Alternative Ansätze der Risikoabsicherung – neue Wege zu den KapitalmärktenDr. Lars JaegerFachgespräch: „Atomhaftung und R...
Highlights Nuklearrisiken sind signifikant unterversichert. Unterversicherung bedeutet zuletzt eine Verlagerung der Risi...
3HighlightsInhaltInhalt3I. Hintergrund und MotivationII. Eigenschaften von Nuklear-RisikenIII. Verlustkomponenten und Risi...
Hintergrund und MotivationNeue Zürcher Zeitung, Artikel vom 30. November 2010 (drei Monate vor Fukushima)44
Hintergrund und MotivationWarum (zusätzliche) Nuklear-Versicherung?5 Politische/konzeptionelle Gründeo Verminderung der S...
Hintergrund und MotivationSind Nuklear-Risiken überhaupt versicherbar?66 Versicherungskriterien1) Zufälligkeit Keine In...
Hintergrund und MotivationHintergrund: Gegenwärtige Haftungsbestimmungen für AKWs77 Konventionen und Vereinbarungeno Konv...
Hintergrund und MotivationSituation heute8 Ausschluss von Nuklearrisiken in allen Versicherungsvereinbarungen und Rückver...
Hintergrund und MotivationKapitalmarktlösung für Versicherung von Nuklear-Risiken99 Eigenschaften von «Insurance Linked S...
10HighlightsInhaltInhalt10I. Hintergrund und MotivationII. Eigenschaften von Nuklear-RisikenIII. Verlustkomponenten und Ri...
Eigenschaften von Nuklear-RisikenINES (International Nuclear and Radiological Event Scale) – Vermessung von Nuklear-Ereign...
Eigenschaften von Nuklear-RisikenINES grösser als 4 - Ereignisse seit 194512 Prä-Tschernobyl-, militärische und sowjetisc...
Eigenschaften von Nuklear-RisikenEmpirische Wahrscheinlichkeits- und Frequenzverteilung13 Wahl der Risikoeinheit = ein Ja...
Eigenschaften von Nuklear-RisikenMathematische Modellierung der Ereignis-Verteilung14 Verwendung einer Single-Parameter P...
Eigenschaften von Nuklear-RisikenMathematische Modellierung der Wahrscheinlichkeitsverteilung auf Basis vergangenen Daten1...
Eigenschaften von Nuklear-RisikenEin Blick in die Zukunft16 Ereignisse basieren zumeist aufo Der «Badewannen-Kurve» - häu...
Eigenschaften von Nuklear-RisikenZusammenfassung der Modellierungen und Schlussfolgerungen17 Ereignistrigger benötigt ein...
18HighlightsInhaltInhalt18I. Hintergrund und MotivationII. Eigenschaften von Nuklear-RisikenIII. Verlustkomponenten und Ri...
Verlustkomponenten und RisikoprämienVerlustkomponenten und parametrische Indexberechnung19 Kosten aufgrund der radioaktiv...
Verlustkomponenten und RisikoprämienBeispiel eines Systems von Messstationen für Erdbeben (Fukushima)20
Das Problem erwarteter Verluste21 Manche Versicherungen verlangen nach substantiell höheren Prämien als der traditionelle...
22HighlightsContentInhalt22I. Hintergrund und MotivationII. Eigenschaften von Nuklear-RisikenIII. Verlustkomponenten und R...
Schema einer Katastrophenanleihe23Struktur eines nuklearen RisikobondsVersicherungs-nehmerAnlegerSPVVersicherungs-vertragP...
Vorschlag24 Aufsetzen und Strukturierung einer Kapitalmarktlösung für Nuklearrisikeno Risikomodellierung und Aufsetzen vo...
25SprecherDr. Lars JaegerChief Executive OfficerTel: +41 41 768 85 02lars.jaeger@altbetapartners.comAlternative Beta Partn...
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Vortrag 5 jaeger nuklear_risiko

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Fachgespräch "Atomhaftung und Rückstellungen der AKW-Betreiber"

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  1. 1. Alternative Ansätze der Risikoabsicherung – neue Wege zu den KapitalmärktenDr. Lars JaegerFachgespräch: „Atomhaftung und Rückstellungen der AKW-Betreiber“, Berlin, 18. März 2013
  2. 2. Highlights Nuklearrisiken sind signifikant unterversichert. Unterversicherung bedeutet zuletzt eine Verlagerung der Risiken - und somit Externalisierung von Kosten - zulasten derSteuerzahler. Politische Akzeptanz solcher Kostenexternalisierungen ist zunehmend fragwürdig. «Insurance Linked Securities» («ILS») werden bereits seit Jahren dazu verwendet, seltene, aber dafür schwerwiegende Ereignissezu versichern. Sie bieten einen besseren Versicherungsschutz als ungesicherte Rückversicherungen. Zahlungen müssen dafür zumeist auf der Basis einer parametrischen Funktion basiert werden. Dies ermöglicht ausreichendgenaue mathematische Modellierung sowie unkomplizierte Auszahlungsbedingungen. Geschätztes Marktvolumen für kapitalmarktgerechte Versicherungen für Nuklearrisiken: 80-100 Mrd. Euro. Vorschlag, einen “Pilot-Bond” aufzulegen, um atomare Risiken von AKWs auf parametrischer Basis zu versichern. Zielgrösse: 100Millionen Euro.HighlightsZusammenfassung2
  3. 3. 3HighlightsInhaltInhalt3I. Hintergrund und MotivationII. Eigenschaften von Nuklear-RisikenIII. Verlustkomponenten und RisikoprämienIV. Struktur eines nuklearen Riskikobonds
  4. 4. Hintergrund und MotivationNeue Zürcher Zeitung, Artikel vom 30. November 2010 (drei Monate vor Fukushima)44
  5. 5. Hintergrund und MotivationWarum (zusätzliche) Nuklear-Versicherung?5 Politische/konzeptionelle Gründeo Verminderung der Sozialisation von Kosten und entsprechender politischer undökonomischer Friktioneno Schutz der Steuerzahlero Unmittelbare Verfügbarkeit von Geldern für Opfer, unabhängig von politischerWillensbildungo Höhere Kostentransparenz: «Echte» Marktpreise für Atomenergieo Keine Verminderung von Reserven für Endlagerung und Rückbau der Anlagen Geschäftspolitische Gründeo (Teilweise) Berücksichtigung der öffentlichen Meinung: Reputationsvorteilgegenüber Wettbewerberno Schutz der Aktionäre und Obligationäre. Aufbesserung der Bilanz durch bessergeschütztes Eigenkapitalo Geschäftskontinuität im Fall eines Ereignisses
  6. 6. Hintergrund und MotivationSind Nuklear-Risiken überhaupt versicherbar?66 Versicherungskriterien1) Zufälligkeit Keine Interessenkonflikte (auf Seiten des Versicherungsnehmers) Verlustbeschränkung (durch definierte Verlustgrenzen) Grosse Anzahl ähnlicher Risikoeinheiten (vergleichbar mit Industrie-Versicherung,Gegenbeispiel: Versicherung für Satellitenlancierung) Möglichkeit der Verlustbestimmung (Verwendung von parametrischer Indizes) Möglichkeit der Berechnung des erwarteten Verlustes und derWahrscheinlichkeitsfunktion für das Eintreten von Ereignissen («Modellierbarkeit») Potentieller Verlust Strukturelle Ähnlichkeit mit dem Versicherungsmarkt für Naturkatastrophen;Marktgrösse 250 Mrd. USD2) Modellierbarkeit Verfügbarkeit von historischen Verlusten und Risiken Möglichkeit der Berechnung des zu erwartenden Verlustes (parametrischer Ansatz)1) Information aus dem Buch “Limits of Insurability” von Baruch Berliner (Swiss Re)2) Quelle: Swiss Re
  7. 7. Hintergrund und MotivationHintergrund: Gegenwärtige Haftungsbestimmungen für AKWs77 Konventionen und Vereinbarungeno Konvention von Paris 1960, überarbeitet 2004o Brüsseler Zusatz-Konvention 1963 (zur Pariser Konvention), überarbeitet 2004o Konvention von Wien 1963, überarbeitet 1997o Gemeinsames Protokoll 1988 (Beziehung zwischen Paris und Vienna Protokoll)o Price-Anderson Act 1988 (USA) Prinzipieno Exklusive Haftung der AKW-Betreibero Absolute Haftung der AKW-Betreiber: kein Beweis der Schuld oder Nachlässigkeitnotwendigo Beschränkung der Haftungssumme und der Zeit, Ansprüche anzumeldeno Verpflichtung der AKW-Betreibe, eine Versicherung oder Finanzdeckung in Höhe derHaftungssumme vorzulegen.
  8. 8. Hintergrund und MotivationSituation heute8 Ausschluss von Nuklearrisiken in allen Versicherungsvereinbarungen und Rückversicherungeno Verantwortung fällt ausschliesslich den Bertreibern zuo Unklar, ob gegenwärtige Regelungen juristisch wasserdicht Haftungsversicherung auf der Basis von nationalen Poolso Syndikat von Ko-Versicherungen, normalerweise lokale Versicherungen undRückversicherungeno Versicherung von lokalen Installationen; möglicherweise Rückversicherung anderer Poolso Teilnehmer sind verpflichtet, Netto-Positionen einzugehen (kein weiterer Risikotransfererlaubt) Offene Problemeo Sehr beschränkte Kapazität: Zur Zeit ca. 1-2 Mrd. USD (verglichen mit 250 Mrd. USD fürNaturkatastrophen)o Konzentration auf einige wenige Versicherungeno Risikoprämie ist zu niedrig
  9. 9. Hintergrund und MotivationKapitalmarktlösung für Versicherung von Nuklear-Risiken99 Eigenschaften von «Insurance Linked Securities» («ILS»)o Risikotransfer zu einem grossen Pool von Investoren gegen Zahlung einer Risikoprämieo «Atomisierung» des Risikos zu einer diversifizierten Anlegerschaft, die einzelnbeschränkte Risiken eingehen kann.o Strukturiert als «Katastrophen-Anleihe» oder Vergleichbares Etablierte Risiken in bestehenden ILS-Anlageno Naturkatastrophen wie Wirbelstürme, Orkane, Erdbeben oder Überflutungeno Meteorologische Ereignisse wie Dürren, exzessiver Schnee- oder Regenfall, etc.o Pandemien wie Grippen oder andere ansteckende Krankheiteno Menschenverursachte Schäden in Luft-, Schiff- und Raumfahrt oder Industrieanlageno Numerische Risiken. z.B. in der Lotterie Vorteile von ILSo Schnelle, juristisch transparente und nicht disputierte Schadensregelungo Schnelle und verlässliche Verfügbarkeit der Geldero Hohe Kapazität: gegenwärtige Grösse des Marktes ca. 500 Mrd. USD
  10. 10. 10HighlightsInhaltInhalt10I. Hintergrund und MotivationII. Eigenschaften von Nuklear-RisikenIII. Verlustkomponenten und RisikoprämienIV. Struktur eines nuklearen Riskikobonds
  11. 11. Eigenschaften von Nuklear-RisikenINES (International Nuclear and Radiological Event Scale) – Vermessung von Nuklear-Ereignissen1111 Die INES Skala definiert sich aus verschiedenen Kriterien inkl.subjektiver Beurteilungen Ein wesentliches Kriterium begründet sich auf die Freisetzung vonRadioaktivität, gemessen in Terra Becquerel(TBq)-Äquivalenz von131Iod Es gibt keine klaren numerischen «cut-off» Werte1) 2)1) INES 7 definiert sich als “An event resulting in an environmental release corresponding to a quantity of radioactivity radiologically equivalent to a releaseto the atmosphere of more than several tens of thousands of terabecquerels of 131I.”2) “These criteria relate to accidents where early estimates of the size of release can only be approximate. For this reason, it is inappropriate to use precisenumerical values in the definitions of the levels. However, in order to help ensure consistent interpretation of these criteria internationally, it is suggestedthat the boundaries between the levels are about 500, 5000 and 50 000 TBq 131I.”101001000100001000001000000INES 4 INES 5 INES 6 INES 7ReleaseofTBqof131IodineEquivalentQuelle: Alternative Beta Partners
  12. 12. Eigenschaften von Nuklear-RisikenINES grösser als 4 - Ereignisse seit 194512 Prä-Tschernobyl-, militärische und sowjetische Ereignisse basieren nur auf Schätzungen(welche stark von der Informationsquelle abhängen) Verlässliche Analyse beruht so hauptsächlich auf weltweiten Industrieanlagen012345678AnzahlderEreignisseINES>=4OtherIndustrialMilitary9%Research21%Medical6%Industrial64%Verteilung der INES >=4 Ereignisse seit 1945Quelle: Alternative Beta Partners
  13. 13. Eigenschaften von Nuklear-RisikenEmpirische Wahrscheinlichkeits- und Frequenzverteilung13 Wahl der Risikoeinheit = ein Jahr Reaktorlaufzeit Keine Berücksichtigung vono Technologischen Unterschiedeno Kapazitätsunterschiedeno Unterschiede in Sicherheitsrichtlinieno Unterschiedlichen natürlichen Risiken02000400060008000100001200014000160001940 1960 1980 2000 2020SummierteReaktorjahreErgebnis:14’506 Reaktorjahre weltweit, 439Reaktoren am Netz Ende 2010Frequenz f zwischen 0.5 (1991-2000 Dekade)und 1.5 (1956-2011 Durschnitt) «INES >= 4»-Ereignisse pro 1’000 Reaktorjahre0.00010.0010.010.1INES>=4EreignisseproReaktorjahrQuelle: Alternative Beta Partners
  14. 14. Eigenschaften von Nuklear-RisikenMathematische Modellierung der Ereignis-Verteilung14 Verwendung einer Single-Parameter Pareto-Verteilung für die Modellierung der Extreme Typischer α-Parameter in den Modellen fürverschiedene Versicherungsgefahren(“insurance perils”)o Menschen-verursacht• Feuer 1.5-2.0• Industrie 0.9-1.5• Energie 0.9-0.9• Öltanker 0.5-0.6• Terrorismus 0.5-0.6o Naturkatastrophen• Wind 0.7-0.8• Erdbeben 0.3-0.4Ergebnisse für Modelle nuklearen Risikos:α = 0.41 (gesamte Daten)α = 0.34 (nur industrielle Daten)Quelle: Alternative Beta Partners1%10%100%100 1000 10000 100000 1000000BedingteWahrscheinlichkeitfürINES>=4Freisetzung des TBq-Äquivalenz von Iod-131All Data PointsIndustrial Only
  15. 15. Eigenschaften von Nuklear-RisikenMathematische Modellierung der Wahrscheinlichkeitsverteilung auf Basis vergangenen Daten15 Getrennt pro Reaktor, für alle Reaktoren weltweit (439), sowie fürDeutschland, Schweiz, Schweden kombiniert (jeweils 17, 5, 10 Reaktoren) Berechnungen für hochgeschätzte Parameter («HIGH») (α = 0.34, f = 1.5) und niedrige Schätz-Parameter (“LOW”) (α = 0.41, f = 0.5)Wahrscheinlichkeiten 1 Reaktor 439 Reaktoren 32 ReaktorenLOW HIGH LOW HIGH LOW HIGHINES >= 4 0.05% 0.15% 22.0% 65.9% 1.60% 4.80%INES >= 5 0.02% 0.07% 8.5% 30.1% 0.62% 2.19%INES >= 6 0.01% 0.03% 3.3% 13.8% 0.24% 1.00%INES >= 7 <0.01% 0.01% 1.3% 6.3% 0.09%0.46%Geeignet fürKapitalmarktlösungen à laILSBemerkung: Bottom-up Berechung der Core Damage Frequencies (CDF) unterVerwendung der Probabilistic Safety Analysis (wie ihn Anbieter bevorzugen) kommt zuwesentlich tieferen Werten:BWR/4 1 × 10–5 (Generation I)BWR/6 1 × 10–6 (Generation I)ABWR 2 × 10–7 (Generation II)ESBWR 3 × 10–8 (Generation III design phase)BWR = Boiling Water Reactor, ABWR = Advanced Boiling Water Reactor, ESBWR =Economic Simplified Water ReactorQuelle: Next-generation nuclear energy: The ESBWR in Nuclear News
  16. 16. Eigenschaften von Nuklear-RisikenEin Blick in die Zukunft16 Ereignisse basieren zumeist aufo Der «Badewannen-Kurve» - häufig verwendetim Ingenieurswesen. Sie beschreibt diebesondere Form der Entwicklung derEreigniswahrscheinlichkeit aufgrund dreierlei:• Frühzeitige Funktionsstörungen• Operationelle Störungen• Verschleisso Verbesserungen aufgrund• Technologischer Innovation• Fehlererkennungo Verschlechterungen aufgrund• Kostendruck (Wirtschaftlichkeit)• «Einlull»-Periode nach Phase ohneEreignisse mit Abschwächung derStandardsFailureRateTimeEarly Wear-out Operational ObservedSind wir heutehier?Source: Alternative Beta Partners
  17. 17. Eigenschaften von Nuklear-RisikenZusammenfassung der Modellierungen und Schlussfolgerungen17 Ereignistrigger benötigt eine objektive und messbare Skala, die INES nicht hergibt. Mathematische Modelle wir Pareto-Verteilungen finden bereits breite Verwendung für dieModellierung und Berechnung von Risiken für Extremereignisse. Hier lässt sich auch fürNuklearrisiken anknüpfen. Die erwartete Eintrittswahrscheinlichkeit liegt signifikant unter 0.5% (Grenze fürVersicherungsmodelle) Die Risikoprämien werden daher in den Minimalbereich von 300-350 Basispunkt (3%-3.5%)fallen, welcher der ILS-Markt für jegliche Risiken verlangt (besicherte Versicherungskapazität). DiePrämie hängt also nicht von den Modellspezifikationen ab.
  18. 18. 18HighlightsInhaltInhalt18I. Hintergrund und MotivationII. Eigenschaften von Nuklear-RisikenIII. Verlustkomponenten und RisikoprämienIV. Struktur eines nuklearen Riskikobonds
  19. 19. Verlustkomponenten und RisikoprämienVerlustkomponenten und parametrische Indexberechnung19 Kosten aufgrund der radioaktiven Verseuchung Physische Verluste (Häuser, Land, Geräte, etc.) Produktionsausfallskosten Medizinische Kosten (kurz, mittel-, langfristig) Kosten der Umsiedlung und Verdienstausfallskosten
  20. 20. Verlustkomponenten und RisikoprämienBeispiel eines Systems von Messstationen für Erdbeben (Fukushima)20
  21. 21. Das Problem erwarteter Verluste21 Manche Versicherungen verlangen nach substantiell höheren Prämien als der traditionelle Ansatzvon «Erwartungswert plus Prämie1)». Gründe hierfür sind:1. Grösse des versicherten Verlustes ist derart gross, dass sich für die Versicherungender Diversifikationseffekt abschwächt (z.B. US Hurrikane)2. Verluste korrelieren mit der Bilanzstruktur der Firma (Kreditausfallsversicherungen)3. Hohe Unsicherheiten bei Modell und Parametern (z.B. Sterblichkeit, Pandemie)4. Neue, weniger bekannte Form des Risikos (z.B. Raumfahrt) Für Nuklearversicherungen sind die Punkte 1 und 3 oben relevanto Keine vollständige Modellsicherheit erforderlich, da Erwartungswert für Verlust < 0.5%o Prämie wird ein Vielfaches des erwarteten Verlustes betragen Arbeitshypothese: Für eine Nuklearversicherung mit einem erwarteten Verlust von < 0.5% wirdder ILS-Markt eine Prämie von 300-350bps (3%-3.5%) verlangen, welches die Minimalprämie fürjegliche besicherte Versicherungskapazität darstellt. Dies entspricht je nach Grösse des Pools(D, D&CH, EU&CH) ca. 2-3 Eurocent pro kWh.1) Intermediäre Kosten (Brokerage), interne Kosten und KapitalkostenVerlustkomponenten und Risikoprämien
  22. 22. 22HighlightsContentInhalt22I. Hintergrund und MotivationII. Eigenschaften von Nuklear-RisikenIII. Verlustkomponenten und RisikoprämienIV. Struktur eines nuklearen Riskikobonds
  23. 23. Schema einer Katastrophenanleihe23Struktur eines nuklearen RisikobondsVersicherungs-nehmerAnlegerSPVVersicherungs-vertragPrämieA BKauf desBondsCouponBezahlung*RückzahlungCollateralTrustInvestmentsCABCDer Versicherungsnehmer erhält eine Versicherung vom SPV gegen Bezalung einer PrämieDas SPV hedged sein Versicherungsrisiko durch Ausgabe eines Bonds/einer Note auf den KapitalmärktenDie Einnahmen des SPV kommen in den «collateral trust» und werden in sichere Anlagen getätigt (d.h.AAA StaatsanleihenInvestment Rendite plusRückzahlung* bei Nichteintreten des Ereignisses
  24. 24. Vorschlag24 Aufsetzen und Strukturierung einer Kapitalmarktlösung für Nuklearrisikeno Risikomodellierung und Aufsetzen von Messstationeno Festlegung einer geeigneten Strukturo Dokumentation Umsetzungo Identifikation und Edukation geeigneter (institutioneller) Investoreno Vertriebsstrukturo Pilotprojekt: Aufsetzen einer Anleihe in der Grössenordnung von 100-200 Mio. EuroStruktur eines nuklearen Risikobonds
  25. 25. 25SprecherDr. Lars JaegerChief Executive OfficerTel: +41 41 768 85 02lars.jaeger@altbetapartners.comAlternative Beta Partners AGZugerstrasse 576341 Baar-ZugSwitzerlandTel: +41 41 768 85 85Fax: +41 41 768 83 80www.altbetapartners.comDr. Lars Jaeger25Nach seinem Studium der Physik und Philosophie an der Universität Bonn und der Ecole Polytechnique in Paris promovierte LarsJaeger 1997 am Max-Planck-Insitut für Physik komplexer Systeme in Dresden im Bereich Theoretische Physik (NichtlineareDynamik/Chaostheorie). Als Post-Doktorand setzte er im Anschluss daran seine wissenschaftliche Tätigkeit auf dem Gebietnichtlinearer Dynamik in Dresden fort.Seine Berufskarriere begann Lars Jaeger als Wissenschaftler bei der Olsen & Associates AG in Zürich, wo er sich mit derökonometrischen und mathematischen Modellierung von Finanzmärkten (Währungen und Zinsen) beschäftigte. Nach zwei Jahrenwechselte er zur Credit Suisse Asset Management in den Bereich nichttraditioneller Anlagen, wo er für das Risikomanagement unddie quantitative Hedge-Fonds Analyse verantwortlich war.Im Juli 2000 gründete Lars Jaeger zusammen mit weiteren Partnern die saisGroup AG, Zug, eine auf alternative Anlagestrategienspezialisierte Investmentgesellschaft, die sich im Dezember 2001 der Partners Group anschloss. Bei der Partners Group baute erden Bereich Risikomanagement für Hedge Fonds auf und war heute verantwortlich für den Bereich Alternative Beta Strategies.Seit Jan 2010 ist er CEO der ausgegründeten Alternative Beta Partners AG, die sich u.a. mit Investments in ILS beschäftigt.Lars Jaeger ist ein „Chartered Financial Analyst“ (CFA) und ein zertifizierter „Financial Risk Manager“ (FRM). Er ist Autor der Bücher„Risk Management of Alternative Investment Strategies” (Financial Times/Prentice Hall), „The New Generation of RiskManagement for Hedge Funds and Private Equity Investments“ und „Through the Alpha Smoke Screen: A Guide to Hedge FundReturn Sources“, „Alternative Beta Strategies and Hedge Fund Replication“ sowie Verfasser verschiedener wissenschaftlicherArtikel sowie Sprecher auf diversen Fachtagungen.

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