Aus Wolle wird Kleidung
Eine virtuelle Ausstellung für Grundschulkinder
Das Islandschaf ist eine robuste Schafrasse mit guter Wolle in verschiedenen Farbtönen.
Die Wolle wurde und wird zu vielerlei Stoffen (Bekleidung) verwendet. Die Grundfarben der Wolle
sind Weiss, Grau, Schwarz und Braun.
Die Wollfarben boten bei der Verarbeitung vielfältige Möglichkeiten. Hier sind 12
Schattierungen der Wollfarben zu sehen, von Tiefschwarz zu Grau und Schneeweiß und von
Dunkelbraun zu hellen Farbtönen.
Die Wolle wurde mit Schafscheren
vom Schaf geschoren.
Anschließend wurde die Wolle (die
Vliese) nach Farben sortiert.
Nun wurde die Wolle gewaschen. Sie wurde in einen Topf über einer Feuerstelle in der Nähe
von fließendem Wasser zum Waschen und Spülen gegeben.
Nach dem Waschen wurde sie zum Trocknen ausgebreitet und anschließend zur weiteren
Verarbeitung ins Haus gebracht.
Die innere Wolle ist dicht
und weich und heißt ​þel​.
Die äußere Wolle
(Deckhaare) hei​ß​t​ ​tog​.
Diese äußeren Wolllocken
wurden aus der Unterwolle
gezogen „að taka ofan
af“ ​(von oben abnehmen)​,
siehe Abbildung).
Anschließend wurden aus
dem ​þel eventuelle
Stichelhaare, einzelne
Toghaare, entfernt.
Diesen Vorgang nennt man
„​að hæra​“.
Auf der Abbildung links ist zu sehen, daß Toglocken gewellt oder glatt sein können.
Nach dem Kämmen sehen die Deckhaare so aus wie auf dem mittleren Bild. Das rechte Bild
zeigt gekardete Unterwolle​.
Z​um Kämmen der Deckhaare​ wurden Wollkämme benutzt.
Hier wird die Unterwolle mit Karden gekardet.
Die gekardete Wolle wird von den Karden abgenommen und in einem Holzkasten aufbewahrt.
Dieser Kasten ist aus Holz und oben offen.
Die gekardete Wolle wird sorgfältig so hineingelegt, daß
die Farben sich nicht vermischen.
Nun wurde ein Faden
hergestellt, das heißt, die
Wolle wurde gesponnen,
entweder mit dem
Spinnrad oder auf der
Handspindel.
Alle Teile der Handspindel
und des Spinnrades haben
ihre besondere
Bezeichnung.
ROKKUR
Hier wird auf der isländischen
Kopfspindel gesponnen.
Zuerst wird die gekardete Wolle
mit den Fingern zu einem
langen, dünnen Kardenband
(lopi​)​ ​ausgezogen. Auf Isländisch
heißt es „​að teygja lopann“ ​Lopi
ausziehen (linkes Bild).
Beim Spinnen wird das
Kardenband aus der Hand
gezogen, während gleichzeitig
die Spindel in Drehung versetzt
wird.
So bildet sich der Faden, der auf
den Spindelstab aufgewickelt
wird.
Mit der Handspindel
gesponnenes Garn.
Das weiße Garn ist
Einfachgarn, das braune
ist gezwirnt, d.h. zwei
Einfachgarne wurden
zusammengesponnen.
Zum Spinnen auf dem
Spinnrad wurde die Wolle auf
die gleiche Weise vorbereitet.
Das Spinnen aus dem
Kardenband ergibt ein
Einfachgarn, welches dann oft
gezwirnt oder dreifädig
gesponnen wurde.
Dadurch entsteht ein stärkeres
Garn (dicker oder gröber).
Nach dem Spinnen wurden die
gefüllten Spulen vom Spinnrad
abgenommen und bis zur
weiteren Verwendung in einem
Spulenkasten aufbewahrt.
Wenn im Hause nur wenige
Spulen vorhanden waren, wurde
das Garn zu Knäueln oder
Strängen gewickelt.
Es gab auch noch andere
Möglichkeiten, das Garn
aufzubewahren.
Auf der Haspel (linkes Bild) wurde das Garn zu
einem Strang gewickelt (Bild oben).
Die Arme der Haspel nennt man Flügel.
Zum Aufbewahren wurde das Garn
meist zu Knäueln gewickelt (Bild
oben links).
Manchmal wurde das Garn auch zu
einem ovalen Knäuel gewickelt (Bild
oben rechts).
Der Spindelstab oder ein anderer
Stab eignen sich gut dazu, darauf
einen ovalen Knäuel zu wickeln. Er
wird einfach vom Stab abgestreift
und so aufbewahrt.
Feingesponnenes Garn wurde auf
einen Schafsknochen gewickelt
aufbewahrt, wie auf der unteren
Abbildung zu sehen.
Gestrickt wurde auf zwei bis
fünf oder mehr Stricknadeln,
je nachdem, was man
stricken wollte.
Zum Stricken von größeren
Stücken benutzt man
heutzutage oft
Rundstricknadeln.
Farbkombinationen und Muster waren vom Geschmack des Einzelnen bestimmt.
Oft wurde das Garn für die verschiedensten Muster gefärbt.
Nach dem Waschen wurden
Socken, Handschuhe und
anderes oft gewalkt, wie
hier zu sehen ist.
Dazu wurde das Stück
zwischen den Händen
gerieben oder gewalkt,
während es noch feucht war.
Kräftig gewalkte
Bekleidungsstücke wie z.B.
Gesichtsmützen, auf der
Abbildung rechts, sind sehr
warm.
Aus dem Wollgarn
wurden auch Stoffe für
Bekleidung gewebt.
Auf der Abbildung links wird das Garn von der Haspel auf eine Spule gewickelt.
Dies geschieht mit Hilfe eines Spulenwicklers (kleines Bild).
Die Spule wird in das Webschiffchen eingelegt, das beim Weben am Webstuhl das
Einlegegarn (Schussgarn) transportiert.
Weben am Webstuhl des Textilmuseums.
Man sieht, wie das Schiffchen durch das geöffnete Fach transportiert wird.
Die gewebten Stoffe
waren grob oder fein,
gestreift, kariert und in
verschiedenen Farben
und Mustern.
Gewebtes wurde zu
Kleidung, Decken, Schals,
Bettdecken, Segeln,
Zelten und vielem
anderem verwendet.
Die meiste Kleidung war
aus selbsthergestelltem
Stoff, dies nannte
man ​aus Wolle Kleidung
machen ​(​að koma ull í
fat​)​.
Vielen Dank für deinen Besuch
Autoren:
Text: Elín S. Sigurðardóttir und Sigríður Sigurðardóttir
Fotos: Sigríður Sigurðardóttir und aus der Bildersammlung des Textilmuseums
Deutsche Übersetzung: Marianne Guckelsberger
Die virtuelle Ausstellung "Aus Wolle wird Kleidung" beruht auf der Museumspädagogik des Textilmuseums für
Grundschulkinder und wird vom Museumsfonds gefördert. Kopieren oder Verwendung zu anderen Zwecken als dem
Unterricht an Grundschulen ist ohne schriftliche Erlaubnis des Textilmuseums in Blönduós nicht gestattet.

Aus Wolle wird Kleidung

  • 1.
    Aus Wolle wirdKleidung Eine virtuelle Ausstellung für Grundschulkinder
  • 2.
    Das Islandschaf isteine robuste Schafrasse mit guter Wolle in verschiedenen Farbtönen. Die Wolle wurde und wird zu vielerlei Stoffen (Bekleidung) verwendet. Die Grundfarben der Wolle sind Weiss, Grau, Schwarz und Braun.
  • 3.
    Die Wollfarben botenbei der Verarbeitung vielfältige Möglichkeiten. Hier sind 12 Schattierungen der Wollfarben zu sehen, von Tiefschwarz zu Grau und Schneeweiß und von Dunkelbraun zu hellen Farbtönen.
  • 4.
    Die Wolle wurdemit Schafscheren vom Schaf geschoren. Anschließend wurde die Wolle (die Vliese) nach Farben sortiert.
  • 5.
    Nun wurde dieWolle gewaschen. Sie wurde in einen Topf über einer Feuerstelle in der Nähe von fließendem Wasser zum Waschen und Spülen gegeben. Nach dem Waschen wurde sie zum Trocknen ausgebreitet und anschließend zur weiteren Verarbeitung ins Haus gebracht.
  • 6.
    Die innere Wolleist dicht und weich und heißt ​þel​. Die äußere Wolle (Deckhaare) hei​ß​t​ ​tog​. Diese äußeren Wolllocken wurden aus der Unterwolle gezogen „að taka ofan af“ ​(von oben abnehmen)​, siehe Abbildung). Anschließend wurden aus dem ​þel eventuelle Stichelhaare, einzelne Toghaare, entfernt. Diesen Vorgang nennt man „​að hæra​“.
  • 7.
    Auf der Abbildunglinks ist zu sehen, daß Toglocken gewellt oder glatt sein können. Nach dem Kämmen sehen die Deckhaare so aus wie auf dem mittleren Bild. Das rechte Bild zeigt gekardete Unterwolle​.
  • 8.
    Z​um Kämmen derDeckhaare​ wurden Wollkämme benutzt.
  • 9.
    Hier wird dieUnterwolle mit Karden gekardet. Die gekardete Wolle wird von den Karden abgenommen und in einem Holzkasten aufbewahrt.
  • 10.
    Dieser Kasten istaus Holz und oben offen. Die gekardete Wolle wird sorgfältig so hineingelegt, daß die Farben sich nicht vermischen.
  • 11.
    Nun wurde einFaden hergestellt, das heißt, die Wolle wurde gesponnen, entweder mit dem Spinnrad oder auf der Handspindel.
  • 12.
    Alle Teile derHandspindel und des Spinnrades haben ihre besondere Bezeichnung. ROKKUR
  • 13.
    Hier wird aufder isländischen Kopfspindel gesponnen. Zuerst wird die gekardete Wolle mit den Fingern zu einem langen, dünnen Kardenband (lopi​)​ ​ausgezogen. Auf Isländisch heißt es „​að teygja lopann“ ​Lopi ausziehen (linkes Bild). Beim Spinnen wird das Kardenband aus der Hand gezogen, während gleichzeitig die Spindel in Drehung versetzt wird. So bildet sich der Faden, der auf den Spindelstab aufgewickelt wird.
  • 14.
    Mit der Handspindel gesponnenesGarn. Das weiße Garn ist Einfachgarn, das braune ist gezwirnt, d.h. zwei Einfachgarne wurden zusammengesponnen.
  • 15.
    Zum Spinnen aufdem Spinnrad wurde die Wolle auf die gleiche Weise vorbereitet. Das Spinnen aus dem Kardenband ergibt ein Einfachgarn, welches dann oft gezwirnt oder dreifädig gesponnen wurde. Dadurch entsteht ein stärkeres Garn (dicker oder gröber).
  • 16.
    Nach dem Spinnenwurden die gefüllten Spulen vom Spinnrad abgenommen und bis zur weiteren Verwendung in einem Spulenkasten aufbewahrt. Wenn im Hause nur wenige Spulen vorhanden waren, wurde das Garn zu Knäueln oder Strängen gewickelt. Es gab auch noch andere Möglichkeiten, das Garn aufzubewahren.
  • 17.
    Auf der Haspel(linkes Bild) wurde das Garn zu einem Strang gewickelt (Bild oben). Die Arme der Haspel nennt man Flügel.
  • 18.
    Zum Aufbewahren wurdedas Garn meist zu Knäueln gewickelt (Bild oben links). Manchmal wurde das Garn auch zu einem ovalen Knäuel gewickelt (Bild oben rechts). Der Spindelstab oder ein anderer Stab eignen sich gut dazu, darauf einen ovalen Knäuel zu wickeln. Er wird einfach vom Stab abgestreift und so aufbewahrt. Feingesponnenes Garn wurde auf einen Schafsknochen gewickelt aufbewahrt, wie auf der unteren Abbildung zu sehen.
  • 19.
    Gestrickt wurde aufzwei bis fünf oder mehr Stricknadeln, je nachdem, was man stricken wollte. Zum Stricken von größeren Stücken benutzt man heutzutage oft Rundstricknadeln.
  • 20.
    Farbkombinationen und Musterwaren vom Geschmack des Einzelnen bestimmt. Oft wurde das Garn für die verschiedensten Muster gefärbt.
  • 21.
    Nach dem Waschenwurden Socken, Handschuhe und anderes oft gewalkt, wie hier zu sehen ist. Dazu wurde das Stück zwischen den Händen gerieben oder gewalkt, während es noch feucht war. Kräftig gewalkte Bekleidungsstücke wie z.B. Gesichtsmützen, auf der Abbildung rechts, sind sehr warm.
  • 22.
    Aus dem Wollgarn wurdenauch Stoffe für Bekleidung gewebt.
  • 23.
    Auf der Abbildunglinks wird das Garn von der Haspel auf eine Spule gewickelt. Dies geschieht mit Hilfe eines Spulenwicklers (kleines Bild). Die Spule wird in das Webschiffchen eingelegt, das beim Weben am Webstuhl das Einlegegarn (Schussgarn) transportiert.
  • 24.
    Weben am Webstuhldes Textilmuseums. Man sieht, wie das Schiffchen durch das geöffnete Fach transportiert wird.
  • 25.
    Die gewebten Stoffe warengrob oder fein, gestreift, kariert und in verschiedenen Farben und Mustern. Gewebtes wurde zu Kleidung, Decken, Schals, Bettdecken, Segeln, Zelten und vielem anderem verwendet. Die meiste Kleidung war aus selbsthergestelltem Stoff, dies nannte man ​aus Wolle Kleidung machen ​(​að koma ull í fat​)​.
  • 26.
    Vielen Dank fürdeinen Besuch Autoren: Text: Elín S. Sigurðardóttir und Sigríður Sigurðardóttir Fotos: Sigríður Sigurðardóttir und aus der Bildersammlung des Textilmuseums Deutsche Übersetzung: Marianne Guckelsberger Die virtuelle Ausstellung "Aus Wolle wird Kleidung" beruht auf der Museumspädagogik des Textilmuseums für Grundschulkinder und wird vom Museumsfonds gefördert. Kopieren oder Verwendung zu anderen Zwecken als dem Unterricht an Grundschulen ist ohne schriftliche Erlaubnis des Textilmuseums in Blönduós nicht gestattet.