FlughafenFaktenVIE012014

217 Aufrufe

Veröffentlicht am

0 Kommentare
0 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Als Erste(r) kommentieren

  • Gehören Sie zu den Ersten, denen das gefällt!

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
217
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
3
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
2
Kommentare
0
Gefällt mir
0
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie

FlughafenFaktenVIE012014

  1. 1. fakten flughafen wien Liebe Leserinnen und Leser, die erste Ausgabe der Flughafen Wien Fakten zeigt Ihnen zum Einstieg in den Sommer, welche Meilensteine in der zweiten Jahreshälfte auf die Luftver- kehrswirtschaft zukommen und welche Schwerpunkte der Flughafen Wien setzt. Das Spannungsfeld von nationaler und internationaler Gesetzgebung, die Konsequenzen der europäischen Recht- setzung und Rechtsprechung für natio- nale Gerichte und Gesetze, stellt auch die Luftfahrt vor immer neue Herausforder- ungen. Auf europäischer Ebene wurden bzw. werden die Karten neu gemischt. Das sorgt für spannende Entscheidungen und offene Fragen, denn einige Gesetzes- initiativen konnten in der vergangenen Periode nicht abgeschlossen werden. Im aktuellen Arbeitsprogramm der Bundes- regierung ist der Beitrag, den der Luftver- kehr und damit der Flughafen Wien als Wirtschaftsfaktor leisten kann, explizit verankert. Umso wichtiger ist es also, große Hemmnisse wie die Flugabgabe zu überdenken. Innerhalb der regulato- rischen und politischen Entwicklungen bleibt die Flughafen Wien AG vor allem auf eines konzentriert: die Servicequa- lität. In diesem Sinn wird weiterhin eifrig an neuen Ideen gearbeitet, um das Passa- giererlebnis in positivem Sinne unver- gesslich zu machen. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen und freuen uns über Feedback. Sophie-Marie Wollner & Christian Steyrer Public Affairs Flughafen Wien blick nach brüssel Die Wahl zum europäischen Parlament ist geschlagen, die Kommission ist dabei sich zu formieren und über den Sommer wird es zwar ruhiger um die europäische Gesetzgebung, Brüssel steht aber dennoch nicht still: in den nächsten Monaten stehen einige richtungsweisende Entscheidungen und Detailbeschlüsse an, die für die Luftverkehrswirtschaft relevant sind. ... Fortsetzung auf Seite 2 antrieb zur standortentwicklung Als Wirtschaftsmotor und Arbeitsplatzgenerator trägt die Luftverkehrswirtschaft große Verantwortung für Wirtschaftswachstum und Arbeitsplatzsicherung. Die Bundesregierung bekennt sich in ihrem Arbeitsprogramm ganz klar zum Luft- verkehrsstandort Österreich. Seine nachhaltige Weiterentwicklung sorgt, so das aktuelle Regierungsprogramm, nicht nur für Wirtschaftswachstum, sondern auch für die Sicherung von Arbeitsplätzen. ... Fortsetzung auf Seite 6 Ausgabe 01/2014
  2. 2. 2 | Flughafen Fakten | 01/2014 Die konkrete Formulierung: Article 6d 2. (new) Passengers should be allowed to carry in the cabin a reasonable number of essential personal items or belongings including at least one bag of airport shopping at no extra cost in addition to the prescribed cabin baggage allowance. Vorgeschlagen ist eine Verordnung zur Änderung der Verordnung (EG)Nr.261/2004 über eine gemeinsame Regelung für Ausgleichs und Un- terstützungsleistungen für Fluggäste im Fall der Nichtbeförderung und bei Annullierung oder großer Verspätung von Flügen und der Verord- nung (EG) Nr. 2027/97 über die Haftung von Luftfahrtunternehmen bei der Beförderung von Fluggästen und deren Gepäck im Luftverkehr (COM(2013)0130 – C7-0066/2013 – 2013/0072 (COD)) fokus EU Fortsetzung „Blick nach Brüssel“: Mit der Debatte und dem Beschluss über denKommissionspräsidenten,dieerstmals in einer europäischen Öffentlichkeit und getrieben durch den Wahlausgang geführt wurde, ist aber die tatsächliche Kommis- sionsausrichtung noch nicht bestimmt. Nach der Entscheidung, wer der Kommis- sion in der neuen Periode vorsitzt, wird auch über ihre (Neu-)Zusammensetzung, also die Nominierung der Kommissarinnen und Kommissare entschieden.Zu erwarten sind personelle Rochaden, nicht nur an der Spitze der Kommission, denn nicht nur das Verbleiben des estnischen Verkehrskom- missar Siim Kallas ist weiterhin offen. Ende Juni wurde das 18-Monats-Programm des Rats für die Präsidentschaften Italiens, Lettlands und Luxemburgs beschlossen. Trotz der Personalfragen in der Kommis- sion, im Europäischen Parlament und im Rat stehen die Gesetzgebung und ihr Umfeld nicht still: • Die Änderungen der Flüssigkeitenre- gelung ist weiter in Gang, was große Probleme mit sich bringt. • Die EU-Kommission versucht weiter Druck auszuüben, um ihren Wunsch nach weiterer Liberalisierung der Bodenverkehrsdienste gegen die Befürchtungen der Flughäfen durchzu- setzen. • Die Novelle der Passagierrechte- Verordnung steht nach der Griechi- schen Präsidentschaft auch auf der Agenda der Italienischen Ratspräsident- schaft ab Juli. Veränderung bei Flüssigkeiten Nach der ersten Änderung bei der Rege- lung für die Mitnahme von Flüssigkeiten soll mit 2015 ein weiterer Schritt folgen. Die geplanten Lockerungen beim Wasser bringen allerdings große Probleme für den Flughafen mit sich: Das Assessment der ersten Phase (seit Jänner 2013) war nicht ausreichend und Aufgrund der aktuell erhältlichen Technologie wäre die Einfüh- rung von Phase 2 störend für den Passa- gierdurchsatz bei der Sicherheitskontrolle. Da bei der finalen Phase 3 ohnehin wieder neues Equipment angeschafft werden müsste, wäre diese Zwischenphase auch nicht kosteneffizient. Liberalisierung der Bodenverkehrsdienste Die EU-Kommission will mit einer neuen Verordnung die geltende Richtlinie 96/67/ EG komplett ersetzen. Bereits im April 2013 hat das Europäische Parlament (EP) die erste Lesung abgeschlossen, die Positi- onierung des Rates bleibt ausständig. Die Flughafen Wien AG spricht sich aufgrund der zu erwartenden negativen Auswir- kungen auf die Wettbewerbs- sowie die Arbeitsmarktsituation gegen den vorlie- genden Vorschlag der Kommission sowie die beschlossene Position des Europä- ischen Parlaments aus. Eine weitere Öffnung des Marktes ist nicht notwendig, da der aktuelle gesetzliche Rahmen bereits die Möglichkeit (nicht die Pflicht) vorsieht, mehr als zwei Anbieter zuzulassen. Der aktuelle Verordnungsvorschlag bringt weder für die Fluggäste noch die Luftfahrt einen Mehrwert und widerspricht somit auch den Vorankündigungen der Kommis- sion. Passagierrechte: Klarheit und Komfort Die Griechische Ratspräsidentschaft hatte dieses Dossier – geerbt von der Litauischen Ratspräsidentschaft, die es 2013 nicht abschließen konnte – ganz oben auf ihre Prioritätenliste für den Verkehrsbereich gesetzt. Allerdings konnte auch bei der Juni-Ratssitzung kein General Approach Auf europäischer Ebene werden nicht nur personelle Weichen gestellt: Für die Rechte von Passagieren stehen einige Änderungen an. Verkehrszahlen: Plus 4 Prozent im Mai 2014 bei den Passagieren Der Flughafen Wien ist auf einem guten Weg, das zeigen die Verkehrszahlen der ersten Monate des Jahres 2014. Alleine die Mai-Daten zeigen die positive Entwick- lung: Im Mai stieg die Anzahl der abgefer- tigten Passagiere im Vergleich zum Mai 2013 um 4,0 % auf insgesamt 2.048.044 Fluggäste. Das Frachtaufkommen nahm um 8,8 % zu, die Flugbewegungen ver- zeichneten einen Anstieg von 0,7 % und das Höchstabfluggewicht (Maximum Take Off Weight) stieg um 3,4 %. Bei den Trans- ferpassagieren verzeichnete der Flughafen Wien einen Anstieg von 1,0 % gegenüber dem Mai 2013. Die Anzahl der Lokalpas- sagiere ist im selben Zeitraum um 5,1 % gestiegen. Dritter Platz beim Börsepreis Bei der diesjährigen Wiener Börse Preis- Verleihung am 20. Mai wurden heimi- sche börsenotierte Unternehmen ausge- zeichnet. Insgesamt 12 Auszeich- nungen in vier Kategorien wurden vergeben, die Flughafen Wien AG hat in der Kategorie „Small & Mid Cap“ den dritten Platz belegt. Die Tatsache, dass der Kapitalmarkt die Anstrengungen des Flughafen Wien das zweite Jahr in Folge mit einem Podestplatz honoriert, ist auchgutanderAktienentwicklung der Flughafen Wien AG abzulesen. Das Unternehmen hat bewiesen, dass der eingeschlagene Kurs der Produktivitäts- steigerung, Modernisierung und Stärkung der Finanzstruktur nicht nur zu einem nachhaltigen Wachstum führt, sondern auch das Vertrauen des Finanzmarktes stärkt. VIE-Feuerwehr in Bosnien Drei Mitarbeiter der VIE-Feuerwehr brachen im Mai nach Bosnien auf, um im vom Hochwasser betroffenen Gebiet zu helfen. Im Einsatzraum (Orasje in Bosnien an der kroatischen Grenze) waren bei Ankunft des Helfer-Teams, das aus insge- samt 18 Mann von Feuerwehren aus ganz Niederösterreich bestand, noch 1.000 He- ktar überflutet. Die Geräte desTeam Öster- reich pumpten in der Minute 63 m3 Wasser ab. Als Teil der internationalen Einsatzlei- tung wurde bald die Koordination für den gesamten Bereich an der Sava erfolgreich mitübernommen. Q Frühjahr 2014 | Flughafen Fakten | 3 (Allgemeine Ausrichtung) erzielt werden. Als strittige Punkte innerhalb des Rates gelten insbesondere • Schwellen für Entschädigungsan- sprüche/Ausgleichsleistungen • Definition der außergewöhnlichen Umstände • Verbot einer One-Bag-Rule Die Flughafen Wien AG unterstützt Bestre- bungen zur besseren Übersichtlichkeit der Passagierrechte im Sinne der Flug- gäste und stellt schon jetzt möglichst viel Information zur Verfügung. Eine Novellie- rung der Passagierrechte gibt die Chance, noch mehr Klarheit für Konsumentinnen und Konsumenten zu schaffen und für Ausnahmefälle gerüstet zu sein. Der Flug- hafen Wien ist auf Notfälle gut vorbe- reitet und steht den Reisenden jederzeit mit Informationen zur Seite. Bereits heute existieren mit der Behörde abgestimmte Notfallpläne. Wichtig ist in der aktuellen EU-Verordnung, dass durch die geplanten „Contingency-Plans“ keine zusätzlichen bürokratischen Hürden geschaffen werden, aktuelle Best Practises weiterver- folgt werden können und die Flughäfen nicht plötzlich zu alleinigen Normadres- saten der nötigen Maßnahmen werden. Keine Restriktionen für Gepäck im Flieger In der aktuellen Position des zuständigen Parlamentarischen Ausschusses konnten die EU-Abgeordneten sich auf eine klare Position zur Gepäckmitnahme einigen – bisher können Airlines bei der Anzahl der Gepäckstücke sehr unterschiedlich verfahren, was für große Unklarheiten bei den Passagieren sorgt: Wie viele Gepäck- stückedarfichmitnehmen?Wasdarficham Flughafen noch einkaufen? Im aktuellen Entwurf der Verordnung ist nun verankert, dass es Passagieren möglich sein muss, zusätzlich zur erlaubten Gepäckmenge in der Kabine persönliche Gegenstände sowie zumindest eine Tasche Flughafeneinkäufe mitzunehmen. „Die Passagiere brau- chen Klarheit über ihre Möglichkeiten der Gepäckmitnahme und den Komfort, nicht „Die Passagiere brauchen Klar- heit über ihre Möglichkeiten der Gepäckmitnahme und den Komfort, nicht auf eine einzige Tasche eingeschränkt zu sein.“ Mag. Julian Jäger Vorstandsdirektor der Flughafen Wien AG auf eine einzige Tasche eingeschränkt zu sein“, sagt Flughafen Wien-Vorstand Mag. Julian Jäger.Derzeit ist die konkrete Formu- lierung im Rat in Diskussion – jedenfalls sollte auch vonseiten der Mitgliedsstaaten auf die Freiheit der Passagiere Rücksicht genommen werden. Q Flughafen Wien: Kurz gemeldet airport aktuell 01/2014 | Flughafen Fakten | 3 Der Flughafen Wien zeigt sich zufrieden mit dem Wachstum.
  3. 3. Mit seiner Entscheidung über Beihilfen für Fluglinien greift der EU-Gerichtshof auch in nationale Gerichtsbarkeit ein. Diese Debatte um Rechtsprechung und Rechtsetzung löst eine weitere Diskussion darüber aus, in welchen rechtlichen und politischen Feldern der Flughafen agiert. Nicht nur die Frage um Überflugsregelungen zwischen Deutschland und Österreich speist dieses Ringen um Kompetenzen. Der Flughafen steht im Spannungs- feld unterschiedlicher – mitunter heiß umkämpfter – Sphären: Im regionalen und nationalen Bereich ist er Arbeitgeber und Standortfaktor, europäisch sind es EU-Kommission, Rat und Parlament, die Regulierungen vorgeben. Bilateral sorgen Überflugsregelungen gepaart mit Lärm- schutzfragen für politischen Zündstoff – wie erst kürzlich die im Jahr 2013 ange- heizte Debatte um den Salzburger Flug- hafen zeigte. Der EuGH fällt immer wieder Urteile mit brisanter Wirkung, wie erst im Dezember letzten Jahres jenes zu Beihilfe- rückzahlungen in Sachen Ryanair am Flug- hafen Frankfurt Hahn. Die Europäische Kommission nutzt die Reform der Beihil- feleitlinien zur Stärkung ihrer Position als Wettbewerbskontrolle. Global waren die Fluglinien und damit auch indirekt die Flughäfen von den hohen Ölpreisen betroffen, die Pläne für den Europäi- schen Emissionshandel rufen Sorgen um die internationale Wettbewerbsfähigkeit Europas hervor und belasten die Debatten in der Internationalen Zivilluftfahrtor- ganisation ICAO. Flughäfen agieren also in einem Feld unterschiedlicher Politik- bereiche wie Tourismus, Infrastruktur, Umwelt, Verkehr, Arbeitsmarkt und auf unterschiedlichen Ebenen. Viele Initiativen auf internationalem Level sind logisch und nachvollziehbar – immerhin ist die Reise- branche und die Luftverkehrswirtschaft auch ein internationales Geschäft. Immer wieder aber stellt sich die Frage: Wer darf eigentlich was? Welche Ebene für welche Bereichsregulierung zuständig ist, lässt sich deskriptiv im Einzelnen herausfinden – wenn auch umstritten sein mag, welche Verträge Deutschland und Österreich völker- wie EU-rechtlich etwa bei der Über- flugsregelung befolgen sollen. Brisanter und zukunftsweisender ist allerdings die Frage: Wer soll was dürfen? Regulierung zur Liberalisierung Wenn die EU-Kommission mit der Gesetz- gebung zur Liberalisierung der Bodenver- kehrsdienste den Wettbewerb nicht nur ankurbeln, sondern trotz großer Probleme für den Arbeitsmarkt und sozialer Errun- genschaften einzelner Länder verordnen will,sollteeseigentlichgarnichtnurumdie Frage gehen, wann und wie sozial verträg- lich die Verordnung umgesetzt werden soll, sondern ob sie tatsächlich notwendig und sinnvoll ist. Ein zweiter Ground-Hand- ling-Anbieter ist bereits jetzt Pflicht, ein und mehrere weitere sind überall möglich und auf einigen europäischen Flughäfen auch Usus. Die Verpflichtung zu einem dritten Anbieter würde in Österreich und Deutschland aber zu schwerwiegenden strukturellen Konsequenzen führen. Wenn das EU-Parlament dann, wie im ordentli- chen Gesetzgebungsverfahren um eben jene Verordnung, im Fall des Inkrafttretens der Verordnung schlimme Verschlechte- rungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeit- nehmer verhindert, stellt sich die Frage, ob es nicht sinnvoller wäre, den Gesetzesvor- schlag ganz abzulehnen und arbeitsrecht- liche Errungenschaften zu harmonisieren, anstatt sie zu verschlechtern und dann wieder verbessern zu müssen. Für Öster- reich mit seiner sozialpartnerschaftlichen Tradition würde die Umsetzung jedenfalls eine Korrektur der Standards nach unten bedeuten und zu großen wirtschaftlichen Problemen führen. EuGH-Urteil: Rechtsprechung und Rechtsetzung Ein Beispiel für die offene Diskussion um tatsächliche europäische Kompe- tenzen sind die möglichen Auswirkungen des EuGH-Urteils vom Dezember 2013 über die Beihilfenfrage der Ryanair. Der Gerichtshof wurde vom Oberlandesge- richt Koblenz um eine Vorabentscheidung gebeten, deshalb muss dieser über einen Rechtsstreit zwischen der Deutschen Luft- hansa und der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH (FFH) über die Einstellung und Rückforderung von Beihilfen der öffent- lichen FFH an die Billigfluggesellschaft Ryanair urteilen. Diese Vorabentschei- dung schreibt den nationalen Gerichten Kampf um Kompetenzen fokus EU 4 | Flughafen Fakten | 01/2014 Die aktuelle EU-Rechtsprechung sowie Regulierungs-Tendenzen zeigen, wie gesetzgeberische Praxis zum Selbstläufer werden kann. Zur Verbesserung der Servicequalität für seine Reisenden und angespornt durch das regelmäßig vom Airports Council Inter- national durchgeführte Benchmarking- Programm Airport Service Quality (ASQ) stellt sich der Flughafen Wien den Anfor- derungen der 22 Millionen Passagiere, die das Drehkreuz jährlich nutzen. Die Steige- rung der Service-Qualität und des Passa- gierkomforts stehen für den Flughafen Wien ganz oben auf der Prioritätenliste: Im Rahmen einer Service-Offensive arbeiten verschiedene Arbeitsgruppen aus allen Unternehmensbereichen an Verbesse- rungsmöglichkeiten. Über 120 Einzelmaß- nahmen wurden bereits umgesetzt. Ein paar Beispiele: Sofort-Service-Schalter Direkt bei der zentralen Sicherheitskon- trolle im Check-in 3, bei den B-Gates im Pier West wurden Sofort-Service-Schalter eingerichtet. Passagiere erhalten damit rasch und unkompliziert Hilfestellung im Fall von Reklamationen im Zuge der vorgeschriebenen Sicherheitskontrollen sowie Unterstützung, wenn nachträg- lich Gepäck eingecheckt werden muss. Ein besonderes Service ist die Möglichkeit, sich Gegenstände, die an der Sicherheitskontrolle zurück- gewiesen werden müssen, wie nicht ordnungsgemäß verpackte Flüssigkeiten über 100 ml gegen Gebühr nach- senden zu lassen. WLAN-Angebot und Laptop-Chairs WLAN wird immer weiter ausgebaut und ist flächen- deckend in allen Terminalbe- reichen am Flughafen Wien verfügbar. Im Check-in 3 stehen außerdem spezielle Laptop-Chairs mit integriertem Stromanschluss bereit. Der Flughafen Wien zählt im Bereich Netzanbindung zu den Top-Performern in Europa. Bei der aktuellen ASQ-Umfrage konnte daher der zweite Platz im Bereich WLAN/Internet Access erreicht werden. Family Fun Gate und Mobilitätsservice Im März 2014 wurde das Family Fun Gate im Check-in 3 (Gate F01) eröffnet. Hier können sich die jüngsten Passagiere die Wartezeit bis zum Abflug mit Herumtollen auf dem Klettergerüst, zwei Rutschen, einer Kletterwand und vielem mehr vertreiben. Der Eintritt ist kostenlos, der Erlebnisbereich ist rund um die Uhr geöffnet.Als ersterAnlaufpunkt für Mobili- tätsbedürfnisse dient der Service-Schalter im Check-in 3. Ob es um Leihkinderwägen oder ein Shuttle-Service für Passagiere mit eingeschränkter Mobilität und Fami- lien geht – die Kolleginnen und Kollegen sind stets darum bemüht, den beson- deren Bedürfnissen der Passagiere nachzu- kommen. Außerdem ist der Schalter auch direkte Schnittstelle zur Polizei – die Kolle- ginnen und Kollegen haben einen „direkten Draht“ zur Polizei am Flughafen Wien. Q Service: Der Flughafen stellt sich dem Wettbewerb airport aktuell nun vor, keine „Entscheidungen zu treffen, die einer Entscheidung der Kommission zuwiderlaufen, selbst wenn sie nur vorläu- figen Charakter hat.“ Bisher hatten der Gerichtshof und die Kommission daran festgehalten: Das nationale Tatsachen- gericht soll sich davon überzeugen, ob der Tatbestand einer Beihilfe tatsächlich erfüllt ist. Diese unabhängige Tatsachen- prüfung schneidet der EuGH nun den nati- onalen Gerichten ab. Das Diktum, dass sich Gerichte bereits den Beschlüssen der Verwaltungsbehörde Kommission zur Einleitung eines Verfahrens fügen sollen, könnte den Vorwurf einer Rechtsverwei- gerung herausfordern. Das Urteil entfaltet für alle beihilfe“verdächtigen“ Wirtschafts- sektoren brisante Breitenwirkung. Es handeltsichzugleichumeinUrteildarüber, ob nationale Gerichte bereits dann an Beschlüsse der Europäischen Kommission gebunden sind, wenn diese ein förmliches Prüfverfahren wegen desVerdachts rechts- widriger Beihilfen einleitet - und nicht erst nach dessen Abschluss. Europäische Gesetzgebung schafft Präzedenzfälle Die beiden Beispiele – Bodenverkehrs- dienste und EuGH-Rechtsprechung – zeigen deutlich, wie gesetzgebende Praxis zum Selbstläufer werden kann. Zwar kann in der Europäischen Union nur das entschieden werden, was die Mitglieds- staaten den gesetzgebenden Instituti- onen per Verträgen zugesprochen haben. Dennoch muss im Auge behalten werden, welche Implikationen und Wegwei- sungen gelebte Praxis möglich macht.Was forciert wird, wo die Durchsetzung gegen vernünftigen Widerstand erzwungen wird und wie Entscheidungen als Präzedenz- fälle wirken, ist nicht zufällig. Es geht gerade in internationaler Regulierung und in europäischer Gesetzgebung nicht nur um das tatsächliche Politikfeld – Durchset- zungsziele werden bewusst gewählt und gelten im Erfolgsfall als Etappensiege im Kampf um Kompetenzen. Der Flughafen als Wirtschaftsfaktor, als Arbeitsplatz, als Infrastrukturversorger und als österreichisches Unternehmen steht in diesen Sphären und Entwick- lungen unter Spannung. Denn neben den politisch-regulatorischen Entwicklungen als Adressat unterschiedlicher nationaler wie internationaler Gesetzgebungen steht er auch im internationalen Wettbewerb mit anderen Flughäfen. Q 01/2014 | Flughafen Fakten | 5 Mit dem kostenlosen WLAN-Angebot ist der Flughafen Wien internationaler Top-Performer.
  4. 4. 6 | Flughafen Fakten | 01/2014 Verkehrspolitik aktuell Strecke 2011 2012 Inland 1.452.735,02 € 1.476.544,27 € Kurz 47.387.760,00 € 66.465.472,00 € Mittel 3.886.620,00 € 5.499.620,00 € Lang 23.727.375,00 € 32.760.315,00 € Summe 76.454.490,02 € 106.201.951,27 € Der Flugabgabe unterliegt der Abflug einer Passagierin/eines Passagiers von einem österreichischen Flughafen mit einem motorisierten Luft- fahrzeug, zu entrichten ist die Gebühr pro Abflug in folgender Höhe: Kurzstrecke: 7 €, Mittelstrecke: 15 €, Langstrecke: 35 € Der Flughafen Wien spielt mit seinen über 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den insgesamt 20.000 am Standort Beschäftigten eine besonders große Rolle. Eine Stärkung des Luftfahrt- und Tourismus-Standorts Österreichs würde der Abbau regulativer Hemmnisse, wie der 2011 eingeführten Flugabgabe bedeuten. Das Regierungsprogramm sieht eine „Überprüfung der Flugabgabe im Gleich- klang mit unseren wichtigsten Nachbarn und Handelspartnern“ vor; in Österreich wurde die Flugabgabe als unmittelbare Reaktion auf die deutsche Ticketsteuer eingeführt. Beide Länder haben nun mit erheblichen Wettbewerbsnachteilen zu kämpfen, nicht zuletzt aufgrund der Höhe der Flugabgabe. Eine Abschaffung in Österreich würde Antrieb für Wachstum und die Weiterentwicklung des Standorts bringen. Hemmschuh Flugabgabe Die Flugabgabe ist eine Belastung für den Standort Flughafen Wien, denn die Flugli- nien beziehen die Abgabe in ihre Gesamt- kalkulation bei der Entscheidung für oder gegen eine Destination ein – in diesem Wettbewerb ist Österreich nun einfach teurer. Darunter leidet in der Folge die gesamte Tourismuswirtschaft. „Studien belegen, dass der heimischen Luftver- kehrswirtschaft durch die Flugabgabe über eine Million Passagiere entgehen“, sagt Dr. Günther Ofner, Vorstandsdirektor der Flughafen Wien AG. „Gleichzeitig wachsen in Regionen außerhalb der EU wie in der Türkei und im Nahen und Mitt- leren Osten neue Mega-Airports heran, die keinen vergleichbaren Beschränkungen unterliegen und so viel einfacher am welt- weiten Verkehrswachstum partizipieren können,“ so Ofner. Die Abschaffung der Flugabgabe hätte auch positive wirtschaftliche Auswir- kungen – das zeigt eine 2012 veröffent- lichte Studie von Oxford Economics, deren Berechnungen aktuelle Zahlen der Luft- fahrtindustrie zugrunde liegen. Pro Jahr würde die Abschaffung der Flugabgabe in Österreich durch die Reduktion des Ticket- preises zu einem Zuwachs von 1,1 Milli- onen Passagieren, einem zusätzlicher BIP-Beitrag von 229 Millionen Euro und zu 3.360 mehr Arbeitsplätzen führen. Im Juni 2013 hat eine Umfrage ergeben, dass eine klare Mehrheit von knapp 60 Prozent der Österreicherinnen und Öster- reicher für die Abschaffung dieser „Ticket- steuer“ ist. Lediglich 9 Prozent sind für deren Beibehaltung, der Rest hatte keine klare Meinung. Die Befragung wurde durch das Marktforschungsinstitut GfK Austria unter 1.000 Befragten durchgeführt. Auch in Deutschland mehren sich die Stimmen, die eine Abschaffung fordern. Immerhin mussten allein die deutschen Airlines im vergangenen Jahr zusätzliche Belastungen von knapp 600 Millionen Euro hinnehmen. Der Vergleich macht sicher In den Niederlanden wurde die Ticket- steuer aufgrund der Abwanderung der Passagiere nach wenigen Monaten wieder abgeschafft. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2010 bestätigte, dass Einnahmen von 260 Millionen Euro volkswirtschaftliche Einbußen von über 1,5 Milliarden Euro gegenüber standen. Auch Malta hat die Flugticketsteuer bereits kurz nach ihrer Einführung wieder abgeschafft, Däne- mark musste sie aufgrund des Ausweich- verkehrs nach Göteborg bereits im ersten Jahr halbieren, um sie kurz darauf ganz abzuschaffen. Irland hat sie erst im April 2014 ganz aufgehoben. In Schweden und Belgien wurde das Vorhaben aufgrund negativer Assessments bereits vor Imple- mentierung wieder zurückgezogen. Zürich ist dabei in der komfortablen Posi- tion, weder eine Flugabgabe bezahlen zu müssen, noch dem europäischen Emissi- onshandel zu unterliegen. Q Staatliche Einnahmen durch die Flugabgabe: „Studien belegen, dass der hei- mischen Luftverkehrswirtschaft durch die Flugabgabe jährlich über eine Million Passagiere ent- gehen.“ Dr. Günther Ofner Vorstandsdirektor der Flughafen Wien AG Fortsetzung „Antrieb zur Standortentwicklung“: Ljubljana Mailand München Zürich Prag Bratislava Budapest Wien Belgien nicht umgesetzt (2008) Dänemark abgeschafft (2007) Irland abgeschafft (2014) Malta abgeschafft (2008) Niederlande abgeschafft (2009) Schweden abgeschafft bzw. nicht umgesetzt (2006) Der Flughafen Wien feiert 2014 seinen sechzigsten Geburtstag: Im Jänner 1954 übernahm die neu gegründete Wiener Flughafenbetriebsgesellschaft m.b.H von der britischen Luftwaffe den Flugplatz zwischen Fischamend und Schwechat und startete mit dem operativen Betrieb. Vorgänger des Flughafens Wien war der Flughafen Aspern, der im Juni 1912 eröffnet wurde. 1938 war der Flughafen Schwechat als Fliegerhorst gegründet worden und diente nach Ende des Zweiten Weltkriegs den britischen Truppen als Stützpunkt. Nach der Übernahme durch die Flughafen- betriebsgesellschaft erteilte das Verkehrs- ministerium 1956 die Bewilligung „zur Errichtung und zum Betrieb eines für den allgemeinen Verkehr bestimmten Flugha- fens“. Von da an nahm die Erfolgsgeschichte Flughafen Wien ihren Lauf. Heute betreut der Flughafen Wien 22 Millionen Passa- giere, gilt als wichtiges Drehkreuz nach Osteuropa und Leitbetrieb sowie großer Wirtschaftsfaktor der Region. Q Zeitreise: 60 Jahre Flughafen Wien 1954: Gründung der Wiener Flughafen- betriebsgesellschaft 1956: Bewilligung zum allgemeinen Flughafenbetrieb 1957: Gründung der AUA 1960: 409.000 Passagiere 1973: 2 Mio. Passagiere 1977: Eröffnung der zweiten Piste durch Bundespräsident Kirchschläger 1982: Anbindung an Ostautobahn 1989: 5 Mio. Passagiere 1991: Inbetriebnahme des Air Cargo Centers 1992: Der Flughafen Wien geht an die Börse und ist nunmehr eine Aktiengesellschaft 2003: Der City Airport Train geht in Betrieb 2003: 12,8 Mio. Passagiere 2005: Eröffnung des neuen Towers 2012: Der neue Terminal, Check-in 3 geht in Betrieb In der Zukunft: Service-Offensive, Erweiterung des Bahnhofs, neues Hotel airport aktuell Keine oder keine vergleichbare Flugabgabe Flugabgabe 01/2014 | Flughafen Fakten | 7 In Europa haben sich bereits einige Länder von der Idee einer Flugabgabe abgewandt. Luftaufnahme 1954 Besucherrundfahrt am Vorfeld 1967 Ein Blick auf die unmittelbaren Nachbarländer zeigt die Situation Österreichs bei der Flugabgabe.
  5. 5. 71Fluggesellschaften am Flughafen Wien Standort-Studie Noch im Sommer 2014 wird die vom Wirt- schaftsforschungsinstitut (WIFO) durch- geführte Studie zum Wirtschaftsfaktor Flughafen Wien-Schwechat präsentiert. Angelehnt an die Studie aus dem Jahr 2007 wird die Rolle des Flughafens als Einfluss- faktor am Standort aus volkswirtschaftli- cher Sicht analysiert. Nachhaltigkeit neu Für das Jahr 2014 erarbeitet die Flughafen Wien AG, gestützt auf die Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI), wieder einen Nachhaltigkeitsbericht. Die Richt- linie beinhaltet Fragen zu den Aktivitäten des Unternehmens im Bereich Nachhaltig- keit und beruht auf dem 3-Säulen-Modell, das soziale, ökologische und ökonomische Aspekte beinhaltet. Es sind 58 Standardin- dikatoren und 91 Leistungsindikatoren in der Richtlinie, also insgesamt 149. Entscheidung zur dritten Piste Nachdem bis Ende des Jahres 2013 keine Entscheidung des Unabhängigen Verwalt- ungssenats zum UVP-Verfahren zur dritten Piste getroffen wurde, ist nun der neu geschaffene Bundesverwaltungsge- richtshof zuständig. Ein Zeitpunkt für eine mögliche Entscheidung ist für die Flug- hafen Wien AG derzeit nicht absehbar. Erst nach Vorliegen einer rechtskräftigen 01/2014 | Flughafen Fakten | 8 21.999.926 Passagiere gesamt 2013 (-0,7 % im Vergleich 2012) 6.794.632 Transferpassagiere 2013 (-3,7 % im Vergleich 2012) 231.179Bewegungen 2013 (-5,5 % im Vergleich 2012) 600Starts und Landungen pro Tag am VIE 96Abstellplätze für Flugzeuge, davon sind 37 direkte An- dockpositionen bei den Gates 60.000Abgefertigte Gepäck- stücke pro Tag 14Kilometer Bandlänge der Ge- päckförderanlagen flughafen wien in zahlen ausblick Feedback und Kontakt Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung zur aktuellen Ausgabe der Flughafen Fakten. Die Public Affairs Abteilung der Flughafen Wien AG ist offen für Ihre Fragen und Anregungen: publicaffairs@viennaairport.com, Tel. 01/7007 – 22222 Sie können uns auch gerne direkt kontaktieren: Mag.a Sophie-Marie Wollner, BA Flughafen Wien AG Office Park 1 A-1300 Wien-Flughafen Tel. +43-1-7007-22470 Mobil: +43-664-835 6755 s.wollner@viennaairport.com Dr. Christian Steyrer, MBA Flughafen Wien AG Office Park 1 A-1300 Wien-Flughafen Tel.: +43-1-7007-22410 c.steyrer@viennaairport.com Entscheidung wird die Flughafen Wien AG abhängig vom Verkehrsaufkommen und den entsprechenden Prognosen eine tatsächliche Realisierung nach wirt- schaftlichen Gesichtspunkten prüfen. Aus heutiger Sicht ist langfristig eine dritte Piste jedenfalls notwendig, um das Wachstum des Drehkreuzes Flughafen Wien langfristig sicherzustellen. Q Impressum: Flughafen Wien Aktiengesellschaft, Public Affairs, Postfach 1, 1300 Wien-Flughafen, www.viennaairport.com DVR: 008613, Firmenbuchnummer: FN42984m, Firmenbuchgericht: Landesgericht Kornneuburg

×