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Die unaufhaltsame Karriere des Antisemiten und SS-Obersturmbannführer
Dr. Fritz Arlt
Fritz Arlt, geboren am 12. April 1912 in Niedercunnersdorf/Oberlausitz, stammte aus einem
christlich-konservativen Elternhaus, besuchte ein ebenso christlich-konservatives Internat und
erlangte das Abitur in Bautzen. 1929 betätigte er sich bereits (nach Generalgouverneur Dr.
Hans Frank, Krakauer Zeitung, 24. 9. 1940) im NS-Jungvolk und der HJ.
Sein Studium an der Universität Leipzig begann er 1932 als Mitglied der NSDAP (Nr. 1 376
685). Im Semester 1932/33 spielte der neue Student schon im Nationalsozialistischen
Deutschen Studentenbund, der die Studentenschaft der Leipziger Universität beherrschte, eine
wichtige Rolle. „Stud. theol. Fritz Arlt“ vertrat zudem als „außerordentliches Mitglied des
AStA“ die Theologiestudenten der Leipziger Universität. An dieser Universität besetzte er im
April 1933 den Posten eines Leiters des Wirtschaftshauptamtes und das für das politische und
rassenpolitische Vorgehen der Nazis wichtige Amt des Vorsitzenden des Studentenwerkes.
In seinem Lebenslauf von 1936 gab Arlt an, dass er Theologie, Religionsgeschichte sowie
Philosophie und Anthropologie studiert habe. Schon am 31. März 1936 promovierte Arlt an
der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig „in den Hauptfächern“ und legte eine
Dissertation zur „Vergleichende rassen- und völkerpsychologische Untersuchung“ vor, die er
selbst zusätzlich im Titel als „- Ein Beitrag zur Rassenbiologie -“ bezeichnete.
In der Dissertation drückte Arlt insbesondere seien „verehrten Lehrer“ der Universität
Leipzig, Professor Arnold Gehlen seien ergebensten Dank für die Förderung und
Unterstützung aus.
Arnold Gehlen, seit 1929 Dozent an der Universität Leipzig, 1933 Mitglied der NSDAP, 1934
Professor für Soziologie, ab 1935 in der Hochschulgruppe der NSDAP der Universität
Leipzig Amtsleiter für Wissenschaft, hatte sich 1934 und 1935 mit Forderungen zur
„Neuorientierung in der Philosophie“ als Handlungslehre für den Nationalsozialismus und
1
einer zu schaffenden Ethik des Nationalsozialismus hervorgetan. Als Soziologe agierte er
auch auf dem Feld der Psychologie. Insbesondere die rassenpolitische Orientierung Gehlens,
vermischt mit aggressiver Ostpolitik, beeinflusste das Werden von Arlt. Gehlen, der wie viele
andere Hochschullehrer der Leipziger Universität für ergebenen und fanatischen Nachwuchs
für die NS-Herrschaft sorgte, erlangte als Spezialist 1938 an die „Grenzlanduniversität“
Königsberg neue „Verdienste“ und erhielt, nach der Besetzung Österreich, zur Festigung des
NS-Einflusses an der Wiener Universität den Lehrstuhl für Psychologie. Von dort aus
arbeitete Gehlen als Helfer für die Expansionspolitik nach Südosteuropa.
Nach 1945 wurde der NS-Theoretiker und Praktiker 1947 Professor in Speyer und ab 1962
an der Technischen Hochschule in Aachen. Er betätigte sich in Kreisen ehemalige Nazi-
Experten für Osteuropa, schrieb in neonazistischen, rechtskonservativen Blättern, war aktiv in
der von Adenauer geförderten Deutschlandstiftung, wieder mit ehemaligen
Gesinnungsgenossen, tätig und erhielt, gefördert vom NS-Propagandaexperten Kurt Ziesel
von der Deutschlandstiftung und vom Deutschlandmagazin, 1970 den Adenauer-Preis für
Wissenschaft. 1959 gründete die Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände die
Walter-Raymond-Stiftung. Dort traf sich dann der Professor mit seinen NS-Doktoranden Arlt
wieder.
Der Arlt drückte in seiner Schrift obendrein Prof. Dr. Reche, Ordinarius und Direktor des
Instituts für Rassen- und Völkerkunde an der Universität Leipzig und Direktor des
Völkerkundemuseums, seinen Dankt für die Unterstützung aus. Reche, Mitglied der NSDAP,
fanatischer Rassentheoretiker, leitete bereits 1927 als Schriftleiter die Zeitschrift „Volk und
Rasse“, unterzeichnete ein Bekenntnis zu Hitler, war Mitherausgeber der Schrift „Der
Biologe“ von SS-Ahnenerbe, Verfasser der Denkschrift „Leitsätze zur
bevölkerungspolitischen Sicherung des deutschen Ostens“ und später im Vorstand der
deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene und der Deutschen Gesellschaft für
2
Rassenforschen. Dieser Hochschullehrer hatte das Profil Arlts als treuen und blind gläubigen
Nationalsozialist und extremen Rassist in dessen frühen Jahren stark mit geprägt.
Arlt hebt in seinem Lebenslauf hervor, er habe bereits ab 1934 das Kreisamt der NSDAP für
Rassen- und Bevölkerungspolitik in Leipzig geleitet. Der ehemalige Student und
Hoheitsträger der NSDAP praktizierte mit aller Härte Rassenpolitik in Leipzig und begann
gezielt Untersuchungen über Juden in Leipzig zu verfassen. Besonders eine „Volkspolitische
Untersuchung über die Juden in Leipzig“, die 1938 der Verlag von S. Hirzel in Leipzig
veröffentlichte, erregten Aufsehen unter den Nationalsozialisten.
In der Einleitung zu ihr ging der NS-Rassenpolitiker von Hitlers angeblicher Erkenntnis aus,
dass allein durch das Blut der „Endkampf“ gegen die Juden begründet sei. Mit der
Untersuchung von Großstadtjuden wolle der Autor eine Hilfe für diesen Kampf gegen Juden
leisten.
Es war aber nicht nur nicht nur ein Material für die Verfolgung der Juden in Leipzig
entstanden. Die Art und Weise der Erfassung aller Juden vom Kleinkind über den
Erwachsenen, vom Arbeiter bis zum Bankbesitzer, unabhängig von ihrer Religion und
politischen Einstellung, beeindruckte den Chef des Reichssicherheitshauptamtes der SS, SS-
Obergruppenführer Reinhard Heydrich, der diese Methoden zur Erfassung von Juden in ganz
Deutschland und im Ausland einsetzen wollte.
Der Gauleiter von Schlesien, Norbert Wagner, ernannte 1936, abgestimmt mit der
Reichsleitung der NSDAP und der SS, Arlt, wegen seiner Leistungen bei der Verfolgung von
Juden, zum Leiter des Rassenpolitischen Amtes im Gau Schlesien. Wagner beförderte
Gauamtsleiter Pg. Arlt im Juli 1939 obendrein zum „alleinigen Beauftragten für alle Fragen
der Sippenforschung und Sippenkunde in Schlesien“. Arlt leitete die Arbeitsgemeinschaft für
Sippenkunde und gab das „Nachrichtenblatt der Arbeitgemeinschaft für Sippenkunde im Gau
Schlesien“ heraus.
3
Arlt intensivierte nicht nur die antisemitische Propaganda, die er im „Führerblatt Gau
Schlesien“ für verbindlich erklären lies, sondern der Gauamtsleiter spannte die Vertreter von
Archiven, der evangelischen und katholischen Kirche ein, um alle Unterlagen und
Kirchenbücher, selbst im kleinsten Dorf oder Kirchenspiel, zu durchforsten, „auszuschöpfen“,
um „fremdrassischen Einfluss“ festzustellen. Zu dem gab er die Schriftenreihe „ Rasse Volk
Erbgut in Schlesien“ heraus. Bereits bis 1941 erscheinen in Breslau 15 derartige
Publikationen zu verschiedenen Themen des Rassismus der NSDAP. In dieser Zeit fand die
„Arisierung“ im Gau Schlesien und die Gettoisierung aller Juden den Höhepunkt.
Arlt war schnell zum offiziellen Mitarbeiter des Rassenpoltischen Amtes der NSDAP, unter
Reichsleiters für Rassenpolitik, Dr. Walter Groß, aufgestiegen. Dort wirkte er gemeinsam mit
Prof. Dr. Oberländer. (Blätter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP, Berlin 1937, H.8, S.
28 ff.) Er publizierte aktiv in der vom Deutschen Volksverlag, Dr. E. Boepple, (später
Staatssekretär im Besetzten Polen) herausgegebene antisemitische Monatszeitschrift
„Weltkampf“, die der Reichsleiter der NSDAP, Alfred Rosenberg sowie Adolf Hitler
großzügig unterstützten.
Der Gauamtsleiter bereitete auch den kommenden Krieg vor, in dem er die Ämter und
Bevölkerung vor „Einsickerung minderwertiger Rassenangehörige“, vor Rassenmischung und
Umgang mit Kriegsgefangenen vorbereitete und warnte. Zudem begann er, ein Netz von
Propagandaeinrichtungen aufzubauen, die den nationalsozialistischen rassistischen
Überlegenheitswahn für einen Aggressionskrieg förderten. Im Februar 1940 wies er im
„Führungsblatt Gau Schlesien der NSDAP“ an, die deutschen Frauen rassisch „sauber zu
halten“ und alle Abweichungen und Kontakte zu Fremdrassischen zu überwachen, zu melden
und zu bestrafen.
Noch im Februar 1940 berief die NSDAP und SS Arlt zum Leiters des Referates
Bevölkerungswesen und Fürsorge beim Generalgouverneur im besetzten Polen. Dieses
4
Referat entwickelte sich in wenigen Monaten zu einem „Gruppendezernat
Bevölkerungswesen und Fürsorge der Inneren Verwaltung des Generalgouverneurs“, mit den
Referaten Deutsche Volksgruppen, Ukrainer, Goralen, Judenreferat, Emigranten sowie zudem
einem Referat Statistik, Umsiedlungswesen und Kriegsgefangene.
Arlt organisierte die Aussiedlung von Polen und Juden aus dem Generalgouvernement und
die „größte Umsiedlung“ von Volksdeutschen, die er als Siedler und Beherrscher des
besetzten Polens einsetzte. Gleichzeitig wurden die Volksdeutschen, die sich im
wehrpflichtigen Alter befanden, im „Sonderdienst“, einer militärischen Einheit des
Generalgouverneurs, organisiert und zur gewaltsamen Herrschaftssicherung eingesetzt.
Ein zentrale Aufgabe des Gruppenreferates bestand darin, die Ausgrenzung und Vernichtung
von Juden planmäßig zu organisieren. So förderte das Referat auch die Bildung von Gettos
und KZ.
Als eine Art Richtlinie für die Besatzungspolitik gab Dr. Arlt, als Führer des
Gruppendezernates eine, „Nur für den Dienstgebrauch“ bestimmte „Übersicht die
Bevölkerungsverhältnisse im Generalgouvernement“ heraus. Sie erschien als Heft 3 der
„Volkspolitischer Informationsdienst der Regierung des Generalgouvernements, Innere
Verwaltung, Bevölkerungswesen und Fürsorge“ in Krakau 1940.
Arlt widmete sich besonders der ukrainischen Volksgruppen im Generalgouvernement. Die
Ergebnisse und die Aufgaben für die nationalsozialistischen Besatzer verbreitete er bereits am
1. September 1940 im „Nur für den Dienstgebrauch“ bestimmten „Volkspolitischen
Informationsdienst, Heft 1, Krakau 1940, unter dem Titel: „Die Ukrainische Volksgruppe im
Generalgouvernement“. 5
In dem umfangreichen Heft entwickelt der Leiter des Gruppenreferates, wie die Ukrainer
gegen die Polen ausgespielt werden müssen und sprach ihnen deshalb ein gehobeneres
Rassenmerkmal gegenüber Polen zu. Er hob aber zudem die umzusiedelnden, zu
5
überwachenden und geistig zu gewinnenden Ukrainer für den Kampf gegen die UdSSR
hervor. Schon vor dem Beginn des Krieges hatte sich Arlt zu Fragen des möglichen Umgangs
mit der ukrainischen Bevölkerung geäußert.
Arlt legte damit einen Grundstein, dass 1941, vorwiegend im erobertem Galizien, dem
späteren Teil des Generalgouvernements, der SS-Gruppenführer und Gouverneur von
Galizien, Otto Wächter, beginnen konnte, eine gut ausgerüstete SS-Division und drei
Polizeiregimenter aus ukrainischen Nationalisten und Faschisten für den Kampf gegen
Ukrainer, Russen und Polen aufstellen konnte.
So vermerkte Arlt 1940 in dem „Nur für den Dienstgebrauch“ bestimmten
Informationsdienst, besonders ab S. 51, dass von seinem Amt und der SS bei der Umsiedlung
von Deutschen, Russen und Ukrainern bereits eine spezielle Auslese von Ukrainern
vorgenommen wurde. Später seine Flüchtlinge und „illegale Emigranten“ dazu kommen. So
verpflege, betreue und unterrichte die NSDAP und SS schon jetzt in verschiedenen
sogenannten „N. S. V. - Lagern“ 40 000 Personen, die für den kommenden Einsatz im
antibolschewistischen Kampf bereitstehen.
Es muss jedoch bemerkt werden, dass die Faschisten die Ukrainer nur für ihr strategisches
Ziel ausnutzen wollten. Die „Deutsche Ukraine-Zeitung, Luzk, vom 5 . Januar 1942 sprach
das offen aus: „Mit der Eroberung der Ukraine wurde Deutschland und mit ihm Europa
endgültig blockadefest.“ Dieses Gebiet der UdSSR sollte den deutschen Faschisten und ihrem
SS-Europa als der Lieferant von Nahrungsmitteln und Hilfskräften, mit denen man „deutsches
Blut schone“, dienen.
Unter Arlt wuchsen in den einzelnen Distrikten des besetzten Polen Judenreferate, die alle
begannen, Juden zu kennzeichnen, zu registrieren und in Gettos zu sperren. Gauamtsleiter
Arlt erhielt wegen seiner Aktivität für das System des Massenmordes im Juli 1940 noch das
Amt eines Schulungsleiters der Partei der NSDAP im besetzten Polen.
6
Arlt engagierte sich auch im vom Generalgouverneur Frank gegründeten „Institut für deutsche
Ostarbeit“, einer ideologisch und politischen Stabsstelle. Auf Konferenzen, wie der im Juni
1940, propagierten Prof. Dr. Aubin, Dr. Seraphim, Prof. Dr. Oberländer und Dr. Arlt, unter
großen Beifall der mehrheitlich versammelten SS-Führer, eine angeblich notwendige
„Säuberung“, „Kolonisierung“ sowie „Germanisierung“ der Ostgebiete und des gesamten
Ostens und Südosten Europas.
Am 24. September 1940, so die „Krakauer Zeitung“, empfing Generalgouverneur Dr. Frank
den Pg. Gauamtsleiter Arlt. Er dankte diesem ihm für seinen „vorbildlichen Aufbau“ seines
Bereiches und die Leistungen als Schulungsleiter der NSDAP. Dann gratulierte er Arlt zur
Beförderung zum SS-Sturmbannführer und Stabsführer sowie Beauftragten des Reichsführers
SS, Himmler, im Bereich des Reichskommissars für die Festigung des deutschen Volkes.
Arlt wechselte, von Himmler angefordert, in den neuen Reichsgau Oberschlesien, wo er
besonders in den großen aus Polen einverleibten Gebieten, die polnische Bevölkerung zu
verdrängen und die Germanisierung des gesamten Gaues zu fördern hatte. Zudem war die
Vertreibung aller Juden aus dem Reichsgau oder ihre Einweisung in Arbeitslager oder KZ
sein Aufgabengebiet.
„Im Auftrag der Haupttreuhandstelle Ost und des Reichsführers SS, Reichskommissar für die
Festigung des deutschen Volkstums, stellte Arlt 1942 eine Leitlinie für „Siedlung und
Landwirtschaft in den Gebieten Oberschlesiens“ zusammen, die 1942 in Berlin erschien.
Die Konzentration von deutschen Arbeitskräften war deshalb der wichtigste strategische
Schwerpunkt, weil im Rahmen der „Wirtschaftlichen Neuordnung Europas“ in Oberschlesien,
in einem angeblich nicht von Luftangriffen gefährdeten Raum, ein zweites Rüstungszentrum,
neben dem Ruhrgebiet, der europäischen NS-Großraumwirtschaft, entstehen sollte. Bereits ab
Frühjahr 1940 schwor der Reichsamtsleiter der NSDAP, Werner Daitz, die NS-Führer und
Unternehmern in Oberschlesien auf diesen Kurs ein.
7
In Oberschlesien leitete Pg. Oberbereichsleiter und Stabsführer Dr. Arlt das neugeschaffene
Gauhauptamt für Volkstumsfragen und arbeitete mit den Dienstellen der NSDAP, besonders
der SS eng zusammen. Gauleiter Fritz Bracht ernannte Arlt, so der „Gau Oberschlesien, NSG,
Nationalsozialistischer Gau – Presse – Dienst“ Kattowitz, 258/42, vom 22., Juli 1942 zudem
zum Gauschulungsleiter in Oberschlesien..
Für seine Taten im Sinne des Reichsführers SS bei der Vertreibung polnischer Bauern und
Ansiedlung von Galiziendeutschen sowie anderen Volksdeutschen, den Aufbau eines
„soldatischen Gaues“ und der Unterstützung der Rüstung, bekam Arlt schon im März 1941
großes Lob ausgesprochen. (Oberschlesische Wanderer, 23. März 1941) Die
„Dienstalterslisten der Schutzstaffel der NSAP des SS-Personalhauptamtes“ führten Dr. Fritz
Arlt ab 9. 11. 1941 als dem SS-Hauptamt/RKF (Reichskommissarführer) unmittelbar
unterstellten SS-Obersturmbannführer.
Zur „Festigung des deutschen Volkstums“ und der Vertreibung von Polen und Juden, gesellte
sich die Kriegs- und Rassenpropaganda unter den neu angesiedelten Volksdeutschen. Dazu
erklärte Gauleiter Bracht vor Volksdeutschen in Kattowitz, dass man gegen das „freche,
arbeitsscheue Gesindel“ der Polen noch „zu loyal und großzügig“ sei, „dieses polnische
Gesindel wird ausgemerzt werden“, der Rest der Polen müsse dann aus Oberschlesien
verschwinden, so der „Oberschlesische Wanderer, Amtliches Organ der NSDAP“, vom 26.
Januar 1942. Brachts Ankündigung erhielt den Rang einer „Führungsaufgabe“ .
Vor allem ab Ende 1942 nahmen die Auftritte Arlts zur Belehrung und Ermahnungen der
Parteigenossen über ihre Pflichten und Aufgaben zu. Dabei verkündete Arlt: „Das zukünftige
Deutschland wird nationalsozialistisch und ewig sein!“
Als Gauleiter Bracht im März 1943 das „Zentralinstitut für Oberschlesischen
Landesforschung“ in Kattowitz eröffnete, hielt Arlt ein Referat, in dem er die Forschung als
8
Hilfsmittel für die NS-Propaganda einstufte, besonders aber für die „Eindeutschung“ der
Gebiete um Kattowitz.
Der Präsident des Führungsringes der Gesellschaft für europäische Wirtschaftsplanung und
Großraumwirtschaft, Reichsamtsleiter der NSDAP, Werner Diatz drückte auf den Ausbau des
neuen Industriezentrums in Oberschlesien. Am 1. Juli 1942 meldete „Der Oberschlesische
Wanderer“, der Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion, Albert Speer besichtige
das Zentrum der Industrie in Oberschlesien. Noch im Januar 1943 gründete die NSDAP eine
Gauwirtschtaftskammer, die vorwiegend Generaldirektoren und Aufsichtsräte führten. Der
Krieg verschlang immer mehr die dazu nötigen Arbeitskräfte. So begann die Gauleitung
bereits ab 1941 verstärkt ausländische Arbeitskräfte nach Oberschlesien zu importieren. Im
Herbst 1943 solle es 148 593 gewesen sein, die in 445 Arbeitslager, unter Betreuung der
DAF, untergebracht waren. Zudem Verpflichtete die Gauleitung Polen zur Arbeit im
industriellen Zentrum, die jedoch als rassisch minderwertige Arbeiter behandelt wurden und
denen oft sogar die Todesstrafe drohte. Gleichzeitig warnten NS-Führer aber auch vor einer
Polonisierung der Industriezentrums in Oberschlesiens. So wurden auch nicht alle Juden aus
diesem Gau in KZ ausgewiesen, sondern in in Arbeitslagen „durch Arbeit vernichtet“.
Alfred Rosenberg, Reichsleiter der NSDAP, Rassenpolitiker der NS-Führung und neu
ernannter Reichsminister für die besetzten Ostgebiet, Prof. Dr. Walter Groß, Leiter des
Rassenpoltischen Amtes der NSDAP, und einige SS-Führer mischten sich in die Politik in
Oberschlesien ein und wollten eine schärfere Vernichtungspolitik von Juden und Polen in
dem Reichsgau.
Als auch der Krieg im Osten im Jahre 1943 immer verlustreicher und aussichtsloser wurde,
delegierte das SS-Hauptamt Arlt, wie viel andere SS-Führer aus Ämtern, in eine
SS-Kampfgruppe, um Kriegserfahrungen zu sammeln.
9
Im Jahre 1943 wirkte er nur kurz nochmals in Oberschlesien, bevor in das SS-Hauptamt, mit
nseinen Erfahrungen, nach Berlin zur Leitung der SS-Freiwilligendienststelle Ost (Balten,
Ukrainer, Weißruthenen, Kosaken) berief. Das SS-Personalhauptamt führte Dr. Fritz Arlt in
seiner Dienstaltersliste der Schutzstaffel der NSDAP, mit Stand vom 1. Oktober 1944, als SS-
Obersturmbannführer, ausgezeichnet mit dem Ehrendegen und Dienstring der SS und der
Dienststellung: Hauptamt RKF (Reichskommissarführer). In seinem „Lebenslauf“ gab Arlt
an, anschließend bis 1945 eine ukrainischen SS-Einheit bis Kriegsende geführt zu haben, die
er in den illegalen Kampf entließ. (Lebenslauf von Dr. Fritz Arlt in: Fritz Arlt, Polen-,
Ukrainer-, Juden-Politik, Lindhorst 1995, S. 143 ff.)
Dem von Arlt verfassten „Lebenslauf“ 1996 war besonders vermerkt, er habe schon 1945 für
„die Amerikaner“ (dem Geheimdienst) „in Sachen ostpolitische Beziehungen/Psychologische
Kriegführung“ gewirkt, das in einer Zeit, wo in Gebieten Polens und der Ukraine, mit Hilfe
des US-Geheimdienstes von München aus, noch Krieg bis 1948 geführt wurde.
Arlt stand auch im Dienste der von den US-Geheimdienst geschaffener Organisation Gehlen
und trug den Decknamen „Werner“. (Angehörige von NS-Diensten im BND, Enzyklopädie
Marjorie)
Reinhard Gehlen, offiziell Chef der Abteilung Fremde Heere Ost der Wehrmacht, war laut
Geheimer Kommandosache für Diversion in der UdSSR, besonders im Abschnitt Süd
verantwortlich. Er setzte diese Arbeit unter amerikanischer Flagge fort und leitet nach 1956
den Bundesnachrichtendienst, der aus einer von den USA finanzierten Dienststelle entstand.
Von 1949 bis 1953 beriet dann der SS-Obersturmbannführer und NS-Vernichtungsexperte im
Stab des Bundeskanzleramtes des Dr. Konrad Adenauer in ostpolitischen Fragen, Problemen
der Kriegsgefangenen und stellte Weichen für ehemalige Führungskräfte der Nazis.
10
Professor Theodor Oberländer schickte zum Beispiel der amerikanische Geheimdienst in die
Bundesregierung, wie der WDR mit einem Schreiben des CIA an Adenauer belegte. Arlt war
nicht der einzige NS-Kriegsverbrecher, der für die Amerikaner für den kalten und einen
möglichen neuen heißen Krieg gearbeitet hatte und Schlüsselpositionen in der
Bundesregierung und anderen Institutionen des Landes besetzte.
Hans Martin Schleyer, Mitglied der NSDAP, der SS und des SD, hatte Erfahrung bei der
„Säuberung“ von Hochschulen, der Arisierung der Tschechischen Wirtschaft sowie ihre
Einordnung in die Rüstung gesammelt. Er steig ab 1952 in der Daimler Führungs-Hierarchie
auf. Unter seiner neuen Funktionen als Manager und Chef der größten Wirtschaftsverbände,
machten wieder alte NS-Führungskräfte große Karriere. So wurden der SS-General,
Einsatzgruppenleiter, Spitzenkraft des SD und NS-Rechtserneuerer, Prof. Reinhard Höhn,
nach 1945 Chef der Harzburger Akademie, der SD-Chef für Gegnererkundung, Überwachung
und geistige Kriegführung, Prof. Dr. Franz Alfred Six, Mitarbeiter der Harzburger Akademie,
wie Lutz Hachmeister in seiner Biographie über Schleyer aufzeigte.
Arlt ebenso großzügig gefördert, wurde 1954 Mitglied der Geschäftsführung im von den
Wirtschaftsverbänden geförderten Deutschen Industrieinstitut, 1955 Mitglied der
Geschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, verantwortlich
für „Bildungs- und Jugend- und Gesellschaftspolitik“ sowie Geschäftsführer der Walter-
Raymond-Stiftung.
Der Stabsführer des Reichskommissars Himmler, SS-Führer, Architekt und Organisator des
Holocaust und der Vertreibung im Osten, fanatischer Parteigenosse im Kampf gegen
Demokratie und Parlamentarismus, war unter dem Freund von Helmut Kohl und Förderer von
Kurt Biedenkopf, H. M. Schleyer, „verantwortlich“ für die Jugendpolitik und
Gesellschaftsstrategie in der Bundesrepublik. Arlts „Leistungen“ zur Motivierung der
11
Führungskräfte und der Jugend hob der „Jahresbericht“ der Bundesvereinigung der Deutschen
Arbeitgeberverbände“ von 1974 ausdrücklich hervor.
SS-Obersturmbannführer Arlt publizierte im „Zentralorgan“, „Der Arbeitgeber“, der
Bundesvereinigung zu Bildungsfragen, gegen die „Emanzipation“ in der Pädagogik, gegen
Linke, Liberale und gab im Sinne „einer Wende nach rechts“ Schriften heraus.
Ab 1972 soll Arlt freier Unternehmensberater gewesen sein.
Von 1992/93 an begann er eine Schrift unter dem Titel „Polen-, Ukrainer-, Juden-Politik“
vorzubereiten. In dieser Schrift polemisierte er gegen alle, die sich mit seiner NS-Tätigkeit
und anderen ehemaligen NS-Führern unter den Führungskräften von Wirtschaft und Politik
auseinander setzten. Seien Tätigkeit zur Erfassung der Juden in Leipzig, als Gauamtsleiter für
Rassenfragen sowie Gauamtsleiter für die Schulung der NSDAP, als Oberbereichsleiter der
NSDAP, seine Leistungen für Himmler sowie im SS-Hauptamt stellte er als „Unterstützung
des Freiheitskampfes im Osten“ hin. Der Feind der Demokratie hatte sich als nun kalter
Krieger zu Verbündeten und zum Helden des Westens verwandelt, weil er wieder dem
Kampf gegen den „Osten“ diente.
Die Schrift von Arlt, die 1975, viele Jahre nach der Wende erschien, trug den bezeichnenden
Titel: „Polen-, Ukrainer-, Juden - Politik im Generalgouvernement für die besetzte polnische
Gebiete 1939/40 und in Oberschlesien 1941/43 und im Freiheitskampf der unterdrückten
Ostvölker“. Damit bekannte sich Arlt als eine Schlüsselfigur aus der Bundesrepublik, zur
Fortsetzung des Diversion im Osten.
Prof. Dr. O. Seifert, ergänzt Ende 2013
12

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Die unaufhaltsame Karriere des Antisemiten und SS-Obersturmbannführer Dr. Fritz Arlt

  • 1. Die unaufhaltsame Karriere des Antisemiten und SS-Obersturmbannführer Dr. Fritz Arlt Fritz Arlt, geboren am 12. April 1912 in Niedercunnersdorf/Oberlausitz, stammte aus einem christlich-konservativen Elternhaus, besuchte ein ebenso christlich-konservatives Internat und erlangte das Abitur in Bautzen. 1929 betätigte er sich bereits (nach Generalgouverneur Dr. Hans Frank, Krakauer Zeitung, 24. 9. 1940) im NS-Jungvolk und der HJ. Sein Studium an der Universität Leipzig begann er 1932 als Mitglied der NSDAP (Nr. 1 376 685). Im Semester 1932/33 spielte der neue Student schon im Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund, der die Studentenschaft der Leipziger Universität beherrschte, eine wichtige Rolle. „Stud. theol. Fritz Arlt“ vertrat zudem als „außerordentliches Mitglied des AStA“ die Theologiestudenten der Leipziger Universität. An dieser Universität besetzte er im April 1933 den Posten eines Leiters des Wirtschaftshauptamtes und das für das politische und rassenpolitische Vorgehen der Nazis wichtige Amt des Vorsitzenden des Studentenwerkes. In seinem Lebenslauf von 1936 gab Arlt an, dass er Theologie, Religionsgeschichte sowie Philosophie und Anthropologie studiert habe. Schon am 31. März 1936 promovierte Arlt an der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig „in den Hauptfächern“ und legte eine Dissertation zur „Vergleichende rassen- und völkerpsychologische Untersuchung“ vor, die er selbst zusätzlich im Titel als „- Ein Beitrag zur Rassenbiologie -“ bezeichnete. In der Dissertation drückte Arlt insbesondere seien „verehrten Lehrer“ der Universität Leipzig, Professor Arnold Gehlen seien ergebensten Dank für die Förderung und Unterstützung aus. Arnold Gehlen, seit 1929 Dozent an der Universität Leipzig, 1933 Mitglied der NSDAP, 1934 Professor für Soziologie, ab 1935 in der Hochschulgruppe der NSDAP der Universität Leipzig Amtsleiter für Wissenschaft, hatte sich 1934 und 1935 mit Forderungen zur „Neuorientierung in der Philosophie“ als Handlungslehre für den Nationalsozialismus und 1
  • 2. einer zu schaffenden Ethik des Nationalsozialismus hervorgetan. Als Soziologe agierte er auch auf dem Feld der Psychologie. Insbesondere die rassenpolitische Orientierung Gehlens, vermischt mit aggressiver Ostpolitik, beeinflusste das Werden von Arlt. Gehlen, der wie viele andere Hochschullehrer der Leipziger Universität für ergebenen und fanatischen Nachwuchs für die NS-Herrschaft sorgte, erlangte als Spezialist 1938 an die „Grenzlanduniversität“ Königsberg neue „Verdienste“ und erhielt, nach der Besetzung Österreich, zur Festigung des NS-Einflusses an der Wiener Universität den Lehrstuhl für Psychologie. Von dort aus arbeitete Gehlen als Helfer für die Expansionspolitik nach Südosteuropa. Nach 1945 wurde der NS-Theoretiker und Praktiker 1947 Professor in Speyer und ab 1962 an der Technischen Hochschule in Aachen. Er betätigte sich in Kreisen ehemalige Nazi- Experten für Osteuropa, schrieb in neonazistischen, rechtskonservativen Blättern, war aktiv in der von Adenauer geförderten Deutschlandstiftung, wieder mit ehemaligen Gesinnungsgenossen, tätig und erhielt, gefördert vom NS-Propagandaexperten Kurt Ziesel von der Deutschlandstiftung und vom Deutschlandmagazin, 1970 den Adenauer-Preis für Wissenschaft. 1959 gründete die Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände die Walter-Raymond-Stiftung. Dort traf sich dann der Professor mit seinen NS-Doktoranden Arlt wieder. Der Arlt drückte in seiner Schrift obendrein Prof. Dr. Reche, Ordinarius und Direktor des Instituts für Rassen- und Völkerkunde an der Universität Leipzig und Direktor des Völkerkundemuseums, seinen Dankt für die Unterstützung aus. Reche, Mitglied der NSDAP, fanatischer Rassentheoretiker, leitete bereits 1927 als Schriftleiter die Zeitschrift „Volk und Rasse“, unterzeichnete ein Bekenntnis zu Hitler, war Mitherausgeber der Schrift „Der Biologe“ von SS-Ahnenerbe, Verfasser der Denkschrift „Leitsätze zur bevölkerungspolitischen Sicherung des deutschen Ostens“ und später im Vorstand der deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene und der Deutschen Gesellschaft für 2
  • 3. Rassenforschen. Dieser Hochschullehrer hatte das Profil Arlts als treuen und blind gläubigen Nationalsozialist und extremen Rassist in dessen frühen Jahren stark mit geprägt. Arlt hebt in seinem Lebenslauf hervor, er habe bereits ab 1934 das Kreisamt der NSDAP für Rassen- und Bevölkerungspolitik in Leipzig geleitet. Der ehemalige Student und Hoheitsträger der NSDAP praktizierte mit aller Härte Rassenpolitik in Leipzig und begann gezielt Untersuchungen über Juden in Leipzig zu verfassen. Besonders eine „Volkspolitische Untersuchung über die Juden in Leipzig“, die 1938 der Verlag von S. Hirzel in Leipzig veröffentlichte, erregten Aufsehen unter den Nationalsozialisten. In der Einleitung zu ihr ging der NS-Rassenpolitiker von Hitlers angeblicher Erkenntnis aus, dass allein durch das Blut der „Endkampf“ gegen die Juden begründet sei. Mit der Untersuchung von Großstadtjuden wolle der Autor eine Hilfe für diesen Kampf gegen Juden leisten. Es war aber nicht nur nicht nur ein Material für die Verfolgung der Juden in Leipzig entstanden. Die Art und Weise der Erfassung aller Juden vom Kleinkind über den Erwachsenen, vom Arbeiter bis zum Bankbesitzer, unabhängig von ihrer Religion und politischen Einstellung, beeindruckte den Chef des Reichssicherheitshauptamtes der SS, SS- Obergruppenführer Reinhard Heydrich, der diese Methoden zur Erfassung von Juden in ganz Deutschland und im Ausland einsetzen wollte. Der Gauleiter von Schlesien, Norbert Wagner, ernannte 1936, abgestimmt mit der Reichsleitung der NSDAP und der SS, Arlt, wegen seiner Leistungen bei der Verfolgung von Juden, zum Leiter des Rassenpolitischen Amtes im Gau Schlesien. Wagner beförderte Gauamtsleiter Pg. Arlt im Juli 1939 obendrein zum „alleinigen Beauftragten für alle Fragen der Sippenforschung und Sippenkunde in Schlesien“. Arlt leitete die Arbeitsgemeinschaft für Sippenkunde und gab das „Nachrichtenblatt der Arbeitgemeinschaft für Sippenkunde im Gau Schlesien“ heraus. 3
  • 4. Arlt intensivierte nicht nur die antisemitische Propaganda, die er im „Führerblatt Gau Schlesien“ für verbindlich erklären lies, sondern der Gauamtsleiter spannte die Vertreter von Archiven, der evangelischen und katholischen Kirche ein, um alle Unterlagen und Kirchenbücher, selbst im kleinsten Dorf oder Kirchenspiel, zu durchforsten, „auszuschöpfen“, um „fremdrassischen Einfluss“ festzustellen. Zu dem gab er die Schriftenreihe „ Rasse Volk Erbgut in Schlesien“ heraus. Bereits bis 1941 erscheinen in Breslau 15 derartige Publikationen zu verschiedenen Themen des Rassismus der NSDAP. In dieser Zeit fand die „Arisierung“ im Gau Schlesien und die Gettoisierung aller Juden den Höhepunkt. Arlt war schnell zum offiziellen Mitarbeiter des Rassenpoltischen Amtes der NSDAP, unter Reichsleiters für Rassenpolitik, Dr. Walter Groß, aufgestiegen. Dort wirkte er gemeinsam mit Prof. Dr. Oberländer. (Blätter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP, Berlin 1937, H.8, S. 28 ff.) Er publizierte aktiv in der vom Deutschen Volksverlag, Dr. E. Boepple, (später Staatssekretär im Besetzten Polen) herausgegebene antisemitische Monatszeitschrift „Weltkampf“, die der Reichsleiter der NSDAP, Alfred Rosenberg sowie Adolf Hitler großzügig unterstützten. Der Gauamtsleiter bereitete auch den kommenden Krieg vor, in dem er die Ämter und Bevölkerung vor „Einsickerung minderwertiger Rassenangehörige“, vor Rassenmischung und Umgang mit Kriegsgefangenen vorbereitete und warnte. Zudem begann er, ein Netz von Propagandaeinrichtungen aufzubauen, die den nationalsozialistischen rassistischen Überlegenheitswahn für einen Aggressionskrieg förderten. Im Februar 1940 wies er im „Führungsblatt Gau Schlesien der NSDAP“ an, die deutschen Frauen rassisch „sauber zu halten“ und alle Abweichungen und Kontakte zu Fremdrassischen zu überwachen, zu melden und zu bestrafen. Noch im Februar 1940 berief die NSDAP und SS Arlt zum Leiters des Referates Bevölkerungswesen und Fürsorge beim Generalgouverneur im besetzten Polen. Dieses 4
  • 5. Referat entwickelte sich in wenigen Monaten zu einem „Gruppendezernat Bevölkerungswesen und Fürsorge der Inneren Verwaltung des Generalgouverneurs“, mit den Referaten Deutsche Volksgruppen, Ukrainer, Goralen, Judenreferat, Emigranten sowie zudem einem Referat Statistik, Umsiedlungswesen und Kriegsgefangene. Arlt organisierte die Aussiedlung von Polen und Juden aus dem Generalgouvernement und die „größte Umsiedlung“ von Volksdeutschen, die er als Siedler und Beherrscher des besetzten Polens einsetzte. Gleichzeitig wurden die Volksdeutschen, die sich im wehrpflichtigen Alter befanden, im „Sonderdienst“, einer militärischen Einheit des Generalgouverneurs, organisiert und zur gewaltsamen Herrschaftssicherung eingesetzt. Ein zentrale Aufgabe des Gruppenreferates bestand darin, die Ausgrenzung und Vernichtung von Juden planmäßig zu organisieren. So förderte das Referat auch die Bildung von Gettos und KZ. Als eine Art Richtlinie für die Besatzungspolitik gab Dr. Arlt, als Führer des Gruppendezernates eine, „Nur für den Dienstgebrauch“ bestimmte „Übersicht die Bevölkerungsverhältnisse im Generalgouvernement“ heraus. Sie erschien als Heft 3 der „Volkspolitischer Informationsdienst der Regierung des Generalgouvernements, Innere Verwaltung, Bevölkerungswesen und Fürsorge“ in Krakau 1940. Arlt widmete sich besonders der ukrainischen Volksgruppen im Generalgouvernement. Die Ergebnisse und die Aufgaben für die nationalsozialistischen Besatzer verbreitete er bereits am 1. September 1940 im „Nur für den Dienstgebrauch“ bestimmten „Volkspolitischen Informationsdienst, Heft 1, Krakau 1940, unter dem Titel: „Die Ukrainische Volksgruppe im Generalgouvernement“. 5 In dem umfangreichen Heft entwickelt der Leiter des Gruppenreferates, wie die Ukrainer gegen die Polen ausgespielt werden müssen und sprach ihnen deshalb ein gehobeneres Rassenmerkmal gegenüber Polen zu. Er hob aber zudem die umzusiedelnden, zu 5
  • 6. überwachenden und geistig zu gewinnenden Ukrainer für den Kampf gegen die UdSSR hervor. Schon vor dem Beginn des Krieges hatte sich Arlt zu Fragen des möglichen Umgangs mit der ukrainischen Bevölkerung geäußert. Arlt legte damit einen Grundstein, dass 1941, vorwiegend im erobertem Galizien, dem späteren Teil des Generalgouvernements, der SS-Gruppenführer und Gouverneur von Galizien, Otto Wächter, beginnen konnte, eine gut ausgerüstete SS-Division und drei Polizeiregimenter aus ukrainischen Nationalisten und Faschisten für den Kampf gegen Ukrainer, Russen und Polen aufstellen konnte. So vermerkte Arlt 1940 in dem „Nur für den Dienstgebrauch“ bestimmten Informationsdienst, besonders ab S. 51, dass von seinem Amt und der SS bei der Umsiedlung von Deutschen, Russen und Ukrainern bereits eine spezielle Auslese von Ukrainern vorgenommen wurde. Später seine Flüchtlinge und „illegale Emigranten“ dazu kommen. So verpflege, betreue und unterrichte die NSDAP und SS schon jetzt in verschiedenen sogenannten „N. S. V. - Lagern“ 40 000 Personen, die für den kommenden Einsatz im antibolschewistischen Kampf bereitstehen. Es muss jedoch bemerkt werden, dass die Faschisten die Ukrainer nur für ihr strategisches Ziel ausnutzen wollten. Die „Deutsche Ukraine-Zeitung, Luzk, vom 5 . Januar 1942 sprach das offen aus: „Mit der Eroberung der Ukraine wurde Deutschland und mit ihm Europa endgültig blockadefest.“ Dieses Gebiet der UdSSR sollte den deutschen Faschisten und ihrem SS-Europa als der Lieferant von Nahrungsmitteln und Hilfskräften, mit denen man „deutsches Blut schone“, dienen. Unter Arlt wuchsen in den einzelnen Distrikten des besetzten Polen Judenreferate, die alle begannen, Juden zu kennzeichnen, zu registrieren und in Gettos zu sperren. Gauamtsleiter Arlt erhielt wegen seiner Aktivität für das System des Massenmordes im Juli 1940 noch das Amt eines Schulungsleiters der Partei der NSDAP im besetzten Polen. 6
  • 7. Arlt engagierte sich auch im vom Generalgouverneur Frank gegründeten „Institut für deutsche Ostarbeit“, einer ideologisch und politischen Stabsstelle. Auf Konferenzen, wie der im Juni 1940, propagierten Prof. Dr. Aubin, Dr. Seraphim, Prof. Dr. Oberländer und Dr. Arlt, unter großen Beifall der mehrheitlich versammelten SS-Führer, eine angeblich notwendige „Säuberung“, „Kolonisierung“ sowie „Germanisierung“ der Ostgebiete und des gesamten Ostens und Südosten Europas. Am 24. September 1940, so die „Krakauer Zeitung“, empfing Generalgouverneur Dr. Frank den Pg. Gauamtsleiter Arlt. Er dankte diesem ihm für seinen „vorbildlichen Aufbau“ seines Bereiches und die Leistungen als Schulungsleiter der NSDAP. Dann gratulierte er Arlt zur Beförderung zum SS-Sturmbannführer und Stabsführer sowie Beauftragten des Reichsführers SS, Himmler, im Bereich des Reichskommissars für die Festigung des deutschen Volkes. Arlt wechselte, von Himmler angefordert, in den neuen Reichsgau Oberschlesien, wo er besonders in den großen aus Polen einverleibten Gebieten, die polnische Bevölkerung zu verdrängen und die Germanisierung des gesamten Gaues zu fördern hatte. Zudem war die Vertreibung aller Juden aus dem Reichsgau oder ihre Einweisung in Arbeitslager oder KZ sein Aufgabengebiet. „Im Auftrag der Haupttreuhandstelle Ost und des Reichsführers SS, Reichskommissar für die Festigung des deutschen Volkstums, stellte Arlt 1942 eine Leitlinie für „Siedlung und Landwirtschaft in den Gebieten Oberschlesiens“ zusammen, die 1942 in Berlin erschien. Die Konzentration von deutschen Arbeitskräften war deshalb der wichtigste strategische Schwerpunkt, weil im Rahmen der „Wirtschaftlichen Neuordnung Europas“ in Oberschlesien, in einem angeblich nicht von Luftangriffen gefährdeten Raum, ein zweites Rüstungszentrum, neben dem Ruhrgebiet, der europäischen NS-Großraumwirtschaft, entstehen sollte. Bereits ab Frühjahr 1940 schwor der Reichsamtsleiter der NSDAP, Werner Daitz, die NS-Führer und Unternehmern in Oberschlesien auf diesen Kurs ein. 7
  • 8. In Oberschlesien leitete Pg. Oberbereichsleiter und Stabsführer Dr. Arlt das neugeschaffene Gauhauptamt für Volkstumsfragen und arbeitete mit den Dienstellen der NSDAP, besonders der SS eng zusammen. Gauleiter Fritz Bracht ernannte Arlt, so der „Gau Oberschlesien, NSG, Nationalsozialistischer Gau – Presse – Dienst“ Kattowitz, 258/42, vom 22., Juli 1942 zudem zum Gauschulungsleiter in Oberschlesien.. Für seine Taten im Sinne des Reichsführers SS bei der Vertreibung polnischer Bauern und Ansiedlung von Galiziendeutschen sowie anderen Volksdeutschen, den Aufbau eines „soldatischen Gaues“ und der Unterstützung der Rüstung, bekam Arlt schon im März 1941 großes Lob ausgesprochen. (Oberschlesische Wanderer, 23. März 1941) Die „Dienstalterslisten der Schutzstaffel der NSAP des SS-Personalhauptamtes“ führten Dr. Fritz Arlt ab 9. 11. 1941 als dem SS-Hauptamt/RKF (Reichskommissarführer) unmittelbar unterstellten SS-Obersturmbannführer. Zur „Festigung des deutschen Volkstums“ und der Vertreibung von Polen und Juden, gesellte sich die Kriegs- und Rassenpropaganda unter den neu angesiedelten Volksdeutschen. Dazu erklärte Gauleiter Bracht vor Volksdeutschen in Kattowitz, dass man gegen das „freche, arbeitsscheue Gesindel“ der Polen noch „zu loyal und großzügig“ sei, „dieses polnische Gesindel wird ausgemerzt werden“, der Rest der Polen müsse dann aus Oberschlesien verschwinden, so der „Oberschlesische Wanderer, Amtliches Organ der NSDAP“, vom 26. Januar 1942. Brachts Ankündigung erhielt den Rang einer „Führungsaufgabe“ . Vor allem ab Ende 1942 nahmen die Auftritte Arlts zur Belehrung und Ermahnungen der Parteigenossen über ihre Pflichten und Aufgaben zu. Dabei verkündete Arlt: „Das zukünftige Deutschland wird nationalsozialistisch und ewig sein!“ Als Gauleiter Bracht im März 1943 das „Zentralinstitut für Oberschlesischen Landesforschung“ in Kattowitz eröffnete, hielt Arlt ein Referat, in dem er die Forschung als 8
  • 9. Hilfsmittel für die NS-Propaganda einstufte, besonders aber für die „Eindeutschung“ der Gebiete um Kattowitz. Der Präsident des Führungsringes der Gesellschaft für europäische Wirtschaftsplanung und Großraumwirtschaft, Reichsamtsleiter der NSDAP, Werner Diatz drückte auf den Ausbau des neuen Industriezentrums in Oberschlesien. Am 1. Juli 1942 meldete „Der Oberschlesische Wanderer“, der Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion, Albert Speer besichtige das Zentrum der Industrie in Oberschlesien. Noch im Januar 1943 gründete die NSDAP eine Gauwirtschtaftskammer, die vorwiegend Generaldirektoren und Aufsichtsräte führten. Der Krieg verschlang immer mehr die dazu nötigen Arbeitskräfte. So begann die Gauleitung bereits ab 1941 verstärkt ausländische Arbeitskräfte nach Oberschlesien zu importieren. Im Herbst 1943 solle es 148 593 gewesen sein, die in 445 Arbeitslager, unter Betreuung der DAF, untergebracht waren. Zudem Verpflichtete die Gauleitung Polen zur Arbeit im industriellen Zentrum, die jedoch als rassisch minderwertige Arbeiter behandelt wurden und denen oft sogar die Todesstrafe drohte. Gleichzeitig warnten NS-Führer aber auch vor einer Polonisierung der Industriezentrums in Oberschlesiens. So wurden auch nicht alle Juden aus diesem Gau in KZ ausgewiesen, sondern in in Arbeitslagen „durch Arbeit vernichtet“. Alfred Rosenberg, Reichsleiter der NSDAP, Rassenpolitiker der NS-Führung und neu ernannter Reichsminister für die besetzten Ostgebiet, Prof. Dr. Walter Groß, Leiter des Rassenpoltischen Amtes der NSDAP, und einige SS-Führer mischten sich in die Politik in Oberschlesien ein und wollten eine schärfere Vernichtungspolitik von Juden und Polen in dem Reichsgau. Als auch der Krieg im Osten im Jahre 1943 immer verlustreicher und aussichtsloser wurde, delegierte das SS-Hauptamt Arlt, wie viel andere SS-Führer aus Ämtern, in eine SS-Kampfgruppe, um Kriegserfahrungen zu sammeln. 9
  • 10. Im Jahre 1943 wirkte er nur kurz nochmals in Oberschlesien, bevor in das SS-Hauptamt, mit nseinen Erfahrungen, nach Berlin zur Leitung der SS-Freiwilligendienststelle Ost (Balten, Ukrainer, Weißruthenen, Kosaken) berief. Das SS-Personalhauptamt führte Dr. Fritz Arlt in seiner Dienstaltersliste der Schutzstaffel der NSDAP, mit Stand vom 1. Oktober 1944, als SS- Obersturmbannführer, ausgezeichnet mit dem Ehrendegen und Dienstring der SS und der Dienststellung: Hauptamt RKF (Reichskommissarführer). In seinem „Lebenslauf“ gab Arlt an, anschließend bis 1945 eine ukrainischen SS-Einheit bis Kriegsende geführt zu haben, die er in den illegalen Kampf entließ. (Lebenslauf von Dr. Fritz Arlt in: Fritz Arlt, Polen-, Ukrainer-, Juden-Politik, Lindhorst 1995, S. 143 ff.) Dem von Arlt verfassten „Lebenslauf“ 1996 war besonders vermerkt, er habe schon 1945 für „die Amerikaner“ (dem Geheimdienst) „in Sachen ostpolitische Beziehungen/Psychologische Kriegführung“ gewirkt, das in einer Zeit, wo in Gebieten Polens und der Ukraine, mit Hilfe des US-Geheimdienstes von München aus, noch Krieg bis 1948 geführt wurde. Arlt stand auch im Dienste der von den US-Geheimdienst geschaffener Organisation Gehlen und trug den Decknamen „Werner“. (Angehörige von NS-Diensten im BND, Enzyklopädie Marjorie) Reinhard Gehlen, offiziell Chef der Abteilung Fremde Heere Ost der Wehrmacht, war laut Geheimer Kommandosache für Diversion in der UdSSR, besonders im Abschnitt Süd verantwortlich. Er setzte diese Arbeit unter amerikanischer Flagge fort und leitet nach 1956 den Bundesnachrichtendienst, der aus einer von den USA finanzierten Dienststelle entstand. Von 1949 bis 1953 beriet dann der SS-Obersturmbannführer und NS-Vernichtungsexperte im Stab des Bundeskanzleramtes des Dr. Konrad Adenauer in ostpolitischen Fragen, Problemen der Kriegsgefangenen und stellte Weichen für ehemalige Führungskräfte der Nazis. 10
  • 11. Professor Theodor Oberländer schickte zum Beispiel der amerikanische Geheimdienst in die Bundesregierung, wie der WDR mit einem Schreiben des CIA an Adenauer belegte. Arlt war nicht der einzige NS-Kriegsverbrecher, der für die Amerikaner für den kalten und einen möglichen neuen heißen Krieg gearbeitet hatte und Schlüsselpositionen in der Bundesregierung und anderen Institutionen des Landes besetzte. Hans Martin Schleyer, Mitglied der NSDAP, der SS und des SD, hatte Erfahrung bei der „Säuberung“ von Hochschulen, der Arisierung der Tschechischen Wirtschaft sowie ihre Einordnung in die Rüstung gesammelt. Er steig ab 1952 in der Daimler Führungs-Hierarchie auf. Unter seiner neuen Funktionen als Manager und Chef der größten Wirtschaftsverbände, machten wieder alte NS-Führungskräfte große Karriere. So wurden der SS-General, Einsatzgruppenleiter, Spitzenkraft des SD und NS-Rechtserneuerer, Prof. Reinhard Höhn, nach 1945 Chef der Harzburger Akademie, der SD-Chef für Gegnererkundung, Überwachung und geistige Kriegführung, Prof. Dr. Franz Alfred Six, Mitarbeiter der Harzburger Akademie, wie Lutz Hachmeister in seiner Biographie über Schleyer aufzeigte. Arlt ebenso großzügig gefördert, wurde 1954 Mitglied der Geschäftsführung im von den Wirtschaftsverbänden geförderten Deutschen Industrieinstitut, 1955 Mitglied der Geschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, verantwortlich für „Bildungs- und Jugend- und Gesellschaftspolitik“ sowie Geschäftsführer der Walter- Raymond-Stiftung. Der Stabsführer des Reichskommissars Himmler, SS-Führer, Architekt und Organisator des Holocaust und der Vertreibung im Osten, fanatischer Parteigenosse im Kampf gegen Demokratie und Parlamentarismus, war unter dem Freund von Helmut Kohl und Förderer von Kurt Biedenkopf, H. M. Schleyer, „verantwortlich“ für die Jugendpolitik und Gesellschaftsstrategie in der Bundesrepublik. Arlts „Leistungen“ zur Motivierung der 11
  • 12. Führungskräfte und der Jugend hob der „Jahresbericht“ der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände“ von 1974 ausdrücklich hervor. SS-Obersturmbannführer Arlt publizierte im „Zentralorgan“, „Der Arbeitgeber“, der Bundesvereinigung zu Bildungsfragen, gegen die „Emanzipation“ in der Pädagogik, gegen Linke, Liberale und gab im Sinne „einer Wende nach rechts“ Schriften heraus. Ab 1972 soll Arlt freier Unternehmensberater gewesen sein. Von 1992/93 an begann er eine Schrift unter dem Titel „Polen-, Ukrainer-, Juden-Politik“ vorzubereiten. In dieser Schrift polemisierte er gegen alle, die sich mit seiner NS-Tätigkeit und anderen ehemaligen NS-Führern unter den Führungskräften von Wirtschaft und Politik auseinander setzten. Seien Tätigkeit zur Erfassung der Juden in Leipzig, als Gauamtsleiter für Rassenfragen sowie Gauamtsleiter für die Schulung der NSDAP, als Oberbereichsleiter der NSDAP, seine Leistungen für Himmler sowie im SS-Hauptamt stellte er als „Unterstützung des Freiheitskampfes im Osten“ hin. Der Feind der Demokratie hatte sich als nun kalter Krieger zu Verbündeten und zum Helden des Westens verwandelt, weil er wieder dem Kampf gegen den „Osten“ diente. Die Schrift von Arlt, die 1975, viele Jahre nach der Wende erschien, trug den bezeichnenden Titel: „Polen-, Ukrainer-, Juden - Politik im Generalgouvernement für die besetzte polnische Gebiete 1939/40 und in Oberschlesien 1941/43 und im Freiheitskampf der unterdrückten Ostvölker“. Damit bekannte sich Arlt als eine Schlüsselfigur aus der Bundesrepublik, zur Fortsetzung des Diversion im Osten. Prof. Dr. O. Seifert, ergänzt Ende 2013 12