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Es gibt nach unserer Erfahrung durchaus Unter-
nehmen, die diese Probleme erfolgreich ange-
hen und die Kommunikation fördern. Im Vor-
dergrund steht dabei vor allem das Bemühen,
kreativ und individuell mit Menschen und
Situationen umzugehen und kontinuierlich den
Status quo zu hinterfragen.
Beispielsweise sorgen eine disziplinierte
und kontinuierliche Stakeholder-Analyse und
ein ebensolches Management einerseits dafür,
dass alle wesentlichen Anforderungsquellen
gefunden werden. Andererseits lässt sich so die
Kommunikation je nach Art des Stakeholders
differenzieren. Matrix-Einteilungen wie in Ab-
bildung 2 helfen dabei, Stakeholder zu identi-
fizieren, bei denen intensive Kommunikation
wichtig ist und auch zeitintensive Befragungs-
techniken Mehrwert erzeugen. Eine gute Praxis
ist es, diese Einteilung und das Verhältnis zu
den Stakeholdern im Core Team regelmässig zu
überprüfen. Damit wird auch vermieden, dass
eineFokussierungaufdie«angenehmen»Stake-
holder entsteht.
DENKANSTÖSSE ZUR STRATEGIE
Folgende Überlegungen und Richtlinien helfen
Ihnen bei der Umsetzung einer RE-Strategie:
Begreifen Sie die Kommunikation und die
Etablierung eines Requirements Engineerings
als Mehrwert im Unternehmen, der IT und Busi-
ness zusammenbringt, sodass zu jedem Zeit-
punkt der Business-Nutzen im Vordergrund
steht (Business Value Alignment).
Legen Sie den Fokus auf Kommunikation,
menschliche Zusammenarbeit und Kreativtech-
 B
ei Gesprächen mit Kunden und Ver-
tretern unterschiedlicher Industrien
klingt immer wieder Unzufriedenheit
mit dem Status des Requirements
Engineerings (RE) im Unternehmen an. Auch
aus der kürzlich veröffentlichten SwissQ-Studie
«RE Trends & Benchmarks Report Schweiz
2013» ergibt sich ein ähnliches Bild. Als eine
fundamentale Ursache kristallisierte sich aus
den Antworten der Umfrageteilnehmer die
«unzureichende Kommunikation» heraus. Wird
dieser wunde Punkt nun in der Wahl der Verbes-
serungsinitiativen aktiv angegangen? Kaum.
Im Kontext von Requirements Engineering und
Management werden zumeist die Standard-
antworten «Prozesse und Tools» hervorgekramt,
statt direkt die Ursachen anzugehen.
NOCH LÄNGST NICHT AUSGEREIFT
Auf die Frage nach dem Reifegrad des Require-
ments Engineerings in ihrem Unternehmen
antworteten 45 Prozent der Befragten mit «mit-
telmässig» oder «schwach». Gute Anforderun-
gen erzeugen unabhängig von Prozess oder
Industrie einen realen Mehrwert für ein Unter-
nehmen. Das ist keine neue Einsicht, umso er-
staunlicher ist die mittelmässige Umsetzung.
Als mögliche Ursachen listet die Studie an ers-
ter Stelle «Missverständnisse in der Kommuni-
kation», gefolgt von «wachsenden oder sich
ändernden Anforderungen», «falsche Quellen
als Basis», «zu wenig Zeit» und «falsche oder
keine Priorisierung» (siehe Abbildung 1).
Die mangelhafte Kommunikation ist indi-
rekt auch für die anderen genannten Gründe
niken. Fördern Sie die Soft Skills durch geeignete
Weiterbildungen, z.B. Visual Facilitation, Kon-
fliktmanagement und Präsentationstechniken.
Agile Prozesse, oder auch nur die Adoption
gewisser agiler Techniken und Prinzipien, hel-
fen dabei, die Kommunikation zu verbessern,
sofern sie richtig eingeführt werden.
DENKANSTÖSSE ZUR TECHNIK
Auch bei Prozess- oder Tool-Fragen ist Kommu-
nikation ein wichtiger Stakeholder. Hier kommt
es auf folgende Punkte an:
Austarieren von «genug Prozess» und «genug
Formalität». Auswahl und Tailoring des richtigen
Prozesses für das jeweilige Umfeld (z.B. OpenUp,
RUP, DSDM, Kanban, Scrum etc.), aber auch von
Training und Feedback-Techniken, um den Pro-
zess effektiv zu nutzen und zu verbessern.
Wahl des richtigen Levels und der Form der
Dokumentation, sodass sie nachhaltig Mehrwert
erzeugt, also für wichtige Stakeholder lesbar und
über Projektgrenzen hinaus verwendbar ist.
Nachhaltige Tool-Auswahl, passend zur Situa-
tion und dem anschliessenden Prozess. Das fal-
sche Tool, ein für den Prozess unpassendes oder
ein Tool ohne Prozess wird nur der Selbstorgani-
sation der Mitarbeiter im Wege stehen und ist
meist weniger produktiv als gar kein Tool.
Requirements Engineering wird sich in den
nächsten Jahren weiterentwickeln. Hoffentlich
erhält das Thema Kommunikation dann auch
den Stellenwert, den es verdient.
Mehr Kommuni-
kation, bitte!
Obwohl eine missverständliche oder fehlende Kom-
munikation zwischen den Beteiligten als Hauptursa-
che für aus dem Ruder gelaufene IT-Projekte gilt,
wird dieser Punkt dort, wo jedes Projekt beginnt –
beim Requirements Engineering – immer noch zu
wenig beachtet. VON STEPHAN ADLER
BILD:ISTOCKPHOTO.COM/THANAKONHD
Stephan Adler ist Senior Consultant (Business
Analyse und RE) bei SwissQ www.swissq.ch
mitverantwortlich. Wie die Studie zeigt, werden
beispielsweise übermässig viele artefakt-
basierte Techniken verwendet. So steht als
Methode zur Erhebung der Anforderungen die
Analyse bestehender Systeme an erster Stelle.
Die meistverwendete Kreativtechnik «Brain-
storming» landet dagegen erst auf Platz 5.
Für Stakeholder-Analyse und Management
wird in deutlich über 50 Prozent der Projekte
weniger als ein Tag aufgewendet. Falsche, feh-
lende und schlecht abgeholte Stakeholder
führen jedoch zwangsläufig zu einer wachsen-
den Anforderungsmenge und – gepaart mit
schlechter Priorisierung – meist zu wachsen-
den Kosten.
Die Aussage «zu wenig Zeit für Require-
ments Engineering» wird auch noch anderwei-
tig in der Studie bestätigt: Über die Hälfte der
Befragten verwendet weniger als 15 Prozent des
Budgets für das Anforderungsmanagement.
ALSO, PACKEN WIR ES AN?
Basierend auf der Einsicht, dass fehlende Kom-
munikation vielleicht der grösste und zentrale
Stolperstein im Anforderungsmanagement ist,
wäre zu erwarten, dass genau dieses Problem
als Priorität angegangen wird. Die Umfrage
malt jedoch ein anderes Bild: Als die drei wich-
tigsten Erfolgsfaktoren nennen die Befragten
die Modellierung von Anforderungen, das Er-
stellen von Abnahmekriterien und das Verwen-
den eines definierten RE-Prozesses.
Die Modellierung ist jedoch ein sehr techni-
sches Hilfsmittel. Sie eignet sich vor allem zum
Testen der Vollständigkeit und Konsistenz von
Anforderungen, ist aber gerade bei Stakehol-
dern ohne technischen Hintergrund nur be-
dingt zur Kommunikation geeignet. Die ge-
meinsame Erstellung von Abnahmekriterien
mit den Stakeholdern, etwa im Rahmen von
Acceptance Test Driven Development (ATDD),
kann durchaus zur Kommunikation beitragen,
was aber aufgrund der bisher geringen Akzep-
tanz von ATDD in der Realität kaum passiert.
Dass RE-Prozesse hilfreich und nötig sind,
steht ausser Frage, doch können diese Prozesse
nur einen Rahmen definieren, nicht aber die
Kommunikation selbst beeinflussen.
WOHIN FLIESST DAS GELD?
Das muss jedoch nicht so bleiben. Die zwei häu-
figsten Antworten auf die Frage «Wo nehmen
Investitionen zu?», zeigen definitiv einen
Schritt in die richtige Richtung. Genannt wer-
den hier noch vor den Prozess- und Tool-fokus-
sierten Investionsbereichen die engere Zusam-
menarbeit zwischen Business und IT sowie die
Aus- und Weiterbildung für Mitarbeiter. Die zent-
rale Aufgabe des Requirements Engineers ist
es, genau diese Schnittstelle zwischen IT und
Business herzustellen und effektive Zusam-
menarbeit zu ermöglichen. Dazu gehört gerade
bei komplexen Projekten eine Übersetzung und
Vermittlung der Anforderungen und die Garan-
tie, dass auch alle Anforderungen abgedeckt
sind. Nicht zuletzt spielt das effektive Abholen
von Stakeholdern mit unterschiedlichsten Mo-
tivationen und Hintergründen eine grosse Rolle.
Es ergibt sich also ein differenziertes Bild: Es
werden verschiedene Lösungsansätze auspro-
biert. Neben der Weiterbildung stehen vor allem
aber Prozesse und Tools im Vordergrund. Nur
erstaunlich wenige Initiativen fördern die Kom-
munikation. Inkonsistent ist auch, dass die am
häufigsten genannten Erfolgsfaktoren, Model-
lierung und Test-basierte Techniken wie ATDD,
nur weit unten auf der Liste der zukünftigen
Investitionen und derzeitigen Praktiken gefun-
den werden.
MUT, NEUES AUSZUPROBIEREN
Viele dieser Einsichten und Trends sind schon
länger bekannt. Gerade deshalb ist es erstaun-
lich, dass der Fokus immer noch darauf aus-
gerichtet zu sein scheint, Prozesse, Tools und
Zertifizierungen anzuhäufen. Dabei wird die
menschliche Seite zu häufig vernachlässigt.
Die Studie «Requirement Enginieering –
Trends & Benchmark 2013» wurde von
SwissQ Consulting in Zusammenarbeit mit
dem Institut für Technologie-Manage-
ment der Universität St. Gallen erstellt.
Basis ist eine jährliche Umfrage (2013:
mehr als 580 Antworten) sowie Interviews
mit IT-Führungskräften. Die Studie er-
scheint zum zweiten Mal und ist kostenlos
im Internet erhältlich www.swissq.it/
re-trends-benchmarks-report-2013
Studie: RE Trends 2013Top-Gründe für ungenügende Anforderungen
16,1% 68,8% 13,5% Missverständnisse in der Kommunikation
62,6% 26,8% Falsche Quellen als Basis
51,0%14,4% 27,3% Zu wenig Zeit für RE
100%80%60%40%20%0%
Wachsende/sich ändernde Anforderungen23,2% 57,7% 17,5%
Falsche oder keine Priorisierung46,6%13,1% 29,8%
immer oft selten nie
Abb. 1: Kommunikationsprobleme sind die Hauptursache für mangelhafte Anforderungen
Hoch Niedrig
HochNiedrig
Aktiv beteiligen
Abholen
Einbeziehen
Informieren
John Keyne
(IT)
Kunden (Umfragen?
Interviews?
Fokusgruppen?
TBD!)
Peter Drucker
(Marketing)
Sotiri Steck
(Product Owner)
Lisa Maier
(Callcenter)
Klaus Beck
(Accounting)
Larry Anderson
(Finanzen)
Claire Windby
(Management)
Macht/Einfluss des Stakeholders
WichtigkeitdesStakeholders(Input)
Abb. 2: Nicht jeder Stakeholder im Unternehmen ist für ein Projekt gleich wichtig
32 33STRATEGIE & PRAXIS Requirements Engineering Computerworld 12/28. Juni 2013
www.computerworld.ch

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Visual Facilitation, Kon- fliktmanagement und Präsentationstechniken. Agile Prozesse, oder auch nur die Adoption gewisser agiler Techniken und Prinzipien, hel- fen dabei, die Kommunikation zu verbessern, sofern sie richtig eingeführt werden. DENKANSTÖSSE ZUR TECHNIK Auch bei Prozess- oder Tool-Fragen ist Kommu- nikation ein wichtiger Stakeholder. Hier kommt es auf folgende Punkte an: Austarieren von «genug Prozess» und «genug Formalität». Auswahl und Tailoring des richtigen Prozesses für das jeweilige Umfeld (z.B. OpenUp, RUP, DSDM, Kanban, Scrum etc.), aber auch von Training und Feedback-Techniken, um den Pro- zess effektiv zu nutzen und zu verbessern. Wahl des richtigen Levels und der Form der Dokumentation, sodass sie nachhaltig Mehrwert erzeugt, also für wichtige Stakeholder lesbar und über Projektgrenzen hinaus verwendbar ist. Nachhaltige Tool-Auswahl, passend zur Situa- tion und dem anschliessenden Prozess. Das fal- sche Tool, ein für den Prozess unpassendes oder ein Tool ohne Prozess wird nur der Selbstorgani- sation der Mitarbeiter im Wege stehen und ist meist weniger produktiv als gar kein Tool. Requirements Engineering wird sich in den nächsten Jahren weiterentwickeln. Hoffentlich erhält das Thema Kommunikation dann auch den Stellenwert, den es verdient. Mehr Kommuni- kation, bitte! Obwohl eine missverständliche oder fehlende Kom- munikation zwischen den Beteiligten als Hauptursa- che für aus dem Ruder gelaufene IT-Projekte gilt, wird dieser Punkt dort, wo jedes Projekt beginnt – beim Requirements Engineering – immer noch zu wenig beachtet. VON STEPHAN ADLER BILD:ISTOCKPHOTO.COM/THANAKONHD Stephan Adler ist Senior Consultant (Business Analyse und RE) bei SwissQ www.swissq.ch mitverantwortlich. Wie die Studie zeigt, werden beispielsweise übermässig viele artefakt- basierte Techniken verwendet. So steht als Methode zur Erhebung der Anforderungen die Analyse bestehender Systeme an erster Stelle. Die meistverwendete Kreativtechnik «Brain- storming» landet dagegen erst auf Platz 5. Für Stakeholder-Analyse und Management wird in deutlich über 50 Prozent der Projekte weniger als ein Tag aufgewendet. Falsche, feh- lende und schlecht abgeholte Stakeholder führen jedoch zwangsläufig zu einer wachsen- den Anforderungsmenge und – gepaart mit schlechter Priorisierung – meist zu wachsen- den Kosten. Die Aussage «zu wenig Zeit für Require- ments Engineering» wird auch noch anderwei- tig in der Studie bestätigt: Über die Hälfte der Befragten verwendet weniger als 15 Prozent des Budgets für das Anforderungsmanagement. ALSO, PACKEN WIR ES AN? Basierend auf der Einsicht, dass fehlende Kom- munikation vielleicht der grösste und zentrale Stolperstein im Anforderungsmanagement ist, wäre zu erwarten, dass genau dieses Problem als Priorität angegangen wird. Die Umfrage malt jedoch ein anderes Bild: Als die drei wich- tigsten Erfolgsfaktoren nennen die Befragten die Modellierung von Anforderungen, das Er- stellen von Abnahmekriterien und das Verwen- den eines definierten RE-Prozesses. Die Modellierung ist jedoch ein sehr techni- sches Hilfsmittel. Sie eignet sich vor allem zum Testen der Vollständigkeit und Konsistenz von Anforderungen, ist aber gerade bei Stakehol- dern ohne technischen Hintergrund nur be- dingt zur Kommunikation geeignet. Die ge- meinsame Erstellung von Abnahmekriterien mit den Stakeholdern, etwa im Rahmen von Acceptance Test Driven Development (ATDD), kann durchaus zur Kommunikation beitragen, was aber aufgrund der bisher geringen Akzep- tanz von ATDD in der Realität kaum passiert. Dass RE-Prozesse hilfreich und nötig sind, steht ausser Frage, doch können diese Prozesse nur einen Rahmen definieren, nicht aber die Kommunikation selbst beeinflussen. WOHIN FLIESST DAS GELD? Das muss jedoch nicht so bleiben. Die zwei häu- figsten Antworten auf die Frage «Wo nehmen Investitionen zu?», zeigen definitiv einen Schritt in die richtige Richtung. Genannt wer- den hier noch vor den Prozess- und Tool-fokus- sierten Investionsbereichen die engere Zusam- menarbeit zwischen Business und IT sowie die Aus- und Weiterbildung für Mitarbeiter. Die zent- rale Aufgabe des Requirements Engineers ist es, genau diese Schnittstelle zwischen IT und Business herzustellen und effektive Zusam- menarbeit zu ermöglichen. Dazu gehört gerade bei komplexen Projekten eine Übersetzung und Vermittlung der Anforderungen und die Garan- tie, dass auch alle Anforderungen abgedeckt sind. Nicht zuletzt spielt das effektive Abholen von Stakeholdern mit unterschiedlichsten Mo- tivationen und Hintergründen eine grosse Rolle. Es ergibt sich also ein differenziertes Bild: Es werden verschiedene Lösungsansätze auspro- biert. Neben der Weiterbildung stehen vor allem aber Prozesse und Tools im Vordergrund. Nur erstaunlich wenige Initiativen fördern die Kom- munikation. Inkonsistent ist auch, dass die am häufigsten genannten Erfolgsfaktoren, Model- lierung und Test-basierte Techniken wie ATDD, nur weit unten auf der Liste der zukünftigen Investitionen und derzeitigen Praktiken gefun- den werden. MUT, NEUES AUSZUPROBIEREN Viele dieser Einsichten und Trends sind schon länger bekannt. Gerade deshalb ist es erstaun- lich, dass der Fokus immer noch darauf aus- gerichtet zu sein scheint, Prozesse, Tools und Zertifizierungen anzuhäufen. Dabei wird die menschliche Seite zu häufig vernachlässigt. Die Studie «Requirement Enginieering – Trends & Benchmark 2013» wurde von SwissQ Consulting in Zusammenarbeit mit dem Institut für Technologie-Manage- ment der Universität St. Gallen erstellt. Basis ist eine jährliche Umfrage (2013: mehr als 580 Antworten) sowie Interviews mit IT-Führungskräften. Die Studie er- scheint zum zweiten Mal und ist kostenlos im Internet erhältlich www.swissq.it/ re-trends-benchmarks-report-2013 Studie: RE Trends 2013Top-Gründe für ungenügende Anforderungen 16,1% 68,8% 13,5% Missverständnisse in der Kommunikation 62,6% 26,8% Falsche Quellen als Basis 51,0%14,4% 27,3% Zu wenig Zeit für RE 100%80%60%40%20%0% Wachsende/sich ändernde Anforderungen23,2% 57,7% 17,5% Falsche oder keine Priorisierung46,6%13,1% 29,8% immer oft selten nie Abb. 1: Kommunikationsprobleme sind die Hauptursache für mangelhafte Anforderungen Hoch Niedrig HochNiedrig Aktiv beteiligen Abholen Einbeziehen Informieren John Keyne (IT) Kunden (Umfragen? Interviews? Fokusgruppen? TBD!) Peter Drucker (Marketing) Sotiri Steck (Product Owner) Lisa Maier (Callcenter) Klaus Beck (Accounting) Larry Anderson (Finanzen) Claire Windby (Management) Macht/Einfluss des Stakeholders WichtigkeitdesStakeholders(Input) Abb. 2: Nicht jeder Stakeholder im Unternehmen ist für ein Projekt gleich wichtig 32 33STRATEGIE & PRAXIS Requirements Engineering Computerworld 12/28. Juni 2013 www.computerworld.ch