Realoptionen Peter KLUNE Wien, 21. Oktober 2008
Agenda <ul><li>Ausgangssituation </li></ul><ul><li>Realoptionen als Lösungsansatz? </li></ul><ul><li>Ein wenig Theorie </l...
Ausgangssituation (1/2) <ul><li>Investitionen im Telco Bereich zeichnen sich aus durch: </li></ul><ul><ul><li>hohe Unsiche...
Ausgangssituation (2/2) <ul><li>Traditionelle Bewertungsverfahren (z.B.: DCF-Methode) sind nicht in der Lage den Wertbeitr...
Ein wenig Theorie <ul><li>Definition Realoption * : </li></ul><ul><li>“ Zukünftige Handlungsspielräume und Investitions-mö...
Arten von Realoptionen Einschränkungs-Option Erweiterungs-Option Option der mehrstufigen Investitionsdurchführung Option d...
Link zw. Real- <-> Finanzoptionen <ul><li>Realoptionen weisen die selben Charakteristika auf wie Finanzoptionen </li></ul>...
Wertbestimmende Elemente  <ul><ul><li>aktueller Wert  S  des Basiswerts </li></ul></ul><ul><ul><li>dem Ausübungspreis  X  ...
Bewertung von Realoptionen <ul><li>Die wissenschaftliche Forschung hat zahlreiche Modelle zur Bewertung von Realoptionen e...
Bewertungsmodelle Quelle: Hungenberg H./Seliger G. (2005) Black-Scholes-Formel Vorgehensweise beim Binomialmodell
Beispiel: Erweiterter Kapitalwert Kapitalwert auf Basis DCF Wert der Flexibilität auf  Basis der Realoptionstheorie = + An...
Rechenbeispiel Binomialmodell Mögliche Spannweite Optionswert Ermittlung Payoff X 2  = 48,9 Wahrscheinlichkeit (p) für Rek...
Pro und Contra Realoptionen <ul><li>Verzicht auf Handlungsoptionen bedeutet Wertverlust </li></ul><ul><li>Ergänzung der Ka...
Weiterführende Literatur: <ul><li>Literatur </li></ul><ul><li>Real options in ICT sector , Communications & Strategy, Digi...
Danke für Ihre Aufmerksamkeit Peter KLUNE Regulatory Affairs   TELEKOM AUSTRIA AG Lassallestraße 9 A-1020 Austria › E-Mai...
Backup
Zusammenfassung Vorgehensweise beim Binomialmodell Quelle: Marty, R. Valuing business projects using real options analysis...
Nächste SlideShare
Wird geladen in …5
×

Real Options in the Telco Industry

1.092 Aufrufe

Veröffentlicht am

Applying real options for investment decisions in the telco industry

0 Kommentare
0 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Als Erste(r) kommentieren

  • Gehören Sie zu den Ersten, denen das gefällt!

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
1.092
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
5
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
6
Kommentare
0
Gefällt mir
0
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie
  • Mitigation Strategies Risk Sharing: Risiko wird zwischen zumindest zwei oder mehreren Partnern geteilt. Risk Premium: Einer übernimmt Risiko und erhält dieses Abgegolten – Frage der Risikobewertung
  • Zur Kritik DCF: Auch ein risikosdjustierter Zinsatz (WACC-Aufschlag) kann zwar eine höhere Renditeerwartung des Investors abdecken, bewertet allerdings auch nur eine konkrete Realisierungsvariante. Es muss Unsicherheit und Handlungsoptionen vorliegen. Unsicherheit (ohne Handlungsoptionen) kann alleine mit der NPV-Methode bewertet werden (gewichtete Wahrscheinlichkeitsverteilungen) Handlungsoptionen verändern die Wahrscheinlichkeitsverteilung der zkünftigen Cash-Flows asymmetrisch indem entweder das Risiko reduziert wird oder das Potential noch oben erhöht wird!
  • Typischerweise werden die folgende Arten von Realoptionen Unterschieden. Darüber hinaus sind noch Kombinationen von Optionen denkbar (z.B.: verzögerte Abbruchsoption) Abbruchoption : zusätzlicher Cashflow entsteht wenn Projekt vorzeitig abgebrochen werden kann (Put-Option) Beispiel: Invest in Kollokationsräume: liegen die zu erwartenden Cash-Flows (BW) unter dem Liquidationswert so wird ein rational agierender Unternehmer die Put Option ziehen und den Standort liquidieren. Einschränkungsoption (Put Option): Ähnlich wie Abbruchoption jedoch keine Totalaufgabe. Cashflow wird reduziert, wenn (Teil)liquidationswert &gt; als aufzugebender Cash-Flow Erweiterungsoption (Call Option) Z.B. Erweiterung von Kollokationsräumlichkeiten bei steigender Nachfrage Verzögerungs-Option (Wait and see) = Call Option Z.B. Verzögerung angesichts ungünstiger Konjunkturlage. Mehrstufige Investitionsdurchführung (Call-Option) zB Erweiterung des Lesitungsspektrums durch Zusatzinvest (Kontenterweiterung aonTV) Temporäre Stillegung und Wiedereröffnung Sollten die Erlöse nicht mehr die variablen Kostend decken, so kann unter Umständen eine temporäre Stillegung der Produktion Sinn machen, um bei höheren Marktpreisen wieder einzusteigen.
  • Definition Finanzoptionen: Das Recht, nicht aber die Verpflichtung (da man die Option auch verfallen lasssen kann), zu einem fixierten Preis (Ausübungspreis, Strike-Preis) ein bestimmtes Gut (Basiswert, Underlying) zu kaufen (Call-Option) oder zu verkaufen (Put-Option). Europäische Option: Eine Ausübung der Option ist nur zum Ende der Laufzeit möglich! Amerikanische Option: Eine Ausübung ist zu jedem Zeitpunkt während der Optionslaufzeit möglich
  • Der Wert einer jeden Option bestimmt sich hierbei grundsätzlich anhand von sechs Parametern : Die Wertermittlung eines Projektes (Underlying) ist grundsätzlich von der Bewertung des Managements abhängig und nicht wie bei Finanzoptionen unmittelbar am Aktienkurs ablesbar . Ebenso stellt die Schätzung der Volatilität vermutlich die größte Herausforderung im Rahmen der Optionsbewertung dar. Beispiel Option auf TA-Aktien mit aktuellen Kursen vom 20. Oktober 2008 bringen: Aktueller Aktienkurs: 11,00€ (20.10.2008) Stock Option Programm 2007 der TA: Ausübungspreis 20,34€ (Call Option) Laufzeit: 08.01.2007 – 31.05.2011 / 4,5 Jahre Zusätzlich müssen Targets (earnings per share) erreicht werden Put Option von Herrn Dr. Fries (7,0€/Immofinanz-Aktie) bei einem Kurs von 1,30€
  • Parameter erläutern: σ = Sigma (Volatilität) δ = Delta (Delta ist die Ableitung des Optionspreises nach dem Preis des Basiswertes) Binomialmodell: Zerlegung des Zeitraums bis zur Optionsfälligkeit in diskrete, gleich große Zeitintervalle. In jedem dieser Intervalle kann sich der Wert des Underlyings in zwei Richtungen ändern (up / down) Prozentuale Änderungsfaktoren werden als konstant angenommen (Volatilität des Basiswertes) -&gt; daraus resultiert Ereignisbaum mit entsprechenden Casflows Dies werden (ausgehend vom Laufzeitende) diskontiert (risikoloser Zinssatz) und der so ermittelte Erwartungswert entspricht dem jeweiligen Realoptionswert. Black-Scholes (Merton) Modell wurde 1973 als Meilenstein der Finanzwirtschaft veröffentlicht. Scholes &amp; Merton erhielten 1997 dafür den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Liefert für europäische Optionen ohne Dividendenzahlungen einen exakten Optionswert (Basis stochastische Differenzialgleichungen). Wird in der Praxis jedoch auch als Approximation für amerikanische Optionen verwendet.
  • Zerlegen des Zweijahreszeitraumes in 12 Einheiten (diskrete Funktion), da stetige Funktion zu aufwendig zu modellieren. Schritt 1 b wurde aus Vereinfachungsgründen weggelassen (Berücksichtigung der „Dividendenzahlung“) Schritt 2: Ermittlung des Payoffs (Rekursiv) Start in Reihe 12 Payoff = Unterschiedsbetrag zwischen Wert des underlying Assets (S im Zeitpunkt T) und dem Strike Price (BW-Investitionskosten wenn in Periode 2 investiert wird) Wenn S kleiner als X dann ist der Wert der Option Null Wenn S größer als X ist, dann ist der Wert der Option die Differenz zwischen S und X. Wert von 11 leitet sich aus Reihe 12 ab. Dabei wird ein „Actualization Faktor“ berücksichtigt (exp(-r) sowie die Wahscheinlichkeit p berücksichtigt welche von r, d und u abhängt.
  • Wertvolle ergänzung des traditionellen Kapitalwertverfahrens Inverstitionsprojekte werden nicht wie etwa Aktion an Börsen gehandelt. Deshalb ist deren Wertfeststellung schwieriger. Auch wenn Optionswerte nur näherungsweise oder in bandbreiten ermittelt werden können, so verbessern sie doch Entscheidungsfindungsprozesse erheblich.
  • Real Options in the Telco Industry

    1. 1. Realoptionen Peter KLUNE Wien, 21. Oktober 2008
    2. 2. Agenda <ul><li>Ausgangssituation </li></ul><ul><li>Realoptionen als Lösungsansatz? </li></ul><ul><li>Ein wenig Theorie </li></ul><ul><li>Praktische Anwendung </li></ul><ul><li>Bewertung </li></ul>
    3. 3. Ausgangssituation (1/2) <ul><li>Investitionen im Telco Bereich zeichnen sich aus durch: </li></ul><ul><ul><li>hohe Unsicherheit (Technologie, Nachfrage, Wettbewerb, Profitabilität, etc.) </li></ul></ul><ul><ul><li>Irreversibilität (sunk costs) </li></ul></ul><ul><ul><li>beträchtliche Investitionshöhe </li></ul></ul><ul><li>Möglichkeiten der Risikotragung </li></ul>Risk Sharing Risk Premium <ul><li>Long Term Contracts </li></ul><ul><li>PPP-Modelle </li></ul><ul><li>… . </li></ul><ul><li>Aufschlag auf WACC </li></ul><ul><li>Realoptionen </li></ul><ul><li>… . </li></ul>
    4. 4. Ausgangssituation (2/2) <ul><li>Traditionelle Bewertungsverfahren (z.B.: DCF-Methode) sind nicht in der Lage den Wertbeitrag von potentiellen Handlungsspielräumen zu bewerten. </li></ul><ul><li>Die Tatsache, dass Flexibilität (bzw. deren Aufgabe) einen gewissen Wert besitzt ist in der wissenschaftlichen Literatur unbestritten. </li></ul><ul><li>-> Konzept der Realoptionen ist ein Ansatz zur Bewertung </li></ul>Quelle: Marty, R. Valuing business projects using real options analysis (2006)
    5. 5. Ein wenig Theorie <ul><li>Definition Realoption * : </li></ul><ul><li>“ Zukünftige Handlungsspielräume und Investitions-möglichkeiten eines Unternehmens in Verbindung mit der Fähigkeit des Managements, operative Entscheidungen an veränderte Umweltbedingungen anzupassen.” </li></ul><ul><li>Realoptionen stellen demnach ein Bündel von Handlungs-optionen in Bezug auf die Verwendung und Nutzung realer Aktiva dar. Unter realen Aktiva sind dabei sämtliche tangiblen wie auch intangiblen Unternehmensressourcen zu subsumieren (Hungenberg H./Selinger G. (2005) . </li></ul>* Begriff wurde erstmals von Myers 1977 verwendet
    6. 6. Arten von Realoptionen Einschränkungs-Option Erweiterungs-Option Option der mehrstufigen Investitionsdurchführung Option der temporären Stilllegung Verzögerungs-Option Abbruchs-Option
    7. 7. Link zw. Real- <-> Finanzoptionen <ul><li>Realoptionen weisen die selben Charakteristika auf wie Finanzoptionen </li></ul><ul><ul><li>Flexibilität (bezüglich der Ausübungsentscheidung) </li></ul></ul><ul><ul><li>Unsicherheit (bezüglich der Wertentwicklung der Opt.) </li></ul></ul><ul><ul><li>Irreversibilität (bezüglich der getroffenen Ausübungsentscheidung) </li></ul></ul><ul><li>Damit vorgenannte Realoptionsarten mit Hilfe der Optionspreistheorie bewertet werden können, müssen diese bekannten Finanzoptions-typen zugeordnet werden. </li></ul>Europäische Option Call Opt. mit Dividende Put Opt. ohne Dividende mit Dividende ohne Dividende Amerikanische Option Call Opt. mit Dividende Put Opt. ohne Dividende mit Dividende ohne Dividende
    8. 8. Wertbestimmende Elemente <ul><ul><li>aktueller Wert S des Basiswerts </li></ul></ul><ul><ul><li>dem Ausübungspreis X der Option </li></ul></ul><ul><ul><li>der Optionslaufzeit T </li></ul></ul><ul><ul><li>der damit verbundenen Unsicherheit σ </li></ul></ul><ul><ul><li>dem künftigen Wertverlust δ </li></ul></ul><ul><ul><li>und dem risikolosen Zinssatz r </li></ul></ul>Quelle: Hungenberg H./Seliger G. (2005) “ in the money” Call Option
    9. 9. Bewertung von Realoptionen <ul><li>Die wissenschaftliche Forschung hat zahlreiche Modelle zur Bewertung von Realoptionen entwickelt: </li></ul><ul><li>Als für die praktische Anwendung operationalisierbar haben sich nur das Black-Scholes-Modell sowie das Binomialmodell erwiesen. </li></ul><ul><li>Ergebnis ist: </li></ul>Quelle: Hungenberg H./Seliger G. (2005) Erweiterter Kapitalwert Kapitalwert auf Basis DCF Wert der Flexibilität auf Basis der Realoptionstheorie = +
    10. 10. Bewertungsmodelle Quelle: Hungenberg H./Seliger G. (2005) Black-Scholes-Formel Vorgehensweise beim Binomialmodell
    11. 11. Beispiel: Erweiterter Kapitalwert Kapitalwert auf Basis DCF Wert der Flexibilität auf Basis der Realoptionstheorie = + Annahmen in Anlehnung an Ch. Krychowsky, Investment Decision in a Broadband Internet Network: A Real Option Approach
    12. 12. Rechenbeispiel Binomialmodell Mögliche Spannweite Optionswert Ermittlung Payoff X 2 = 48,9 Wahrscheinlichkeit (p) für Rekursion:
    13. 13. Pro und Contra Realoptionen <ul><li>Verzicht auf Handlungsoptionen bedeutet Wertverlust </li></ul><ul><li>Ergänzung der Kapitalwertmethode um Wertbeitrag der Flexibilität </li></ul><ul><li>Wissenschaftlich breit abgesicherter Approach </li></ul><ul><li>Intuitiv vorhandener Wert kann strukturiert erfasst werden </li></ul><ul><li>Analogie zwischen Finanz- und Realoptionen ist nicht perfekt, was die Bewertung erschwert </li></ul><ul><li>Schätzung der Inputparameter (Volatilität, Preis- und Kostenentwicklung mitunter aufwändig </li></ul>
    14. 14. Weiterführende Literatur: <ul><li>Literatur </li></ul><ul><li>Real options in ICT sector , Communications & Strategy, DigiWorld Economic Journal, Nr. 70, 2nd quarter 2008 </li></ul><ul><li>The new investment theory of real options and its implication for telecommunications economics , James Alleman & Eli Noam, Kluwer Academic Publishers, 2001 </li></ul><ul><li>Hungenberg H./Selinger G. (2005): Einsatzfelder und Operationalisierung der Realoptionstheorie , Implikationen für eine wertorientierte Unternehmensführung, Prof. Dr. Harald Hungerberg et.al. </li></ul><ul><li>Case Studies </li></ul><ul><li>Investment decisions in the wireless industry applying real options, Fotios C. Harmantzis, Venkata Praveen Tanguturi, Telecommunications Policy, Issue 31, 2007 </li></ul><ul><li>Assessing broadband investment risk through option theory, Kjel Ove Kalhagen & Nils Kristian Elnegaard, Telektronikk 2/3 2003 </li></ul><ul><li>Software </li></ul><ul><li>www.chrystalball.com (Oracle) </li></ul><ul><li>www.lumenaut.com/montecarlo.htm </li></ul>
    15. 15. Danke für Ihre Aufmerksamkeit Peter KLUNE Regulatory Affairs TELEKOM AUSTRIA AG Lassallestraße 9 A-1020 Austria › E-Mail [email_address]  Phone +43 (0)59059 1 16012   Fax +43 (0)59059 91 16012   Mobile +43 (0)664 629 61 76
    16. 16. Backup
    17. 17. Zusammenfassung Vorgehensweise beim Binomialmodell Quelle: Marty, R. Valuing business projects using real options analysis (2006)

    ×