Imagery Rescripting  and Reprocessing Therapy (IRRT)     Mervin Smucker www.mervin-smucker.de Smucker, Reschke, & Kögel, 2008  (deutsch)   Smucker & Vetter, 1997  (deutsch)
Die Entstehung von IRRT Begann mit der Behandlung von Mary  (1990) eine 40jährige Frau, die im Alter von 19 Jahren sexuell missbraucht wurde (Typ I Trauma) während der nächsten 21 Jahre kam es in Form von Albträumen mehrmals die Woche zur Retraumatisierung Behandlungsfrage :  Wie kann Mary am besten behandelt werden?
Interventionen mit den PTBS traumabezogenen Bildern ? Formulierung und Behandlung Ihre affektive Störung schien in ihrenwiederkehrenden  traumatischen Bildern (in dem wiederkehrenden Albtraum) eingebettet zu sein Also, imaginative Techniken bzw.  imaginative Modifikation  sollten angewendet werden um eine kognitive Umstrukturierung zu ermöglichen  Opfer Bilder --> Bewältigungsbilder
Das Ergebnis der imaginativen Sitzung In einer “Imagery Rescripting” Sitzung war Mary fähig, die traumabezogenen Bilder derart “umzuschreiben”, dass sie den Täter direkt konfrontieren and entmachten konnte in der Nacht danach überwältigte Mary den Täter in ihrem Albtraum auf ähnliche Weise Danach verschwanden die Albträume völlig
Durch weitere  Imagery Rescripting  Interventionen/ Experimente mit anderen traumatisierten Patienten (Typ I und Typ II)  ist die  IRRT   als eine integrierte Traumabehandlung  entstanden
IRRT ist eine multimodale, auf Bewältigungsbildern basierende Therapie kombiniert kognitive und expositions-basierte Interventionen (visuell und verbal) wurde ursprünglich entwickelt, um Erwachsene zu behandeln, die ein Kindheitstrauma überlebt haben  (Typ II Trauma) wird jetzt auch bei  Typ I Traumata  und  Kinder  angewendet
Empfohlene Einschlusskriterien Die Person wiedererinnert mindestens ein traumatisches /belastendes Ereignis  (z.B. durch immer wiederkehrende, aufdringliche Erinnerungen, Flashbacks, Albträume) Das belastende Bild muss aktiviert, wieder neu erlebt und auf lebendige Art und Weise visualisiert werden  (zusammen mit dem damit in Verbindung stehenden schmerzhaften Affekt)
Empfohlene Ausschlusskriterien bei PTBS Aktuelle Bedrohung durch Fremdgefährdung von bestehenden schädigenden/mißbräuchlichen  Beziehungen Selbstgefährdung Akute Suizidalität Selbstverletzung Schädlicher Substanzgebrauch (z.B. Drogen, Alkohol) Signifikante Alltagsstressoren  Beruf, Familie, Schlafstörung Diagnose von akuter Psychose, dissoziativer Identitätsstörung
3 Phasen des Imagery Rescripting I.  Exposition In Sensu   - die ganze belanstende Szene visuell wiedererleben in der      Gegenwartsform II.  Täter-Konfrontation/ Entmachtung     - Aufbau von Stärke- und Bewältigungsbildern   - das Akuelle-Ich” ( Heutige-Ich ) betritt die Szene   - der Täter wird konfrontiert und entmachtet   - das  Traumatisiere-Ich  wird befreit  Imagination von Selbstberuhigung/Selbstfürsorge    - Das KIND liebvoll unterstützen   - Dialog/ Interaktion zwischen       dem “ Damaligen-Ich”  und dem  “Heutigen-Ich”      dem “ Traumatisierten-Ich”  und dem  “Überlebenden-Ich”
Therapeuten-Verhalten während der 3 Phasen : Kein direktives „Hinein-Fragen“ sondern eine sokratische, paraphrasierende Begleitung In der Regel keine Suggestion eigener Bewältigungs- oder Selbstberuhigungsbilder
Ziele von IRRT Reduzierung von physiologischer Erregung; Beseitigen der PTB Symptome, belastende Bilder,  Flashbacks, Albträume; Ersetzen des Opferbildes durch die Herstellung von Bewältigungsbilder n und Wahrnehmungen; Entwickeln einer erweiterten Fähigkeit zur Selbstberuhigung und Selbstfürsorglichkeit; Veränderung traumabezogener maladaptiver Schemata und Überzeugungen.
Empirische Belege für IRRT Dancu, Foa, & Smucker   (Temple Univ.)  IRRT vs. PE/SIT (1993) Beide Behandlungen waren bei PTBS effektiv, IRRT war etwas mehr effektiv bei allen außer einer PTBS Ergebnismessung IRRT zeigte sich effektiver als PE/SIT in der Modifizierung von PTBS-bezogenenen Überzeugungen von Schuld, Scham und Wut. Smucker & Kollegen   (MCW)  IRRT vs. PE (1997 – 2007) IRRT wurde für die Behandlung von Typ I Trauma Opfern mit vorwiegend Nicht-ANGST Gefühlen adaptiert IRRT war konsistent effektiver als Exposition wenn Nicht-ANGST Gefühle im Vordergrund stehen  (Schuld, Scham, Wut)
Empirische Belege für IRRT Arntz & Kollegen   (Univ. of Maastricht)  IR vs. IE (2004-2007) IR war effektiver als Exposition mit Nicht-Angst  bezogenenen PTBS Gefühlen    ( Wut, Schuld, Scham ) IR und IE zeigten sich gleich effektiv bei der Reduktion von ANGST-bezogenen    PTBS Symptomen Holmes, Arntz, & Smucker  (2007)  Spezielle Ausgabe gesammelter Studien  ü ber Imagery Rescripting im Journal of Behaviour and Experimental Psychiatry Imagery Rescripting effektiv bei PTBS, Sozialer Phobie, Zwangsstörungen, Depression, Bulimie, Suizidalität, Borderline Persönlichkeitsstörung, Phobien Brewin, C. Wheatley, J., Patel, T., Fearon, P., Hackmann, A., Wells, A., Fisher, P., & Myers, S.  (2009)  Imagery rescripting as a brief stand-alone treatment for depressed patients with intrusive memories.  Behaviour Research and Therapy ,  47 , 569-576. Schlussfolgerung   -  Imagery Rescripting ist als eigenständige Behandlung mit depressiven und ängstlichen Patienten effektiv.
Empirische Belege für IRRT Brewin & Kollegen  (University City London, 2009) BEOBACHTUNGEN IRRT versuchte  nicht :  Erinnerungen oder logische Verzerrungen zu korrigieren Habituation gegenüber negativen Bildern zu bewerkstelligen Dennoch “ zeigten viele mit IRRT Behandelte spontane aktivierte Verhalten und engagierten sich in verstärkten Aktivitäten die sie schon seit Jahren nicht mehr genossen hatten” ” Patienten äußerten explizit, dass obwohl sie wussten dass die  ermächtigenden und mitfühlenden Ereignisse die sie sich vorgestellt  hatten, nicht wirklich passiert waren, es sich so anfühlen würde,  als ob sie geschehen wären .”
Empirische Belege für IRRT   Hoffert, Langkass, & Smucker   (Modum Bad Klinik)  IRRT vs. PE (2008-2011) 3-jähige Studie in Vorbereitung -- IRRT vs. PE mit PTBS (Typ I Trauma)  Hypothesen : 1.  IRRT = PE  bei der Reduktion von ANGST 2.  IRRT > PE mit Nicht-ANGST bezogenen PTSD Emotionen, wie Schuld, Scham, Wut 3.  IRRT > PE mit dem Erlernen /Anwendung selbst-beruhigender Strategien 4.  IRRT > PE mit der Reduktion /Modifikation maladaptiver Schemata
Die neuesten IRRT Forschungsergebnisse unterstützen die von Beck vor 28 Jahren aufgestellten Behauptungen Imaginative Interventionen Hat eine größere Wirkung in der Aktivierung und Verarbeitung von  negativen Emotionen  als die verbale Verarbeitung des gleichen Materials Imagery hat eine größere Wirkung hinsichtlich positiver Emotionen als verbale Verarbeitung

Mervin R. Smucker Imagery Rescripting and Reprocessing Therapy

  • 1.
    Imagery Rescripting and Reprocessing Therapy (IRRT) Mervin Smucker www.mervin-smucker.de Smucker, Reschke, & Kögel, 2008 (deutsch) Smucker & Vetter, 1997 (deutsch)
  • 2.
    Die Entstehung vonIRRT Begann mit der Behandlung von Mary (1990) eine 40jährige Frau, die im Alter von 19 Jahren sexuell missbraucht wurde (Typ I Trauma) während der nächsten 21 Jahre kam es in Form von Albträumen mehrmals die Woche zur Retraumatisierung Behandlungsfrage : Wie kann Mary am besten behandelt werden?
  • 3.
    Interventionen mit denPTBS traumabezogenen Bildern ? Formulierung und Behandlung Ihre affektive Störung schien in ihrenwiederkehrenden traumatischen Bildern (in dem wiederkehrenden Albtraum) eingebettet zu sein Also, imaginative Techniken bzw. imaginative Modifikation sollten angewendet werden um eine kognitive Umstrukturierung zu ermöglichen Opfer Bilder --> Bewältigungsbilder
  • 4.
    Das Ergebnis derimaginativen Sitzung In einer “Imagery Rescripting” Sitzung war Mary fähig, die traumabezogenen Bilder derart “umzuschreiben”, dass sie den Täter direkt konfrontieren and entmachten konnte in der Nacht danach überwältigte Mary den Täter in ihrem Albtraum auf ähnliche Weise Danach verschwanden die Albträume völlig
  • 5.
    Durch weitere Imagery Rescripting Interventionen/ Experimente mit anderen traumatisierten Patienten (Typ I und Typ II) ist die IRRT als eine integrierte Traumabehandlung entstanden
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    IRRT ist einemultimodale, auf Bewältigungsbildern basierende Therapie kombiniert kognitive und expositions-basierte Interventionen (visuell und verbal) wurde ursprünglich entwickelt, um Erwachsene zu behandeln, die ein Kindheitstrauma überlebt haben (Typ II Trauma) wird jetzt auch bei Typ I Traumata und Kinder angewendet
  • 7.
    Empfohlene Einschlusskriterien DiePerson wiedererinnert mindestens ein traumatisches /belastendes Ereignis (z.B. durch immer wiederkehrende, aufdringliche Erinnerungen, Flashbacks, Albträume) Das belastende Bild muss aktiviert, wieder neu erlebt und auf lebendige Art und Weise visualisiert werden (zusammen mit dem damit in Verbindung stehenden schmerzhaften Affekt)
  • 8.
    Empfohlene Ausschlusskriterien beiPTBS Aktuelle Bedrohung durch Fremdgefährdung von bestehenden schädigenden/mißbräuchlichen Beziehungen Selbstgefährdung Akute Suizidalität Selbstverletzung Schädlicher Substanzgebrauch (z.B. Drogen, Alkohol) Signifikante Alltagsstressoren Beruf, Familie, Schlafstörung Diagnose von akuter Psychose, dissoziativer Identitätsstörung
  • 9.
    3 Phasen desImagery Rescripting I. Exposition In Sensu - die ganze belanstende Szene visuell wiedererleben in der Gegenwartsform II. Täter-Konfrontation/ Entmachtung - Aufbau von Stärke- und Bewältigungsbildern - das Akuelle-Ich” ( Heutige-Ich ) betritt die Szene - der Täter wird konfrontiert und entmachtet - das Traumatisiere-Ich wird befreit Imagination von Selbstberuhigung/Selbstfürsorge - Das KIND liebvoll unterstützen - Dialog/ Interaktion zwischen  dem “ Damaligen-Ich” und dem “Heutigen-Ich”  dem “ Traumatisierten-Ich” und dem “Überlebenden-Ich”
  • 10.
    Therapeuten-Verhalten während der3 Phasen : Kein direktives „Hinein-Fragen“ sondern eine sokratische, paraphrasierende Begleitung In der Regel keine Suggestion eigener Bewältigungs- oder Selbstberuhigungsbilder
  • 11.
    Ziele von IRRTReduzierung von physiologischer Erregung; Beseitigen der PTB Symptome, belastende Bilder, Flashbacks, Albträume; Ersetzen des Opferbildes durch die Herstellung von Bewältigungsbilder n und Wahrnehmungen; Entwickeln einer erweiterten Fähigkeit zur Selbstberuhigung und Selbstfürsorglichkeit; Veränderung traumabezogener maladaptiver Schemata und Überzeugungen.
  • 12.
    Empirische Belege fürIRRT Dancu, Foa, & Smucker (Temple Univ.) IRRT vs. PE/SIT (1993) Beide Behandlungen waren bei PTBS effektiv, IRRT war etwas mehr effektiv bei allen außer einer PTBS Ergebnismessung IRRT zeigte sich effektiver als PE/SIT in der Modifizierung von PTBS-bezogenenen Überzeugungen von Schuld, Scham und Wut. Smucker & Kollegen (MCW) IRRT vs. PE (1997 – 2007) IRRT wurde für die Behandlung von Typ I Trauma Opfern mit vorwiegend Nicht-ANGST Gefühlen adaptiert IRRT war konsistent effektiver als Exposition wenn Nicht-ANGST Gefühle im Vordergrund stehen (Schuld, Scham, Wut)
  • 13.
    Empirische Belege fürIRRT Arntz & Kollegen (Univ. of Maastricht) IR vs. IE (2004-2007) IR war effektiver als Exposition mit Nicht-Angst bezogenenen PTBS Gefühlen ( Wut, Schuld, Scham ) IR und IE zeigten sich gleich effektiv bei der Reduktion von ANGST-bezogenen PTBS Symptomen Holmes, Arntz, & Smucker (2007) Spezielle Ausgabe gesammelter Studien ü ber Imagery Rescripting im Journal of Behaviour and Experimental Psychiatry Imagery Rescripting effektiv bei PTBS, Sozialer Phobie, Zwangsstörungen, Depression, Bulimie, Suizidalität, Borderline Persönlichkeitsstörung, Phobien Brewin, C. Wheatley, J., Patel, T., Fearon, P., Hackmann, A., Wells, A., Fisher, P., & Myers, S. (2009) Imagery rescripting as a brief stand-alone treatment for depressed patients with intrusive memories. Behaviour Research and Therapy , 47 , 569-576. Schlussfolgerung - Imagery Rescripting ist als eigenständige Behandlung mit depressiven und ängstlichen Patienten effektiv.
  • 14.
    Empirische Belege fürIRRT Brewin & Kollegen (University City London, 2009) BEOBACHTUNGEN IRRT versuchte nicht : Erinnerungen oder logische Verzerrungen zu korrigieren Habituation gegenüber negativen Bildern zu bewerkstelligen Dennoch “ zeigten viele mit IRRT Behandelte spontane aktivierte Verhalten und engagierten sich in verstärkten Aktivitäten die sie schon seit Jahren nicht mehr genossen hatten” ” Patienten äußerten explizit, dass obwohl sie wussten dass die ermächtigenden und mitfühlenden Ereignisse die sie sich vorgestellt hatten, nicht wirklich passiert waren, es sich so anfühlen würde, als ob sie geschehen wären .”
  • 15.
    Empirische Belege fürIRRT Hoffert, Langkass, & Smucker (Modum Bad Klinik) IRRT vs. PE (2008-2011) 3-jähige Studie in Vorbereitung -- IRRT vs. PE mit PTBS (Typ I Trauma) Hypothesen : 1. IRRT = PE bei der Reduktion von ANGST 2. IRRT > PE mit Nicht-ANGST bezogenen PTSD Emotionen, wie Schuld, Scham, Wut 3. IRRT > PE mit dem Erlernen /Anwendung selbst-beruhigender Strategien 4. IRRT > PE mit der Reduktion /Modifikation maladaptiver Schemata
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    Die neuesten IRRTForschungsergebnisse unterstützen die von Beck vor 28 Jahren aufgestellten Behauptungen Imaginative Interventionen Hat eine größere Wirkung in der Aktivierung und Verarbeitung von negativen Emotionen als die verbale Verarbeitung des gleichen Materials Imagery hat eine größere Wirkung hinsichtlich positiver Emotionen als verbale Verarbeitung