbild geärgert hatten, weil sie • ist trotzdem fügsam und dem Vater untergeordnet, da in dieser Zeit) ihnen als ein etwas er sich nicht mal über die Unehrlichkeit des Vaters nutzloses Mädchen empört, als er erfährt, das der Vater noch ein kleines erschienen war“ (S. 34). Vermögen hat (S. 31f.): „[…]jetzt war es zweifellos besser so, wie es der Vater eingerichtet hatte“ (S. 32). • infantil, auf dem Entwicklungsstadium eines Kindes stehengeblieben aus der Sicht der Mutter und zugleich introvertiert und fügsam: Er bleibt abends meist zuhause (auch wenn er tagsüber in der Stadt zu tun hat), liest still die Zeitung, studiert Fahrpläne oder macht Laubsägearbeiten (S. 13). • hartnäckig (Mutter, S. 13) • nicht starrköpfig (aus seiner Sicht, S. 19)
  3. 3. KAFKA: Die Verwandlung  Figuren/Familienstruktur/Figurenkonstellation  FOS 2010 (schwe)  Seite 3 von 3  Familienstruktur und Entwicklungen der Figuren Vater Mutter • Würde, Selbstachtung • ist die einzige, die betont, und Ansehen steigen dass Gregor zur Familie • zeigt wenig Interessen für gehört Gregor Gregors Situation • will Gregor sehen, fällt • geht wieder arbeiten aber in Ohnmacht • ist wieder alleiniges • verwandelt sich in ein „ungeheures • räumt sein Zimmer aus, Oberhaupt der Familie Ungeziefer“ zusammen mit Grete • Käfergestalt • geht arbeiten, um die entwickelt Abscheu gegenüber • macht sich Sorgen um seine Familie mit zu finanzieren Gregor (26, 33) Schwester Pflege kostet sie Überwindung • wird wie ein Haustier behandelt • kriecht in seinem Zimmer herum (34) und sie wird nachlässig • stellt sich immer wieder ans Abscheu wird zu Ablehnung und Fenster Vernichtungswunsch (56) • versteckt sich, um Schwester und Mutter seinen Anblick zu ersparen unter dem Kanapee • rettet das Bild mit der „Dame im Grete Pelz“ • tötet sich am Ende selbst • sorgt sich um Gregor (13/31) • kümmert sich um ihn (Essen bringen, Zimmer putzen) = erster Schritt Richtung erwachsen werden übrige Figuren /Selbstständigkeit, gewinnt neue Position in der Familie • Gregor wird ihr nach und nach lästiger (47/35, 48/3)

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