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Tagung der DGPuK-Fachgruppe Journalistik
Würzburg, 15.-17.2.2017
Montage:AndreasLamm/message3/2008
Emergente Konsequenzen journalistischer
Komplexitätsreduktion: Die Lügenpresse
als Verschwörungstheorie
Uwe Krüger & Jens Seiffert-Brockmann
Seite 2
1. Einleitung
2. Begriffe und These
3. Beispiele: Panama Papers, Charlie Hebdo, Lichterkette
4. Auswege
Gliederung
Seite 3
Umfrage der Uni Mainz (Quiring/Schultz) vom
Okt./Nov. 2016
Implications
• SNA primarily addresses the “outer” characteristics of
human interrelations
• Hardly considers the inner processes of humans, which is
the subject of psychology
• Inner processes of humans may have an important impact
on the outer characteristics of their relations
 For describing networks of transcultural communication
approaches of adult cognitive development are important
http://www.zeit.de/2017/05/medien-vertrauen-umfrage-ifak/komplettansicht?print
Seite 4
Idee einer Verschwörung zwischen Journalisten
und Eliten
Implications
• Studie Prochazka/Schweiger 2016: populäre Medienkritik
in Nutzerkommentaren ist die einer Parteilichkeit
aufgrund zu großer Eliten-Nähe
• Sinnfällig im Buchtitel „Wie Politiker, Geheimdienste
und Hochfinanz Deutschlands Massenmedien lenken“
(Kopp 2014) – 120.000 verkaufte Ex. in 6 Monaten
• „Die Idee einer Medienverschwörung – die ideologisch
verschärfte Spielform einer ohnehin verbreiteten
Medienverdrossenheit – ist momentan schwer in Mode.
[…] Ein drohender Dialog- und Kommunikationsinfarkt
wird hier sichtbar, der einer offenen Gesellschaft
gefährlich werden kann.“ (Pörksen 2015: 72)
Seite 5
1. Einleitung
2. Begriffe und These
3. Beispiele: Panama Papers, Charlie Hebdo, Lichterkette
4. Auswege
Gliederung
Seite 6
Definition Verschwörungstheorie
• „Erzählungen von einem sichtbaren und einem unsichtbaren,
‚geheimen‘ Plot, wobei der unsichtbare Plot erst im sichtbaren
Plot beziehungsweise dessen ‚Defekten‘ lesbar wird.
Grundlegend ist dabei, dass Verschwörungstheorien auf eine
externe Textsorte als ‚visible plot‘ verweisen, deren Rahmen
(frame) sie angreifen und durch den Rahmen ‚Verschwörung‘ zu
ersetzen suchen“ (Seidler 2016: 40f.)
• V: „das geheime Zusammenwirken einer (in der Regel
überschaubaren) Gruppe von Personen, deren Absprachen und
Handeln darauf zielen, die Ereignisse zu ihrem eigenen Vorteil
(und damit zugleich zum Nachteil der Allgemeinheit) zu
beeinflussen“ – VT: „der Versuch, (wichtige) Ereignisse als
Folge derartiger geheimer Absprachen und Aktionen zu erklären“
(Hepfer 2015: 24)
Seite 7
begrenztetotale
Lutter 2001
orthodoxeheterodoxe
Anton/Schetsche/Walter 2014
Arten von Verschwörungstheorien
Pfahl-Traughber 2002
VT
V-MythenV-IdeologienV-Hypothesen
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Definition „Lügenpresse“ als
Medienverschwörung
• eine heterodoxe (weil nicht von der Mehrheit der Bevölkerung
und von Politik, Universitäten und Medien geteilte)
Verschwörungsideologie, die eine Verschwörung zwischen
Journalisten und Eliten aus Politik und/oder Wirtschaft mit mehr
oder weniger totaler Reichweite (zumindest innerhalb des
nationalen Rahmens) postuliert. Journalisten haben dabei die
Rolle des Sündenbocks und Feindbildes – ihnen kann (Mit-)
Schuld für negative Entwicklungen gegeben werden.
Seite 9
Verschwörungstheorien als anthropologische
Konstante
• Menschen suchen permanent nach Mustern und
Wirkungszusammenhängen in ihrer Umwelt
• Einen Zusammenhang zu vermuten, wo keiner ist (falsch-
positiv) war für das Überleben förderlicher als einen
Zusammenhang zu übersehen, der existiert (falsch-negativ)
• „Wir sind dazu vorbestimmt, in der Welt Ordnung, Muster und
Sinn zu erkennen und wir finden Zufall, Chaos und
Bedeutungslosigkeit unbefriedigend.“ (Gilovic 1991: 9)  hinzu
kommen psychologische Bias-Phänomene wie Confirmation
Bias, Placebo-Effekt, Selective Perception, Selective Exposure,
Motivated Reasoning oder Clustering-Illusion
Seite 10
Verschwörungstheorien als Folge der
Aufklärung
• Nach Französischer Revolution erlaubten es V-Theorien den
reaktionären Kräften, die Ereignisse als Verschwörung von
Geheimbünden gegen Thron und Altar darzustellen
• Heilsgeschichtliches Strukturmuster wird säkularisiert:
Verschwörer nehmen den Platz Gottes als Weltenlenker ein,
und ein mechanistisches Weltbild kann im Angesicht von Chaos
und Kontingenz auch in dezentralisierten, funktional
differenzierten modernen Gesellschaften aufrechterhalten
werden
• Informationsgesellschaft mit digitalen Netzwerkmedien bietet
idealen Nährboden für die Emergenz von V-Theorien
Seite 11
Erklärungsansatz für „Lügenpresse“ mit
Luhmann
• Komplexitätssteigerung des sozialen Systems „Gesellschaft“
(als Umwelt für das Funktions- bzw. Leistungssystem
Journalismus) hat für den Journalismus eine doppelte Wirkung:
• 1.) Konfrontation mit komplexeren Gesellschaft führt zu
Steigerung der Eigenkomplexität des Journalismus
(Recherchenetzwerke, Newsrooms, Datenjournalismus, Social-
Media-Redakteure)
• 2.) Rezipienten als „Beobachter der Beobachter“ sind ihrerseits
mit dem Problem steigender Umwelt-Komplexität konfrontiert,
können aber nur bedingt mit Steigerung der Eigenkomplexität
reagieren (außer: Bildung, Nutzer-Crowd)
Seite 12
Hypothese
• Je stärker der Journalismus Komplexität reduziert und je
stärker seine Eigenkomplexität steigt, desto mehr
Angriffsfläche bietet er für V-Hypothesen und V-Ideologien
– v.a. für den Verdacht, es handele sich um interessengeleitete,
gelenkte Berichterstattung, also eigentlich um PR, denn:
• „Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit zielen beide auf die
Herstellung von Öffentlichkeit – und Nicht-Öffentlichkeit.
Die Entscheidung, etwas öffentlich zu machen, impliziert die
Möglichkeit, etwas nicht öffentlich zu lassen. Warum Themen
nicht-öffentlich bleiben, hat in der Öffentlichkeitsarbeit andere
Ursachen (Geheimhaltung) als im Journalismus
(Komplexitätsreduktion)“ (Löffelholz 2004: 479).
Seite 13
1. Einleitung
2. Begriffe und These
3. Beispiele: Panama Papers, Charlie Hebdo, Lichterkette
4. Auswege
Gliederung
Seite 14
Beispiel I: ICIJ-Enthüllung „Panama Papers“
(April 2016)
• Hypothese: Je stärker der Journalismus Komplexität reduziert
und je stärker seine Eigenkomplexität steigt, desto mehr
Angriffsfläche bietet er für V-Hypothesen und V-Ideologien (v.a.
für den Verdacht, es handele sich um interessengeleitete,
manipulierte, gelenkte Berichterstattung, also eigentlich um PR)
http://panamapapers.sueddeutsche.de/
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Linke kritisierten, dass westliche Eliten
verschont würden
• Selektive Suche nach Namen
(UN-Sanktionen)
• Sponsoren des Center of
Public Integrity (Soros u.a.)
Seite 16
Süddeutsche Zeitung bringt Gegenargumente
• einige US-Zeitungen hätten im Rechercheverbund die Daten
systematisch nach US-Eliten aus Politik und Wirtschaft
abgesucht, aber ohne Erfolg – evtl. weil Reiche in den USA
aufgrund niedriger Steuersätze kaum Anreiz haben, ihr
Vermögen offshore zu verstecken (Richter 2016).
• ICIJ-Chef Gerard Ryle wird indirekt zitiert: „Soros habe sich nie
in seine Arbeit eingemischt […]. Soros wisse noch nicht
einmal genau, was seine Stiftung finanziere. Nach der
Enthüllung der LuxLeaks sei er in das Büro seiner Stiftung
marschiert und habe angeregt, das ICIJ zu finanzieren. ‚Tun wir
doch längst‘, antworteten seine Leute“ (Werner 2016).
 Erklärungen verweisen auf interne Komplexität des
Recherchenetzwerks und seiner Sponsoren
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Beispiel II: Trauermarsch der Staatschefs nach
Charlie Hebdo (Januar 2015)
http://www.handelsblatt.com/politik/international/terror-anschlag-auf-charlie-
hebdo-tagesschau-wettert-gegen-verschwoerung-von-paris/11227850.html
Seite 18
ARD aktuell bringt Argument
• Kai Gniffke (ARD aktuell): Marsch von Paris
war eine „große Geste von Millionen von
Menschen und zahlreichen Politikern“, an
der nichts auszusetzen gewesen sei.
Redaktion habe vor allem darstellen wollen,
dass viele Staatenlenker, die ansonsten
durchaus unterschiedliche Interessen
verfolgen, hier geeint marschieren.
• Viele Nutzer und sogar Journalisten fühlten sich getäuscht: keine
Distanz zur Macht, Tagesschau als Komplizin einer Inszenierung
und Erfüllungsgehilfin von Selbstdarstellungsinteressen
 Komplexität von Inszenierungen in einer Mediengesellschaft
(Vorderbühne – Hinterbühne)
Foto:ARD
Seite 19
Beispiel III: Lichterkette für Flüchtlinge in
Berlin (Oktober 2015)
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Lichterkette 2015
Lichterkette 2003
• „Junge Freiheit“:
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manipulativer Akt
der ARD
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ARD aktuell erklärt den Fehler
 Komplexität liegt in der hoch arbeitsteilig organisierten
Produktionskette des 22-sekündigen Nachrichtenfilms
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1. Einleitung
2. Begriffe und These
3. Beispiele: Panama Papers, Charlie Hebdo, Lichterkette
4. Auswege
Gliederung
Seite 22
Transparenz ist nicht die Lösung – was dann?
• Journalismus ist verwundbar, weil er soziale Komplexität reduziert
und selbst ein komplexes soziales System darstellt
• Medial vermittelte Transparenz kann die „strukturell bedingte
Glaubwürdigkeitslücke“ (Seidler 2016: 45) nicht schließen, denn
jedes Zeichen verdeckt die Bedingungen seiner Entstehung
• Statt Erklärung von Komplexität: Persönliche Erfahrung
• Komplexität(sreduktion) im Journalismus ist eine nachgeordnete
Bedingung für die Entstehung von V-Theorien, vorrangige
Ursachen sind Gefühle von „alienation“, „powerlessness“,
„hostility“ und „being disadvantaged“ aufseiten der Nutzer (Leman
& Cinnirella 2013, Abalakina-Paap et al. 1999)  politische
Repräsentationskrise ist die eigentliche Aufgabe
Seite 23
Literatur (1)
Abalakina-Paap, Marina, Stephan, Walter G., Craig, Traci, & Gregory, W. Larry (1999).
Beliefs in Conspiracies. Political Psychology, 20 (3), 637–647.
Anton, Andreas, Schetsche, Michael, & Walter, Michael K. (2014). Wirklichkeits-
konstruktion zwischen Orthodoxie und Heterodoxie – zur Wissenssoziologie von
Verschwörungstheorien. In dieselben (Hrsg.), Konspiration (S. 9-25). Wiesbaden: VS.
Gilovich, Thomas (1991). How we know what isn't so. The fallibility of human reason in
everyday life. New York, N.Y.: Free Press.
Hepfer, Karl (2015). Verschwörungstheorien. Eine philosophische Kritik der Unvernunft.
Bielefeld: transcript.
Leman, Patrick J. & Cinnirella, Marco (2013). Beliefs in conspiracy theories and the need
for cognitive closure. Frontiers in Psychology 4, 1-10.
Löffelholz, Martin (2004). Ein privilegiertes Verhältnis. Theorien zur Analyse der Inter-
Relationen von Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit. In ders. (Hrsg.), Theorien des
Journalismus. Ein diskursives Handbuch. 2. Aufl. (S. 471-485). Wiesbaden: VS.
Luhmann, Niklas (1997). Die Gesellschaft der Gesellschaft. Frankfurt am Main: Suhrkamp.
Lutter, Marc (2001). Sie kontrollieren alles! Verschwörungstheorien als Phänomen der
Postmoderne und ihre Verbreitung über das Internet. München: Ed. Fatal.
Seite 24
Literatur (2)
Pfahl-Traughber, Armin (2002). „Bausteine“ zu einer Theorie über „Verschwörungs-
theorien“: Definitionen, Erscheinungsformen, Funktionen und Ursachen. In Helmut Reinalter
(Hrsg.), Verschwörungstheorien. Theorie – Geschichte – Wirkung (S. 30-44). Innsbruck:
StudienVerlag.
Pörksen, Bernhard (2015). Der Hass der Bescheidwisser. Der Spiegel Nr. 2 vom 5.1., 72-
73, online: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-131147816.html
Prochazka, Fabian & Schweiger, Wolfgang (2016). Medienkritik online. Was
kommentierende Nutzer am Journalismus kritisieren. SCM – Studies in Communication
Media, 5(4), 454-469.
Richter, Nicolas (2016). Die Suche nach den Amerikanern im Heuhaufen. Süddeutsche
Zeitung vom 8.4., http://www.sueddeutsche.de/politik/2.220/us-finanzen-die-suche-nach-
den-amerikanern-im-heuhaufen-1.2939323
Seidler, John David (2016). Die Verschwörung der Massenmedien. Bielefeld: transcript.
Werner, Kathrin (2016). Der globalisierte Journalismus. Süddeutsche Zeitung vom 12.4., S.
13, http://www.sueddeutsche.de/medien/panama-papers-das-ist-das-icij-1.2945245

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  • 1. Seite 1 Tagung der DGPuK-Fachgruppe Journalistik Würzburg, 15.-17.2.2017 Montage:AndreasLamm/message3/2008 Emergente Konsequenzen journalistischer Komplexitätsreduktion: Die Lügenpresse als Verschwörungstheorie Uwe Krüger & Jens Seiffert-Brockmann
  • 2. Seite 2 1. Einleitung 2. Begriffe und These 3. Beispiele: Panama Papers, Charlie Hebdo, Lichterkette 4. Auswege Gliederung
  • 3. Seite 3 Umfrage der Uni Mainz (Quiring/Schultz) vom Okt./Nov. 2016 Implications • SNA primarily addresses the “outer” characteristics of human interrelations • Hardly considers the inner processes of humans, which is the subject of psychology • Inner processes of humans may have an important impact on the outer characteristics of their relations  For describing networks of transcultural communication approaches of adult cognitive development are important http://www.zeit.de/2017/05/medien-vertrauen-umfrage-ifak/komplettansicht?print
  • 4. Seite 4 Idee einer Verschwörung zwischen Journalisten und Eliten Implications • Studie Prochazka/Schweiger 2016: populäre Medienkritik in Nutzerkommentaren ist die einer Parteilichkeit aufgrund zu großer Eliten-Nähe • Sinnfällig im Buchtitel „Wie Politiker, Geheimdienste und Hochfinanz Deutschlands Massenmedien lenken“ (Kopp 2014) – 120.000 verkaufte Ex. in 6 Monaten • „Die Idee einer Medienverschwörung – die ideologisch verschärfte Spielform einer ohnehin verbreiteten Medienverdrossenheit – ist momentan schwer in Mode. […] Ein drohender Dialog- und Kommunikationsinfarkt wird hier sichtbar, der einer offenen Gesellschaft gefährlich werden kann.“ (Pörksen 2015: 72)
  • 5. Seite 5 1. Einleitung 2. Begriffe und These 3. Beispiele: Panama Papers, Charlie Hebdo, Lichterkette 4. Auswege Gliederung
  • 6. Seite 6 Definition Verschwörungstheorie • „Erzählungen von einem sichtbaren und einem unsichtbaren, ‚geheimen‘ Plot, wobei der unsichtbare Plot erst im sichtbaren Plot beziehungsweise dessen ‚Defekten‘ lesbar wird. Grundlegend ist dabei, dass Verschwörungstheorien auf eine externe Textsorte als ‚visible plot‘ verweisen, deren Rahmen (frame) sie angreifen und durch den Rahmen ‚Verschwörung‘ zu ersetzen suchen“ (Seidler 2016: 40f.) • V: „das geheime Zusammenwirken einer (in der Regel überschaubaren) Gruppe von Personen, deren Absprachen und Handeln darauf zielen, die Ereignisse zu ihrem eigenen Vorteil (und damit zugleich zum Nachteil der Allgemeinheit) zu beeinflussen“ – VT: „der Versuch, (wichtige) Ereignisse als Folge derartiger geheimer Absprachen und Aktionen zu erklären“ (Hepfer 2015: 24)
  • 7. Seite 7 begrenztetotale Lutter 2001 orthodoxeheterodoxe Anton/Schetsche/Walter 2014 Arten von Verschwörungstheorien Pfahl-Traughber 2002 VT V-MythenV-IdeologienV-Hypothesen
  • 8. Seite 8 Definition „Lügenpresse“ als Medienverschwörung • eine heterodoxe (weil nicht von der Mehrheit der Bevölkerung und von Politik, Universitäten und Medien geteilte) Verschwörungsideologie, die eine Verschwörung zwischen Journalisten und Eliten aus Politik und/oder Wirtschaft mit mehr oder weniger totaler Reichweite (zumindest innerhalb des nationalen Rahmens) postuliert. Journalisten haben dabei die Rolle des Sündenbocks und Feindbildes – ihnen kann (Mit-) Schuld für negative Entwicklungen gegeben werden.
  • 9. Seite 9 Verschwörungstheorien als anthropologische Konstante • Menschen suchen permanent nach Mustern und Wirkungszusammenhängen in ihrer Umwelt • Einen Zusammenhang zu vermuten, wo keiner ist (falsch- positiv) war für das Überleben förderlicher als einen Zusammenhang zu übersehen, der existiert (falsch-negativ) • „Wir sind dazu vorbestimmt, in der Welt Ordnung, Muster und Sinn zu erkennen und wir finden Zufall, Chaos und Bedeutungslosigkeit unbefriedigend.“ (Gilovic 1991: 9)  hinzu kommen psychologische Bias-Phänomene wie Confirmation Bias, Placebo-Effekt, Selective Perception, Selective Exposure, Motivated Reasoning oder Clustering-Illusion
  • 10. Seite 10 Verschwörungstheorien als Folge der Aufklärung • Nach Französischer Revolution erlaubten es V-Theorien den reaktionären Kräften, die Ereignisse als Verschwörung von Geheimbünden gegen Thron und Altar darzustellen • Heilsgeschichtliches Strukturmuster wird säkularisiert: Verschwörer nehmen den Platz Gottes als Weltenlenker ein, und ein mechanistisches Weltbild kann im Angesicht von Chaos und Kontingenz auch in dezentralisierten, funktional differenzierten modernen Gesellschaften aufrechterhalten werden • Informationsgesellschaft mit digitalen Netzwerkmedien bietet idealen Nährboden für die Emergenz von V-Theorien
  • 11. Seite 11 Erklärungsansatz für „Lügenpresse“ mit Luhmann • Komplexitätssteigerung des sozialen Systems „Gesellschaft“ (als Umwelt für das Funktions- bzw. Leistungssystem Journalismus) hat für den Journalismus eine doppelte Wirkung: • 1.) Konfrontation mit komplexeren Gesellschaft führt zu Steigerung der Eigenkomplexität des Journalismus (Recherchenetzwerke, Newsrooms, Datenjournalismus, Social- Media-Redakteure) • 2.) Rezipienten als „Beobachter der Beobachter“ sind ihrerseits mit dem Problem steigender Umwelt-Komplexität konfrontiert, können aber nur bedingt mit Steigerung der Eigenkomplexität reagieren (außer: Bildung, Nutzer-Crowd)
  • 12. Seite 12 Hypothese • Je stärker der Journalismus Komplexität reduziert und je stärker seine Eigenkomplexität steigt, desto mehr Angriffsfläche bietet er für V-Hypothesen und V-Ideologien – v.a. für den Verdacht, es handele sich um interessengeleitete, gelenkte Berichterstattung, also eigentlich um PR, denn: • „Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit zielen beide auf die Herstellung von Öffentlichkeit – und Nicht-Öffentlichkeit. Die Entscheidung, etwas öffentlich zu machen, impliziert die Möglichkeit, etwas nicht öffentlich zu lassen. Warum Themen nicht-öffentlich bleiben, hat in der Öffentlichkeitsarbeit andere Ursachen (Geheimhaltung) als im Journalismus (Komplexitätsreduktion)“ (Löffelholz 2004: 479).
  • 13. Seite 13 1. Einleitung 2. Begriffe und These 3. Beispiele: Panama Papers, Charlie Hebdo, Lichterkette 4. Auswege Gliederung
  • 14. Seite 14 Beispiel I: ICIJ-Enthüllung „Panama Papers“ (April 2016) • Hypothese: Je stärker der Journalismus Komplexität reduziert und je stärker seine Eigenkomplexität steigt, desto mehr Angriffsfläche bietet er für V-Hypothesen und V-Ideologien (v.a. für den Verdacht, es handele sich um interessengeleitete, manipulierte, gelenkte Berichterstattung, also eigentlich um PR) http://panamapapers.sueddeutsche.de/
  • 15. Seite 15 Linke kritisierten, dass westliche Eliten verschont würden • Selektive Suche nach Namen (UN-Sanktionen) • Sponsoren des Center of Public Integrity (Soros u.a.)
  • 16. Seite 16 Süddeutsche Zeitung bringt Gegenargumente • einige US-Zeitungen hätten im Rechercheverbund die Daten systematisch nach US-Eliten aus Politik und Wirtschaft abgesucht, aber ohne Erfolg – evtl. weil Reiche in den USA aufgrund niedriger Steuersätze kaum Anreiz haben, ihr Vermögen offshore zu verstecken (Richter 2016). • ICIJ-Chef Gerard Ryle wird indirekt zitiert: „Soros habe sich nie in seine Arbeit eingemischt […]. Soros wisse noch nicht einmal genau, was seine Stiftung finanziere. Nach der Enthüllung der LuxLeaks sei er in das Büro seiner Stiftung marschiert und habe angeregt, das ICIJ zu finanzieren. ‚Tun wir doch längst‘, antworteten seine Leute“ (Werner 2016).  Erklärungen verweisen auf interne Komplexität des Recherchenetzwerks und seiner Sponsoren
  • 17. Seite 17 Beispiel II: Trauermarsch der Staatschefs nach Charlie Hebdo (Januar 2015) http://www.handelsblatt.com/politik/international/terror-anschlag-auf-charlie- hebdo-tagesschau-wettert-gegen-verschwoerung-von-paris/11227850.html
  • 18. Seite 18 ARD aktuell bringt Argument • Kai Gniffke (ARD aktuell): Marsch von Paris war eine „große Geste von Millionen von Menschen und zahlreichen Politikern“, an der nichts auszusetzen gewesen sei. Redaktion habe vor allem darstellen wollen, dass viele Staatenlenker, die ansonsten durchaus unterschiedliche Interessen verfolgen, hier geeint marschieren. • Viele Nutzer und sogar Journalisten fühlten sich getäuscht: keine Distanz zur Macht, Tagesschau als Komplizin einer Inszenierung und Erfüllungsgehilfin von Selbstdarstellungsinteressen  Komplexität von Inszenierungen in einer Mediengesellschaft (Vorderbühne – Hinterbühne) Foto:ARD
  • 19. Seite 19 Beispiel III: Lichterkette für Flüchtlinge in Berlin (Oktober 2015) http://www.stefan-niggemeier.de Lichterkette 2015 Lichterkette 2003 • „Junge Freiheit“: offensichtlich manipulativer Akt der ARD
  • 20. Seite 20 ARD aktuell erklärt den Fehler  Komplexität liegt in der hoch arbeitsteilig organisierten Produktionskette des 22-sekündigen Nachrichtenfilms
  • 21. Seite 21 1. Einleitung 2. Begriffe und These 3. Beispiele: Panama Papers, Charlie Hebdo, Lichterkette 4. Auswege Gliederung
  • 22. Seite 22 Transparenz ist nicht die Lösung – was dann? • Journalismus ist verwundbar, weil er soziale Komplexität reduziert und selbst ein komplexes soziales System darstellt • Medial vermittelte Transparenz kann die „strukturell bedingte Glaubwürdigkeitslücke“ (Seidler 2016: 45) nicht schließen, denn jedes Zeichen verdeckt die Bedingungen seiner Entstehung • Statt Erklärung von Komplexität: Persönliche Erfahrung • Komplexität(sreduktion) im Journalismus ist eine nachgeordnete Bedingung für die Entstehung von V-Theorien, vorrangige Ursachen sind Gefühle von „alienation“, „powerlessness“, „hostility“ und „being disadvantaged“ aufseiten der Nutzer (Leman & Cinnirella 2013, Abalakina-Paap et al. 1999)  politische Repräsentationskrise ist die eigentliche Aufgabe
  • 23. Seite 23 Literatur (1) Abalakina-Paap, Marina, Stephan, Walter G., Craig, Traci, & Gregory, W. Larry (1999). Beliefs in Conspiracies. Political Psychology, 20 (3), 637–647. Anton, Andreas, Schetsche, Michael, & Walter, Michael K. (2014). Wirklichkeits- konstruktion zwischen Orthodoxie und Heterodoxie – zur Wissenssoziologie von Verschwörungstheorien. In dieselben (Hrsg.), Konspiration (S. 9-25). Wiesbaden: VS. Gilovich, Thomas (1991). How we know what isn't so. The fallibility of human reason in everyday life. New York, N.Y.: Free Press. Hepfer, Karl (2015). Verschwörungstheorien. Eine philosophische Kritik der Unvernunft. Bielefeld: transcript. Leman, Patrick J. & Cinnirella, Marco (2013). Beliefs in conspiracy theories and the need for cognitive closure. Frontiers in Psychology 4, 1-10. Löffelholz, Martin (2004). Ein privilegiertes Verhältnis. Theorien zur Analyse der Inter- Relationen von Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit. In ders. (Hrsg.), Theorien des Journalismus. Ein diskursives Handbuch. 2. Aufl. (S. 471-485). Wiesbaden: VS. Luhmann, Niklas (1997). Die Gesellschaft der Gesellschaft. Frankfurt am Main: Suhrkamp. Lutter, Marc (2001). Sie kontrollieren alles! Verschwörungstheorien als Phänomen der Postmoderne und ihre Verbreitung über das Internet. München: Ed. Fatal.
  • 24. Seite 24 Literatur (2) Pfahl-Traughber, Armin (2002). „Bausteine“ zu einer Theorie über „Verschwörungs- theorien“: Definitionen, Erscheinungsformen, Funktionen und Ursachen. In Helmut Reinalter (Hrsg.), Verschwörungstheorien. Theorie – Geschichte – Wirkung (S. 30-44). Innsbruck: StudienVerlag. Pörksen, Bernhard (2015). Der Hass der Bescheidwisser. Der Spiegel Nr. 2 vom 5.1., 72- 73, online: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-131147816.html Prochazka, Fabian & Schweiger, Wolfgang (2016). Medienkritik online. Was kommentierende Nutzer am Journalismus kritisieren. SCM – Studies in Communication Media, 5(4), 454-469. Richter, Nicolas (2016). Die Suche nach den Amerikanern im Heuhaufen. Süddeutsche Zeitung vom 8.4., http://www.sueddeutsche.de/politik/2.220/us-finanzen-die-suche-nach- den-amerikanern-im-heuhaufen-1.2939323 Seidler, John David (2016). Die Verschwörung der Massenmedien. Bielefeld: transcript. Werner, Kathrin (2016). Der globalisierte Journalismus. Süddeutsche Zeitung vom 12.4., S. 13, http://www.sueddeutsche.de/medien/panama-papers-das-ist-das-icij-1.2945245