Referat Tgs Kritische MäNnerforschung

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Referat Tgs Kritische MäNnerforschung

  1. 1. Kritische Männerforschung Referat von Kathrin Schmitt 20. Juni 2007
  2. 2. Kritische Männerforschung „Mag sein, dass es Frauen gibt, die klüger sind als Männer – aber davon wird die Küche auch nicht sauber.“ (Jerry Lewis, amerikanischer Schauspieler)
  3. 3. Kritische Männerforschung Problematik: Dem modernen Mann gelingt es nicht mehr so gut wie noch seinem Vater, einer Frau plausibel zu machen, dass es einfach nicht im Plan der Natur vorgesehen ist, dass ein Mann in der Küche steht, das Waschbecken sauber macht oder gar eine Waschmaschine bedient.
  4. 4. Kritische Männerforschung Warum?
  5. 5. Historischer Rückblick 5. Jahrhundert v. Chr. Mythos vom androgynen Urmenschen (Platon ) Kugelgestalt in drei Varianten: 1. Doppelmann 2. Doppelfrau 3. Mann - Weib
  6. 6. Historischer Rückblick ~ 4. Jahrhundert n. Chr. Subordinationsmodell (Theologie, bes. Augustin) 18. Jahrhundert Polaritätsmodell (Humboldt u. a.) Romantik und Idealismus
  7. 7. Historischer Rückblick 19. Jahrhundert: Drei Entwicklungen 1. Antibürgerliche Emanzipationsbewegung (Marx) - die Frau soll nicht mehr ökonomisch abhängig sein vom Mann - gleicher Arbeitszwang für alle - öffentliche, unentgeltliche Erziehung aller Kinder
  8. 8. Historischer Rückblick 2. Geschlechterpolitik Wilhelm II. Dt. Kaiser 1888 – 1918 - liebte Maskeraden - „kaiserliche Performanz“ statt Herrscherimage - „viel zu süßliche und weibliche Politik“ - mit Kriegsbeginn Wandel zum Kriegsherrn
  9. 9. Historischer Rückblick 3. Sigmund Freud - Projizierte eigene Migräneanfälle und nervöse Zustände auf Hysterikerinnen - Die Frage „Was will das Weib?“ lenkte von der eigentlichen Frage „Was will/ist der Mann?“ ab
  10. 10. Historischer Rückblick 20. Jahrhundert Frauenbewegung 1970er Jahre steter Prozess, bis heute ins 21. Jahrhundert andauernd gender-trouble male-trouble
  11. 11. Männerforschung Die Norm wird so lange nicht hinterfragt, bis es eine Abweichung gibt 1980er Jahre Beginn v. Männerforschung Indem die Frauen sich neu definierten, zwangen sie die Männer das gleiche zu tun Jeff Hearn schlägt Begriff „Critique of Men“ vor These, Männerforschung Sache von Frauen und Männern; Frauenforschung ausschließlich Frauensache
  12. 12. male trouble Wann ist ein Mann ein Mann?
  13. 13. Robert Connell ? Geschlechtsumwandlung zur Frau Robert W. Connell 1999 Redwin
  14. 14. Robert Connell Männlichkeit definieren bedeutet… über Geschlecht zu definieren ♂ ♀ polar
  15. 15. Robert Connell Vier Strategien zur Definition von Männlichkeit 1. Essentialistische Definitionen Aspekt als Grundprinzip von Männlichkeit Kritik: Wahl des Kriteriums willkürlich
  16. 16. Robert Connell 2. Positivistische Sozialwissenschaft Versuch, Fakten zu produzieren Kritik: subjektiv Festhalten am binären System Negierung von gender
  17. 17. Robert Connell 4. Semiotische Ansätze Männlichkeit wird durch ein System symbolischer Differenzen definiert (z. B. Phallus versus Mangel) Positiv: keine Willkür, keine Widersprüche Kritik: Außerhalb eines Systems von Geschlechterbeziehungen gibt es so etwas wie Männlichkeit gar nicht
  18. 18. Robert Connell 3. Normative Definitionen „Männlichkeit ist, wie Männer sein sollten“ Soziale Norm „Hypermaskulinität“ versus Realität (männliche Persönlichkeiten)
  19. 19. Robert Connell Definition von Männlichkeit Prozesse und Beziehungen, die Männer und Frauen ein vergeschlechtliches Leben führen lassen Männlichkeit ist eine Position im Geschlechterverhältnis Die Praktiken, durch die Männer und Frauen diese Position einnehmen und die Auswirkungen auf die körperliche Erfahrung, auf Persönlichkeit und Kultur
  20. 20. Robert Connell Das soziale Geschlecht als Struktur der sozialen Praxis Geschlecht ist diejenige Kategorie, die in unserer Gesellschaft am meisten determiniert, definiert und ordnet
  21. 21. Robert Connell Vier Beziehungen zwischen Männlichkeiten resp. flexible Handlungsmuster 1. Hegemonie (Vorherrschaft) 2. Unterordnung 3. Komplizenschaft 4. Marginalisierung (Bildung von Randgruppen)
  22. 22. Robert Connell 1. Hegemonie Autorität und Gewalt als Mittel historisch nicht auf eine Gruppe von Männern festgelegt
  23. 23. Robert Connell 2. Unterordnung Dominanz heterosexueller Männer Unterordnung homosexueller Männer Schwulsein wird oft mit Weiblichkeit gleichgesetzt
  24. 24. Robert Connell 3. Komplizenschaft „patriarchalische Dividende“ materiell immateriell Ansehen, Prestige, mehr Lohn… Verantwortung… Definitions- und Deutungsmacht
  25. 25. Robert Connell 4. Marginalisierung Rassenaspekte (Klassen, ethnische Gruppen) Einbuchtung Unterdrückung Aggression
  26. 26. Robert Connell Geschlecht als soziales Muster Biologie darf nicht von Sozialem abgetrennt werden Strukturen im steten Wandel erst seit dem 20. Jh. öffentliche Geschlechter- und Sexualitätspolitik
  27. 27. Robert Connell ♂ Erhaltung patriarchalischer Struktur ♀Veränderung patriarchalischer Struktur Jürgen Habermas: „Krisentendenz der modernen Geschlechterordnung“
  28. 28. Weinbergschnecke Ist die Rede von der Krise der Männlichkeit“ gerechtfertigt?
  29. 29. Empirie Michael Meuser Was wir als männlich begreifen, ist das Ergebnis bestimmter historischer, kultureller, ökonomischer und politischer Bedingungen. Drei Perspektiven: - traditionell - institutionalisiert - dekonstruiert
  30. 30. Empirie Michael Meuser Mann muss sich seines Mann-Seins bewusst sein, um selbstbewusst zu sein ein „Softie“ ist kein Mann wichtig ist die Akzeptanz durch die Frau homosoziale Männerwelt als Refugium aber: Mann muss sich mit der Frauenbewegung auseinandersetzen
  31. 31. Empirie Michael Meuser Konsequenzen: Wandel von Alltagssituationen Wandel von Sexualität
  32. 32. Empirie Michael Meuser These: Es muss sich lohnen mit Frauen auszukommen! Frage: Muss es sich lohnen mit Frauen auszukommen?
  33. 33. Quellen Basistexte Connell, Robert W. (2000) „Die soziale Organisation von Männlichkeit [1995].” Der gemachte Mann. Konstruktion und Krise von Männlichkeiten. Hg. Ursula Müller. Pladen: Leske + Budrich, 87–109. Meuser, Michael (1995) “Geschlechterverhältnisse und Maskulinitäten. Eine wissenssoziologische Perspektive.” Neue Horizonte? Sozialwissenschaftliche Forschung über Geschlechter und Geschlechterverhältnisse. Hg. Christof L. Armbruster et al. Opladen: Leske + Budrich, 107–134. Stephan, Inge(2003) “Im toten Winkel. Die Neuentdeckung des `ersten Geschlechts` durch men’s studies und Männlichkeitsforschung.” Männlichkeit als Maskerade. Kulturelle Inszenierungen vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Hg. Claudia Benthien/Inge Stephan. Köln: Böhlau, 11-35. Walter, Willi (2000) “Gender, Geschlecht und Männerforschung.” Gender Studien. Eine Einführung. Hg. Christina von Braun/Inge Stephan. Stuttgart: Metzler, 97-116.
  34. 34. Quellen Ergänzungen Fröhlich, Susanne; Kleis, Constanze: Deutsch – Mann, Mann – Deutsch. Männerverstehen leicht gemacht. Berlin und München, 2005. Theweleit, Klaus: Männerphantasien. Frankfurt am Main, 1986.

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