Management, Marketing und Informationssysteme
Formale Organisation und digitale Communities

Leonhard Dobusch
14. November...
Diskussion der Vorablektüre
Dobusch, L./Quack, S. (2011): Interorganisationale
Netzwerke und digitale Gemeinschaften
Grupp...
Diskussion der Vorablektüre
O’Mahony, S./Ferraro, F. (2007): The Emergence of
Governance in an Open Source Community
Grupp...
Formale Organisation nach Mintzberg

Strategic Apex

Support
staff

Technostructure
Middle Line

Operating Core

Prof. Dr....
Bürokratie, Hierarchie, Meritokratie
 Weber‘sche Bürokratie als ‚rationale‘ Form legaler
Herrschaft
 Alternative zu trad...
Wiederholung: Communities als Gemeinschaft
 Ferdinand Tönnies (1887): Gemeinschaft und
Gesellschaft
 Gemeinschaft result...
Community als organisierte Informalität
 Gemeinschaften als „organization outside
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Verhältnis von Organisation und Community

Formale
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Informalität
(„Gemeinschaft“)
Informale
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Communities: Managementherausforderungen
Management von Communities jenseits von Markt und
Hierarchie (adaptiert nach Resn...
Beispiel: Wikimedia und Wikipedia

 U.S. Non-Profit mit 40+ lokalen Chapter-Vereinen
 Leistung: Infrastruktur für Wikipe...
Wikimedia: Organisation für Community
Wikimedia: Organisation für Gemeinschaft von
Wikipedianern
 Spaltungsgefahr: Encicl...
Wikimedia: Einbindung der Community
Ab 2004: Wahl von Vorständen, Abstimmungen,
Umfragen
 Grenzziehung: Anzahl der Wikipe...
Debian: Community oder Organisation?

Bild: http://en.wikipedia.org/wiki/File:Debian-organigram.svg, CC-BY-SA
Prof. Dr. Le...
Community Governance
 Start bzw. Identifikation relevanter Communities
 Wachstum und Sozialisierung neuer Mitglieder
 F...
Start bzw. Identifikation der Community
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 Nischenstrategie: Wachstum aus der Nische hera...
Wachstum und Sozialisierung neuer Mitglieder
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Förderung von Commitment
Commitment iSv Selbstidentifikation als Mitglied von und
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Ermunterung zu Beiträgen
Materielle vs. Immaterielle Anreize (Resnick/Kraut 2011)
 Neben monetären Anreizen auch Anerkenn...
Ermunterung zu Beiträgen: intrinsische Motive

Aus: Reiss
(2004), S. 187
Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Ber...
Regulierung von Verhalten
Formulierte v. informale Regeln
 „Rough consensus“ kann besser sein als klare Regeln
 Verschri...
Zusammenfassung: Community Governance

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Community
Governance

Ermunterung zu
Beiträgen

Regulierung
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Hausarbeitsthemen?
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Ahrne, G./Brunsson, N. (2011): Organization outside organizations: the
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Veranstaltung zu "Marketing in Netzeffektmärkten" im Rahmen des Kurses "Management, Marketing & Informationssysteme" im Rahmen des Masterstudiengangs Wirtschaftsinformatik am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der Freien Universität Berlin im Wintersemester 2013/2014, online: http://wikis.fu-berlin.de/display/mmis

Veröffentlicht in: Bildung
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Management, Marketing & Informationssysteme - Formale Organisation und digitale Communities

  1. 1. Management, Marketing und Informationssysteme Formale Organisation und digitale Communities Leonhard Dobusch 14. November 2013
  2. 2. Diskussion der Vorablektüre Dobusch, L./Quack, S. (2011): Interorganisationale Netzwerke und digitale Gemeinschaften Gruppe 1:  Gibt es Alternativen zum Franchise-Netzwerk, um eine stärkere Kontrolle der Transnationalisierung zu erreichen?  Wie können Organisationen, die auf Experten als CommunityMitglieder angewiesen sind, diese längerfristig an sich binden? Gruppe 2:  Warum sind "Marktrebellen" auf Beträge von NutzerInnen und KonsumentInnen angewiesen?  Könnte ein starkes Mitbestimmungsmodell von Beginn an die Entwicklung einer Organisation begünstigen? Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  3. 3. Diskussion der Vorablektüre O’Mahony, S./Ferraro, F. (2007): The Emergence of Governance in an Open Source Community Gruppe 3:  Inwieweit lassen sich die Resultate auf andere Communities übertragen bzw. generell verallgemeinern?  In welcher Weise beeinflussen technische Kollaborationssysteme (github,svn, jira) die Zusammenarbeit und Governance einer Open-Source Community? Gruppe 4:  Welche Möglichkeiten gibt es, eine Community auch ohne face-to-face persönlicher zu gestalten?  Benötigen verschiedene Stadien (Kontext: Lebenszyklus) der Community unterschiedliche Governance-Formen? Wennja, welche? Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  4. 4. Formale Organisation nach Mintzberg Strategic Apex Support staff Technostructure Middle Line Operating Core Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  5. 5. Bürokratie, Hierarchie, Meritokratie  Weber‘sche Bürokratie als ‚rationale‘ Form legaler Herrschaft  Alternative zu traditioneller und charismatischer Herrschaft  Hierarchische Ordnung und meritokratischer Aufstieg  Hierarchien als ermöglichend und beschränkend  Adler/Borys (1996): Hierarchien können unterstützen („enabling“) und kontrollieren („coercive“)  Hierachien als Regeln sind immer sowohl ermöglichend als auch beschränkend (Giddens 1984, „duality of structure“) Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  6. 6. Wiederholung: Communities als Gemeinschaft  Ferdinand Tönnies (1887): Gemeinschaft und Gesellschaft  Gemeinschaft resultiert aus auf gemeinsamen Zweck hin orientiertes Handeln  Z.B. Dorfgemeinschaft, Kirchengemeinde  Gemeinschaft an sich und Gemeinschaft für sich:  Gemeinsam geteilte Praktiken: „Quasi-Gruppen“ (Mayntz/Scharpf 1995)  Selbstidentifikation als (Mitglied einer) Gemeinschaft  Z.B. soziale Bewegungen, digitale Gemeinschaften Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  7. 7. Community als organisierte Informalität  Gemeinschaften als „organization outside organizations“ (Ahrne/Brunsson 2011)  Organisiert, aber von Informalität gekennzeichnet  Mitgliedschaft vermittelt über Praktiken („Gemeinschaft an sich“) ...  ... bzw. über Selbstidentifikation („Gemeinschaft für sich“)  Egalitärer Anspruch ohne „Schatten der Hierarchie“ (Heritiér/Lehmkuhl 2008) Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  8. 8. Verhältnis von Organisation und Community Formale Organisation Organisierte Informalität („Gemeinschaft“) Informale Organisation Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  9. 9. Communities: Managementherausforderungen Management von Communities jenseits von Markt und Hierarchie (adaptiert nach Resnik/Kraut 2012: 4-5)  Start bzw. Identifikation einer relevanten Community  Wachstum und Sozialisierung neuer Mitglieder  Förderung von Commitment und Selbstidenfikation  Ermunterung zu Beiträgen  Regulierung von Verhalten Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  10. 10. Beispiel: Wikimedia und Wikipedia  U.S. Non-Profit mit 40+ lokalen Chapter-Vereinen  Leistung: Infrastruktur für Wikipedia, Wiktionary, etc.  Gemeinschaft von Beitragenden zu Wikimedia-Projekten  Ziel: quantitative und qualitative Verbesserung der Inhalte Bild: Telstar, CC-BY-NC, http://www.flickr.com/photos/telstar/5122854660/ Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  11. 11. Wikimedia: Organisation für Community Wikimedia: Organisation für Gemeinschaft von Wikipedianern  Spaltungsgefahr: Enciclopedia Libre Universal en Espanol  Geringer formaler Organisierungsgrad der WikipediaCommunity Gemeinschaft von Wikipedianern bomis Wikimedia Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  12. 12. Wikimedia: Einbindung der Community Ab 2004: Wahl von Vorständen, Abstimmungen, Umfragen  Grenzziehung: Anzahl der Wikipedia-Editierungen  Willkürlich, aber transparent: mindestens 400 Edits für Wahl, ab 25 Edits für Abstimmungen >> knüpft an für Gemeinschaft konstitutive Praktiken an Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  13. 13. Debian: Community oder Organisation? Bild: http://en.wikipedia.org/wiki/File:Debian-organigram.svg, CC-BY-SA Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  14. 14. Community Governance  Start bzw. Identifikation relevanter Communities  Wachstum und Sozialisierung neuer Mitglieder  Förderung von Commitment  Ermunterung zu Beiträgen  Regulierung von Verhalten Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  15. 15. Start bzw. Identifikation der Community Strategien für Community-Neustart  Nischenstrategie: Wachstum aus der Nische heraus  Huckepack-Strateige: Wachstum im Umfeld von bestehender Community Strategien für Identifikation bestehender/latenter Community:  Feld-/Marktforschung  Andocken an geteilte, organisationsbezogene Praktiken  Andocken an geteilte, organisationsbezogene Eigenschaften Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  16. 16. Wachstum und Sozialisierung neuer Mitglieder Fünf Kernprobleme des Community-Wachstums (Kraut et al. 2011)  Rekrutierung: aktive Unterstützung von Mundpropaganda („Virale Effekte“); Identifikation zentraler MultiplikatorInnen  Auswahl: kultureller Fit relevant vor allem für Freiwillige  Behalten: Ambivalenz von Einstiegsbarrieren; Freundlichkeit  Sozialisieren: Formalisierte Dramaturgie und positive Folgen kollektiver Sozialisierung  Schutz bestehender Strukturen: Übungsräume schaffen (z.B. Sandboxes in Wikipedia oder Second Life) Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  17. 17. Förderung von Commitment Commitment iSv Selbstidentifikation als Mitglied von und Zugehörigkeitsgefühl zu einer Community  Commitment als Voraussetzung für Regelbefolgung  Commitment als Basis für Beitragsneigung (s. nächste Folie); Rekursiver Zusammenhang zw. Beiträgen und Commitment Typen von Commitment (Yuqing et al. 2011)  Affektiv: basiert auf Identität, sozialen Beziehungen >> Bildung von Subgruppen, Außenfeinde, Interaktionen  Normativ: geteilte Werthaltungen und Erfahrungen >> Reziprozitätsnormen ansprechen  Nutzenorientiert: wahrgenommener Nettonutzen >> Wechselkosten erhöhen Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  18. 18. Ermunterung zu Beiträgen Materielle vs. Immaterielle Anreize (Resnick/Kraut 2011)  Neben monetären Anreizen auch Anerkennung (Status) oder Flow-Erlebnisse als Anreiz  Gruppengröße, Vergleichbarkeit und Transparenz  Perverse Anreize/Transparenz: „Gaming the System“Probleme  Trade-offs: Einführung geringer materieller Anreize reduziert Beiträge von intrinsisch-interessanten Tasks Beispiele für Ermunterungsstrategien  Listen mit offenen ToDos, Hervorhebung („rote Links“)  Namentliche und simple Aufforderungen, Status des Auffordernden erhöhen, Gamification Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  19. 19. Ermunterung zu Beiträgen: intrinsische Motive Aus: Reiss (2004), S. 187 Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  20. 20. Regulierung von Verhalten Formulierte v. informale Regeln  „Rough consensus“ kann besser sein als klare Regeln  Verschriftlichung einer Regel impliziert Änderung einer Regel (Giddens 1984) Strategien zur Regeldurchsetzung  Funktionierendes Regelsystem als öffentliches Gut; Bedrohung auch durch Minderheit („Trolle“) >> Konsistente Moderationssysteme, Reversion-Tools  Überregulierung als Gefahr für Dynamik (z.B.: Offenheit von Wikipedia trotz Vandalismus-Problemen) >> Anreiz- und Transparenzfunktionen, Geschichte normaler Beteiligung als „Währung“, Klarnamenszwang Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  21. 21. Zusammenfassung: Community Governance Start Community Governance Ermunterung zu Beiträgen Regulierung - technisch - normativ - anreizorientiert Förderung von Commitment Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin Entwicklung
  22. 22. Hausarbeitsthemen? Gruppen á 3-4 Personen: Was könnte eine Hausarbeit zum Thema untersuchen?  Titel  Fragestellung  Fall Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin
  23. 23. Literatur         Ahrne, G./Brunsson, N. (2011): Organization outside organizations: the significance of partial organization. In: Organization, 18 (1), 83-104. Giddens, A. (1984): The Constitution of Society: Outline of the Theory of Structuration. Cambridge: Polity Press. Kraut, R.E./Resnick, P. (2011): Building Successful Online Communities: Evidence-Based Social Design. Cambridge, MA: MIT Press Kraut et al. (2011): The Challenges of Dealing with Newcomers. In: Kraut, R.E./Resnick, P. (eds.), pp. 179-230 Mayntz, R./Scharpf, F.W. (1995): Der Ansatz des akteurzentrierten Institutionalismus. In: Mayntz, R./Scharpf, F.W. (Hg.), Gesellschaftliche Selbstregelung und politische Steuerung. Frankfurt/M., 39-72. Reiss, S. (2004): Multifaceted Nature of Intrinsic Motivation: The Theory of 16 Basic Desires. In: Review of General Psychology, 8 (3), 179-193 Tönnies, F. (1887/2005): Gemeinschaft und Gesellschaft: Abhandlung des Communismus und des Socialismus als empirischer Culturformen. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft. Yuqing, R. et al. (2011): Encouraging Commitment in Online Communities. In Kraut, R.E./Resnick, P. (eds.), pp. 77-124 Prof. Dr. Leonhard Dobusch, Freie Universität Berlin

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