Päd.3.0 die zukunft der schule und des lernens

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Prof. Dr. Burow (Universität Kassel)
Pädagogik 3.0: Digitale Dividende statt Digitaler Demenz
Warum Schule ein neues Betriebssystem braucht und wie die Neuen Medien die Schule verändern?
Perspektiven einer personenzentrierten Medienpädagogik

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Päd.3.0 die zukunft der schule und des lernens

  1. 1. Pädagogik 3.0: Die Zukunft der Schule und des Lernens Infos & downloads: www.olaf-axel-burow.de
  2. 2. •  Überlegen Sie: Was ist aus Ihrer Sicht das wichtigste Ziel bei der Entwicklung Ihrer Schule? •  Der erste Lehrstuhlinhaber der Pädagogik, Ernst Christian Trapp, formulierte 1780 in Halle: •  „Erziehung ist Bildung des Menschen zur Glückseligkeit“
  3. 3. Glück als Motor der Schulreform in der Aufklärung Joachim Heinrich Campe 1832 •  „Du bist nicht Seele allein, du hast auch Körper; und deine Seele ist nicht bloß Verstand, sie ist auch Herz, nicht bloß Erkenntniskraft, sondern auch Empfindungsvermögen“ •  „Die Glückseligkeit wird verringert, in dem Maße, in dem die Bildung vereinseitigt wird.“ •  Gute Schule und guter Unterricht zielen darauf ab, diese Vereinseitigung zu überwinden, um Lernfreude und Bildungsglück zu ermöglichen! www.olaf-axel-burow.de!
  4. 4. Glück - kein Thema für Schule & Erziehungswissenschaft? !Seit der Pädagogik der Aufklärung liegt das Glück als Erziehungsziel im Dornröschenschlaf. www.olaf-axel-burow.de!
  5. 5. Warum Glück in der Bildung? •  Zahlreiche empirische Untersuchungen belegen: •  Bildung ist der entscheidende Glücksfaktor – aber Glück auch der wirksamste Bildungsfaktor •  Also muss Bildung so gestaltet sein, dass Lernfreude & Glück erfahren werden. •  Glückliche Menschen… –  sind gesünder –  haben bessere Beziehungen –  verdienen mehr –  sind kreativer –  lernen schneller –  arbeiten besser mit anderen zusammen –  …!
  6. 6. Dies ist kein neuer Gedanke: Glück ist das letzte Ziel menschlichen Handelns. (Aristoteles – 3. Jh.v.Chr.) Letztlich zielt das unermüdliche Streben der Menschen darauf ab, glücklich zu sein. (David Hume – 18. Jh) Ich habe beschlossen, glücklich zu sein, ! weil es besser für die Gesundheit ist. (Voltaire)
  7. 7. Drei gleichwertige Ziele der Schulentwicklung Equity! Chancengerechtigkeit! „Glück“ Vision Kreativität SOL Inklusion/Diversity Team Gesundheit Excellence Anspruchsvolle Leistungen Well-Being Wohlbefinden
  8. 8. Die Evolution des Lernens & Lehrens I Pädagogik 1.0 = freies, unverschultes Lernen Zufall, Beliebigkeit II Pädagogik 2.0 = Lehren und Lernen nach der Logik des Fabriksystems und der industriellen Massenproduktion: Standardisierung III Pädagogik 3.0 = Lernen in Freiheit und die Rückkehr zur Kreativität: Potenzialentfaltung !Zwei Vortragsfilme zur Erläuterung: •  •  •  Ken Robinson TED auf Youtube: http://www.youtube.com/watch? v=zDZFcDGpL4U Burow - Glücksfaktor Bildung: http://www.edugroup.at/bildung/news/ detail/gluecksfaktor-bildung.html
  9. 9. Möchten Sie eine dieser Tulpen sein? Wer von Ihnen ist eine Tulpe?
  10. 10. Foto:Katrin Sommer24119 Kronshagen! Standardisierung oder Vielfalt? Was ist unsere Vision?
  11. 11. Was zeichnet erfolgreiche Menschen aus? •  Menschen sind dann erfolgreich, wenn sie ihr „Element“ entdecken. Doch das reicht nicht aus. •  Sie brauchen eine anregende Umgebung, in der sie ihr Element entwickeln können. •  Positive Pädagogik zeigt wie man sein Element entdecken und Spitzenleistung & Wohlbefinden miteinander verbinden kann. Ken Robinson TED auf Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=zDZFcDGpL4U www.olaf-axel-burow.de!
  12. 12. „Menschen sind nicht glücklich, weil sie erfolgreich sind, sondern erfolgreich, weil sie glücklich sind.“ •  (Sonja Lyubomirsky, University of California)
  13. 13. Positive Pädagogik: Spitzenleistung und Erfüllung durch... ! flow flow Anforderungen hoch frustration stress langeweile niedrig Fähigkeiten hoch
  14. 14. 8 ! multiple Intelligenzen: Über welche verfügen Sie?! 1.  2.  3.  4.  5.  Sprachliche Intelligenz Sensibilität für Sprache und die Fähigkeit sie für bestimmte Zwecke zu gebrauchen 6.  7.  Logisch-mathematische I. Probleme logisch artikulieren und wissenschaftlich untersuchen Musikalisch-rhythmische I Begabung zum Musizieren, Komponieren, musik. Prinzipien Bildlich-räumliche Intelligenz Piloten, Architekten, Graphiker Körperlich-kinästhetische I. Potenzial Körper-(teile) 8.  9.  Naturalistische Intelligenz Darwin, Newton. Einstein Interpersonelle Intelligenz Wünsche anderer Menschen verstehen und erfolgreich kooperieren (soziale I) Intrapersonelle Intelligenz sich selbst verstehen, realistisch. Bild der eigenen Persönlichkeit zur Umsetzung von Wünschen nutzen Existenzielle Intelligenz religiöse und geistige Führer www.olaf-axel-burow.de
  15. 15. Kollaboration braucht neue Lehr-/ Lernumgebungen! Schiefertafel: iPad: Frontale Belehrung in Jahrgangsklassen im Gleichschritt und Notieren, was der Lehrer vorgibt Surfen, Kollaborieren, Networken Die Evolution der Lehr-/Lernmedien!
  16. 16. Neue Räume im Internet?! Wie ist binnendifferenzierender, inklusiver Unterricht möglich?! Elemente der Khan-Academy •  •  •  eine Software mit dazu passenden Übungsaufgaben, die automatisch generiert werden und so aufgebaut sind, dass der Schüler nach zehn richtigen Lösungen automatisch auf die nächste Schwierigkeitsstufe geführt wird. eine Analyse- und Dokumentationsoftware, die im Hintergrund mitläuft und es dem Lehrer ermöglicht, die Arbeitsweise und die Lernschwierigkeiten des Schülers nachzuverfolgen, um ihm passgenau Hilfen geben zu können. - ein Peer-to-Peer-Tutoring, in dem sich Schüler/innen, die unterschiedlich fortgeschritten sind, gegenseitig bei der Bewältigung ihrer Aufgaben unterstützen
  17. 17. Mathetrainer im Wikipedia-Modus
  18. 18. Der Schlüssel zur Freisetzung Ihres kreativen Potenzials: ! „Begeisterung ist Dünger fürs Gehirn“
  19. 19. Was Ihr Element? Was ist Ihre Leidenschaft? Was ist die Leidenschaft Ihrer Mitarbeiter, Kollegen, Studenten, Schüler...? www.olaf-axel-burow.de! „Begeisterung ist Dünger für`s Gehirn!“
  20. 20. Liegt der Schlüssel zu kreativen Durchbrüchen wirklich im talentierten Individuum? * Vor 500 000 Jahren schuf der Homo Erectus den Faustkeil – dann Stagnation... •  Wie ist es uns gelungen, Geräte wie das i-phone zu schaffen? Wertschätzung von Unterschieden und die Fähigkeit zur Kooperation!
  21. 21. ERFÜLLUNG & SPITZENLEISTUNGEN BASIEREN AUF DER FÄHIGKEIT ZUR BILDUNG KREATIVER FELDER Erfolgreiche Synergieteams !  Comedian Harmonists: Harry Frommermann & 5 Partner !  Beatles: Lennon & Mc Cartney !  Apple: Steve Jobs & Stephen Wozniak !  Microsoft: Bill Gates & Paul Allen !  Google: Sergey Brin & Larry Page !  SAP: ehemalige IBM-Mitarbeiter Die unterschätzte Rolle von Frauen !  !  !  !  !  !  Dali & Gala John Lennon & Yoko Ono Arthur Schnitzler & Adele Sandrock Arthur Miller & Marilyn Monroe Brecht & die Frauen Marie Curie & Pierre Curie Gegenseitige Ergänzung & Wertschätzung!
  22. 22. LEIDER BEVORZUGEN WIR ABER ÄHNLICHKEIT UND SUCHEN UNTERSCHIEDE AUSZUGLEICHEN!
  23. 23. WIR SUCHEN UNS NICHT NUR... !
  24. 24. ...DIE PASSENDEN HAUSTIERE, SONDERN AUCH... !
  25. 25. PARTNER, DIE UNS ÄHNELN: Soziale Kriterien sind auch im Internet entscheidend: Die Vorliebe für Menschen mit ähnlichen Wertvorstellungen und vergleichbarer Bildung ist ein zeitloses Phänomen – das unsere Gesellschaft aber immer deutlicher prägt: Heiraten Ende der 1950er Jahre etwa die Hälfte der deutschen Männer und Frauen innerhalb der gleichen Schicht, sind es derzeit 60%. Vor allem die oberen sozialen Kreise schotten sich ab: Je höher der Bildungsgrad, desto stärker die Vorliebe für Partner mit dem gleichen Status. Doch was für die Partnerschaft gut sein mag ist tödlich für die Kreativität. Quelle: Geo Wissen 45, S.82 -90!
  26. 26. Glücksfaktor Bildung: Sein Kreatives Feld finden & gestalten + ! Wo liegen meine Talente? + ! Individuelles ! Talent! ! Wo liegen meine Defizite? Kreatives Feld ! Wer oder was Unterstützt mich? Feld (Kritiker/! Institutionen)! Synergiepartner ! ! Wer oder was behindert mich? + ! Welche Domäne/ Disziplin liegt mir? Domäne/ ! Disziplin! ! Welche Domäne/ Disziplin liegt mir nicht? Synergieanalyse aus Burow 1999/2011
  27. 27. Inklusive Schulentwicklung: durch Nutzung der "Weisheit der Vielen“ Surowiecki behauptet: ! I: !Mehrheitsentscheidungen sind weiser als Entscheidungen von Einzelpersonen! II: !Die Kooperation von Menschen verschiedener Expertise und Intelligenz garantiert bessere Outputs als Einzelentscheidungen! Der beste Schulentwicklungsexperte ist eine vielfältig gemischte Gruppe aus L, Ss, E & anderen.! www.olaf-axel-burow.de
  28. 28. Die wichtigste Führungsaufgabe: " Schaffung eines kohärenten „Kreativen Feldes“ ! •  •  •  •  •  Inklusion kann nur durch die Einbeziehung aller Beteiligten erfolgreich sind.! Inklusive Kulturen setzen ein gemeinsames Verständnis und die Förderung von Systemdenken voraus.! Mit „Wertschätzender Schulentwicklung“ kann man das Wissen der Vielen erschließen.! Wir haben die Bedeutung der Emotionen unterschätzt:! Erfolgreiches Führen geschieht durch „Gefühlsansteckung“ bzw. durch Resonanz! Praktikanten! Verbands-! vertreter! örtl Politiker! Schüler! Eltern! Lehrer! Unsere ! „gute“ ! Schule! 2017! Wissen-! schaftler! Schulaufsicht! Anderes! Personal! www.olaf-axel-burow.de
  29. 29. 1. !Renovierung als Chance! 2. !Schulgründung statt Burnout! 3. !Durch Wertschätzende ! !Schulentwicklung zum Wesentlichen! 4. !Mit der Zukunftswerkstatt ! !zur „gesunden Schule“! 5. !Mit dem Index für Inklusion ! !zur „Schule für alle“! 6. !Art-Coaching: ! !Die Schule als OASE! 7. !Die Schule als Kreatives Feld!
  30. 30. Wege zur Entwicklung des Glücksfaktors Bildung: W3:Wertschätzende Befragung !Einzelarbeit: * Erinnern Sie eine Situation, in der sie gute Leistungen erzielten und der Umgang mit einander so war, wie Sie es sich wünschen. *Schreiben Sie diese Situation auf, versehen Sie sie mit einem Titel oder Begriff und finden Sie ein Symbol. Leitfragen: Was ist uns gelungen? Was sind unsere Erfolgsprinzipien? Wovon wollen wir mehr? Gruppenarbeit: a) Tauschen Sie die Geschichten aus einigen Sie sich auf drei Erfolgsprinzipien für gute GTS. b) Benennen Sie 3 Haupthindernisse c) Wählen Sie eine Geschichte fürs Plenum
  31. 31. Das 2. Zuhause: Schule als ein Ort von Lernfreude & Erfüllung
  32. 32. Austausch von Glücksgeschichten
  33. 33. ERFOLGSPRINZIPIEN bzw. GLÜCKSFAKTOREN, DIE GRUPPEN NENNEN:
  34. 34. Schulen können in fünf Jahren zur Spitze vordringen •  Fast alle Länder, die in den letzten zwanzig Jahren versucht haben, ihr Schulsystem zu optimieren, sind nachwievor weit entfernt von Exzellenz – schlimmer noch: die meisten stagnieren. •  Doch in Kanada, England und in Kalifornien gelang es in nur 5 Jahren die Schülerleistung um bis 20% zu steigen. •  Eine McKinsey-Studie fand einen Grund für das Scheitern und drei Erfolgsprinzipien heraus. •  Barber M., Chijioke Ch, & Mourshed M. (2010). How the world`s most improved scholl systems keep getting better. Studie im Auftrag von Mc Kinsey & Company.
  35. 35. Warum scheitern viele Reformen und entwickeln sich Schulen nur langsam? •  Hauptgrund, so die Erkenntnis der Studie, die durch Fullan und Rolff bestätigt wird: Fragmentierung. 1.  •  Wirksame Schulentwicklung muss „ganzheitlich“ angelegt sein. 2.  •  Was heißt „ganzheitlich“? 3. •  !Quellen:! !Fullan M. (2010): All Systems Go. The Change Imperative for Whole System Reform. London.! !Rolff H.G. (2011). Ganzheitliche Schulentwicklung (GSE). In: Pädagogik 3, 2011, S.38-41! „Powerful Goals“ Beschränkung auf drei starke Oberziele, die von allen Beteiligten geteilt werden. Verbesserung der Kooperation Gemeinsames, einheitliches Handeln aller Beteiligten Unterstützungssysteme auf allen Ebenen Politik, Gemeinde, Schulleiter, Fortbildung, Coaching, Uni etc.
  36. 36. Wertschätzende Schul& Organisationsentwicklung Wertschätzung Vision Umsetzung Glücksfaktor Bildung Bildungsfaktor Glück! „Glück“ Vision Kreativität SOL Inklusion/Diversity Team Gesundheit Selbstbestimmung Salutogenese Verstehbarkeit Bedeutsamkeit Handhabbarkeit Die „magischen“ 3x3“ Selbstbestimmung Kompetenzerleben Sinn/Zugehörigkeit Vortrag: http://www.edugroup.at/bildung/news/detail/gluecksfaktor-bildung.html
  37. 37. Zwölf Thesen zur Schule der Zukunft" 1.  Die Schule der Zukunft ist eine Schule für alle. 2.  Die Schule der Zukunft ist eine Potenzialentwicklungsschule. 3.  Die Schule der Zukunft verwirklicht die »Magischen Drei«. 4.  Die Schule der Zukunft entwickelt neue Architekturen. 5.  Die Schule der Zukunft nutzt neue Personalmischungen 6.  Die Schule der Zukunft entwickelt eine flexible Rhythmisierung. 7.  Die Schule der Zukunft ist ein Ort gelebter Partizipation. 8.  Die Schule der Zukunft nutzt die »Digitale Dividende«. 9.  Die Schule der Zukunft ist weltoffen. 10.  Die Schule der Zukunft ist eine Kulturschule bzw. ein Kreatives Feld. 11.  Die Schule der Zukunft ist keine »Schule«. 12.  Die Schule der Zukunft ist eine Zukunftswerkstatt.!
  38. 38. Positive Pädagogik: Wertschätzung als Schlüssel für Lernfreude und Spitzenleistung" „Herauszufinden, wozu man sich eignet und eine Gelegenheit zu finden, dies zu tun, ist der Schlüssel zum Glücklichsein.“ www.olaf-axel-burow.de John Dewey
  39. 39. Was sind unsere wichtigsten Schulaufgaben? ! •  •  •  •  Alex, Erkan, Jenny und Laura starten gemeinsam als aufgeweckte Kindergartenfreunde – doch was macht die Schule aus ihnen?! Mit dem Übertritt in die Grundschule werden sie im gegliederten System systematisch getrennt und jeder folgt der Laufbahn, die ihm durch den Hintergrund als Kind des Bürgertums, als sozial benachteiligte, als Migrant oder als „Behinderter“ vorgegeben ist. Unsere derzeitige Schule verstärkt Ungleichheit und fördert zu wenig!! Mit neuesten wissenschaftlichen Analysen zeigt Jutta Allmendinger: ! Wir brauchen eine nicht- ausgrenzende, inklusive Pädagogik der Vielfalt und eine neue Lehr-/ Lernkultur.!

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