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Taiwan Aktuell #560, 31.12.2012

Ureinwohnerpartei gegründet Ma fordert Gerechtigkeit für Trostfrauen Premier Chen fordert wirtschaftliche Integration Taiwan begrüßt das neue Jahr

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Zweiwöchentliche Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der
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                      Herausgeber: Karl C.Y. Cheng, Chefredakteur: Bo-Sung Hsu Redaktion: Helga Doppler
                     Taipeh Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland, Büro München - Presseabteilung
                                     Sonnenstraße 25, 80331 München, Tel: 089-271 19 58, Fax: 271 32 02
                                        Email:helga.doppler@gmx.net, Internet: www.taiwanembassy.org.de




                      Ureinwohnerpartei gegründet

                      Ma fordert Gerechtigkeit für Trostfrauen

                      Premier Chen fordert wirtschaftliche Integration

                      Taiwan begrüßt das neue Jahr




                                                          Politik




                      Ureinwohnerpartei gegründet

                      Die Taiwan First Nations Party (TFNP), eine politische Organisation, die sich
                      der Förderung der Rechte der Ureinwohnervölker weltweit verschrieben hat, ist
                      am Mittwoch, den 12. Dezember 2012, offiziell in Taipeh Stadt gegründet
                      worden.

                      “Schon seit langer Zeit haben wir an der Gründung einer solchen Partei
                      gearbeitet,“ erklärte der Vorsitzende der TFNP Rungquan Lhkatafatu in einem
Nr. 560 31.12.2012    Telefoninterview mit Today Taiwan am 13. Dezember. Lhkatafatu selbst ist
   21. Jahrgang       Mitglied des Ureinwohnerstammes der Thao in Taiwan.
 ISSN 0945-618X
2

“Nach einer Reihe von Protestbewegungen im Jahr 1978 ist die Stimme unseres Volkes auf der
politischen Bühne verstummt,“ sagte er. “Auch wenn Mitglieder der Ureinwohnervölker im
Parlament sitzen oder als Regierungsbeamte tätig sind und der Rat für Ureinwohnervölker und
die zugehörigen Regierungsbehörden im Lauf der Jahre eingerichtet worden sind, haben wir
den Eindruck, dass eine auf uns ausgerichtete Vorzugspolitik von den politischen Machthabern
noch immer als Gefallen uns gegenüber verstanden wird.“

Lhkatafatu argumentierte kritisch, dass das Grundgesetz für die Völker der Ureinwohner, das im
Jahr 2005 in Kraft getreten ist sowie die Artikel in der Verfassung der Republik China, die das
Recht von Menschen unterschiedlicher ethnischer Gruppen garantieren, an den
Angelegenheiten der Regierung teilzuhaben, “bloße Lippenbekenntnisse ohne Substanz sind“.

“Mit der Gründung der TFNP hoffen wir, die Gesetze und Institutionen dieses Landes zu
verbessern durch eine direkte Teilnahme an politischen Prozessen sowie durch die Bewahrung
unserer Kulturen und Sprachen,“ führte Lhkatafatu weiter aus, und er fügte hinzu, eine
Möglichkeit dieses Ziel zu erreichen wäre, wenn in die Verfassung der Republik China ein
Abschnitt zu den Völkern der Ureinwohner aufgenommen werden würde.

Neben dem Kampf für die eigene Sache möchte sich die neue Partei in Zukunft auch für die
Belange anderer benachteiligter Gruppen wie beispielsweise Arbeiter, Veteranen und
Behinderte einsetzen, erklärte Lhkatafatu weiter und fügte abschließend hinzu, die
Mitgliedschaft in der Partei sei nicht den Ureinwohnern allein vorbehalten: “Wir wollen uns für
die gleichen Rechte und den Nutzen aller Menschen einsetzen.“
(taito)


Ma fordert Gerechtigkeit für Trostfrauen

Präsident Ma Ying-jeou hat am 09. Dezember 2012 erklärt, seine Regierung werde ihr
Möglichstes tun, um die ehemaligen sogenannten Trostfrauen aus Taiwan dabei zu
unterstützen die wichtigen historischen Beweise zu bewahren, die sie für ihren Kampf um
Wiedergutmachung gegen die japanische Regierung benötigen. Die Trostfrauen wurden im
Zweiten Weltkrieg vom japanischen Militär gezwungen, sich in eigens eingerichteten
Militärbordellen, den japanischen Militärangehörigen für sexuelle Dienste zur Verfügung zu
stellen.

Der Präsident gab diese Erklärungen im Rahmen der 11. Asiatischen Solidaritätskonferenz zur
Frage der sexuellen Versklavung durch das japanische Militär ab, die von der Taipei Women’s
Rescue Foundation abgehalten wurde, einer Hilfsorganisation für Frauen in Taipeh, die vor 20
Jahren ihre Arbeit aufgenommen hat. An der Konferenz nahmen auch Unterstützer aus
Festlandchina, den Philippinen und Südkorea teil sowie Vertreter mehrerer
Menschrechtsgruppen aus Japan, die sich für die Anliegen der ehemaligen Trostfrauen
einsetzen.

“Die sexuelle Versklavung asiatischer Frauen durch die japanischen Streitkräfte während des
Zweiten Weltkriegs ist eine anerkannte Tatsache,“ sagte Ma. “Im Jahr 1995 haben die Vereinten



                                                      TAIWAN AKTUELL Nr. 560 31.12.12
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Nationen die Trostfrauen als Sexsklavinnen des Militärs eingestuft doch die japanische
Regierung hat bisher keinerlei Fehlverhalten eingeräumt. Einige Politiker haben sogar
bestritten, dass das japanische Militär jemals Frauen zur Prostitution gezwungen hat oder sie
behaupten, die Beweislage dafür sei nicht ausreichend.“

Ungeachtet dessen hat die japanische Regierung im Jahr 1995 die Asiatische Stiftung für
Frieden und Freundschaft ins Leben gerufen und jeder der ehemaligen Trostfrauen 500 000
NT$ (umgerechnet knapp 13 000 Euro) angeboten, wenn sie im Gegenzug alle
Beschuldigungen gegenüber Japan fallen lassen.

Dieses Angebot war damals von den Frauen zurück gewiesen worden. Die Regierung der
Republik China und die Privatwirtschaft haben ihrerseits gemeinsam 38 Millionen NT$ (ca.
986 000 Euro) aufgebracht, um die Frauen bei einem Rechtsstreit gegen Japan finanziell zu
unterstützen. Von diesen Mitteln wurde jeder der Betroffenen eine Million NT$ (knapp 26 000
Euro) zur Verfügung gestellt.

“Geschichte kann vergeben werden, aber sie kann nicht vergessen werden. Nur wenn wir aus
den Fehlern der Vergangenheit lernen, können wir verhindern, dass sich Tragödien dieser Art
wiederholen,“ sagte Ma. Das Leugnen Japans verletzte die Menschen und verärgere sie, so
Ma. Schließlich hätten zahlreiche ehemalige Trostfrauen über das grobe Fehlverhalten des
japanischen Militärs Zeugnis abgelegt.

Zu ihnen zählt auch die heute 91-jährige Cheng Chen Tao aus Tainan. Sie war als Schülerin
auf dem Nachhauseweg vom Unterricht von einem japanischen Militärpolizisten ins Auto gezerrt
und dann nach Indien verschleppt worden, wo man sie in einem Militärbordell zur Prostitution
zwang. Sie habe sich nicht einmal von ihrer Familie verabschieden können. Als sie nach dem
Krieg nach Hause zurück kehrte, lebte nur noch ihr Onkel, der sie jedoch davonjagte mit der
Begründung, sie sei entehrt. Durch die zahlreichen inneren Verletzungen, die sie als
Prostituierte erlitten hatte, habe sie später keine Kinder bekommen können, woran ihre Ehe
zerbrach, erzählte Frau Cheng Chen weinend.

Präsident Ma forderte Japan nun erneut auf, sich seiner Geschichte zu stellen, sich bei den
Opfern zu entschuldigen und sie für die Sexversklavung durch das Militär zu entschädigen. “Ich
bin überzeugt, dass eine Entschuldigung und eine Entschädigung große Wirkung haben
könnten.

Auch die bei der Konferenz anwesenden Trostfrauen aus anderen Ländern kamen zu Wort.
Eine Frau von den Philippinen dankte Präsident Ma für seine Unterstützung und erklärte, sie
werde weiterhin um eine Entschuldigung der japanischen Regierung kämpfen.

Man müsse sicherstellen, dass nicht nur Menschen, die über 80 Jahre alt sind, noch wissen,
was den Trostfrauen angetan wurde, sondern dass auch die heute 40- und 50-Jährigen
informiert sind, erklärte eine Koreanerin, die damals ebenfalls als Sexsklavin vom japanischen
Militär missbraucht worden war. Auch sie forderte eine Entschuldigung und die Übernahme von
Verantwortung durch Japans Regierung.




                                                      TAIWAN AKTUELL Nr. 560 31.12.12
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Von den ursprünglich 58 Trostfrauen, die die Taipei Women’s Rescue Foundation bei ihrer
Gründung vor 20 Jahren betreute, leben heute nur noch acht. Erst im November war die bis
dahin älteste Überlebende im Alter von 95 Jahren in Taipeh verstorben.
(cp/fotai/taito/tt)




                                         Wirtschaft



Premier Chen fordert wirtschaftliche Integration

Taiwan müsse in der regionaler wirtschaftlichen Integration eine größere Rolle spielen, da dies
der Schlüssel für die Förderung des Handels und der nachhaltigen Entwicklung des Landes sei,
hat Premierminister Sean C. Chen am Samstag, den 22. Dezember 2012, gefordert.

“Die Integration der weltweiten Wirtschafts- und Handelssysteme geht immer schneller
vonstatten. Seit dem Jahr 2003 sind 337 Freihandelsabkommen unterzeichnet worden, davon
210 in den letzten neun Jahren,“ führte Chen aus. “Dieser Trend verdeutlicht, dass es nicht
allein eine Frage der Isolation ist, wenn Taiwan von dem Prozess ausgegrenzt wird, sondern
eine Frage von Leben und Tod.“

Der Premierminister formulierte diese Überlegungen im Rahmen einer Grundsatzrede während
eines Seminars an der Cheng Shiu Universität in Kaohsiung Stadt im Süden Taiwans.

Um sicherzustellen, dass Taiwan nicht von der regionalen wirtschaftlichen Integration
ausgeschlossen werde, visiere die Regierung der Republik China u.a. den Abschluss weiterer
Freihandelsabkommen mit den wichtigsten Handelspartnern des Landes ab sowie die
Einbeziehung Taiwans in regionale Handelsverträge wie darunter die Transpacific Partnership
(TPP) und die Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP).

Die TPP ist ein im Entstehen begriffenes Handelsabkommen zwischen Australien, Brunei,
Kanada, Chile, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur, Vietnam und den Vereinigten
Staaten. Weitere Länder wie Japan und Südkorea haben auch vor, den Gesprächen um das
anvisierte Abkommen beizutreten.

Die vom Verband Südostasiatischer Nationen, kurz ASEAN, angeregte RCEP umfasst 16
Volkswirtschaften, darunter Australien, Indien, Japan und Festlandchina. Sollte das Abkommen
in Kraft treten, dann wird der gebildete Handelsblock einen besseren Fluss von Waren und
Dienstleistungen ermöglichen und eine gemeinsame Wirtschaftsleistung von 20 Billionen US$
(ca. 15,1 Billionen Euro) umfassen, das würde in etwa einem Drittel der Weltwirtschaft
entsprechen.

“Ich bin der Meinung, dass Taiwans Beitritt zur TPP schneller über die Bühne gehen könnte als
der zur RCPE,“ sagte Chen. “Der Grund dafür ist, dass wir im Rahmen der Plattform für die



                                                      TAIWAN AKTUELL Nr. 560 31.12.12
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Asiatisch-pazifische wirtschaftliche Zusammenarbeit (APEC) im Lauf der Jahre enge
Beziehungen zu den meisten Mitgliedern der TPP gepflegt haben. Dagegen müssten wir auf die
Förderung des Austausches mit RCEP-Mitgliedern wie Kambodscha und Myanmar noch einige
Energie verwenden.“

Die Unterzeichnung weiterer Freihandelsabkommen werde die Basis, sein auf der Taiwan der
TPP und der RCEP werde beitreten können, erklärte der Premier. Er verwies in diesem
Zusammenhang auf die Vorgehensweise, die Singapur angewendet hatte, um die
Beitrittsverhandlungen zu den regionalen Abkommen vorzubereiten. Auch Singapur hatte im
Vorfeld Handelsabkommen geschlossen, die dann den Weg zu den Verhandlungen ebneten.

Laut Chen macht der Export 70 Prozent des Bruttoinlandsproduktes Taiwans aus. Im Jahr 2004
betrug das Exportvolumen über die Taiwan-Straße 64,8 Milliarden US$ (umgerechnet knapp 49
Milliarden Euro) und überstieg seinerzeit damit die 63 Milliarden US$ (ca. 47,6 Milliarden) von
ASEAN, so Chen. Nachdem im Jahr 2005 allerdings ein bilaterales Freihandelsabkommen mit
Festlandchina abgeschlossen worden war, schoss das ASEAN-Exportvolumen in die Höhe,
fügte er hinzu.

Im Hinblick auf die heimische Wirtschaft, erklärte Chen, sei es die Politik der Regierung
Unternehmen zu ermutigen, in solche Technologien zu investieren, die einen Mehrwert
schaffen, um auf diese Weise die Gehaltsstrukturen und den Arbeitsmarkt wettbewerbsfähiger
zu gestalten.

“Die Regierung würde außerdem vermehrte Investitionen in taiwanische Unternehmen
begrüßen, die in Festlandchina ansässig sind und mit Schlüsseltechnologien operieren. Dies
würde die Industriewerte flächendeckend fördern und gleichzeitig ein klarer Beleg sein für das
Engagement gegenüber Taiwan,“ erklärte Chen abschließend.
(taito)




                                        Gesellschaft



Taiwan begrüßt das neue Jahr

Obwohl das richtige Neujahrsfest für die Taiwaner, der nach dem Mondkalender berechnete
Jahresanfang, erst mit seinen sich über zwei Wochen hinziehenden Festlichkeiten und
Verwandtenbesuchen erst am 10. Februar 2013 (Neujahrstag) gefeiert wird, ist in ganz Taiwan
der Jahreswechsel mit Silvesterpartys und Feuerwerken begrüßt worden.

Vor dem Rathaus der Stadt Taipei versammelten sich laut Veranstaltern über 850.000
Besucher zur Silvesterparty und um das Feuerwerk am Taipei 101 zu sehen. Laut Berichten




                                                      TAIWAN AKTUELL Nr. 560 31.12.12
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verfolgten etwa drei Millionen die Veranstaltung im Internet über YouTube und die chinesische
Website Sina.

Vor dem Präsidialamt fand am frühen Morgen des 1. Januar 2013 in einer Zeremonie der
jährliche Fahnenappell mit dem feierlichen Hissen der Nationalflagge der Republik China zum
Jahresbeginn statt, im Anschluss daran hielt Präsident Ma Ying-jeou seine Neujahrsansprache.
In einem farbenfrohen Rahmenprogramm wurden unter anderem Volkstänze aufgeführt und es
traten Musik- und Gesangsgruppen auf.

Mehr als 700.000 Touristen wurden in der Hauptstadt zum Jahreswechsel erwartet. Eine
besondere touristische Attraktion dabei ist das Feuerwerk am vormals höchstem Gebäude der
Welt, dem Taipeher 101 Hochhaus, welches mit fünf Satelliten in die ganze Welt übertragen
wird. Am 101 Wolkenkratzer wurde erstmals im Jahr 2005 das neue Jahr mit einem Feuerwerk
begrüßt. Seitdem ist es zu einer festen Veranstaltung geworden, die verstärkt die
Aufmerksamkeit internationaler Medien auf sich zieht.

Eine beliebte Gewohnheit der Taiwaner am Neujahrsmorgen den Sonnenaufgang zu
beobachten, um die ersten Sonnenstrahlen des neuen Jahres zu genießen, war jedoch heuer
nicht von Erfolge gekrönt, denn in diesem Jahr hatten wenige in Taiwan das Glück, die ersten
Sonnenstrahlen des neuen Jahres sehen zu können. Der Himmel war in weiten Teilen des
Landes wolkenverhangen, nicht nur im regnerischen Taipeh und der Umgebung, auch in Mittel-
und Südtaiwan war der Himmel bedeckt. Trotzdem versammelten sich viele Menschen auch am
frühen Neujahrsmorgen 2013 zu den Sonnenaufgangspartys an beliebten Orten. Viele dick
vermummte Taiwaner waren auf den für seinen Sonnenaufgang und sein Wolkenmeer
bekannten Berg Ali gefahren um dort bei Temperaturen von nur knapp über dem Gefrierpunkt
auf den Sonnenaufgang zu warten. Sie hatten Glück, denn dort kam die Sonne morgens kurz
nach sieben, wenn auch nur einige minutenlang durch die Wolkendecke hindurch.

Zum Jahreswechsel haben in Taipeh etwa 2 Millionen Fahrgäste das U- und S-Bahnsystem
MRT genutzt. Das sind laut der soeben veröffentlichten Statistik der Stadtregierung von Taipeh
23.000 Fahrgäste mehr als im vergangenen Jahr. Zwischen dem 31. Dezember sechs Uhr
morgens und dem 1. Januar 2013 sechs Uhr morgens waren mehr als 1000 Mitarbeiter der
MRT und ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Die meisten der Fahrgäste fuhren am
Silvestermorgen zur großen Countdown-Party zum Rathaus von Taipeh.

Auch die Maokong Seilbahn, die auf das Maokong Gebirge bei Taipeh führt, nutzten 23.000
Passagiere, das sind gemäß der offiziellen Angaben 42 Prozent mehr als im vergangenen Jahr
zum Jahreswechsel.

Die Autobahnbehörden meldeten hohes Verkehrsaufkommen auf den Autobahnen seit Beginn
des langen Wochenendes am Samstag. Trotz kalter Temperaturen meldeten auch die
Veranstalter anderer öffentlicher Silvesterfeiern in ganz Taiwan hohe Besucherzahlen. In

diesem Jahr waren zum Jahreswechsel in Taiwan vier Tage frei, von Samstag bis einschließlich
Dienstag, den 1. Januar 2013.
(rit)



                                                      TAIWAN AKTUELL Nr. 560 31.12.12

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Taiwan Aktuell #560, 31.12.2012

  • 1. Zweiwöchentliche Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der Chi Republik China Herausgeber: Karl C.Y. Cheng, Chefredakteur: Bo-Sung Hsu Redaktion: Helga Doppler Taipeh Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland, Büro München - Presseabteilung Sonnenstraße 25, 80331 München, Tel: 089-271 19 58, Fax: 271 32 02 Email:helga.doppler@gmx.net, Internet: www.taiwanembassy.org.de Ureinwohnerpartei gegründet Ma fordert Gerechtigkeit für Trostfrauen Premier Chen fordert wirtschaftliche Integration Taiwan begrüßt das neue Jahr Politik Ureinwohnerpartei gegründet Die Taiwan First Nations Party (TFNP), eine politische Organisation, die sich der Förderung der Rechte der Ureinwohnervölker weltweit verschrieben hat, ist am Mittwoch, den 12. Dezember 2012, offiziell in Taipeh Stadt gegründet worden. “Schon seit langer Zeit haben wir an der Gründung einer solchen Partei gearbeitet,“ erklärte der Vorsitzende der TFNP Rungquan Lhkatafatu in einem Nr. 560 31.12.2012 Telefoninterview mit Today Taiwan am 13. Dezember. Lhkatafatu selbst ist 21. Jahrgang Mitglied des Ureinwohnerstammes der Thao in Taiwan. ISSN 0945-618X
  • 2. 2 “Nach einer Reihe von Protestbewegungen im Jahr 1978 ist die Stimme unseres Volkes auf der politischen Bühne verstummt,“ sagte er. “Auch wenn Mitglieder der Ureinwohnervölker im Parlament sitzen oder als Regierungsbeamte tätig sind und der Rat für Ureinwohnervölker und die zugehörigen Regierungsbehörden im Lauf der Jahre eingerichtet worden sind, haben wir den Eindruck, dass eine auf uns ausgerichtete Vorzugspolitik von den politischen Machthabern noch immer als Gefallen uns gegenüber verstanden wird.“ Lhkatafatu argumentierte kritisch, dass das Grundgesetz für die Völker der Ureinwohner, das im Jahr 2005 in Kraft getreten ist sowie die Artikel in der Verfassung der Republik China, die das Recht von Menschen unterschiedlicher ethnischer Gruppen garantieren, an den Angelegenheiten der Regierung teilzuhaben, “bloße Lippenbekenntnisse ohne Substanz sind“. “Mit der Gründung der TFNP hoffen wir, die Gesetze und Institutionen dieses Landes zu verbessern durch eine direkte Teilnahme an politischen Prozessen sowie durch die Bewahrung unserer Kulturen und Sprachen,“ führte Lhkatafatu weiter aus, und er fügte hinzu, eine Möglichkeit dieses Ziel zu erreichen wäre, wenn in die Verfassung der Republik China ein Abschnitt zu den Völkern der Ureinwohner aufgenommen werden würde. Neben dem Kampf für die eigene Sache möchte sich die neue Partei in Zukunft auch für die Belange anderer benachteiligter Gruppen wie beispielsweise Arbeiter, Veteranen und Behinderte einsetzen, erklärte Lhkatafatu weiter und fügte abschließend hinzu, die Mitgliedschaft in der Partei sei nicht den Ureinwohnern allein vorbehalten: “Wir wollen uns für die gleichen Rechte und den Nutzen aller Menschen einsetzen.“ (taito) Ma fordert Gerechtigkeit für Trostfrauen Präsident Ma Ying-jeou hat am 09. Dezember 2012 erklärt, seine Regierung werde ihr Möglichstes tun, um die ehemaligen sogenannten Trostfrauen aus Taiwan dabei zu unterstützen die wichtigen historischen Beweise zu bewahren, die sie für ihren Kampf um Wiedergutmachung gegen die japanische Regierung benötigen. Die Trostfrauen wurden im Zweiten Weltkrieg vom japanischen Militär gezwungen, sich in eigens eingerichteten Militärbordellen, den japanischen Militärangehörigen für sexuelle Dienste zur Verfügung zu stellen. Der Präsident gab diese Erklärungen im Rahmen der 11. Asiatischen Solidaritätskonferenz zur Frage der sexuellen Versklavung durch das japanische Militär ab, die von der Taipei Women’s Rescue Foundation abgehalten wurde, einer Hilfsorganisation für Frauen in Taipeh, die vor 20 Jahren ihre Arbeit aufgenommen hat. An der Konferenz nahmen auch Unterstützer aus Festlandchina, den Philippinen und Südkorea teil sowie Vertreter mehrerer Menschrechtsgruppen aus Japan, die sich für die Anliegen der ehemaligen Trostfrauen einsetzen. “Die sexuelle Versklavung asiatischer Frauen durch die japanischen Streitkräfte während des Zweiten Weltkriegs ist eine anerkannte Tatsache,“ sagte Ma. “Im Jahr 1995 haben die Vereinten TAIWAN AKTUELL Nr. 560 31.12.12
  • 3. 3 Nationen die Trostfrauen als Sexsklavinnen des Militärs eingestuft doch die japanische Regierung hat bisher keinerlei Fehlverhalten eingeräumt. Einige Politiker haben sogar bestritten, dass das japanische Militär jemals Frauen zur Prostitution gezwungen hat oder sie behaupten, die Beweislage dafür sei nicht ausreichend.“ Ungeachtet dessen hat die japanische Regierung im Jahr 1995 die Asiatische Stiftung für Frieden und Freundschaft ins Leben gerufen und jeder der ehemaligen Trostfrauen 500 000 NT$ (umgerechnet knapp 13 000 Euro) angeboten, wenn sie im Gegenzug alle Beschuldigungen gegenüber Japan fallen lassen. Dieses Angebot war damals von den Frauen zurück gewiesen worden. Die Regierung der Republik China und die Privatwirtschaft haben ihrerseits gemeinsam 38 Millionen NT$ (ca. 986 000 Euro) aufgebracht, um die Frauen bei einem Rechtsstreit gegen Japan finanziell zu unterstützen. Von diesen Mitteln wurde jeder der Betroffenen eine Million NT$ (knapp 26 000 Euro) zur Verfügung gestellt. “Geschichte kann vergeben werden, aber sie kann nicht vergessen werden. Nur wenn wir aus den Fehlern der Vergangenheit lernen, können wir verhindern, dass sich Tragödien dieser Art wiederholen,“ sagte Ma. Das Leugnen Japans verletzte die Menschen und verärgere sie, so Ma. Schließlich hätten zahlreiche ehemalige Trostfrauen über das grobe Fehlverhalten des japanischen Militärs Zeugnis abgelegt. Zu ihnen zählt auch die heute 91-jährige Cheng Chen Tao aus Tainan. Sie war als Schülerin auf dem Nachhauseweg vom Unterricht von einem japanischen Militärpolizisten ins Auto gezerrt und dann nach Indien verschleppt worden, wo man sie in einem Militärbordell zur Prostitution zwang. Sie habe sich nicht einmal von ihrer Familie verabschieden können. Als sie nach dem Krieg nach Hause zurück kehrte, lebte nur noch ihr Onkel, der sie jedoch davonjagte mit der Begründung, sie sei entehrt. Durch die zahlreichen inneren Verletzungen, die sie als Prostituierte erlitten hatte, habe sie später keine Kinder bekommen können, woran ihre Ehe zerbrach, erzählte Frau Cheng Chen weinend. Präsident Ma forderte Japan nun erneut auf, sich seiner Geschichte zu stellen, sich bei den Opfern zu entschuldigen und sie für die Sexversklavung durch das Militär zu entschädigen. “Ich bin überzeugt, dass eine Entschuldigung und eine Entschädigung große Wirkung haben könnten. Auch die bei der Konferenz anwesenden Trostfrauen aus anderen Ländern kamen zu Wort. Eine Frau von den Philippinen dankte Präsident Ma für seine Unterstützung und erklärte, sie werde weiterhin um eine Entschuldigung der japanischen Regierung kämpfen. Man müsse sicherstellen, dass nicht nur Menschen, die über 80 Jahre alt sind, noch wissen, was den Trostfrauen angetan wurde, sondern dass auch die heute 40- und 50-Jährigen informiert sind, erklärte eine Koreanerin, die damals ebenfalls als Sexsklavin vom japanischen Militär missbraucht worden war. Auch sie forderte eine Entschuldigung und die Übernahme von Verantwortung durch Japans Regierung. TAIWAN AKTUELL Nr. 560 31.12.12
  • 4. 4 Von den ursprünglich 58 Trostfrauen, die die Taipei Women’s Rescue Foundation bei ihrer Gründung vor 20 Jahren betreute, leben heute nur noch acht. Erst im November war die bis dahin älteste Überlebende im Alter von 95 Jahren in Taipeh verstorben. (cp/fotai/taito/tt) Wirtschaft Premier Chen fordert wirtschaftliche Integration Taiwan müsse in der regionaler wirtschaftlichen Integration eine größere Rolle spielen, da dies der Schlüssel für die Förderung des Handels und der nachhaltigen Entwicklung des Landes sei, hat Premierminister Sean C. Chen am Samstag, den 22. Dezember 2012, gefordert. “Die Integration der weltweiten Wirtschafts- und Handelssysteme geht immer schneller vonstatten. Seit dem Jahr 2003 sind 337 Freihandelsabkommen unterzeichnet worden, davon 210 in den letzten neun Jahren,“ führte Chen aus. “Dieser Trend verdeutlicht, dass es nicht allein eine Frage der Isolation ist, wenn Taiwan von dem Prozess ausgegrenzt wird, sondern eine Frage von Leben und Tod.“ Der Premierminister formulierte diese Überlegungen im Rahmen einer Grundsatzrede während eines Seminars an der Cheng Shiu Universität in Kaohsiung Stadt im Süden Taiwans. Um sicherzustellen, dass Taiwan nicht von der regionalen wirtschaftlichen Integration ausgeschlossen werde, visiere die Regierung der Republik China u.a. den Abschluss weiterer Freihandelsabkommen mit den wichtigsten Handelspartnern des Landes ab sowie die Einbeziehung Taiwans in regionale Handelsverträge wie darunter die Transpacific Partnership (TPP) und die Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP). Die TPP ist ein im Entstehen begriffenes Handelsabkommen zwischen Australien, Brunei, Kanada, Chile, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur, Vietnam und den Vereinigten Staaten. Weitere Länder wie Japan und Südkorea haben auch vor, den Gesprächen um das anvisierte Abkommen beizutreten. Die vom Verband Südostasiatischer Nationen, kurz ASEAN, angeregte RCEP umfasst 16 Volkswirtschaften, darunter Australien, Indien, Japan und Festlandchina. Sollte das Abkommen in Kraft treten, dann wird der gebildete Handelsblock einen besseren Fluss von Waren und Dienstleistungen ermöglichen und eine gemeinsame Wirtschaftsleistung von 20 Billionen US$ (ca. 15,1 Billionen Euro) umfassen, das würde in etwa einem Drittel der Weltwirtschaft entsprechen. “Ich bin der Meinung, dass Taiwans Beitritt zur TPP schneller über die Bühne gehen könnte als der zur RCPE,“ sagte Chen. “Der Grund dafür ist, dass wir im Rahmen der Plattform für die TAIWAN AKTUELL Nr. 560 31.12.12
  • 5. 5 Asiatisch-pazifische wirtschaftliche Zusammenarbeit (APEC) im Lauf der Jahre enge Beziehungen zu den meisten Mitgliedern der TPP gepflegt haben. Dagegen müssten wir auf die Förderung des Austausches mit RCEP-Mitgliedern wie Kambodscha und Myanmar noch einige Energie verwenden.“ Die Unterzeichnung weiterer Freihandelsabkommen werde die Basis, sein auf der Taiwan der TPP und der RCEP werde beitreten können, erklärte der Premier. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die Vorgehensweise, die Singapur angewendet hatte, um die Beitrittsverhandlungen zu den regionalen Abkommen vorzubereiten. Auch Singapur hatte im Vorfeld Handelsabkommen geschlossen, die dann den Weg zu den Verhandlungen ebneten. Laut Chen macht der Export 70 Prozent des Bruttoinlandsproduktes Taiwans aus. Im Jahr 2004 betrug das Exportvolumen über die Taiwan-Straße 64,8 Milliarden US$ (umgerechnet knapp 49 Milliarden Euro) und überstieg seinerzeit damit die 63 Milliarden US$ (ca. 47,6 Milliarden) von ASEAN, so Chen. Nachdem im Jahr 2005 allerdings ein bilaterales Freihandelsabkommen mit Festlandchina abgeschlossen worden war, schoss das ASEAN-Exportvolumen in die Höhe, fügte er hinzu. Im Hinblick auf die heimische Wirtschaft, erklärte Chen, sei es die Politik der Regierung Unternehmen zu ermutigen, in solche Technologien zu investieren, die einen Mehrwert schaffen, um auf diese Weise die Gehaltsstrukturen und den Arbeitsmarkt wettbewerbsfähiger zu gestalten. “Die Regierung würde außerdem vermehrte Investitionen in taiwanische Unternehmen begrüßen, die in Festlandchina ansässig sind und mit Schlüsseltechnologien operieren. Dies würde die Industriewerte flächendeckend fördern und gleichzeitig ein klarer Beleg sein für das Engagement gegenüber Taiwan,“ erklärte Chen abschließend. (taito) Gesellschaft Taiwan begrüßt das neue Jahr Obwohl das richtige Neujahrsfest für die Taiwaner, der nach dem Mondkalender berechnete Jahresanfang, erst mit seinen sich über zwei Wochen hinziehenden Festlichkeiten und Verwandtenbesuchen erst am 10. Februar 2013 (Neujahrstag) gefeiert wird, ist in ganz Taiwan der Jahreswechsel mit Silvesterpartys und Feuerwerken begrüßt worden. Vor dem Rathaus der Stadt Taipei versammelten sich laut Veranstaltern über 850.000 Besucher zur Silvesterparty und um das Feuerwerk am Taipei 101 zu sehen. Laut Berichten TAIWAN AKTUELL Nr. 560 31.12.12
  • 6. 6 verfolgten etwa drei Millionen die Veranstaltung im Internet über YouTube und die chinesische Website Sina. Vor dem Präsidialamt fand am frühen Morgen des 1. Januar 2013 in einer Zeremonie der jährliche Fahnenappell mit dem feierlichen Hissen der Nationalflagge der Republik China zum Jahresbeginn statt, im Anschluss daran hielt Präsident Ma Ying-jeou seine Neujahrsansprache. In einem farbenfrohen Rahmenprogramm wurden unter anderem Volkstänze aufgeführt und es traten Musik- und Gesangsgruppen auf. Mehr als 700.000 Touristen wurden in der Hauptstadt zum Jahreswechsel erwartet. Eine besondere touristische Attraktion dabei ist das Feuerwerk am vormals höchstem Gebäude der Welt, dem Taipeher 101 Hochhaus, welches mit fünf Satelliten in die ganze Welt übertragen wird. Am 101 Wolkenkratzer wurde erstmals im Jahr 2005 das neue Jahr mit einem Feuerwerk begrüßt. Seitdem ist es zu einer festen Veranstaltung geworden, die verstärkt die Aufmerksamkeit internationaler Medien auf sich zieht. Eine beliebte Gewohnheit der Taiwaner am Neujahrsmorgen den Sonnenaufgang zu beobachten, um die ersten Sonnenstrahlen des neuen Jahres zu genießen, war jedoch heuer nicht von Erfolge gekrönt, denn in diesem Jahr hatten wenige in Taiwan das Glück, die ersten Sonnenstrahlen des neuen Jahres sehen zu können. Der Himmel war in weiten Teilen des Landes wolkenverhangen, nicht nur im regnerischen Taipeh und der Umgebung, auch in Mittel- und Südtaiwan war der Himmel bedeckt. Trotzdem versammelten sich viele Menschen auch am frühen Neujahrsmorgen 2013 zu den Sonnenaufgangspartys an beliebten Orten. Viele dick vermummte Taiwaner waren auf den für seinen Sonnenaufgang und sein Wolkenmeer bekannten Berg Ali gefahren um dort bei Temperaturen von nur knapp über dem Gefrierpunkt auf den Sonnenaufgang zu warten. Sie hatten Glück, denn dort kam die Sonne morgens kurz nach sieben, wenn auch nur einige minutenlang durch die Wolkendecke hindurch. Zum Jahreswechsel haben in Taipeh etwa 2 Millionen Fahrgäste das U- und S-Bahnsystem MRT genutzt. Das sind laut der soeben veröffentlichten Statistik der Stadtregierung von Taipeh 23.000 Fahrgäste mehr als im vergangenen Jahr. Zwischen dem 31. Dezember sechs Uhr morgens und dem 1. Januar 2013 sechs Uhr morgens waren mehr als 1000 Mitarbeiter der MRT und ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Die meisten der Fahrgäste fuhren am Silvestermorgen zur großen Countdown-Party zum Rathaus von Taipeh. Auch die Maokong Seilbahn, die auf das Maokong Gebirge bei Taipeh führt, nutzten 23.000 Passagiere, das sind gemäß der offiziellen Angaben 42 Prozent mehr als im vergangenen Jahr zum Jahreswechsel. Die Autobahnbehörden meldeten hohes Verkehrsaufkommen auf den Autobahnen seit Beginn des langen Wochenendes am Samstag. Trotz kalter Temperaturen meldeten auch die Veranstalter anderer öffentlicher Silvesterfeiern in ganz Taiwan hohe Besucherzahlen. In diesem Jahr waren zum Jahreswechsel in Taiwan vier Tage frei, von Samstag bis einschließlich Dienstag, den 1. Januar 2013. (rit) TAIWAN AKTUELL Nr. 560 31.12.12
  • 7. 7 Kurzmeldungen Taiwans Bevölkerung gehört zu den 50 glücklichsten Bevölkerungen weltweit. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Forschungsunternehmens Gallup, deren Ergebnis am Mittwoch veröffentlicht wurde. Menschen aus 148 Ländern wurden gefragt, ob sie am Tag vorher positive Emotionen gehabt hätten. In Taiwan sagten 75% ja, das ist ein Prozent unter den USA oder Festlandchina, und ein Prozent über Deutschland, wo 74% sagten, sie hätten sich am Vortag glücklich gefühlt. Laut Gallup leben die glücklichsten Menschen in Panama und Paraguay, wo 85% die Frage mit „Ja“ beantworteten. Die reichen Länder hingegen befinden sich nicht nur nicht an der Spitze der Rangliste, sondern sind überall in diesem Ranking ohne erkennbaren Trend verteilt. So liegt Kanada als beste Industrienation mit 80% auf Rang 11, während Singapur mit 46% auf dem letzten Platz liegt. Das Nachtleben in Taipeh ist das neuntbeste weltweit. In einer online-Umfrage eines der führenden Portale für Hotelreservierungen wurde die Kapitale Taiwans als die neuntaufregendste der Welt bewertet, wenn es um die Qualität ihres Nachtlebens geht. Bei den 113 000 Teilnehmern an der Umfrage konnte Taipeh besonders mit seinen Angeboten für Essengehen, Tanzen, Clubbesuchen und Einkaufsmöglichkeiten bis spät in die Nacht hinein punkten. Als weltbeste Stadt des Nachtlebens wurde Thailands Hautstadt Bangkok gekürt, und Dubai in den Arabischen Emiraten kam auf Platz zwei. Zwei weitere Städte in Taiwan, nämlich Taichung und Kaohsiung, schafften es ebenfalls unter die Top 25 Städte des Nachtlebens. Veranstaltungshinweise Ang Lees “LIFE of PI“ ist Kassenschlager Zu sehen ist der Film in deutschen Kinos noch mindestens bis zum 9. Januar 2013. In München läuft der Film u.a. im Kuchenreutherkino Leopold in der Leopoldstraße. 78. Am 27. Dezember kam Ang Lees “LIFE of PI – Schiffsbruch mit Tiger“ in die deutschen Kinos und hat in den Medien begeisterte Kritiken hervorgerufen. Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) hat Ang Lees Film mit dem Prädikat “besonders wertvoll“ ausgezeichnet. In der Begründung der FBW heißt es u.a., “In seinem neuen Meisterwerk versteht es Regisseur Ang Lee aufs Beste, die Ebenen von Traum, Imagination und Wirklichkeit kunstvoll miteinander zu verbinden.“ Außerdem wurde der 3-D Abenteuerfilm bereits für drei Golden Globe Auszeichnungen nominiert, und zwar als bester Film, beste Regie und beste Filmmusik. Gemäß den neusten Statistiken, die auf der Website des Box Office Mojo veröffentlicht wurden, hat der Film in den USA fast 85 Millionen US Dollar die Kinokassen gespült und in anderen Ländern, in denen der Film seit kurzem angelaufen ist, ungefähr 220 Millionen US Dollar. Damit ist “LIFE of PI“ zum kommerziell erfolgreichsten Film von Ang Lee geworden. Sein Film "Hulk" TAIWAN AKTUELL Nr. 560 31.12.12
  • 8. 8 hatte 245 Millionen US-Dollar eingespielt, gefolgt von "Tiger und Drache" mit 215 Millionen US- Dollar und "Brokeback Mountain" mit 180 Millionen US-Dollar. In Hommage an seine Heimat Taiwan hat Ang Lee siebzig Prozent des Films an Drehorten auf der Insel gefilmt. FANTASIA FORMOSA Konzert Samstag, 9. Februar 2013 um 19 Uhr Gasteig Kleiner Konzertsaal Rosenheimer Str. 5 81667 München Das Konzert spiegelt die vielfältige Kultur Taiwans wieder. Das Kammermusikensemble spielt in Variationen mit Klaviertrio, Streichquartett und Flöte Ureinwohner- und Kunstlieder sowie Musik aus der chinesischen- und der taiwanischen Oper, sowohl in traditioneller als auch in moderner Fassung. Das Ensemble besteht aus herausragenden, jungen, taiwanischen Musikern, die in Deutschland leben. Eintritt 15 € erm. 10 € Karten: www.muenchenticket.de Tel.: 089/ 54818181 oder an der Abendkasse Wir wünschen unseren Lesern ein glückliches und erfolgreiches Neues Jahr! Abkürzungen: (cp) = China Post (cna) = Central News Agency (tn) = Taiwan News (tt) = Taipei Times (ten) = Taiwan Economic News (taito) = Taiwan Today (rti) = Radio Taiwan International (fotai) = Focus Taiwan (eB) = eigener Bericht TAIWAN AKTUELL Nr. 560 31.12.12