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Ambulanzflug London Lusaka (Sambia) Erprobung Des Baby Pod2 Infant Transport Device

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Ambulanzflug London Lusaka (Sambia) Erprobung Des Baby Pod2 Infant Transport Device

  1. 1. Notfallpraxis ambulanzflug Ambulanzflug London – Lusaka (Sambia): Erprobung des „Baby Pod 2 – Infant Transport Device“Autor: Im November 2009 erhält die Einsatzzentrale der eine vollständige ITW-Ausrüstung. Im Hinblick auf diePhilipp Schneider MedCareProfessional GmbH den Auftrag, einen oft langen Transportstrecken wird eine größere AnzahlRettungs­assistent/ frühgeborenen Säugling von London nach Lusa- an Medikamenten und Verbrauchsmaterial vorgehalten.Chief Flight ka, die Hauptstadt Sambias, zu repatriieren. Zur Weiter werden alle lebenswichtigen Geräte wie Respi-Paramedic, Vorbereitung auf den anstehenden Transport rator, Monitoringsystem usw. redundant vorgehalten.MedCareProfessional erhält die Medical Crew, bestehend aus Pädiater Zusätzlich wird bei neonatologischen/pädiatrischen Ein-GmbH – Medical und Rettungsassistent, den Medical Report der sätzen ein intensivmedizinisches Kinderequipment einge-Flight Service, Londoner Kinderklinik. Daraus geht hervor, dass rüstet. Hierzu gehören neben einem Dräger BabyLog-Be-Kerkenbusch 15, sich die sambische Mutter des frühgeborenen atmungsgerät (einem auf alle Altersklassen abgestimmtem45529 Hattingen Mädchens zur Behandlung einer schwerwiegenden Monitoringsystem) sowie einem Intensivrucksack Neo/(Ruhr),ph.schneider@ Erkrankung in England aufhielt. Im Rahmen dieser Paed mit Medikamenten natürlich auch ein Transport­medcareprofes- Erkrankung kam es zur Frühgeburt in der 28. SSW. system für das zu verlegende Kind. Das Transportsystemsional.com Der nun zwei Monate alte und 2,4 kg schwere, wird je nach Größe und Gewicht gewählt. Zum Einsatz gesunde Säugling soll auf Wunsch der Mutter in kommen MaxiCosi, Kinderrückhaltesystem oder Inkuba- ihrer Begleitung ins Heimatland Sambia repatriiert toreinheit. Im speziellen Transportfall kommt aufgrund werden. der Größe des Kindes eigentlich nur ein klassischer Trans- portinkubator infrage. A ls Ambulanzflugzeug kommt ein Learjet 55 zum Ein- satz. Das Flugzeug verfügt über eine Reichweite von 5.000 km, fliegt 800 km/h schnell, mit einer maximalen Die klassischen Transportinkubatoren verfügen über alle Einrichtungen, um die intensivmedizinische Versorgung eines Frühgeborenen zu gewährleisten. Neben einem re- Reiseflughöhe von 12 km. Die Ausstattung des Ambu- dundanten Wärmesystem, einer Speicherheizung sowie ei- lanzflugzeugs wird generell durch die DIN 13234 für Am- ner Deckenheizung ist eine gute Zugänglichkeit von oben bulanzflugzeuge vorgegeben. Die intensivmedizinische und von vorne gegeben. Je nach Modell sind eine oder Ausrüstung des Flugzeugs wird durch die Ausstattungs- mehrere Lichtquellen vorhanden. Beatmungsgerät, Perfu- normen des European Aero-Medical Instituts (EURAMI) soren und Monitoringsystem sind integriert. Diese Variante geregelt. Hierzu gehörenAbb. 1: Das neben einem vollständigenAmbulanz- Monitoringsystem (NIBD,flugzeug: der IBD, ZVD, Pulsoxymetrie,Learjet 55 (Fotos: Kapnometrie, 12-Kanal-EKG,Ph. Schneider) Temperaturmessung) auch ein Intensivrespirator, acht Perfusoren, ein transporta- bles Blutgasanalysegerät, ein Intubationsbronchoskop mit Absaugmöglichkeit sowie ist für schwer erkrankte, intensivpflichtige Säuglinge die beste und sicherste. Jedoch wird der Inkubatortransport im Ambulanzflugdienst mit einem Bett-zu-Bett-Transport eineI 62 I 01 · 2011 I 34. Jahrgang I Rettungsdienst I 62
  2. 2. ambulanzflug notfallpraxislogistische Herausforderung. Der Inkubator mit vollstän- vorhanden. Eine Erreichbarkeit des Kindes ist durch dendiger Ausrüstung (inklusive Sauerstoff und Druckluftver- Plexiglasdeckel mit seinen Arbeitskanälen ständig gewähr-sorgung) muss mehrmals verladen und sicher in den aus- leistet.ländischen Ambulanzfahrzeugen fixiert werden. Gewichtund Sperrigkeit der Inkubatoreinheit erschweren Umladen Zur Erprobung des so genannten Infant Transport Deviceund Transport. stellte uns die Vertreiberfirma des BabyPod in Deutschland einen BabyPod 2 für den anste- henden Transport zur Verfügung. Da sich das zu transportierende Kind in einem stabilen Gesund- heitszustand befindet und keiner intensivmedizinischen Behand- lung mehr bedarf, besteht keine Indikation für einen klassischen Inkubatoreinsatz. Allerdings kommt wegen der Größe und des Gewichts des Kindes kein Transport im MaxiCosi oder Kin- derrückhaltesystem infrage. Am Morgen des eigentlichen Ein- satztages werden wir von einem englischen Ambulanzfahrzeug an Abb. 2: Herkömm- unserem Londoner Hotel abgeholt licher Transpor- und quer durch die Stadt in die tinkubator zuständige Kinderklinik gefahren.Als Alternative zum Inkubator wird für nicht-intensivpflich- Am Vorabend hatten wir schon den BabyPod sowie unseretige Kinder seit geraumer Zeit ein so genanntes BabyPod – Ausrüstung auf die Station gebracht und uns einen ersten Abb. 3:Infant Transport Device angeboten. Der BabyPod wird aus Eindruck von Kind und Mutter verschafft. In der Klinik Logistischeleichtem Kohlefaserstoff hergestellt und ähnelt ein wenig Herausforderungeiner Tonne mit Plexiglasdeckel. Er wird für mehrere Ge-wichtsklassen angeboten und besticht durch sein geringesEigengewicht sowie durch seine schnelle Fixierbarkeitund Sicherung mittels eines durchdachten Gurtsystems,das an Tragen jeglicher Art angebracht werden kann. AlsWärmequelle wird kein elektrisches Heizsystem eingesetzt,sondern eine Wärmematte (Transwarmer) zum Einmal­gebrauch, die ähnlich der bekannten Taschenwärmerfunktioniert. Der Hersteller garantiert eine Wärmeabgabevon 38 °C über drei Stunden an das Kind im BabyPod.Das Innere des BabyPod ist mit Schaumstoff ausgekleidetund einem Klettgurtsystem zur Sicherung des Kindes aus-gestattet. Das Kind liegt auf einer Vakuummatratze, in diedie Wärmematte integriert wird. Zudem können an derKopf- und Fußseite das Beatmungsgerät und das Monito-ringsystem fixiert werden. Ebenso kann Sauerstoff einge-leitet werden, auch sind Kabelkanäle zur Überwachung■ Erster Einsatztag Tab. 1 17.00 Uhr MEZ Das Ambulanzflugzeug wird am Standort Flughafen Köln/Bonn mit dem medizinischen Equipment inkl. BabyPod 2 beladen 18.30 Uhr MEZ Take Off in Köln/Bonn 19.45 Uhr MEZ Landung in London, Transport der Medical Crew, des BabyPods und des Kinder-Equipments zur Klinik 20.30 Uhr MEZ Ankunft in der Klinik, Übergabegespräch zum anstehenden Transport mit dem behandelnden Arzt, Untersuchung des Säuglings und Aufklärung der Mutter zu den Transportrisiken 21.30 Uhr MEZ Fahrt ins Hotel, Übernachtung01 · 2011 I 34. Jahrgang I Rettungsdienst I 63 I 63 I
  3. 3. Notfallpraxis ambulanzflug■ Zweiter Einsatztag Tab. 2 (Transwarmer) aktiviert und in den BabyPod eingebracht. Die Kinderkrankenschwestern teilen uns mit, dass sich das 6.00 Uhr MEZ Abholung des Säuglings in der Klinik, Umlagern in den Mädchen gewiss bemerkbar machen wird, wenn es hung- BabyPod und Transport zum Flughafen rig ist oder die Windeln gewechselt werden müssen. Mit 7.30 Uhr MEZ Ankunft am Flughafen, Boarding von Kind im BabyPod und dem Ambulanzfahrzeug geht es nun wieder quer durch Mutter London zum Flughafen, wo auch schon die Piloten am 8.00 Uhr MEZ Take-off in London Flugzeug auf uns warten. 12.20 Uhr MEZ Tankstopp in der Sahara in Süd-Algerien 16.30 Uhr MEZ Tankstopp in Kamerun Der BabyPod mit dem Kind wird von der Fahrtrage des 20.15 Uhr MEZ Ankunft in Lusaka, Sambia; Übergabe am Flughafen an das Ambulanzfahrzeugs auf den Stretcher des Flugzeugs ge- nun zuständige Klinikpersonal des Lusaka Childrens Hospital schnallt. Die Fixierung erfolgt zügig mit einem Gurtsystem 21.00 Uhr MEZ Einsatzende, Fahrt ins HotelAbb. 4: BabyPod2 im englischen angekommen informieren uns die behandelnden Ärzte und ähnlich dem von Kinderrückhaltesystemen aus dem Ret-Ambulanz- Schwestern über den aktuellen Gesundheitszustand der tungsdienst. Auf dem Stretcher gelagert wird der BabyPodfahrzeug kleinen Patientin. Das nunmehr zwei Monate alte Mäd- in das Ambulanzflugzeug eingeladen. Dem Säugling gehtAbb. 5: Die chen wurde in der 28. SSW zur Welt gebracht. Sie musste es nach wie vor sehr gut und der Start erfolgt problemlos.Fixierung der zu keiner Zeit mit einem Respirator beatmet werden und Aufgrund der veränderten Atmosphäre auf Reiseflughö-kleinen Patientinerfolgt zügig mit benötigte nur geringe Sauerstoffzufuhr in den ersten zwei he – London liegt auf Meereshöhe, die Kabinenhöhe deseinem Gurtsystem Wochen. Die Ernährung erfolgt mittels einer Magenson- Flugzeugs liegt auf Reiseflughöhe bei ca. 2,2 km – werden de über die Nase des Kindes. Das Kind ist 2,4 kg schwer 0,5 l Sauerstoff pro Minute in den BabyPod eingeleitet. und wird im Wärmebettchen nicht mehr intensivpflichtig Zur Überwachung wird permanent die Sauerstoffsättigung versorgt. Es ist gesund und benötigt keine medikamentöse über den linken Fuß ermittelt und intermittierend der Blut- Therapie. druck am rechten Oberarm gemessen. Im Flugzeug wird die flüssige Säuglingsnahrung mit heißem Wasser aus der Für den Notfall wurde eine Venenverweilkanüle am rech- Bordküche erwärmt und in einer Spritze aufgezogen über ten Fußrücken gelegt und zum Offenhalten mit einer Hepa- die Magensonde an das Kind gefüttert. rinlösung gespült. Von der Klinik erhalten wir neben einem großen Paket Windeln auch die Flüssignahrung, von der Um den Druckausgleich des Mittelohrs bei Start und der Säugling alle drei Stunden 50 ml über die Magensonde Landung zu beschleunigen und Schmerzen vorzubeugen, erhalten muss. Für den anstehenden Transport wird der wird der Säugling in diesen Flugphasen zum Saugen am Säugling mit Blutdruckmanschette, Pulsoxymetrie und Schnuller animiert. Um den Sauganreiz zu verstärken, einer Temperatursonde verkabelt und in dem BabyPod wird der Schnuller mit einer 40%igen Glukoselösung be- gelagert. Zum Wärmeerhalt wird zuvor eine Wärmematte tropft. Diese Maßnahme hat sich im AmbulanzflugdienstI 64 I 01 · 2011 I 34. Jahrgang I Rettungsdienst I 64
  4. 4. ambulanzflug notfallpraxis Abb. 6: Ernährung über die Magen- sonde Abb. 7: Gluko- segabe bei Start und Landung Abb. 8: Am Flughafen in Londonbewährt und beruht auf der Erfahrung, dass Glukose bei Mutter und Kind sind wohlbehalten in Sambia angekom-Frühgeborenen schmerzstillend wirkt. Klinisch wird diese men, und der gesamte Einsatz verlief für alle BeteiligtenMaßnahme z.B. auch vor Venenpunktionen angewandt. zufriedenstellend. Der BabyPod konnte praktischerweiseDer Flug nach Lusaka mit zwei Tankstopps – einem in aufgrund seiner Handlichkeit leer in der Bordtoilette desder Sahara in Algerien sowie in Kamerun – verläuft ohne Flugzeugs verstaut werden. Das System BabyPod hat sichZwischenfälle. Der Säugling ist vital stabil und benötigt in diesem Fall auf ganzer Linie bewährt. Die Leichtigkeitkeine weitere Wärmezufuhr durch die Wärmematten. und Größe des Infant Transport Device machten Umlagern und Wechsel auf die unterschiedlichen Tragensysteme derAm Zielflughafen angekommen erwartet uns schon ein Transportmittel schnell und einfach. Auch das Umlagernmedizinisches Team des Lusaka Children’s Hospital mit der kleinen Patientin in den BabyPod erfolgte problemlos.zwei Ambulanzfahrzeugen. Das Umlagern des Kindes Die Sicherung mit Vakuummatratze und Klettgurtsystemvom Flugzeug in das Ambulanzfahrzeug funktioniert rei- im Inneren überzeugt durch einfache Handhabung. In denbungslos. Der BabyPod wird einfach mit seinem Gurtsys­ durchsichtigen Flügeltüren des BabyPods sind Handein-tem von der Flugzeugtrage gelöst und kann leicht von ei- lässe eingearbeitet, durch die der Säugling jederzeit gutner Person in den Patientenraum des Fahrzeugs getragen zu erreichen war. Auch die kleine Patientin fühlte sichwerden. Dort übernehmen eine Kinderkrankenschwester über den gesamten Transport hinweg in ihrem Schutz-und der nun zuständige Pädiater den Säugling in einen raum sichtlich wohl. Jedoch kann der BabyPod in seinenim Fahrzeug gesicherten Klinikinkubator. Im Übergabe­ unterschiedlichen Ausführungen den klassischen Trans-gespräch werden dem Personal die medizinischen Un- portinkubator nicht ersetzen. Für Transporte von inten-terlagen und Aufzeichnungen der Londoner Klinik sowie sivpflichtigen Säuglingen und Frühgeborenen gibt es keinedrei Kartons mit Säuglingsnahrung übergeben. Alternative zum Inkubator. � ■01 · 2011 I 34. Jahrgang I Rettungsdienst I 65 I 65 I

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