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Anwesenheitspflicht an der Universität Rostock - Auswertung der Studierendenbefragung Juli 2011

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Anwesenheitspflicht an der Universität Rostock - Auswertung der Studierendenbefragung Juli 2011

  1. 1. Anwesenheitspflichtan der Universität Rostock - Auswertung der Studierendenbefragung Juli 2011 Autoren: Falko Tesch Florian Fröhlich Marcus Sümnick Robert Thomas
  2. 2. Methodik te die Umfrage nur zwischen zwei und vier Antworten am Tag.Die Umfrage wurde vom 15. bis Als Grundgesamtheit wird die22. Juni mit den Mitgliedern des Angabe des Wahlamtes genutzt,StuRa/AStA getestet. Insgesamt welche sich auf die wahlberechtig-sieben Umfragen mit gleichem ten Studierenden am 1. Juni 2011Inhalt wurden über das Programm an der Universität Rostock bezieht.Evasys geschaltet. Für vier davon Demnach sind 12.713 für die Wahlwurden die betreffenden Personen zum akademischen Senat regist-am 30. Juni, für weitere drei am riert. Die übrigen 1293 Personen1. Juli informiert. Insgesamt wurden sind demnach Promotionsstuden-E-Mails an 14.006 Personen ver- ten. Für die Wahl der Fakultätsräteschickt und die Teilnahme bis zum sind 12.514 Personen berechtigt, da2. August ermöglicht. Die Versen- die Fernstudenten keiner Fakultätdung erfolgte TAN-basiert, das zuzuordnen sind. An der Umfrageverhinderte das wiederholte Aus- haben sich 3629 Personen beteiligtfüllen des Onlinefragebogens. Eine (56 % Frauen, 44 % Männer), wasE-Mail, die der Erinnerung dienen einem Rücklauf von 25,9 % ent-sollte, wurde am 14. Juli verschickt, spricht. Bei den Promovierendensowie im AStA-Newsletter an alle sind es 11,6 %, bei den Studieren-Studierenden am 12. Juli und täglich den, ohne Fernstudierende, 27,4 %.über den Monitor in der Südstadt- Den größten Rücklauf hat es anmensa darauf hingewiesen. Jeder der Philosophischen Fakultät mit 1200 zehnte Befragte antworte- 36,2 % gegeben, den geringsten an te sofort auf die Umfrage. der Juristischen (13,1 %) und der 1000 Die letzten Tage schwank- Theologischen Fakultät (10,1 %). Um ein Gesamtbild der Universität zu erhalten werden die einzelnen 800 Fakultäten gewichtet. Der Gewich- tungsfaktor ist in Tabelle 1 ange- 600 geben. Für Vergleiche der PHF mit den übrigen Fakultäten zusammen 400 200 0 30.6. 2.7. 4.7. 6.7. 8.7. 10.7. 12.7. 14.7. 16.7. 18.7. 20.7. 22.7. 24.7. 26.7. 28.7. 30.7. 1.8.Abbildung 1 Teilnahmeverlauf an Umfrage zur Anwesenheitspflicht an der Universität Rostock 2011 1
  3. 3. kommt ein weiterer Gewichtungs- faktor zum tragen. Situation Von den Teilnehmern streben 1260 Anwesenheitspflicht einen Bachelor an, 1018 das Lehr- amt, 441 ein anderes Staatsexa- Insgesamt gaben 382 Personen men, 226 das Diplom, 480 einen an, schon einmal von einem Lehr- Master und 42 Personen einen veranstaltung ausgeschlossen Bakkalaureus oder Magister. Sieben worden zu sein. 378 ließen sich Personen machten keine Angaben auf die Fakultäten verteilen. An zu ihrem Studiengang, können aber den Fakultäten für Maschinenbau einer Fakultät zugeordnet werden. und Schiffbau (MSF), für Informatik 48 können einem Studienabschluss, und Elektrotechnik (IEF) sowie der jedoch nicht einer Fakultät zuge- Juristischen Fakultät (JUF) existiert ordnet werden und weitere fünf keine Regelung zur Anwesenheits- Personen weder noch. In der Folge pflicht. Es gibt sehr wenige Fälle in kommt es, je nachdem wie viele denen Studierende dieser Fakultä- Personen eine Angabe gemacht ten ausgeschlossen wurden. Auf die haben, zu Abweichungen in der Frage, ob Anwesenheitslisten ge- Zahl der Personen. führt wurden, antwortete die Hälfte Fakultät Studierende Teilnehmer Aus LVS Anteil der Rücklauf Gewicht ausgeschlossen Ausschlüsse PHF 3287 1190 278 23,5 0,362 0,7564 WSF 2000 556 39 7,0 0,278 0,9851 MNF 1728 469 27 5,8 0,271 1,0090 MEF 1768 439 8 1,8 0,248 1,1029 MSF 1111 282 3 1,1 0,254 1,0789 IEF 955 198 3 1,5 0,207 1,3209 AUF 572 165 6 3,7 0,288 0,9494 JUF 579 76 3 4,0 0,131 2,0863 THF 514 52 11 21,2 0,101 2,7069 Summe 12514 3427 378 11,1 0,274 Tabelle 1 Aufschlüsselung der Teilnehmer der Umfrage nach Fakultät, denjenigen, die bisher aus einer Lehrveranstaltung (LVS) ausgeschlossen wurden, dem Rücklauf und dem Gewichtungsfaktor Universität Rostock Juli 2011 vereinzelt, viele auch mit Nein (IEF 43 %), was sich mit dem Lehrimport etwa aus dem Sprachenzentrum2
  4. 4. erklären lässt. tungen im Bereich HumanmedizinAn der Mathematisch-Naturwis- und Zahnmedizin. Für die BA/MAsenschaftlichen Fakultät (MNF) Medizinische Biotechnologie gibtund der Agrar- und Umweltwissen-schaftlichen Fakultät(AUF) gibt es Wurden Sie schon einmal aufgrund zu vieler Fehlzeiten aus einer Lehrveranstaltung ausgeschlossen?für bestimmte Lehrveranstaltungen 25eine Anwesenheitspflicht, etwa für 20 23,5 %Laborpraktika und Exkursionen.Der überdurchschnittliche Wert der 15MNF erklärt sich aus den Lehramts- 10studierenden, die ihr zweites Fach 5 9,8 %an einer anderen Fakultät haben. 5,0 % 0Nur für die Bachelor-Studierenden Uni gewichtet PHF Uni ohne PHF gewichtetbeträgt der Wert 1,3%. Jedes vierte Abbildung 2 Anteil der aus Lehrveranstaltungen bisher ausgeschlossenen Studierenden gewichtetMitglied dieser Fakultäten berichte- nach der Fakultät.te, dass mehrmals Anwesenheits-listen geführt wurden. es noch keine Grundlage dafür inAn der Wirtschafts- und Sozialwis- der Studienordnung. Eine Änderungsenschaftlichen Fakultät (WSF) ist ist für den Master jedoch bereitsder Wert ebenfalls für Lehramtsstu- beschlossen worden und wird wohldierende am höchsten. Insgesamt für den Bachelor bald folgen. Anist die Spannweite bei der Verwen- der Theologischen Fakultät(THF)dung von Anwesenheitslisten hier besteht für den Diplomstudiengangsehr groß. 31,4 % geben an, dass Anwesenheitspflicht in Seminaren,mehrmals Anwesenheitslisten ge- Übungen und Exkursionen. Fürführt wurden, 36 % vereinzelt und den Bachelor „Religions Studies“32,7 % nie. Dies mag sich mit den sowie den LehramtsstudiengangUnterschieden derjenigen, die nur existiert derzeit keine Regelung.an der WSF studieren und jenen 80 % der Befragten an der MEFStudierenden der Soziologie, Poli- bzw. 83 % an der THF geben an,tologie und des Lehramts Sozialwis- dass mehrmals Anwesenheits-senschaften erklären, welche noch listen geführt wurden. Jedochein weiteres Fach an einer anderen wurden an der MEF nur 1,8 %,Fakultät haben. Es bestehen keine an der THF aber 21,2 % der Be-Regelungen zur Anwesenheits- fragten bereits aus einer Lehrveran-pflicht an dieser Fakultät. staltung ausgeschlossen. LetztererAn der Medizinischen Fakultät Wert ist sehr unsicher aufgrund der(MEF) besteht Anwesenheitspflicht geringen Fallzahl, so ergibt sich beifür die Mehrheit der Lehrveranstal- 5 % Irrtumswahrscheinlichkeit ein 3
  5. 5. Schwankungsintervall von 10 % Fehlzeiten aus einer Lehrveran- bis 32 %. staltung ausgeschlossen wurden, An der Philosophischen Fakultät erreicht mit 23,5 % (21 % bis 25,9 % gaben 87 % an, dass mehrmals auf dem 95 % Konfidenzinterval) Anwesenheitslisten geführt werden. Universitätsspitze. Dieser Wert überrascht, da es keine Der durchschnittliche Wert be- Regelung in der Studienordnung der trägt 11,1 % für die Universität Diplom Erziehungswissenschaftler, als Ganzes aufgrundlage der Be- der Bakkalareus/Magister oder der fragung. Nach Gewichtung der Bachelor und Masterstudiengänge Werte nach Fakultäten liegt er bei hierzu gibt und auch keine universi- 9,8 % (8,8 % bis 10,8 % auf dem tätsweite Rahmenordnung existiert, 95 % Konfidenzinterval). Nimmt die dies für Lehramtsstudierende re- man die Philosophische Fakultät gelt. Ein diesbezüglicher Beschluss aus der Betrachtung heraus, so des Fakultätsrates vom Januar beträgt der Wert lediglich 5,0 % 2011 wurde von der Rechtsabtei- (4,1 % bis 5,9 % auf dem 95 % lung der Universität für unwirksam Konfidenzinterval), weniger als ein erklärt. Der Anteil derjenigen, die Viertel des PHF wertes. schon einmal aufgrund zu vieler Das Risiko, jemals aus einer Lehr- Haben Sie sich wegen dieses Ausschlusses an den zuständigen Prüfungsausschuss gewedet? 60 übrige Uni PHF 59 % 50 52 % 40 45 % 36 % 30 20 10 5% 3% 0 Ja Nein,ich sah wenig Nein, ich wollte es Aussicht auf Erfolg mir mit dem Dozenten nicht verderben Abbildung 3 Verteilung der Antworten auf die Frage nach der rechtliche Grundlage in der eigenen Studienordnung. PHF im Vergleich mit der übrigen Universität gewicht nach Fakultäten4
  6. 6. veranstaltung ausgeschlossen zuwerden, steigt mit der Verweildauer Informationslage beian der Universität. Im ersten Stu- den Studierendendienjahr sind es an der philosophi-schen Fakultät 12 %, im zweiten und BeschwerdenStudienjahr 16 %, im dritten und Es überrascht, dass gerade an einervierten Studienjahr 25 %, bzw. 27 %, Fakultät, an der es keine Regelungim vierten 32 %, im fünften 47 %, im zur Anwesenheitspflicht gibt, so vie-sechsten (Lehramt PHF 57,8 %) und le Ausschlüsse erfolgen, die dazu45 % in den weiteren Studienjahren. beitragen können die StudiendauerFür die übrige Universität ist nur der zu verlängern, so dass widerrecht-Wert für die Langzeitstudierenden lich Studienplätze blockiert werden.mit 16 % über dem Durchschnitt der Ein Problem ist das fehlende Be-Universität. Im Mittel wusstsein der Studierdenden fürist ein Studierender 2,21-mal aus- diese Sachlage. 43 % der Umfra-geschlossen (2,26 PHF; 2,14 übrige geteilnehmer an der PHF gebenUni) worden. Bis zum sechsten nicht zu wissen, ob es eine Re-Studienjahr steigt dieser Wert auf gelung in ihrer Studienordnung zu3,41 an. Anwesenheitspflicht gibt. An der übrigen Universität sind es 54 %. Jedoch sagten 16 % an den übrigen Fakultäten, dass es keine Regelung Gibt es in ihrer Studienordnung eine rechtliche Grundlage für eine Anwesenheitspflicht? 60 übrige Uni 50 PHF 54 % 47 % 40 43 % 30 20 16 % 12 % 9% 18 % 10 1% 0 Ja Nein, aber mache Nein und es werden Ich weiß nicht, Dozenten verwenden auch keine ob es hierzu eine trotzdem Anwesenheitslisten Anwesenheitslisten Regelung in meiner geführt Studienordnung gibtAbbildung 4 Verteilung der Antworten auf die Frage nach einem Einspruch im Prüfungsausschuss, bezüglichdes Ausschlusses von einer Lehrveranstaltung. PHF im Vergleich mit der übrigen Universität gewicht nachFakultäten. 5
  7. 7. gibt und demnach auch keine Prä- schluss des Fakultätsrates der senzpflicht praktiziert wird. 12 % PHF im Januar 2011 gefällt wurde, gaben an, dass es eine Regelung brachte der allgemeine Studieren- geben würde, aber auch 9 % an denausschuss (AStA) ein Wider- der PHF, wo dies ausgeschlossen spruchsformular heraus, wonach werden kann. Fast jeder zweite Be- beim Prorektor für Studium und fragte an der PHF ist sich aber im Lehre sofortiger Einspruch erhoben Klaren darüber, dass die derzeitige werden kann. Von dieser Möglich- Situation dadurch gekennzeichnet keit haben ein halbes Jahr später ist, dass es keine Regelung gibt nur 18 Teilnehmende der Umfrage und trotzdem Anwesenheitslisten Gebrauch gemacht, davon 14 an geführt werden. Der Wert für die der PHF. Auf alle Ausschlüsse sind anderen Fakultäten ergibt sich wie es weniger als 5 %. oben aus der Tatsache, dass viele Der StudentINNenrat (StuRa) hatte Studierende zwei Fächer studieren, im Dezember 2009 eine Reihe von davon oft eines an der PHF. So liegt Forderungen in der Hochschulbil- der Wert für die WSF bei 30 %, ob- dung in Zusammenarbeit mit dem wohl dem AStA keine Beschwerde Plenum des damals besetzen Au- einer rechtswidrigen Verwendung dimax und der Fachschaftsrätekon- von Anwesenheitslisten an der WSF ferenz (FSRK) aufgestellt. Darunter bekannt ist . auch der Beschluss, Anwesenheits- Aufgrund der Rechtslage ist ein pflicht in jeder Form abzulehnen. Einspruch gegen einen Ausschluss Anderthalb Jahre später ist dieser beim zuständigen Prüfungsaus- Beschluss 3 von 4 Befragten unbe- schuss jedoch oft vielversprechend. kannt. Diejenigen, die ihn kennen, Jedoch gehen diesen Weg nur 3 % befürworten ihn zu 50 %, wobei der Betroffenen an der PHF und 5 % weitere 25 % ihn für grundsätzlich an den anderen Fakultäten. Als richtig aber zu weitgehend halten Gründe für fehlenden Widerspruch und die übrigen ihn ablehnen. Un- wurden genannt: Die Einschätzung, ter den Befragten der PHF, ist der dass wenig Aussicht auf Erfolg be- Beschluss 36 % bekannt und 4 von steht und dass Sanktionen durch 5 unterstützen ihn. den Dozenten zu einem späteren Zeitpunkt bei einem Einspruch zu erwarten seien. Der zweite Punkt ist an der PHF mit 51 % zu 38 % an den übrigen Fakultäten stärker ausgeprägt. Nachdem der unwirksame Be-6
  8. 8. Einschätzung Lehrveranstaltungen, in denen Leistungen schwer abgeprüft wer-Für die Anwendung einer Anwesen- den können, wie Sprachübungen,heitspflicht kann es ver-schiedene Gründe ge- Einschätzung der Anwesenheitspflichtben. Zum einen kann es Studierende können besuchen sollten.einschätzen, welche Veranstaltungen Sie noch nicht selbstsein, dass viele Studie-rende noch nicht selbst Ohne Sanktionen würden viele Studierende kaum etwas für ihr Studium machen.einschätzen können,welche Veranstaltungen Anwesenheitspflicht ist wichtig um auch Studierende, die an ihremsie besuchen sollten. Studienfach kein Interesse ahben, zu einem Abschluss zu führen.Diese Auffassung wirdvon 3 von 4 Befragten Anwesnehitspflicht ist in Sprachübungen, schulpraktischen Übungen, werden können, etwa dort zulässig, wo Fähigkeiten schwer abgeprüftabgelehnt. Des Weiteren Exkursionen, Berufs- und Laborpraktika.besteht die Möglichkeit,dass Sanktionen not- Anwesenheitspflicht führt dazu, dass auch jene, die an der andere Lehrveranstaltung nicht interessiert sind, anwesend sind undwendig sind, um die Stu- Teilnehmer stören.dierenden zum Arbeitenanzuspornen. Die Auf- Anwesenheitspflicht senkt die Studierenden dann nicht mehran Lehrveranstaltungen, weil die Motivation für die Beteiligung freiwilligfassung wird von 69 % dort sind.der Befragten (gewichtetnach Fakultäten) zu- Anwesenheitspflicht istden Dozenten befürchtet werden. weil Sanktionen durch etwas über das sich selten beschwert wird,rückgewiesen. 72 %der Befragten halten es Anwesenheitspflicht behindert die Integration vonzudem für völlig unzu- Studierenden mit kleinen Kindern in den Studienablauf.treffend eine Anwesen-heitspflicht mit dem Ziel Anwesenheitspflicht behindert dieBehinderungen in den Studienablauf. mit chronischen Krankheiten und Integration von Studierendeneinzuführen, auch dieje-nigen, die kein Interesse Anwesenheitspflicht nimmt Dozenten den Druck in ihren Lehrveranstaltungen didaktisch überzeugen zu müssen.an ihrem Fach habenzu einem Abschluss zu Anwesenheitspflicht nimmt Dozenten den Druck in ihrenführen. Nur 12 % halten Lehrveranstaltungen fachlich überzeugen zu müssen.dies für berechtigt.Anwesenheitspflicht für Anwesenheitspflicht ist ein Studienordnungen integriert werden muss. weshalb sie in den BA/MA Bestandteil der Bolognavereinbarung,Abbildung 5 Verteilung derAntworten zur Einschätzungverschiedner Auffassungen zur 0 20 40 60 80 100Anwesenheitspflicht UniversitätRostock 2011 gewichtet nach voll zutreffend völlig unzutreffendFakultäten eher zutreffend eher unzutreffend 7
  9. 9. schulpraktische Übungen, Exkur- Lehrveranstaltung dadurch stärker sionen, Berufs- und Laborpraktika auffallen. Angesichts der Vorbehalte halten 84 % der Befragten für der Studierenden sich zu beschwe- zulässig. Ebenso ist auch 80 % ren, ist dies jedoch unwahrschein- bewusst, dass damit das Risiko lich. Andererseits kann durch die einhergeht, dass auch Personen, Pflicht zur Teilnahme aber auch der die an der Lehrveranstaltung selbst Druck vom Dozenten genommen kein Interesse haben, anwesend werden, didaktisch oder fachlich sind und andere stören. Dass überzeugen zu müssen, schließlich Präsenzpflicht die Beteiligung an kommen die Studierenden ohnehin. Lehrveranstaltungen senkt, weil die Im Bezug auf Didaktik halten 59 % Studierenden dann nicht mehr frei- dies für zutreffend, im Bezug auf willig dort sind, unterstützen 64 % das fachliche Niveau sind es 51 %. der Befragten und 83 % derjeni- Bei den „Ausgeschlossenen“ sind gen, die schon einmal aus einer es 76 % bei Didaktik und 67 % Lehrveranstaltung ausgeschlossen beim fachlichen Niveau. In der wurden. Bei der Aussage, dass sich kleinen Gruppe der Promotions- über Anwesenheitspflicht selten be- studierenden (ungewichtet), die schwert wird, weil Sanktionen durch bisher nicht Bestandteil der Unter- den Dozenten befürchtet werden, suchungspopulation sind, unter- hält sich das Antwortverhalten die stützen nur 43 % die These, dass Waage. Bei den Ausgeschlossenen das didaktische Niveau in der Folge sind es hingegen 75 %, die diese einer Einführung der Anwesen- These unterstützen. heitspflicht zunimmt und nur 40 % Dass die Integration von Studie- beim fachlichen Niveau. renden mit Kindern in den Stu- Zuletzt wurde gefragt, ob die Ein- dienablauf durch eine Anwesen- führung von Anwesenheitspflicht heitspflicht erschwert wird, halten etwas mit der Bolognaerklärung zu 79 % für zutreffend (92 % der tun hat, ein oft genutztes Argument Ausgeschlossenen). Bei Personen ohne reale Grundlage. Zwei Drittel mit chronischen Krankheiten sind enthält sich hier der Abstimmung. es 74 % (91 % der Ausgeschlos- Von den übrigen sind noch 20 % senen). Allerdings geben auch ein von dieser Idee überzeugt. Drittel der Befragten an, dies nicht einschätzen zu können. Auch auf die Lehre kann eine An- wesenheitspflicht Einfluss haben. Zum einen könnte eine didaktisch oder fachlich unterdurchschnittliche8
  10. 10. Auswirkungen auf die dagogik liegt die durchschnittliche Studiendauer bei elf Semestern, Sudierendenschaft wobei die Regelstudienplatz bei neun Semestern liegt. Diese über-Welche gravierenden Probleme bei durchschnittliche Studiendauerder derzeitigen Praxis entstehen wird zu einem großen Teil durchkönnen und worüber anscheinend die notwendige Wiederholung vonvon Seiten der Dozierendenschaft Veranstaltung auf Grund der An-hinweggesehen wird, soll nachfol- wesenheitskontrolle verursacht. Eingend dargestellt werden. Hierbei besonderes Problem stellt in diesemhandelt es sich Überwiegend um Zusammenhang das Verfahren inEinzelschicksale. Diese zeigen aber der „Mathematik der Grundschul-dennoch, welche verherrenden pädagogik“ da. Dort verhindert eineAuswirkungen die Durchführung von ebenfalls illegale Regelung dasAnwesenheitslisten mit sich bringen Vorziehen von höheren Kursen beikönnen. Die vorliegenden Beispiele nichtbestehen von Grundkursen.sind am Institut für Schulpädagogik Weiterhin sind einige Dozentengeschehen. Vergleichbare Fälle sind nicht in der Lage verantwortungsvollaber auch in vielen anderen Institu- mit den Mitteln der Anwesenheits-ten so oder so ähnlich vorgefallen. kontrolle umzugehen. So wurden Studentinnen mit Kindern von Ver-Etwa die Hälfte aller Studentinnen anstaltungen ausgeschlossen, weilund Studenten beziehen teilweise sie zu often fehlten, da ihre KinderBafög oder können nur auf Grund erkrankt waren. Es wurden auchvon Stipendien oder anderen Zu- Studenten von Veranstaltungenschüssen ihr Studium absolvieren. ausgeschlossen, welche auf GrundDer illegale Ausschluss von Stu- einer zu späten Einschreibung vondierenden aus Veranstaltungen Seiten der Universität nicht recht-hat daher teilweise zur Folge, dass zeitig an den Veranstaltungen teil-diese auf Grund von Brüchen in nehmen konnten. Solche Fälle sindihrer Studienplanung nicht weiter zum Beispiel in der Grundschulpä-oder nicht ausreichend lang finan- dagogik vorgekommen.zielle Unterstützung erhalten. Das Auch die Möglichkeit der Aus-Festhalten an diesem Verfahren hat gleichsleistungen wird von einigenzum Ergebnis, das derzeit ein Groß- Dozierenden schädlich missbraucht.teil der Studierenden der PHF ihr So sind bereits mehrfach völlig un-Studium über der Regelstudienzeit angemessene Ausgleichsarbeitenabschließen. Bei den Grundschul- von Studierenden verlangt worden,pädagogen am Institut für Schulpä- 9
  11. 11. welche einen massiven Mehrauf- wand von Seiten der Studierenden Unterstützt durch verlangten und nach allgemeiner Rechtssprechung keinesfalls zu- lässig waren. Arbeiten von 40 und mehr Seiten sind in der Grundschul- pädagogik als Ausgleichsleistung für zwei oder drei veräumte Veran- staltungen keine Seltenheit. Dies sind nur einige Probleme, welche durch die oftmals wilkürliche Anwenden und Auslegen der recht- Danksagung lich nicht verankerten Anwesen- heitspflicht an der PHF entstanden Die Autoren bedanken sich im be- sind und immer noch täglich ent- sonderen bei Frau Astried Martin stehen. Sie sind Grund dafür, dass vom ITMZ für ihre technische Un- sich die Dauer des Studiums vieler terstützung bei der Durchführung Studenten um Manche zur Aufgabe der Umfrage. ihres Studiums zwang, da sie nicht mehr an die Rechtmäßigkeit der Arbeitsweise der Mitarbeiter der Lizenz Universität und auch ihres Studiums Dieses Werk bzw. Inhalt steht unter glaubten und den massiven Druck, einer Creative Commons Namens- welcher durch solche fragwürdigen nennung 3.0 Deutschland Lizenz. Entscheidungen aufgebaut wird, standhalten konnten.10

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