Stoffaufbereitung




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Inhaltsverzeichnis
                            1. Beschreibung der Stoffaufbereitung   3
                                1.1. Aufgaben                       4
                                1.2. Ablauf                         5

                            2. Pulper                               6

                            3. Mahlung                               7
                                3.1. Holländer                       8
                                3.2. Refiner                         9
                                3.3. Ziele der Mahlung              12
                                3.4. Mahlarten                      13
                                3.5. Messmethoden                   15

                            4. Komponenten                          16
                                4.1. Zellstoff                      17
                                4.2. Füllstoffe                     18
                                4.3. Die Leimung mit Stärke         19
                                4.4. Weißgrad und Helligkeit        21
                                4.5. Retentionsmittel               24


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1. Beschreibung der Stoffaufbereitung

                  In der Stoffaufbereitung werden sämtliche Komponenten, die für die
                  Mischung des Papieres verwendet werden, zusammen geführt und
                  rezeptmäßig verarbeitet.


                                Zutaten              Aggregate
                                   Wasser             Pulper
                                   Zellstoff          Entstipper
                                   Holzstoff          Refiner
                                  Altpapier           Bütten
                                   Füllstoffe         Rohrleitungen
                                   Hilfstoffe         Sortierer zum Reinigen




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1.1. Aufgaben der Stoffaufbereitung
                  Rules


                  Stoff hat in der richtigen Zeit, in der richtigen Mischung und in der
                  richtigen Menge zur Verfügung zu stehen

                    Es müssen folgende Rules beachtet werden
                      – Papier hat sich dem Einsatzzweck anzupassen
                           Jede Papiersorte hat seine eigene Mischung
                           Sogar bei unterschiedlichen Grammaturen


                      – Mischungsverhältnis Stoffaufbereitung
                           5% feste Stoffe – 95% Wasser


                      – Mischungsverhältnis am Stoffauflauf/Papiermaschine
                           1% feste Stoffe – 99% Wasser




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1.2. Zeitlicher und räumlicher Ablauf

                  • Flüssiger Zellstoff wird in Stapeltürmen gelagert
                  • Fester Zellstoff in Ballen wird angeliefert und in Pulpern aufgelöst
                  • Der aufgelöste Zellstoff wird in Entstippern entstippt
                      – Stippen = fingernagelgroße Faserzusammenballungen

                  • Durch Rohrleitungen wird der Stoff innerhalb der Stoffaufbereitung transportiert
                  • Durch Refiner wird Zellstoff gemahlen
                  • In Bütten werden die Zellstoffe gemischt = Halbzeug …
                            … und Hilfstoffen den Halbzeug Hilfsstoffe hinzugefügt

                                       Halbzeug
                                     + Hilfstoffe
                                     =
                                       Ganzzeug

                  • Fertige Mischung wird durch den konstanten Teil der PM übernommen



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2. Pulper
                   1. Wasser in das Gefäß gefüllt
                   2. anschließend die Feststoffballen
                      z.B. Zellstoffballen
                   3. Masse wird durch Schiffschraube
                      in Rotation gebracht wobei die
                      Ballen sich auflösen
                   4. Es entsteht eine wässrige
                      Suspension

                   •    Diskontinuierliche Pulper
                         Nach Auflösen wird
                            Suspension abgepumpt

                   •    Kontinuierliche Pulper
                          Ballen werden kontinuierlich
                           zugefügt – wässrige
                           Suspension kontinuierlich
                           abgepumpt

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3. Die Mahlung
                  Aggregate der Stoffaufbereitung




                                         Früher: Holländer   Heute: Refiner




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3.1. Holländer                                 Mahlsteine
                   •       Historisches Mahlgerät
                       –    Entwickelt im 17. Jh. in Holland
                       –    Papier bekommt Charakteristik

                       “Das Papier wird im Holländer gemacht.”


                   •       Suspension wird in einer
                           wassergefüllten Bütte
                           gemahlen




                                                                              Bütte


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3.2. Refiner


                 Stoffaustrag
                                                    Stoffeintrag


                      Antrieb
                                                    Mahlaggregat




                                                       Rotor


                                                       Stator


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3.2. Refiner – die Refinerstraße




                                                      Rohrleitungen




                                         Refiner         Refiner



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3.2. Refiner

                                             Unrefined   Refined




11   | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
3.3 Ziele der Mahlung
                   Das Papier bekommt seine Charakteristik


                   • Einzelne Fasern werden derart behandelt, dass ihre Flexibilität und
                       ihre spezifische Oberfläche zunehmen.
                       – Kommt der Bindung zwischen einzelnen Fasern zugute
                       – Festigkeit wird erhöht
                       – Gleichzeitig nehmen jedoch Weißegrad und Opazität ab


                   • Gesteuert wird:
                       –   Festigkeit
                       –   Volumen
                       –   Transparenz (vs. Opazität)
                       –   Saugfähigkeit
                       –   Luftdurchlässigkeit




12   | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
3.4. Mahlarten – Rösche Mahlung

                   • Bei der rösche Mahlung sind die Messer scharf aneinandergestellt

                   • Die Fasern werden je nach Mahlgrad gekürzt
                       – Kaum fibrilliert (längs geschnitten), sondern nur gekürzt
                       – Das Ergebnis ist ein saugfähiges Papier.

                   • Konsequenz
                       – Schnelle Entwässerung auf PM (rösch = rasch)
                       – Hohes Volumen hat, z.B. Werkdruck-, Filter- und Löschpapiere.




13   | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
3.4. Mahlarten – Schmierige Mahlung

                   • Bei der schmierige Mahlung sind die Messer breit und weit
                       auseinandergestellt.

                   • Die Fasern werden nicht zerschnitten, sondern gequetscht

                   • Es entsteht ein stark quellender Faserschleim, ein glitschig-
                       schmieriger Stoff

                   • Langsame Entwässerung auf der Papiermaschine
                       – Das Papier gewinnt eine hohe Dichte, verliert jedoch an Opazität
                       – Es wird glasig-durchscheinend




14   | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
3.5. Messmethoden

                   Mahlgrad wird in Schopper-Riegler gemessen (SR)

                   • Ungemahlen                      13 - 17 SR
                   • Niedrig gemahlen                20 - 25 SR
                   • Mittel gemahlen                 30 - 40 SR
                   • Hoch gemahlen                   50 - 60 SR
                   • Extrem hoch gemahlen            80 - 90 SR




15   | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
4. Komponenten
                   Rules


                   • Die Komponenten müssen sich dem Einsatzzweck des Papieres
                       anpassen
                       – „Backrezept“
                   • Komponenten finden wir auch wieder beim Streichen!
                   • Komponenten sind austauschbar
                   • Eigenausschuß als Komponente verwendbar aber Regel 1 beachten




16   | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
4.1. Zellstoffarten

                   • Softwood (Kurzfaser)  Kräftig und streckbar
                       – NBSK (Northern Bleached Softwood Kraft)
                            Fichten- und Buchensulfitzellstoff,
                            Radiata Pine (Kiefer)
                            Birke, Zeder, Lärche
                       – SBSK (Southern Bleached Softwood Kraft)
                            Kiefer


                   • Hardwood (Langfaser)  Bulk und Opazität
                       – BHKP (Bleached Hardwood Kraft Pulp)
                            Hauptsächlich Eucalyptus (BEKP)
                       – Mixed hardwood pulp
                            Gemisch aus Hardwood




17   | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
4.2. Füllstoffe

                   • Es kommt auf den Einsatzzweck an!!!
                       – Grafisches Papier kann aus bis zu 25 % aus Füllstoffen bestehen

                   • Billiger als Zellstoff
                       – Blickdichter, weißer und geschmeidiger

                   • Füllstoffe zwischen den Fasern als Faserverbindung
                       – Kalziumkarbonat (CaCO3 - Kreide)
                            Hauptbestandteil – Sowohl natürlich als auch chemisch
                            Auch als Streichpigment verwendbar
                       – Kaolin (Porzellanerde)
                            China Clay – Kaolin speziell aus Cornwall, Großbritannien
                            Auch als Streichpigment verwendbar
                       – Talkum
                            Verhindert Porosität von Papier, Faserschließung
                       – Titandioxid
                            Für die Opazität und Helligkeit
                            Auch als Streichpigment verwendbar




18   | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
4.3. Die Leimung mit Stärke
                   In der Stoffaufbereitung: Masseleimung

                   • Druckfarbe soll auf dem Papier haften – nicht im Papier
                       – Gegenbeispiel Tissue (Haushaltspapier, Hygieneprodukte)


                   • Leimung ist abhängig vom Einsatzzweck des Papieres
                       – Masseleimung = in der Stoffaufbereitung
                       – Oberflächenleimung = auf der PM
                       – Masseleimung + Oberflächenleimung = kombinierte Leimung


                   • Pflanzliche Produkte
                       – Kartoffelstärke
                       – Weizenstärke
                       – Maisstärke


                   • Synthetische Stärke und Latex (Polymerverbindungen)

                   • Früher Alaun und Aluminiumsulfate – „Harzleimung“ nach Illig
                       – Büchersterben: Alaun bildet in feuchter Luft durch Hydrolyse Schwefelsäure


19   | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
4.3. Messverfahren Leimung

                   • Der Cobb-Wert gibt Auskunft über das Wasseraufnahmevermögen
                       (Saugfähigkeit) von Papier und Voll- oder Wellpappe

                   • Karton und Faltschachtel:
                        Wichtig für die Berechnung der zu erwartenden Stabilität


                   • Papier:
                        Wichtig für die Beschreib- und Bedruckbarkeit mit Tinte oder Druckfarbe
                        Nur bei Papieren möglich, die bestimmte Wasseraufnahmewerte haben


                   • Je geringer der Cobb-Wert desto geringer die Wasseraufnahme des
                       Papieres




20   | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
4.4. Weißegrad und Helligkeit

                   • Postulat:
                        Neutralweiß = schmutziges Weiß für menschliches Auge


                   • Ziel:
                        „Weißeste“ Weiß für das Auge des Betrachters


                   • Konsequenz:
                        Auge soll betrogen werden durch optische Täuschung


                   • Umsetzung:
                        Weiße geht ins bläuliche Weiße
                        Helligkeit wird erhöht durch Umwandlung UV-Licht in Weißes Licht
                            Weißpigmente (Titandioxid)
                            Optische Aufheller (Fluoreszierender Substanz)




21   | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
4.4. Weißegrad und Helligkeit

                   • Wie misst man Weisse bzw. Helligkeit?
                       – ISO Brighteness: Beschränkt auf blauem Bereich des sichtbaren Spektrums
                            Die meisten weißen Papiersorten haben einen Gesamtreflexionsgrad von 80 - 100 %


                       – CIE Whiteness: Reflektion über das ganze Lichtspektrum
                            L*-Wert steht für die Helligkeit  Schwarz = 0 und Weiss = 100
                            a*-Wert steht für den Grün-/Rotanteil  Grün = -150 und Rot =100
                            b*-Wert steht für den Blau-/Gelbanteil  Blau = -100 und Gelb = 150




22   | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
4.4. Weißegrad und Helligkeit
                   Optische Aufheller



                   • Unsichtbares UV Licht wird in blaues sichtbares Licht umgewandelt
                       – Helligkeit L* erhöht sich
                       – Farbort verschiebt sich zu Blau, d.h. der b*-Wert wird negativer

                   • Blankophor optischer Aufheller – Bariumsulfat - Weißpigment
                    UV Licht in „Disco“




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4.5. Retentionsmittel
                   Retention = lat.: retinere = „zurückhalten“


                   • Postulat:
                       – 1% Ganzzeug und 99% Wasser
                       – Farb- und Füllstoffe besitzen wenig Affinität zur Faser


                   • Ziel:
                       – Feste Bestandteile bleiben auf dem Sieb, Wasser fällt durch


                   • Umsetzung:
                       + Pol (Anode)
                            Retentionsmittel bringen positive Ladung zu Füllstoffen (= kationische Polymere)
                       - Pol (Kathode)
                            Halbzeug ist negativ geladen (= anionisch)


                   • Grundregel:
                       – An Magnet mit positiver und negativer Ladung denken


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Besten Dank
            für ihre Aufmerksamkeit!

            Jörg Abelmann




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Stoffaufbereitung

  • 1.
    Stoffaufbereitung 1 | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
  • 2.
    Inhaltsverzeichnis 1. Beschreibung der Stoffaufbereitung 3 1.1. Aufgaben 4 1.2. Ablauf 5 2. Pulper 6 3. Mahlung 7 3.1. Holländer 8 3.2. Refiner 9 3.3. Ziele der Mahlung 12 3.4. Mahlarten 13 3.5. Messmethoden 15 4. Komponenten 16 4.1. Zellstoff 17 4.2. Füllstoffe 18 4.3. Die Leimung mit Stärke 19 4.4. Weißgrad und Helligkeit 21 4.5. Retentionsmittel 24 2 | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
  • 3.
    1. Beschreibung derStoffaufbereitung In der Stoffaufbereitung werden sämtliche Komponenten, die für die Mischung des Papieres verwendet werden, zusammen geführt und rezeptmäßig verarbeitet. Zutaten Aggregate Wasser Pulper Zellstoff Entstipper Holzstoff Refiner Altpapier Bütten Füllstoffe Rohrleitungen Hilfstoffe Sortierer zum Reinigen 3 | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
  • 4.
    1.1. Aufgaben derStoffaufbereitung Rules Stoff hat in der richtigen Zeit, in der richtigen Mischung und in der richtigen Menge zur Verfügung zu stehen Es müssen folgende Rules beachtet werden – Papier hat sich dem Einsatzzweck anzupassen  Jede Papiersorte hat seine eigene Mischung  Sogar bei unterschiedlichen Grammaturen – Mischungsverhältnis Stoffaufbereitung  5% feste Stoffe – 95% Wasser – Mischungsverhältnis am Stoffauflauf/Papiermaschine  1% feste Stoffe – 99% Wasser 4 | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
  • 5.
    1.2. Zeitlicher undräumlicher Ablauf • Flüssiger Zellstoff wird in Stapeltürmen gelagert • Fester Zellstoff in Ballen wird angeliefert und in Pulpern aufgelöst • Der aufgelöste Zellstoff wird in Entstippern entstippt – Stippen = fingernagelgroße Faserzusammenballungen • Durch Rohrleitungen wird der Stoff innerhalb der Stoffaufbereitung transportiert • Durch Refiner wird Zellstoff gemahlen • In Bütten werden die Zellstoffe gemischt = Halbzeug … … und Hilfstoffen den Halbzeug Hilfsstoffe hinzugefügt Halbzeug + Hilfstoffe = Ganzzeug • Fertige Mischung wird durch den konstanten Teil der PM übernommen 5 | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
  • 6.
    2. Pulper 1. Wasser in das Gefäß gefüllt 2. anschließend die Feststoffballen z.B. Zellstoffballen 3. Masse wird durch Schiffschraube in Rotation gebracht wobei die Ballen sich auflösen 4. Es entsteht eine wässrige Suspension • Diskontinuierliche Pulper  Nach Auflösen wird Suspension abgepumpt • Kontinuierliche Pulper  Ballen werden kontinuierlich zugefügt – wässrige Suspension kontinuierlich abgepumpt 6 | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
  • 7.
    3. Die Mahlung Aggregate der Stoffaufbereitung Früher: Holländer Heute: Refiner 7 | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
  • 8.
    3.1. Holländer Mahlsteine • Historisches Mahlgerät – Entwickelt im 17. Jh. in Holland – Papier bekommt Charakteristik “Das Papier wird im Holländer gemacht.” • Suspension wird in einer wassergefüllten Bütte gemahlen Bütte 8 | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
  • 9.
    3.2. Refiner Stoffaustrag Stoffeintrag Antrieb Mahlaggregat Rotor Stator 9 | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
  • 10.
    3.2. Refiner –die Refinerstraße Rohrleitungen Refiner Refiner 10 | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
  • 11.
    3.2. Refiner Unrefined Refined 11 | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
  • 12.
    3.3 Ziele derMahlung Das Papier bekommt seine Charakteristik • Einzelne Fasern werden derart behandelt, dass ihre Flexibilität und ihre spezifische Oberfläche zunehmen. – Kommt der Bindung zwischen einzelnen Fasern zugute – Festigkeit wird erhöht – Gleichzeitig nehmen jedoch Weißegrad und Opazität ab • Gesteuert wird: – Festigkeit – Volumen – Transparenz (vs. Opazität) – Saugfähigkeit – Luftdurchlässigkeit 12 | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
  • 13.
    3.4. Mahlarten –Rösche Mahlung • Bei der rösche Mahlung sind die Messer scharf aneinandergestellt • Die Fasern werden je nach Mahlgrad gekürzt – Kaum fibrilliert (längs geschnitten), sondern nur gekürzt – Das Ergebnis ist ein saugfähiges Papier. • Konsequenz – Schnelle Entwässerung auf PM (rösch = rasch) – Hohes Volumen hat, z.B. Werkdruck-, Filter- und Löschpapiere. 13 | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
  • 14.
    3.4. Mahlarten –Schmierige Mahlung • Bei der schmierige Mahlung sind die Messer breit und weit auseinandergestellt. • Die Fasern werden nicht zerschnitten, sondern gequetscht • Es entsteht ein stark quellender Faserschleim, ein glitschig- schmieriger Stoff • Langsame Entwässerung auf der Papiermaschine – Das Papier gewinnt eine hohe Dichte, verliert jedoch an Opazität – Es wird glasig-durchscheinend 14 | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
  • 15.
    3.5. Messmethoden Mahlgrad wird in Schopper-Riegler gemessen (SR) • Ungemahlen 13 - 17 SR • Niedrig gemahlen 20 - 25 SR • Mittel gemahlen 30 - 40 SR • Hoch gemahlen 50 - 60 SR • Extrem hoch gemahlen 80 - 90 SR 15 | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
  • 16.
    4. Komponenten Rules • Die Komponenten müssen sich dem Einsatzzweck des Papieres anpassen – „Backrezept“ • Komponenten finden wir auch wieder beim Streichen! • Komponenten sind austauschbar • Eigenausschuß als Komponente verwendbar aber Regel 1 beachten 16 | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
  • 17.
    4.1. Zellstoffarten • Softwood (Kurzfaser)  Kräftig und streckbar – NBSK (Northern Bleached Softwood Kraft)  Fichten- und Buchensulfitzellstoff,  Radiata Pine (Kiefer)  Birke, Zeder, Lärche – SBSK (Southern Bleached Softwood Kraft)  Kiefer • Hardwood (Langfaser)  Bulk und Opazität – BHKP (Bleached Hardwood Kraft Pulp)  Hauptsächlich Eucalyptus (BEKP) – Mixed hardwood pulp  Gemisch aus Hardwood 17 | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
  • 18.
    4.2. Füllstoffe • Es kommt auf den Einsatzzweck an!!! – Grafisches Papier kann aus bis zu 25 % aus Füllstoffen bestehen • Billiger als Zellstoff – Blickdichter, weißer und geschmeidiger • Füllstoffe zwischen den Fasern als Faserverbindung – Kalziumkarbonat (CaCO3 - Kreide)  Hauptbestandteil – Sowohl natürlich als auch chemisch  Auch als Streichpigment verwendbar – Kaolin (Porzellanerde)  China Clay – Kaolin speziell aus Cornwall, Großbritannien  Auch als Streichpigment verwendbar – Talkum  Verhindert Porosität von Papier, Faserschließung – Titandioxid  Für die Opazität und Helligkeit  Auch als Streichpigment verwendbar 18 | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
  • 19.
    4.3. Die Leimungmit Stärke In der Stoffaufbereitung: Masseleimung • Druckfarbe soll auf dem Papier haften – nicht im Papier – Gegenbeispiel Tissue (Haushaltspapier, Hygieneprodukte) • Leimung ist abhängig vom Einsatzzweck des Papieres – Masseleimung = in der Stoffaufbereitung – Oberflächenleimung = auf der PM – Masseleimung + Oberflächenleimung = kombinierte Leimung • Pflanzliche Produkte – Kartoffelstärke – Weizenstärke – Maisstärke • Synthetische Stärke und Latex (Polymerverbindungen) • Früher Alaun und Aluminiumsulfate – „Harzleimung“ nach Illig – Büchersterben: Alaun bildet in feuchter Luft durch Hydrolyse Schwefelsäure 19 | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
  • 20.
    4.3. Messverfahren Leimung • Der Cobb-Wert gibt Auskunft über das Wasseraufnahmevermögen (Saugfähigkeit) von Papier und Voll- oder Wellpappe • Karton und Faltschachtel:  Wichtig für die Berechnung der zu erwartenden Stabilität • Papier:  Wichtig für die Beschreib- und Bedruckbarkeit mit Tinte oder Druckfarbe  Nur bei Papieren möglich, die bestimmte Wasseraufnahmewerte haben • Je geringer der Cobb-Wert desto geringer die Wasseraufnahme des Papieres 20 | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
  • 21.
    4.4. Weißegrad undHelligkeit • Postulat:  Neutralweiß = schmutziges Weiß für menschliches Auge • Ziel:  „Weißeste“ Weiß für das Auge des Betrachters • Konsequenz:  Auge soll betrogen werden durch optische Täuschung • Umsetzung:  Weiße geht ins bläuliche Weiße  Helligkeit wird erhöht durch Umwandlung UV-Licht in Weißes Licht  Weißpigmente (Titandioxid)  Optische Aufheller (Fluoreszierender Substanz) 21 | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
  • 22.
    4.4. Weißegrad undHelligkeit • Wie misst man Weisse bzw. Helligkeit? – ISO Brighteness: Beschränkt auf blauem Bereich des sichtbaren Spektrums  Die meisten weißen Papiersorten haben einen Gesamtreflexionsgrad von 80 - 100 % – CIE Whiteness: Reflektion über das ganze Lichtspektrum  L*-Wert steht für die Helligkeit  Schwarz = 0 und Weiss = 100  a*-Wert steht für den Grün-/Rotanteil  Grün = -150 und Rot =100  b*-Wert steht für den Blau-/Gelbanteil  Blau = -100 und Gelb = 150 22 | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
  • 23.
    4.4. Weißegrad undHelligkeit Optische Aufheller • Unsichtbares UV Licht wird in blaues sichtbares Licht umgewandelt – Helligkeit L* erhöht sich – Farbort verschiebt sich zu Blau, d.h. der b*-Wert wird negativer • Blankophor optischer Aufheller – Bariumsulfat - Weißpigment  UV Licht in „Disco“ 23 | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
  • 24.
    4.5. Retentionsmittel Retention = lat.: retinere = „zurückhalten“ • Postulat: – 1% Ganzzeug und 99% Wasser – Farb- und Füllstoffe besitzen wenig Affinität zur Faser • Ziel: – Feste Bestandteile bleiben auf dem Sieb, Wasser fällt durch • Umsetzung: + Pol (Anode)  Retentionsmittel bringen positive Ladung zu Füllstoffen (= kationische Polymere) - Pol (Kathode)  Halbzeug ist negativ geladen (= anionisch) • Grundregel: – An Magnet mit positiver und negativer Ladung denken 24 | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe
  • 25.
    Besten Dank für ihre Aufmerksamkeit! Jörg Abelmann 25 | Stoffaufbereitung | Sappi Fine Paper Europe