«Das 20. Weihnachtsheft von Yves Baer umfasst Reflexionen über die Liebe, die unerwartet, manchmal engelsgleich erotisch,
...
Yves Baer
l’oiseau bleu
kleine Preziosen

Lauschen Sie schon auf Twitter dem Lied
des blauen Vogels? Tauschen Sie sich auf...
« What if it rained?
We didn’t care.
She said that someday soon the sun was gonna shine.
And she was right, this love of m...
komm und küss mich noch einmal
Komm und küss mich noch einmal
meine süsse kleine Muse.
Ich möchte wieder den Geschmack dei...
l’oiseau bleu

der blaue Vogel

Le soleil se reveille dans la brume matinale.
L’oiseau bleu chante son premier signal.
Bon...
Frühlingsregen
Grauer Himmel kümmert mich nicht.
Dunkle Wolken mit schweren Bäuchen
verkünden das Ende der kalten Zeit.

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… und plötzlich ein Gedicht
Ich erwache
und fühle mich gut.
Regen trommelt ans Fenster,
so gönne ich mir die doppelte Glut...
Sternenkind
Sternenkind, Sternenkind, wann hast du Zeit für mich?
Warum weichst du meinem Blick aus?
Dein feuriger Kuss ve...
Ozean der Gedanken
Der Ozean der Gedanken fliesst an die Küste meines Geistes.
Eine weit entfernte Erinnerung wird als zar...
niemand weiss es

du bist wunderbar

Heute bin ich genial…
… mir ist egal, was du denkst.
Stolz betrachte ich mein Werk.
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der grosse Schlaf

von einem Engel geküsst

Und nach all dem
realisiere ich,
dass ich lebendig bin
und bloss geschlafen ha...
Risibisilily
Am Ende der Bäume
läutest du die vergessene Glocke,
die in den Büschen hängt.
Lass uns die Sonne festnageln
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Sommernachtstraum
Ich wünschte ich wäre unsichtbar,
um immer bei dir zu sein.
Meine Gedanken sind deine treuen Begleiter,
...
Flurettas d’amur

Blumen der Liebe

Quellas flurettas d’amur
cun lur splendur che fa concurrenza al sulegl
empleinan la st...
Sendet die Clowns rein,
der Zirkus verlässt die Stadt
Schickt die Clowns rein, die Show muss weitergehen.
Die Party ist zu...
den Tag zum Gebet machen

Jean-Pierre Hugentoblers Sichtungen des blauen Vogels

du bist wunderbar
Textkatalog No. 553, 2....
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Das 20. Weihnachtsheft von Yves Baer umfasst Reflexionen über die Liebe, die unerwartet, manchmal engelsgleich erotisch, unsichtbar, aber auch poetisch oder lautmalerisch sein kann, auf Deutsch, Französisch, Englisch und sogar auf Rätoromanisch. In Flims Dorf, auf Sursilvan Flem Vitg, ist das Blumengeschäft schlicht mit Flurettas angeschrieben, einem Wort voller Musik, das während den Ferien in der Stiva Vorab zu einem stimmigen Text verarbeitet wurde. Und während man die Blumen der Liebe betrachtet, fliegt draussen der blaue Vogel der Dämmerung vorbei. In Form eines Kinderliedes und dem
sympathischen Mädchen Risibisilily, das die Schneeflocken zählt und nach jeder Hundertsten eine andersfarbene aus ihrem Lederbeutel zieht, legt sich Schnee über den Kollaps des Banksystems, den arabischen Frühling und die Schuldenkrise. Kleine Preziosen heisst es passend im Untertitel, wie das kleine Liebesgedicht, das mit einem Wort auskommt. Oder auch jene Liebesgedichte, die eigentliche Gebete sind – denn was sind Gebete anderes als ein Zeugnis der Liebe?
Jean-Pierre Hugentobler über «L'oiseau Bleu»

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  1. 1. «Das 20. Weihnachtsheft von Yves Baer umfasst Reflexionen über die Liebe, die unerwartet, manchmal engelsgleich erotisch, unsichtbar, aber auch poetisch oder lautmalerisch sein kann, auf Deutsch, Französisch, Englisch und sogar auf Rätoromanisch. In Flims Dorf, auf Sursilvan Flem Vitg, ist das Blumengeschäft schlicht mit Flurettas angeschrieben, einem Wort voller Musik, das während den Ferien in der Stiva Vorab zu einem stimmigen Text verarbeitet wurde. Und während man die Blumen der Liebe betrachtet, fliegt draussen der blaue Vogel der Dämmerung vorbei. In Form eines Kinderliedes und dem sympathischen Mädchen Risibisilily, das die Schneeflocken zählt und nach jeder Hundertsten eine andersfarbene aus ihrem Lederbeutel zieht, legt sich Schnee über den Kollaps des Banksystems, den arabischen Frühling und die Schuldenkrise. Kleine Preziosen heisst es passend im Untertitel, wie das kleine Liebesgedicht, das mit einem Wort auskommt. Oder auch jene Liebesgedichte, die eigentliche Gebete sind – denn was sind Gebete anderes als ein Zeugnis der Liebe? » Jean-Pierre Hugentobler über «l’oiseau bleu» 023.1212.1 Yves Baer l’oiseau bleu kleine Preziosen
  2. 2. Yves Baer l’oiseau bleu kleine Preziosen Lauschen Sie schon auf Twitter dem Lied des blauen Vogels? Tauschen Sie sich auf Facebook mit anderen Lesern und Yves Baer über seine Lyrik aus? Kennen Sie schon «Elefanten nagen» auf Slideshare? Sind Sie über alle Neuigkeiten auf Vzfb.ch informiert? www.twitter.com/vzfb www.facebook.com/yvesbaer http://de.slideshare.net/yvesbaer www.vzfb.ch
  3. 3. « What if it rained? We didn’t care. She said that someday soon the sun was gonna shine. And she was right, this love of mine… … My valentine.» Paul McCartney: «My Valentine»; 2012 Komfortzone Irgendwann packt es dich wieder und du möchtest deinen Wert wissen. Irgendwann juckt es dich wieder und du fühlst dich angestachelt. Irgendwann wirfst du dein Gewicht in die Waagschale und du hast genügend Argumente abgewogen. Manchmal hast du genug von dir und du möchtest aus der Haut fahren. Manchmal widert dich dein Spiegelbild an und dein Schatten verfolgt dich mehr als nötig. Manchmal brauchst du Ferien vom Ich und du möchtest von vorn beginnen. Auf einmal fühlst du das Prickeln und es läuft dir eiskalt den Rücken hinab. Auf einmal kribbelt es in deinem Magen und deine Härchen richten sich langsam auf. Auf einmal strahlst du wie eine Sonne und du singst wie eine Nachtigall. Rechtlicher Hinweis Dann ist die Welt wieder eine Kugel. Dann zeigt das Panorama eine neue Perspektive und du trittst aus deiner Komfortzone. Titelbild: «Eisvogel und Hortensie» von Hiroshige © Public Domain Alle Texte: Yves Baer, © 2004 – 2012 VzfB Illustrationen: Hiroshige, Vögel; Hokusai, alle Anderen © Public Domain Übersetzung «Flurettas d’Amur»: Marina Wyss, Lia Rumantscha, Coira «My Valentine» © 2012 MPL Communications Ltd/Inc, auf «Kisses On The Bottom»; «Live Kisses» & «Complete Kisses»; «On The Run Tour in Zürich», 26. März 2012 Dank an Rolf Bachmann von Printoset für das Umschlagpapier (Z Offset) und toolbox Design & Kommunikation GmbH für den Drucker (Canon) Jegliche Weiterverwendung und Publikation darf nur mit der schriftlichen Genehmigung des Verlages geschehen. Yves Baer’s Verlag zum froehlichen Baeren VzfB Riedhofstrasse 60, CH-8049 Zürich www.vzfb.ch © dieses Heftes 2012 5
  4. 4. komm und küss mich noch einmal Komm und küss mich noch einmal meine süsse kleine Muse. Ich möchte wieder den Geschmack deiner Lippen spüren und mich erneut verlieben. Das liebende Feuer deiner Lippen lodert als poetischer Brand in meinem Gedicht. Warum brennt es einem Zündholz gleich, statt wie die Sonne ewig zu scheinen? Ich schreibe dir ein Schlaflied, wenn mich deine Honig süssen Lippen zärtlich berühren. Warum treff ’ ich dich nur im Traum und am anderen Morgen bist du wieder fort? Komm und küss mich noch einmal, meine süsse kleine Muse. Ich möchte wieder den Geschmack deiner Lippen spüren und mich erneut verlieben. Streift mich deine Zärtlichkeit wie ein Flügelschlag eines Schmetterlings, spornt sie mich einen Roman zu schreiben an. Warum hauchst du mir nur den Ansatz einer guten Idee in mein Ohr? Komm und küss mich noch einmal meine süsse kleine Muse. Ich möchte wieder den Geschmack deiner Lippen spüren und mich erneut verlieben. 6 7
  5. 5. l’oiseau bleu der blaue Vogel Le soleil se reveille dans la brume matinale. L’oiseau bleu chante son premier signal. Bonjour beau jour! Bonjour beau jour! La lumière s’éplaye dès que l’oiseau bleu batte ses ailles. Tu te tournes encore dormant pendant que je me lève en chantant. Bonjour beau jour! Bonjour beau jour! Un levant à l’arôme du café pendant que l’oiseau bleu s’envole. Du drehst dich nochmals um während ich singend aufstehe. Guten Morgen, schöner Tag! Guten Morgen, schöner Tag! Der Tag bricht mit Kaffeeduft an, während der blaue Vogel davonfliegt. L’étoile du berger brille au ciel dans un crépuscule multicolore. Bonsoir beau soir! Bonsoir beau soir! La nuit retourna en remorque de l’oiseau bleu. 8 Die Sonne erwacht im Morgendunst, der blaue Vogel gibt sein erstes Zeichen. Guten Morgen, schöner Tag! Guten Morgen, schöner Tag! Das Licht breitet sich aus, alsbald der blaue Vogel seine Flügel schwingt. Der Abendstern hell leuchtend am Himmel steht, mitten im bunten Farbenmeer des Sonnenuntergangs. Guten Abend, schöner Abend! Guten Abend, schöner Abend! Die Nacht kehrt zurück im Schlepptau des blauen Vogels. 9
  6. 6. Frühlingsregen Grauer Himmel kümmert mich nicht. Dunkle Wolken mit schweren Bäuchen verkünden das Ende der kalten Zeit. Quell’ meiner Kraft Du bist die Quell’ meiner Kraft. Du bist die Muse meiner Inspiration. Du gibst mir Geborgenheit und die Gewissheit, nicht allein zu sein. Es ist Reinigungszeit. Sonne schmilzt den Schnee dahin, Regen wäscht die Resten fort. Die Saat ist ausgebracht. Du bist die Quell’ meiner Kraft. Du bist die Medizin meiner Seele. Du verleihst mir neue Kraft und die Gewissheit, nicht allein zu sein. Es ist Wachstumszeit. Amen Die Sonne ist fürs Leben. Regen ist die Nahrung. Leben regt sich im ersten warmen Frühlingsregen. Es ist Blütezeit. 10 11
  7. 7. … und plötzlich ein Gedicht Ich erwache und fühle mich gut. Regen trommelt ans Fenster, so gönne ich mir die doppelte Glut des Kaffees. kleines Liebesgedicht Wir. Unterwegs im Dorf, um einzukaufen und den leeren Tank aufzufüllen. Mit Einkäufen beladen, schaue ich durch das Schaufenster. Du sitzt hinter dem Tresen, vertieft in ein Buch, die Umgebung vergessen habend, einfach wunderbar lesend. In mir steigt die Sonne auf, Mir wird warm ums Herz, der Tag beginnt zu strahlen, Mir fehlen die Worte… … und plötzlich ein Gedicht. 12 13
  8. 8. Sternenkind Sternenkind, Sternenkind, wann hast du Zeit für mich? Warum weichst du meinem Blick aus? Dein feuriger Kuss verzehrt mich. Siehst du denn nicht, dass ich mich nach dir sehne? Sternenkind, spiel mit mir, ich möchte dein Freund sein. Mit dir die Zukunft bauen und gemeinsam dorthin reisen. Sternenkind, gewiss kommst du vom Himmel. Der einsame Stern, der dort oben leuchtet, der bist bestimmt du. Hast du schon erfasst, dass du mir den Weg weist? Sternenkind, warum schweigst du sooft? Erzähl mir deine Geschichte. Ich möchte dir für immer zuhören und wissen, wie es mit dir ist. Sternenkind, Sternenkind, wann hast Du Zeit für mich? Warum weichst du meinen Blicken aus. Dein feuriger Kuss verzehrt mich. Siehst du denn nicht, dass ich dich liebe? 14 Working Blues (Blues in E) Intro I was digging in the ground working blues got me bound. I was digging in the ground it’s about time to find the right way out. I was surfin’ the net for less bucks than a lumpy pet. I was surfin’ the net gonna slightly reach the point of no regret. Solo 1 No matter what I do, no matter what you pay, working makes me blue – guess I need a holiday! I was digging in the ground working blues got me bound. So I talked to my master, Geez it was a desaster! He played the poor man’s show. Gosh you really don’t know! I was surfin’ the net gonna sligthly reach the point of no regret. Solo 2 Working blues got me hard he’s tearing us apart. Working blues got me hard I feel just like a labour’s tart. Solo 3 & Fade out
  9. 9. Ozean der Gedanken Der Ozean der Gedanken fliesst an die Küste meines Geistes. Eine weit entfernte Erinnerung wird als zarte Brise hinübergetragen. Wie der Gutenachtkuss meiner Mutter und das Streicheln meiner Liebsten, umspülen Gedanken meine nackten Beine und tilgen die Spuren der Vergangenheit aus dem Sand. Die Sonne reflektiert Lichtblitze auf dem Ozean der Gedanken, Erinnerungen tanzen als Treibgut auf den Wellen, zähflüssiger als Blut, bunter flimmernd als Öl. Es bringt mich zum Weinen, es bringt mich zum Lachen, das Echo deines Lachens vom ersten Tag. Die Küste des Geistes mit ihren unbekannten Gestaden, die zu einer Expedition in unbekannte Tiefen lädt, lässt mich Zittern und Schaudern und kehrt mein Innerstes nach Aussen. Denn ich bin auf der See verloren, gefangen vom Eindruck des ersten Tages. Ich möchte es nochmals sehen, dein engelsgleiches Lachen, das über den Ozean der Gedanken strahlt und meinen Geist durchströmt. Ich möchte es nochmals sehen, dein engelsgleiches Lachen, das über den Ozean der Gedanken strahlt und meinen Geist durchströmt. Der Ozean der Gedanken umspült die Klippen meines Selbst, gekräuselte Wellen verspielt in der Brandung des Seins. Flüssige Gedanken verwöhnen mich sanft. Der Glanz des entfernten Lichts vom Ende der Zeiten, projiziert dein zauberhaftes Lachen, diese unsichtbare Krone des ersten Tages. 16
  10. 10. niemand weiss es du bist wunderbar Heute bin ich genial… … mir ist egal, was du denkst. Stolz betrachte ich mein Werk. Es ist das beste, was ich je gemacht habe… Lache und steh auf, der Tag bricht strahlend an. Versorg’ die bösen Erinnerungen in einer Schuhschachtel und versenk sie in der Tiefe des Geistes. … Niemand weiss es. Streck dich und mach dich auf, das Licht funkelt im Morgentau. Die Monster sind mit den Schatten der Nacht verschwunden. Unerforschtes und Bekanntes erwartet dich. Schreibe ich heute besser? Habe ich früher besser gedichtet? Sind die Texte gut oder schlecht? Manchmal sind sie ein Hit, manchmal ein Flop… … Niemand weiss es. In einem Jahr… … bin ich in den Ferien, mögen die Worte nicht mehr passen, ist die Erde flach… … Niemand weiss es. 18 Du bist wunderbar, wunderbar, wunderbar, weisst du nicht? Du bist wunderbar, wunderbar, wunderbar, ein Gedicht! Singe und lass es dir gut gehen, hier hast du viel erreicht. Was nicht ist, wird auch nicht mehr sein. Die Erinnerung teilen wir ganz allein. Auf dem Meer und in den Himmeln, sicher getragen von den vier Winden, warten Abenteuer und neue Freunde hinter exotischen Gestaden. Sie rufen deinen Namen. Sie rufen dich beim Namen. Mach dich auf, wohl gelaunt, geh’ festen Schrittes voran. Der Weg ist weit, schau nicht zurück, denn dorthin bist du nicht unterwegs. Du bist wunderbar, wunderbar, wunderbar, weisst du nicht? Du bist wunderbar, wunderbar, wunderbar, ein Gedicht! 19
  11. 11. der grosse Schlaf von einem Engel geküsst Und nach all dem realisiere ich, dass ich lebendig bin und bloss geschlafen habe. Eines Tages habe ich Lao Tse getroffen. «Der Weg ist das Ziel», sagte er. «Wenn du recht hast», antwortete ich, «so gönn’ mir eine Bank, ich brauche eine Rast.» Deine Lippen: zärtlich, süss und rot, verführerisch fleischig wie die Piemontkirsche aus der Werbung. Alles in allem dreht sich die Welt noch immer, die Sonne scheint und das Eis beginnt zu schmelzen. Solltest du eines Tages den Ruf des grossen Schlafes hören, ist es an dir zu entscheiden, ob du schläfst, oder als lebender Toter vegetierst. Deine Zunge: vordringend, schlängelnd und einnehmend, neugierig forschend wie die pensionierte Nachbarin hinter dem Vorhang. Ich danke euch allen die mit mir waren, welche die Tränen des ersten Herbstes mit mir geteilt haben. Und nach all dem realisiere ich, dass ich lebendig bin und bloss geschlafen habe. Dein Atem: rosig, heiss und sandig, tobend verändernd wie der schöpferische Habub in der Wüste. Alles in allem dreht sich die Welt noch immer, die Sonne scheint und das Eis beginnt zu tauen. Deine Umarmung: sanft, innig und fordernd, gebend festhaltend mit der momentanen Ewigkeit eines Missionars. Ich bin von einem Engel geküsst worden, das ist noch nie zuvor geschehen. Ich glaube, ich beginne an Engel zu glauben, um noch einmal geküsst zu werden. 21
  12. 12. Risibisilily Am Ende der Bäume läutest du die vergessene Glocke, die in den Büschen hängt. Lass uns die Sonne festnageln und den Mond in Dosen abfüllen. Die Sterne verkaufen wir als Funkeln auf dem Abendkleid. Es ist kein Geheimnis, dass alle guten Kinder in den Himmel kommen und die Bösen sonst wohin gesteckt werden. Es ist kein Geheimnis, dass Werte wie ein edler Wein im Keller reifen und dem Rausch das gewisse Etwas fehlt. Es ist kein Geheimnis, dass die Sterne vom Himmel fallen und dass Liebe alles verändert. Es ist kein Geheimnis, dass der Kapitalismus güldene Rettungsschirme braucht und dem Sozialismus ein roter Anstrich fehlt. Ein Schoggibrot und ein Apfelschnitz, Schnitzel mit Pommesfrites sowie Einhörner in Eldorado machen Risibisilily froh. Hier strandet ein Leben, dort kollabiert eine Bank, drüben impolidert ein System und überall gehen Staaten Pleite. Risibisilily sitzt auf ihrem Ast und zählt die reinen Schneeflocken nur. Bei jeder Hundersten greift sie in ihren Lederbeutel und mischt eine andersfarbene hinzu. 22 Am Ende der Bäume küsst du die vergessenen Träume, welche bei den Wurzeln vergraben sind. Um ein neues Kapitel zu schreiben, musst du dir ein Glied abschneiden. Der Weg von hier zu dort ist von Mauern umgeben. Risibislily sitzt auf ihrem Ast und zählt die reinen Schneeflocken nur. Bei jeder Hundersten greift sie in ihren Lederbeutel und mischt eine andersfarbene hinzu. Heute war es eine Gelbe, morgen wird es eine Grüne sein, rot und blau, dicker als Blut, stiller Frieden eines sonnigen Wintertages. 23
  13. 13. Sommernachtstraum Ich wünschte ich wäre unsichtbar, um immer bei dir zu sein. Meine Gedanken sind deine treuen Begleiter, auf all deinen Wegen. Ich bete zu Gott, dass er dich behüte, wo immer auch du sein magst. In meinem Herz strahlt ein kleines Licht. Du hast mir das Singen beigegebracht. Du hast meine Seele berührt. Denke, dass es Liebe ist. Ich werde alles tun, damit du mein wirst. Ich wünschte, ich wäre unsichtbar. Du hättest mich immer bei dir, so wie den Lavendel farbenen Sommernachtstraum, den man das ganze Jahr im Herzen trägt. 24 Mann im Fenster Schau dir den Mann im Fenster an, was ist sein Geheimnis? Geheimnisvoll steht er hinter der Tür und blickt versonnen hinaus. Sieht er mich? Sieht er meine Welt? Oder ist er in seiner eigenen gefangen? Während sein Zug in seine Richtung weiter fährt, entfernt sich meiner meinem Ziel entgegen. Schau dir die Frau im Fenster an, was wohl in ihr vorgeht? Die Arme verschränkt, stützt sie sich auf dem Sims ab. Sucht sie mich? Oder möchte sie entdeckt werden, um aus ihrem dunklen Zimmer auszubrechen? Während sie in meine Richtung blickt, gehe ich ihr entgegen, ihr Blickfeld verlassend. All die Leute in den Fenstern, die von innen nach aussen schauen – ihre Geschichten füllen wohl Bibliotheken – was sehen sie? Sie beobachten die Welt ohne von ihr wahrgenommen zu werden. Sind sie bloss meine Kulisse? Oder bin ich der Statist in ihrem Leben?
  14. 14. Flurettas d’amur Blumen der Liebe Quellas flurettas d’amur cun lur splendur che fa concurrenza al sulegl empleinan la stiva cun lur odur dultschina che lai emblidar che ti eis buca cheu ed jeu spetgel tiu retuorn. Quellas flurettas d’amur en lur trucs da crap retilan lur energia dall’aua, turnar el tratsch san ellas buc. Jeu flureschel, sche jeu patratgel che ti tuornas beingleiti puspei. 26 Diese Blumen der Liebe, die mit der Sonne um die Wette strahlen, füllen die Stube mit ihrem lieblichen Duft, der vergessen macht, dass du nicht da bist und ich auf deine Rückkehr warte. Diese Blumen der Liebe in ihrem steinernen Topf, beziehen ihre Energie aus dem Wasser; zurück in die Erde können sie nicht. Ich blühe beim Gedanken auf, dass du bald wieder zurückkehrst. 27
  15. 15. Sendet die Clowns rein, der Zirkus verlässt die Stadt Schickt die Clowns rein, die Show muss weitergehen. Die Party ist zu Ende. Lasst den Vorhang fallen und zieht eure Gummimasken aus. Nichts ist real. Schau, wie sie unter ihrem Gelächter weinen. Schau, sie lachen unter ihrem Weinen. Lass dich von deren Magie berühren. Schickt die Clowns rein, die Show muss weitergehen. Spielt mir nochmals ihre letzte Nummer. Sie schlagen einen anderen Rhytmus an. Sie singen eine andere Melodie. Du denkst, du wärst einsam. Du denkst, du wärst verloren. Doch auf einmal verändert sich alles, verändert sich dein Herz und dein Geist. Schickt die Clowns rein, die Show muss weitergehen. Habt vertrauen in mich, denn nun folgt Vivienne auf ihren weissen Pferden. So unschuldig und rein wie bloss Künstler können sein. Vorbei ist die Zeit der Hasen und der Tauben, das vergossene Herzblut versucht zu gerinnen. Können wir je vergeben? Sendet die Clowns rein, der Zirkus verlässt die Stadt. Die Karawane zieht weiter, bloss noch eine Staubwolke hinter sich herziehend. Das Gelächter erschallt in der nächsten Stadt. Sendet die Clowns rein, der Zirkus verlässt die Stadt. Fang dir dein Stück der Magie und bewahr sie in deinem Herzen. Denn hier ist nichts real. 28 Schickt die Clowns rein, die Show muss weitergehen. All die grossen Tiere ziehen weiter, derweil die Nummerngirls noch kokett lächeln und all die Artisten nochmals durch die Manege fliegen. Ist es nicht unfair, dass die Trapezkünstler lächelnd ins Netz fallen und der Dompteur seinen Kopf aus des Löwen Rachen zieht? Während unsere kleine Welt unterzugehen scheint, der Magier noch schnell eine Jungfrau halbiert. Sendet die Clowns rein, der Zirkus verlässt die Stadt. Die Karawane zieht weiter, bloss noch eine Staubwolke hinter sich herziehend. Das Gelächter erschallt in der nächsten Stadt. Sendet die Clowns rein, der Zirkus verlässt die Stadt. Fang dir dein Stück der Magie und bewahr sie in deinem Herzen. Denn hier gehörst du hin. 29
  16. 16. den Tag zum Gebet machen Jean-Pierre Hugentoblers Sichtungen des blauen Vogels du bist wunderbar Textkatalog No. 553, 2. Mai 2012 l’oiseau bleu Textkatalog No. 507, 17., 18., 19., 22. & 24. März 2010 der grosse Schlaf Textkatalog No. 520, 30. August 2010 Frühlingsregen Textkatalog No. 506, März 2010 & 5. August 2010 von einem Engel geküsst Textkatalog No. 525, 24. November 2010 & 26. Januar 2012 Quell’ meiner Kraft Textkatalog No. 294, 27. März 2004 Risibisilily Textkatalog No. 548, 10., 11. Januar & 22. August 2012 … und plötzlich ein Gedicht Textkatalog No. 555, 25., 27. Mai 2012 & 7. Dezember 2012 Sommernachtstraum Textkatalog No. 541, 13. Juli 2011 Mann im Fenster Textkatalog No. 528, 18. März 2011 & 7. November 2012 Flurettas d’Amur Textkatalog No. 564, 28. September 2012 Sendet die Clowns rein, der Zirkus verlässt die Stadt Textkatalog 451. 7. April 2008 Ozean der Gedanken Textkatalog No. 545, 11. Dezember 2011 30 komm und küss mich noch einmal Textkatalog No. 516, 30. Juli 2010 Working Blues Textkatalog No. 536, 26. Mai 2011 Amen niemand weiss es Textkatalog No. 539, 21. Juni 2011 Sternenkind Textkatalog No. 424, 26. & 30. Juli 2007 Der Wind bewegt die grünen Blätter. Ich verlange nicht mehr und lausche der Vögel munt’rer Lieder. Mein Herz erfreut sich ob der Sonne Strahlen. Meine Seele quillt über vor Lachen. Dir zu Ehren werde ich den Tag zum Gebet machen. Komfortzone Textkatalog No. 540, 27. & 30. Juni 2011 kleines Liebesgedicht Textkatalog No. 551, 24. April 2012 Der Morgenstern hell am blauen Himmel steht. Die Sonne langsam über dem Horizont aufgeht. Du lässt den Morgenstern in meinem Herzen aufgehen und bald wird ihm die Sonne folgen. Du lässt die Nacht und ihre dunkle Schatten weichen und stellst des Tages Weichen. den Tag zum Gebet machen Textkatalog No. 500, 10. Januar, 28. Februar, 5. & 6. März 2010

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