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BERUFLICHE
WIEDEREINGLIEDERUNG
UND OUTPLACEMENT
präsentiert von Herr Safouane JAOUID
Head of Legal der ALEBA
WAS VERSTEHT MAN UNTER
WIEDEREINGLIEDERUNG?
Jeder Beschäftigte, der einen Arbeitsvertrag hat und infolge einer längerfristigen
Erkrankung, eines Unfalls oder von Verschleißerscheinungen seinen bisherigen
Stellenanforderungen nicht mehr nachkommen kann, aber nicht vom
kontrollärztlichen Dienst der Sozialversicherung für arbeitsunfähig (invalide)
erklärt wurde (und so eine Rente wegen Erwerbsminderung erhalten hat), kann
eine innerbetriebliche (reclassement professionnel interne) oder außerbetriebliche
berufliche Wiedereingliederung (reclassement professionnel externe) beantragen.
Wiedereingliederung und Outplacement
Wiedereingliederung und Outplacement
SCHICKSAL ODER
ZUFALL?
LUXEMBURG IN ZAHLEN
43 % der Beschäftigten in Luxemburg gaben an, unter Stress zu leiden (TNS/Ilres 2010),
20 % gaben an, nah am Burn-out zu sein,
6 % werden mit einem Antidepressivum behandelt (EU-Durchschnitt 7 Prozent, europ. Studie),
Bei jeder dritten Anfrage auf eine Invalidenrente wird als Ursache eine psychische Erkrankung
angegeben (OECD-Studie),
12 % der Krankenscheine gehen über einen Zeitraum von zehn Tagen hinaus (EU: 6 Prozent),
15 % der Langzeitkrankenscheine (> 21 Tage) haben als Ursache eine psychische Erkrankung,
Langzeit-Krankenscheine machen 50 % der Ausgaben der Gesundheitskasse aus.
11 400 Arbeitnehmer sind Mobbing-Opfer (9 Prozent der arbeitenden Bevölkerung)
52 % von ihnen werden sofort krankgeschrieben (im Schnitt 37 Tage).
Wiedereingliederung und Outplacement
Wiedereingliederung und Outplacement
ZIEL DER
WIEDEREINGLIEDERUNG
Verhindern, dass Arbeitnehmer mit eingeschränkter Arbeitsfähigkeit zwangsläufig in
Rente geschickt werden (Invalidenrente).
Vereinfachung der beruflichen Wiedereingliederung des Arbeitnehmers im
Unternehmen oder auf dem Arbeitsmarkt nach einer Arbeitsunfähigkeitsphase.
Der Arbeitnehmer kann:
einem anderen Arbeitsplatz innerhalb des Unternehmens zugewiesen werden ;
in den Genuss einer Anpassung seines Arbeitsplatzes oder seiner
Arbeitszeiten gelangen ;
in den Genuss einer anderen Arbeitsregelung, die an seine verbleibenden
Fähigkeiten angepasst ist, gelangen.
DIE REFORM VON 2016
Gesetz vom 23. Juli 2015 ist
am 1. Januar 2016 in Kraft
getreten
Artikel L.551-1 ff. des AGB
(Code du travail)
Beschleunigung und
Vereinfachung der Prozedur
Erhöhung der Rechte des
Arbeitnehmers
BETROFFEN SIND ALLE
UNTERNEHMEN DIE EINEN
ARBEITNEHMER BESCHÄFTIGEN DER:
aufgrund von Gebrechen oder Verschleißerscheinungen unfähig ist, seine letzte Beschäftigung
auszuüben und vom Kontrollortzlichen Dienst der Sozialversicherung (Contrôle médical de la sécurité sociale
- CMSS) nicht als erwerbsunfähig eingestuft wird.



Arbeitnehmer, die ihre letzte Beschäftigung seit weniger als 3 Jahren ausüben, müssen jedoch, um in den
Genuss einer beruflichen Wiedereingliederung zu gelangen, im Besitz einer Eignungsbescheinigung sein,
die vom zuständigen Arbeitsmediziner bei ihrer Einstellung für diese letzte Beschäftigung ausgestellt wurde.
Die Unternehmen müssen sich demnach strikt an die medizinischen Untersuchungen vor der Einstellung
halten;



oder
eine risikobehaftete Beschäftigung ausübt und, ohne als erwerbsunfähig zu gelten, vom zuständigen
Arbeitsmediziner für seine Beschäftigung als ungeeignet erklärt wird.



Der Arbeitnehmer muss jedoch eine Betriebszugehörigkeit von mindestens 10 Jahren beim Unternehmen
nachweisen.



N.B.: 

Im Rahmen des beruflichen Wiedereingliederungsverfahrens sind Grenzgänger gebietsansässigen
Arbeitnehmern gleichgestellt. 
ZWEI ARTEN VON
WIEDEREINGLIEDERUNGEN
intern: dem Arbeitnehmer, der aus Gesundheitsgründen
seinen alten Job nicht mehr ausüben kann, wird von
seinem Arbeitgeber eine neue Arbeitsstelle innerhalb
des Betriebs zugeteilt.
extern: Ist dies nicht möglich, soll der Arbeitnehmer
einen anderen Job, der seinen verbleibenden
Fähigkeiten entspricht, in einem anderen Unternehmen
übernehmen.
WER GENEHMIGT EINE BERUFLICHE
WIEDEREINGLIEDERUNG ?
Die gemischte Kommission
Versicherten
Arbeitgeber
ADEM
Gesundheitsbehörde
DAS WIEDEREINGLIEDERUNGS-
VERFAHREN (INTERN & EXTERN)
Nach sechswöchiger Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers beurteilt der kontrollärztliche Dienst der
Sozialversicherung (CMSS) die Situation des Betroffenen, um die für ihn am besten geeignete Regelung zu
finden.
Ein Formular (R4) wird vom Amt an den Arbeitnehmer geschickt. Der Arbeitnehmer hat daraufhin das R4-
Formular seinem behandelnden Arzt vorzulegen, der es in ausführlicher Weise auszufüllen und an die CNS
zurückzusenden hat.
Auf der Grundlage dieses R4-Formulars nimmt der Arzt des «   Contrôle Médical de la Sécurité
Sociale » (CMSS) eine Beurteilung der Situation des Arbeitnehmers vor, um ihn an den zuständigen
Sozialversicherungszweig zu verweisen.
Wenn der betroffene Arbeitnehmer vermutlich unfähig sein wird, seine letzte Beschäftigung wieder
aufzunehmen, dann ruft der CMSS im Einvernehmen mit dem Arbeitnehmer das Comité mixte an und
informiert den Arbeitgeber darüber unter Zusendung einer Kopie des Dokuments, mit dem das Comité
angerufen wird.
Wenn die Unfähigkeit zur Ausübung der letzten Beschäftigung festgestellt wird, ruft der CMSS mit
Einwilligung des Arbeitnehmers die gemischte Kommission und den zuständigen Arbeitsmediziner an und
informiert den Arbeitgeber darüber.
Nach der Anrufung der gemischten Kommission bestellt der Arbeitsmediziner den Betroffenen zu einer
Untersuchung ein.
…
Anschließend gibt es 3 verschiedene Möglichkeiten:
• der zuständige Arbeitsmediziner stellt die Unfähigkeit zur Ausübung der letzten Beschäftigung
fest. Die Akte wird an die gemischte Kommission weitergeleitet, welche über eine interne oder
externe Wiedereingliederung entscheidet.
• der Arbeitsmediziner stellt die Fähigkeit zur Ausübung der letzten Beschäftigung fest und
verweist die Akte an die gemischte Kommission zurück, welche die berufliche
Wiedereingliederung ablehnt. Diese Entscheidung beendet den Anspruch auf Krankengeld oder
den Anspruch auf eine Vollrente der Unfallversicherung, und zwar mit Wirkung ab dem Tag der
Einbestellung zum Arbeitsmediziner.
• der Betroffene versäumt ohne triftigen Grund die ärztliche Untersuchung durch den
Arbeitsmediziner innerhalb der vorgesehenen Frist. Der Arbeitsmediziner informiert die
gemischte Kommission und den CMSS über diese Weigerung. Die gemischte Kommission lehnt
die berufliche Wiedereingliederung ab. Diese Entscheidung beendet den Anspruch auf
Krankengeld oder den Anspruch auf eine Vollrente der Unfallversicherung, und zwar mit
Wirkung ab dem Tag der Einbestellung zum Arbeitsmediziner.
…
Was den Arbeitnehmer anbelangt, der eine risikobehaftete Beschäftigung ausübt und vom zuständigen
Arbeitsmediziner für seine Beschäftigung als ungeeignet erklärt wird, ruft Letzterer die gemischte
Kommission an. Beschäftigt der betreffende Arbeitgeber weniger als 25 Mitarbeiter, muss er jedoch die
vorherige Einwilligung des Arbeitnehmers und des Arbeitgebers einholen.
Im Falle der beruflichen Wiedereingliederung äußert sich der Arbeitsmediziner in seiner Empfehlung
• zu den verbleibenden Fähigkeiten des Arbeitnehmers;
• zu einer etwaigen Verminderung der Arbeitszeit oder Leistungsminderung;
• zur etwaigen Anpassung der Stelle an den Arbeitnehmer;
• zum vorübergehenden oder endgültigen Charakter der Arbeitsunfähigkeit;
• zu den zeitlichen Abständen, zu denen sich der Arbeitnehmer zur Neubeurteilung vorstellen muss.
Die gemischte Kommission kann Rehabilitierungs- oder Umschulungsmaßnahmen anordnen. Der Betroffene
muss an diesen Maßnahmen teilnehmen, da die gemischte Kommission ansonsten entscheiden kann, ihm
seinen Status zu abzuerkennen.
Gegen Entscheidungen der gemischten Kommission können innerhalb von 40 Tagen nach der Mitteilung vor
dem Schiedsgericht der Sozialversicherungen Rechtsmittel eingelegt werden.
Wiedereingliederung und Outplacement
Wiedereingliederung und Outplacement
MERKMALE DER INTERNEN
WIEDEREINGLIEDERUNG
Die interne Wiedereingliederung besteht aus einer Zuweisung des Arbeitnehmers
innerhalb des Unternehmens zu einem anderen Arbeitsplatz oder einer anderen
Arbeitsregelung, die an seine verbleibenden Fähigkeiten angepasst sind.
Die Eignung für diesen neuen Arbeitsplatz muss vom zuständigen Arbeitsmediziner
festgestellt werden.
Auf Empfehlung des zuständigen Arbeitsmediziners kann die interne berufliche
Wiedereingliederung eine Verringerung der Arbeitszeit umfassen, die nicht mehr
als die Hälfte der vor der ersten Entscheidung über die berufliche Wiedereingliederung
im Arbeitsvertrag des Versicherten vorgesehenen Arbeitszeit betragen kann. 
Die gemischte Kommission kann jedoch auf begründeten Antrag des Arbeitnehmers
oder des Arbeitgebers die Bewilligung einer Arbeitszeitverringerung bis zu 75 % der
ursprünglichen Arbeitszeit beschließen.
KÜNDIGUNGSSCHUTZ
Der Arbeitnehmer genießt, ausgenommen bei Kündigung wegen schwerwiegender Verfehlung,
ab Anrufung der gemischten Kommission einen speziellen Kündigungsschutz. Dieser
endet nach Ablauf des 12. Monats, der auf die Mitteilung der Entscheidung zur
vorgeschriebenen internen beruflichen Wiedereingliederung an den Arbeitgeber folgt.
Im Falle einer Kündigung während des besagten Zeitraums hat der Arbeitnehmer 15 Tage Zeit,
um beim Arbeitsgericht die Nichtigerklärung der Kündigung und die Anordnung zur
Wiedereingliederung oder zur Aufrechterhaltung seines Beschäftigungsverhältnisses zu
beantragen.
Nach Ablauf dieser 12-monatigen Frist ist eine ordentliche Kündigung möglich.
Der Kündigungsschutz von 12 Monaten gilt nicht im Falle einer Kündigung wegen
schwerwiegender Verfehlung seitens des Arbeitnehmers oder bei Ablauf eines
befristeten Arbeitsvertrags.
Der Schutz gilt auch nicht im Falle einer automatischen Auflösung des Arbeitsvertrags.
MERKMALE DER EXTERNEN
WIEDEREINGLIEDERUNG
Wenn die gemischte Kommission eine externe berufliche Wiedereingliederung auf dem
Arbeitsmarkt veranlasst, wird die betreffende Person ab dem Tag der Mitteilung der
Entscheidung der gemischten Kommission automatisch bei der Abteilung für
Arbeitnehmer mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit (Service des salariés à capacité
de travail) der Agentur für Arbeit als arbeitsuchend gemeldet.
Sie erhält Vollarbeitslosengeld, solange sie keine neue Beschäftigung gefunden hat.
Im Rahmen der Zuweisung einer neuen Beschäftigung wird den eingeschränkten
Kompetenzen und Fähigkeiten der Person in externer Wiedereingliederung Rechnung
getragen.
Der neue Arbeitgeber kann verschiedene staatliche Beihilfen beanspruchen und
insbesondere bei der ADEM die teilweise Übernahme des Lohns/Gehalts der Person in
externer beruflicher Wiedereingliederung beantragen sowie in den Genuss einer
Steuervergünstigung gelangen.
GARANTIEN UND PFLICHTEN IM RAHMEN
DES STATUS EINER PERSON IN EXTERNER
BERUFLICHER WIEDEREINGLIEDERUNG
Wenn ein Arbeitnehmer eine neue Arbeitsstelle antritt, behält er seine Rechte als
Person in einer externen beruflichen Wiedereingliederung, solange er die zur Ausübung
der Beschäftigung, die er vor der Entscheidung ausübte, erforderlichen Fähigkeiten nicht
wiedererlangt hat.
Ein Arbeitnehmer in einer externen beruflichen Wiedereingliederung, der seine neue
Arbeitsstelle aus von ihm nicht zu verantwortenden Gründen verliert, behält seinen
Status, sofern er sich innerhalb von 20 Tagen nach Ende seines Arbeitsvertrages bei der
ADEM als arbeitsuchend meldet. Kündigt er sein Arbeitsverhältnis, verliert er seinen
Status.                                                                          
Solange er arbeitslos ist, unterliegt die Aufrechterhaltung des Status der Bedingung, dass
er weiterhin bei der ADEM als arbeitsuchend gemeldet ist.
Der durch den Status Begünstigte kann zu gemeinnützigen Arbeiten beim Staat, den
Gemeinden und Gemeindeverbänden, öffentlich-rechtlichen Anstalten und Stiftungen
herangezogen werden.
WEITERE ENTSCHÄDIGUNGEN IM
FALLE EINER EXTERNEN
WIEDEREINGLIEDERUNG (1. TEIL)
Ausgleichsentschädigung: 



Falls die Person in externer beruflicher Wiedereingliederung einen neuen Arbeitsplatz mit einer
Vergütung antritt, die geringer ist als bei ihrem letzten Arbeitgeber, hat sie Anspruch auf eine
Ausgleichsentschädigung in Höhe des Differenzbetrags zwischen diesen beiden Vergütungen,
vorausgesetzt:
sie wurde der neuen Beschäftigung durch die ADEM zugewiesen;
sie wurde bei der Einstellungsuntersuchung für diesen neuen Arbeitsplatz für geeignet erklärt;
die Arbeitszeit beträgt mindestens die Hälfte der Arbeitszeit, die im der ersten
Wiedereingliederungsentscheidung vorangehenden Arbeitsverhältnis vertraglich vereinbart war.
Die erforderliche Arbeitszeit kann durch die Kombination mehrerer Arbeitsplätze erreicht werden.
Auf begründeten Antrag des Arbeitnehmers und Stellungnahme des Kontrollarztes der ADEM hin
kann die gemischte Kommission die Arbeitszeit auf 25 % der ursprünglichen Arbeitszeit verringern.
Die Ausgleichsentschädigung wird eingestellt, wenn die Bedingungen für den Anspruch auf
Vorruhestand, Erwerbsminderungsrente, vorgezogene Altersrente oder Altersrente erfüllt sind.
WEITERE ENTSCHÄDIGUNGEN IM
FALLE EINER EXTERNEN
WIEDEREINGLIEDERUNG (2. TEIL)
Berufliche Übergangsvergütung: 



Wenn die gesetzliche Höchstdauer der Zahlung des Arbeitslosengeldes, einschließlich Verlängerung, ausgeschöpft ist und die Person in
externer Wiedereingliederung noch keinen neuen Arbeitsplatz gefunden hat, kann sie unter bestimmten Voraussetzungen eine berufliche
Übergangsvergütung beziehen, über die die gemischte Kommission entscheidet. 



Sie muss jedoch eine vom Arbeitsmediziner festgestellte mindestens zehnjährige Eignung für den letzten Arbeitsplatz oder eine
Betriebszugehörigkeit von mindestens 10 Jahren nachweisen. 



Die Höhe der Vergütung beträgt 80 % des durchschnittlichen rentenversicherungspflichtigen Monatseinkommens des der
Wiedereingliederungsentscheidung vorangehenden Jahres, wobei dieser Betrag 150 % des sozialen Mindestlohns nicht überschreiten darf. 



Solange die Übergangsvergütung gezahlt wird, muss die Person in externer beruflicher Wiedereingliederung bei der ADEM als arbeitsuchend
gemeldet bleiben und für den Arbeitsmarkt bereitstehen.



Der Bezieher der Vergütung muss an den angegebenen Tagen und Uhrzeiten bei der ADEM vorstellig werden. Wird ein Termin ohne triftigen
Grund versäumt, verliert er für die Dauer von 7 Kalendertagen, im Wiederholungsfall für 30 Kalendertage, den Anspruch auf seine
Vergütung. Erscheint er dreimal in Folge nicht, wird die Zahlung der beruflichen Übergangsvergütung endgültig eingestellt. Die gemischte
Kommission entscheidet über die vorübergehende oder endgültige Einstellung. 



Die Zahlung dieser Vergütung wird eingestellt, wenn der Begünstigte einen neuen Arbeitsplatz findet, ansonsten zu dem Zeitpunkt, zu dem
die Bedingungen für den Anspruch auf Vorruhestand, Erwerbsminderungsrente, vorgezogene Altersrente oder Altersrente in Luxemburg
oder im Ausland erfüllt sind. 



Die Vergütung wird auf Entscheidung der gemischten Kommission nicht mehr gezahlt, wenn die Bedingungen für ihre Bewilligung nicht
mehr erfüllt sind oder der Betroffene nicht an den Wiedereingliederungsmaßnahmen teilnimmt.
LOHNKÜRZUNG INFOLGE
DER INTERNEN
WIEDEREINGLIEDERUNG
Sofern die interne Wiedereingliederung eine Lohnkürzung mit sich bringt, hat der
Arbeitnehmer Anspruch auf eine Ausgleichsentschädigung in Höhe der Differenz
zwischen seiner alten und seiner neuen Vergütung.
Der alte Lohn wird auf der Grundlage des vom Arbeitnehmer im Laufe der 12 der
Wiedereingliederungsentscheidung unmittelbar vorangehenden Kalendermonate
bezogenen monatlichen Durchschnittseinkommen berechnet.
Sollte dieser Arbeitsvertrag seit weniger als 12 Monaten in Kraft sein, wird der alte Lohn
berechnet, indem die durchschnittliche Beitragsbemessungsgrenze für die vollen
Kalendermonate mit 12 multipliziert wird.
Die Ausgleichsentschädigung ist sozialbeitrags- und steuerpflichtig.
Sie wird eingestellt, wenn die Bedingungen für den Anspruch auf Vorruhestand,
Erwerbsminderungsrente, vorgezogene Altersrente oder Altersrente erfüllt sind.
PERIODISCHE NEUBEURTEILUNG
DURCH DEN ARBEITSMEDIZINER
Ein in interner beruflicher Wiedereingliederung befindlicher Arbeitnehmer kann vom zuständigen Arbeitsmediziner neu beurteilt
werden:
entweder entsprechend den in der Empfehlung nach der Anrufung angegeben zeitlichen Abständen (wenn bei der ersten Untersuchung
der Arzt davon ausgegangen war, dass die Einschränkungen vorübergehend sind, und er einen Zeitpunkt angegeben hatte, zu dem er
eine Neubewertung innerhalb von höchstens 2 Jahren vornehmen würde);
oder auf Antrag des Vorsitzenden der gemischten Kommission
Falls er wieder eine Arbeit aufgenommen hat und eine Verminderung der Arbeitszeit oder eine Anpassung des Arbeitsplatzes
erforderlich wird, ruft der Arbeitsmediziner die gemischte Kommission an, damit sie eine Entscheidung über diese Anpassungen trifft.
Wenn der Arbeitsmediziner feststellt, dass die Verminderung der Arbeitszeit medizinisch nur noch teilweise oder in ihrer Gesamtheit
nicht mehr begründet ist, ruft er die gemischte Kommission an, die über die Arbeitszeit befindet. Diese Entscheidung tritt erst nach
einer Frist von 6 Monaten nach ihrer Mitteilung in Kraft.
Wenn der Arbeitsmediziner feststellt, dass der Arbeitnehmer die erforderlichen Fähigkeiten zur Ausübung von mit seiner letzten
Beschäftigung vergleichbaren Tätigkeiten wiedererlangt hat, bevor die Entscheidung über die interne berufliche Wiedereingliederung
getroffen wird, ruft er die gemischte Kommission an, die über den Verlust des Sonderstatus und gegebenenfalls die Einstellung der
Ausgleichsentschädigung entscheidet. Diese Entscheidung tritt erst nach einer Frist von 6 Monaten nach ihrer Mitteilung in Kraft.
Ein Arbeitnehmer, der sich der ärztlichen Neubeurteilung entzieht, muss damit rechnen, dass die gemischte Kommission ihm den
Status einer Person in beruflicher Wiedereingliederung entzieht und die Sperrung der damit verbundenen Geldleistungen verfügt, die
mit dem Zeitpunkt der Mitteilung in Kraft tritt.
GUT ZU WISSEN
Unmöglichkeit der internen Wiedereingliederung

Wenn eine interne Wiedereingliederung nicht möglich ist, beschließt die gemischte Kommission eine externe
Wiedereingliederung und der Arbeitnehmer wird von Amts wegen bei der Abteilung für Arbeitnehmer mit eingeschränkter
Leistungsfähigkeit der ADEM arbeitsuchend gemeldet. Letzterer gelangt bis zur externen Wiedereingliederung in den
Genuss des vollen Arbeitslosengeldes.
Ablehnung einer internen Wiedereingliederung:

Lehnt der Arbeitgeber die von der gemischten Kommission ordnungsgemäß festgestellte interne berufliche
Wiedereingliederung ab, kann der Arbeitnehmer von der gemischten Kommission verlangen, eine Entscheidung zur
externen beruflichen Wiedereingliederung zu treffen.
Ende des unbefristeten Arbeitsvertrags

Ein in interner beruflicher Wiedereingliederung befindlicher Arbeitnehmer, der seinen Arbeitsplatz aufgrund der
Einstellung der Geschäftstätigkeit seines Arbeitgebers oder einer Massenentlassung verliert, hat das Recht, innerhalb von
20 Tagen ab dem Ende des Arbeitsvertrags die gemischte Kommission zwecks externer beruflicher Wiedereingliederung
anzurufen.



Kündigt er sein Arbeitsverhältnis, verliert er seinen Status als Person in beruflicher Wiedereingliederung.
Ende des befristeten Arbeitsvertrags

Die Einleitung des Verfahrens zur internen Wiedereingliederung verhindert nicht das Ablaufen eines befristeten
Arbeitsvertrags.
WAS VERSTEHT MAN
UNTER
Outplacement ist die engl. Bezeichnung für "Außenvermittlung".
Darunter versteht man Unterstützung bei der beruflichen
Neuorientierung. 



Outplacemant wird in der Regel von Unternehmen angeboten, die
einem Mitarbeiter / einer Mitarbeiterin kündigen. 



Die betroffene Person wird beraten und gefördert, wenn möglich bis
zu einem neuen Vertragsabschluss bei einem anderen Unternehmen. 



Outplacemant oder Außenvermittlung nützt den Arbeitnehmern und
stärkt gleichzeitig das Image des entlassenden Unternehmens.
WER BRAUCHT OUTPLACEMENT
UND WARUM?
Es gibt eine Reihe von Gründen, warum Unternehmen Mitarbeiter
entlassen (müssen). Dazu gehören:
Insolvenz
Firmenübernahme
Verlagerung von Produktionsteilen an andere Standorten
Absatzschwierigkeiten / Gewinneinbrüche
Rationalisierung
Der umstrittenste Bereich ist sicherlich die Rationalisierung. Dabei
sollen in der Regel Mitarbeiter entlassen werden, um Kosten zu sparen.
Hintergrund ist die Steigerung des Gewinns, was bei
Aktiengesellschaften sicherlich stets hochumstritten ist. Wem gegenüber
ist ein Unternehmen mit seiner Unternehmensphilosophie verpflichtet?
Den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern - oder den Aktionären.
Da Kündigungen stets erklärungsbedürftig sind - und gerade ältere
Mitarbeiter mit dem Wegfall des regelmäßigen Einkommens ihre
Lebensperspektive verlieren, beauftragen manche Unternehmen
Outplacemnt-Experten. Diese beraten auf allen Seiten und steuern den
Kündigungsprozess. Der Arbeitgeber überträgt damit eine lästige und
schwierige Verantwortung. Das kostet zwar eine Menge Geld - aber aus
Imagegründen ist es oft besser, dieses Geld zu investieren, als negative
Publicity anzuhäufen. Mit Hilfe der Outplacemant-Berater wird die
Kündigung zu einer "gütlichen Trennung".
OUTPLACEMENT VERFAHREN
Wiedereingliederung und Outplacement
Danke für ihre Aufmerksamkeit
Quellen:
Code du Travail
http://legilux.public.lu/eli/etat/leg/loi/2015/07/23/n2/jo
http://www.guichet.public.lu/citoyens/de/sante-social/accident-maladie/maladie/reclassement-interne/index.html
http://www.guichet.public.lu/citoyens/de/travail-emploi/incapacite-travail/incapacite-exercice-dernier-poste/reclassement-externe/index.html
http://www.guichet.public.lu/entreprises/de/sante-securite/accident-maladie/reclassement/reclassement-professionnel/index.html
http://www.adem.public.lu/de/demandeurs-demploi/salaries-capacite-travail-reduite/lancer-procedure/index.html
http://www.adem.public.lu/fr/demandeurs-demploi/salaries-capacite-travail-reduite/lancer-procedure/Shema-STCTR-1.pdf
http://www.adem.public.lu/fr/demandeurs-demploi/salaries-capacite-travail-reduite/lancer-procedure/Shema-STCTR2.pdf
http://www.itm.lu/de/home/faq/ddt/chomage/reclassement.html
https://www.wort.lu/de/lokales/stress-am-arbeitsplatz-jeder-fuenfte-nah-am-burn-out-507639c9e4b0862881f46124

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Wiedereingliederung und Outplacement

  • 1. BERUFLICHE WIEDEREINGLIEDERUNG UND OUTPLACEMENT präsentiert von Herr Safouane JAOUID Head of Legal der ALEBA
  • 2. WAS VERSTEHT MAN UNTER WIEDEREINGLIEDERUNG? Jeder Beschäftigte, der einen Arbeitsvertrag hat und infolge einer längerfristigen Erkrankung, eines Unfalls oder von Verschleißerscheinungen seinen bisherigen Stellenanforderungen nicht mehr nachkommen kann, aber nicht vom kontrollärztlichen Dienst der Sozialversicherung für arbeitsunfähig (invalide) erklärt wurde (und so eine Rente wegen Erwerbsminderung erhalten hat), kann eine innerbetriebliche (reclassement professionnel interne) oder außerbetriebliche berufliche Wiedereingliederung (reclassement professionnel externe) beantragen.
  • 6. LUXEMBURG IN ZAHLEN 43 % der Beschäftigten in Luxemburg gaben an, unter Stress zu leiden (TNS/Ilres 2010), 20 % gaben an, nah am Burn-out zu sein, 6 % werden mit einem Antidepressivum behandelt (EU-Durchschnitt 7 Prozent, europ. Studie), Bei jeder dritten Anfrage auf eine Invalidenrente wird als Ursache eine psychische Erkrankung angegeben (OECD-Studie), 12 % der Krankenscheine gehen über einen Zeitraum von zehn Tagen hinaus (EU: 6 Prozent), 15 % der Langzeitkrankenscheine (> 21 Tage) haben als Ursache eine psychische Erkrankung, Langzeit-Krankenscheine machen 50 % der Ausgaben der Gesundheitskasse aus. 11 400 Arbeitnehmer sind Mobbing-Opfer (9 Prozent der arbeitenden Bevölkerung) 52 % von ihnen werden sofort krankgeschrieben (im Schnitt 37 Tage).
  • 9. ZIEL DER WIEDEREINGLIEDERUNG Verhindern, dass Arbeitnehmer mit eingeschränkter Arbeitsfähigkeit zwangsläufig in Rente geschickt werden (Invalidenrente). Vereinfachung der beruflichen Wiedereingliederung des Arbeitnehmers im Unternehmen oder auf dem Arbeitsmarkt nach einer Arbeitsunfähigkeitsphase. Der Arbeitnehmer kann: einem anderen Arbeitsplatz innerhalb des Unternehmens zugewiesen werden ; in den Genuss einer Anpassung seines Arbeitsplatzes oder seiner Arbeitszeiten gelangen ; in den Genuss einer anderen Arbeitsregelung, die an seine verbleibenden Fähigkeiten angepasst ist, gelangen.
  • 10. DIE REFORM VON 2016 Gesetz vom 23. Juli 2015 ist am 1. Januar 2016 in Kraft getreten Artikel L.551-1 ff. des AGB (Code du travail) Beschleunigung und Vereinfachung der Prozedur Erhöhung der Rechte des Arbeitnehmers
  • 11. BETROFFEN SIND ALLE UNTERNEHMEN DIE EINEN ARBEITNEHMER BESCHÄFTIGEN DER: aufgrund von Gebrechen oder Verschleißerscheinungen unfähig ist, seine letzte Beschäftigung auszuüben und vom Kontrollortzlichen Dienst der Sozialversicherung (Contrôle médical de la sécurité sociale - CMSS) nicht als erwerbsunfähig eingestuft wird.
 
 Arbeitnehmer, die ihre letzte Beschäftigung seit weniger als 3 Jahren ausüben, müssen jedoch, um in den Genuss einer beruflichen Wiedereingliederung zu gelangen, im Besitz einer Eignungsbescheinigung sein, die vom zuständigen Arbeitsmediziner bei ihrer Einstellung für diese letzte Beschäftigung ausgestellt wurde. Die Unternehmen müssen sich demnach strikt an die medizinischen Untersuchungen vor der Einstellung halten;
 
 oder eine risikobehaftete Beschäftigung ausübt und, ohne als erwerbsunfähig zu gelten, vom zuständigen Arbeitsmediziner für seine Beschäftigung als ungeeignet erklärt wird.
 
 Der Arbeitnehmer muss jedoch eine Betriebszugehörigkeit von mindestens 10 Jahren beim Unternehmen nachweisen.
 
 N.B.: 
 Im Rahmen des beruflichen Wiedereingliederungsverfahrens sind Grenzgänger gebietsansässigen Arbeitnehmern gleichgestellt. 
  • 12. ZWEI ARTEN VON WIEDEREINGLIEDERUNGEN intern: dem Arbeitnehmer, der aus Gesundheitsgründen seinen alten Job nicht mehr ausüben kann, wird von seinem Arbeitgeber eine neue Arbeitsstelle innerhalb des Betriebs zugeteilt. extern: Ist dies nicht möglich, soll der Arbeitnehmer einen anderen Job, der seinen verbleibenden Fähigkeiten entspricht, in einem anderen Unternehmen übernehmen.
  • 13. WER GENEHMIGT EINE BERUFLICHE WIEDEREINGLIEDERUNG ? Die gemischte Kommission Versicherten Arbeitgeber ADEM Gesundheitsbehörde
  • 14. DAS WIEDEREINGLIEDERUNGS- VERFAHREN (INTERN & EXTERN) Nach sechswöchiger Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers beurteilt der kontrollärztliche Dienst der Sozialversicherung (CMSS) die Situation des Betroffenen, um die für ihn am besten geeignete Regelung zu finden. Ein Formular (R4) wird vom Amt an den Arbeitnehmer geschickt. Der Arbeitnehmer hat daraufhin das R4- Formular seinem behandelnden Arzt vorzulegen, der es in ausführlicher Weise auszufüllen und an die CNS zurückzusenden hat. Auf der Grundlage dieses R4-Formulars nimmt der Arzt des «   Contrôle Médical de la Sécurité Sociale » (CMSS) eine Beurteilung der Situation des Arbeitnehmers vor, um ihn an den zuständigen Sozialversicherungszweig zu verweisen. Wenn der betroffene Arbeitnehmer vermutlich unfähig sein wird, seine letzte Beschäftigung wieder aufzunehmen, dann ruft der CMSS im Einvernehmen mit dem Arbeitnehmer das Comité mixte an und informiert den Arbeitgeber darüber unter Zusendung einer Kopie des Dokuments, mit dem das Comité angerufen wird. Wenn die Unfähigkeit zur Ausübung der letzten Beschäftigung festgestellt wird, ruft der CMSS mit Einwilligung des Arbeitnehmers die gemischte Kommission und den zuständigen Arbeitsmediziner an und informiert den Arbeitgeber darüber. Nach der Anrufung der gemischten Kommission bestellt der Arbeitsmediziner den Betroffenen zu einer Untersuchung ein.
  • 15. … Anschließend gibt es 3 verschiedene Möglichkeiten: • der zuständige Arbeitsmediziner stellt die Unfähigkeit zur Ausübung der letzten Beschäftigung fest. Die Akte wird an die gemischte Kommission weitergeleitet, welche über eine interne oder externe Wiedereingliederung entscheidet. • der Arbeitsmediziner stellt die Fähigkeit zur Ausübung der letzten Beschäftigung fest und verweist die Akte an die gemischte Kommission zurück, welche die berufliche Wiedereingliederung ablehnt. Diese Entscheidung beendet den Anspruch auf Krankengeld oder den Anspruch auf eine Vollrente der Unfallversicherung, und zwar mit Wirkung ab dem Tag der Einbestellung zum Arbeitsmediziner. • der Betroffene versäumt ohne triftigen Grund die ärztliche Untersuchung durch den Arbeitsmediziner innerhalb der vorgesehenen Frist. Der Arbeitsmediziner informiert die gemischte Kommission und den CMSS über diese Weigerung. Die gemischte Kommission lehnt die berufliche Wiedereingliederung ab. Diese Entscheidung beendet den Anspruch auf Krankengeld oder den Anspruch auf eine Vollrente der Unfallversicherung, und zwar mit Wirkung ab dem Tag der Einbestellung zum Arbeitsmediziner.
  • 16. … Was den Arbeitnehmer anbelangt, der eine risikobehaftete Beschäftigung ausübt und vom zuständigen Arbeitsmediziner für seine Beschäftigung als ungeeignet erklärt wird, ruft Letzterer die gemischte Kommission an. Beschäftigt der betreffende Arbeitgeber weniger als 25 Mitarbeiter, muss er jedoch die vorherige Einwilligung des Arbeitnehmers und des Arbeitgebers einholen. Im Falle der beruflichen Wiedereingliederung äußert sich der Arbeitsmediziner in seiner Empfehlung • zu den verbleibenden Fähigkeiten des Arbeitnehmers; • zu einer etwaigen Verminderung der Arbeitszeit oder Leistungsminderung; • zur etwaigen Anpassung der Stelle an den Arbeitnehmer; • zum vorübergehenden oder endgültigen Charakter der Arbeitsunfähigkeit; • zu den zeitlichen Abständen, zu denen sich der Arbeitnehmer zur Neubeurteilung vorstellen muss. Die gemischte Kommission kann Rehabilitierungs- oder Umschulungsmaßnahmen anordnen. Der Betroffene muss an diesen Maßnahmen teilnehmen, da die gemischte Kommission ansonsten entscheiden kann, ihm seinen Status zu abzuerkennen. Gegen Entscheidungen der gemischten Kommission können innerhalb von 40 Tagen nach der Mitteilung vor dem Schiedsgericht der Sozialversicherungen Rechtsmittel eingelegt werden.
  • 19. MERKMALE DER INTERNEN WIEDEREINGLIEDERUNG Die interne Wiedereingliederung besteht aus einer Zuweisung des Arbeitnehmers innerhalb des Unternehmens zu einem anderen Arbeitsplatz oder einer anderen Arbeitsregelung, die an seine verbleibenden Fähigkeiten angepasst sind. Die Eignung für diesen neuen Arbeitsplatz muss vom zuständigen Arbeitsmediziner festgestellt werden. Auf Empfehlung des zuständigen Arbeitsmediziners kann die interne berufliche Wiedereingliederung eine Verringerung der Arbeitszeit umfassen, die nicht mehr als die Hälfte der vor der ersten Entscheidung über die berufliche Wiedereingliederung im Arbeitsvertrag des Versicherten vorgesehenen Arbeitszeit betragen kann.  Die gemischte Kommission kann jedoch auf begründeten Antrag des Arbeitnehmers oder des Arbeitgebers die Bewilligung einer Arbeitszeitverringerung bis zu 75 % der ursprünglichen Arbeitszeit beschließen.
  • 20. KÜNDIGUNGSSCHUTZ Der Arbeitnehmer genießt, ausgenommen bei Kündigung wegen schwerwiegender Verfehlung, ab Anrufung der gemischten Kommission einen speziellen Kündigungsschutz. Dieser endet nach Ablauf des 12. Monats, der auf die Mitteilung der Entscheidung zur vorgeschriebenen internen beruflichen Wiedereingliederung an den Arbeitgeber folgt. Im Falle einer Kündigung während des besagten Zeitraums hat der Arbeitnehmer 15 Tage Zeit, um beim Arbeitsgericht die Nichtigerklärung der Kündigung und die Anordnung zur Wiedereingliederung oder zur Aufrechterhaltung seines Beschäftigungsverhältnisses zu beantragen. Nach Ablauf dieser 12-monatigen Frist ist eine ordentliche Kündigung möglich. Der Kündigungsschutz von 12 Monaten gilt nicht im Falle einer Kündigung wegen schwerwiegender Verfehlung seitens des Arbeitnehmers oder bei Ablauf eines befristeten Arbeitsvertrags. Der Schutz gilt auch nicht im Falle einer automatischen Auflösung des Arbeitsvertrags.
  • 21. MERKMALE DER EXTERNEN WIEDEREINGLIEDERUNG Wenn die gemischte Kommission eine externe berufliche Wiedereingliederung auf dem Arbeitsmarkt veranlasst, wird die betreffende Person ab dem Tag der Mitteilung der Entscheidung der gemischten Kommission automatisch bei der Abteilung für Arbeitnehmer mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit (Service des salariés à capacité de travail) der Agentur für Arbeit als arbeitsuchend gemeldet. Sie erhält Vollarbeitslosengeld, solange sie keine neue Beschäftigung gefunden hat. Im Rahmen der Zuweisung einer neuen Beschäftigung wird den eingeschränkten Kompetenzen und Fähigkeiten der Person in externer Wiedereingliederung Rechnung getragen. Der neue Arbeitgeber kann verschiedene staatliche Beihilfen beanspruchen und insbesondere bei der ADEM die teilweise Übernahme des Lohns/Gehalts der Person in externer beruflicher Wiedereingliederung beantragen sowie in den Genuss einer Steuervergünstigung gelangen.
  • 22. GARANTIEN UND PFLICHTEN IM RAHMEN DES STATUS EINER PERSON IN EXTERNER BERUFLICHER WIEDEREINGLIEDERUNG Wenn ein Arbeitnehmer eine neue Arbeitsstelle antritt, behält er seine Rechte als Person in einer externen beruflichen Wiedereingliederung, solange er die zur Ausübung der Beschäftigung, die er vor der Entscheidung ausübte, erforderlichen Fähigkeiten nicht wiedererlangt hat. Ein Arbeitnehmer in einer externen beruflichen Wiedereingliederung, der seine neue Arbeitsstelle aus von ihm nicht zu verantwortenden Gründen verliert, behält seinen Status, sofern er sich innerhalb von 20 Tagen nach Ende seines Arbeitsvertrages bei der ADEM als arbeitsuchend meldet. Kündigt er sein Arbeitsverhältnis, verliert er seinen Status.                                                                           Solange er arbeitslos ist, unterliegt die Aufrechterhaltung des Status der Bedingung, dass er weiterhin bei der ADEM als arbeitsuchend gemeldet ist. Der durch den Status Begünstigte kann zu gemeinnützigen Arbeiten beim Staat, den Gemeinden und Gemeindeverbänden, öffentlich-rechtlichen Anstalten und Stiftungen herangezogen werden.
  • 23. WEITERE ENTSCHÄDIGUNGEN IM FALLE EINER EXTERNEN WIEDEREINGLIEDERUNG (1. TEIL) Ausgleichsentschädigung: 
 
 Falls die Person in externer beruflicher Wiedereingliederung einen neuen Arbeitsplatz mit einer Vergütung antritt, die geringer ist als bei ihrem letzten Arbeitgeber, hat sie Anspruch auf eine Ausgleichsentschädigung in Höhe des Differenzbetrags zwischen diesen beiden Vergütungen, vorausgesetzt: sie wurde der neuen Beschäftigung durch die ADEM zugewiesen; sie wurde bei der Einstellungsuntersuchung für diesen neuen Arbeitsplatz für geeignet erklärt; die Arbeitszeit beträgt mindestens die Hälfte der Arbeitszeit, die im der ersten Wiedereingliederungsentscheidung vorangehenden Arbeitsverhältnis vertraglich vereinbart war. Die erforderliche Arbeitszeit kann durch die Kombination mehrerer Arbeitsplätze erreicht werden. Auf begründeten Antrag des Arbeitnehmers und Stellungnahme des Kontrollarztes der ADEM hin kann die gemischte Kommission die Arbeitszeit auf 25 % der ursprünglichen Arbeitszeit verringern. Die Ausgleichsentschädigung wird eingestellt, wenn die Bedingungen für den Anspruch auf Vorruhestand, Erwerbsminderungsrente, vorgezogene Altersrente oder Altersrente erfüllt sind.
  • 24. WEITERE ENTSCHÄDIGUNGEN IM FALLE EINER EXTERNEN WIEDEREINGLIEDERUNG (2. TEIL) Berufliche Übergangsvergütung: 
 
 Wenn die gesetzliche Höchstdauer der Zahlung des Arbeitslosengeldes, einschließlich Verlängerung, ausgeschöpft ist und die Person in externer Wiedereingliederung noch keinen neuen Arbeitsplatz gefunden hat, kann sie unter bestimmten Voraussetzungen eine berufliche Übergangsvergütung beziehen, über die die gemischte Kommission entscheidet. 
 
 Sie muss jedoch eine vom Arbeitsmediziner festgestellte mindestens zehnjährige Eignung für den letzten Arbeitsplatz oder eine Betriebszugehörigkeit von mindestens 10 Jahren nachweisen. 
 
 Die Höhe der Vergütung beträgt 80 % des durchschnittlichen rentenversicherungspflichtigen Monatseinkommens des der Wiedereingliederungsentscheidung vorangehenden Jahres, wobei dieser Betrag 150 % des sozialen Mindestlohns nicht überschreiten darf. 
 
 Solange die Übergangsvergütung gezahlt wird, muss die Person in externer beruflicher Wiedereingliederung bei der ADEM als arbeitsuchend gemeldet bleiben und für den Arbeitsmarkt bereitstehen.
 
 Der Bezieher der Vergütung muss an den angegebenen Tagen und Uhrzeiten bei der ADEM vorstellig werden. Wird ein Termin ohne triftigen Grund versäumt, verliert er für die Dauer von 7 Kalendertagen, im Wiederholungsfall für 30 Kalendertage, den Anspruch auf seine Vergütung. Erscheint er dreimal in Folge nicht, wird die Zahlung der beruflichen Übergangsvergütung endgültig eingestellt. Die gemischte Kommission entscheidet über die vorübergehende oder endgültige Einstellung. 
 
 Die Zahlung dieser Vergütung wird eingestellt, wenn der Begünstigte einen neuen Arbeitsplatz findet, ansonsten zu dem Zeitpunkt, zu dem die Bedingungen für den Anspruch auf Vorruhestand, Erwerbsminderungsrente, vorgezogene Altersrente oder Altersrente in Luxemburg oder im Ausland erfüllt sind. 
 
 Die Vergütung wird auf Entscheidung der gemischten Kommission nicht mehr gezahlt, wenn die Bedingungen für ihre Bewilligung nicht mehr erfüllt sind oder der Betroffene nicht an den Wiedereingliederungsmaßnahmen teilnimmt.
  • 25. LOHNKÜRZUNG INFOLGE DER INTERNEN WIEDEREINGLIEDERUNG Sofern die interne Wiedereingliederung eine Lohnkürzung mit sich bringt, hat der Arbeitnehmer Anspruch auf eine Ausgleichsentschädigung in Höhe der Differenz zwischen seiner alten und seiner neuen Vergütung. Der alte Lohn wird auf der Grundlage des vom Arbeitnehmer im Laufe der 12 der Wiedereingliederungsentscheidung unmittelbar vorangehenden Kalendermonate bezogenen monatlichen Durchschnittseinkommen berechnet. Sollte dieser Arbeitsvertrag seit weniger als 12 Monaten in Kraft sein, wird der alte Lohn berechnet, indem die durchschnittliche Beitragsbemessungsgrenze für die vollen Kalendermonate mit 12 multipliziert wird. Die Ausgleichsentschädigung ist sozialbeitrags- und steuerpflichtig. Sie wird eingestellt, wenn die Bedingungen für den Anspruch auf Vorruhestand, Erwerbsminderungsrente, vorgezogene Altersrente oder Altersrente erfüllt sind.
  • 26. PERIODISCHE NEUBEURTEILUNG DURCH DEN ARBEITSMEDIZINER Ein in interner beruflicher Wiedereingliederung befindlicher Arbeitnehmer kann vom zuständigen Arbeitsmediziner neu beurteilt werden: entweder entsprechend den in der Empfehlung nach der Anrufung angegeben zeitlichen Abständen (wenn bei der ersten Untersuchung der Arzt davon ausgegangen war, dass die Einschränkungen vorübergehend sind, und er einen Zeitpunkt angegeben hatte, zu dem er eine Neubewertung innerhalb von höchstens 2 Jahren vornehmen würde); oder auf Antrag des Vorsitzenden der gemischten Kommission Falls er wieder eine Arbeit aufgenommen hat und eine Verminderung der Arbeitszeit oder eine Anpassung des Arbeitsplatzes erforderlich wird, ruft der Arbeitsmediziner die gemischte Kommission an, damit sie eine Entscheidung über diese Anpassungen trifft. Wenn der Arbeitsmediziner feststellt, dass die Verminderung der Arbeitszeit medizinisch nur noch teilweise oder in ihrer Gesamtheit nicht mehr begründet ist, ruft er die gemischte Kommission an, die über die Arbeitszeit befindet. Diese Entscheidung tritt erst nach einer Frist von 6 Monaten nach ihrer Mitteilung in Kraft. Wenn der Arbeitsmediziner feststellt, dass der Arbeitnehmer die erforderlichen Fähigkeiten zur Ausübung von mit seiner letzten Beschäftigung vergleichbaren Tätigkeiten wiedererlangt hat, bevor die Entscheidung über die interne berufliche Wiedereingliederung getroffen wird, ruft er die gemischte Kommission an, die über den Verlust des Sonderstatus und gegebenenfalls die Einstellung der Ausgleichsentschädigung entscheidet. Diese Entscheidung tritt erst nach einer Frist von 6 Monaten nach ihrer Mitteilung in Kraft. Ein Arbeitnehmer, der sich der ärztlichen Neubeurteilung entzieht, muss damit rechnen, dass die gemischte Kommission ihm den Status einer Person in beruflicher Wiedereingliederung entzieht und die Sperrung der damit verbundenen Geldleistungen verfügt, die mit dem Zeitpunkt der Mitteilung in Kraft tritt.
  • 27. GUT ZU WISSEN Unmöglichkeit der internen Wiedereingliederung
 Wenn eine interne Wiedereingliederung nicht möglich ist, beschließt die gemischte Kommission eine externe Wiedereingliederung und der Arbeitnehmer wird von Amts wegen bei der Abteilung für Arbeitnehmer mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit der ADEM arbeitsuchend gemeldet. Letzterer gelangt bis zur externen Wiedereingliederung in den Genuss des vollen Arbeitslosengeldes. Ablehnung einer internen Wiedereingliederung:
 Lehnt der Arbeitgeber die von der gemischten Kommission ordnungsgemäß festgestellte interne berufliche Wiedereingliederung ab, kann der Arbeitnehmer von der gemischten Kommission verlangen, eine Entscheidung zur externen beruflichen Wiedereingliederung zu treffen. Ende des unbefristeten Arbeitsvertrags
 Ein in interner beruflicher Wiedereingliederung befindlicher Arbeitnehmer, der seinen Arbeitsplatz aufgrund der Einstellung der Geschäftstätigkeit seines Arbeitgebers oder einer Massenentlassung verliert, hat das Recht, innerhalb von 20 Tagen ab dem Ende des Arbeitsvertrags die gemischte Kommission zwecks externer beruflicher Wiedereingliederung anzurufen.
 
 Kündigt er sein Arbeitsverhältnis, verliert er seinen Status als Person in beruflicher Wiedereingliederung. Ende des befristeten Arbeitsvertrags
 Die Einleitung des Verfahrens zur internen Wiedereingliederung verhindert nicht das Ablaufen eines befristeten Arbeitsvertrags.
  • 29. Outplacement ist die engl. Bezeichnung für "Außenvermittlung". Darunter versteht man Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung. 
 
 Outplacemant wird in der Regel von Unternehmen angeboten, die einem Mitarbeiter / einer Mitarbeiterin kündigen. 
 
 Die betroffene Person wird beraten und gefördert, wenn möglich bis zu einem neuen Vertragsabschluss bei einem anderen Unternehmen. 
 
 Outplacemant oder Außenvermittlung nützt den Arbeitnehmern und stärkt gleichzeitig das Image des entlassenden Unternehmens.
  • 30. WER BRAUCHT OUTPLACEMENT UND WARUM? Es gibt eine Reihe von Gründen, warum Unternehmen Mitarbeiter entlassen (müssen). Dazu gehören: Insolvenz Firmenübernahme Verlagerung von Produktionsteilen an andere Standorten Absatzschwierigkeiten / Gewinneinbrüche Rationalisierung Der umstrittenste Bereich ist sicherlich die Rationalisierung. Dabei sollen in der Regel Mitarbeiter entlassen werden, um Kosten zu sparen. Hintergrund ist die Steigerung des Gewinns, was bei Aktiengesellschaften sicherlich stets hochumstritten ist. Wem gegenüber ist ein Unternehmen mit seiner Unternehmensphilosophie verpflichtet? Den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern - oder den Aktionären. Da Kündigungen stets erklärungsbedürftig sind - und gerade ältere Mitarbeiter mit dem Wegfall des regelmäßigen Einkommens ihre Lebensperspektive verlieren, beauftragen manche Unternehmen Outplacemnt-Experten. Diese beraten auf allen Seiten und steuern den Kündigungsprozess. Der Arbeitgeber überträgt damit eine lästige und schwierige Verantwortung. Das kostet zwar eine Menge Geld - aber aus Imagegründen ist es oft besser, dieses Geld zu investieren, als negative Publicity anzuhäufen. Mit Hilfe der Outplacemant-Berater wird die Kündigung zu einer "gütlichen Trennung".
  • 33. Danke für ihre Aufmerksamkeit Quellen: Code du Travail http://legilux.public.lu/eli/etat/leg/loi/2015/07/23/n2/jo http://www.guichet.public.lu/citoyens/de/sante-social/accident-maladie/maladie/reclassement-interne/index.html http://www.guichet.public.lu/citoyens/de/travail-emploi/incapacite-travail/incapacite-exercice-dernier-poste/reclassement-externe/index.html http://www.guichet.public.lu/entreprises/de/sante-securite/accident-maladie/reclassement/reclassement-professionnel/index.html http://www.adem.public.lu/de/demandeurs-demploi/salaries-capacite-travail-reduite/lancer-procedure/index.html http://www.adem.public.lu/fr/demandeurs-demploi/salaries-capacite-travail-reduite/lancer-procedure/Shema-STCTR-1.pdf http://www.adem.public.lu/fr/demandeurs-demploi/salaries-capacite-travail-reduite/lancer-procedure/Shema-STCTR2.pdf http://www.itm.lu/de/home/faq/ddt/chomage/reclassement.html https://www.wort.lu/de/lokales/stress-am-arbeitsplatz-jeder-fuenfte-nah-am-burn-out-507639c9e4b0862881f46124