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Wie untersucht ein Chemiekonzern den Meinungs- und Diskussionscocktail im Social Web?   Andreas Fitger Communications & Government Relations BASF Group BASF SE, Ludwigshafen
Übersicht  Das Unternehmen im Kurzüberblick Ausgangslage  Wozu Web- und Social Media Monitoring?  Social Media Monitoring: Was genau ist die Aufgabenstellung? Schritt für Schritt zu einer systematischen Vorgehensweise Erste Lösungsansätze – zunächst pragmatisch
Das Unternehmen im Überblick BASF –  The Chemical Company Das weltweit führende  Chemieunternehmen Bietet intelligente Systemlösungen  und hochwertige Produkte  für fast alle Branchen   Umsatz 2008: 62.304 Millionen € Ergebnis der Betriebstätigkeit  (EBIT) 2008: 6.463 Millionen € Mitarbeiter  (31.12.2008): 96.924
Das Unternehmen im Überblick   BASF ist weltweit aktiv Bedeutender Chemieproduktionsstandort Verbundstandort Nanjing Kuantan Ludwigshafen Antwerpen Freeport Geismar
Das Unternehmen im Überblick   Segmentstruktur der BASF Oil & Gas Construction Chemicals Chemicals Plastics Functional Solutions Performance Products Inorganics Petro- chemicals Inter- mediates Performance Chemicals Coatings Acrylics & Dispersions Performance Polymers Poly- urethanes Crop Protection Agricultural Solutions Oil & Gas Care Chemicals Catalysts
Ausgangslage Was muss BASF von der  Außenwelt  wissen ? BASF ist ein weltweit operierender Chemiekonzern, gekennzeichnet durch Merkmale wie  ein großes Produktportfolio vielfältige Kundenbranchen und Zielmärkte eine komplexe, globale Organisation Aktivitäten in unterschiedlichen Kulturkreisen Mitarbeiter mit unterschiedlichen Qualifikationen und Nationalitäten viele Innovationsfelder hoher Innovations- und Veränderungsdruck unterschiedliche Stakeholdergruppen
Ausgangslage Wozu Web- und Social Media Monitoring? (1) BASF hat also eine große Oberfläche zur Außenwelt, die sich durch die Verbreitung der Mitmachmedien deutlich erweitert BASF sieht sich mit einer Vielzahl von relevanten Themen, Veränderungsprozessen, Meinungen und Reputationsrisiken konfrontiert daher gilt: Das Unternehmen muss sensibler, schneller und umfangreicher als bisher Ideen und Impulse von außen wahrnehmen, aufnehmen und verarbeiten könne Aus Sicht der Unternehmenskommunikation besonders interessant: Risiken für die Unternehmensreputation Positionierungschancen und -risiken Meinungsspektrum zu bestimmten Themen
Ausgangslage Wozu Web- und Social Media Monitoring? (2) BASF hat seit Jahrzehnten eine klassische Medienbeobachtung, um die Führungskräfte über wichtige Vorgänge in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zu informieren, aber … Im Internet hat sich sukzessive eine neue Form von Öffentlichkeit entwickelt. Auch hier finden Meinungsbildungsprozesse und Wissensvermittlung statt Wissenschaftliche Institutionen wie z.B. Think Tanks, nationale und internationale Organisationen, Verbände, Expertengruppen usw. publizieren immer häufiger direkt via Internet Die neuen Interaktionsmöglichkeiten im Web stärken die Stakeholder und machen Firmen verwundbarer  Nachrichten und Meinungen verbreiten sich schneller und universeller: Für Unternehmen nimmt die Reaktionsunsicherheit zu, die Reaktionszeit schrumpft  Traditionelle Medienbeobachtung reicht längst nicht mehr aus, um wichtige Impulse aus der Außenwelt aufzunehmen
„ Internetmedien“  ... haben andere Eigenschaften als etablierte Medien ... publizieren in anderen Rhythmen als etablierte Medien ... liegen in sehr großer Zahl und Vielfalt vor  Daher sind systematische* Vorgehensweisen und Tools nötig um ... relevante Quellen zu ermitteln ... relevante Quellen quantitativ und qualitativ zu bewerten ... relevante Quellen längerfristig zu überwachen ... Fundstellen bedarfsgerecht aufzubereiten * Hinweis: Eine systematische, nachvollziehbare Vorgehensweise ist in einem von Naturwissenschaftlern geprägten Unternehmen dringend zu empfehlen ;-)   Social Media Monitoring   Was genau ist die Aufgabenstellung?
Die Beobachtung der Internetmedien wirft eine Reihe von Fragen auf: Wie ermittelt und beurteilt man die neuen Quellengattungen im Web?  Welche Quellen, Akteure, Themen Meinungen und Meinungsbildungsprozesse sind relevant bzw. könnten relevant werden?  Wie kann man das dynamische Geschehen in Social Media sinnvoll, kontinuierlich und systematisch beobachten? Welche Beurteilungs- bzw. Qualitätskriterien kann man anwenden? Wie „verarbeitet“ man die gewonnenen Informationen angemessen? Wie überzeugt man Skeptiker von der Relevanz der Social-Media-Fundstücke?  Wie bewältigt man das Monitoring mit chronisch knappen Personal- und Zeitressourcen? Make or Buy: Welche Beurteilungskompetenz muss man aufbauen, um ggf. qualifizierte Dienstleister ermitteln und steuern zu können? Social Media Monitoring   Schritt für Schritt zur systematischen Vorgehensweise
Die Aufgabe  Quellen ermitteln, bewerten und beobachten  setzt sich aus zwei Kern-Aktivitäten zusammen, die aufeinander aufbauen: A) Quellen-Qualifizierung  (temporäre Aufgabe) Geeignete Quellen ermitteln, befristet beobachten und Ergebnisse bewerten  Resultate sind intellektuell nach definierten Kriterien zu bewerten. Nach befristeter Beobachtungsphase erfolgt Entscheidung, welche Quellen dauerhaft zu überwachen sind. Qualitätskriterien dieser Quellen werden dokumentiert.  B) Quellen-Monitoring  (kontinuierliche Aufgabe) in Stufe A) selektierte Quellen systematisch beobachten  Die Monitoring-Ergebnisse fließen in einen redaktionellen Prozess ein. Sie sind häufig erklärungsbedürftig und werden daher überarbeitet und ggf. kontextualisiert, kommentiert bzw. bewertet. Social Media Monitoring   Aufgabenstellung am Beispiel Quellenbearbeitung
Einweg-Kommunikation: Non Governmental Organizations – NGOs (z. B. Greenpeace)  Institutionelle Webseiten (z. B. DIW, OECD) Think Tanks (z. B. Aspen-Istitute, Wuppertal Institut) Interaktion (Mitmachmedien): Weblogs (z. B. Spreeblick) Wikis (z. B. Wikipedia) Virtuelle Communities (z. B. Xing, Facebook) Videoportale (z. B. Youtube) Mailinglisten (z. B. Attac-Listen) Leserkommentare (Online-Präsenzen der Printmedien) Lösungsansätze für Social Media Monitoring Differenzierung der Quellengattungen (1)
Lösungsansätze für Social Media Monitoring Differenzierung der Quellengattungen (2) Außermediale  Quellen Weblogs Social Networks Newsgroups,  Think Tanks,  Mailinglisten Suchabfragen bei  speziellen Suchmaschinen Themenblogs  (Experten-Funktion) Gatekeeper-Blogs und Aggregations- Dienste (Review-Funktion) z.B. Twitter z.B. Technorati  Mediale  Quellen z.B.  [email_address] netzwerk.de
Mögliche Indikatoren für die qualitative Bewertung einer Quelle: Aktualisierungsfrequenz/Publikationsverhalten (wie aktiv ist die Quelle, wie häufig werden neue Inhalte publiziert?) Hintergrundinformationen über Autor bzw. Institution  (Bekanntheit, Renommee, Kompetenzen, weitere Aktivitäten, Expertise, bei Institutionen Träger bzw. Initiator ...) Exklusivität der Inhalte   (z. B. Studien) Qualität der Inhalte   (differenziert/einseitig, wissenschaftlich/journalistisch/populär, Meinung, Expertise, Extrempositionen ...) Vernetzung der Quelle (sofern über Verlinkungen/Verweise erkennbar) Durch Quelle abgedecktes Themenspektrum   (Themenaffinität, Expertise) Einfluss der Quelle   (bei Think Tanks z.B. Beratung für Firmen, GO’s; bei Blogs z.B. Stellung in Meinungsbildungsprozessen) Potenzielle bzw. faktische (Themen-)Relevanz für BASF   Lösungsansätze für Social Media Monitoring Bewertungskriterien Quellengattungen (1)
Befund:   Ein allgemein gültiges bzw. wissenschaftlich abgesichertes Schema an Qualitätskriterien für webbasierte Informationsquellen existiert noch nicht Vielfalt der Quellen erfordert individuelle Kriteriensets je Quellengattung Folglich:   Kriteriensets sind selbst zu definieren Inhalt der Kriteriensets: Die Sets enthalten obligatorische wie auch optionale Qualitätsmerkmale. Die obligatorischen werden im Rahmen der Bewertung einer neuen Quelle grundsätzlich ermittelt und dokumentiert. Lösungsansätze für Social Media Monitoring Bewertungskriterien Quellengattungen (2)
Lösungsansätze für Social Media Monitoring Kriterienset: Beispiel Weblogs (1) Hinweise darauf, dass es der Blogger schon einmal mit einem Beitrag/Sachverhalt in die klassischen Medien geschafft hat? Medienpräsenz o Merkmale Akteure Kurzbiographie, Personenprofil oder Selbstdarstellung Informationen über Blogger/Autor –  Selbstbild  + Sofern ermittelbar. Ggf. in anderen Blogs zu finden Information über Blogger/Autor –  Fremdbild  + Vernetzung der Quelle: sites linking in  + Vernetzung der Quelle: Blogroll, Related Links  + Einschätzung des Gesamtblogs, beschreibend Inhaltliche und formale Qualität der Blogposts und Comments  o Sofern ermittelbar. Ggf. in anderen Blogs zu finden Information über Außensicht auf den Blog („About“) o Information über Selbstverständnis des Blog („About“) + i.d.Regel auf Homepage/Einstiegsseite erkennbar Aktualisierungsfrequenz + URL  des Blogs + Name  des Blogs (Blogportals) + Merkmale Quelle Bemerkungen/Erläuterungen  Weblogs  
Lösungsansätze für Social Media Monitoring Kriterienset: Beispiel Weblogs (2) [1]   Symbole: „+“ ist obligatorisch, „o“ ist optional Bemerkungen/Erläuterungen  Weblogs   Inhaltliche und formale Qualität der Blogposts und Comments  o Ist  vorgefundene Information, Meinung, Stellungnahme o.ä. dem Anschein nach exklusiv auf diesem Blog zu finden? Oder wurde etwas aus einer anderen Quelle (z.B. Medien) aufgegegriffen? Exklusivität der Inhalte / Verarbeitet der Blog Informationen aus anderen Quellen? o Wird das im konkreten Fundstück relevante Thema (These, Meinung) schon länger in diesem Blog diskutiert? Wurde es eventuell schon einmal früher diskutiert und nun erneut aufgegriffen? ... Zusatzinfo zum zeitlichen Verlauf (Historie) des Themas o Gibt es Verknüpfungen zu anderen Blogs? Falls ja, zu welchen Themen? Info zum thematischen Kontext in der Blogosphäre o Sofern in den Kommentaren ersichtlich  (in)direkte Bewertung der Blogger/Autoren durch die Kommentatoren  o Unter „Profil“ ist Beschreibung der Tonalität und Ausrichtung der Kommentare in einer Gesamtbetrachtung gemeint. Eine detaillierte, statistisch präzise Auswertung ist hier nicht gefordert  Anzahl und Profil Kommentare + URL  des Blogbeitrages + Titel  des Blogbeitrages  + Merkmale Fundstücke  
Erfahrung zeigt:  Manuelles/intellektuelles  Monitoring der Quellen und bedarfsgerechte Aufbereitung der Fundstücke bindet Personalressourcen Aufgabenstellung ist auf Dauer nur mit technischer Unterstützung effizient zu bewältigen    Einsatz geeigneter Tools, mit deren Hilfe Quellen vorselektiert und deren Publikationsverhalten (teil-)automatisiert überwacht werden kann Gegenwärtig im Testeinsatz: Komponente  Webmonitor  des Portals  ViewScope , das von  ConWeaver  (Darmstadt) und  Eucita  entwickelt wird RSS-Feeds Personelle Unterstützung: Freelancer-Team (Diplom-Online-Journalisten, Diplom-Informationswirte) Lösungsansätze für Social Media Monitoring Die Effizienzfrage
Social Media Monitoring wird stufenweise systematisiert und erweitert Potenzial: Wenn sich die Vorgehensweise bewährt, ist BASF-weiter Ausbau des Social Media Monitorings denkbar Potenzial: Aktives Online Reputation Management als Kommunikationsaufgabe Einige Fragen, die wir auf uns zukommen sehen: Wie decken wir die Vielzahl der Kulturen und Sprachen ab? Könnte Methoden wie die  Social Network Analysis  (SNA) zusätzlichen Erkenntnisgewinn bringen? Welche Rolle könnten semantische Technolgien beim Social Media Monitoring spielen? Lösungsansätze für Social Media Monitoring Zukunftsperspektive
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! [email_address] Tel. ++49-621-60-93442

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  • 1. Wie untersucht ein Chemiekonzern den Meinungs- und Diskussionscocktail im Social Web? Andreas Fitger Communications & Government Relations BASF Group BASF SE, Ludwigshafen
  • 2. Übersicht Das Unternehmen im Kurzüberblick Ausgangslage Wozu Web- und Social Media Monitoring? Social Media Monitoring: Was genau ist die Aufgabenstellung? Schritt für Schritt zu einer systematischen Vorgehensweise Erste Lösungsansätze – zunächst pragmatisch
  • 3. Das Unternehmen im Überblick BASF – The Chemical Company Das weltweit führende Chemieunternehmen Bietet intelligente Systemlösungen und hochwertige Produkte für fast alle Branchen Umsatz 2008: 62.304 Millionen € Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) 2008: 6.463 Millionen € Mitarbeiter (31.12.2008): 96.924
  • 4. Das Unternehmen im Überblick BASF ist weltweit aktiv Bedeutender Chemieproduktionsstandort Verbundstandort Nanjing Kuantan Ludwigshafen Antwerpen Freeport Geismar
  • 5. Das Unternehmen im Überblick Segmentstruktur der BASF Oil & Gas Construction Chemicals Chemicals Plastics Functional Solutions Performance Products Inorganics Petro- chemicals Inter- mediates Performance Chemicals Coatings Acrylics & Dispersions Performance Polymers Poly- urethanes Crop Protection Agricultural Solutions Oil & Gas Care Chemicals Catalysts
  • 6. Ausgangslage Was muss BASF von der Außenwelt wissen ? BASF ist ein weltweit operierender Chemiekonzern, gekennzeichnet durch Merkmale wie ein großes Produktportfolio vielfältige Kundenbranchen und Zielmärkte eine komplexe, globale Organisation Aktivitäten in unterschiedlichen Kulturkreisen Mitarbeiter mit unterschiedlichen Qualifikationen und Nationalitäten viele Innovationsfelder hoher Innovations- und Veränderungsdruck unterschiedliche Stakeholdergruppen
  • 7. Ausgangslage Wozu Web- und Social Media Monitoring? (1) BASF hat also eine große Oberfläche zur Außenwelt, die sich durch die Verbreitung der Mitmachmedien deutlich erweitert BASF sieht sich mit einer Vielzahl von relevanten Themen, Veränderungsprozessen, Meinungen und Reputationsrisiken konfrontiert daher gilt: Das Unternehmen muss sensibler, schneller und umfangreicher als bisher Ideen und Impulse von außen wahrnehmen, aufnehmen und verarbeiten könne Aus Sicht der Unternehmenskommunikation besonders interessant: Risiken für die Unternehmensreputation Positionierungschancen und -risiken Meinungsspektrum zu bestimmten Themen
  • 8. Ausgangslage Wozu Web- und Social Media Monitoring? (2) BASF hat seit Jahrzehnten eine klassische Medienbeobachtung, um die Führungskräfte über wichtige Vorgänge in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zu informieren, aber … Im Internet hat sich sukzessive eine neue Form von Öffentlichkeit entwickelt. Auch hier finden Meinungsbildungsprozesse und Wissensvermittlung statt Wissenschaftliche Institutionen wie z.B. Think Tanks, nationale und internationale Organisationen, Verbände, Expertengruppen usw. publizieren immer häufiger direkt via Internet Die neuen Interaktionsmöglichkeiten im Web stärken die Stakeholder und machen Firmen verwundbarer Nachrichten und Meinungen verbreiten sich schneller und universeller: Für Unternehmen nimmt die Reaktionsunsicherheit zu, die Reaktionszeit schrumpft  Traditionelle Medienbeobachtung reicht längst nicht mehr aus, um wichtige Impulse aus der Außenwelt aufzunehmen
  • 9. „ Internetmedien“ ... haben andere Eigenschaften als etablierte Medien ... publizieren in anderen Rhythmen als etablierte Medien ... liegen in sehr großer Zahl und Vielfalt vor Daher sind systematische* Vorgehensweisen und Tools nötig um ... relevante Quellen zu ermitteln ... relevante Quellen quantitativ und qualitativ zu bewerten ... relevante Quellen längerfristig zu überwachen ... Fundstellen bedarfsgerecht aufzubereiten * Hinweis: Eine systematische, nachvollziehbare Vorgehensweise ist in einem von Naturwissenschaftlern geprägten Unternehmen dringend zu empfehlen ;-) Social Media Monitoring Was genau ist die Aufgabenstellung?
  • 10. Die Beobachtung der Internetmedien wirft eine Reihe von Fragen auf: Wie ermittelt und beurteilt man die neuen Quellengattungen im Web? Welche Quellen, Akteure, Themen Meinungen und Meinungsbildungsprozesse sind relevant bzw. könnten relevant werden? Wie kann man das dynamische Geschehen in Social Media sinnvoll, kontinuierlich und systematisch beobachten? Welche Beurteilungs- bzw. Qualitätskriterien kann man anwenden? Wie „verarbeitet“ man die gewonnenen Informationen angemessen? Wie überzeugt man Skeptiker von der Relevanz der Social-Media-Fundstücke? Wie bewältigt man das Monitoring mit chronisch knappen Personal- und Zeitressourcen? Make or Buy: Welche Beurteilungskompetenz muss man aufbauen, um ggf. qualifizierte Dienstleister ermitteln und steuern zu können? Social Media Monitoring Schritt für Schritt zur systematischen Vorgehensweise
  • 11. Die Aufgabe Quellen ermitteln, bewerten und beobachten setzt sich aus zwei Kern-Aktivitäten zusammen, die aufeinander aufbauen: A) Quellen-Qualifizierung (temporäre Aufgabe) Geeignete Quellen ermitteln, befristet beobachten und Ergebnisse bewerten  Resultate sind intellektuell nach definierten Kriterien zu bewerten. Nach befristeter Beobachtungsphase erfolgt Entscheidung, welche Quellen dauerhaft zu überwachen sind. Qualitätskriterien dieser Quellen werden dokumentiert. B) Quellen-Monitoring (kontinuierliche Aufgabe) in Stufe A) selektierte Quellen systematisch beobachten  Die Monitoring-Ergebnisse fließen in einen redaktionellen Prozess ein. Sie sind häufig erklärungsbedürftig und werden daher überarbeitet und ggf. kontextualisiert, kommentiert bzw. bewertet. Social Media Monitoring Aufgabenstellung am Beispiel Quellenbearbeitung
  • 12. Einweg-Kommunikation: Non Governmental Organizations – NGOs (z. B. Greenpeace) Institutionelle Webseiten (z. B. DIW, OECD) Think Tanks (z. B. Aspen-Istitute, Wuppertal Institut) Interaktion (Mitmachmedien): Weblogs (z. B. Spreeblick) Wikis (z. B. Wikipedia) Virtuelle Communities (z. B. Xing, Facebook) Videoportale (z. B. Youtube) Mailinglisten (z. B. Attac-Listen) Leserkommentare (Online-Präsenzen der Printmedien) Lösungsansätze für Social Media Monitoring Differenzierung der Quellengattungen (1)
  • 13. Lösungsansätze für Social Media Monitoring Differenzierung der Quellengattungen (2) Außermediale Quellen Weblogs Social Networks Newsgroups, Think Tanks, Mailinglisten Suchabfragen bei speziellen Suchmaschinen Themenblogs (Experten-Funktion) Gatekeeper-Blogs und Aggregations- Dienste (Review-Funktion) z.B. Twitter z.B. Technorati Mediale Quellen z.B. [email_address] netzwerk.de
  • 14. Mögliche Indikatoren für die qualitative Bewertung einer Quelle: Aktualisierungsfrequenz/Publikationsverhalten (wie aktiv ist die Quelle, wie häufig werden neue Inhalte publiziert?) Hintergrundinformationen über Autor bzw. Institution (Bekanntheit, Renommee, Kompetenzen, weitere Aktivitäten, Expertise, bei Institutionen Träger bzw. Initiator ...) Exklusivität der Inhalte (z. B. Studien) Qualität der Inhalte (differenziert/einseitig, wissenschaftlich/journalistisch/populär, Meinung, Expertise, Extrempositionen ...) Vernetzung der Quelle (sofern über Verlinkungen/Verweise erkennbar) Durch Quelle abgedecktes Themenspektrum (Themenaffinität, Expertise) Einfluss der Quelle (bei Think Tanks z.B. Beratung für Firmen, GO’s; bei Blogs z.B. Stellung in Meinungsbildungsprozessen) Potenzielle bzw. faktische (Themen-)Relevanz für BASF Lösungsansätze für Social Media Monitoring Bewertungskriterien Quellengattungen (1)
  • 15. Befund: Ein allgemein gültiges bzw. wissenschaftlich abgesichertes Schema an Qualitätskriterien für webbasierte Informationsquellen existiert noch nicht Vielfalt der Quellen erfordert individuelle Kriteriensets je Quellengattung Folglich: Kriteriensets sind selbst zu definieren Inhalt der Kriteriensets: Die Sets enthalten obligatorische wie auch optionale Qualitätsmerkmale. Die obligatorischen werden im Rahmen der Bewertung einer neuen Quelle grundsätzlich ermittelt und dokumentiert. Lösungsansätze für Social Media Monitoring Bewertungskriterien Quellengattungen (2)
  • 16. Lösungsansätze für Social Media Monitoring Kriterienset: Beispiel Weblogs (1) Hinweise darauf, dass es der Blogger schon einmal mit einem Beitrag/Sachverhalt in die klassischen Medien geschafft hat? Medienpräsenz o Merkmale Akteure Kurzbiographie, Personenprofil oder Selbstdarstellung Informationen über Blogger/Autor – Selbstbild + Sofern ermittelbar. Ggf. in anderen Blogs zu finden Information über Blogger/Autor – Fremdbild + Vernetzung der Quelle: sites linking in + Vernetzung der Quelle: Blogroll, Related Links + Einschätzung des Gesamtblogs, beschreibend Inhaltliche und formale Qualität der Blogposts und Comments o Sofern ermittelbar. Ggf. in anderen Blogs zu finden Information über Außensicht auf den Blog („About“) o Information über Selbstverständnis des Blog („About“) + i.d.Regel auf Homepage/Einstiegsseite erkennbar Aktualisierungsfrequenz + URL des Blogs + Name des Blogs (Blogportals) + Merkmale Quelle Bemerkungen/Erläuterungen Weblogs  
  • 17. Lösungsansätze für Social Media Monitoring Kriterienset: Beispiel Weblogs (2) [1] Symbole: „+“ ist obligatorisch, „o“ ist optional Bemerkungen/Erläuterungen Weblogs   Inhaltliche und formale Qualität der Blogposts und Comments o Ist vorgefundene Information, Meinung, Stellungnahme o.ä. dem Anschein nach exklusiv auf diesem Blog zu finden? Oder wurde etwas aus einer anderen Quelle (z.B. Medien) aufgegegriffen? Exklusivität der Inhalte / Verarbeitet der Blog Informationen aus anderen Quellen? o Wird das im konkreten Fundstück relevante Thema (These, Meinung) schon länger in diesem Blog diskutiert? Wurde es eventuell schon einmal früher diskutiert und nun erneut aufgegriffen? ... Zusatzinfo zum zeitlichen Verlauf (Historie) des Themas o Gibt es Verknüpfungen zu anderen Blogs? Falls ja, zu welchen Themen? Info zum thematischen Kontext in der Blogosphäre o Sofern in den Kommentaren ersichtlich (in)direkte Bewertung der Blogger/Autoren durch die Kommentatoren o Unter „Profil“ ist Beschreibung der Tonalität und Ausrichtung der Kommentare in einer Gesamtbetrachtung gemeint. Eine detaillierte, statistisch präzise Auswertung ist hier nicht gefordert Anzahl und Profil Kommentare + URL des Blogbeitrages + Titel des Blogbeitrages + Merkmale Fundstücke  
  • 18. Erfahrung zeigt: Manuelles/intellektuelles Monitoring der Quellen und bedarfsgerechte Aufbereitung der Fundstücke bindet Personalressourcen Aufgabenstellung ist auf Dauer nur mit technischer Unterstützung effizient zu bewältigen  Einsatz geeigneter Tools, mit deren Hilfe Quellen vorselektiert und deren Publikationsverhalten (teil-)automatisiert überwacht werden kann Gegenwärtig im Testeinsatz: Komponente Webmonitor des Portals ViewScope , das von ConWeaver (Darmstadt) und Eucita entwickelt wird RSS-Feeds Personelle Unterstützung: Freelancer-Team (Diplom-Online-Journalisten, Diplom-Informationswirte) Lösungsansätze für Social Media Monitoring Die Effizienzfrage
  • 19. Social Media Monitoring wird stufenweise systematisiert und erweitert Potenzial: Wenn sich die Vorgehensweise bewährt, ist BASF-weiter Ausbau des Social Media Monitorings denkbar Potenzial: Aktives Online Reputation Management als Kommunikationsaufgabe Einige Fragen, die wir auf uns zukommen sehen: Wie decken wir die Vielzahl der Kulturen und Sprachen ab? Könnte Methoden wie die Social Network Analysis (SNA) zusätzlichen Erkenntnisgewinn bringen? Welche Rolle könnten semantische Technolgien beim Social Media Monitoring spielen? Lösungsansätze für Social Media Monitoring Zukunftsperspektive
  • 20. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! [email_address] Tel. ++49-621-60-93442