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KONGO AM RHEIN
Festival für zeitgenössische Kunst aus dem Kongo
11. Juni – 2. Juli 2017
www.kongo-am-rhein.org
2
Kongo am Rhein
Festival für zeitgenössische Kunst aus dem Kongo
Juni 2017, Basel
Zum Nachdenken über die moderne Stadt und ihre Herausforderungen anregen, das
möchte das Projekt Kongo am Rhein erreichen, indem es Kunst und städtische Kultur aus
dem Kongo (DR Kongo) und hier vor allem aus der Megastadt Kinshasa nach Basel
einlädt. Die afrikanischen Metropolen sind urbane Räume, die sich äusserst rasch
entwickeln. Vor zwanzig Jahren zählte die Stadt Kinshasa 6 Millionen Einwohner, heute
sind es 12 Millionen Bewohner, von denen die Hälfte jünger als 25 Jahre alt ist.
Kinshasa, an den Ufern des Flusses Kongo gelegen, hat sich zu einem Schmelztiegel
unterschiedlicher Völker entwickelt, die hier aus allen Ecken des riesigen Landes
zusammengekommen sind. Das Aufeinandertreffen der so völlig verschiedenen
Volksgruppen hat eine besondere Dynamik geschaffen. Und genau diese einmalige
Antriebskraft möchte das Projekt Kongo am Rhein in der Stadt Basel zeigen, um so
positive Denkanstösse für das Miteinander und die Zukunft einer Stadt zu geben, in der
ebenfalls mehrere Generationen und Bevölkerungsgruppen unterschiedlichster
Herkunft zusammenleben.
Im Kongo ist zeitgenössische Kunst eng mit städtischem Leben verbunden. Teil des
Projekts Kongo am Rhein ist eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst, in der
kongolesische Künstlerinnen und Künstler auf kritische, satirische und humorvolle Art
zeigen, wie die afrikanische Bürger tagtäglich den Herausforderungen städtischen
Lebens begegnen. Die Ausstellung wird von einem fünftägigen Festival (28.6.-1.7.2017)
begleitet, an dem verschiedene kulturelle Institutionen (Museum der Kulturen,
Literaturhaus Basel, Kultkino Atelier, Alliance française, Kulturraum parterre usw.) und
die Universität Basel sowie Schulen (aus Porrentruy) mitwirken.
Neben der antiken afrikanischen Kunst, oft als „traditionelle“ Kunst bezeichnet, gewinnt
die zeitgenössische afrikanische Kunst mehr und mehr Anerkennung. Beispiele der
wachsenden Würdigung ihrer Bedeutung sind jüngste Ausstellungen wie „Making
3
Afrika“, die 2015 im Vitra Design Museum stattfand, oder die Ausstellung „Beauté
Congo-Congo-Kitoko“ der Fondation Cartier in Paris, die einen absoluten
Besucherrekord von mehr als 100.000 Eintritten in drei Monaten erzielte, oder die „1:54
Contemporary African Art Fair”, die im Frühjahr 2016 in New York stattfand. Das
Projekt Kongo am Rhein wird nicht bereits Dagewesenes wiederholen, vielmehr soll die
zeitgenössische Kunst Afrikas einen Impuls zum Nachdenken über die Stadt geben.
Künstlerische Ausdrucksformen, die ein breites Publikum ansprechen, sollen die
Möglichkeit eines direkten Dialogs zwischen Künstlern und Basler Bürgern eröffnen.
Dazu werden Konferenzen, Workshops und Diskussionsveranstaltungen bis hin zu
spielerischen und geselligen Events organisiert.
Das Projekt „Kongo am Rhein“, initiiert von dem kongolesischen Schriftsteller In Koli
Jean Bofane und Dr. Isabelle Chariatte, Dozentin für afrikanische Literatur an der
Universität Basel, wird Kultur und Kunst aus dem Kongo über mehrere Tage hinweg in
den Mittelpunkt des Stadtlebens in Basel rücken. Angelpunkt wird die mehrwöchigen
Ausstellungen zeitgenössischer Bilder und Skulpturen aus dem Kongo an drei
verschiedenen Orten sein: im Museum der Kulturen, im Salon Mondial und im
Restaurant parterre bei der Kaserne. Die Vernissage findet am 10. Juni 2017, einige
Tage vor Eröffnung der Art Basel, statt.
Die ausgestellten Werke handeln vor allem von Menschen im urbanen Raum der
heutigen Zeit, manchmal auch im urbanen Raum der Zukunft. Oft stellen die Bilder
kritische Allegorien und Metaphern für soziale und politische Probleme dar, enthüllen
Träume und Wünsche der Bürger oder decken Gräueltaten des Staates auf. Die Künstler
verbinden ihre engagierte, kritische Stellungnahme mit Poesie und Humor und werden
so zu einer wahrnehmbaren Stimme im öffentlichen Raum.
Kunst in Kinshasa entsteht direkt aus der Mitte der Bevölkerung heraus. Die Ateliers der
Künstler, der Musiker und Theatermacher sind in den meisten Fällen zur Strasse hin
offen und werden so zu Kunsträumen, die jedem zugänglich sind. Auf diese Weise
entsteht während der Arbeit an einem Werk nicht nur ein permanenter Austausch
zwischen den Künstlerinnen und Künstlern, ihrer Umgebung und ihrem Publikum,
sondern die Bevölkerung ist auch an der Entstehung urbaner Projekte direkt beteiligt.
Ein beeindruckendes Beispiel ist die vom Künstlerkomitee Eza possible mit
Recyclingmetall gebaute Brücke in Kinshasa.
4
Die Künstler Freddy Tsimba und Vitshois Mwilambwe aus Kinshasa, sowie Freddy
Mutombo aus Brüssel, beide Mitglieder des Künstlerkomitees Eza possible, werden hier
in Basel einen Monat lang arbeiten (Juni 2107), u.a. Workshops mit Flüchtlingen und
Jugendlichen durchführen. Sie werden so ihre Erfahrungen, die sie mit Strassen- und
Soldatenkindern im Kongo gesammelt haben, Menschen, die sich neu orientieren
müssen, weitergeben. Ausserdem werden kongolesische Schriftsteller, Performer,
Künstler und Musiker während des fünftägigen Festivals (28. Juni bis 2. Juli 2017)
verschiedene Veranstaltungen, wie Lesungen, Workshops, Filmvorführungen und
Konzerte, durchführen. Das Projekt Kongo am Rhein verspricht sich davon, dass so neue
Ideen zum Leben in der Stadt und ihrer Gestaltung entstehen, die auch in Basel
umgesetzt werden können.
Verschiedene Basler Institutionen wirken an dem Festival mit: In Zusammenarbeit mit
der Universität Basel, dem Literaturhaus und der Alliance Française werden die
kongolesischen Schriftsteller In Koli Jean Bofane und Fiston Mwanza Mujila Lesungen,
Workshops und Gespräche durchführen. Die Universität Basel organisiert eine
Podiumsdiskussion zum Thema Urbanismus mit den Anthropologen Filip De Boeck von
der Universität Leuven und Till Förster der Universität Basel. Sie werden sich mit
Künstlern, Stadtplanern und Architekten über das Thema Stadtgestaltung und die Rolle
der Kunst austauschen. Ausserdem werden filmische und fotografische Beiträge Teil des
Festivals sein. Performer werden in Basel ihr Können zeigen, auch gemeinsam mit
Flüchtlingen und Basler Schülern. Geplant ist ebenfalls ein typisches kongolesisches
Essen mit Gerichten, die für Schweizer Gaumen völlig unbekannte Zutaten aus dem
Urwald enthalten. Natürlich werden auch Musiker während des Festivals die Stadt mit
Leben und afrikanischen Rhythmen füllen.
Das Festival Kongo am Rhein findet zur gleichen Zeit wie die ECAS7 (7th European
Conference on African Studies) statt, einer internationalen Konferenz, die sich in diesem
Jahr ebenfalls dem Thema „urbanes Afrika“ widmen wird. Ungefähr 1600 Forscher
werden zu diesem Kongress erwartet.
Im Zentrum stehen somit Begegnungen zwischen Künstlern verschiedenster
Kunstrichtungen, Forschern und Planern, womit das Projekts Kongo am Rhein ein
möglichst breites Publikum, vom interessierten und neugierigen Einwohner der
5
Agglomeration Basel bis hin zum Afrikaspezialisten, erreichen möchte. Da die
verschiedenen Veranstaltungen des Festivals Kongo am Rhein über das gesamte
Stadtgebiet Basels und Saint-Louis verteilt sein werden, ist auch eine grosse Sichtbarkeit
der Projektaktivitäten in Basel gewährleistet.
Bodo Bodo, Le sapeur poisson
6
Erläuterungen der Teilprojekte
Kunstmalerei
Das Künstlerkomitee Eza possible ist unumgänglich, wenn es um Fragen der
Stadtgestaltung Kinshasas geht. Dieses Komitee besteht aus jungen Kunstmalern,
Skulpteuren und Performern, die sich mit der Stadt auseinandersetzen. So war ihr erstes
Kunstwerk - mit hohem symbolischem Wert - eine Brücke, die aus Recyclingmetall und
mit Hilfe der Bevölkerung gebaut wurde und nun zwei zuvor getrennte Quartiere von
Kinshasa verbindet. Die Künstler verstehen ihre Aktion nicht als Ersatz für eine Arbeit,
die eigentlich die öffentlichen Behörden erledigen müssten, sondern sie haben mit
dieser Brücke ein bauliches Manifest für die aktive Teilnahme von Künstlern am
Städtebau geschaffen. Ihre Kreativität bei der Lösung von Fragen des Zusammenlebens
in einer Stadt wie Kinshasa ist nun weithin sichtbar geworden. Der Ansatz des
Künstlerkomitees wurde denn auch im letzten Jahr in Paris auf der Ausstellung Beauté
Congo – Congo Kitoko der Fondation Cartier gewürdigt.
Die Ausstellung Kongo am Rhein wird Werke von Mega Migiendi Tunga, Freddy
Mutombo, Paty Shindele, Eddy Ekete sowie Installationen von Vitshois Milambwe,
dem Begründer des Kollektivs Kin-Art Studio, zeigen. Dieses Künstlerkollektiv
organisiert Austauschprojekte zwischen kongolesischen und europäischen Künstlern,
um so Verbindungen zwischen beiden geographischen Räumen und zwei sehr
verschiedenen Kulturkreisen zu knüpfen. Des Weiteren werden Gemälde der
Kunstmalerinnen Ange Swana und Odette Messager ausgestellt. Die Arbeiten von
Mufuki Mukuna werden ebenfalls zu sehen sein. Sie setzen sich vor allem mit dem
Individuum und seiner Suche nach einem Platz in unserer heutigen Gesellschaft
auseinander. Die Malerin Jaklin, Spezialistin der Malerei des 17. Jahrhunderts,
interpretiert die Gegenwart ihrer Heimat Kongo.
7
Ange Swana, Béret Rouge
Eddy Ekete, La fin d’un dictateur
8
Bildhauerei
Als Bildhauer gibt Freddy Tsimba der Grausamkeit unserer Zeit Gestalt: Seine Werke
bestehen aus Patronenhülsen und Macheten. Rosette De Stefano wird riesengrosse
Reusen ausstellen, so wie jene, die man im Fluss Kongo in Höhe von Kisangani zum
Fischen benutzt. Die Künstlerin ist gebürtige Belgierin mit italienischem Ursprung und
hat sich ganz dem Einfluss des Kongos hingegeben. Die Werke der genannten Künstler
werden im Museum der Kulturen und im Salon Mondial ausgestellt sein.
Freddy Tsimba, Personnages cueillières
9
10
Gesang
Serge Kakudji entdeckte schon sehr früh seine Leidenschaft für die Oper. Werke von
Mozart, Händel und Glück zählen zu seinem Repertoire. Die Verschmelzung westlicher
Finesse mit kongolesischem Überschwang verleihen seinem Gesang einen einmaligen
Klang. Ein Rezital wird im Kulturraum Parterre stattfinden.
Literatur
Die preisgekrönten Schriftsteller Fiston Mwanza Mujila und In Koli Jean Bofane
werden Lesungen und Gespräche im Kulturraum Parterre halten. Beide betrachten
Kinshasa als eine Art Zukunftslabor der Stadtgestaltung und des städtischen
Zusammenlebens. Sie werden nicht nur aus ihren eigenen Büchern, sondern auch Texte
anderer kongolesischer Autoren, wie Sinzo Anza, Bibiche Mumbu, Marc Antoine Vumilia
und Mabiala Bissila, lesen.
In Koli Jean Bofane © Lionel Lecoq Fiston Mwanza Mujila © L. Hilzensauer
11
Theater
Der Theaterautor und Schauspieler Dieudonnée Niangouna wird in Basel Papa
Wemba. Le singe avait raison, eine Performance mit kongolesischen Schauspielern über
die Rolle des Helden, inszenieren. Das Stück wird von einer szenischen Lesung von
M’appelle Mohammed Ali begleitet. Veranstaltungsort dieser Theaterperformance wird
die Kaserne sein.
Dieudonné Niangouna, Le singe avait raison © Romain Etienne
12
Performance
Die Performer Freddy Mutombo (Künstlerresidenz in Basel), Mince Bizart Toshi
und Anaclet Kennedy werden mit Flüchtlingen und Jugendlichen aus Basel
zusammenarbeiten, um mehrere Performances in der Stadt durchzuführen. Sie werden
in Basel Kunstaktionen so durchführen, wie sie sie in Kinshasa entwickelt haben. Ihr Ziel
ist es, mit Kunst auf Gesellschaftsprobleme aufmerksam zu machen und diese auch auf
künstlerische Art anzugehen.
Fotografie
Im Rahmen des Festivals Kongo am Rhein wird ein Teil der Ausstellung Urban Now: City
Life in Congo des Fotografen Sammy Baloji und des Anthropologen Filip De Boeck
gezeigt werden können. Der fotografische Blickwinkel Sammy Balojis richtet sich sowohl
in die Zukunft, umfasst aber auch die Vergangenheit. Filip de Boeck, Anthropologe an
der Universität Leuven (KUL), erhielt 2004 für sein Werk Tale of an Invisible City,
Kinshasa, Ville invisible den goldenen Löwen an der Architektur-Biennale in Venedig .
Während des Festivals und als Teil des Rahmenprogramms der ECAS7 wird Filip de
Boeck eine Podiumsdiskussion mit Forschern und Studierenden der Universität Basel
sowie mit Künstlern und Schriftstellern in der Stadt für die Basler Bevölkerung
organisieren.
Der Fotograf Jean Depara (1928-1997) war ein Chronist der kongolesischen Hauptstadt
Kinshasa in der Zeit vor und nach der Unabhängigkeit. Nachts durchstreifte er die Bars
und Clubs der Stadt und fing in ausdrucksstarken Bildern das überschäumende
Lebensgefühl der damals jungen Generation ein, die nie schlief und der die Zukunft offen
zu stehen schien. Tagsüber arbeitete Depara in seinem Fotostudio Jean Whisky Depara.
Weitere ausgestellte Künstler sind Colin Delfosse und Teddy Mazina. Colin Delfosse
zeigt in seinen Fotografien Catcher (Ringkämpfer) aus Kinshasa sowie die sogenannten
„weissen Elefanten“, Überbleibsel der Prunksucht aus der Zeit des Präsidenten Mobutu
(1965 bis 1997).
Film
Im Kultkino Atelier wird es zwei Filmvorführungen geben. Viva Riva von Djo Munga ist
ein Thriller, der die Abenteuer eines Benzinhändlers in einem gewalttätigen,
13
skrupellosen und zwielichtigen Kinshasa erzählt. Der Film Pygmée Blues von Renaud
Barret und Florent de La Tullaye geht der Geschichte eines Ekonda nach, der den
Wald verlässt, um in die Stadt Kinshasa zu ziehen.
Comics
Barly Baruti wird im öffentlichen Raum die Kunst des politischen Comics-Zeichnen
vorführen, sowie Workshops mit Schülern durchführen.
Musik
Der Kongo wäre ohne seine Musik nicht der Kongo, und so wird die kongolesische
Rumba während des Festivals die Ufer des Rheins in Schwingung versetzen. Yannick
Nkoy und sein Ensemble werden Stücke aus dem klassischen Repertoire interpretieren:
Tabou Ley, Franco und Papa Wemba. Die neue Generation wird mit Jones Cruipy und
seiner Trap Music vertreten sein.
Gastronomie
Ein Land sollte man auf jeden Fall auch über seine kulinarischen Genüsse kennenlernen.
Die Köche des Restaurants Inzia aus Kinshasa (mit Filiale in Brüssel) werden Basel
während des Festivals Kongo am Rhein bekochen. Das Restaurant Parterre wird Gänge
eines Mittagessens nach Rezepten, wie sie im Roman Congo Inc. von In Koli Jean Bofane
beschrieben sind, zubereiten.
Erwartete Wirkung des Projekts Kongo am Rhein
Die aus dem Kongo kommenden Künstler denken in ihren Werken über Demokratie,
Freiheit, aber auch über Gräueltaten oder die alltäglichen Sorgen der Menschen und
über ihre Suche nach einem Platz in der Gesellschaft nach. Sie schaffen Gelegenheiten
des Dialogs mit den Bürgern und sprechen über individuelle sowie kollektive
Verantwortung.
Künstler gehen über vorgegebene Rahmen hinaus und sind immer auf der Suche nach
neuen Ideen und Ausdrucksformen. Genau dies macht Kunst zu einem universellen Gut
14
und zeigt, dass Streben und Träume der Menschen auf der ganzen Welt ähnlich sind. Das
Projekt Kongo am Rhein möchte den Menschen in Basel die Ausdrucksformen aktueller
kongolesischer Kunst näher bringen. Mit den Augen der kongolesischen Künstler die
eigene, gewohnte Umwelt und die Mitmenschen zu betrachten, bedeutet vielleicht
Standpunkte zu überdenken und die Realität der eigenen Stadt differenzierter
wahrzunehmen.
Mega Migiendi Tunga
15
Mit der Unterstützung von
- DEZA: La section Afrique des Grands Lacs du Département fédéral des Affaires
étrangères
- Pro Helvetia
- Stiftung Minerva
- Stiftung Levedo
- Freie Akademische Gesellschaft
- Lyseloth Stiftung
- Fondation Georges Arthur Forrest
In Zusammenarbeit mit
- ECAS 2017 (European Conference on African Studies)
- Universität Basel:
- African Studies
- Urban Studies
- Französisches Seminar
- Ethnologisches Seminar
- Universität Lausanne:
- Faculté des Lettres – Etudes africaines (Dr. Christine LeQuellec)
- FHNW
- Französische Botschaft in der Schweiz
- Museum der Kulturen Basel
- Kaserne Basel
- Alliance française
- Literaturhaus Basel
- kult.kino atelier Basel
- Restaurant Parterre Basel
- K5
- Cité Danzas
- Ville de Saint-Louis
- Kulturbox
- Image Afrique
16
Projektmanagement & Projektkoordination
In-Koli Jean Bofane: Projektmanager und Kurator der Ausstellung. Autor von Congo
Inc. Le testament de Bismarck (Paris, Actes Sud, 2014); Mathématiques congolaises (Paris,
Actes Sud, 2008) (dt. Übersetzung: Sinusbögen überm Kongo, 2013 Horlemann);
Pourquoi le lion n’est plus le roi des animaux (Paris, Gallimard, 1996). Literaturpreise
sind u.a. „Le Prix des 5 continents de la francophonie », « Le Grand prix du roman métis“,
„Le Grand prix littéraire de l’Afrique noire“. Organisation vom Festival Nuits d’encre in
Belgien (2014). Verfasser von mehreren Vorworten für Kunstkataloge, u.a. für die
Ausstellung Beauté Congo - Congo Kitoko (Fondation Cartier 2015), Fotokunstkatalog
Transit (2015) des Fotographen Kiripi Katembo. In-Koli Jean Bofane lebt und arbeitet in
Brüssel.
Dr. phil. Isabelle Chariatte: Koordinatorin des Projekts. Hochschuldozentin in
französischer und frankophoner Literatur an der Universität Basel. Organisation von
mehreren literarischen und kulturellen Anlässen: Lesungen mit afrikanischen Autoren
im Literaturhaus Basel (2015, 2013), in den BAB (2016, 2013, 2015), Aufführungen der
internationalen Theatertruppe TEV: Shakespeare’s Women, Eternity in an Hour von 2009
bis 2016, u.a. im 2010 im Theater Basel; Songs of Innocence and Experience am Festival
der Kulturen von Rheinfelden im 2009. Isabelle Chariatte lebt und arbeitet in Basel.
Verein Art&Skript
Der Verein ohne Gewinnorientierung übernimmt das Management, die Koordination
und die Produktion des Projekts Kongo am Rhein.
Kontakt
Isabelle Chariatte : isabelle.chariatte@unibas.ch 0041 77 454 63 23
Jean Bofane : bofane@gmail.com 0032 489 49 74 60
17
Links zu den Künstlern
Eza possible : http://eza-possibles.over-blog.com/
Kin ArtStudio (KAS) : http://www.vitshois.com/projects.html
Fredy Massamba : https://www.youtube.com/watch?v=Q4MEKPJeYXY
Fondation Cartier : http://presse.fondation.cartier.com/home/catalogue-beaute-congo-
congo-kitoko/
https://www.youtube.com/watch?v=iUAZmBeK9FI
A la Fondation Cartier : Dieudonnée Niangouna, In-Koli Jean Bofane, Fiston Mwanza
Mujila : https://www.youtube.com/watch?v=J03Pa29h9mM
In-Koli Jean Bofane : https://www.youtube.com/watch?v=m-etm2xnoYw
In-Koli Jean Bofane, Beauté Congo, Fondation Cartier :
https://www.youtube.com/watch?v=KudEy5qVxnY
In-Koli Jean Bofane, Fiston Mwanza Mujila, Soirée nomade, Fondation Cartier :
https://www.youtube.com/watch?v=J03Pa29h9mM
Barly Baruti : http://www.glenatbd.com/bd/chaos-debout-a-kinshasa-
9782344010297.htm
Serge Kakudji : http://sergekakudji.com/?lang=fr
Florent de La Tullaye et Renaud Barret :
Freddy Tsimba : https://freddytsimba.wordpress.com/
Sammy Baloji et Filip De Boeck : http://www.wiels.org/fr/exhibitions/794/Sammy-
Baloji--Filip-De-Boeck--Urban-Now-city-Life-in-Congo
Restaurant Inzia à Bruxelles : https://vimeo.com/63834190
Pat Masioni : http://patmasioni.canalblog.com/
Jaklin : http://www.jaklin.be/abstrait.html
Freddy Mutombo : http://freddymutombo.afrikblog.com/
Freddy Mutombo et Eddy Ekete : https://www.youtube.com/watch?v=Chkk_ZS_jrU
Jones Cruipy : https://www.youtube.com/watch?v=R55QLCKBCqI
https://www.youtube.com/watch?v=6czAxxjF4H0

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Festival Kongo Am Rhein 11 juin au 2 juillet 2017

  • 1. KONGO AM RHEIN Festival für zeitgenössische Kunst aus dem Kongo 11. Juni – 2. Juli 2017 www.kongo-am-rhein.org
  • 2. 2 Kongo am Rhein Festival für zeitgenössische Kunst aus dem Kongo Juni 2017, Basel Zum Nachdenken über die moderne Stadt und ihre Herausforderungen anregen, das möchte das Projekt Kongo am Rhein erreichen, indem es Kunst und städtische Kultur aus dem Kongo (DR Kongo) und hier vor allem aus der Megastadt Kinshasa nach Basel einlädt. Die afrikanischen Metropolen sind urbane Räume, die sich äusserst rasch entwickeln. Vor zwanzig Jahren zählte die Stadt Kinshasa 6 Millionen Einwohner, heute sind es 12 Millionen Bewohner, von denen die Hälfte jünger als 25 Jahre alt ist. Kinshasa, an den Ufern des Flusses Kongo gelegen, hat sich zu einem Schmelztiegel unterschiedlicher Völker entwickelt, die hier aus allen Ecken des riesigen Landes zusammengekommen sind. Das Aufeinandertreffen der so völlig verschiedenen Volksgruppen hat eine besondere Dynamik geschaffen. Und genau diese einmalige Antriebskraft möchte das Projekt Kongo am Rhein in der Stadt Basel zeigen, um so positive Denkanstösse für das Miteinander und die Zukunft einer Stadt zu geben, in der ebenfalls mehrere Generationen und Bevölkerungsgruppen unterschiedlichster Herkunft zusammenleben. Im Kongo ist zeitgenössische Kunst eng mit städtischem Leben verbunden. Teil des Projekts Kongo am Rhein ist eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst, in der kongolesische Künstlerinnen und Künstler auf kritische, satirische und humorvolle Art zeigen, wie die afrikanische Bürger tagtäglich den Herausforderungen städtischen Lebens begegnen. Die Ausstellung wird von einem fünftägigen Festival (28.6.-1.7.2017) begleitet, an dem verschiedene kulturelle Institutionen (Museum der Kulturen, Literaturhaus Basel, Kultkino Atelier, Alliance française, Kulturraum parterre usw.) und die Universität Basel sowie Schulen (aus Porrentruy) mitwirken. Neben der antiken afrikanischen Kunst, oft als „traditionelle“ Kunst bezeichnet, gewinnt die zeitgenössische afrikanische Kunst mehr und mehr Anerkennung. Beispiele der wachsenden Würdigung ihrer Bedeutung sind jüngste Ausstellungen wie „Making
  • 3. 3 Afrika“, die 2015 im Vitra Design Museum stattfand, oder die Ausstellung „Beauté Congo-Congo-Kitoko“ der Fondation Cartier in Paris, die einen absoluten Besucherrekord von mehr als 100.000 Eintritten in drei Monaten erzielte, oder die „1:54 Contemporary African Art Fair”, die im Frühjahr 2016 in New York stattfand. Das Projekt Kongo am Rhein wird nicht bereits Dagewesenes wiederholen, vielmehr soll die zeitgenössische Kunst Afrikas einen Impuls zum Nachdenken über die Stadt geben. Künstlerische Ausdrucksformen, die ein breites Publikum ansprechen, sollen die Möglichkeit eines direkten Dialogs zwischen Künstlern und Basler Bürgern eröffnen. Dazu werden Konferenzen, Workshops und Diskussionsveranstaltungen bis hin zu spielerischen und geselligen Events organisiert. Das Projekt „Kongo am Rhein“, initiiert von dem kongolesischen Schriftsteller In Koli Jean Bofane und Dr. Isabelle Chariatte, Dozentin für afrikanische Literatur an der Universität Basel, wird Kultur und Kunst aus dem Kongo über mehrere Tage hinweg in den Mittelpunkt des Stadtlebens in Basel rücken. Angelpunkt wird die mehrwöchigen Ausstellungen zeitgenössischer Bilder und Skulpturen aus dem Kongo an drei verschiedenen Orten sein: im Museum der Kulturen, im Salon Mondial und im Restaurant parterre bei der Kaserne. Die Vernissage findet am 10. Juni 2017, einige Tage vor Eröffnung der Art Basel, statt. Die ausgestellten Werke handeln vor allem von Menschen im urbanen Raum der heutigen Zeit, manchmal auch im urbanen Raum der Zukunft. Oft stellen die Bilder kritische Allegorien und Metaphern für soziale und politische Probleme dar, enthüllen Träume und Wünsche der Bürger oder decken Gräueltaten des Staates auf. Die Künstler verbinden ihre engagierte, kritische Stellungnahme mit Poesie und Humor und werden so zu einer wahrnehmbaren Stimme im öffentlichen Raum. Kunst in Kinshasa entsteht direkt aus der Mitte der Bevölkerung heraus. Die Ateliers der Künstler, der Musiker und Theatermacher sind in den meisten Fällen zur Strasse hin offen und werden so zu Kunsträumen, die jedem zugänglich sind. Auf diese Weise entsteht während der Arbeit an einem Werk nicht nur ein permanenter Austausch zwischen den Künstlerinnen und Künstlern, ihrer Umgebung und ihrem Publikum, sondern die Bevölkerung ist auch an der Entstehung urbaner Projekte direkt beteiligt. Ein beeindruckendes Beispiel ist die vom Künstlerkomitee Eza possible mit Recyclingmetall gebaute Brücke in Kinshasa.
  • 4. 4 Die Künstler Freddy Tsimba und Vitshois Mwilambwe aus Kinshasa, sowie Freddy Mutombo aus Brüssel, beide Mitglieder des Künstlerkomitees Eza possible, werden hier in Basel einen Monat lang arbeiten (Juni 2107), u.a. Workshops mit Flüchtlingen und Jugendlichen durchführen. Sie werden so ihre Erfahrungen, die sie mit Strassen- und Soldatenkindern im Kongo gesammelt haben, Menschen, die sich neu orientieren müssen, weitergeben. Ausserdem werden kongolesische Schriftsteller, Performer, Künstler und Musiker während des fünftägigen Festivals (28. Juni bis 2. Juli 2017) verschiedene Veranstaltungen, wie Lesungen, Workshops, Filmvorführungen und Konzerte, durchführen. Das Projekt Kongo am Rhein verspricht sich davon, dass so neue Ideen zum Leben in der Stadt und ihrer Gestaltung entstehen, die auch in Basel umgesetzt werden können. Verschiedene Basler Institutionen wirken an dem Festival mit: In Zusammenarbeit mit der Universität Basel, dem Literaturhaus und der Alliance Française werden die kongolesischen Schriftsteller In Koli Jean Bofane und Fiston Mwanza Mujila Lesungen, Workshops und Gespräche durchführen. Die Universität Basel organisiert eine Podiumsdiskussion zum Thema Urbanismus mit den Anthropologen Filip De Boeck von der Universität Leuven und Till Förster der Universität Basel. Sie werden sich mit Künstlern, Stadtplanern und Architekten über das Thema Stadtgestaltung und die Rolle der Kunst austauschen. Ausserdem werden filmische und fotografische Beiträge Teil des Festivals sein. Performer werden in Basel ihr Können zeigen, auch gemeinsam mit Flüchtlingen und Basler Schülern. Geplant ist ebenfalls ein typisches kongolesisches Essen mit Gerichten, die für Schweizer Gaumen völlig unbekannte Zutaten aus dem Urwald enthalten. Natürlich werden auch Musiker während des Festivals die Stadt mit Leben und afrikanischen Rhythmen füllen. Das Festival Kongo am Rhein findet zur gleichen Zeit wie die ECAS7 (7th European Conference on African Studies) statt, einer internationalen Konferenz, die sich in diesem Jahr ebenfalls dem Thema „urbanes Afrika“ widmen wird. Ungefähr 1600 Forscher werden zu diesem Kongress erwartet. Im Zentrum stehen somit Begegnungen zwischen Künstlern verschiedenster Kunstrichtungen, Forschern und Planern, womit das Projekts Kongo am Rhein ein möglichst breites Publikum, vom interessierten und neugierigen Einwohner der
  • 5. 5 Agglomeration Basel bis hin zum Afrikaspezialisten, erreichen möchte. Da die verschiedenen Veranstaltungen des Festivals Kongo am Rhein über das gesamte Stadtgebiet Basels und Saint-Louis verteilt sein werden, ist auch eine grosse Sichtbarkeit der Projektaktivitäten in Basel gewährleistet. Bodo Bodo, Le sapeur poisson
  • 6. 6 Erläuterungen der Teilprojekte Kunstmalerei Das Künstlerkomitee Eza possible ist unumgänglich, wenn es um Fragen der Stadtgestaltung Kinshasas geht. Dieses Komitee besteht aus jungen Kunstmalern, Skulpteuren und Performern, die sich mit der Stadt auseinandersetzen. So war ihr erstes Kunstwerk - mit hohem symbolischem Wert - eine Brücke, die aus Recyclingmetall und mit Hilfe der Bevölkerung gebaut wurde und nun zwei zuvor getrennte Quartiere von Kinshasa verbindet. Die Künstler verstehen ihre Aktion nicht als Ersatz für eine Arbeit, die eigentlich die öffentlichen Behörden erledigen müssten, sondern sie haben mit dieser Brücke ein bauliches Manifest für die aktive Teilnahme von Künstlern am Städtebau geschaffen. Ihre Kreativität bei der Lösung von Fragen des Zusammenlebens in einer Stadt wie Kinshasa ist nun weithin sichtbar geworden. Der Ansatz des Künstlerkomitees wurde denn auch im letzten Jahr in Paris auf der Ausstellung Beauté Congo – Congo Kitoko der Fondation Cartier gewürdigt. Die Ausstellung Kongo am Rhein wird Werke von Mega Migiendi Tunga, Freddy Mutombo, Paty Shindele, Eddy Ekete sowie Installationen von Vitshois Milambwe, dem Begründer des Kollektivs Kin-Art Studio, zeigen. Dieses Künstlerkollektiv organisiert Austauschprojekte zwischen kongolesischen und europäischen Künstlern, um so Verbindungen zwischen beiden geographischen Räumen und zwei sehr verschiedenen Kulturkreisen zu knüpfen. Des Weiteren werden Gemälde der Kunstmalerinnen Ange Swana und Odette Messager ausgestellt. Die Arbeiten von Mufuki Mukuna werden ebenfalls zu sehen sein. Sie setzen sich vor allem mit dem Individuum und seiner Suche nach einem Platz in unserer heutigen Gesellschaft auseinander. Die Malerin Jaklin, Spezialistin der Malerei des 17. Jahrhunderts, interpretiert die Gegenwart ihrer Heimat Kongo.
  • 7. 7 Ange Swana, Béret Rouge Eddy Ekete, La fin d’un dictateur
  • 8. 8 Bildhauerei Als Bildhauer gibt Freddy Tsimba der Grausamkeit unserer Zeit Gestalt: Seine Werke bestehen aus Patronenhülsen und Macheten. Rosette De Stefano wird riesengrosse Reusen ausstellen, so wie jene, die man im Fluss Kongo in Höhe von Kisangani zum Fischen benutzt. Die Künstlerin ist gebürtige Belgierin mit italienischem Ursprung und hat sich ganz dem Einfluss des Kongos hingegeben. Die Werke der genannten Künstler werden im Museum der Kulturen und im Salon Mondial ausgestellt sein. Freddy Tsimba, Personnages cueillières
  • 9. 9
  • 10. 10 Gesang Serge Kakudji entdeckte schon sehr früh seine Leidenschaft für die Oper. Werke von Mozart, Händel und Glück zählen zu seinem Repertoire. Die Verschmelzung westlicher Finesse mit kongolesischem Überschwang verleihen seinem Gesang einen einmaligen Klang. Ein Rezital wird im Kulturraum Parterre stattfinden. Literatur Die preisgekrönten Schriftsteller Fiston Mwanza Mujila und In Koli Jean Bofane werden Lesungen und Gespräche im Kulturraum Parterre halten. Beide betrachten Kinshasa als eine Art Zukunftslabor der Stadtgestaltung und des städtischen Zusammenlebens. Sie werden nicht nur aus ihren eigenen Büchern, sondern auch Texte anderer kongolesischer Autoren, wie Sinzo Anza, Bibiche Mumbu, Marc Antoine Vumilia und Mabiala Bissila, lesen. In Koli Jean Bofane © Lionel Lecoq Fiston Mwanza Mujila © L. Hilzensauer
  • 11. 11 Theater Der Theaterautor und Schauspieler Dieudonnée Niangouna wird in Basel Papa Wemba. Le singe avait raison, eine Performance mit kongolesischen Schauspielern über die Rolle des Helden, inszenieren. Das Stück wird von einer szenischen Lesung von M’appelle Mohammed Ali begleitet. Veranstaltungsort dieser Theaterperformance wird die Kaserne sein. Dieudonné Niangouna, Le singe avait raison © Romain Etienne
  • 12. 12 Performance Die Performer Freddy Mutombo (Künstlerresidenz in Basel), Mince Bizart Toshi und Anaclet Kennedy werden mit Flüchtlingen und Jugendlichen aus Basel zusammenarbeiten, um mehrere Performances in der Stadt durchzuführen. Sie werden in Basel Kunstaktionen so durchführen, wie sie sie in Kinshasa entwickelt haben. Ihr Ziel ist es, mit Kunst auf Gesellschaftsprobleme aufmerksam zu machen und diese auch auf künstlerische Art anzugehen. Fotografie Im Rahmen des Festivals Kongo am Rhein wird ein Teil der Ausstellung Urban Now: City Life in Congo des Fotografen Sammy Baloji und des Anthropologen Filip De Boeck gezeigt werden können. Der fotografische Blickwinkel Sammy Balojis richtet sich sowohl in die Zukunft, umfasst aber auch die Vergangenheit. Filip de Boeck, Anthropologe an der Universität Leuven (KUL), erhielt 2004 für sein Werk Tale of an Invisible City, Kinshasa, Ville invisible den goldenen Löwen an der Architektur-Biennale in Venedig . Während des Festivals und als Teil des Rahmenprogramms der ECAS7 wird Filip de Boeck eine Podiumsdiskussion mit Forschern und Studierenden der Universität Basel sowie mit Künstlern und Schriftstellern in der Stadt für die Basler Bevölkerung organisieren. Der Fotograf Jean Depara (1928-1997) war ein Chronist der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa in der Zeit vor und nach der Unabhängigkeit. Nachts durchstreifte er die Bars und Clubs der Stadt und fing in ausdrucksstarken Bildern das überschäumende Lebensgefühl der damals jungen Generation ein, die nie schlief und der die Zukunft offen zu stehen schien. Tagsüber arbeitete Depara in seinem Fotostudio Jean Whisky Depara. Weitere ausgestellte Künstler sind Colin Delfosse und Teddy Mazina. Colin Delfosse zeigt in seinen Fotografien Catcher (Ringkämpfer) aus Kinshasa sowie die sogenannten „weissen Elefanten“, Überbleibsel der Prunksucht aus der Zeit des Präsidenten Mobutu (1965 bis 1997). Film Im Kultkino Atelier wird es zwei Filmvorführungen geben. Viva Riva von Djo Munga ist ein Thriller, der die Abenteuer eines Benzinhändlers in einem gewalttätigen,
  • 13. 13 skrupellosen und zwielichtigen Kinshasa erzählt. Der Film Pygmée Blues von Renaud Barret und Florent de La Tullaye geht der Geschichte eines Ekonda nach, der den Wald verlässt, um in die Stadt Kinshasa zu ziehen. Comics Barly Baruti wird im öffentlichen Raum die Kunst des politischen Comics-Zeichnen vorführen, sowie Workshops mit Schülern durchführen. Musik Der Kongo wäre ohne seine Musik nicht der Kongo, und so wird die kongolesische Rumba während des Festivals die Ufer des Rheins in Schwingung versetzen. Yannick Nkoy und sein Ensemble werden Stücke aus dem klassischen Repertoire interpretieren: Tabou Ley, Franco und Papa Wemba. Die neue Generation wird mit Jones Cruipy und seiner Trap Music vertreten sein. Gastronomie Ein Land sollte man auf jeden Fall auch über seine kulinarischen Genüsse kennenlernen. Die Köche des Restaurants Inzia aus Kinshasa (mit Filiale in Brüssel) werden Basel während des Festivals Kongo am Rhein bekochen. Das Restaurant Parterre wird Gänge eines Mittagessens nach Rezepten, wie sie im Roman Congo Inc. von In Koli Jean Bofane beschrieben sind, zubereiten. Erwartete Wirkung des Projekts Kongo am Rhein Die aus dem Kongo kommenden Künstler denken in ihren Werken über Demokratie, Freiheit, aber auch über Gräueltaten oder die alltäglichen Sorgen der Menschen und über ihre Suche nach einem Platz in der Gesellschaft nach. Sie schaffen Gelegenheiten des Dialogs mit den Bürgern und sprechen über individuelle sowie kollektive Verantwortung. Künstler gehen über vorgegebene Rahmen hinaus und sind immer auf der Suche nach neuen Ideen und Ausdrucksformen. Genau dies macht Kunst zu einem universellen Gut
  • 14. 14 und zeigt, dass Streben und Träume der Menschen auf der ganzen Welt ähnlich sind. Das Projekt Kongo am Rhein möchte den Menschen in Basel die Ausdrucksformen aktueller kongolesischer Kunst näher bringen. Mit den Augen der kongolesischen Künstler die eigene, gewohnte Umwelt und die Mitmenschen zu betrachten, bedeutet vielleicht Standpunkte zu überdenken und die Realität der eigenen Stadt differenzierter wahrzunehmen. Mega Migiendi Tunga
  • 15. 15 Mit der Unterstützung von - DEZA: La section Afrique des Grands Lacs du Département fédéral des Affaires étrangères - Pro Helvetia - Stiftung Minerva - Stiftung Levedo - Freie Akademische Gesellschaft - Lyseloth Stiftung - Fondation Georges Arthur Forrest In Zusammenarbeit mit - ECAS 2017 (European Conference on African Studies) - Universität Basel: - African Studies - Urban Studies - Französisches Seminar - Ethnologisches Seminar - Universität Lausanne: - Faculté des Lettres – Etudes africaines (Dr. Christine LeQuellec) - FHNW - Französische Botschaft in der Schweiz - Museum der Kulturen Basel - Kaserne Basel - Alliance française - Literaturhaus Basel - kult.kino atelier Basel - Restaurant Parterre Basel - K5 - Cité Danzas - Ville de Saint-Louis - Kulturbox - Image Afrique
  • 16. 16 Projektmanagement & Projektkoordination In-Koli Jean Bofane: Projektmanager und Kurator der Ausstellung. Autor von Congo Inc. Le testament de Bismarck (Paris, Actes Sud, 2014); Mathématiques congolaises (Paris, Actes Sud, 2008) (dt. Übersetzung: Sinusbögen überm Kongo, 2013 Horlemann); Pourquoi le lion n’est plus le roi des animaux (Paris, Gallimard, 1996). Literaturpreise sind u.a. „Le Prix des 5 continents de la francophonie », « Le Grand prix du roman métis“, „Le Grand prix littéraire de l’Afrique noire“. Organisation vom Festival Nuits d’encre in Belgien (2014). Verfasser von mehreren Vorworten für Kunstkataloge, u.a. für die Ausstellung Beauté Congo - Congo Kitoko (Fondation Cartier 2015), Fotokunstkatalog Transit (2015) des Fotographen Kiripi Katembo. In-Koli Jean Bofane lebt und arbeitet in Brüssel. Dr. phil. Isabelle Chariatte: Koordinatorin des Projekts. Hochschuldozentin in französischer und frankophoner Literatur an der Universität Basel. Organisation von mehreren literarischen und kulturellen Anlässen: Lesungen mit afrikanischen Autoren im Literaturhaus Basel (2015, 2013), in den BAB (2016, 2013, 2015), Aufführungen der internationalen Theatertruppe TEV: Shakespeare’s Women, Eternity in an Hour von 2009 bis 2016, u.a. im 2010 im Theater Basel; Songs of Innocence and Experience am Festival der Kulturen von Rheinfelden im 2009. Isabelle Chariatte lebt und arbeitet in Basel. Verein Art&Skript Der Verein ohne Gewinnorientierung übernimmt das Management, die Koordination und die Produktion des Projekts Kongo am Rhein. Kontakt Isabelle Chariatte : isabelle.chariatte@unibas.ch 0041 77 454 63 23 Jean Bofane : bofane@gmail.com 0032 489 49 74 60
  • 17. 17 Links zu den Künstlern Eza possible : http://eza-possibles.over-blog.com/ Kin ArtStudio (KAS) : http://www.vitshois.com/projects.html Fredy Massamba : https://www.youtube.com/watch?v=Q4MEKPJeYXY Fondation Cartier : http://presse.fondation.cartier.com/home/catalogue-beaute-congo- congo-kitoko/ https://www.youtube.com/watch?v=iUAZmBeK9FI A la Fondation Cartier : Dieudonnée Niangouna, In-Koli Jean Bofane, Fiston Mwanza Mujila : https://www.youtube.com/watch?v=J03Pa29h9mM In-Koli Jean Bofane : https://www.youtube.com/watch?v=m-etm2xnoYw In-Koli Jean Bofane, Beauté Congo, Fondation Cartier : https://www.youtube.com/watch?v=KudEy5qVxnY In-Koli Jean Bofane, Fiston Mwanza Mujila, Soirée nomade, Fondation Cartier : https://www.youtube.com/watch?v=J03Pa29h9mM Barly Baruti : http://www.glenatbd.com/bd/chaos-debout-a-kinshasa- 9782344010297.htm Serge Kakudji : http://sergekakudji.com/?lang=fr Florent de La Tullaye et Renaud Barret : Freddy Tsimba : https://freddytsimba.wordpress.com/ Sammy Baloji et Filip De Boeck : http://www.wiels.org/fr/exhibitions/794/Sammy- Baloji--Filip-De-Boeck--Urban-Now-city-Life-in-Congo Restaurant Inzia à Bruxelles : https://vimeo.com/63834190 Pat Masioni : http://patmasioni.canalblog.com/ Jaklin : http://www.jaklin.be/abstrait.html Freddy Mutombo : http://freddymutombo.afrikblog.com/ Freddy Mutombo et Eddy Ekete : https://www.youtube.com/watch?v=Chkk_ZS_jrU Jones Cruipy : https://www.youtube.com/watch?v=R55QLCKBCqI https://www.youtube.com/watch?v=6czAxxjF4H0