SlideShare ist ein Scribd-Unternehmen logo
Ausgabe 09
Dezember 2010 –
Februar 2011
Deutschland € 11 • Österreich € 12,30
Luxemburg € 13,00 • Schweiz sfr 22,50
HIFI-STARS-Technik-Musik-LebensartAusgabe09-Dezember2010/Februar2011
ISSN 1867-5166
www.hifi-stars.de
Titel_4_10.qxd 12.11.2010 20:37 Uhr Seite 1
9
W
enn man beim Namen Restek an Pho-
noverstärker denkt, fällt einem sofort
der begeisternde EMAS ein (siehe HS
07). Soviel Komfort wie diese Vorstufe bietet der
kleinere Bruder MRIA+ nicht. Muß er auch nicht,
denn wenn es lediglich darum geht, die zarten Si-
gnale eines (!) Tonabnehmers zu übertragen, reicht
diese Version des hessischen Herstellers völlig aus.
Im Äußeren ist dieser Phonoverstärker im Midi-
Format mit seinen Abmessungen von 285 x 64 x
330 mm (B x H x T) eindeutig sofort als Restekge-
rät identifizierbar. Obwohl kompakt in der Form,
Restek Phonovorstufe MRIA+
Großer Kleiner
kommen rund 4 kg an Gewicht zusammen; es gibt
schließlich nur zwei Gehäuseserien (die selbst ge-
fertigt werden). Immer kennzeichnen klare Kon-
turen das bleibende Design. Eine Punktmatrix bil-
det das Display, wählbar in den Farben rot, grün
oder blau und paßt wunderbar zum sachlichen
Auftritt des Gerätes. Die bei Restek übliche Front-
plattenauswahl in Alu-schwarz-matt, verchromt
(100 Euro Aufpreis, so wie auch die Version in po-
liertem Acryl), ist absolut ausreichend. Unsere
Version im schlichten schwarz-matt mit blauem
Display, welches sich übrigens entweder mit dem
herrlich laufenden Multifunktionswähler - oder
per Fernbedienung - abschalten läßt, sieht für mei-
ne Begriffe unglaublich cool aus. Außen paßt so-
weit alles - mir ist dieses firlefanzlose Design oh-
nehin sehr recht. Ich bin eher Detailfan und siehe
da - der MRIA+ ist mit einer Lautstärkeregelfunk-
tion ausgestattet! Knallharte Puristen (quasi High-
End-FKKler) könnten somit entweder eine Kette
aus Plattenspieler, Phonovorverstärker und Aktiv-
lautsprechern aufbauen - oder alternativ den Weg
über Endstufen gehen, um damit Passivlaut-
sprecher zu betreiben. Letzters hat der Autor auch
zusammen mit den beiden Mono-Endstufen Re-
stek Extract ausprobiert und ich warne Neugierige
- das ist ja komplett abgefahren ... später mehr.
10
Anpassung - technisch gemeint
Zunächst einige wichtige Details: Die notwendige
Anpassung des Phonoeingangssignals wird mit
dem altbekannten Mäuseklavier erledigt, welches
sich auf der Unterseite des Gerätes befindet. Die
Eingangimpedanz läßt sich in feinfühligen 10-
Ohm-Schritten von 50 Ohm bis 680 Ohm und 47
kOhm einstellen. Die Kapazität entsprechend in
50-pF-Schritten von 100 bis 600 pF. Die Verstär-
kung wirkt per Menü in Vier-Dezibel-Schritten
zwischen 32 dB und 64 dB. Diese Maximalleistung
reicht für so gut wie alle Tonabnehmer auf dem
Markt. Die schwächeren Signale wirklicher Exoten
sollten mit eigenem Übertrager „vorbehandelt“
werden. Als probate Vorgehensweise beim Ein-
stellen des erforderlichen Wertes hat sich die fol-
gende gezeigt: Den MRIA+ hochkant auf der Sei-
te positionieren und die Systemforderungen
grundeinstellen. Frei nach der alten bayerischen
Lebensphilosophie „a bisserl was geht immer“
tastete ich mich gehörmäßig an den für mein Ohr
exakt passenden Abschlußwert für den verwen-
denten Tonabnehmer (Clearaudio Stradivari)
heran. Unglaublich, was mit dieser Feinkorrektur
aus dem System herauszuholen ist. Ein Blick auf
die MRIA+-Testwerte des Labors zeigen es ohne-
hin schon auf. Strikt linear - und genau so hört
sich dieser Phonovorverstärker auch an.
11
Nachdem bei diesem Gerät die Lautstärke elektro-
nisch regelbar ist, haben wir es aufgeschraubt und
nachgesehen, wie die Restek-Mannen das denn so
machen... Der saubere Aufbau von außen setzt
sich konsequent im Inneren des Geräts fort. Man
sieht sofort, daß Restek hier ebenfalls für klares
Design steht. Die sauber strukturierte Platine be-
sitzt extrem rauscharme Operationsverstärker für
die RIAA-Entzerrung und die Ausgangsstufe.
Und siehe da - der Vorverstärkerausgang besteht
nicht (wie üblich) aus einem Potentiometer, hier ist
es eine aktive Stufe mit elektronischer (und daher
fernbedienbarer) Lautstärkeregelung. Es entsteht
kein Poti-Laufgeräusch (es gibt ja keines) und auch
kein Innenwiderstand, wie üblich in so einem
Bauteil... Hierin dürfte ebenfalls ein Teil des line-
aren Klanges des MRIA+ begründet liegen.
Auf der Rückseite des Gerätes befinden sich die
üblichen RCA/Cinch-Ein- und Ausgänge und
selbstverständlich eine solide Erdungsklemme.
Mit dem Schalter neben der Kaltgerätebuchse läßt
sich der MRIA+ komplett ausschalten. Je nach-
dem, wo der MRIA+ im Rack steht, geschieht dies
recht unkompliziert. Bei mir steht er On Top, ne-
ben dem Laufwerk und ist damit perfekt erreich-
bar. Verkabelt wurde er mit HMS Gran Finale -
wenn schon, denn schon.
Der Klang
Ist vom ersten Ton an „geradeaus“. Kalt aus dem
Karton, etwas herumgespielt mit den Werten,
Strom an und Musik marsch. „Was kostet der?“,
wurde ich vom beisitzenden Kollegen gefragt.
„Glatt einen Tausender“, lautete meine lakonische
Antwort. Tiefes Schweigen neben mir... Denn auf
das, was wir nun erleben sollten, waren wir wirk-
lich nicht gefaßt. Es gibt einige Vinylscheiben, die
sich in letzter Zeit beim Rezensenten als Maß der
Dinge herausgestellt haben. Dazu zählen Eva
Cassidy mit „Songbird“ (G1-10045), die Manger-
LP, Antonio Forcione Quartet in Concert (Naim
LP116), unbedingt die „Friday Night in San
Francisco“ mit Al Di Meola, John Mc Laughlin
und Paco De Lucia (Philips VPLP 001). Und für
die komplett Wahnsinnigen steht Charly Antolini
mit „Knock Out“ (Clearaudio JET33001) immer
wieder gerne auf dem Wunschprogramm. Hugh
Masekelas „Hope“ darf ebenfalls nicht fehlen und
die Klassikfraktion wird mit der Einspielung von
Sviatoslav Richter „Liszt, Concerto No.1 und
No.2“ (Speakers Corner) perfekt bedient.
In genau dieser Reihenfolge haben wir gehört. Tja
... bitte ersparen Sie mir den üblichen Klangreigen
á la „Triangel-Pling-Pling von hinten rechts und
dominante Posaune von vorne“, ebenso wie
„schön mittig stehende Sängerin mit klarem Aus-
druck in der Stimme“ (wo denn sonst?). Gehen
Sie hin und hören Sie selbst, denn ehrlich: Wir ha-
ben ganz selten einen derart sauber reproduzieren-
den Phonoverstärker gehört ... falsch: wir haben
ihn ja gar nicht gehört (!) - das ist das Perfekte da-
ran. Und dann noch zu diesem Preis? Der ist ja
fast schon unverschämt günstig! Ach ja - die direk-
te Version über die beiden Mono-Endstufen Re-
stek Extract ... ich bin dafür, daß in solchen Fällen
der Waffenschein für High-Ender eingeführt wird,
denn so stelle ich mir analoge Pornographie vor:
pur, direkt und völlig hemmungslos!
Auf den Punkt gebracht
Wer zu diesem Preis derartige Qualität
(drei Jahre Garantie sind obligatorisch) so-
wohl im Gehäuse als auch im Klang und dazu
noch lautstärkegeregelt haben will, der muß
lange suchen und vermutlich dann doch viel
mehr Geld ausgeben. Man kann die Suche
aber auch verkürzen und ganz einfach einen
Restek MRIA+ kaufen...
ALEXANDER ASCHENBRUNNER
Information
Restek Phonovorstufe MRIA+
Preis: ab 1000 €
Hersteller/Vertrieb:
Restek AG
Untere Feldstr. 13
D-34277 Fuldabrück
Tel.: 0561-42089
Fax: 0561-42080
E-Mail: info@restek.de
Internet: www.restek.de
Ein Klavier, ein
Klavier - ein
Mäuseklavier...!

Weitere ähnliche Inhalte

Andere mochten auch

Andere mochten auch (16)

RESTEK MRIA+ Phonovorverstärker Testbericht in lp April 2010
RESTEK MRIA+ Phonovorverstärker Testbericht in lp April 2010RESTEK MRIA+ Phonovorverstärker Testbericht in lp April 2010
RESTEK MRIA+ Phonovorverstärker Testbericht in lp April 2010
 
Testbericht RESTEK EXTRACT Monoverstärker in Audio Art Ausgabe 01 2016 chines...
Testbericht RESTEK EXTRACT Monoverstärker in Audio Art Ausgabe 01 2016 chines...Testbericht RESTEK EXTRACT Monoverstärker in Audio Art Ausgabe 01 2016 chines...
Testbericht RESTEK EXTRACT Monoverstärker in Audio Art Ausgabe 01 2016 chines...
 
Bedienungsanleitung RESTEK VECTOR Kopfhöreranschluss
Bedienungsanleitung RESTEK VECTOR KopfhöreranschlussBedienungsanleitung RESTEK VECTOR Kopfhöreranschluss
Bedienungsanleitung RESTEK VECTOR Kopfhöreranschluss
 
Produktblatt Restek EPAL Vollverstärker
Produktblatt Restek EPAL VollverstärkerProduktblatt Restek EPAL Vollverstärker
Produktblatt Restek EPAL Vollverstärker
 
Bedienungsanleitung RESTEK MINT Vollverstärker
Bedienungsanleitung RESTEK MINT VollverstärkerBedienungsanleitung RESTEK MINT Vollverstärker
Bedienungsanleitung RESTEK MINT Vollverstärker
 
Produktblatt RESTEK MINT Vollverstärker
Produktblatt RESTEK MINT VollverstärkerProduktblatt RESTEK MINT Vollverstärker
Produktblatt RESTEK MINT Vollverstärker
 
RESTEK Broschüre von 1992
RESTEK Broschüre von 1992RESTEK Broschüre von 1992
RESTEK Broschüre von 1992
 
Produktblatt RESTEK MRIA+ Phono Pre
Produktblatt RESTEK MRIA+ Phono PreProduktblatt RESTEK MRIA+ Phono Pre
Produktblatt RESTEK MRIA+ Phono Pre
 
Produktblatt RESTEK EDAB Tuner
Produktblatt RESTEK EDAB TunerProduktblatt RESTEK EDAB Tuner
Produktblatt RESTEK EDAB Tuner
 
Bedienungsanleitung RESTEK EXTENT Endverstärker
Bedienungsanleitung RESTEK EXTENT EndverstärkerBedienungsanleitung RESTEK EXTENT Endverstärker
Bedienungsanleitung RESTEK EXTENT Endverstärker
 
Produktblatt RESTEK EXTENT Endstufe
Produktblatt RESTEK EXTENT EndstufeProduktblatt RESTEK EXTENT Endstufe
Produktblatt RESTEK EXTENT Endstufe
 
Bedienungsanleitung RESTEK EXTRACT Endverstärker
Bedienungsanleitung RESTEK EXTRACT EndverstärkerBedienungsanleitung RESTEK EXTRACT Endverstärker
Bedienungsanleitung RESTEK EXTRACT Endverstärker
 
Produktblatt RESTEK EXTRACT Endstufe
Produktblatt RESTEK EXTRACT EndstufeProduktblatt RESTEK EXTRACT Endstufe
Produktblatt RESTEK EXTRACT Endstufe
 
Bedienungsanleitung RESTEK EDITOR Vorverstärker
Bedienungsanleitung RESTEK EDITOR VorverstärkerBedienungsanleitung RESTEK EDITOR Vorverstärker
Bedienungsanleitung RESTEK EDITOR Vorverstärker
 
Produktblatt RESTEK EDITOR Vorverstärker
Produktblatt RESTEK EDITOR VorverstärkerProduktblatt RESTEK EDITOR Vorverstärker
Produktblatt RESTEK EDITOR Vorverstärker
 
Testbericht RESTEK MTUN+ Tuner in HIFI STARS Juni 2013
Testbericht RESTEK MTUN+ Tuner in HIFI STARS Juni 2013Testbericht RESTEK MTUN+ Tuner in HIFI STARS Juni 2013
Testbericht RESTEK MTUN+ Tuner in HIFI STARS Juni 2013
 

Ähnlich wie Testbericht RESTEK MRIA+ Phonovorverstärker in HIFI STARS Dezember 2010

Ähnlich wie Testbericht RESTEK MRIA+ Phonovorverstärker in HIFI STARS Dezember 2010 (6)

Restek Radiant IV Testbericht in HIFI Stars 28 vom September 2015
Restek Radiant IV Testbericht in HIFI Stars 28 vom September 2015Restek Radiant IV Testbericht in HIFI Stars 28 vom September 2015
Restek Radiant IV Testbericht in HIFI Stars 28 vom September 2015
 
Testbericht Tuner RESTEK ESAT+ in HIFI STARS Juni 2019
Testbericht Tuner RESTEK ESAT+ in HIFI STARS Juni 2019Testbericht Tuner RESTEK ESAT+ in HIFI STARS Juni 2019
Testbericht Tuner RESTEK ESAT+ in HIFI STARS Juni 2019
 
Gerichtete Tieftonabstrahlung | Tonmeistertagung 2010
Gerichtete Tieftonabstrahlung | Tonmeistertagung 2010Gerichtete Tieftonabstrahlung | Tonmeistertagung 2010
Gerichtete Tieftonabstrahlung | Tonmeistertagung 2010
 
Präsentation tonanlagen
Präsentation tonanlagenPräsentation tonanlagen
Präsentation tonanlagen
 
Kt 3 10-exotic
Kt 3 10-exoticKt 3 10-exotic
Kt 3 10-exotic
 
Kt 3 10-exotic
Kt 3 10-exoticKt 3 10-exotic
Kt 3 10-exotic
 

Mehr von Hifi RESTEK

Bedienungsanleitung restek emas
Bedienungsanleitung restek emasBedienungsanleitung restek emas
Bedienungsanleitung restek emas
Hifi RESTEK
 

Mehr von Hifi RESTEK (18)

RESTEK_AG_Preisliste_2024_02_01_Endkunden
RESTEK_AG_Preisliste_2024_02_01_EndkundenRESTEK_AG_Preisliste_2024_02_01_Endkunden
RESTEK_AG_Preisliste_2024_02_01_Endkunden
 
Bedienungsanleitung RESTEK MPRE+
Bedienungsanleitung RESTEK MPRE+Bedienungsanleitung RESTEK MPRE+
Bedienungsanleitung RESTEK MPRE+
 
Bedienungshandbuch RESTEK MSAT+ DVBS Radio
Bedienungshandbuch RESTEK MSAT+ DVBS RadioBedienungshandbuch RESTEK MSAT+ DVBS Radio
Bedienungshandbuch RESTEK MSAT+ DVBS Radio
 
Bedienungshandbuch RESTEK MCAB+ DVBC Radio
Bedienungshandbuch RESTEK MCAB+ DVBC RadioBedienungshandbuch RESTEK MCAB+ DVBC Radio
Bedienungshandbuch RESTEK MCAB+ DVBC Radio
 
Bedienungshandbuch RESTEK ECAB+ DVBC Radio
Bedienungshandbuch RESTEK ECAB+ DVBC RadioBedienungshandbuch RESTEK ECAB+ DVBC Radio
Bedienungshandbuch RESTEK ECAB+ DVBC Radio
 
Bedienungshandbuch RESTEK ESAT+ DVBS Radio
Bedienungshandbuch RESTEK ESAT+ DVBS RadioBedienungshandbuch RESTEK ESAT+ DVBS Radio
Bedienungshandbuch RESTEK ESAT+ DVBS Radio
 
Testbericht RESTEK EXPONENT in Hifi Vision vom April 1990
Testbericht RESTEK EXPONENT in Hifi Vision vom April 1990Testbericht RESTEK EXPONENT in Hifi Vision vom April 1990
Testbericht RESTEK EXPONENT in Hifi Vision vom April 1990
 
Testbericht RESTEK EXPONENT in Hifi exklusiv 03 1990
Testbericht RESTEK EXPONENT in Hifi exklusiv 03 1990Testbericht RESTEK EXPONENT in Hifi exklusiv 03 1990
Testbericht RESTEK EXPONENT in Hifi exklusiv 03 1990
 
Form und funktion RESTEK Hifi Broschüre von 1995
Form und funktion RESTEK Hifi Broschüre von 1995Form und funktion RESTEK Hifi Broschüre von 1995
Form und funktion RESTEK Hifi Broschüre von 1995
 
Bedienungshandbuch RESTEK MINIRIA+
Bedienungshandbuch RESTEK MINIRIA+Bedienungshandbuch RESTEK MINIRIA+
Bedienungshandbuch RESTEK MINIRIA+
 
Bedienungsanleitung RESTEK MINIRIA Stand 2015
Bedienungsanleitung RESTEK MINIRIA Stand 2015Bedienungsanleitung RESTEK MINIRIA Stand 2015
Bedienungsanleitung RESTEK MINIRIA Stand 2015
 
Produktblatt RESTEK ESAT+
Produktblatt RESTEK ESAT+Produktblatt RESTEK ESAT+
Produktblatt RESTEK ESAT+
 
Produktblatt RESTEK ECAB+
Produktblatt RESTEK ECAB+Produktblatt RESTEK ECAB+
Produktblatt RESTEK ECAB+
 
RESTEK MAMS+ Audio Renderer Testbericht in HIFI STARS März 2015
RESTEK MAMS+ Audio Renderer Testbericht in HIFI STARS März 2015RESTEK MAMS+ Audio Renderer Testbericht in HIFI STARS März 2015
RESTEK MAMS+ Audio Renderer Testbericht in HIFI STARS März 2015
 
RESTEK EPOS CD-Player Testbericht in HIFI Stars Maerz 2009
RESTEK EPOS CD-Player Testbericht in HIFI Stars Maerz 2009RESTEK EPOS CD-Player Testbericht in HIFI Stars Maerz 2009
RESTEK EPOS CD-Player Testbericht in HIFI Stars Maerz 2009
 
RESTEK MDAC+ Testbericht in einsnull März 2010
RESTEK MDAC+ Testbericht in einsnull März 2010RESTEK MDAC+ Testbericht in einsnull März 2010
RESTEK MDAC+ Testbericht in einsnull März 2010
 
Produktblatt RESTEK MAMS+
Produktblatt RESTEK MAMS+Produktblatt RESTEK MAMS+
Produktblatt RESTEK MAMS+
 
Bedienungsanleitung restek emas
Bedienungsanleitung restek emasBedienungsanleitung restek emas
Bedienungsanleitung restek emas
 

Testbericht RESTEK MRIA+ Phonovorverstärker in HIFI STARS Dezember 2010

  • 1. Ausgabe 09 Dezember 2010 – Februar 2011 Deutschland € 11 • Österreich € 12,30 Luxemburg € 13,00 • Schweiz sfr 22,50 HIFI-STARS-Technik-Musik-LebensartAusgabe09-Dezember2010/Februar2011 ISSN 1867-5166 www.hifi-stars.de Titel_4_10.qxd 12.11.2010 20:37 Uhr Seite 1
  • 2. 9 W enn man beim Namen Restek an Pho- noverstärker denkt, fällt einem sofort der begeisternde EMAS ein (siehe HS 07). Soviel Komfort wie diese Vorstufe bietet der kleinere Bruder MRIA+ nicht. Muß er auch nicht, denn wenn es lediglich darum geht, die zarten Si- gnale eines (!) Tonabnehmers zu übertragen, reicht diese Version des hessischen Herstellers völlig aus. Im Äußeren ist dieser Phonoverstärker im Midi- Format mit seinen Abmessungen von 285 x 64 x 330 mm (B x H x T) eindeutig sofort als Restekge- rät identifizierbar. Obwohl kompakt in der Form, Restek Phonovorstufe MRIA+ Großer Kleiner
  • 3. kommen rund 4 kg an Gewicht zusammen; es gibt schließlich nur zwei Gehäuseserien (die selbst ge- fertigt werden). Immer kennzeichnen klare Kon- turen das bleibende Design. Eine Punktmatrix bil- det das Display, wählbar in den Farben rot, grün oder blau und paßt wunderbar zum sachlichen Auftritt des Gerätes. Die bei Restek übliche Front- plattenauswahl in Alu-schwarz-matt, verchromt (100 Euro Aufpreis, so wie auch die Version in po- liertem Acryl), ist absolut ausreichend. Unsere Version im schlichten schwarz-matt mit blauem Display, welches sich übrigens entweder mit dem herrlich laufenden Multifunktionswähler - oder per Fernbedienung - abschalten läßt, sieht für mei- ne Begriffe unglaublich cool aus. Außen paßt so- weit alles - mir ist dieses firlefanzlose Design oh- nehin sehr recht. Ich bin eher Detailfan und siehe da - der MRIA+ ist mit einer Lautstärkeregelfunk- tion ausgestattet! Knallharte Puristen (quasi High- End-FKKler) könnten somit entweder eine Kette aus Plattenspieler, Phonovorverstärker und Aktiv- lautsprechern aufbauen - oder alternativ den Weg über Endstufen gehen, um damit Passivlaut- sprecher zu betreiben. Letzters hat der Autor auch zusammen mit den beiden Mono-Endstufen Re- stek Extract ausprobiert und ich warne Neugierige - das ist ja komplett abgefahren ... später mehr. 10 Anpassung - technisch gemeint Zunächst einige wichtige Details: Die notwendige Anpassung des Phonoeingangssignals wird mit dem altbekannten Mäuseklavier erledigt, welches sich auf der Unterseite des Gerätes befindet. Die Eingangimpedanz läßt sich in feinfühligen 10- Ohm-Schritten von 50 Ohm bis 680 Ohm und 47 kOhm einstellen. Die Kapazität entsprechend in 50-pF-Schritten von 100 bis 600 pF. Die Verstär- kung wirkt per Menü in Vier-Dezibel-Schritten zwischen 32 dB und 64 dB. Diese Maximalleistung reicht für so gut wie alle Tonabnehmer auf dem Markt. Die schwächeren Signale wirklicher Exoten sollten mit eigenem Übertrager „vorbehandelt“ werden. Als probate Vorgehensweise beim Ein- stellen des erforderlichen Wertes hat sich die fol- gende gezeigt: Den MRIA+ hochkant auf der Sei- te positionieren und die Systemforderungen grundeinstellen. Frei nach der alten bayerischen Lebensphilosophie „a bisserl was geht immer“ tastete ich mich gehörmäßig an den für mein Ohr exakt passenden Abschlußwert für den verwen- denten Tonabnehmer (Clearaudio Stradivari) heran. Unglaublich, was mit dieser Feinkorrektur aus dem System herauszuholen ist. Ein Blick auf die MRIA+-Testwerte des Labors zeigen es ohne- hin schon auf. Strikt linear - und genau so hört sich dieser Phonovorverstärker auch an.
  • 4. 11 Nachdem bei diesem Gerät die Lautstärke elektro- nisch regelbar ist, haben wir es aufgeschraubt und nachgesehen, wie die Restek-Mannen das denn so machen... Der saubere Aufbau von außen setzt sich konsequent im Inneren des Geräts fort. Man sieht sofort, daß Restek hier ebenfalls für klares Design steht. Die sauber strukturierte Platine be- sitzt extrem rauscharme Operationsverstärker für die RIAA-Entzerrung und die Ausgangsstufe. Und siehe da - der Vorverstärkerausgang besteht nicht (wie üblich) aus einem Potentiometer, hier ist es eine aktive Stufe mit elektronischer (und daher fernbedienbarer) Lautstärkeregelung. Es entsteht kein Poti-Laufgeräusch (es gibt ja keines) und auch kein Innenwiderstand, wie üblich in so einem Bauteil... Hierin dürfte ebenfalls ein Teil des line- aren Klanges des MRIA+ begründet liegen. Auf der Rückseite des Gerätes befinden sich die üblichen RCA/Cinch-Ein- und Ausgänge und selbstverständlich eine solide Erdungsklemme. Mit dem Schalter neben der Kaltgerätebuchse läßt sich der MRIA+ komplett ausschalten. Je nach- dem, wo der MRIA+ im Rack steht, geschieht dies recht unkompliziert. Bei mir steht er On Top, ne- ben dem Laufwerk und ist damit perfekt erreich- bar. Verkabelt wurde er mit HMS Gran Finale - wenn schon, denn schon. Der Klang Ist vom ersten Ton an „geradeaus“. Kalt aus dem Karton, etwas herumgespielt mit den Werten, Strom an und Musik marsch. „Was kostet der?“, wurde ich vom beisitzenden Kollegen gefragt. „Glatt einen Tausender“, lautete meine lakonische Antwort. Tiefes Schweigen neben mir... Denn auf das, was wir nun erleben sollten, waren wir wirk- lich nicht gefaßt. Es gibt einige Vinylscheiben, die sich in letzter Zeit beim Rezensenten als Maß der Dinge herausgestellt haben. Dazu zählen Eva Cassidy mit „Songbird“ (G1-10045), die Manger- LP, Antonio Forcione Quartet in Concert (Naim LP116), unbedingt die „Friday Night in San Francisco“ mit Al Di Meola, John Mc Laughlin und Paco De Lucia (Philips VPLP 001). Und für die komplett Wahnsinnigen steht Charly Antolini mit „Knock Out“ (Clearaudio JET33001) immer wieder gerne auf dem Wunschprogramm. Hugh Masekelas „Hope“ darf ebenfalls nicht fehlen und die Klassikfraktion wird mit der Einspielung von Sviatoslav Richter „Liszt, Concerto No.1 und No.2“ (Speakers Corner) perfekt bedient. In genau dieser Reihenfolge haben wir gehört. Tja ... bitte ersparen Sie mir den üblichen Klangreigen á la „Triangel-Pling-Pling von hinten rechts und dominante Posaune von vorne“, ebenso wie „schön mittig stehende Sängerin mit klarem Aus- druck in der Stimme“ (wo denn sonst?). Gehen Sie hin und hören Sie selbst, denn ehrlich: Wir ha- ben ganz selten einen derart sauber reproduzieren- den Phonoverstärker gehört ... falsch: wir haben ihn ja gar nicht gehört (!) - das ist das Perfekte da- ran. Und dann noch zu diesem Preis? Der ist ja fast schon unverschämt günstig! Ach ja - die direk- te Version über die beiden Mono-Endstufen Re- stek Extract ... ich bin dafür, daß in solchen Fällen der Waffenschein für High-Ender eingeführt wird, denn so stelle ich mir analoge Pornographie vor: pur, direkt und völlig hemmungslos! Auf den Punkt gebracht Wer zu diesem Preis derartige Qualität (drei Jahre Garantie sind obligatorisch) so- wohl im Gehäuse als auch im Klang und dazu noch lautstärkegeregelt haben will, der muß lange suchen und vermutlich dann doch viel mehr Geld ausgeben. Man kann die Suche aber auch verkürzen und ganz einfach einen Restek MRIA+ kaufen... ALEXANDER ASCHENBRUNNER Information Restek Phonovorstufe MRIA+ Preis: ab 1000 € Hersteller/Vertrieb: Restek AG Untere Feldstr. 13 D-34277 Fuldabrück Tel.: 0561-42089 Fax: 0561-42080 E-Mail: info@restek.de Internet: www.restek.de Ein Klavier, ein Klavier - ein Mäuseklavier...!