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Vortrag 10 Jahre e-teaching.org

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Textfassung des Vortrags "10 Jahre e-teaching.org" bei Jubiläumstagung 26.06.2013 in Tübingen, mit Folien

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Vortrag 10 Jahre e-teaching.org

  1. 1. 10 Jahre e-teaching.org: Wegbegleiter & Wegbereiter mediengestützter Hochschullehre Joachim Wedekind, Tübingen Vortrag am 26.06.2013 bei der Jubiläumstagung 10 Jahre e-teaching.org, Tübingen Im Jahr 2000 haben Encarnacao, Leidhold & Reuter - drei in der damaligen E-Learning- Szene renommierte Vordenker - eine "Vision 2005" formuliert, darin hiess es u.a.: “… wird Thomas S. das Internet absuchen, um sich - mit Hilfe verschiedener Online- Bildungsanbieter - über die weltweit angebotenen Kurse und Abschlüsse zu informieren. Typischerweise ist (…) das Studium insgesamt (online zugänglich). Seminare und Vorlesungen, Kurse und Betreuung werden als multimediale Websites oder als “training in the box” angeboten. Dazu gibt es persönliche Beratung vor Ort. Die klassische Hochschule hat Konkurrenz bekommen.” Die drei Autoren ernteten heftigen Widerspruch, sowohl was den Zeithorizont betraf, als auch für die für viele nicht allzu wünschenswerte Perspektive der Hochschullehre. Nun, mit etwas Verspätung, nämlich seit 2012, hat die klasssiche Hochschule mit inzwischen 100erten von MOOCs, wenn nicht Konkurrenz, so doch Veränderungsimpulse bekommen. Die digitalen Medien haben also nicht nur das Potenzial, die Hochschullehre zu verändern, sondern solche Veränderungsprozesse finden tatsächlich statt. e-teaching.org, inzwischen 10 Jahr alt, hat diese Phase mit ihren zahllosen Entwicklungsprojekten, Erprobungen und Implementationen hin zur Etablierung neuer Lehr-/Lernformen im Hochschulalltag aktiv begleitet und gefördert. Ich möchte im Folgenden zunächst die Ausgangssituation in Erinnerung rufen, die zur Einrichtung des Portals e-teaching.org führten. Dann ist die inhaltliche Ausgestaltung darzustellen, weniger als Rückschau auf die Projektgeschichte, sondern weil sich daran typische Entwicklungen, Um- und Neuorientierungen in der E-Teaching-Szene festmachen lassen und im letzten Teil vielleicht Impulse für die weitere Ausrichtung und Arbeit am Portal e-teaching.org. Was die Ausgangslage vor einem Jahrzehnt betrifft, kann ich fast nahtlos an den Beitrag von Ulrike Cress anknüpfen. Sie hatte u.a. die umfangreichen Förderprogramme des Bundes und der Länder aufgelistet (hier noch einmal zusammengefasst in einer Übersicht unseres damaligen bmbf- Begleitprojekts kevih).
  2. 2. Dass damals erhebliche Fördermittel für Neue Medien in der Hochschullehre bereit gestellt wurden, war den einhelligen Empfehlungen zuzuschreiben, die zuvor von BLK, Wissenschaftsrat, HRK und Stiftungen gegeben wurden, nicht zuletzt vor dem Hintergrund internationaler Entwicklungen. Müller-Böling (Hamm & Müller-Böling, 1997, S. 14) vom CHE (dem Centrum für Hochschulentwicklung) formulierte es seinerzeit so: Die Förderpolitik solle E-Learning auch als „medieninduzierte Innovation, als Motor der dringend erwünschten Hochschulentwicklung“ einsetzen. Gleichzeitig sollten die Mittel aus Sicht der Geldgeber natürlich möglichst nachhaltig, d.h. für eine dauerhafte Nutzung und langfristige Veränderungen genutzt werden. Euler & Seufert (2004) machten auf die Schwierigkeiten aufmerksam, eine Balance zwischen den Erwartungen an Nachhaltigkeit und Innovation zu finden, weil dabei gleich mehrere Dimensionen auf der Ebene der Projekte und der jeweiligen Institution angesprochen sind: „Die Nachhaltigkeit von eLearning-Innovationen zielt auf eine dauerhafte Implementierung und Nutzbarmachung der Potenziale von E-Learning in einer Organisation. Wesentliche Bedingungen dafür sind ... • der Nachweis eines pädagogischen Mehrwerts, • die Flexibilität und Effizienz der Gestaltung der Organisations- strukturen und -prozesse, • eine ökonomische Effizienz im Ressourceneinsatz, • eine stabile und problemgerechte Technologie sowie die • zielbezogene Gestaltung der Lern- und Organisationskultur.“ Ulrike Cress hat auf die Ernüchterung und Frustration nach den Förderprogrammen bereits hingewiesen. Wir selbst hatten Im Rahmen des Projekts kevih zwei konkrete Hemmnisse identifiziert: Da war einmal die 5%-Hürde, d.h. die geringe Zahl der Hochschul- lehrenden, die sich im E-Teaching engagierten. Dem lag eine einfache Rechnung zugrunde: An fast 360 bundesdeutschen Hochschulen arbeiteten etwa 164.000 Lehrpersonen. Im Förderprogramm „Neue Medien in der Bildung“ des
  3. 3. Bundes wurden 100 Verbundvorhaben mit 541 Teilprojekten gefördert. Bei durchschnittlich 4 pro Teilprojekt beteiligten Hochschullehrenden zählten wir knapp 2200 Aktive. Aus den Förderprogrammen der Bundesländer addierten wir - obwohl die Schnittmenge der beteiligten Personen zu den bmbf-Projekten erheblich gewesen sein dürfte - großzügig dieselbe Zahl von Akteuren hinzu. Zusätzlich berücksichtigten wir schließlich eine Dunkelziffer von rund 600 Aktiven, die durch keines der geförderten Projekte erfasst wurde und kamen damit auf maximal ca. 5.000 Hochschullehrende, die sich im Bereich E- Teaching/E-Learning engagierten, was 3% der Lehrkörper entsprach. Als zweite Hürde wurde die fehlende Medienkompetenz der Hochschullehrenden identifiziert. Das ist ja schon deshalb nicht verwunderlich, weil alle paar Jahre von einigen Protagonisten des E-Learning eine neue Revolution ausgerufen wurde ... Hochschullehrende, die sich ernsthaft auf die reflektierte Umsetzung ihrer Lehrverpflichtungen einlassen, werden allerdings schnell feststellen, dass die digitalen Medien, nur eine von mehreren Variablen darstellen. Im akademischen Umfeld beinhaltet Medienkompetenz die Fähigkeit von Hochschullehrenden und Lernenden zum kompetenten, verantwortungsvollen und reflektierten Umgang mit digitalen Medien in den unterschiedlichen akademischen Tätigkeitsfeldern von Forschung und Anwendung, Lehre und Entwicklung. Hochschullehrende benötigen dazu Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten des computergestützten und netzbasierten Präsentierens sowie multimedial und telemedial gestützten Lehrens und Lernens. Im Jahr 2002 war es war also an der Zeit, Hochschullehrenden zu helfen, mit dieser Situation umzugehen.
  4. 4. Es war dann einer Initiative der Bertelsmann Stiftung und Heinz Nixdorf Stíftung und den Folgeaktivitäten aus unserem kevih-Projekt zuzuschreiben, dass es zur Einrichtung des Projekts e- teaching@university am IWM gekommen ist. In einer Entwicklungs- partnerschaft mit drei Modell- hochschulen (in Essen, Duisburg und Wuppertal) wurde das Qualifikationsportal als webbasierter Wissens- und Lernraum für Lehrende an Hochschulen entwickelt (seit Beginn mit der Webadresse e-teaching.org). Zu erwarten war eine breit gefächerte Adressatenschaft: • von Novizen, d. h. Dozierende mit wenig Erfahrungen im E-Learning • über Dozierende, durchaus mit Interesse, aber unspezifischer Suche nach Unterstützung • bis zu Dozierenden mit bereits konkreten Beratungsanforderungen, • aber natürlich auch Zufallsbesucher, die sich einfach informieren wollen Dem sollte in der Konzeption des Portals Rechnung getragen werden durch folgende Merkmale: Niedrigschwelligkeit: Mit dieser Charakterisierung soll ausgedrückt werden, dass Hauptadressaten solche Hochschullehrende sind, die bisher noch wenig oder keine eigenen Erfahrungen mit der Virtualisierung der Hochschullehre sammeln konnten oder wollten (dem trägt die Textsorte der HTML-Einführungstexte Rechnung). Diesen Status werden diese Adressaten meist rasch verlassen. Sie müssen dann auch anspruchsvollere Angebote finden können (dem dienen die Vertiefungstexte, angeboten als PDFs). Anwendungsorientierung: Es ist davon auszugehen, dass die Dozenten kein Wissen auf Vorrat ansammeln wollen, sondern unmittelbar in die Praxis umsetzbare Hilfen suchen – dies dann allerdings, da sie als Lernexperten zu qualifizieren sind, von verlässlicher Qualität. Das Portal stellt deshalb Informationen bereit für an Praxissituationen orientierte Szenarien (je konzeptionell, kontextbezogen und umsetzungsorientiert in den Bereichen Didaktik, Organisation, Technik). Bedarfsorientierung: Auch wenn klassische didaktische Settings in der Hochschullehre identifiziert werden können (wie Vorlesung, Seminar, Praktikum usw.), so ist andererseits doch eine hochgradig individuelle Vorgehensweise üblich (bedingt nicht zuletzt durch
  5. 5. Fachspezifika inhaltlicher und methodischer Art). Dem trägt das Portal durch bedarfsorientiere Zugänge und Sichten auf das Angebot Rechnung. frei zugänglich: Das Material ist für alle Interessierten frei zugänglich - ist also nach heutiger Sprechweise eine Open Educational Resource. Des Weiteren ist e-teaching.org • zielgruppenspezifisch ausgerichtet (also E-Teaching an der Hochschule), • qualitätsfördernd: über sogenannte Referenzbeispiele werden positive Signale und Anreize gesetzt, • es ist communitybildend über Foren, Kommentare und Beiträge der Nutzer, • personalisierbar: über Visitenkarten, eigene Projektdarstellungen, • aktuell: in diesem sich rasch entwickelnden Bereich ein unausweichlicher Anspruch. • Was wurde zur Umsetzung dieser Konzeption getan? Die sanften Veränderungen, die das ursprüngliche Layout der Website erfahren hat, sind dabei relativ gering und es wird dabei wenig offensichtlich was sich "unter der Haube" getan hat. Zunächst einmal gibt es beeindruckende Zahlen, was die entstandenen Inhalte und die Vernetzung in der E-Teaching- Community betrifft. Die Inhalte gehen inzwischen über reine Textbeiträge hinaus; es finden sich auch jede Menge Audio-, Video- und Slideshare-Dokumente.
  6. 6. Die hochgradige Vernetzung mit der E- Teaching-Community zeigt sich in diesen Zahlen. Dabei ist hinzuzufügen, dass inzwischen viele Beiträge für das Portal (wie die Praxisberichte, Softwarebeschreibungen, Projektbeschreibungen, Podcasts und Vodcasts) von der Community beigetragen werden. Hinter den reinen Zahlen verbirgt sich insbesondere die Umsetzung des vorhin formulierten Anspruchs an verlässliche Qualität. Deshalb zählte seit Beginn neben der Aktualität und Vollständigkeit der Inhalte immer die wissenschaftliche Fundierung. Eine Voraussetzung dafür war die enge Einbindung in die Arbeit des IWM, die auch fortlaufende Begleitforschung ermöglichte (von Expertenbefragungen, Logfile-Analysen, Online-Umfragen bis zu Eyetracking-Studien). Parallel zu der inhaltlichen Arbeit am Portal sind daraus zahlreiche Publikationen und Konferenzbeiträge entstanden. Und aus Themenworkshops resultierten mehrere Buchpublikationen. In diesem Umfeld konnte e-teaching.org ein wenig die Rolle eines Labors übernehmen, in dem neue Entwicklungen (methodischer, technischer und organisatorischer Art) nicht nur vorgestellt, sondern eben auch konkret erprobt wurden. • 2005 Weblog -> Notizblog, inzwischen einer der wichtigsten deutschsprachigen Edu-Blogs • 2006 Online-Events -> die dann ausgebaut wurden zu den • 2008 Themenspecials -> die ihrerseits ansatzweise Vorläufer der MOOCs waren • 2010 Twitter • 2007/2011 Content Syndication -> Kooperation mit Länderinitiativen • 2011 App, eBOOK • 2012/13 die Beteiligung und Initiierung an den ersten deutschen MOOCs
  7. 7. 2013 und folgende sind für mich als Beobachter noch offen - für das e-teaching-Team vermutlich nicht mehr. Nun, wer sich über neue und aufkommende Technologien im akademischen Bildungsbereich informieren will, dem steht der Horizon Report Higher Education zur Verfügung. Dieser wird seit 2004 jährlich von der EDUCAUSE Learning Initiative erarbeitet und herausgegeben. Er gilt weltweit als eine der renommiertesten Informationsquellen über neue und aufkommende Technologien im akademischen Bildungsbereich. Er fokussiert jeweils auf Technologien, die sich in den kommenden ein bis fünf Jahren voraussichtlich etablieren werden. In dieser Tabelle hat Ruben Puentedura die seitdem genannten Trends zusammengestellt; die Daten des aktuellen Reports 2013 habe ich rechts ergänzt. Die Farben stehen für Themenbereiche, die mit den Trends angesprochen werden. Dann habe ich (vermutlich aber wohl noch unvollständig) markiert, welche dieser Trends sich bereits in thematischen Beiträgen im Portal e-teaching.org niedergeschlagen haben - und das sind erstaunlich viele.
  8. 8. Ich kann e-teaching also nur wünschen, weiterhin das Gespür für die entscheidenden Entwicklungen zu behalten und diese experimentell und bewertend im Portal abzubilden. Denn in einem sich ständig ändernden Umfeld - wie es auch Christian Spannagel vorhin mit dem Brückenschlag von Open Education bis zu Open Science beschrieben hat - bleibt die Aktualisierung der Medienkompetenz der Adressaten des Portals eine fortdauernde Aufgabe (und das sind inzwischen sicher mehr als die eingangs benannten 5%). So bleibt mir - inzwischen als Beobachter von Außen - am Schluss nur, e-teaching.org und dem Team, das dafür steht, alles Gute für die nächsten 10 Jahre zu wünschen … Quellen: Encarnação, J., Leidhold, W. & Reuter (2000). Szenario: Die Universität im Jahre 2005. http://www.campussource.de/ elearning/docs/universitaet-2005.pdf Hamm, I. & Müller-Böling, D. (1997). Hochschulentwicklung durch Neue Medien. Bertelsmann: Gütersloh. Seufert, Sabine & Euler, Dieter (2004). Nachhaltigkeit von E-Learning-Innovationen. St. Gallen. (=SCIL Arbeitsbericht 2). Peter Baumgartner (2004): Weblogs have the potential to revolutionize education. Persönlicher Blog. ISTE (2009): The Google Wave Will Change Education Forever. ISTE Connects Blog Laura McKenna (2012): The Big Idea That Can Revolutionize Higher Education: 'MOOC'. http://www.theatlantic.com/ business/archive/2012/05/the-big-idea-that-can-revolutionize-higher-education-mooc/256926/ Ruben R. Puentedura (2012). The Horizon Report: Tales of a Future Past. http://www.hippasus.com/rrpweblog/archives/2012/01/24/HorizonReportTalesFuturePast.pdf

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