Arnold Schönberg
und die
Zwölftonmusik
…am Beispiel von “Ein Überlebender aus Warschau”
„Denn wenn es Kunst ist, ist sie
nicht für alle, und wenn sie für
alle ist, ist sie keine Kunst.“
Arnold Schönberg
Teile dieser GL
Arnold Schönberg
Stil und Kompositionstechnik
A Survivor from Warsaw
Arnold Schönberg
Wer war Arnold Schönberg?
• Expressionistischer Maler und Komponist aus Wien
• Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie
• Begründer und Führer der zweiten Wiener Schule
• Erfinder der Zwölftontechnik
Musikalischer
Revolutionär
Schönbergs Leben
13. September 1874:
Geburt in Wien
1882:
Lernt autodidaktisch das
Geigenspiel
1899:
Das Streichsextett
„Verklärte Nacht“ wird
komponiert
1901:
Heirat und Umzug nach
Berlin
1902:
Lehrauftrag für
Komposition an einem
Berliner Konservatorium
1903:
Rückkehr nach Wien
1904:
Anton Webern und Alban
Berg werden seine Schüler
21. Dezember 1908:
Uraufführung des „II.
Streichquartetts op. 10“
Skandal
1911:
Umzug nach Berlin,
Abhandlung seiner
Harmonielehre erscheint
Schönbergs Leben
1913:
Gurrenlieder werden in
Wien uraufgeführt
1914-1918:
Wehrdienst
1923:
Zwölftontechnik findet
erstmals Verwendung in
seinen Werken, Tod seiner
Frau
1924:
Heirat
1925:
Leiter einer Meisterklasse
für Komposition an der
Preußischen Akademie
der Künste
1931:
Arbeit an „Moses und
Aron“, dodekaphonische
Oper
1933:
Entlassung und Flucht vor
den Nazis in die USA
1936:
Lehrstuhl an der
Universität Los Angeles
1944: Ruhestand
1945:
Schönberg hat finanzielle
Probleme, er gibt wieder
Privatunterricht
1947:
Komposition „A Survivor
From Warsaw“
13. Juli 1951:
Tod in Los Angeles
Schönbergs
Kompositionstechnik
Schönbergs Atonalität & Zwölftontechnik
Atonalität (1910):
Grundtonbezug nicht mehr vorhanden
Dissonanz
Keine tonartbezogenen Stufen (Tonika hat
keinen Sinn mehr)
Beliebige Klänge
Dodekaphonie (1920):
Ordnung in der Atonalität
Festgelegte Tonfolge
Keine Wiederholung von Tönen, bis alle
anderen 11 Töne erklungen sind
Modi:
Grundreihe, Krebs, Umkehrung,
Krebsumkehrung
Weitere Möglichkeiten:
Oktavversetzung, Transposition, Verlauf
als Melodie oder Akkord, freier Rhythmus
und Dynamik
Ein Überlebender aus
Warschau
Ein Überlebender aus Warschau – geschichtlich.
• 1939: Besetzung Polens durch deutsche Truppen
• Viermal so viele Juden wie in Deutschland
• Entstehung von Arbeitslagern und Ghettos
• Größtes Ghetto: Warschau mit 450.000 Juden
auf 4 Quadratkilometern
• Abschottung von der Außenwelt durch meterhohe Mauern
• Hunderttausende Juden werden in die Vernichtungslager
deportiert
• „Warschauer Ghettoaufstand“
60.000 Juden lehnen sich gegen die Unterdrückung auf, der
Aufstand wird brutal niedergeschlagen
Ein Überlebender aus Warschau – formell.
• A Survivor from Warsaw opus 46 for Narrator, Men's Chorus and Orchestra
• Entstehungszeit: 1947
• Uraufführung: 4. November 1948 in New Mexico, Albuquerque Orchestra unter Kurt
Frederick
• Instrumentation:
2 Picc., 2 Fl., 2 Ob., 2 Klar., 2 Fag.
4 Hr., 3 Trp., 3 Pos., Tb.
Pauken, gr. Trommel, Militärtrommel, Tamburin, Triangel, Becken,
TamTam, Kastagnetten, Xylophon, Glockenspiel, Schellen
Vl. I/II, Va., Vc., Kb.
Harfe
• Aufführungsdauer: 7:15 Minuten
• Erzählertext fast wörtlich aus echten Berichten entnommen
Ein Überlebender aus Warschau – musikalisch.
• 3 Teile: Einleitung, Erzählung, Schma Jisrael
• Hauptmotiv: Trompetensignal (auf- und absteigende kurze Melodie)
• Schlagwerk demonstriert Macht
• Streicher demonstrieren Gefangene
• Hauptziel: Klage der Gefangenen musikalisch umsetzen
• je dramatischer die Erzählung wird, desto mehr gelangt auch die Musik
rhythmisch, dynamisch und den Ambitus betreffend an den Höhepunkt
Zwölftontechnik in “Ein Überlebender aus Warschau”
• Zwölftonreihe im Stück:
• wird vor allem als Grundreihe und transponierte Umkehrung verwendet
G
K
U
Bedeutung für die klassische Musik im 20. Jahrhundert
• Entscheidende Prägung der Kunstmusik im 20. und 21. Jahrhundert
• Zeigt der Musikwelt Grenzen der Tonalität und schließlich auch die Atonalität
• Unterricht und Prägung der bedeutendsten Komponisten und
Musiktheoretikern des 20. Jahrhunderts
• Zwölftontechnik gilt als Ausgangspunkt für weiterführende Kompositionsarten,
z.B. serielle Musik
Trivia
• Watschenkonzert 1913 (Skandalkonzert)
• Schönberg dirigiert ein Konzert mit
Werken seiner Schüler
• Entsetzen auf Seiten des Publikums
• Erstaunen auf Seiten der Musiker
• Schönbergs Freunde müssen ihn gegen
seine Feinde verteidigen
• Konzert muss abgebrochen werden
„Die Ohrfeigen waren noch das melodiöseste an diesem Konzertabend.“
-Oscar Straus, Operettenkomponist
Quellen
• www.dhm.de/lemo/biografie/arnold-schoenberg
• www.wikipedia.org/wiki/Arnold_Sch%C3%B6nberg
• www.wissen.de/bildwb/schoenbergs-zwoelftonmusik-von-freier-zu-gebundener-
atonalitaet
• www.aeiou.at/aeiou/musikkolleg/schoenberg
• www.de.wikipedia.org/wiki/Skandalkonzert_1913
• www.dhm.de/lemo/kapitel/der-zweite-weltkrieg/voelkermord/ghetto-warschau.html
• www.en.wikipedia.org/wiki/Warsaw_Ghetto_Uprising
• www.bpb.de/cache/images/5/157335-3x2-original.jpg?2269B
• Zur Verfügung gestellte Materialien
• Sir Simon Rattle in seinem Film: „Leaving Home“

Schönberg

  • 1.
    Arnold Schönberg und die Zwölftonmusik …amBeispiel von “Ein Überlebender aus Warschau”
  • 2.
    „Denn wenn esKunst ist, ist sie nicht für alle, und wenn sie für alle ist, ist sie keine Kunst.“ Arnold Schönberg
  • 3.
    Teile dieser GL ArnoldSchönberg Stil und Kompositionstechnik A Survivor from Warsaw
  • 4.
  • 5.
    Wer war ArnoldSchönberg? • Expressionistischer Maler und Komponist aus Wien • Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie • Begründer und Führer der zweiten Wiener Schule • Erfinder der Zwölftontechnik Musikalischer Revolutionär
  • 6.
    Schönbergs Leben 13. September1874: Geburt in Wien 1882: Lernt autodidaktisch das Geigenspiel 1899: Das Streichsextett „Verklärte Nacht“ wird komponiert 1901: Heirat und Umzug nach Berlin 1902: Lehrauftrag für Komposition an einem Berliner Konservatorium 1903: Rückkehr nach Wien 1904: Anton Webern und Alban Berg werden seine Schüler 21. Dezember 1908: Uraufführung des „II. Streichquartetts op. 10“ Skandal 1911: Umzug nach Berlin, Abhandlung seiner Harmonielehre erscheint
  • 7.
    Schönbergs Leben 1913: Gurrenlieder werdenin Wien uraufgeführt 1914-1918: Wehrdienst 1923: Zwölftontechnik findet erstmals Verwendung in seinen Werken, Tod seiner Frau 1924: Heirat 1925: Leiter einer Meisterklasse für Komposition an der Preußischen Akademie der Künste 1931: Arbeit an „Moses und Aron“, dodekaphonische Oper 1933: Entlassung und Flucht vor den Nazis in die USA 1936: Lehrstuhl an der Universität Los Angeles 1944: Ruhestand 1945: Schönberg hat finanzielle Probleme, er gibt wieder Privatunterricht 1947: Komposition „A Survivor From Warsaw“ 13. Juli 1951: Tod in Los Angeles
  • 8.
  • 9.
    Schönbergs Atonalität &Zwölftontechnik Atonalität (1910): Grundtonbezug nicht mehr vorhanden Dissonanz Keine tonartbezogenen Stufen (Tonika hat keinen Sinn mehr) Beliebige Klänge Dodekaphonie (1920): Ordnung in der Atonalität Festgelegte Tonfolge Keine Wiederholung von Tönen, bis alle anderen 11 Töne erklungen sind Modi: Grundreihe, Krebs, Umkehrung, Krebsumkehrung Weitere Möglichkeiten: Oktavversetzung, Transposition, Verlauf als Melodie oder Akkord, freier Rhythmus und Dynamik
  • 10.
  • 11.
    Ein Überlebender ausWarschau – geschichtlich. • 1939: Besetzung Polens durch deutsche Truppen • Viermal so viele Juden wie in Deutschland • Entstehung von Arbeitslagern und Ghettos • Größtes Ghetto: Warschau mit 450.000 Juden auf 4 Quadratkilometern • Abschottung von der Außenwelt durch meterhohe Mauern • Hunderttausende Juden werden in die Vernichtungslager deportiert • „Warschauer Ghettoaufstand“ 60.000 Juden lehnen sich gegen die Unterdrückung auf, der Aufstand wird brutal niedergeschlagen
  • 12.
    Ein Überlebender ausWarschau – formell. • A Survivor from Warsaw opus 46 for Narrator, Men's Chorus and Orchestra • Entstehungszeit: 1947 • Uraufführung: 4. November 1948 in New Mexico, Albuquerque Orchestra unter Kurt Frederick • Instrumentation: 2 Picc., 2 Fl., 2 Ob., 2 Klar., 2 Fag. 4 Hr., 3 Trp., 3 Pos., Tb. Pauken, gr. Trommel, Militärtrommel, Tamburin, Triangel, Becken, TamTam, Kastagnetten, Xylophon, Glockenspiel, Schellen Vl. I/II, Va., Vc., Kb. Harfe • Aufführungsdauer: 7:15 Minuten • Erzählertext fast wörtlich aus echten Berichten entnommen
  • 14.
    Ein Überlebender ausWarschau – musikalisch. • 3 Teile: Einleitung, Erzählung, Schma Jisrael • Hauptmotiv: Trompetensignal (auf- und absteigende kurze Melodie) • Schlagwerk demonstriert Macht • Streicher demonstrieren Gefangene • Hauptziel: Klage der Gefangenen musikalisch umsetzen • je dramatischer die Erzählung wird, desto mehr gelangt auch die Musik rhythmisch, dynamisch und den Ambitus betreffend an den Höhepunkt
  • 15.
    Zwölftontechnik in “EinÜberlebender aus Warschau” • Zwölftonreihe im Stück: • wird vor allem als Grundreihe und transponierte Umkehrung verwendet G K U
  • 16.
    Bedeutung für dieklassische Musik im 20. Jahrhundert • Entscheidende Prägung der Kunstmusik im 20. und 21. Jahrhundert • Zeigt der Musikwelt Grenzen der Tonalität und schließlich auch die Atonalität • Unterricht und Prägung der bedeutendsten Komponisten und Musiktheoretikern des 20. Jahrhunderts • Zwölftontechnik gilt als Ausgangspunkt für weiterführende Kompositionsarten, z.B. serielle Musik
  • 17.
    Trivia • Watschenkonzert 1913(Skandalkonzert) • Schönberg dirigiert ein Konzert mit Werken seiner Schüler • Entsetzen auf Seiten des Publikums • Erstaunen auf Seiten der Musiker • Schönbergs Freunde müssen ihn gegen seine Feinde verteidigen • Konzert muss abgebrochen werden „Die Ohrfeigen waren noch das melodiöseste an diesem Konzertabend.“ -Oscar Straus, Operettenkomponist
  • 18.
    Quellen • www.dhm.de/lemo/biografie/arnold-schoenberg • www.wikipedia.org/wiki/Arnold_Sch%C3%B6nberg •www.wissen.de/bildwb/schoenbergs-zwoelftonmusik-von-freier-zu-gebundener- atonalitaet • www.aeiou.at/aeiou/musikkolleg/schoenberg • www.de.wikipedia.org/wiki/Skandalkonzert_1913 • www.dhm.de/lemo/kapitel/der-zweite-weltkrieg/voelkermord/ghetto-warschau.html • www.en.wikipedia.org/wiki/Warsaw_Ghetto_Uprising • www.bpb.de/cache/images/5/157335-3x2-original.jpg?2269B • Zur Verfügung gestellte Materialien • Sir Simon Rattle in seinem Film: „Leaving Home“