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Berlin, 24.04.2019
Dr. Ulrich Herb
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Wissenschaftliche Veröffentlichungen & Veröffentlichungsstrategien
> Schw...
Agenda
• Wissenschaftliches Publizieren: Warum?
• Publikationstypen
• Publikationsprozesse & Qualitätssicherung
• Open Acc...
Publizieren: Warum?
Seite 3
Individuelle Relevanz
Publish or Perish
• Karriere eines Wissenschaftlers hängt von seiner Reputation ab.
• Reputation ein...
Organisatorische Relevanz
Hochschulevaluierung und leistungsorientierte Mittelvergabe betreffen

materielle und personell...
Publikationstypen
Seite 6
Publikationstypen
• Monographien
• Journalartikel
• Artikel in Konferenzbänden
• Sammelbände
• Artikel in Sammelbänden
• F...
Publikationstypen in den Wirtschaftswissenschaften
Besonderheit: Preprints
VWL: Zahlreiche Fakultäten geben eine eigene Wo...
Publikationstypen in den Wirtschaftswissenschaften
Leininger (2009):
Artikel in fachwissenschaftlichen Journalen als primä...
Publikationstypen in den Wirtschaftswissenschaften
Toepfer (2011)
Seite 10
Publikationstypen in den Wirtschaftswissenschaften
VWL (Sample 1.200 Publikationen)
•40,67% Aufsätze (87,85% in Zeitschrif...
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Toepfer (2011)
Seite 12
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Analog DFG (2005):
„Wirtschaftswissenschaftler veröffentlichen 74 Proze...
Publikationstypen in den Wirtschaftswissenschaften
Toepfer, 2011
Seite 14
Publikationstypen in den Wirtschaftswissenschaften
Toepfer, 2011
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Genese: Wissenschaftliches Publizieren
Aufkommen wissenschaftlicher Journale im 17. Jahrhundert
 Ursprung: Briefkorrespon...
Wissenschaftliches Publizieren
Qualitätssicherung wissenschaftlicher Publikationen
Seite 17
Qualitätssicherung
erfolgt bei wissenschaftlichen Dokumenten in der Regel durch
Begutachtung (Review):
Herausgeber/ Editor...
Peer Review und ihre Varianten
Peer Review = Begutachtung eingereichter Beiträge durch vom Herausgeber
des Journals/Sammel...
Peer Review und ihre Varianten
Peer Review = Begutachtung eingereichter Beiträge durch vom Herausgeber
des Journals/Sammel...
Peer Review und ihre Varianten
Peer Review Varianten:
 single blind
einreichende Autoren kennen Gutachter nicht
 double ...
Peer Review Kritik: Empirische Befunde
Bevorzugung
 der Artikel renommierter Autoren
 der Artikel von Autoren aus renomm...
Peer Review Experimente: Empirische Befunde
Beiträge renommierter Wissenschaftler, die bereits in Journalen publiziert
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Peer Review Experimente: Empirische Befunde
Peer Review leidet unter Effekten wie
 Netzwerkbildung
 Geschlechterbias (mä...
Peer Review: Fehlleistungen
Der Physiker Jan Hendrik Schön und der Klonforscher Hwang Woo-suk
publizierten manipulierte Ar...
Rechtliches
Seite 26
Urheberrecht
Relevante Rechte: Urheberrechtsgesetz (UrhG)
Anerkennung der Urheberschaft (§ 13 UrhG)
Veröffentlichungsrecht...
Urheberrecht
Urheber hat zunächst alle Rechte am Werk, speziell das Verlagsrecht = Das
Recht, ein Werk zu vervielfältigen ...
Urheberrecht
Ein einfaches Nutzungsrecht berechtigt den Inhaber gemäß § 31 Abs. 2 UrhG
zur Nutzung des Werks auf die erlau...
Lizenzierung
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Creative Commons
Creative Commons:
http://www.creativecommons.de/
Baukastensystem zur flexiblen Einräumung und Vorenthaltu...
Creative Commons
Lizenz-Varianten
CC BY
CC BY-SA
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CC BY-NC
CC BY-NC-SA
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Das Gegenstück: Closed Access
Leserperspektive:
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Zugriff auf wissenschaftliche Information gegen Gebühr
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Warum Open Access?

Elektronische Publikationen ermöglichen Beschleunigung beim
Austausch wissenschaftlicher Informatione...
Wirtschaftliches
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Terry & Kiley (2006)
Open Access: Die Spielarten
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Veröffentlichen von anderweitig erschienenen wissenschaftlichen...
Open Access trotz Closed-Access-Vertrages
• Streichung des Passus, in dem ausschließliche Rechte an
Verwerter übertragen w...
Open Access trotz Closed-Access-Vertrages
"Der Verlag stimmt zu, dass der Autor das nichtexklusive Recht behält,
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Open Access trotz Closed-Access-Vertrages
„Für eine Online-Veröffentlichung des Werkes wird dem Verlag ein
einfaches Nutzu...
Open Access trotz Closed-Access-Vertrages
“I hereby declare that I do not wish to transfer full copyright to (name of
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Open Access trotz Closed-Access-Vertrages
• Streichung des Passus, in dem ausschließliche Rechte an
Verwerter übertragen w...
Open Access trotz Closed-Access-Vertrages
Optionen nach § 38 (2) und 38 (4) UrhG
https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/_...
Closed Access
Leserperspektive:
• Zugriff auf wissenschaftliche Information gegen Gebühr
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Open Access
Leserperspektive:
• Zugriff auf wissenschaftliche Information entgeltfrei möglich
• Libre Open Access: Weitere...
Der Open Access Zitationsvorteil
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Open Access Zitationsvorteil
Alma Swan (2010)
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Piwowar et al. (2018)
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Open Access Zitationsvorteil
Swan (2010): Mögliche Gründe für OA-Zitationsvorteil
general advantage
Open Access Dokumente ...
Open Access zu Forschungsdaten
Seite 52
Open Access zu Forschungsdaten
Warum?
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Open Access zu Forschungsdaten
Besondere Anforderungen
Technisch: sehr unterschiedliche Formate
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aufwändige Aufbereitung ...
Open Access zu Forschungsdaten
Problem:

Aufwand zur Dokumentation der Daten wird im Wissenschaftssystem
nicht honoriert
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Open Access zu Forschungsdaten
Seite 56
Open Access zu Forschungsdaten
Anreize?
Artikel, deren zugehörige Daten Open Access bereitstehen, werden
häufiger zitiert ...
Open Access zu Forschungsdaten
Wirtschaftswissenschaften
Jeude (2013): größtenteils Zahlen als Teil von Datenmatrizen und ...
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Wirtschaftswissenschaften
Journal Policies
• 40 (28,4%) von 141 untersuchten Fachzeitschrif...
Open Access zu Forschungsdaten
Wirtschaftswissenschaften
• 89,14 % der 488 untersuchten Forscher stellen keine Forschungsd...
Open Access zu Forschungsdaten
Wirtschaftswissenschaften
Fecher (2016)
Seite 61
Open Access zu Forschungsdaten
Wirtschaftswissenschaften & die Reproduzierbarkeitskrise
• Dewald, Thursby und Anderson ver...
Open Access zu Forschungsdaten
Wirtschaftswissenschaften & die Reproduzierbarkeitskrise
Im Fall der Wirtschaftswissenschaf...
Open Access Angebote
Seite 64
Publikationsoptionen
Open Access Server der HU Berlin
 https://edoc.hu-berlin.de/
Directory of Open Access Repositories/ ...
Publikationsoptionen: Wirtschaftswissenschaften
Open-Access-Journale
Theoretical Economics (SSCI indexiert)
Quantitative E...
Publikationsoptionen: Wirtschaftswissenschaften
Open-Access-Repositories
RePEc (Research Papers in Economics): Katalog mit...
Open Access: Recherche
Suchen & Finden
Bielefeld Academic Search Engine
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GoogleScholar
 http...
Qualitätsmessung wissenschaftlicher Publikationen
Seite 69
Wissenschaftliches Publizieren
Qualitätsmessung
Zitationsbasierte Impact Maße:
Journal Impact Factor und h-Index
Seite 70
Bibliometrische Verfahren
Qualität und Reputation werden in aller Regel über Impact zu bestimmen
versucht.
Impact wird erm...
Journal Impact Factor
Berechnung:
Zahl der Zitate im laufenden Jahr auf Artikel (eines Journals) der vergangenen
zwei Jahr...
Journal Impact Factor
Kritikpunkte Teil 1:
(Campbell 2005, 2008; Dong, Loh, & Mondry 2005; Fröhlich 1999; Seglen 1997, 199...
Journal Impact Factor
Kritikpunkte Teil 2:
(Campbell 2005, 2008; Dong, Loh, & Mondry 2005; Fröhlich 1999; Seglen 1997, 199...
Hirsch-Index
Berechnung:
Ein Autor hat einen Index h, wenn h von seinen insgesamt N Veröffentlichungen
mindestens jeweils ...
Hirsch-Index
Berechnung:
Ein Autor hat einen Index h, wenn h von seinen insgesamt N Veröffentlichungen
mindestens jeweils ...
Hirsch-Index
Vergleich h-Index/JIF:
 Hirsch (h-) Index bezieht sich auf Autoren und nicht auf Journals
 Datenbasis nicht...
Hirsch-Index
Kritik:

vgl. JIF-Kritik: Vernachlässigung von Dokumentengattungen und nicht-
englischer Publikationen, Mehr...
Publikationsstrategien
Ratings & Rankings
Seite 79
Ratings & Ranking
Fachübergreifend
Journal Impact Factor
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GoogleScholar
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Wirtschaftswissenschaften
Ranking des Verbands der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft (Experten-Ranking)
http://vhbonl...
Publikationsstrategien
Wahl eines geeigneten Publikationsortes
Seite 82
Wahl eines geeigneten Publikationsortes
Kriterien: Monographien

Medientyp: Online/ Print/ Hybrid

Zugänglichkeit: Open ...
Wahl eines geeigneten Publikationsortes
Kriterien: Journalartikel

Medientyp: Online/ Print/ Hybrid

Zugänglichkeit: Ope...
Wahl eines geeigneten Publikationsortes
Prüfung der Verbreitung
Monographien:
KVK (Karlsruher Virtueller Katalog):
https:/...
Wahl eines geeigneten Publikationsortes
DFG-Studie (2005):
Kriterien bei der Wahl eines geeigneten Publikationsortes
• Fac...
Finanzierung
Monographien
Deutsche Forschungsgemeinschaft: Zuschuss nach Begutachtung und
bei Benotung mit Bestnote
http:/...
Finanzierung
VG Wort
“Berücksichtigt werden nur Werke, die in mindestens zwei regionalen Verbundsystemen
mit mindestens 5 ...
Welche Regelungen sollte ein Verlagsvertrag treffen?
Seite 89
Monographien & Verlagsverträge
Welche Aspekte sollte der Verlagsvertrag regeln?

Titel, Umfang, Ausstattung des Werkes

...
Publikationsstrategien
Journale: Neue Formate, neue Probleme
Seite 91
Journale: Neue Formate

Living Documents, z.B. Living Reviews Reihe
https://www.springer.com/gp/livingreviews

Datenpubl...
Journale: Neue Probleme
Predatory Publishing
Publizieren ungeprüfter Inhalte gegen Zahlung unter Vortäuschung einer
Review...
Publikationsstrategien
Altmetrics, Profile
& das akademische Quantified Self
Seite 94
Altmetrics
Verwertung einer Vielzahl an Nutzungsereignissen wissenschaftlicher
Informationen aus heterogenen Datenquellen
...
Altmetrics
Dienste:

Altmetrics.com: journalzentriert
Explorer: https://www.altmetric.com/demos/plos.html

PLUM Analytic...
Profile
Beispiel:

Google Scholar

Author Profile in Scopus

Researcher ID im Web of Science

ORCID, Online Researcher...
Publikationsstrategien
Zwölf Thesen zum Publizieren
Seite 98
Die Thesen
… aufgestellt von NachwuchswissenschaftlerInnen der ZBW …
1. Die nächste Forschergeneration publiziert in 20 Ja...
Berlin, 24.04.2019
Literatur
Andreoli-Versbach, P. & Mueller-Langer, F. (2013): Open Access to Data: An Ideal Professed bu...
Berlin, 24.04.2019
Literatur
Fröhlich, G. (2009). Die Wissenschaftstheorie fordert Open Access. Information - Wissenschaft...
Berlin, 24.04.2019
Literatur
Piwowar, H., Priem, J., Larivière, V., Alperin, J. P., Matthias, L., Norlander, B., … Haustei...
Berlin, 24.04.2019
Literatur
Swan, A. (2010). The Open Access citation advantage: Studies and results to date (Vol. 3, p. ...
Berlin, 24.04.2019
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Wissenschaftliche Veröffentlichungen & Veröffentlichungsstrategien > Schwerpunkt Wirtschaftswissenschaften

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Veröffentlicht am

Folien eines Workshops zum wissenschaftlichen Publizieren in Volkswirtschaftslehre und Betriebswirtschaftslehre an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt Universität zu Berlin, Datum: 24.04.2019.

Veröffentlicht in: Wissenschaft
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Wissenschaftliche Veröffentlichungen & Veröffentlichungsstrategien > Schwerpunkt Wirtschaftswissenschaften

  1. 1. Berlin, 24.04.2019 Dr. Ulrich Herb Scidecode.com Wissenschaftliche Veröffentlichungen & Veröffentlichungsstrategien > Schwerpunkt Wirtschaftswissenschaften Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät Humboldt-Universität zu Berlin
  2. 2. Agenda • Wissenschaftliches Publizieren: Warum? • Publikationstypen • Publikationsprozesse & Qualitätssicherung • Open Access & Closed Access • Qualitäts-/Resonanzbestimmung wissenschaftlicher Publikationen • Finanzierungsmöglichkeiten • Der passende Publikationsort • Neue Formate / neue Probleme Seite 2
  3. 3. Publizieren: Warum? Seite 3
  4. 4. Individuelle Relevanz Publish or Perish • Karriere eines Wissenschaftlers hängt von seiner Reputation ab. • Reputation eines Wissenschaftlers wird über seine wissenschaftliche Wirkung (impact) bestimmt. • Die wissenschaftliche Wirkung wird vor allem über das Publikationsverhalten bestimmt. • Wie viel, zu welchem Thema, mit wem und wo wird publiziert? Seite 4
  5. 5. Organisatorische Relevanz Hochschulevaluierung und leistungsorientierte Mittelvergabe betreffen  materielle und personelle Ausstattung von wissenschaftlichen Einrichtungen  Wahl von Forschungsschwerpunkten Gängige Kriterien  Anzahl der Promotionen  Umfang der eingeworbenen Drittmittel  Publikationsverhalten Seite 5
  6. 6. Publikationstypen Seite 6
  7. 7. Publikationstypen • Monographien • Journalartikel • Artikel in Konferenzbänden • Sammelbände • Artikel in Sammelbänden • Festschriften • Beiträge zu Festschriften • Graue Literatur • Lexikon-Artikel • Rezensionen • Tagungsberichte • Interviews Seite 7
  8. 8. Publikationstypen in den Wirtschaftswissenschaften Besonderheit: Preprints VWL: Zahlreiche Fakultäten geben eine eigene Working-Paper-Reihe heraus, meist online ohne Zugriffsbeschränkungen BWL: Preprint-Kultur nur in einigen Subdisziplinen (wie z.B. Internationales Markting), auch wenn hier in den letzten Jahren eine leichte Zunahme zu verzeichnen ist. Siegert (2019) Seite 8
  9. 9. Publikationstypen in den Wirtschaftswissenschaften Leininger (2009): Artikel in fachwissenschaftlichen Journalen als primäres Publikationsmedium in den Wirtschaftswissenschaften. -> besonders für die Volkswirtschaftslehre (Economics) aber auch für die Betriebswirtschaftslehre (Business Administration), wenn auch für die BWL in geringerem Maße. • fortgeschrittene Internationalisierung (die meisten Top-Journals erscheinen in englischer Sprache) • relativ geringere Akzeptanz von E-Journals, v.a. im Open Access • Buchpublikationen haben geringe Relevanz (etwas höher bei Sammelbänden verglichen mit Monographien) • Konferenzbände haben noch geringere Relevanz, v.a. in der VWL, in der BWL ist das Ansehen etwas besser • Zunahme der Mehrautoren-Publikationen bei Artikeln (i.d.R. zwei oder drei Autoren) Seite 9
  10. 10. Publikationstypen in den Wirtschaftswissenschaften Toepfer (2011) Seite 10
  11. 11. Publikationstypen in den Wirtschaftswissenschaften VWL (Sample 1.200 Publikationen) •40,67% Aufsätze (87,85% in Zeitschriften und 12,15% in Sammelwerken) •25,50% Bücher •33,83% Online-Ressourcen (ohne Zeitschriftenaufsätze, nahezu ausschließlich um Diskussionspapiere, d. h. Preprints) BWL (Sample 585 Publikationen) •68,03% Aufsätze (74,50% in Zeitschriften und 25,50% in Sammelwerken) •27,86% Bücher •6,15% Online-Ressourcen (ohne Zeitschriftenaufsätze) handelt. Toepfer (2011) Seite 11
  12. 12. Publikationstypen in den Wirtschaftswissenschaften Toepfer (2011) Seite 12
  13. 13. Publikationstypen in den Wirtschaftswissenschaften Analog DFG (2005): „Wirtschaftswissenschaftler veröffentlichen 74 Prozent ihrer Arbeiten in Englisch, Psychologen 73 Prozent und Ethnologen, Religionswissenschaftler und Wissenschaftler auf dem Gebiet Außereuropäischer Kulturen 61 Prozent. 91 Prozent der von Erziehungswissenschaftlern vorgelegten Publikationen hingegen erscheinen auf Deutsch.“ Seite 13
  14. 14. Publikationstypen in den Wirtschaftswissenschaften Toepfer, 2011 Seite 14
  15. 15. Publikationstypen in den Wirtschaftswissenschaften Toepfer, 2011 Seite 15
  16. 16. Genese: Wissenschaftliches Publizieren Aufkommen wissenschaftlicher Journale im 17. Jahrhundert  Ursprung: Briefkorrespondenz, Almanache und Sitzungsakten wissenschaftlicher Gesellschaften  1665: Henry Oldenburg gründet Philosophical Transactions und verschickt Auszüge eingesandter Dokumente  1765: die Royal Society übernimmt die Philosophical Transactions und führt eine formalisierte Begutachtung ein  Publikationsdichte der frühen Journale (zeitlicher Abstand der Hefte/ Issues) richtet sich nach dem Takt des Postkutschenverkehrs Vgl. Fröhlich (2009) Seite 16
  17. 17. Wissenschaftliches Publizieren Qualitätssicherung wissenschaftlicher Publikationen Seite 17
  18. 18. Qualitätssicherung erfolgt bei wissenschaftlichen Dokumenten in der Regel durch Begutachtung (Review): Herausgeber/ Editorial Review • v.a. Journalartikel, Sammelwerksbeiträge Review durch Programm Komitee • v.a. Konferenzen, Beiträge zu Konferenzbänden Peer-Review • v.a. Journalartikel, Sammelwerksbeiträge, Beiträge zu Konferenzbänden Seite 18
  19. 19. Peer Review und ihre Varianten Peer Review = Begutachtung eingereichter Beiträge durch vom Herausgeber des Journals/Sammelwerks bestellte Experten (peers). Je nach Ergebnis der Prüfung wird der Text abgelehnt, wird der Autor zur Überarbeitung aufgefordert oder wird der Text (ggf. nach vorheriger Überarbeitung) zur Veröffentlichung angenommen. Zeiträume differieren je nach Fach stark: Wirtschaftswissenschaften? Seite 19
  20. 20. Peer Review und ihre Varianten Peer Review = Begutachtung eingereichter Beiträge durch vom Herausgeber des Journals/Sammelwerks bestellte Experten (peers). Je nach Ergebnis der Prüfung wird der Text abgelehnt, wird der Autor zur Überarbeitung aufgefordert oder wird der Text (ggf. nach vorheriger Überarbeitung) zur Veröffentlichung angenommen. Zeiträume differieren je nach Fach stark: Wirtschaftswissenschaften bis zu zwei Jahre (teils sieben Jahre). Seite 20
  21. 21. Peer Review und ihre Varianten Peer Review Varianten:  single blind einreichende Autoren kennen Gutachter nicht  double blind einreichende Autoren und Gutachter sind einander unbekannt  triple blind einreichende Autoren und Gutachter sind einander unbekannt, zusätzlich sind die Autoren den Herausgebern unbekannt Seite 21
  22. 22. Peer Review Kritik: Empirische Befunde Bevorzugung  der Artikel renommierter Autoren  der Artikel von Autoren aus renommierten Institutionen  von Artikeln, die verbreitete Konzepte nicht in Frage stellen Ablehnung  von Einreichungen konkurrierender Kollegen/ Theorien/ Einrichtungen  von Einreichungen, nur um diese später selbst zur Publikation einzureichen Übersicht: Fröhlich (2003, 2006); Ross (2006) Seite 22
  23. 23. Peer Review Experimente: Empirische Befunde Beiträge renommierter Wissenschaftler, die bereits in Journalen publiziert waren, und erneut als Werke namenloser Autoren und mit leicht geänderten Titeln eingereicht werden, werden meist nicht als Wiedereinreichungen erkannt, sondern abgelehnt oder angenommen. Bei Einreichungen fiktiver Manuskripte übersehen Gutachter häufig Fehler. Übersicht: Fröhlich (2003, 2006); Ross (2006) Seite 23
  24. 24. Peer Review Experimente: Empirische Befunde Peer Review leidet unter Effekten wie  Netzwerkbildung  Geschlechterbias (männliche Gutachter bevorzugen männliche Einreichungen)  Sprachbias zugunsten englischer Muttersprachler  Altersbias: Jüngere Gutachter urteilen rigider als ältere. Übersicht: Fröhlich (2003, 2006); Ross (2006) Seite 24
  25. 25. Peer Review: Fehlleistungen Der Physiker Jan Hendrik Schön und der Klonforscher Hwang Woo-suk publizierten manipulierte Artikel in peer-review-geprüften Topjournals wie Science oder Nature. Fröhlich (2006); Naica-Loebell (2002); Diekmann (2006) Seite 25
  26. 26. Rechtliches Seite 26
  27. 27. Urheberrecht Relevante Rechte: Urheberrechtsgesetz (UrhG) Anerkennung der Urheberschaft (§ 13 UrhG) Veröffentlichungsrecht (§ 12 UrhG) Nutzungsrechte an Werken (§ 15 und § 16 UrhG) Vervielfältigungsrecht (§ 16 UrhG) Verbreitungsrecht (§ 17 UrhG) http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/ Seite 27
  28. 28. Urheberrecht Urheber hat zunächst alle Rechte am Werk, speziell das Verlagsrecht = Das Recht, ein Werk zu vervielfältigen und zu verbreiten, § 8 des Verlagsgesetzes. Das Urheberrecht an einem Werk muss nicht wie ein Patent angemeldet werden, es entsteht im Moment der Schaffung des Werks und erlischt 70 Jahre nach dem Tod der Urheberin/des Urhebers (§ 64 UrhG). Das Urheberrecht ist gemäß § 28 UrhG ein vererbliches Recht. Das Urheberrecht schützt die wirtschaftlichen und ideellen Interessen der Urheberin/des Urhebers am Werk, wird allerdings zur Wahrung der Interessen der Allgemeinheit eingeschränkt (sog. Schranken des Urheberrechts, z.B. Zitatrecht, Privatkopie). Das Urheberrecht (genauer Anerkennung der Urheberschaft, § 13 UrhG) an einem Werk ist nicht übertragbar – allerdings können Urheber Anderen Nutzungsrechte einräumen. Seite 28
  29. 29. Urheberrecht Ein einfaches Nutzungsrecht berechtigt den Inhaber gemäß § 31 Abs. 2 UrhG zur Nutzung des Werks auf die erlaubte Art, während ein ausschließliches Nutzungsrecht (§ 31 Abs. 3 UrhG) dazu berechtigt, das Werk unter Ausschluss aller anderen Personen einschließlich des Urhebers auf die erlaubte Art zu nutzen. Dem Inhaber eines ausschließlichen Nutzungsrechts ist es zusätzlich gestattet, einfache Nutzungsrechte einzuräumen. Inhaber eines ausschließlichen Nutzungsrechts ist im Gegensatz zu dem eines einfachen Nutzungsrechts berechtigt, anderen Personen die Nutzung des Werks im Rahmen seiner Nutzungsbefugnis zu untersagen. Seite 29
  30. 30. Lizenzierung Seite 30
  31. 31. Creative Commons Creative Commons: http://www.creativecommons.de/ Baukastensystem zur flexiblen Einräumung und Vorenthaltung von Nutzungsmöglichkeiten Ausformung: juristisch, maschinenlesbar, laienverständlich Klauseln: BY, SA, ND, NC CC-Suche Google: Erweiterte Suche, http://www.google.ch/advanced_search?hl=de CC: http://search.creativecommons.org/ Seite 31
  32. 32. Creative Commons Lizenz-Varianten CC BY CC BY-SA CC BY-ND CC BY-NC CC BY-NC-SA CC BY-NC-ND Seite 32
  33. 33. Open Access Seite 33
  34. 34. Open Access Open Access = Forderung nach entgeltfreiem und möglichst ungehindertem Zugang zu wissenschaftlicher Information Erstmals aktenkundig: 2001, Budapest Open Access Initiative Seite 34
  35. 35. Das Gegenstück: Closed Access Leserperspektive:  Zugriff auf wissenschaftliche Information gegen Gebühr  Subskription der lokalen Hochschule oder Pay-Per-View Autorenperspektive:  Übertrag der ausschließlichen Nutzungsrechte an Verlag Kostendeckung:  Subskription  Autorengebühren In der DFG-Studie “Publikationsstrategien im Wandel?” (2005) gaben 38,5 % der Wissenschaftler an, für Publikationen in TA-Journalen Gebühren entrichtet zu haben, im Bereich der Lebenswissenschaften 75,3 %, unter den Geistes- und Sozialwissenschaftlern 8,8%. Seite 35
  36. 36. Warum Open Access?  Elektronische Publikationen ermöglichen Beschleunigung beim Austausch wissenschaftlicher Informationen.  technisch erleichterte Verbreitung und Verfügbarkeit, ABER: drastische Verknappung wissenschaftlicher Informationen  Grund: sinkende Etats der Wissenschaftsinstitutionen bei rapide steigenden Kosten für die Nutzung wissenschaftlicher Informationen Seite 36
  37. 37. Wirtschaftliches Seite 37 Terry & Kiley (2006)
  38. 38. Open Access: Die Spielarten 1 Self-Archiving (Green Road): Veröffentlichen von anderweitig erschienenen wissenschaftlichen Dokumenten oder deren Vorabversionen auf digitalen Repositories, Server edoc der HU, https://edoc.hu-berlin.de/ 2 Self-Publishing (Golden Road): Gründen bzw. Herausgabe wissenschaftlicher, kostenlos zugänglicher Online-Journale bzw. das Publizieren in solchen Zeitschriften • Finanzierung von 2 teils über Artikelgebühren • Publikationsgebühren werden oft von Förderern getragen • Universitäten bieten Publikationsfonds > https://www.ub.hu-berlin.de/de/forschen-publizieren/open-access/foerdermoeglichkeiten/finanz Seite 38
  39. 39. Open Access trotz Closed-Access-Vertrages • Streichung des Passus, in dem ausschließliche Rechte an Verwerter übertragen werden • Verlagsaddendum SPARC Author's Addendum Copyright Addendum Engine • Ergänzung des Textes Seite 39
  40. 40. Open Access trotz Closed-Access-Vertrages "Der Verlag stimmt zu, dass der Autor das nichtexklusive Recht behält, eine digitale Kopie des Dokumentes vor/während/nach der Publikation durch den Verlag zeitlich unbeschränkt auf einen öffentlich zugänglichen akademischen Non-Profit-Server zu legen. Der Autor verpflichtet sich, das Originaldokument auf dem akademischen Non- Profit-Server zu zitieren." https://www.open-access.net/informationen-zu-open-access/rechtsfragen/verlagsvertraege/#c14 Seite 40
  41. 41. Open Access trotz Closed-Access-Vertrages „Für eine Online-Veröffentlichung des Werkes wird dem Verlag ein einfaches Nutzungsrecht ohne Benutzungspflicht eingeräumt. Dem Autor steht es frei, das Werk mit dem Zeitpunkt des Erscheinens als Buchversion parallel kostenlos als PDF-Datei im Internet über seine Homepage, einen institutionellen Server oder ein geeignetes fachliches Repositorium öffentlich zugänglich zu machen.“ https://www.open-access.net/informationen-zu-open-access/rechtsfragen/verlagsvertraege/#c14 Seite 41
  42. 42. Open Access trotz Closed-Access-Vertrages “I hereby declare that I do not wish to transfer full copyright to (name of the publisher) but reserve the right to self-archive the article in full in an open access repository.” https://www.open-access.net/informationen-zu-open-access/rechtsfragen/verlagsvertraege/#c14 Seite 42
  43. 43. Open Access trotz Closed-Access-Vertrages • Streichung des Passus, in dem ausschließliche Rechte an Verwerter übertragen werden • Verlagsaddendum SPARC Author's Addendum Copyright Addendum Engine • Ergänzung des Textes • Open Access Policy des publizierenden Verlages http://www.sherpa.ac.uk/romeo/ Seite 43
  44. 44. Open Access trotz Closed-Access-Vertrages Optionen nach § 38 (2) und 38 (4) UrhG https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__38.html Seite 44
  45. 45. Closed Access Leserperspektive: • Zugriff auf wissenschaftliche Information gegen Gebühr • Subskription der lokalen Hochschule oder Pay-Per-View Autorenperspektive: • Übertrag der ausschließlichen Nutzungsrechte an Verlag Kostendeckung: • Subskription, Autorengebühren Seite 45
  46. 46. Open Access Leserperspektive: • Zugriff auf wissenschaftliche Information entgeltfrei möglich • Libre Open Access: Weitere Verwertungsmöglichkeiten (abgeleitete Werke, kommerzielle Verwertung …) Autorenperspektive: • i.d.R. Übertrag eines einfachen Nutzungsrechtes an Verlag oder Plattformbetreiber • Libre Open Access: Lizenzierung der Werke (z.B. Creative Commons) Kostendeckung: • Autorengebühren, institutionelle Mitgliedschaften Seite 46
  47. 47. Der Open Access Zitationsvorteil Seite 47
  48. 48. Open Access Zitationsvorteil Alma Swan (2010) Seite 48
  49. 49. Open Access Zitationsvorteil Norris (2008) Seite 49
  50. 50. Open Access Zitationsvorteil Piwowar et al. (2018) „Open [Access] articles receive 18% more citations than otherwise expected.” Seite 50
  51. 51. Open Access Zitationsvorteil Swan (2010): Mögliche Gründe für OA-Zitationsvorteil general advantage Open Access Dokumente werden per se häufiger zitiert als Toll Access Dokumente early advantage Open Access Dokumente werden schneller publiziert und deswegen schneller und häufiger zitiert selection bias Autoren stellen nur ihre besseren Artikel Open Access quality advantage Bessere Artikel profitieren stärker vom generellen OA-Vorteil und werden daher stärker zitiert Seite 51
  52. 52. Open Access zu Forschungsdaten Seite 52
  53. 53. Open Access zu Forschungsdaten Warum? • Replizierbarkeit • Synergien • Qualitätssicherung • Sekundäranalysen • Vergleichsstudien • Journal Policies • Funder Policies (http://v2.sherpa.ac.uk/) Seite 53
  54. 54. Open Access zu Forschungsdaten Besondere Anforderungen Technisch: sehr unterschiedliche Formate  aufwändige Aufbereitung zur Nutzung  besondere Anforderung an Langzeitarchivierung Metadaten  sehr komplexe Beschreibung der Daten Seite 54
  55. 55. Open Access zu Forschungsdaten Problem:  Aufwand zur Dokumentation der Daten wird im Wissenschaftssystem nicht honoriert  je nach Disziplin: Datenschutz muss beachtet werden  Wissenschaftler zögern bei der Herausgabe des „Rohstoffs“ Forschungsdaten. Grund: Konkurrenzdenken Seite 55
  56. 56. Open Access zu Forschungsdaten Seite 56
  57. 57. Open Access zu Forschungsdaten Anreize? Artikel, deren zugehörige Daten Open Access bereitstehen, werden häufiger zitiert als andere Artikel. Piwowar, H. A., Day, R. S., & Fridsma, D. B. (2007). Sharing detailed research data is associated with increased citation rate. PloS one, 2(3), e308. Public Library of Science. doi: 10.1371/journal.pone.0000308. Behandlung von Daten analog Textpublikationen, um Data Curation attraktiv zu machen: Daten werden zitierfähig Seite 57
  58. 58. Open Access zu Forschungsdaten Wirtschaftswissenschaften Jeude (2013): größtenteils Zahlen als Teil von Datenmatrizen und Tabellen • von einfachen Tabellen bis zu komplizierten Längsschnittdatensätzen • Daten von nationalen und internationalen statistischen Ämtern • Rechtliche Aspekte: freie, proprietäre/ kommerzielle und vertrauliche Daten • Fehlen einer Publikationskultur mit Metadaten zu Forschungsdaten Vlaeminck et al. (2013) • Rückgriff auf Daten der amtlichen Statistik oder auf Studien, die durch spezialisierte Forschungseinheiten erhoben werden (z. B. der ALLBUS der GESIS, SOEP) • Kauf relevanter Datensätze von Firmen, wie etwa Bloomberg oder Thomson Reuters Siegert et al. (2010) • Daten werden zumeist von den ForscherInnen nicht selbst erhoben • vor allem Berechnungen auf Basis externer Daten (z.B. Inflationsrate, Wechselkurs, Aktienindex, Sozialausgaben, Geschäftsklimaindex etc.) • externe Daten stammen zumeist von Ämtern, Ministerien, Forschungsinstituten, Banken etc.) Seite 58
  59. 59. Open Access zu Forschungsdaten Wirtschaftswissenschaften Journal Policies • 40 (28,4%) von 141 untersuchten Fachzeitschriften verfügten über eine irgendwie geartete Richtlinie in Bezug auf verwendete Forschungsdaten. • 29 von diesen 40 Zeitschriften (rund 21% des Gesamtsamples) nutzten eine Data Availability Policy, die darauf abzielt, die genutzten Forschungsdaten mitsamt des Artikels verfügbar zu machen. • 11 von diesen 40 Zeitschriften nutzen so genannte „Replication Policies“, die Autor/inn/en dazu verpflichten im Fall aufkommender Anfragen, genutzte Forschungsdaten und (teilweise auch) den statistischen Berechnungscode bereitzustellen. Vlaeminck et al. (2013) Seite 59
  60. 60. Open Access zu Forschungsdaten Wirtschaftswissenschaften • 89,14 % der 488 untersuchten Forscher stellen keine Forschungsdaten zur Verfügung • 8,81% bieten einen Teil ihrer Daten an • 2,05% stellen Ihre Forschungsdaten vollständig zur Verfügung Andreoli-Versbach & Frank Mueller-Langer (2013) Seite 60
  61. 61. Open Access zu Forschungsdaten Wirtschaftswissenschaften Fecher (2016) Seite 61
  62. 62. Open Access zu Forschungsdaten Wirtschaftswissenschaften & die Reproduzierbarkeitskrise • Dewald, Thursby und Anderson versuchten 1986 die Ergebnisse von 54 Artikeln des Journal of Money, Credit and Banking replizieren. Sie waren in nur zwei Fällen erfolgreich (3,7%). (Dewald, Thursby & Anderson, 1986) • 2006 versuchten McCullough, McGeary und Harrison 62 Ergebnisse von Artikeln derselben Zeitschrift zu replizieren. In 14 Fällen konnten die Ergebnisse erfolgreich repliziert werden (22,6%). (McCullough, McGeary und Harrison, 2006) • 2008 versuchten die drei Wissenschaftler/innen die Ergebnisse von 117 Artikeln der Federal Reserve Bank of St. Louis Review zu replizieren, waren aber nur 9 Mal (7,7%) erfolgreich. (McCullough, McGeary und Harrison, 2008) Seite 62
  63. 63. Open Access zu Forschungsdaten Wirtschaftswissenschaften & die Reproduzierbarkeitskrise Im Fall der Wirtschaftswissenschaften: Weitreichende Implikationen denkbar. Prominentes Beispiel: Kenneth Rogoff & Carmen Reinhart, deren Forschungsergebnisse als Begründung für wirtschaftliche Austeritätspolitik verwendet wurden. Seite 63
  64. 64. Open Access Angebote Seite 64
  65. 65. Publikationsoptionen Open Access Server der HU Berlin  https://edoc.hu-berlin.de/ Directory of Open Access Repositories/ Open DOAR  http://www.opendoar.org Zendo  http://www.zenodo.org Directory of Open Access Journals/ DOAJ  http://www.doaj.org Verleger von Open Access Monographien  http://oad.simmons.edu/oadwiki/Publishers_of_OA_books  http://blog.bibliothek.kit.edu/ag_univerlage/ Registry of Research Data Repositories/ re3data  http://www.re3data.org/ Seite 65
  66. 66. Publikationsoptionen: Wirtschaftswissenschaften Open-Access-Journale Theoretical Economics (SSCI indexiert) Quantitative Economics Economics - The Open Access, Open Assessment E-Journal SERIEs (Journal der Spanish Economic Association) Monthly Labor Review (U.S. Bureau of Labor Statistics) + Fachausschnitt des DOAJ „Betrachtet man (…) den Kernbereich der renommierten Zeitschriften, die es in die Rankings der Fachgesellschaften VfS und VHB oder vom Handelsblatt schaffen, dann liegt die Open-Access-Quote hier immer noch deutlich unter 5 %. Ähnlich sieht es bei der Listung von Open-Access-Journalen im Social Science Citation Index (SSCI) aus.“ Siegert (2019) Seite 66
  67. 67. Publikationsoptionen: Wirtschaftswissenschaften Open-Access-Repositories RePEc (Research Papers in Economics): Katalog mit Volltextlinks, > 50% frei verfügbare Inhalte. SSRN (Social Science Research Network) EconStor: Publikationssserver der ZBW - Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, v.a. Working Papers, Konferenzbeiträge und Zeitschriftenaufsätze. Publikationen sind auch Teil des RePEc-Angebots und werden darüber hinaus in EconBiz nachgewiesen. MPRA (Munich Personal RePEc Archive) wird an der Uni München gehostet, enthält über 30.000 wirtschaftswissenschaftliche Publikationen aus aller Welt Open Access zu Daten Gesis Daten-Archiv & datorium: Daten-Repositories des GESIS ZBW Journal Data Archive: Service für Fachzeitschriften zur Ablage von Datensätzen zu empirischen Fachartikeln. Seite 67
  68. 68. Open Access: Recherche Suchen & Finden Bielefeld Academic Search Engine  http://www.base-search.net/ GoogleScholar  http://scholar.google.de/ Journal Ranking: https://scholar.google.de/citations?view_op=top_venues&hl=de Zur Filterung nach Fächern s. https://scholar.googleblog.com/2012/04/google-scholar-metrics-for-publications.html  Plugin Unpaywall (Firefox und Chrome) weist Nutzer, die beim Recherchieren auf eine wissenschaftliche Publikation stoßen, zu der ihre Einrichtung keinen Zugang hat, automatisch auf verfügbare Open- Access-Versionen hin.  Gängige Datenbanken Seite 68
  69. 69. Qualitätsmessung wissenschaftlicher Publikationen Seite 69 Wissenschaftliches Publizieren
  70. 70. Qualitätsmessung Zitationsbasierte Impact Maße: Journal Impact Factor und h-Index Seite 70
  71. 71. Bibliometrische Verfahren Qualität und Reputation werden in aller Regel über Impact zu bestimmen versucht. Impact wird ermittelt über Zitationen  bezogen auf Zeitschriften, in denen Wissenschaftler publizieren z.B. Journal Impact Factor (JIF) • bezogen auf Publikationen eines Wissenschaftlers z.B. Hirsch Index (h-Index), Publikationshäufigkeit, normalisierte Anzahl der Publikationen, Anzahl der Zitationen, durchschnittliche Zahl der Zitationen pro Paper … Seite 71
  72. 72. Journal Impact Factor Berechnung: Zahl der Zitate im laufenden Jahr auf Artikel (eines Journals) der vergangenen zwei Jahre --------------------------------------------------- Zahl der Artikel des Journals der vergangenen zwei Jahre Datenbasis: Journal Citation Reports, http://apps.isiknowledge.com/ Seite 72
  73. 73. Journal Impact Factor Kritikpunkte Teil 1: (Campbell 2005, 2008; Dong, Loh, & Mondry 2005; Fröhlich 1999; Seglen 1997, 1998) • Begrenzter Scope/ Ausschluss kompletter Dokumentarten: graue Literatur, Bücher, Großteil der Web-Publikationen. • Berücksichtigt werden nur im Journal Citation Report JCR indizierte Journals. • Sprachbias zugunsten englischsprachiger Journals: Zeitschriften in anderen Sprachen haben einen niedrigeren JIF. • JIF bezieht sich auf Journale, nicht Artikel: I.d.R. führt eine geringe Anzahl sehr häufig zitierter Artikel zu einem hohen Wert für das Journal Seite 73
  74. 74. Journal Impact Factor Kritikpunkte Teil 2: (Campbell 2005, 2008; Dong, Loh, & Mondry 2005; Fröhlich 1999; Seglen 1997, 1998) • Ignoranz der Verwertungszyklen in unterschiedlichen Disziplinen: Benachteiligung der Journale aus Disziplinen mit Verwertungszyklen > 2 Jahren (z.B. Mathematik, Geisteswissenschaften) • Manipulierbar • Konfundierung von Popularität und Qualität Seite 74
  75. 75. Hirsch-Index Berechnung: Ein Autor hat einen Index h, wenn h von seinen insgesamt N Veröffentlichungen mindestens jeweils h Zitierungen haben und die anderen (N-h) Publikationen weniger als h Zitierungen. Seite 75 http://de.wikipedia.org/wiki/H-Index
  76. 76. Hirsch-Index Berechnung: Ein Autor hat einen Index h, wenn h von seinen insgesamt N Veröffentlichungen mindestens jeweils h Zitierungen haben und die anderen (N-h) Publikationen weniger als h Zitierungen. Seite 76 http://de.wikipedia.org/wiki/H-Index Ein Autor hat einen h-Index von 8, wenn er 8 Schriften veröffentlicht hat, die jeweils mindestens 8 Mal zitiert worden sind.
  77. 77. Hirsch-Index Vergleich h-Index/JIF:  Hirsch (h-) Index bezieht sich auf Autoren und nicht auf Journals  Datenbasis nicht fest definiert Web Of Science, http://apps.isiknowledge.com Scopus, http://ww.scopus.com Google Scholar, http://scholar.google.com … Merkmale  Vorteil: Zitationen einer einzigen, vielzitierten Veröffentlichung schlagen sich nicht nieder.  Nachteil: innovative Ansätze werden nicht berücksichtigt. Seite 77
  78. 78. Hirsch-Index Kritik:  vgl. JIF-Kritik: Vernachlässigung von Dokumentengattungen und nicht- englischer Publikationen, Mehrautorenproblematik, Messung von Popularität oder Qualität? …  Trennscharfe Autorenidentifikation in der Datenbasis (Web of Science, Scopus, …) ist nicht sichergestellt  h-Index hängt von Disziplin und Alter des Autors ab  Jensen et al. (2009): Von evaluierten Verfahren war h-Index am besten geeignet, Beförderungen am CNRS zu erklären: Aber Genauigkeit nur 48% Seite 78
  79. 79. Publikationsstrategien Ratings & Rankings Seite 79
  80. 80. Ratings & Ranking Fachübergreifend Journal Impact Factor https://jcr.incites.thomsonreuters.com/ GoogleScholar https://scholar.google.de/citations?view_op=top_venues&hl=de Seite 80
  81. 81. Wirtschaftswissenschaften Ranking des Verbands der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft (Experten-Ranking) http://vhbonline.org/VHB4you/jourqual/ Handelsblatt Ranking (Hybrid: Experten-/Impact-Ranking) https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/journal-ranking/9665428.html Rating der Wirtschaftsuniversität Wien (Experten-Ranking) https://www.wu.ac.at/mitarbeitende/infos-fuer-forschende/wu-journalratings-leistungspraemien/ IDEAS/RePEc Simple Impact Factors for Journals (VWL) (Impact-Ranking) https://ideas.repec.org/top/top.journals.simple.html Liste des Tinbergen Institute (VWL) (Experten-Ranking) Weitere Informationen: https://www.wiwi.uni-rostock.de/institut-fuer-volkswirtschaftslehre/forschung/rankings/ Ratings & Ranking Seite 81
  82. 82. Publikationsstrategien Wahl eines geeigneten Publikationsortes Seite 82
  83. 83. Wahl eines geeigneten Publikationsortes Kriterien: Monographien  Medientyp: Online/ Print/ Hybrid  Zugänglichkeit: Open Acess oder Closed Access  Verbreitung: Sind die Bücher in Bibliotheken vorhanden? → Karlsruher Virtueller Katalog  Wahrgenommene Qualität  Qualitätssicherung  Kosten (Druckkostenzuschüsse)  Ladenpreis hat Einfluss auf Verbreitung  Service (Lektorat, Korrektorat, Professioneller Satz)  Eigene Prüfung: Gestaltung der Publikationen  Publikationsgeschwindigkeit  Werbung, Versand von Rezensionsexemplaren  Quantitativer Output der Verlag  Gestaltung des Verlagsprogramms  Reputation v.a. bei geplanter Wissenschaftstätigkeit wichtig  Vergabe eines Digital Object Identifier (?) Seite 83
  84. 84. Wahl eines geeigneten Publikationsortes Kriterien: Journalartikel  Medientyp: Online/ Print/ Hybrid  Zugänglichkeit: Open Acess oder Closed Access  Verbreitung: Sind die Journale in Bibliotheken vorhanden? Zeitschriftendatenbank  Wahrgenommene Qualität  Qualitätssicherung  Kosten (Article Fees/Author Charges)  Rankings,JIF  Indexierung in Zitationsdatenbanken / Auswertung durch Altmetrics  Ratings  Reputation in der Communitiy  Vergabe eines Digital Object Identifier (?) Seite 84
  85. 85. Wahl eines geeigneten Publikationsortes Prüfung der Verbreitung Monographien: KVK (Karlsruher Virtueller Katalog): https://kvk.bibliothek.kit.edu Journals: Zeitschriftendatenbank http://www.zeitschriftendatenbank.de/ Seite 85
  86. 86. Wahl eines geeigneten Publikationsortes DFG-Studie (2005): Kriterien bei der Wahl eines geeigneten Publikationsortes • Fachwissenschaftliche Ausrichtung • Internationale Ausrichtung • Renommee • JIF • Qualität der Begutachtung • Zeitspanne Submission-Erscheinen • Langzeitverfügbarkeit • Author Fees • Abo-Preis • Honorarhöhe Seite 86
  87. 87. Finanzierung Monographien Deutsche Forschungsgemeinschaft: Zuschuss nach Begutachtung und bei Benotung mit Bestnote http://www.dfg.de/formulare/51_10/51_10_de.pdf Stiftungen: Meist sind Zuschüsse vor der Drucklegung zu beantragen. -> Studienstiftung des deutschen Volkes, Volkswagenstiftung http://www.e-fellows.net/forms/stipdb http://www.stifterverband.de http://www.sciencestarter.de (Crowdfunding) Seite 87
  88. 88. Finanzierung VG Wort “Berücksichtigt werden nur Werke, die in mindestens zwei regionalen Verbundsystemen mit mindestens 5 Standorten nachgewiesen sind.” (Nationalbibliothek zählt nicht!) Werke „können einmalig gemeldet werden, wenn sie im Jahr vor der Ausschüttung oder in den vorangegangenen 2 Jahren erschienen sind.“ Prüfung der Verbreitung über KVK:  https://kvk.bibliothek.kit.edu Bei 101-300 Seiten Umfang 900 € Autorenvergütung im Jahr 2017 für 2016, Fristen bitte kontrollieren: https://www.vgwort.de/ Bei Verbreitung in zwei regionalen Verbundsystemen mit mindestens 3 Standorten können 50% der Summe ausgezahlt werden. Auszahlung der Restsumme erfordert Nachfragen. Seite 88
  89. 89. Welche Regelungen sollte ein Verlagsvertrag treffen? Seite 89
  90. 90. Monographien & Verlagsverträge Welche Aspekte sollte der Verlagsvertrag regeln?  Titel, Umfang, Ausstattung des Werkes  Nebenrechte (also die Rechte zur Publikation, die nicht durch das „Hauptrecht“, etwa die Buchpublikation, geregelt sind. In der Wissenschaft ist hier vor allem der Komplex Datenbanken/Internet von Bedeutung)  Manuskript, Vorarbeiten  Autorenexemplare, Rabatt  Pflichten des Verlages  Auflage, Erscheinungstermin  Druckkostenzuschuss  Lieferbarkeit, Nachauflagen, Autorenhonorar, Datenspeicherung. Seite 90
  91. 91. Publikationsstrategien Journale: Neue Formate, neue Probleme Seite 91
  92. 92. Journale: Neue Formate  Living Documents, z.B. Living Reviews Reihe https://www.springer.com/gp/livingreviews  Datenpublikationen, z.B. via figshare http://figshare.com  Datenjournale, Earth System Science Data ESSD https://www.earth-system-science-data.net/  Megajournale, z.B. PLOS One http://plosone.org  Versionierbare Dokumente, z.b.bei PeerJ http://peerj.org Seite 92
  93. 93. Journale: Neue Probleme Predatory Publishing Publizieren ungeprüfter Inhalte gegen Zahlung unter Vortäuschung einer Review  Think – Check – Submit http://thinkchecksubmit.org/  Quality Open Access Market QUOAM https://www.qoam.eu/ Seite 93
  94. 94. Publikationsstrategien Altmetrics, Profile & das akademische Quantified Self Seite 94
  95. 95. Altmetrics Verwertung einer Vielzahl an Nutzungsereignissen wissenschaftlicher Informationen aus heterogenen Datenquellen Seite 95 http://altmetrics.org/manifesto/
  96. 96. Altmetrics Dienste:  Altmetrics.com: journalzentriert Explorer: https://www.altmetric.com/demos/plos.html  PLUM Analytics. Evaluation von Personen und Organisationen  Impactstory: personenzentriert https://profiles.impactstory.org Profil Björn Brembs https://profiles.impactstory.org/u/0000-0001-7824-7650 Seite 96
  97. 97. Profile Beispiel:  Google Scholar  Author Profile in Scopus  Researcher ID im Web of Science  ORCID, Online Researcher and Contributor ID http://orcid.org Seite 97
  98. 98. Publikationsstrategien Zwölf Thesen zum Publizieren Seite 98
  99. 99. Die Thesen … aufgestellt von NachwuchswissenschaftlerInnen der ZBW … 1. Die nächste Forschergeneration publiziert in 20 Jahren standardmäßig im Open Access. 2. Das Veröffentlichen und Teilen von Forschungsdaten ist für die nächste Forschergeneration dank einer europaweiten interdisziplinären Forschungsdateninfrastruktur einfach, komfortabel und gehört zum wissenschaftlichen Alltag. 3. Das PDF als Dokumentenformat ist in 20 Jahren nicht mehr gebräuchlich. Die nächste Forschergeneration veröffentlicht in einem offenen Format, welches die Fähigkeiten des Web auszunutzen vermag, das heißt in sogenannten „Executable Papers“. 4. Der Nutzen von Altmetrics ist hinreichend erforscht. Die nächste Forschergeneration wendet daher Altmetrics umfangreich als Indikator an. 5. Open Peer Reviews sind hinreichend erprobt und etabliert. Die Vergabe von Fördermitteln ist in 20 Jahren transparent, da genehmigte Projektanträge sowie dazugehörige Gutachten einsehbar sind. 6. Die nächste Forschergeneration nutzt Open-Science-Praktiken in der Lehre. Das heißt, sie lässt ihre Studierenden anhand von „Executable Papers“ bspw. eine wissenschaftliche Arbeit (re)produzieren. 7. Das wissenschaftliche Belohnungssystem ist auf Open Science bzw. die Digitalisierung der Wissenschaft angepasst. (…) In Bewerbungsverfahren wird neben der Publikationsliste ebenfalls die Liste der Gutachten im (Open) Peer Review, die Erzeugung von Forschungsdaten, das wissenschaftskommunikative Engagement sowie die Förderung des studentischen und wissenschaftlichen Nachwuchses abgefragt und entsprechend honoriert. 8. Die Publikationsmenge hat in den letzten zwanzig Jahren weiter zugenommen. Daher wird die nächste Forschergeneration für Peer Reviews nicht nur honoriert (z. B. in Bewerbungsverfahren), sondern auch bezahlt. 9. Die nächste Forschergeneration arbeitet zunehmend interdisziplinär. Dafür sind erste interdisziplinäre Forschungsdateninfrastrukturen aufgebaut (…). 10. Citizen Science hat sich als Forschungskooperationsmodell disziplinenübergreifend durchgesetzt. 11. Der Forschungsprozess ist in 20 Jahren mehr ergebnisorientiert statt reputationsorientiert. (…) Durch den offenen Forschungsprozess kann die neue Forschergeneration (…) frühzeitig Problematiken aufzeigen und letztendlich potenziell qualitativ höherwertige Ergebnisse erzielen, die auch reproduzierbar sind. Die nächste Forschergeneration forscht kooperativ, fachbereichsübergreifend und offen. Es geht ihr um Inhalte und Fortschritt und weniger um die Profilierung einzelner Personen, Institute oder Publikationsmedien. 12. Das Berufsfeld Data Scientist bzw. Data Librarian ist etabliert. Diese Berufsgruppe unterstützt die nächste Forschergeneration. Siegfried (2018) Seite 99
  100. 100. Berlin, 24.04.2019 Literatur Andreoli-Versbach, P. & Mueller-Langer, F. (2013): Open Access to Data: An Ideal Professed but not Practised. RatSWD Working Paper Nr. 215. Online: https://www.ratswd.de/dl/RatSWD_WP_215.pdf Campbell, P. (2005). In praise of soft science. Nature, 435(7045), 1003. doi: 10.1038/4351003a. Campbell, P. (2008). Escape from the impact factor. Ethics in Science and Environmental Politics, 8(1), 5-7. doi: 10.3354/esep00078. Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG. (2005). Publikationsstrategien im Wandel? Ergebnisse einer Umfrage zum Publikations- und Rezeptionsverhalten unter besonderer Berücksichtigung von Open Access (p. 82). Weinheim: Wiley. Dewald, W. G., Thursby, J. G., & Anderson, R. G. (1986). Replication in Empirical Economics: The Journal of Money, Credit and Banking Project. The American Economic Review, 76(4), 587–603. https://doi.org/10.2307/1806061 Diekmann, A. (2006). „Es war der Höhenrausch“. Der Spiegel, (2), 156-158. Dong, P., Loh, M., & Mondry, A. (2005). The “impact factor” revisited. Biomedical digital libraries, 2(7). doi: 10.1186/1742-5581-2-7. Fröhlich, G. (2003). Anonyme Kritik: Peer Review auf dem Prüfstand der Wissenschaftsforschung. medizin - bibliothek - information, 3(2), 33-39. Online: http://www.agmb.de/mbi/2003_2/froehlich33-39.pdf. Fröhlich, G. (2006). Plagiate und unethische Autorenschaft. Information - Wissenschaft & Praxis, 57(2), 81-89. Online: http://eprints.rclis.org/6014/1/plagiate.pdf Fecher, B. (2016). Forschungsdatenaustausch in den Wirtschaftswissenschaften. Gehalten auf der Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), Augsburg. Online: http://www.edawax.de/wp- content/uploads/2016/09/03092016_VfS.pdf Seite 100
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  104. 104. Berlin, 24.04.2019 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Dr. Ulrich Herb u.herb@scidcode.com http://www.scidecode.com

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