Was macht eigentlich ein Anästhesist
(in der Bauchchirurgie) ?
Andreas Zollinger
Institut für Anästhesiologie
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… zumindest aber Teil der
Geschichte…
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• Zur Geschichte
• Stress und Stressminderung
• Anästhesieformen (Narkose: was ist das?)
• Der Zauberlehrling (Goethe’s Fa...
„Den Schmerzen bei chirurgischen Operationen
entrinnen zu wollen ist ein trügerischer Traum,
mit dem wir heute nicht mehr ...
Massachusetts General Hospital, Boston, 1846
Robert Hinckley, 1882
„Gentlemen,
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William Thomas Green M...
„Der Schmerz, diese
deutlichste Empfindung
der Unvollkommenheit
unseres Körpers, hat sich
beugen müssen vor der
Macht des ...
AN – ÄSTHESIE = Empfindungslosigkeit
„Narkose“
„Betäubung“
„Schmerzlosigkeit“
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Akutes
Organversagen
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Chronische
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• Verhindern / Behandeln von:
- Schmerz
- Angst
- Sauerstoffmangel
- Blutverlust, Blutvolumenmangel
- Herz-/Kreislaufstöru...
Anästhesieformen
• Allgemeinanästhesie („Vollnarkose“)
• Regionalanästhesie („Teilnarkose“)
• Lokalanästhesie („örtliche B...
Narkose: was ist das ?
 Stressblockade, Reflexausschaltung
(Sympathikus-, Husten-/ Schluckreflexblockade)
 Bewusstseinsv...
Narkose: wann & wozu wird sie eingesetzt ?
Sehr kranke Patienten
Lebensbedrohliche Notfälle
Spezielle Lagerungen
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Wirkung moderner Anästhetika:
schnell, hochpotent, kurz-wirksam
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adapted from: Stefan Schraag, Glasgow
Medikamentenwirkung:
Aufnahme, Umverteilung, Ausscheidung
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Medikamentenwirkung:
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Medikamentenwirkung:
Aufnahme, Umverteilung, Ausscheidung
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Regionalanästhesie („Teilnarkose“)
Rückenmarksnahe Nervenblockaden
- Spinalanästhesie
- Epiduralanästhesie (Periduralanäst...
Kombinierte Allgemein-/Regionalanästhesie
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Die ich rief, die Geister,
Werd ich nun nicht los.
"In die Ecke,
Besen! Besen!
Seids gewesen!
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Gemeinsames Ziel: Gute Qualität
Erfolgsfaktoren:
objektiv und subjektiv
keine Komplikationen, kurzer Spitalaufenthalt
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Kehlet et al., Am J Surg 2002
Präop. Sprechstunden, Aufklärung
Periop. Management
Präoperative Abklärungen: wozu?
 Grunderkrankung
 Relevante Begleiterkrankungen
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Gezielte Untersuchung + Dokumentation
- von klinischen Krankheits-Symptomen
- einer bekannten Erkrankung
- der physiologis...
Angepasste, individuelle Überwachung
(Monitoring) und Behandlung
Komplikationen senken
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Verkürzter Spitalaufenthalt
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Schwenk et al., Dtsch Med Wochenschr 2005
Mortalität: 1:100
Ist Anästhesie gefährlich ?
Anästhesie-assoziierte Mortalität bei Gesunden, ca.:
1940 100 / 100‘000 OP/An
1960 80 / 100‘000 OP/An
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2000, USA: ca. 300 Mio Einwohner
1999-2005, USA:
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2008, CH: ca. 7.5 Mio Einwohner
ca. 350‘000 Anästhesien/Jahr
 ca. jeder 20. Einwohner wird anästhesiert
 jede/jeder hat ...
357 Todesfälle pro 50 Mrd km
25‘000 Verletzte pro 50 Mrd km
 0.007 Todesfälle pro 1 Mio km
 0.07% Todesfall-Risiko pro 1...
Ist Anästhesie schädlich oder schützend ?
 „Organschutz“ v.a. durch Inhalationsanästhetika ?
Hinweise für „Zellschutzfunk...
HIF = Hypoxia Inducible Factors
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Was macht eigentlich ein Anästhesist (in der Bauchchirurgie)?

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Prof. Andreas Zollinger (Anästhesie, Stadtspital Triemli) gibt Einblick in die Geschichte der Anästhesie.

Veröffentlicht in: Gesundheit & Medizin
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Was macht eigentlich ein Anästhesist (in der Bauchchirurgie)?

  1. 1. Was macht eigentlich ein Anästhesist (in der Bauchchirurgie) ? Andreas Zollinger Institut für Anästhesiologie und Intensivmedizin Stadtspital Triemli, Zürich andreas.zollinger@triemli.zuerich.ch 12. Treffen GIST-Gruppe Schweiz 24. April 2015
  2. 2. Conflicts of Interest: … auf den ersten Blick keine… www.lachschon.de
  3. 3. Conflicts of Interest: … zumindest aber Teil der Geschichte… scienceblogs.de … und damit nie ganz wertfrei, und nie ohne Interessen…
  4. 4. • Zur Geschichte • Stress und Stressminderung • Anästhesieformen (Narkose: was ist das?) • Der Zauberlehrling (Goethe’s Faust) • Konzept «Fast Track» / Initiative «ERAS» • Ist Anästhesie gefährlich ? • Ist Anästhesie schädlich oder schützend ?
  5. 5. „Den Schmerzen bei chirurgischen Operationen entrinnen zu wollen ist ein trügerischer Traum, mit dem wir heute nicht mehr liebäugeln dürfen.“ Alfred-Armand Velpeau, Chirurg in Paris, 1839 Mortalität: 80%
  6. 6. Massachusetts General Hospital, Boston, 1846 Robert Hinckley, 1882 „Gentlemen, this is no humbug !“ William Thomas Green Morton, MGH Boston, 16. Oktober 1846
  7. 7. „Der Schmerz, diese deutlichste Empfindung der Unvollkommenheit unseres Körpers, hat sich beugen müssen vor der Macht des menschlichen Geistes“ Johann Friedrich Dieffenbach, Chirurg in Berlin, 1847
  8. 8. AN – ÄSTHESIE = Empfindungslosigkeit „Narkose“ „Betäubung“ „Schmerzlosigkeit“ „Schlaf“
  9. 9. „Stress“„Stress“ OP Stresshormone Herzfrequenz, Blutdruck  Stoffwechsel  Sauerstoffverbrauch  Blutgerinnung  Immunfunktion
  10. 10. SchmerzenSchmerzen „STRESS“„STRESS“ Akutes Organversagen Akutes Organversagen Chronische Schmerzen Chronische Schmerzen AngstAngst BlutverlustBlutverlust InfektionInfektion SauerstoffmangelSauerstoffmangel HungernHungern Temperatur Temperatur 
  11. 11. • Verhindern / Behandeln von: - Schmerz - Angst - Sauerstoffmangel - Blutverlust, Blutvolumenmangel - Herz-/Kreislaufstörung - Temperaturstörung - Hunger und Durst - Infektion • Vor, während und nach einer Operation (Anästhesiearzt) • Bei akuten, schweren Notfällen (Notarzt) • Bei schwerstkranken Patienten (Intensivmediziner) Anästhesie = StressminderungAnästhesie = Stressminderung
  12. 12. Anästhesieformen • Allgemeinanästhesie („Vollnarkose“) • Regionalanästhesie („Teilnarkose“) • Lokalanästhesie („örtliche Betäubung“) • Kombinierte Allgemein-/Regionalanästhesie
  13. 13. Narkose: was ist das ?  Stressblockade, Reflexausschaltung (Sympathikus-, Husten-/ Schluckreflexblockade)  Bewusstseinsverlust („Schlaf“, Hypnose, tiefe Sedation)  Empfindungslosigkeit Schmerzausschaltung (An-Ästhesie, Analgesie)  Erinnerungslosigkeit (Amnesie, Ausschaltung der „Awareness“)  Bewegungslosigkeit, Muskelentspannung (Myo-Relaxation)
  14. 14. Narkose: wann & wozu wird sie eingesetzt ? Sehr kranke Patienten Lebensbedrohliche Notfälle Spezielle Lagerungen Wunsch des Patienten / Kleinkinder etc. Lokal-/ Regionalanästhesie nicht möglich, z.B.: -grosse Bauch-OP -Lungen-OP -Herz-OP Jeder Patient ist “anästhesierbar”
  15. 15. Wirkung moderner Anästhetika: schnell, hochpotent, kurz-wirksam
  16. 16. 1122 33 adapted from: Stefan Schraag, Glasgow Medikamentenwirkung: Aufnahme, Umverteilung, Ausscheidung
  17. 17. 1122 33 Medikamentenwirkung: Aufnahme, Umverteilung, Ausscheidung adapted from: Stefan Schraag, Glasgow
  18. 18. 1122 33 IfA TZ IfA TZ Medikamentenwirkung: Aufnahme, Umverteilung, Ausscheidung adapted from: Stefan Schraag, Glasgow
  19. 19. 22 3311 Medikamentenwirkung: Aufnahme, Umverteilung, Ausscheidung adapted from: Stefan Schraag, Glasgow
  20. 20. 22 3311 Medikamentenwirkung: Aufnahme, Umverteilung, Ausscheidung adapted from: Stefan Schraag, Glasgow
  21. 21. 22 3311 Medikamentenwirkung: Aufnahme, Umverteilung, Ausscheidung !!! adapted from: Stefan Schraag, Glasgow
  22. 22. Regionalanästhesie („Teilnarkose“) Rückenmarksnahe Nervenblockaden - Spinalanästhesie - Epiduralanästhesie (Periduralanästhesie) - kombinierte (spinal-epidural) Nervenplexus-Blockaden - Armplexus - Beinplexus Periphere Nervenblockaden
  23. 23. Kombinierte Allgemein-/Regionalanästhesie Regionalanästhesie + Sedation/Analgesie Allgemeinanästhesie plus - Periphere Nervenblockade - Plexusblockade - Periduralanästhesie
  24. 24. Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister, Werd ich nun nicht los. "In die Ecke, Besen! Besen! Seids gewesen! Denn als Geister Ruft euch nur, zu seinem Zwecke, Erst hervor der alte Meister." JW Goethe, Faust I: Der Zauberlehrling; 1808 Der Zauberlehrling (Goethe’s Faust)
  25. 25. Gemeinsames Ziel: Gute Qualität Erfolgsfaktoren: objektiv und subjektiv keine Komplikationen, kurzer Spitalaufenthalt • Die richtigen Interventionen: - tun, was nötig ist - nicht tun, was „optional“ ist - vermeiden, was schädlich ist • Umgang mit Risiken: - Risiken analysieren und kennen - Risiken vorbeugen / vermeiden - Risikofaktoren gezielt behandeln • Kommunikation: - mit Patientin/Patient - mit den Angehörigen - im Team
  26. 26. Kehlet et al., Am J Surg 2002 Präop. Sprechstunden, Aufklärung Periop. Management
  27. 27. Präoperative Abklärungen: wozu?  Grunderkrankung  Relevante Begleiterkrankungen  kritisch-knappe physiologische Veränderungen • Erfassen des Vorhandenseins • Erfassen des Schweregrades • Abschätzen der Stabilität • Kenntnis der bisherigen Behandlung (und ihrer Nebenwirkungen / Interaktionen) Chirurgie Anästhesie «Operabilität» ? mit welchem Risiko ? unter welchen Umständen ?
  28. 28. Gezielte Untersuchung + Dokumentation - von klinischen Krankheits-Symptomen - einer bekannten Erkrankung - der physiologischen Reserven Präoperative Abklärungen: wie? Screening: Routinemässige, ungezielte Abklärungen bei klinisch gesunden, asymptomatischen Patienten Herz-/Kreislaufkrankheiten Lungenerkrankung Nierenschwäche Neurologische Erkrankung Diabetes, Schilddrüsenkrankheit etc. etc. …
  29. 29. Angepasste, individuelle Überwachung (Monitoring) und Behandlung
  30. 30. Komplikationen senken Abläufe optimieren Erholung beschleunigen Verkürzter Spitalaufenthalt Kostenreduktion Verbesserte Qualität Konzept «Fast Track» / Initiative «ERAS»* * Enhanced Recovery After Surgery
  31. 31. Schwenk et al., Dtsch Med Wochenschr 2005
  32. 32. Mortalität: 1:100 Ist Anästhesie gefährlich ?
  33. 33. Anästhesie-assoziierte Mortalität bei Gesunden, ca.: 1940 100 / 100‘000 OP/An 1960 80 / 100‘000 OP/An 1970 10 / 100‘000 OP/An 1990 1 / 100‘000 OP/An 2000 0.4 / 100‘000 OP/An
  34. 34. 2000, USA: ca. 300 Mio Einwohner 1999-2005, USA: Studie anhand verstorbener Patienten (ICD-10 Codes) • 105.7 Mio Patienten nach OP/Anästhesie in 7 Jahren  jährlich 5% der Einwohner anästhesiert + erfasst • 2211 Todesfälle waren „Anästhesie-assoziiert“ - 241 (11%) davon waren „direkt Anästhesie-bedingt“  315 Todesfälle/Jahr sind „Anästhesie-assoziiert“  0.4 Todesfälle / 100‘000 Anästhesien  1.1 Todesfälle / 1 Mio Einwohner/Jahr (♂ 1.45 / ♀ 0.77)
  35. 35. 2008, CH: ca. 7.5 Mio Einwohner ca. 350‘000 Anästhesien/Jahr  ca. jeder 20. Einwohner wird anästhesiert  jede/jeder hat ca. 4 Anästhesien im Leben 1.1 Todesfälle „Anästhesie-assoziiert“ pro 1 Mio Einw./Jahr  8 Todesfälle „ Anästhesie-assoziiert“ pro Jahr 357 Todesfälle im Strassenverkehr pro Jahr 1 Todesfall im Strassenverkehr pro 21‘000 Einw./Jahr
  36. 36. 357 Todesfälle pro 50 Mrd km 25‘000 Verletzte pro 50 Mrd km  0.007 Todesfälle pro 1 Mio km  0.07% Todesfall-Risiko pro 100‘000 km  5% Verletzungs-Risiko pro 100‘000 km
  37. 37. Ist Anästhesie schädlich oder schützend ?  „Organschutz“ v.a. durch Inhalationsanästhetika ? Hinweise für „Zellschutzfunktion“ (Protektion) durch Auslösung / Verstärkung spezifischer endokriner und immunologischer Mechanismen bei operativen Eingriffen an verschiedenen Organen: • Kardio-Protektion • Leber-Protektion • Lungen-Protektion • Hirn-Protektion  Tumor-/Metastasenchirurgie und Rezidiv ? Anästhesie als potentieller Schutz oder Schaden ?
  38. 38. HIF = Hypoxia Inducible Factors
  39. 39. https://badtzmarucy831.wordpress.com
  40. 40. Danke !

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