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Die Rolle des freiwilligen
Ökostrommarkts
Dominik Seebach
Freiburg, 27. September 2013
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Welche Rolle spielt das Öko-Institut
beim Thema Ökostrom?
● Zahlreiche Forschungsprojekte zu den Themen Ökostrom und
Stromkennzeichnung (u.a. Qualitätskriterien, Bilanzierungs- und
Nachweisverfahren)
● Mitglied des EnergieVision e.V.:
Vergabe des Gütesiegels ok-power gemeinsam mit
der Verbraucherzentrale NRW
● Deutscher „Issuing Body“ des European Energy
Certificate System EECS (bis Ende 2013):
Überwachung und Weiterentwicklung eines
Bilanzierungssystems für Erneuerbaren-Strom
● Erstellung der EcoTopTen-Empfehlungslisten,
u.a. für Ökostrom
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Was ist eigentlich Ökostrom?
● Es gibt keine allgemeingültige Definition der Begriffe
‒ Ökostrom
‒ Grüner Strom
‒ Sauberer Strom
● Ökostrom aus Umweltsicht ist etwas anderes als Ökostromprodukte
aus Verbrauchersicht
‒ Umweltsicht: entscheidend ist die Art der Stromerzeugung hinsichtlich der
genutzten Technologien und Brennstoffe
● Erneuerbare Energien, ggf. Kraft-Wärme-Kopplung
● weitere Anforderungen, z.B. an umweltfreundliche Wasserkraft, nachhaltige Biomassenutzung
‒ Verbrauchersicht: entscheidend ist, ob sich durch die Wahl eines
Angebots ein zusätzlicher Beitrag zur Energiewende geleistet wird;
bisher wurde hier v.a. der weitere Ausbau von EE-Erzeugung gefordert
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Instrumente für Transparenz auf dem Strommarkt
 Stromkennzeichnung  Gütesiegel für Ökostrom
Die Pflicht –
"sanftes" Instrument zu
Verbrauchersensibilisierung
Die Kür –
wertende Aussage zum
ökologischen Nutzen
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Marktentwicklung in Deutschland
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2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012
Ökostromabsatz(TWh)
Ökostromabsatz
Gewerbe-Kunden
PHH-Kunden
Quelle: E&M Ökostromumfragen, Berechnungen Öko-Institut
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Entwicklung der ok-power zertifizierten Strommengen
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0
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2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
ZertifizierteStrommenge[TWh]
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Anteil Ökostrom am Stromverbrauch in Deutschland
0%
1%
2%
3%
4%
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7%
8%
9%
10%
2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Marktanteil
Marktanteil Ökostrom
Anteil Ökostrom PHH-Kunden am gesamten
Stromverbrauch der Haushalte
Anteil Ökostrom gesamt am gesamten
Nettostromverbrauch in DE
Quelle: E&M Ökostromumfragen, Berechnungen Öko-Institut
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Rückblick –
die Entstehung des freiwilligen Ökostrommarktes
● Liberalisierung als Geburtsstunde von Ökostrom-Angeboten /-
Unternehmen
● Motivatoren:
‒ Verbraucher: Anti-Atom Protest / politische Ausdrucksmöglichkeit
‒ Reine Ökostromanbieter: Lücke im bisherigen Monopolmarkt
‒ Tarif-Anbieter: Reaktion auf Nachfrage und Wettbewerbsdruck
‒ Umweltverbände: Willkommende neue Akteure in der
Energiewende
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Gesellschaftlich
- Ökostrombezug als politisches Signal
- Schaffung von Vertrauen in Versorgung mit
Ökostrom
Marktwirtschaftlich
- Förderung des Wettbewerbs
- Belebung des internationalen Handels
Ökologisch
- Ausbau von EE-Anlagen
- Maßstab für die Glaubwürdigkeit des Angebots
Nutzen der Ökostromangebote
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Aktuelle Situation des freiwilligen Ökostrommarktes
Politische Situation
• Fest EE-Ziele in der EU bis 2020 mit gutem Fortschritt
• Andere Handlungsfelder der Energiewende hinter Plan
Energiewirtschaftliche Situation
• Fast ausschließlicher Bezug von Wasserkraft aus NO, AT
und CH
• Neuanlagen überwiegend aus NO, ab 2015 deutliche
Verknappung
Marktsituation
• Ökostrom ist Mainstream (fast alle 900 Anbieter haben
Öko-Tarif)
• Wachsende Preissensibilität durch steigende EEG-
Umlage
Welche Rolle, welchen Sinn soll Ökostrombezug in Zukunft haben?
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Zukunfts-
optionen
Länder mit
großem EE-
Potential?
Naturschutz-
maßnahmen
integrieren?
Veränderte
Neuanlagen-
Definition?
Länder mit
unzulänglichem
Fördersystem?
Neue
Handlungsfelder
der
Energiewende!
Wie bewerten &
zertifizieren?
Mögliche zukünftige Schwerpunkte für Ökostromakteure
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Fazit
● Ökostrom ist der Nische entwachsen - Anbieter müssen sich
deutlicher von Angeboten ohne wirklichen Beitrag zur
Energiewende abgrenzen
● Konkrete Bewertung einzelner Angebote ist schwierig – hier
müssen Labels, Verbraucherschutz- und Umweltverbände eine
aktive Rolle einnehmen
● Der beste Ökostrom ist der Strom, der gar nicht verbraucht
wird!
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Die Rolle des freiwilligen Ökostrommarkts

  • 1.
    www.oeko.de Die Rolle desfreiwilligen Ökostrommarkts Dominik Seebach Freiburg, 27. September 2013
  • 2.
    2 www.oeko.de Welche Rolle spieltdas Öko-Institut beim Thema Ökostrom? ● Zahlreiche Forschungsprojekte zu den Themen Ökostrom und Stromkennzeichnung (u.a. Qualitätskriterien, Bilanzierungs- und Nachweisverfahren) ● Mitglied des EnergieVision e.V.: Vergabe des Gütesiegels ok-power gemeinsam mit der Verbraucherzentrale NRW ● Deutscher „Issuing Body“ des European Energy Certificate System EECS (bis Ende 2013): Überwachung und Weiterentwicklung eines Bilanzierungssystems für Erneuerbaren-Strom ● Erstellung der EcoTopTen-Empfehlungslisten, u.a. für Ökostrom
  • 3.
    3 www.oeko.de Was ist eigentlichÖkostrom? ● Es gibt keine allgemeingültige Definition der Begriffe ‒ Ökostrom ‒ Grüner Strom ‒ Sauberer Strom ● Ökostrom aus Umweltsicht ist etwas anderes als Ökostromprodukte aus Verbrauchersicht ‒ Umweltsicht: entscheidend ist die Art der Stromerzeugung hinsichtlich der genutzten Technologien und Brennstoffe ● Erneuerbare Energien, ggf. Kraft-Wärme-Kopplung ● weitere Anforderungen, z.B. an umweltfreundliche Wasserkraft, nachhaltige Biomassenutzung ‒ Verbrauchersicht: entscheidend ist, ob sich durch die Wahl eines Angebots ein zusätzlicher Beitrag zur Energiewende geleistet wird; bisher wurde hier v.a. der weitere Ausbau von EE-Erzeugung gefordert
  • 4.
    4 www.oeko.de Instrumente für Transparenzauf dem Strommarkt  Stromkennzeichnung  Gütesiegel für Ökostrom Die Pflicht – "sanftes" Instrument zu Verbrauchersensibilisierung Die Kür – wertende Aussage zum ökologischen Nutzen
  • 5.
    5 www.oeko.de Marktentwicklung in Deutschland 0 5 10 15 20 25 30 20042005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Ökostromabsatz(TWh) Ökostromabsatz Gewerbe-Kunden PHH-Kunden Quelle: E&M Ökostromumfragen, Berechnungen Öko-Institut
  • 6.
    6 www.oeko.de Entwicklung der ok-powerzertifizierten Strommengen 0,1 0,3 0,5 0,6 0,6 1,0 3,2 3,9 4,3 5,0 6,2 6,4 0 1 2 3 4 5 6 7 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 ZertifizierteStrommenge[TWh]
  • 7.
    7 www.oeko.de Anteil Ökostrom amStromverbrauch in Deutschland 0% 1% 2% 3% 4% 5% 6% 7% 8% 9% 10% 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 Marktanteil Marktanteil Ökostrom Anteil Ökostrom PHH-Kunden am gesamten Stromverbrauch der Haushalte Anteil Ökostrom gesamt am gesamten Nettostromverbrauch in DE Quelle: E&M Ökostromumfragen, Berechnungen Öko-Institut
  • 8.
    8 www.oeko.de Rückblick – die Entstehungdes freiwilligen Ökostrommarktes ● Liberalisierung als Geburtsstunde von Ökostrom-Angeboten /- Unternehmen ● Motivatoren: ‒ Verbraucher: Anti-Atom Protest / politische Ausdrucksmöglichkeit ‒ Reine Ökostromanbieter: Lücke im bisherigen Monopolmarkt ‒ Tarif-Anbieter: Reaktion auf Nachfrage und Wettbewerbsdruck ‒ Umweltverbände: Willkommende neue Akteure in der Energiewende
  • 9.
    9 www.oeko.de Gesellschaftlich - Ökostrombezug alspolitisches Signal - Schaffung von Vertrauen in Versorgung mit Ökostrom Marktwirtschaftlich - Förderung des Wettbewerbs - Belebung des internationalen Handels Ökologisch - Ausbau von EE-Anlagen - Maßstab für die Glaubwürdigkeit des Angebots Nutzen der Ökostromangebote
  • 10.
    10 www.oeko.de Aktuelle Situation desfreiwilligen Ökostrommarktes Politische Situation • Fest EE-Ziele in der EU bis 2020 mit gutem Fortschritt • Andere Handlungsfelder der Energiewende hinter Plan Energiewirtschaftliche Situation • Fast ausschließlicher Bezug von Wasserkraft aus NO, AT und CH • Neuanlagen überwiegend aus NO, ab 2015 deutliche Verknappung Marktsituation • Ökostrom ist Mainstream (fast alle 900 Anbieter haben Öko-Tarif) • Wachsende Preissensibilität durch steigende EEG- Umlage Welche Rolle, welchen Sinn soll Ökostrombezug in Zukunft haben?
  • 11.
    11 www.oeko.de Zukunfts- optionen Länder mit großem EE- Potential? Naturschutz- maßnahmen integrieren? Veränderte Neuanlagen- Definition? Ländermit unzulänglichem Fördersystem? Neue Handlungsfelder der Energiewende! Wie bewerten & zertifizieren? Mögliche zukünftige Schwerpunkte für Ökostromakteure
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    12 www.oeko.de Fazit ● Ökostrom istder Nische entwachsen - Anbieter müssen sich deutlicher von Angeboten ohne wirklichen Beitrag zur Energiewende abgrenzen ● Konkrete Bewertung einzelner Angebote ist schwierig – hier müssen Labels, Verbraucherschutz- und Umweltverbände eine aktive Rolle einnehmen ● Der beste Ökostrom ist der Strom, der gar nicht verbraucht wird!
  • 13.
    www.oeko.de Vielen Dank fürIhre Aufmerksamkeit! Haben Sie noch Fragen? ?