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Entwicklungsstufenmodell
nach Piaget
Carolin, Aaron, Matthias & Nico
Stufenmodell der kognitiven Entwicklung
 1) sensu-motorische Phase
 2) voroperationale Phase
 3) Phase der konkreten Operationen
 4) Phase der formalen Operationen
 Alle Phasen müssen immer in dieser Abfolge durchlaufen werden, die
nachfolgende Phase baut auf die vorhergehende auf
Sensu-motorische Phase (0 - 2 Jahre)
• Grundlagen für die Denkentwicklung werden gelegt
• Erfahrungen mit den Sinnesorganen und mit dem Bewegungsapparat stehen im
Vordergrund der Entwicklung
• Anfang: angeborene Verhaltensweise und Reflexe
• Kreisreaktionen: sich wiederholende Aktivitäten, die vom Kind ausgehen und
interessante Effekte produzieren
Sensu-motorische Phase (0 - 2 Jahre)
• Objektkonstanz/Objektpermanenz: „was nicht sichtbar ist, existiert auch nicht!“
diese Auffassung wird mit ca. 8 Monaten überwunden; Fähigkeit, dingliche Umwelt
auch kognitiv zu repräsentieren, ein Abbild im Gedächtnis zu haben
• 8-Monats-Angst (Fremdenangst)
• Kleinkind erwirbt in Auseinandersetzung mit der Umwelt die Konzepte des
Raumes, der Zeit und der Kausalität (Beispiel Flaschensaugen,
„Objektpermanenz“)
voroperationale Phase (2 – 7 Jahre)
• Gedanken laufen nach einfachen logischen Regeln ab
• Durch Spracherwerb und die damit verbundenen symbolischen Fähigkeiten
erlangt das Denken eine neue Qualität:
– sich etwas vorstellen können,
– etwas nachahmen können,
– So-Tun-Als-Ob Spiele (Rollenspiel, Fiktionsspiel; z. B. Holzstück – Waffe)
voroperationale Phase (2 – 7 Jahre)
• Wahrnehmungseindruck bestimmt das Denken: Zentrierung auf ein Merkmal (z.B.
Reihenbildung, Umschüttversuche, Kneteverformungen)
• Fehlende Riversibilität (Reihe von unterschiedlich langen Stäben ordnen)
• Egozentrismus:
1) die noch unvollständige Unterscheidung zwischen dem Selbst und der Außenwelt
(einschließlich anderer Menschen)
2) die Tendenz, die Welt ausschließlich aus der eigenen Perspektive wahrzunehmen und
zu begreifen (Unfähigkeit der Perspektivübernahme: Kinder im präoperativen Stadium
denken, alle würden das sehen, was sie sehen)
Phase der konkreten Operationen
(7 – 11 Jahre)
• Denken folgt komplizierteren Regeln, Wahrnehmungseindruck verliert seine
dominante Rolle
• Konstanzen werden nun als solche erkannt
• Transitivität (Reihenbildung, Seriation)wird jetzt verstanden
• Konzepte der Kompensation und Reversibilität (Vorgänge wie Addition und
Subtraktion) werden erworben
 Bei der Pendelaufgabe wird Kindern unterschiedlichen Alters die Frage gestellt,
von welchen Faktoren die Frequenz eines Pendels abhänge, von seinem Gewicht
oder von seiner Länge.
 Es wird gezeigt, dass ein kurzes, schweres Pendel rasch schwingt und ein langes,
leichtes Pendel langsam schwingt.
 Kinder in der präoperationalen Phase:
 Betrachtung nur eine der beiden Dimensionen
 Sie werden sagen, ein kurzes Pendel schwinge schneller, oder aber sie behaupten, ein
schweres Pendel schwinge schneller.
 Kinder in der konkret-operationalen Phase:
 Kombination mehrere Merkmale
 ein kurzes und schweres Pendel schwinge schneller (was ja auch beobachtbar ist)
 logische Konjunktion beider Dimensionen
 JEDOCH: nicht Lösung des Problems  da Gewicht des Pendels nicht relevant ist
 Nur die Länge der Schnur ist relevant.
 Kinder in der formal-operationalen Phase:
 Lösung von diesen konkret beobachteten Fällen (kurz/schwer und lang/leicht)
 Zwei von vier möglichen Kombinationen der beiden Variablen Gewicht und Länge
 Empirische Überprüfung der nicht realisierten Kombinationen der beiden
Dimensionen
 langes/schweres Pendel und ein kurzes/leichtes Pendel
 neue Leistung der Kinder:
 Schlussfolgerungen liegt eine systematische Kombination von Variablen zugrunde
 aus den gedachten Kombinationsmöglichkeiten Hypothesen ableiten und prüfen
 Variablen werden also kontrolliert und isoliert
Phase der formalen Operationen
(ab 11 - 12 Jahren)
 • auf rein theoretischer Ebene können logische Schlussfolgerungen gezogen
werden, gedanklich können mehrere Merkmale einer Situation systematisch
variiert werden
 • Problemsituationen können systematisch analysiert werden, Modelle/Abläufe
können gedanklich durchgespielt werden
Überblick über Phasen nach Piaget
 1) sensu-motorische Phase (0 – 2)
 Erfahrungen mit den Sinnesorganen und dem Bewegungsapparat
 2) voroperationale Phase (2 – 7)
 Zentrierung auf 1 Merkmal
 Egozentrismus
 3) Phase der konkreten Operationen
 Denken nach komplizierteren Regeln
 Tranistivität
 4) Phase der formalen Operationen
 Abstraktes Denken, Metaperspektive
Arbeitsphase
 Lest euch beide Fallbeispiele durch und entscheidet euch für einen Fall
 Idealerweise sollten zwei nahezu gleichgroße Gruppen entstehen, die sich über den Fall
austauschen
 Bearbeitet die Arbeitsaufträge auf den Aufgabenblättern
 Zum Abschluss:
Besprecht auch mögliche Kritik am Stufenmodell von Piaget
Kritik an Piaget
• Es gibt starke individuelle Unterschiede zwischen Kinder der gleichen Altersstufe
• Es gibt bereichsspezifische Unterschiede: Ein und das gleiche Kind bewältigt
Aufgaben eines Typus für einen Inhaltsbereich aber nicht für einen anderen
 Zweifel an der Annahme, dass es qualitative Unterschiede in den
Denkleistungen von Kindern gibt
• für manche Inhaltsbereiche sind Kinder schon sehr früh Experten und bewältigen
komplizierte Aufgaben, die sie bei einem anderen Inhaltsbereich nicht lösen
Kritik an Piaget
 angeborenes Wissen "Kernwissensthese" (Carey & Spelke, 1994): z. B.
intuitives Physikwissen: Lösen von Balkenwaagen-problemen, Schwerkraft,
Oberflächenbeschaffenheit und – neigung; Kategorienwissen von Säuglingen)
 Der Einfluss von Erfahrungen, Bildungsniveau und Kultur wird nicht berücksichtigt
 Vernachlässigung sozialer Faktoren (Lernen durch Beobachtung usw.)

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Entwicklungsstufenmodell nach Piaget (short)

  • 2. Stufenmodell der kognitiven Entwicklung  1) sensu-motorische Phase  2) voroperationale Phase  3) Phase der konkreten Operationen  4) Phase der formalen Operationen  Alle Phasen müssen immer in dieser Abfolge durchlaufen werden, die nachfolgende Phase baut auf die vorhergehende auf
  • 3. Sensu-motorische Phase (0 - 2 Jahre) • Grundlagen für die Denkentwicklung werden gelegt • Erfahrungen mit den Sinnesorganen und mit dem Bewegungsapparat stehen im Vordergrund der Entwicklung • Anfang: angeborene Verhaltensweise und Reflexe • Kreisreaktionen: sich wiederholende Aktivitäten, die vom Kind ausgehen und interessante Effekte produzieren
  • 4. Sensu-motorische Phase (0 - 2 Jahre) • Objektkonstanz/Objektpermanenz: „was nicht sichtbar ist, existiert auch nicht!“ diese Auffassung wird mit ca. 8 Monaten überwunden; Fähigkeit, dingliche Umwelt auch kognitiv zu repräsentieren, ein Abbild im Gedächtnis zu haben • 8-Monats-Angst (Fremdenangst) • Kleinkind erwirbt in Auseinandersetzung mit der Umwelt die Konzepte des Raumes, der Zeit und der Kausalität (Beispiel Flaschensaugen, „Objektpermanenz“)
  • 5. voroperationale Phase (2 – 7 Jahre) • Gedanken laufen nach einfachen logischen Regeln ab • Durch Spracherwerb und die damit verbundenen symbolischen Fähigkeiten erlangt das Denken eine neue Qualität: – sich etwas vorstellen können, – etwas nachahmen können, – So-Tun-Als-Ob Spiele (Rollenspiel, Fiktionsspiel; z. B. Holzstück – Waffe)
  • 6. voroperationale Phase (2 – 7 Jahre) • Wahrnehmungseindruck bestimmt das Denken: Zentrierung auf ein Merkmal (z.B. Reihenbildung, Umschüttversuche, Kneteverformungen) • Fehlende Riversibilität (Reihe von unterschiedlich langen Stäben ordnen) • Egozentrismus: 1) die noch unvollständige Unterscheidung zwischen dem Selbst und der Außenwelt (einschließlich anderer Menschen) 2) die Tendenz, die Welt ausschließlich aus der eigenen Perspektive wahrzunehmen und zu begreifen (Unfähigkeit der Perspektivübernahme: Kinder im präoperativen Stadium denken, alle würden das sehen, was sie sehen)
  • 7. Phase der konkreten Operationen (7 – 11 Jahre) • Denken folgt komplizierteren Regeln, Wahrnehmungseindruck verliert seine dominante Rolle • Konstanzen werden nun als solche erkannt • Transitivität (Reihenbildung, Seriation)wird jetzt verstanden • Konzepte der Kompensation und Reversibilität (Vorgänge wie Addition und Subtraktion) werden erworben
  • 8.  Bei der Pendelaufgabe wird Kindern unterschiedlichen Alters die Frage gestellt, von welchen Faktoren die Frequenz eines Pendels abhänge, von seinem Gewicht oder von seiner Länge.  Es wird gezeigt, dass ein kurzes, schweres Pendel rasch schwingt und ein langes, leichtes Pendel langsam schwingt.  Kinder in der präoperationalen Phase:  Betrachtung nur eine der beiden Dimensionen  Sie werden sagen, ein kurzes Pendel schwinge schneller, oder aber sie behaupten, ein schweres Pendel schwinge schneller.
  • 9.  Kinder in der konkret-operationalen Phase:  Kombination mehrere Merkmale  ein kurzes und schweres Pendel schwinge schneller (was ja auch beobachtbar ist)  logische Konjunktion beider Dimensionen  JEDOCH: nicht Lösung des Problems  da Gewicht des Pendels nicht relevant ist  Nur die Länge der Schnur ist relevant.
  • 10.  Kinder in der formal-operationalen Phase:  Lösung von diesen konkret beobachteten Fällen (kurz/schwer und lang/leicht)  Zwei von vier möglichen Kombinationen der beiden Variablen Gewicht und Länge  Empirische Überprüfung der nicht realisierten Kombinationen der beiden Dimensionen  langes/schweres Pendel und ein kurzes/leichtes Pendel
  • 11.  neue Leistung der Kinder:  Schlussfolgerungen liegt eine systematische Kombination von Variablen zugrunde  aus den gedachten Kombinationsmöglichkeiten Hypothesen ableiten und prüfen  Variablen werden also kontrolliert und isoliert
  • 12. Phase der formalen Operationen (ab 11 - 12 Jahren)  • auf rein theoretischer Ebene können logische Schlussfolgerungen gezogen werden, gedanklich können mehrere Merkmale einer Situation systematisch variiert werden  • Problemsituationen können systematisch analysiert werden, Modelle/Abläufe können gedanklich durchgespielt werden
  • 13. Überblick über Phasen nach Piaget  1) sensu-motorische Phase (0 – 2)  Erfahrungen mit den Sinnesorganen und dem Bewegungsapparat  2) voroperationale Phase (2 – 7)  Zentrierung auf 1 Merkmal  Egozentrismus  3) Phase der konkreten Operationen  Denken nach komplizierteren Regeln  Tranistivität  4) Phase der formalen Operationen  Abstraktes Denken, Metaperspektive
  • 14. Arbeitsphase  Lest euch beide Fallbeispiele durch und entscheidet euch für einen Fall  Idealerweise sollten zwei nahezu gleichgroße Gruppen entstehen, die sich über den Fall austauschen  Bearbeitet die Arbeitsaufträge auf den Aufgabenblättern  Zum Abschluss: Besprecht auch mögliche Kritik am Stufenmodell von Piaget
  • 15. Kritik an Piaget • Es gibt starke individuelle Unterschiede zwischen Kinder der gleichen Altersstufe • Es gibt bereichsspezifische Unterschiede: Ein und das gleiche Kind bewältigt Aufgaben eines Typus für einen Inhaltsbereich aber nicht für einen anderen  Zweifel an der Annahme, dass es qualitative Unterschiede in den Denkleistungen von Kindern gibt • für manche Inhaltsbereiche sind Kinder schon sehr früh Experten und bewältigen komplizierte Aufgaben, die sie bei einem anderen Inhaltsbereich nicht lösen
  • 16. Kritik an Piaget  angeborenes Wissen "Kernwissensthese" (Carey & Spelke, 1994): z. B. intuitives Physikwissen: Lösen von Balkenwaagen-problemen, Schwerkraft, Oberflächenbeschaffenheit und – neigung; Kategorienwissen von Säuglingen)  Der Einfluss von Erfahrungen, Bildungsniveau und Kultur wird nicht berücksichtigt  Vernachlässigung sozialer Faktoren (Lernen durch Beobachtung usw.)