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Befehlsform / Imperativ 
Die Befehlsform verwenden wir für Aufforderungen und 
Befehle, bei denen wir eine oder mehrere Personen 
persönlich ansprechen. 
Der Imperativ existiert also für die Formen du, ihr, wir 
und die Höflichkeitsform Sie. 
Fahrgast: Halten Sie! 
Fahrer: Steigen Sie ein! 
Fahrgast: Fahren Sie mich bitte 
zum Bahnhof! 
Fahrer: Schnallen Sie sich bitte 
an! 
Fahrgast: Fahren wir!
Gebrauch 
 Mit dem Imperativ fordern wir jemanden auf, etwas zu tun. 
Beispiel: 
Halten Sie! 
Steigen Sie ein! 
Fahren Sie mich zum Bahnhof! 
Gelegentlich beziehen wir uns selbst in die Aufforderung ein und verwenden den 
Imperativ für die 1. Person Plural (wir). 
Beispiel: 
Fahren wir! 
Der Imperativ ist im Deutschen sehr gebräuchlich, weil wir hier mit wenigen Wörtern 
sagen können, was der andere tun soll. Für Nicht-Muttersprachler klingt diese Form 
manchmal etwas unhöflich, das ist aber normalerweise nicht so gemeint. Natürlich kommt 
es immer auf den Ton an. Um höflicher zu klingen, können wir das Wörtchen bitte 
verwenden. 
Beispiel: 
Fahren Sie mich bitte zum Bahnhof! / Schnallen Sie sich bitte an!
Bildung 
1./3. Person Plural (wir/Sie) 
Den Imperativ für Sie/wir bilden wir mit dem Verb im 
Infinitiv + Sie/wir. Beim Verb sein fügen wir zusätzlich ein 
e ein. 
Beispiel: 
Gehen Sie!/Seien Sie ehrlich! 
Gehen wir!/Seien wir ehrlich!
2. Person Plural (ihr) 
Der Imperativ für ihr ist die finite Verbform der 2. 
Person Plural, aber ohne das Pronomen. 
Beispiel: 
Geht!/Seid ehrlich!
2. Person Singular (du) 
Den Imperativ für du bilden wir normalerweise, 
indem wir beim Infinitiv die Endung en entfernen. In 
der gehobenen Sprache hängen wir bei vielen Verben 
oft noch ein e an, in der Umgangssprache lassen wir 
es meistens weg. 
Beispiel: 
Geh(e)!/Sei ehrlich!
Besonderheiten beim Imperativ 
für die 2. Person Singular: 
• Die Stammvokaländerung von e zu i/ie gilt auch für den Imperativ; in diesem 
Fall verwenden wir aber nie das Imperativ-e. 
Beispiel: Lies! (lesen – ich lese, du liest) (nicht: Liese!) 
• Die Stammvokaländerung von a zu ä gilt nicht für den Imperativ. 
Beispiel: Fahr! (aber: ich fahre, du fährst)
• Endet der Präsensstamm auf d/t, hängen wir immer e an. 
Beispiel: Warte! (nicht: Wart!) 
• Endet der Präsensstamm auf Konsonant + m/n, hängen wir immer e 
an. Dies gilt aber nicht, wenn dieser Konsonant ein m, n, l, r oder h 
(aber nicht ch) ist. 
Beispiel: Atme!/Zeichne! aber: Schwimm(e)!/Lern(e)! 
• Endet das Verb auf eln/ern, hängen wir immer e an. (Das e von 
eln/ern kann wegfallen.) 
Beispiel: Fei(e)re!/Ang(e)le! 
Wenn du es dir einfach machen möchtest: 
immer e außer bei den starken Verben mit 
Vokalwechsel e  i/ie
Lern das jetzt! 
Merk dir das! 
Gib dir bitte Mühe!

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Imperativ

  • 1. Befehlsform / Imperativ Die Befehlsform verwenden wir für Aufforderungen und Befehle, bei denen wir eine oder mehrere Personen persönlich ansprechen. Der Imperativ existiert also für die Formen du, ihr, wir und die Höflichkeitsform Sie. Fahrgast: Halten Sie! Fahrer: Steigen Sie ein! Fahrgast: Fahren Sie mich bitte zum Bahnhof! Fahrer: Schnallen Sie sich bitte an! Fahrgast: Fahren wir!
  • 2. Gebrauch  Mit dem Imperativ fordern wir jemanden auf, etwas zu tun. Beispiel: Halten Sie! Steigen Sie ein! Fahren Sie mich zum Bahnhof! Gelegentlich beziehen wir uns selbst in die Aufforderung ein und verwenden den Imperativ für die 1. Person Plural (wir). Beispiel: Fahren wir! Der Imperativ ist im Deutschen sehr gebräuchlich, weil wir hier mit wenigen Wörtern sagen können, was der andere tun soll. Für Nicht-Muttersprachler klingt diese Form manchmal etwas unhöflich, das ist aber normalerweise nicht so gemeint. Natürlich kommt es immer auf den Ton an. Um höflicher zu klingen, können wir das Wörtchen bitte verwenden. Beispiel: Fahren Sie mich bitte zum Bahnhof! / Schnallen Sie sich bitte an!
  • 3. Bildung 1./3. Person Plural (wir/Sie) Den Imperativ für Sie/wir bilden wir mit dem Verb im Infinitiv + Sie/wir. Beim Verb sein fügen wir zusätzlich ein e ein. Beispiel: Gehen Sie!/Seien Sie ehrlich! Gehen wir!/Seien wir ehrlich!
  • 4. 2. Person Plural (ihr) Der Imperativ für ihr ist die finite Verbform der 2. Person Plural, aber ohne das Pronomen. Beispiel: Geht!/Seid ehrlich!
  • 5. 2. Person Singular (du) Den Imperativ für du bilden wir normalerweise, indem wir beim Infinitiv die Endung en entfernen. In der gehobenen Sprache hängen wir bei vielen Verben oft noch ein e an, in der Umgangssprache lassen wir es meistens weg. Beispiel: Geh(e)!/Sei ehrlich!
  • 6. Besonderheiten beim Imperativ für die 2. Person Singular: • Die Stammvokaländerung von e zu i/ie gilt auch für den Imperativ; in diesem Fall verwenden wir aber nie das Imperativ-e. Beispiel: Lies! (lesen – ich lese, du liest) (nicht: Liese!) • Die Stammvokaländerung von a zu ä gilt nicht für den Imperativ. Beispiel: Fahr! (aber: ich fahre, du fährst)
  • 7. • Endet der Präsensstamm auf d/t, hängen wir immer e an. Beispiel: Warte! (nicht: Wart!) • Endet der Präsensstamm auf Konsonant + m/n, hängen wir immer e an. Dies gilt aber nicht, wenn dieser Konsonant ein m, n, l, r oder h (aber nicht ch) ist. Beispiel: Atme!/Zeichne! aber: Schwimm(e)!/Lern(e)! • Endet das Verb auf eln/ern, hängen wir immer e an. (Das e von eln/ern kann wegfallen.) Beispiel: Fei(e)re!/Ang(e)le! Wenn du es dir einfach machen möchtest: immer e außer bei den starken Verben mit Vokalwechsel e  i/ie
  • 8. Lern das jetzt! Merk dir das! Gib dir bitte Mühe!