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Was zeichnet die
Führungskraft der
Zukunft aus?




     netmedia Blogparade
Was zeichnet die
Führungskraft
der Zukunft aus?
Vorwort                         „Was Führungskräfte unbedingt lernen sollten? 

                                Dass sie omnipräsent, aber abschaltbar sein sollen.“

                                -Karla (15), Schülerin


                                Das Zitat trifft Sie in Ihrem Verständnis von Führung? Dann ist dieses E-Book
                                genau das Richtige für Sie. Digitale Kommunikation verändert unsere
                                Gesellschaft und unseren Arbeitsplatz auf dramatische Weise und stellt
                                Manager vor neue Herausforderungen. Wie ändert sich die Rolle von
                                Führungskräften in Unternehmen? Welche Bedeutung haben Motivation und
                                Wertschätzung in der sozial vernetzten Arbeitswelt?

                                In der Blogparade1 „Was zeichnet die Führungskraft der Zukunft aus?“
          Bianca Gade
          haben sich Autoren diesen Fragen aus ganz verschiedenen Perspektiven
          gade@netmedia.de
     genähert. Herausgekommen ist eine breite Sicht auf die Qualifikation und
          @chiliconcharme       das Selbstverständnis der Führungskräfte von morgen. Was die Beiträge
                                auch zeigen: Die Welt der vernetzten Kommunikation ist für Mitarbeiter und
                                Kunden heute schon Alltag - Zeit, dass sich auch unser Verständnis von
                                Führung der sozialen vernetzen Welt anpasst.
          Tobias Mitter

          mitter@netmedia.de
   Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre und freuen uns über Ihre
          @tobiasmitter         Kommentare und Gedanken zu dem Thema: www.netmedia.de

                                                                                       1   Begriffsklärung s. Glossar.




                                                                                                                    ii
Kapitel 1



Innen-
ansichten

Uwe Hauck, Referent Online Marketing

Boris Borchert, Spezialist für Social Marketing,
Webtrends und Rechtsthemen

Dirk Hellmuth, Trend- und Innovationscoach

Astrid Christofori, Rechtsanwältin & Mediatorin

Ben Bensen, Texter & Konzepter

Tobias Mitter, Consultant Soziale Vernetzung
@bicyclist

Uwe Hauck

ÜBER DEN AUTOR                                      Die Führungskraft der Zukunft? Eine interessante Frage, sehe ich doch durch die
                        Uwe Hauck hat               zunehmende Verschmelzung von Beruf und Privat, oder wie ich es nenne die Work
                        Computerlinguistik und      Life Integration die klassischen Hierarchien verflachen. Für mich ist die
                        Künstliche Intelligenz an   Führungskraft der Zukunft zuallererst Coach, Berater, der sein Team unterstützt in
                        der Universität
                                                    der meist selbständigen Erledigung ihrer Ziele. Denn für mich zeichnet sich für die
                        Osnabrück studiert und
                        arbeitet zur Zeit als       Zukunft ein Bild ab, das viel mehr von Projektarbeit geprägt sein wird. In dem es
                        Referent Online             die typischen Teams immer seltener geben wird.
                        Marketing bei einer
großen Bausparkasse. Er bezeichnet sich             Bereits heute motiviere ich mich am besten selbst, in dem ich mich mit Aufgaben
nicht als Digital Native, sondern als frühen        befasse, die mich begeistern, in dem ich in jeder neuen Herausforderung die
Digital Early Adopter.
                                                    Chancen sehe, etwas auf die Beine zu stellen und mich durch meine Leistung zu
In seinem Blog sammelt er was er im Netz an         beweisen. Der Präsenzgedanke des Mitarbeiters, der für seine Führungskraft stets
Relevantem, Interessantem und auch
                                                    sichtbar und verfügbar ist, wird in der Zukunft immer mehr einer Situation weichen,
Merkwürdigen auf seinen abendlichen
Surfstreifzügen durchs Netz zu den                  in der wir verschiedenen “Herren” dienen und ggf. auch teilselbständig arbeiten.
Themengebieten Gesellschaft, Kunst und
Technologie findet.                                  Insofern ist die Rolle der Führung in der Zukunft mehr eine integrative, weniger
                                                    eine überwachend kontrollierende. Die Führungskraft der Zukunft sorgt für ein
http://www.livingthefuture.de/
                                                    kommunikatives Umfeld, versucht, als Mediator und Coach zu agieren. Und ja, in
                                                    bestimmten Arbeitsumfeldern wird der Bedarf an Führungskräften auch massiv
                                                    sinken, wo sich Teams immer wieder neu anhand der Aufgabe zusammensetzen
                                                    und der einzelne nicht mehr Teil eines Teams, sondern Teil einer Gruppe von
                                                    Experten mit einer bestimmten Skillpalette ist.


                                                                                                                                          4
Motivation ist für mich schon immer nur dann wirklich positiv,         Nochmal, die Führungskraft der Zukunft wird es noch geben, aber
wenn sie intrinsisch, also aus der Person heraus kommt. Sei es,        sie wird deutlich weniger führen und deutlich intensiver Coachen.
weil sie die Möglichkeit bietet, die eigenen Fähigkeiten zu            Ggf. gar zum Wohle des Mitarbeiters auch mal darauf achten,
präsentieren, sei es, weil sie zu Erfolgserlebnissen führt. Geld und   dass nicht zu viel gearbeitet wird. Denn meiner Ansicht nach
Sachwerte können maximal die sozial absichernde Basis bieten.          besteht bei Modellen wie der Vertrauensarbeitszeit das grössere
                                                                       Problem nicht in der Ausbeutung der Mitarbeiter durch die
Alles, was darüber hinaus geht, bedeutet für mich nicht
                                                                       Vorgesetzten (diese haben oft schon heute durchaus das
zwangsweise ein mehr an Motivation. Dazu existiert auch ein
                                                                       Bewußtsein entwickelt, dass ein ausgebrannter Mitarbeiter auch
wunderbares Video bei TED mit dem bezeichnenden Titel “What
                                                                       dem Unternehmen schadet) sondern vielmehr in der Ausbeutung
really motivates us”.
                                                                       der Mitarbeiter durch sich selbst. Denn wer in seiner Arbeit
Ich empfehle es jedem, der glaubt, nur alleine durch finanzielle        aufgeht, wer hochmotiviert an neuen Lösungen arbeitet, tendiert
Anreize könne man kreative, innovative Ergebnisse erzielen.            viel zu leicht dazu, die Zeit zu vergessen und letztlich damit auch
Gerade mit der zunehmenden Zahl an Freiberuflern bzw.                   die eigene Gesundheit.
Menschen, die nahe an einer freiberuflichen Arbeit agieren wird
die intrinsische Motivation aus sich selbst heraus immer wichtiger.

Und auch bei der Frage, was Führungskräfte von sozialen Medien
lernen können, ist eines ganz klar. Die Führungskraft der Zukunft
muss zum einen mit einem massiven Kontrollverlust leben
(können), da sich ihre “Untergebenen” immer stärker
untereinander und über Hierarchien und Teams hinweg vernetzen
werden. Aber wenn sie die Chancen nutzt und diese
Vernetzungsmöglichkeiten selbst aktiv nutzt, kann sie Projekten
wichtige Impulse geben, und durch Vernetzung schnellere
Lösungen und Optimierungen in der Zusammenarbeit initiieren.




                                                                                                                                             5
ImmobilienScout24

Boris Borchert

ÜBER DEN AUTOR                                                                          Die netmedianer haben zu einer Blogparade
                       Boris hat 2007 im                                                mit dem Thema Führungskraft der 

                       Onlinemarketing als                                              Gern beteilige ich mich an diesem Thema
                       Redakteur bei                                                    und auch unser Personalchef Lars Schmidt
                       Immobilienscout24
                       angefangen und
                                                                                        wird in einem Statement auf die
                       betreute bereits den                                             Herausforderungen eingehen.
                       Umzug von
                       ImmobilienScout24 in                                             Die Frage ist eigentlich, warum eine
die jetzige Location in der Andreasstraße mit                                           Führungskraft in der Zukunft anders sein
einem Umzugsblog.
                                                                                        sollte als derzeit. Ich glaube, dass wir bei
Er ist Spezialist für Social Marketing,         ImmobilienScout24 glücklicherweise bereits in dieser Zukunft arbeiten.
Webtrends und Rechtsthemen. Boris
verantwortet das Unternehmensblog von           Für mich ist eine zukunftsorientierte Führungskraft eine Person, die bereits bei der
ImmobilienScount24 als Chefredakteur.           Auswahl eigener Mitarbeiter darauf achtet, dass diese eine hohe Expertise
http://blog.immobilienscout24.de                mitbringen und sich gut ins vorhandene Team einfügen.

                                                Sie ist sich nicht zu schade, Mitarbeiter einzustellen, die besser als sie selbst sein
                                                könnten um die Leistung des gesamten Teams zu steigern.

                                                Die Führungskraft ist ein starker Motivator, die eigene Leistung der Mitarbeiter zu
                                                verbessern. Das gelingt unter anderem durch gutes Feedback zur gezeigten
                                                Leistung. Es werden Möglichkeiten erdacht, wie der einzelne Mitarbeiter durch
                                                Weiterbildung und Übernahme verantwortungsvoller Projekte seine Arbeit in Wert
                                                und Leistung weiter optimieren kann.


                                                                                                                                         6
Die Führungskraft der Zukunft sieht eine angemessene Bezahlung
ebenso als selbstverständlich an  wie eine gesunde „Work-Life
Balance“.

Bei Konflikten innerhalb des Teams agiert sie als Mediator.

Ich habe unserem Personalchef Lars Schmidt auch noch um
seine Sichtweise zur  Führungskraft der Zukunft gebeten und er
war so freundlich, sie mir mitzuteilen:

„Die Führungskraft der Zukunft muss noch viel mehr als heute
lernen, „loszulassen“. Anders kann das Ziel Menschen in cross-
funktionalen Teams ihr Wissen kreativ miteinander einzusetzen,
nicht effektiv erreicht werden.

Während die Führungskraft in klassischen Managementansätzen
vornehmlich mit Zielvorgaben und –kontrollen beschäftigt ist,
erweitert sich das Anforderungsspektrum an sie zukünftig sehr
stark in Richtung einer Coaching-Rolle zur Entwicklung von
Selbstorganisations-Skills und Innovationsfähigkeit der
Mitarbeiter.

Führungskräfte mit ausgeprägten Motivations- und
Begeisterungsfähigkeiten waren schon immer erfolgreicher als
emotionsfreie Befehlsgeber. Doch zukünftig wird die erfolgreiche
Anwendung dieser Eigenschaften zur zwingenden
Grundvoraussetzung anstatt nur das Sahnehäubchen
darzustellen, welches gute von sehr guten Managern
unterscheidet.“

                                                                   7
@dhellmuth

Dirk Hellmuth

ÜBER DEN AUTOR                                 Dieser Blog-Post ist ein Beitrag zur neuen Blog-Parade, zu der Bianca
                      Gründer von              Gade (@chiliconcharme) eingeladen hat. Das Thema Leadership 2.0 ist sehr
                      trends2move e.K.         spannend, so dass ich der Einladung gerne folge, um meine Sicht auf die
                      Überzeugter "Anders      Notwendigkeit und die Chancen einer neuen Führungskultur zu schildern.
                      Denker", hinterfragt
                      gerne ("warum machen     Beginnen möchte ich meine Darstellungen mit einer Herleitung, warum
                      wir das so?"),
                      überzeugter Enterprise
                                               Unternehmen eine neue “2.0″ Kultur und Organisation (= Social Enterprise)
                      2.0-Förderer, Social     entwickeln müssen, um dann auf die Rolle der Führungskräfte innerhalb der “2.0″
                     Media & Web 2.0 affin,     Organisation einzugehen.
und hat Spaß daran, neue Ideen und Konzepte
gemeinsam mit Gleichgesinnten zu erdenken,
zu testen und einzuführen. Außerdem Fußball-
                                               Das Social Enterprise: Warum Unternehmen eine neue
Anhänger (1.FC Köln & FC Barcelona)            Kultur und Führung brauchen
                                               Als Trend- und Innovationscoach beschäftige ich mich intensiv mit starken
                                               gesellschaftlichen und technologischen Trends. Dabei höre ich oftmals von
                                               Unternehmern und Führungskräften, dass diese  ganze “2.0-Geschichte”, die
                                               durch das Web2.0 forcierte Entwicklung hin zu Vernetzung,
                                               Collaboration,Transparenz und Mitwirkung, nur ein Hype ist, der irgendwann
                                               wieder vorüber geht. Ich sehe das anders - denn es gibt starke Trend-Indikatoren,
                                               die für den Weg zum Social Enterprise sprechen:

                                               1. unsere Gesellschaft entwickelt sich von einer Industrie- zu einer
                                               Wissensgesellschaft. Unternehmen, die in der Wissensgesellschaft erfolgreich sein


                                                                                                                                   8
wollen, brauchen die Kreativität Ihrer Mitarbeiter. Menschen sind   Verknüpft man diese Trends und leitet daraus eine ideale
dann kreativ, wenn sie ihre individuellen Wohlfühlbedingungen       Unternehmensorganisation ab, erhält man ein Unternehmen, in
vorfinden und ihre Motivationsfaktoren bedient werden                dem

2. der demographische Wandel bringt hat einen immer stärker         • die Mitarbeiter als wichtigste Wertschöpfungsfaktoren im
werdenden Fachkräftemangel zur Folge. Der Wettbewerb um gute         Vordergrund stehen
Mitarbeiter wird immer stärker und eine Bedienung der
                                                                    • deren individuelle Bedürfnisse (Flexibilität in Arbeitsort und Zeit,
individuellen Motivationsfaktoren wird zum entscheidenden
                                                                     Stärken, intrinsische Motivationen …) berücksichtigt werden
Kriterium der Arbeitgeberwahl
                                                                    • organisatorische Rahmenbedingungen geschaffen werden, in
3. in der Gesellschaft ist eine Werteentwicklung erkennbar. Unter
                                                                     denen sich die Menschen wohl fühlen, gerne arbeiten und
anderem getrieben durch das Web2.0 gewinnen Werte wie
                                                                     dadurch kreativ, motiviert und loyal sind
Vertrauen, Transparenz und Mitwirkung wieder an Bedeutung.
Diese Werte werden zu Motivationsfaktoren bei der                   • den Menschen Vertrauen entgegengebracht wird, indem
Arbeitgeberwahl                                                      Informationen sehr transparent fließen (z.B. über Web2.0
                                                                     Werkzeuge wie Blogs, Wikis, …)
4. das Social Web wird immer stärker ein fester Teil unseres
Alltags und ist nicht mehr wegzudenken. Sein Erfolg erklärt sich    • der freie und direkte Austausch von Meinungen und Mitwirkung
daraus, dass es die Grundbedürfnisse der Menschen nach               gezielt gefördert wird
Kommunikation, Beziehung und Anerkennung unterstützt. Der
freie, unkontrollierte Informationsaustausch sorgt dafür, das       • sich das Wissen der Menschen durch den freien Austausch
Menschen ihren intrinsischen Motivationen folgend                    verknüpft und dadurch Optimierungen und Innovationen
Wertschöpfung betreiben (OpenSource, Wikipedia) – die                entstehen können
Entlohnung ist Anerkennung, Beziehung und Kommunikation,
                                                                    Dies ist die Idee des Social Enterprise, einer Unternehmenskultur
nicht Geld. Hier liegen immense Chancen für Unternehmen!
                                                                    und -organisation, die sich dadurch von klassischen
                                                                    Unternehmensorganisationen abhebt, dass sie den Menschen als
                                                                    Individuum, mit seinen Stärken und Schwächen in den

                                                                                                                                         9
Vordergrund stellt, nicht den Produktions-Prozess und dessen         Führungskräfte ist es, diese Rahmenbedingungen für die
Kontrolle. Ein Unternehmen, indem z.B. der Mitarbeiter, der erst     Mitarbeiter zu schaffen.
ab mittags wirklich produktiv sein kann, auch erst ab mittags
                                                                     Dazu bedarf es im ersten Schritt eines neuen Verständnisses der
arbeitet (dann aber die besten Ergebnisse bringt) und nicht zum
                                                                     Führungsaufgabe: War es bisher das Hauptziel, Prozesse
Dienstbeginn um 9 Uhr im Büro gezwungen wird. Ein
                                                                     vorzugeben und zu kontrollieren, damit ein Ergebnis X erreicht
Unternehmen, in dem Informations-Transparenz dafür sorgt, das
                                                                     wird, hat die Führungskraft 2.0 die Hauptaufgabe,
die Mitarbeiter nicht Gerüchte in der Küche verbreiten (mit
                                                                     dieBedingungen zu schaffen, das die Menschen im Team die
oftmals negativen Folgen für die Motivation) sondern wichtige
                                                                     bestmögliche Leistung bringen können und wollen und dies so zu
Themen gemeinsam mit der Führung im Blog diskutieren und an
                                                                     moderieren, das am Ende die besten Ergebnisse erzielt werden.
Entscheidungen mitwirken können.
                                                                     Aus diesem neuen Führungsverständnis leiten sich die beiden
Dies führt dazu, das die Menschen sich wohl fühlen – und sie
                                                                     Kernaspekte der Leadership 2.0 ab:
“danken” es dem Unternehmen mit Kreativität, guten Leistungen
und auch Loyalität – und sorgen somit dafür, das das                 • Bedingungen schaffen statt Vorgaben machen
Unternehmen dauerhaft erfolgreich ist.
                                                                     • moderieren statt kontrollieren
Das Social Enterprise (oder Enterprise 2.0) löst einige Grundsätze
der klassischen Unternehmensführung auf, die stark auf               Denn seien wir mal ehrlich: wer von uns fühlt sich gut, wenn er
Hierarchie und Kontrolle aufgebaut ist. Die Führungskräfte sind      kontrolliert wird? Wer von uns bringt gute Leistungen, wenn er
es, welche die Rahmenbedingungen im Unternehmen schaffen –           nach Vorgaben arbeiten muss, obwohl er weiß, das er es auf
und sie sind somit gefordert, neue Führungsmethoden zu leben –       einem anderen Weg besser könnte? Sind das Bedingungen, die
die Leadership 2.0!                                                  unsere Motivation und Kreativität, die die Unternehmen so
                                                                     dringend brauchen, fördern? Ich denke, die Frage beantwortet
Leadership 2.0 - was zeichnet die                                    sich von selbst…
Führungskraft der Zukunft aus?
                                                                     Die Führungskraft 2.0 wird weiterhin verantwortlich für die Team-
Der Kern der Social Enterprise Idee ist, Rahmenbedingungen zu
                                                                     Ergebnisse sein – nur der Weg dahin ist ein anderer, einer der die
schaffen, in denen die Menschen (=Mitarbeiter) bestmöglich
                                                                     Menschen viel besser motiviert und dadurch bessere Ergebnisse
motiviert sind und kreativ sein können. Die Aufgabe der
                                                                                                                                       10
hervorbringt. Dies bedingt, das die Führungskraft seinen Fokus        Motivationsfaktoren zu erkennen, ihnen ihre individuellen
verändert – weg vom Prozess, hin zum Menschen. Sie gibt nicht         Wohlfühl-Bedingungen zu schaffen.
mehr den Ablauf vor und kontrolliert kleinteilig ob die Mitarbeiter
                                                                      Ein transparenter, direkter, nicht durch Hierarchie-Filter begrenzter
das “richtig” machen (und demotiviert damit viele Mitarbeiter) –
                                                                      Informationsfluss im Unternehmen und die Möglichkeit des
sie gibt das Ziel vor und motiviert das Team, dieses Ziel
                                                                      offenen Austauschs über die Team-Grenzen hinweg kann hier
gemeinsam zu erreichen – und zwar auf dem Weg, den die
                                                                      sehr förderlich sein, denn Menschen kommunizieren bekanntlich
Menschen im Team mit ihren individuellen Merkmalen als den
                                                                      gerne und pflegen Beziehungen – und oftmals findet man neue
Besten betrachten. So sind z.B. manche Menschen sehr
                                                                      Impulse und Lösungen an Stellen und bei Mitarbeitern, die eine
gewissenhaft und detailverliebt, während andere eher die Vision
                                                                      ganz andere Aufgabe und Sichtweise haben.
haben und andere davon begeistern können, aber bei Details
                                                                      Informationstransparenz ist ein Zeichen von Vertrauen, und
schnell gelangweilt sind. Und während man bisher alle Mitarbeiter
                                                                      Vertrauen in die Mitarbeiter ist ein absoluter Motivationsfaktor.
in ein Prozess-Raster presste (und damit niemanden gerecht
                                                                      Und Führungskräfte, die Vertrauen geben und sich Vertrauen der
wurde), so ist es die Aufgabe der Führungskraft 2.0, das Team so
                                                                      Mitarbeiter durch Authentizität, Empathie und Zuverlässigkeit
zu moderieren, dass die Menschen ihre Stärken einbringen
                                                                      “verdienen”, sind ein Motivationsfaktor!
können und sich daraus das bestmögliche Ergebnis
zusammensetzt.                                                        Denn für wen arbeiten wir lieber: Für den Chef, der sagt “ja
                                                                      stimmt, der Weg ist nicht ideal,   versuch den Weg den du
Damit werden an die Führungskraft 2.0 neue Anforderungen
                                                                      vorschlägst und komm auf mich zu, wenn du Unterstützung
gestellt. Es sind nicht mehr Prozess-KnowHow und Fachkenntnis,
                                                                      benötigst” oder für denjenigen, der sagt “So ist der Prozess,
die sie zur Führungskraft “qualifizieren” – es sind vielmehr Soft-
                                                                      halten sie sich daran und ich erwarte bis morgen 12 Uhr Ihren
Skills wie Empathie, Authentizität und Kommunikation. Dazu
                                                                      Bericht!” ?
gehört auch, nicht mehr zwanghaft “der Beste” sein zu wollen,
sondern derjenige, der die Aufgabe hat, für Bedingungen zu
                                                                      Fazit
sorgen und die Menschen im Team so anzuleiten, das sie das            Zum Abschluss möchte ich die Kernpunkte, warum ich überzeugt
beste Ergebnis erzielen. Dafür braucht es die Fähigkeit, auf die      bin, das Unternehmen Social Enterprise und damit auch
einzelnen Menschen einzugehen, ihre Stärken, Schwächen und            Leadership 2.0 brauchen, noch einmal zusammenfassen:


                                                                                                                                          11
• klassische Unternehmensorganisationen (“1.0″) berücksichtigen    bekam. Für die eigene Persönlichkeitsentwicklung gibt es m. E.
 die individuellen Motivationsfaktoren der Mitarbeiter nicht       keinen besseren Ansatz.
 ausreichend, weil sie Prozesse und Kontrolle in den
                                                                   Ich suche immer noch nach dem Knopf der ein Klicken bei
 Vordergrund stellen, in denen der Mitarbeiter “funktionieren”
                                                                   Führungskräften, die nach altem Schema führen, auslösen kann.
 muss
                                                                   Vielleicht wäre hier eine kleiner Beitrag interessant wie der
• für Unternehmen, die in unserer Wissensgesellschaft nachhaltig   Mitarbeiter die Unternehmenskultur positiv beeinflussen kann.
 erfolgreich sein wollen, sind motivierte, kreative und loyale
                                                                   Viele Grüße

 Mitarbeiter der Erfolgsfaktor Nr. 1
                                                                   Kai
• Unternehmen steigern die Kreativität, Motivation und Loyalität
 der Mitarbeiter, wenn sie die Menschen in den Mittelpunkt der
 Organisation stellen und sich zum Social Enterprise entwickeln    Hallo Kai,

• Ein neues Führungsverständnis “Leadership 2.0″ als ein           danke für das Feedback! Ich denke, als Mitarbeiter kannst man
 zentrales, unverzichtbares Element des Social Enterprise – es     indirekt einiges dafür tun, das sich die Führungskultur (und damit
 bringt das Social Enterprise zum Leben                            einhergehend die Unternehmenskultur) ändert, z.B.

                                                                   - bei Aufgaben, die dir gestellt werden, Vorschläge machen, wie
Wie ist Ihre Meinung dazu? Ich freue mich über Kommentare,
                                                                   du sie im “2.0-Stil” lösen möchtest und die Eigenverantwortung
Kritik und Anregungen auf allen Kanälen.
                                                                   bewusst einfordern und zeigen


Kommentare                                                         - Transparenz in deinen Themen schaffen, Wissen teilen, die
Hallo Dirk,                                                        daraus entstandenen Vorteile deutlich machen und “vermarkten”

                                                                   - für die Idee des Social Enterprise immer wieder werben, indem
interessanter Artikel, den ich nur bestätigen kann. Ich hatte in   du die Vorteile aufzeigst bzw. konstruktive Kritik übst, wenn etwas
meiner beruflichen Laufbahn bisher zwei Vorgesetzte, die so         aufgrund des “1.0 Stils” nicht gut funktioniert hat (weil z.B. nicht
unterwegs waren (und mit ziemlicher Sicherheit noch so             alle Beteiligten den gleichen Informationsstand hatten)
unterwegs sind), lange bevor das Kind den Namen Enterprise 2.0


                                                                                                                                          12
Der Weg zum Social Enterprise ist primär dadurch bestimmt, das
die Menschen ihre Gewohnheiten und Denkweisen ändern
müssen. Menschen ändern sich von Natur aus langsam – man
braucht viel Durchhaltevermögen und muss immer wieder darauf
hinweisen, die Vorteile darstellen usw.

Und ich denke, dass du ein einer Umgebung arbeitest, die da
schon sehr weit und offen ist.




                                                                 13
@A_Christofori

Astrid Christofori und Gabi Gojowsky

ÜBER DIE AUTORIN                               In den letzten zwei Jahren haben wir uns in einer Mediationsausbildung (Mediation
                     Astrid Christofori        und Konfliktmanagement in Wirtschaft und Arbeitswelt) ausführlich mit vielen
                     wurde 1969 in Schwelm     Themen rund um das Arbeitsleben und eben auch mit dem Thema Führung
                     geboren und lebt seit     beschäftigt.
                     1974 – mit
                     Unterbrechungen – in      Bei Diskussionen in unserer Lerngruppe haben wir immer wieder intensiv
                     Wuppertal. Dort hat sie
                                               diskutiert, da gerade im Zusammenhang mit der Bearbeitung von Konflikten das
                     sich 1997 als
                     Rechtsanwältin            Thema “Führung” spannend ist. So beschlossen wir, uns an der Blogparade von
                     selbständig gemacht.      netmedia zu beteiligen. Eigentlich könnte ja alles ganz einfach sein: Ein bisschen
Als Rechtsanwältin und Mediatorin berät und    mehr Vertrauen in die Mitarbeiter, etwas mehr Teamarbeit und schon “fluppt” es.
unterstützt Sie Menschen und Unternehmen       Aber: ist das wirklich so?
in vertrags- und wirtschaftsrechtlichen
Fragen.                                        1. Was ist überhaupt “Führung”?
http://www.kooperationsblog.de                 Es ist schwierig über Führung zu sprechen, ohne dass wir vorher klären, was wir
                                               unter Führung verstehen. Grundsätzlich umfasst der Begriff Führung sowohl den
                                               Bereich der Unternehmensführung als auch den Bereich der Personalführung.

                                               In beiden Bereichen geht es um die “zielorientierte Gestaltung”.

                                               http://www.utb-stuttgart.de/1082_Einleitung.pdf

                                               Wir werden uns in diesem Blogbeitrag mit dem Aspekt Personalführung
                                               beschäftigen. In diesem Bereich wird die zielorientierte Gestaltung oft auch als



                                                                                                                                    14
zielorientierte “Beeinflussung” bezeichnet, ein wichtiges Ziel      Seminare besucht und die neueste Fachliteratur zum Thema
dabei ist, die Mitarbeiter zu motivieren.                          „Führung“ gelesen haben.

2. Der “passende” Führungsstil?                                    3. Was ist denn wirklich wichtig für eine gute und
                                                                   zeitgemässe Mitarbeiterführung ?
Im Laufe der Zeit haben sich viele unterschiedliche
Führungsmodelle entwickelt. Dabei können wir von zwei völlig       Wir können hier natürlich nicht in die Tiefe gehen, aber wir
unterschiedlichen “Basismodellen” ausgehen – einem autoritären     glauben, dass folgende Aspekte von Bedeutung sind.
Führungsstil und einem kooperativen Führungsstil. Viele
                                                                   a. Führungsbeziehung

Menschen – ob in der Rolle als Mitarbeiter oder Vorgesetzter –
                                                                   Führung findet immer in “Beziehungen” statt – der Beziehung
kennen aus dem Berufsleben Situationen, in denen das Verhalten
                                                                   zwischen der Führungskraft und dem Unternehmen, der
der jeweils “anderen” alles andere als “kooperativ” daherkommt.

                                                                   Beziehung zwischen den Mitarbeitern und dem Unternehmen und
Beispielsweise bei der Termin- und Urlaubsplanung oder dem
                                                                   zwischen der Führungskraft und den Mitarbeitern. Sowohl die
altbekannten “Machtwort” nehmen viele Menschen die
                                                                   Führungskraft als auch die Mitarbeiter müssen sich bewusst
Führungskraft als “Hierarchie-Mensch” wahr, der/die seine/ihre
                                                                   machen, daß sie mit ihrem Verhalten die Beziehungen miteinander
beruflichen oder auch ganz persönlichen Interessen
                                                                   gestalten – mal in positiver Richtung, mal in negativer Richtung.
“durchdrückt”.
                                                                   Alles, was wir tun, wirkt sich auf diese Beziehungen aus.

Natürlich kann eine – unreflektierte (und damit ggfs. unpassende)   Wenn wir – wegen eines (nicht nachvollziehbaren) Machtwortes
— Verwendung des autoritären Führungsstils langfristig negative    verärgert sind, arbeiten wir weniger gut, als wenn wir eine
Auswirkungen haben, z.B.: Frustration, unzureichende               Entscheidung nachvollziehen können. Aber auch unsere Reaktion
Arbeitsergebnisse, Unfrieden im Team, innere Kündigung und         auf ein Machtwort beeinflusst die Beziehung – fragen wir nach
sogar Krankheit. http://www.berufsstrategie.de/bewerbung-          einer Begründung, ärgern wir uns still oder werden wir sogar laut?
karriere-soft-skills/fuehrung-autoritaerer-fuehrungsstil.php
                                                                   b. Gelebte Unternehmenskultur

Andererseits haben wir den Eindruck, dass viele Vorgesetzte und    Welche Werte werden in Ihrem Unternehmen gelebt? Wie ist der
Unternehmen heute der Überzeugung sind, bereits einen              “normale” Umgangston? Wesentlich ist dabei nicht, was in den
kooperativen Führungsstil zu pflegen, wenn sie entsprechende        Unterlagen des Unternehmens steht oder als Image nach aussen
                                                                   getragen wird, sondern zu betrachten, was wir im Arbeitsalltag
                                                                                                                                       15
wahrnehmen können – gerade auch in stressigen Situationen.           4. Wege zum Wandel?
Herrscht eine Atmosphäre, die von Vertrauen und Respekt              Oft verspüren sowohl Mitarbeiter als Führungskräfte die
getragen wird? Oder ist es “anders”? Dazu passt auch dieser          Notwendigkeit einer Veränderung aufgrund von eigenen – als
aktuelle Artikel.                                                    existentiell wahrgenommenen – Krisen. Dies kann eine Trennung,
                                                                     ein Verlust von Angehörigen, eine Erkrankung oder auch ein
c. Haltung der Mitarbeiter

                                                                     Gefühl der Überlastung sein. Gerade in der Zusammenarbeit mit
Jeder Mensch hat in seinem Leben schon viele Erfahrungen
                                                                     (externen) Beratern stellen Führungskräfte bzw. Mitarbeiter dann
gemacht – mit Führungskräften, mit Unternehmen und mit
                                                                     oft bestimmte eigene “Reaktionsmuster” fest und erleben sich
Kollegen. Diese guten und schlechten Erfahrungen bringt er an
                                                                     und ihre Bedürfnisse plötzlich ganz anders.
seinen Arbeitsplatz mit. Daraus ergeben sich dann sehr
unterschiedliche Einstellungen und Bedürfnisse der Mitarbeiter       Doch auch ohne Krise können wir Menschen uns immer
z.B. auch im Hinblick auf ihre Rolle. Während manche Mitarbeiter     verändern. Dies setzt voraus, daß wir selber die Veränderung
sehr aktiv an der Entwicklung ihres Bereiches mitarbeiten wollen     wollen. Der offene und ehrliche Blick auf unser Verhalten – z.B.
und Vertrauen und Respekt offensiv einfordern, gibt es andere        gegenüber Mitarbeitern – ist dabei sehr wichtig. Alleine können
Mitarbeiter, die Beteiligung bzw. gefragt zu werden eher als Bürde   wir aber oft nicht feststellen, warum es immer wieder hakt. Die
empfinden und die klare Regelungen (und manchmal sogar                Begleitung durch externe Berater (z.B. durch ein Coaching) kann
Anweisungen) bevorzugen.                                             bei der Entdeckung der eigenen Landkarte sehr wertvoll sein.

d. Haltung der Führungskraft
                                        Unser Fazit:
Unabhängig vom konkreten Führungsstil ist die Frage wichtig, mit
                                                                     Nur wer alle Kollegen und Mitarbeiter als gleichwertige Menschen
welcher grundsätzlichen Haltung die Führungskraft dem
                                                                     betrachtet und auch so behandelt wird angemessen führen
Unternehmen und den Mitarbeitern gegenübertritt. Wovon ist das
                                                                     können. Wenn die gelebte Unternehmenskultur und die Haltung
Verhältnis der Führungskraft zum Unternehmen und zu den
                                                                     der Führungskraft auf Respekt, Wertschätzung und Vertrauen
Mitarbeitern geprägt? Respekt, Wertschätzung und Vertrauen
                                                                     basieren, ist eine echte kooperative Führung möglich. Daraus
können nur langfristig aufgebaut werden. Gleichzeitig können
                                                                     können sich dann ungeahnte Entwicklungsmöglichkeiten für alle
Widersprüche im Verhalten der Führungskraft (siehe Artikel oben)
                                                                     Beteiligten ergeben.
zu einem langfristigen Verlust der Glaubwürdigkeit führen.

                                                                                                                                        16
@KommanichtPunkt

Ben Bensen

ÜBER DEN AUTOR                                Menschlichkeit + Geradlinigkeit = Führungskraft, oder:
                     Ben Bensen kann vieles   wie’s in den Wald hineinschallt…
                     und eines besonders      In der letzten Zeit werde ich immer wieder mit der Frage konfrontiert, wie wichtig
                     gut: außergewöhnliche
                                              eigentlich die individuelle Leistung eines Mitarbeiters (oder in meinem Fall: eines
                     Dinge zu den richtigen
                     Menschen bringen. Und    freiberuflichen Konzeptioners, Texters und Brainstormers) für ein Unternehmen ist,
                     zwar genau dann, wenn    bzw. welchen Unterschied ein motivierter und lernbereiter Mitarbeiter für sein
                     sie danach suchen.       Unternehmen langfristig machen kann. Und da sich die aktuelle Blogparade der
„Ich bin fast wie Google. Aber wirklich nur   netmedianer den Führungskräften der Zukunft widmet (und dies somit mein
fast.“ Er bloggt unter                        zweiter Blogparaden-Beitrag generell sein wird), schlage ich nur zu gerne eine
http://kommanichtpunkt.wordpress.com          Brücke zu diesen Fragen und setze mich hier damit auseinander, ohne zu sehr in
                                              Richtung “Zukunft” zu gehen – immerhin hat diese ja bereits angefangen. Also:
                                              Welchen Unterschied macht die Einzelleistung einer Führungskraft für ein
                                              Unternehmen?

                                              Ich möchte an dieser Stelle etwas grundlegendes vorweg nehmen, was man nur
                                              zu oft aus den Augen verliert: bei Führungskräften, Mitarbeitern, Vorgesetzten,
                                              Vorstandmitgliedern und Unternehmensführung reden wir immer von Titeln,
                                              Qualifikationen oder Machtpositionen, aber fast nie von Menschen. Letztlich sind
                                              es jedoch immer die Menschen, die ein Unternehmen als
                                              “Interessengemeinschaft”(*) definieren und tragen. Menschliche Bedürfnisse wie
                                              Sicherheit, Fairness, Um- bzw. Weitsicht oder Zuverlässigkeit sind Bedürfnisse, die


                                                                                                                                    17
sich jeder Mensch in allen Aspekten seines Lebens wünscht –          Team so zusammen, dass sich fachliche Kompetenzen ergänzen,
warum also nicht auch (oder gerade) in der Arbeitswelt? Als          während der menschliche, gemeinschaftliche Zusammenhalt des
Führungskraft sind dies die Werte, die man gegenüber seinen          Teams durch die gemeinsame Aufgabe gestärkt wird. Ach ja, und
Mitarbeitern leben sollte; nicht (nur), weil es das Unternehmen      klare Verhältnisse schaffen sie auch noch, wenn es um die
vorschreibt, sondern weil man es sich von seinem eigenen             Aufgabenverteilung anhand von Kernkompetenzen geht. Klingt
Vorgesetzten ebenfalls so wünschen würde. Es hilft ungemein,         nach einem Theorie-Masterplan, oder? Klar. Theorie eben.
wenn man selbst mal weisungsbefolgend war und so erkennt,            Knackpunkt ist, dass man dies nur durch Erfahrung lernen kann
was die Bedürfnisse der Mitarbeiter sind, um zu erkennen, wie        und nicht, in dem man Bücher liest oder einen VHS-Kurs besucht.
man mit ihnen umgehen sollte. Wer seine Mitarbeiter fair             Auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter individuell einzugehen, ohne
behandelt, seinen Worten Taten folgen lässt, keine Unterschiede      das Unternehmensinteresse und die Interessen der anderen
in Sachen Wertschätzung macht und sich menschlich und                Mitarbeiter außer Acht zu lassen, ist eine große Kunst, die man
verständnisvoll verhält, hat bereits die halbe Miete zur guten       nur bedingt erlernen kann. Ich gehe sogar so weit zu behaupten,
Führungskraft. Boni oder Belohnungen im Rahmen von Sonder-           dass man über die Arbeit hinaus ein sensibles Gespür für
oder Zusatzaufgaben funktionieren in diesem Zusammenhang             Menschen und hohe soziale Kompetenz haben muss, um sich in
meines Erachtens nach nur bedingt und sind eher etwas wie            diesem vermeintlichen Haifischbecken erfolgreich aufhalten zu
zusätzliche, aber niemals primäre Motivation, um ein ganzes          können.
Team zu motivieren.
                                                                     Bei aller Theorie möchte ich an dieser Stelle ein praktisches
In einem detaillierten, optimalen Szenario bedeutet das, dass        Beispiel bringen, um zu untermauern, dass für mich
Führungskräfte im Rahmen ihrer Tätigkeit sowohl fachliche            “Menschlichkeit und Geradlinigkeit” als Führungsstil wirklich
Kompetenzen als auch sozialen Talente ihrer Mitarbeiter richtig      funktionieren. Zugegebenermaßen entbehrt dieses Beispiel
einschätzen und für alle Beteiligten gewinnbringend einsetzen,       jeglicher Objektivität. Dennoch hoffe ich, dass Sie nachvollziehen
bzw. koordinieren. Dennoch sollten sie den wirtschaftlichen Erfolg   können, warum ich es für diesen Beitrag gewählt habe:
des Unternehmens geradlinig verfolgen und sich ihr Team so
                                                                     In meiner sehr abwechslungsreichen Berufslaufbahn hatte ich
zusammenstellen, dass Ideologie und Charakter zum Team
                                                                     einige Vorgesetzte, die ich auf den Mond hätte schießen wollen.
passen. Zusätzlich erkennen und definieren wirklich gute
                                                                     Sie dachten wohl im Sinne des Unternehmens, erkannten aber
Führungskräfte die Bedürfnisse des Teams, bzw. stellen sich ihr

                                                                                                                                        18
trotz diverser Mitarbeitergespräche nicht die Unzufriedenheit der   sehr wohl der Chef ist, nach dessen Pfeife das Team zu tanzen
Mitarbeiter, bzw. taten diese als Begleiterscheinungen ab und       hatte – auch, wenn es mal unangenehm wurde. Wie Sie sich
hielten sich somit selbst den Rücken frei. Dies ist absolut         vorstellen können, machten diese Attribute Herrn Becker bei
nachvollziehbar, standen diese Chefs teilweise unter enormen        seinen Mitarbeitern entsprechend beliebt (und bei seinen
Druck von “oben”, bzw. wussten sich nicht anders zu helfen, als     Vorgesetzten gefürchtet), wenngleich beide Seiten ihn
den Druck nach unten abzugeben. Dennoch gab es in einem             respektierten. Seine Mitarbeiter und Kollegen wussten eben, dass
Metallverarbeitungsunternehmen eine Führungskraft (nennen wir       er auch absolut anders kann, wenn er das will – weitsichtig, wie er
ihn “Herr Becker”), die es verstand, seine Mitarbeiter im           war, wollte er eben nur nicht.
unternehmerischen Sinne zu motivieren und dennoch einen
                                                                    Warum ich das alles schreibe? Weil das Interessante an der
großen Teil Menschlichkeit in das Arbeitsverhältnis einfließen zu
                                                                    Sache die Tatsache war, dass der eigentliche Arbeitsinhalt völlig
lassen.
                                                                    egal war und man trotzdem gerne zur Arbeit ging. Erfüllende
Herr Becker vermittelte seinen Mitarbeitern das Gefühl, nicht nur   Tätigkeit? Fehlanzeige. Im Gegenteil: es war (zumindest in
“einer von vielen”, sondern durch den persönlichen Einsatz          meinem Fall) eher eine Helfer-Tätigkeit, die recht stupide war und
innerhalb seines Teams wichtig für den Erfolg des Unternehmens      mich im Prinzip sogar unterforderte; weder eine Arbeit, die man
zu sein, ohne besonders hervorgehoben werden zu müssen. Er          sich als Hobby aussuchen würde, noch etwas, was man mit
legte großen Wert auf “seine Leute” und war für sie da, ohne sie    großer persönlicher Genugtuung getan hätte. Als Mitarbeiter von
dabei sprichwörtlich in Watte zu packen und hatte stets ein         Herrn Becker hatte man trotzdem die Chance, die eigenen Talente
offenes Ohr, wenn es um persönliche Belange ging. Natürlich         an der richtigen Stelle ausspielen, um sich damit für größere
stauchte er sein Team auch zusammen, wenn es nicht den klaren       Aufgaben zu empfehlen. Und die bekam man auch, wenn man
Vorgaben entsprechend arbeitete oder es sich hängen ließ. Herr      gut war. Mehr “Belohnung” brauchte es nicht. Letztlich war es
Becker machte sich für seine Leute stark bzw. verteidigte es vor    nicht die Arbeit, die toll war, sondern eher die Erkenntnis,
seinen Vorgesetzten, wenn Kompetenz oder Arbeit in Frage            wertgeschätzt und gefordert / gefördert zu werden. Gerade
gestellt wurden. Aufgrund seiner hohen fachlichen und sozialen      deshalb mochte ich es sehr, für Herrn Becker zu arbeiten. Und
Kompetenz und seiner Persönlichkeit war er geradlinig und direkt,   wer das schafft, ist eine gute Führungskraft. Oder würden Sie sich
aber stets fair und korrekt. Er war gefühlt “einer von uns”, ohne   acht Stunden täglich für schlechtes Gehalt für eine
dabei auch nur den leisesten Zweifel daran zu lassen, dass er       unterfordernde Arbeit irgendwo hinstellen und hätten danach

                                                                                                                                        19
sogar noch Lust auf Überstunden? Eben. Das war nicht Verdienst       was sowohl in die positive, als auch in die negative Richtung
des Unternehmens, sondern von Herrn Becker. Dass dies jedoch         gehen kann. Je größer die Verantwortung der Führungskraft ist,
für das Unternehmen mehr als gut war, können Sie sich                umso mehr sind menschliche Werte wichtig für den Umgang mit
vorstellen.                                                          Mitarbeitern und Vorgesetzten. Mit menschlichen Werten und
                                                                     korrektem Führungsstil erarbeitet man sich den Respekt seiner
In meiner jetzigen Tätigkeit als freiberuflicher Dienstleister habe
                                                                     Mitarbeiter, durch welchen man neben der wichtigen fachlichen
ich sehr viel dieser damaligen Arbeitseinstellung mit einfließen
                                                                     Qualifikation den Charakter der eigenen Arbeit und auch den
lassen: Wenn ich Zusagen mache, sind diese verbindlich (also:
                                                                     Charakter des Unternehmens untermauert. Und Charakter ist das,
Zuverlässigkeit und Sicherheit). Im Rahmen der mir vom Kunden
                                                                     was ein Unternehmen eben nicht nur kurzfristig, sondern auch
zugeteilten Kompetenz treffe ich Entscheidungen immer im Sinne
                                                                     langfristig erfolgreich machen wird.
des Kunden, ohne dabei die Interessen etwaiger Lieferanten wie
Designern oder Entwicklern zu vernachlässigen. Dabei bin ich         Neben meinem Beitrag gibt es natürlich noch diverse andere
entweder ein kompromisslos harter Hund oder eine helfende            Beiträge der Blogparade, die sich mit dem Thema sicherlich völlig
Hand, aber immer fair. Und da ich in dieser Situation sowohl         anders auseinandersetzen. Gespannt auf diese Beiträge
Auftragnehmer (also: Mitarbeiter), als auch Auftraggeber (also:      beschließe ich diesen Beitrag so förmlich, wie ich ihn begonnen
Vorgesetzter) bin, brauche ich meinen eigenen Stil und meine         hatte und bedanke mich für’s Lesen – empfehlen Sie mich weiter!
eigene Form von Begeisterungsfähigkeit, um über all die
                                                                     (*) Das Wort “Interessengemeinschaft” war hier übrigens bewusst
Interessen der anderen Parteien hinaus meine eigenen Interessen
                                                                     gewählt. Im Prinzip gründet man oder arbeitet in einem
und den Anspruch an meine Arbeit beizubehalten. Wenn das der
                                                                     Unternehmen aus dem Interesse heraus, vom wirtschaftlichen
Herr Becker lesen würde, wäre er bestimmt stolz auf mich
                                                                     Ertrag leben zu können. Und so seltsam es sein mag:
(wüsste aber, dass ich das noch besser kann – so isser halt, der
                                                                     Unternehmen unterscheiden sich oftmals dadurch, dass dieses
Herr Becker).
                                                                     Grundinteresse entweder den kleinsten gemeinsamen Nenner
Zusammenfassend und abschließend möchte ich wieder zu dem            oder auch den größten gemeinsamen Teiler der
zurückkehren, was ich eingangs schon hervorhob:
                     Mitarbeiterinteressen darstellt.
Die Einzelleistung einer Führungskraft in einem Unternehmen hat
unmittelbare Auswirkungen auf den Erfolg des Unternehmens,

                                                                                                                                       20
@tobiasmitter

Tobias Mitter

ÜBER DEN AUTOR                                   Der Erfolg von Führungskräften wird meist über abstrakte finanzielle und operative
                     Tobias Mitter hat           Kennzahlen bewertet. Dabei wird übersehen, dass Führungskräfte daran zu
                     Informations-               messen sind, ob sie ihr Team dazu bringen, das Maximum zum
                     wissenschaft an der         Unternehmenserfolg beizutragen. Auch dafür gibt es bei vielen Mitarbeitern an
                     Universität des
                                                 unterschiedlichen Standorten unterschiedliche Werkzeuge, um Team-Enablement
                     Saarlandes studiert und
                     arbeitet seit 10 Jahren     zu messen; vom 360°-Feedback über Assessment Centers bis zu
                     mit Unternehmen am          Mitarbeiterumfragen haben aber alle eines gemeinsam: sie geben der
                     Arbeitsplatz der Zukunft.   Führungskraft nur punktuelles Feedback. Reicht dies in volatilen Zeiten aus? Wäre
Er beschreibt die Chancen sozialer
Vernetzung im Unternehmen in seinen Blogs
                                                 nicht vieles einfacher, wenn Manager Informationsdefizite, mangelnde oder falsche
und ist dazu regelmäßig als Speaker und          Fokussierung und Probleme in der Zusammenarbeit unmittelbar bemerken würden
Panelteilnehmer gefragt.                         statt Monate später?
http://www.netmedia.de/
                                                 Dabei ist die Situation in vielen Unternehmen noch schlimmer: Die Kommunikation
                                                 funktioniert nicht nur vom Team zur Führungskraft nicht, sondern auch umgekehrt.
                                                 In unseren Analyseprojekten gibt es immer wieder den Moment, in dem die
                                                 Ergebnisse der Führungskraft zeigen was für ein falsches Bild ihre Mitarbeiter -
                                                 und auch die direkte nächste Ebene - von ihnen, ihren Zielen, Überzeugungen und
                                                 Wissensstand haben. So ist wenig verwunderlich, dass bestimmte Informationen
                                                 gar nicht mehr zur Führungskraft gelangen - das gut gemeinte Filtern verzerrt das
                                                 Bild der echten Lage.




                                                                                                                                    21
Startups kennen diese Probleme nicht: Bei geringen                   Allen Börsen-Problemen eines Facebook zum Trotz: Soziale
Mitarbeiterzahlen ist der persönliche Kontakt und der permanente     Vernetzung ist bereits ein fester Bestandteil dessen wie wir leben
Abgleich problemlos möglich. Sind Unternehmen ab einer               und arbeiten. Es ist Zeit die taktischen Experimente zu beenden
gewissen Komplexität dazu verdammt diese Probleme - trotz aller      und sich ernsthaft die Frage zu stellen, wo sie das eigene
Managementinstrumente - zu akzeptieren? Die Lösung wäre im           Unternehmen voran bringen kann. Und was sich in den Köpfen,
Grunde einfach: immer wieder Gespräche und Gesprächsmustern          der Unternehmenskultur und im Arbeitsalltag dafür ändern muss.
verfolgen können und sofort antworten und damit auch eingreifen      Dies ist heute die Aufgabe der Führungskraft für die Zukunft des
können. Gibt es das nicht irgendwo schon? Aber ja: In sozialen       Unternehmens.
Netzwerken passiert genau das. Und der Zulauf dieser
Plattformen zeigt dass ein ur-menschliches Bedürfnis
angesprochen und ins global vernetzte Zeitalter gehoben wird.
Davon müssen Unternehmen für ihre interne Zusammenarbeit
lernen: Weil junge Mitarbeiter sich sonst in eine Steinzeit von
“Zusammenarbeit” versetzt fühlen und innerlich kündigen oder
einfach gehen. Und weil andere Unternehmen die Chance, in
volatilen Zeiten flexibler und klüger zu werden, nicht verstreichen
lassen. Der Haken: Keine Checkliste oder Zertifizierung
“implementiert” erfolgreiche soziale Vernetzung im Unternehmen.
Es muss sich etwas in den Köpfen ändern - diese Aufgabe lässt
sich nicht delegieren. Einfachen Heilsversprechen von Software-
Anbietern, Social Media Plattformen, etc. sollte man daher mit
gesunder Skepsis begegnen. Es gibt Methoden für einen klaren
Weg zur sozialen Vernetzung - aber keine Blaupausen.




                                                                                                                                       22
Kapitel 2


Außen-
ansichten


Karla, Schülerin

Tina Krogull, Tierpsychologin

Mario Hannecken, Informationsmanagement &
Web-Entwickler

Astrid Christofori, Rechtsanwältin & Mediatorin
@KarlaZwitschert

Karla

ÜBER DIE AUTORIN                                 Zu mir: Ich bin die Karla, 15 Jahre alt, Schülerin eines Gymnasiums und mache
                    Karla ist 15 Jahre alt,      hier mit, weil ich mir für die Zukunft gute und kompetente Chefs wünsche. Und
                    Schülerin und liebt den      wer weiß, vielleicht ist einer von denen ja unter den Lesern? ^^
                    Frühling, ihre Freunde,
                    shoppen, das Internet        Als mein “Arbeitsumfeld” nehme ich einfach mal die Schule bzw. die
                    und die Bloggerei,           Buchhandlung, in der ich mal ein Praktikum gemacht habe (nur so am Rande – das
                    London und Berlin,
                                                 ist nicht zu empfehlen), einige der Situationen lassen sich sicherlich auf den
                    Reisen an sich, Süßes,
                    Skype, Musik, Bücher,        “normalen” Arbeitsalltag übertragen.
die Farbe Grün, Gerbera.
                                                 Als motivierend empfinde ich es persönlich immer, wenn das, was ich mir
Sie bloggt seit mehr als vier Jahren und hatte
                                                 ausgedacht habe, funktioniert bzw. richtig ist, egal, ob nun ich allein oder eine
bereits fünf verschiedene Blogs - und führt
trotzdem ein „richtiges“ Leben.                  Gruppe das Lob dafür bekommt, solange mir bewusst ist, dass dieser Erfolg mir
                                                 zu verdanken ist.
http://dasgelbeschaf.wordpress.com
                                                 Demotivierend sind gewisse Reden, die unsere Lehrer gerne und oft halten und die
                                                 jeder kennen dürfte (á la “…und dann kommt noch dies, und dann kommt noch
                                                 das, und das alles wird viiiieeel schwieriger als alles, was ihr bisher gemacht
                                                 habt.”) Super. Uns allen ist bewusst, dass der Stoff schwieriger wird, aber es
                                                 ständig unter die Nase gehalten zu bekommen, weckt bei einigen nur den Drang,
                                                 langsamer zu arbeiten, um bei dem machbaren Stoff zu bleiben. Ebenfalls
                                                 schrecklich ist unsere Lehrerin für Biologie. Von ihr hören wir jede Stunde, dass
                                                 wer in Biologie nichts auf die Reihe bekommt auch im Studium und im


                                                                                                                                     24
Arbeitsleben nichts erreichen wird. Natürlich sind Mitosen nicht        Wie schon gesagt sollte eine Führungskraft mit den Mitarbeitern
das, was in jedem Fachgebiet benötigt wird, aber wöchentlich            arbeiten und sie nicht von oben herab beherrschen. Sie sollte die
seine misslungene Zukunft prophezeit zu bekommen, ist alles             Aufgaben klar verteilen und auch darauf achten, bei wem welche
andere als motivierend.                                                 Talente liegen, anstatt wahllos mit Aufträgen um sich zu werfen.
                                                                        Läuft etwas schief, muss die Führungskraft unter Umständen
Wir bekommen von der Schule natürlich kein Geld und keine
                                                                        auch Fehler eingestehen. Ein Chef sollte die Mitarbeiter kennen,
Autos, aber manchmal sind die Lehrer so nett uns eine
                                                                        zwar nicht ihr bester Freund sein, aber es sollte zumindest eine
Freiarbeitsstunde, Filme oder Hausaufgabenfrei anzubieten,
                                                                        vertraute und vertrauenserweckende Atmosphäre herrschen. Eine
wobei mir letzteres am liebsten ist. Weil: Am “Arbeitsplatz” will ich
                                                                        Bekannte hat einmal von einem Grillfest, das ihr neuer Chef
meinen Job machen, meine Freizeit will ich selbst gestalten. Das
                                                                        veranstaltet hat, erzählt. Er war den Mitarbeitern erst suspekt und
wird leider durch die Hausaufgaben oft eingeschränkt. Wir alle
                                                                        die Arbeit ging nicht mehr voran, aber nach dem Fest lief alles
haben verschiedene Hobbys und freiere Freizeitgestaltung ist aus
                                                                        besser und man kam gut mit einander aus. Das Team stärken,
meiner Sicht eine bessere Belohnung als z.B. ein Film, den man
                                                                        you know?
sich sonst nie angesehen hätte.
                                                                        Das Leben verläuft immer mehr online, das sollte mittlerweile
Können Lehrer motivieren? Die meisten ganz klar nicht. Aber
                                                                        bekannt sein. Was Führungskräfte von ihnen unbedingt lernen
einige haben glücklicherweise ein Talent dafür, sich in soweit an
                                                                        sollten? Dass sie omnipräsent, aber abschaltbar sein sollen. Ein
ihre eigene Schulzeit zu erinnern, als dass sie verstehen, wie sich
                                                                        Chef, der immer für einen da ist, aber sich nicht aufdrängt – das
Schüler fühlen. Wenn sie dann noch überzeugend mitteilen
                                                                        wärs doch.
können, wo der Nutzen eines bestimmten Themas liegt, bin ich
meist um einiges motivierter als wenn ich davon ausgehen würde,
dass ich den Stoff nach dem nächsten Test eh wieder vergessen
kann. Soll heißen, eine Führungsperson sollte nicht von oben
herab sondern aus der Mitte des Teams heraus vorgehen und
nicht den Eindruck erwecken, die Mitarbeiter würden ein Projekt
nur zum Nutzen ihres Vorgesetzten erarbeiten.



                                                                                                                                            25
Abschnitt 2

Tina Krogull

ÜBER DIE AUTORIN                               Wieder bin ich durch Bianca Gade von netmedia zu dieser Blogparade gekommen.
                           Die engagierte      Das Thema dieses Mal “Was zeichnet die Führungskraft der Zukunft aus?”.
                           Tierschützerin
                           bloggt in           Ein paar Fragen, die als Vorlage dienen, versuche ich einfach mal zu beantworten:
                           mehreren Blog
                           und ist eine        Stelle Dich kurz vor: Wer bist Du? Was machst Du? Aus welcher Perspektive
                           leidenschaftliche   schreibst Du? Und was reizt Dich daran an der Blogparade mitzumachen?

                           Taucherin.          Ich heiße Tina und bin seit ein paar Jahren in Nebentätigkeit – ehemals
Sie bloggt (unter anderem) unter               Webdesign, jetzt Katzenpsychologie – selbständig.


http://www.mis-cel-la-ne-ous.de/               Ich will versuchen sowohl aus der Mitarbeiterperspektive als auch aus der
                                               Selbständigkeitsperspektive zu schreiben.

                                               Diesen Blog hier – Miscellaneous – habe ich im letzten Jahr gestartet, weil ich an
                                               der ersten Blogparade teilnehmen wollte und meine Katzen-Blogs sich für das
                                               Thema nicht wirklich eignen.

                                               Welche persönlichen Situationen (z.B. aus Deinem Arbeitsumfeld) wurden als sehr
                                               motivierend, welche als sehr demotivierend empfunden?

                                               Als motivierend empfinde ich es in meiner jetzigen Tätigkeit als
                                               Katzenpsychologin, wenn ich Katzenhaltern und ihren Katzen bei
                                               “Missverständnissen” helfen kann.

                                               Als demotivierend empfinde ich Situationen, in denen mein Rat nicht akzeptiert
                                               wird, obwohl Rat und Hilfe von mir angefragt wurden.


                                                                                                                                    26
Wie wichtig sind Dir Belohnungen wie Karriere, Geld und Auto,         Welche Rolle muss die Führungskraft einnehmen / was kann sie
etc.?
                                                                tun, um die Unternehmenskultur positiv zu beeinflussen?

Aus der Selbständigkeitsperspektive sind Karriere, Geld und Auto      Eine Führungskraft sollte versuchen, die Mitarbeiter zu motivieren.
in so fern wichtig, als dass alles irgendwie zum Lebensunterhalt      Den Mitarbeitern zu helfen, sich zu entwickeln und auch Ideen
gehört.
                                                              von Mitarbeitern aufgreifen und zusammen mit den Mitarbeitern
Aus der Mitarbeiterperspektive ist es eine schöne und nach            umzusetzen.
außen sichtbare Belohnung, wenn man z. B. in den Genuss eines
                                                                      Was sollten Führungskräfte aus Deiner Sicht von sozialen
Firmenwagens kommt. Das Geld “wächst” mit der Karriere. Ich
                                                                      Netzwerken im Internet unbedingt lernen?

denke, die meisten Mitarbeiter streben durchaus nach einer
                                                                      Das Wort “netzwerken” sagt schon viel aus. Es gibt passend dazu
Karriere. Der ein oder andere legt sein Leben darauf aus in 10
                                                                      den Spruch, dass jeder jeden um sechs Ecken kennt. Auch trifft
Jahren das und das erreicht zu haben. Aber natürlich gibt es auch
                                                                      man sich immer zweimal im Leben.
Mitarbeiter, die sich in ihrem Job wohlfühlen und gar nicht mal so
sehr hinterher sind die Leiter stark rauszuklettern. Die Motivation   Aus meiner persönlichen Sicht zeichnet die Führungskraft der
ist bei jedem anders und auch denjenigen, die nicht die               Zukunft aus, dass sie sich ihrer Position als Führungskraft bewußt
Karriereleiter schnell raufklettern wollen, ist Respekt zu zollen,    ist, aber trotzdem auf die Mitarbeiter eingeht und sie richtig
den auch sie machen ihre Arbeit, sind ein Teil des Ganzen.            motiviert und auch keine Angst davor hat, dass ein Mitarbeiter die
                                                                      Führungskraft ersetzen könnte.
Wie kann Dich Deine Führungskraft motivieren? Z. B. um neue
Ideen einzureichen, um neue Projekte anzugehen oder um Dich
weiter zu bilden? Kann sie es überhaupt?

Mitarbeitermotivation ist bestimmt nicht einfach. Die
Führungskraft muss sich dafür auf jeden Einzelnen einlassen und
die Stärken und Schwächen kennen, um die richtige Motivation
zu finden. Haben Mitarbeiter einen gewissen Freiraum sich zu
entwickeln, ist das eine Art von Motivation. Andere brauchen
sicher die Führung, um zu sehen, wie sie sich weiterentwickeln
könnten.
                                                                                                                                       27
@blariog_bc

Mario Hannecken

ÜBER DEN AUTOR                                Stelle Dich kurz vor: Wer bist Du? Was machst Du? Aus welcher Perspektive
                      Nach dem Studium als    schreibst Du? Und was reizt Dich daran an der Blogparade mitzumachen?
                      Informationsmanager
                      arbeitet Mario          Wer ich bin? Mario H.
                      Hannecken derzeit als
                      Internet-Entwickler     Was ich tue? Einen neuen Job im Projektmanagement suchen.
                      (PHP, Typo3).
                                              Welche Perspektive? Vom nicht-führenden zum führenden Arbeitnehmer bewege
                     Eigentlich aus
                                              ich mich mehr und mehr, wobei ich viele Jahre nicht geführt habe. Andererseits
                     Ostfriesland lebt er
nach einer Zwischenstation in Hannover seit   mache ich gerade eine Fortbildung zum Projektmanager und dabei muss ich mich
kurzem in Oberbayern, München.                freilich auch mit den Themen dieser Blogparade beschäftigen.
Er bloggt unter http://www.blariog.net
                                              Warum mache ich hier mit? Weil ich Blogparaden mag. Weil ich Bianca mag Weil
                                              ich das Thema hochspannend finde.

                                              Welche persönlichen Situationen (z.B. aus Deinem Arbeitsumfeld) wurden als
                                              sehr motivierend, welche als sehr demotivierend empfunden?

                                              Wenn ich so an meine eigene Geschichte denke, fällt es mir relativ leicht, die Teile
                                              zu abstrahieren, die mich motivierten bzw. demotivierten.

                                              Motivation

                                              • Entscheidungen fällen (und ggf. auch vertreten) lassen


                                                                                                                                 28
• als Experten anerkennen                                            Nicht, dass ich etwas dagegen hätte. Ich habe den Laptop schon
                                                                     häufiger mit nach Hause genommen, um noch etwas zu
Demotivation
                                                                     erledigen, zu testen oder ähnliches. Man muss sich nur darüber
• das Gegenteil vom obigen                                           im Klaren sein, dass das Unternehmen einen Grund hat, diese
                                                                     Geräte auszugeben.
• den Menschen nicht als solchen mit eigenen Interessen und
 Bedürfnissen anerkennen                                             Karriere

Wie wichtig sind Dir Belohnungen wie Karriere, Geld und              Da stellt sich die Frage, wie der Begriff verstanden werden soll.

Auto, etc.?                                                          Wenn wir “Karriere” als bestpassendste
                                                                     Verantwortungserweiterung verstehen, ist das für mich perfekt.
Geld/Bonus                                                           Ich weiß, es klingt ein wenig verschwurbelt, aber wenn Karriere
                                                                     nur der Weg nach oben ist, d.h. Personalverantwortung, dann ist
Ein Arbeitgeber hat nichts zu verschenken, das sollte dem
                                                                     es nicht immer die beste Lösung. Jeder kennt Leute, die Experten
Mitarbeiter, der Mitarbeiterin klar sein. Der klassische Bonus ist
                                                                     sind, aber eben nicht führen können. Solche Leute sollten
ein Zeichen des Misstrauens: der Arbeitgeber denkt, der
                                                                     Fachverantwortung bekommen, also sich weiterbilden in dem
Arbeitnehmer würde sich nicht richtig anstrengen für das normale
                                                                     Bereich, in dem sie Experten sind (1&1 z.B. sieht diese
Gehalt und legt deshalb noch etwas drauf. Andererseits werden
                                                                     Möglichkeit explizit vor).
Ziele manchmal eher hoch gesetzt, sodass der Arbeitnehmer
versucht ist, Überstunden zu machen, um diese zu erreichen.          Wie kann Dich Deine Führungskraft motivieren? Z. B. um
Überstunden werden normalerweise nicht bezahlt, sodass der           neue Ideen einzureichen, um neue Projekte anzugehen oder
Bonus die Bezahlung bildet.                                          um Dich weiter zu bilden? Kann sie es überhaupt?

Laptop/Handy zur Privatnutzung                                       Ein Dritter kann nicht motivieren, das kann der Betreffende nur

Wer lässt sein Firmenhandy nach Feierabend im Rollcontainer          selbst. Aber man kann ein motivierendes Umfeld schaffen.

bzw. nimmt es nicht mit nach Hause? Ergo: warum gibt das             Um an neue Ideen zu kommen, muss ein Arbeitgeber “nur” dafür

Unternehmen Handys aus?
                                             sorgen, dass diese auch angenommen werden. Ich denke, dass

Beim Laptop ist es das gleiche.
                                     den meisten Menschen die Prämie, die es bei einigen

                                                                                                                                         29
Unternehmen gibt, nicht so wichtig ist. Wichtiger ist, dass die       Kündigung wegen Personalabbaus. (Ich möchte weder in der
Menschen merken, dass sie ernst genommen werden, dass ihre            Haut des Vorgesetzten noch in der des Untergebenen stecken.)
Ideen ankommen, dass sie etwas bewegen können.
                                                                      Konklusion
Bei der Fortbildung ist es mit mir allerdings am einfachsten: wenn
                                                                      Ein Mitarbeiter wird in zwei Währungen bezahlt, mit der einen
mein Arbeitgeber mir die Fortbildung zahlt, nehm ich auch Urlaub.
                                                                      sorgt er für sein Leben, mit der anderen für sein Wohlbefinden.
Aktuell würde ich ganz gern IPMA 4-L-Q machen oder auch das
                                                                      Die eine wird in Euro berechnet, die andere inWertschätzung.
V-Modell XT. Allerdings ist beides nicht gerade billig und da würde
ich mir wünschen, dass mein Arbeitgeber mich da finanziell             Die andere Seite
unterstützt.
                                                                      Selbstverständlich muss man sich diese Möglichkeiten auch
Was sollten Führungskräfte aus Deiner Sicht von sozialen              verdienen. Als ich ein Team führte, fragte ich bei Problemen
Netzwerken im Internet unbedingt lernen?                              (genauso wie ich es gelernt hatte) “warum ist das so? Ich möchte
                                                                      es nur verstehen” und bekam nie eine Antwort. Für mich war das
Wenn man bedenkt, dass ich facebook erst vor kurzem den
                                                                      frustrierend, weil ich ja auch der Firmenleitung berichten musste.

Rücken gekehrt hatte, weil es mir zu oberflächlich war, fällt mir
                                                                      In diesem Sinne muss auch der “einfache” Arbeitnehmer
diese Frage sehr leicht: nicht oberflächlich sein. Wer die Frage
                                                                      bedenken, dass auch er eine Quelle der Motivation ist – für die
“wie war dein Wochenende?” stellt, muss auch bereit sein, sich
                                                                      Kolleg_innen auf der gleichen Ebene, aber auch für die
mit der Antwort zu beschäftigen. Und das kann eben auch
                                                                      Vorgesetzten.
bedeuten, eine Entgegnung zu “meine Mutter ist gestorben” zu
finden, die über ein geheucheltes “Beileid” hinausgeht.

Des Weiteren sollten Führungskräfte sich nicht bei facebook mit
ihren Untergebenen befreunden bzw. es hierbei nicht übertreiben.
Es gibt Grenzen zwischen Hierarchien, diese haben einen Sinn
und sollten nicht unnötig eingerissen werden.

Beispiel: gestern habe ich noch mit meinem Abteilungsleiter über
ein lustiges Video gewitzelt, heute überreicht er mir die
                                                                                                                                        30
@A_Christofori

Astrid Christofori

Gedanken zum Thema 
                                               ich es verstanden – für die weitere Diskussion der

“Ehrenamt und gute Führung”                                        Vorgehensweise beim nächsten Treffen sein.
Als Selbständige ohne Angestellte erlebe ich Führung meist aus
                                                                   Vor dem nächsten Treffen habe ich also ausführlich das Protokoll
einer Betrachterperspektive und eher selten konkret auf mich
                                                                   des Treffens gelesen, für mich Begriffe geclustert, um sie
bezogen. Die Frage, was mich motiviert bzw. demotiviert, fiel
                                                                   möglichen Vorgehensweisen und Vor- und Nachteilen dieser
daher erst jetzt auf „fruchtbaren“ Boden. Denn: Ich bin gerade
                                                                   Vorgehensweisen zuzuordnen. Aber: als ich – aus meiner Sicht
demotiviert! Warum: weil auch ehrenamtliche Arbeit gute Führung
                                                                   gut vorbereitet – zu dem Treffen kam hing dort eine
braucht.
                                                                   Tagesordnung, die dieses Thema überhaupt nicht ansprach. Ich
Konkret: Ich habe in den letzten Monaten aus Interesse am          war verwirrt. Hatten wir nicht ausdrücklich beim letzten Mal
Thema an ehrenamtlichen Treffen zum Thema Mediation                besprochen, dass…?
teilgenommen. Die Gruppe, die ich besuchte, ist anscheinend
                                                                   Glücklicherweise war ich in meiner Verwirrung nicht alleine… So
dabei sich neu zu finden bzw. zu organisieren. Eigentlich eine
                                                                   sprachen wir dann – zumindest einen Teil der Zeit – über dieses
tolle Chance für mich, mitzuarbeiten und mich einzubringen –
                                                                   für die Gruppe wichtige Thema. Ja, ich wagte mich sogar vor und
dachte ich zumindest.
                                                                   bot an, dass wir die Tagesordnung für das nächste Treffen
Beim ersten Treffen haben wir Erwartungen an die Gruppenarbeit     gemeinsam erarbeiten (und ich dies koordiniere), um die allen
gesammelt – eine gute Vorgehensweise, die auch zu vielen           Teilnehmern wichtigen Punkte anzusprechen. Dieser Vorschlag
interessanten Ideen und Ansätzen führte. Ich fühlte mich bei der   wurde angenommen.
Frage allerdings etwas überfordert, da ich die Gruppe gar nicht
                                                                   Gesagt, getan – ich habe kurz nach Erhalt des Protokolls eine
kannte und so Schwierigkeiten hatte, meine Erwartungen zu
                                                                   (wie ich finde) nette Email geschrieben, in dem ich alle
formulieren. Die Sammlung sollte der Ausgangspunkt – so hatte

                                                                                                                                   31
Interessierten zur Mitarbeit an der Tagesordnung eingeladen          Ja, sicher – man kann an diesen Punkten arbeiten und ich werde
habe. Um Vorschläge (ohne Namensnennung) zu sammeln habe             gespannt verfolgen, wie die Gruppe sich entwickelt. Aber etwas
ich ein Etherpad eingerichtet. Ja, vielleicht war das des Neuen zu   mehr „Kommunikation“ hätte aus meiner Sicht zu etwas weniger
viel… Aber: was dann passierte hat mich doch überrascht. Eine        „Irritation“ geführt.
Woche nach meinem Email erhielt ich eine Email des Vorstandes
                                                                     Jetzt werden Sie sich fragen, was das mit meinem Bedürfnis nach
mit einer Tagesordnung im Entwurf. Ja, richtig – mit einer
                                                                     guter Führung zu tun hat. Viel – sogar viel mehr, als ich
Tagesordnung im Entwurf. Ich war – wieder mal – verwirrt. Sollte
                                                                     ursprünglich dachte. Dies ist mir allerdings erst klargeworden, als
nicht ich…? Das Protokoll des letzten Treffens behauptete
                                                                     ich diesen Blogbeitrag geschrieben habe:
unverändert, dass ich diese Aufgabe übernommen hatte, aber…
Und nein, das „Gruppenthema“ war wieder nicht auf der                Führung ist die zielgerichtete Gestaltung. Gerade bei der
Tagesordnung. Können Sie sich vorstellen, wie ich mich in dem        ehrenamtlichen Arbeit möchten wir gemeinsam das (hoffentlich)
Moment fühlte?                                                       gemeinsame Ziel erreichen. Natürlich werden zu einem
                                                                     bestimmten Zeitpunkt Aufgaben und konkrete
Nun ja, dies ist nun ein paar Tage her und ich schnaube
                                                                     Verantwortlichkeiten „verteilt“ – z.B. durch die Wahl von
mittlerweile nicht mehr ganz so laut. Aber demotiviert bin ich
                                                                     Vorständen in Vereinen oder auch „nur“ durch die Festlegung, wer
schon irgendwie. Warum?
                                                                     sich um welche Bereiche bzw. um welche Aufgaben kümmert.
• ich hätte mir eine kurze Begründung/Information zu der vom         Eine rein „hierarchische“ Wahrnehmung dieser Ämter und
 Protokoll abweichenden Vorgehensweise gewünscht. Vielleicht         Aufgaben (im Sinne von „ich bin hier der Chef“) mag in akuten
                                                                     Notfällen angemessen sein, sie führt aber im Normalfall nicht zur
• ich fühle mich nicht ernst genommen
                                                                     begeisterten Mitarbeit aller Interessierten und zu einem Gefühl
• ich fühle mich nicht auf Augenhöhe behandelt                       von Respekt und Vertrauen. Gerade die unter Mediatoren immer
                                                                     wieder angesprochene „Augenhöhe“ geht verloren, wenn
• ich zögere jetzt, weitere Vorschläge zu unterbreiten („was, wenn   Amtsträger/Verantwortliche ohne – nachvollziehbaren – Grund
 es wieder so läuft…“)                                               gemeinsam getroffene Entscheidungen revidieren bzw. nicht
                                                                     umsetzen. Führt ein autoritärer Führungsstil schon im
• mein Vertrauen in Beschlüsse und Protokolle der Gruppe ist
                                                                     unternehmerischen Bereich oft zu Frustration und Unfrieden im
 „etwas“ eingeschränkt…

                                                                                                                                       32
Team (s. Blogbeitrag), so sind die Auswirkungen im
ehrenamtlichen Bereich oft noch gravierender. Hier haben die
Interessierten nämlich – statt „Dienst nach Vorschrift“ zu leisten –
auch die Möglichkeit, sich gar nicht mehr einzubringen oder nicht
mehr zu den jeweiligen Treffen zu kommen. Wenig Engagement
und hohe Fluktuation der Teilnehmenden können hier die
längerfristig sichtbaren Folgen sein, die bei allen –
Verantwortlichen und Interessierten – zu großer Enttäuschung und
auch Belastung führen. Gute Führung im Ehrenamt bedeutet
nicht, dass alle Vorschläge angenommen und alle Ideen
begeistert verfolgt werden müssen – es erfordert aber Respekt
und Vertrauen gegenüber allen, die teilnehmen bzw. sich
einbringen. Dazu gehört meines Erachtens auch, dass von der
Gruppe geäußerte Anliegen (z.B. wichtige Themen) vorrangig
behandelt werden, damit die Gruppe gemeinsam erfolgreich
arbeiten kann.

Ich weiß, dass gute Führung – sowohl im unternehmerischen
Bereich als auch im Ehrenamt – schwierig ist und dass wir alle
immer wieder an diesem Thema arbeiten müssen. Ich wünsche
mir aber, dass ich in der gemeinsamen Arbeit Respekt, Vertrauen
und den Umgang auf Augenhöhe erleben kann. Nur dann habe
ich das Vertrauen und die Motivation, selber Verantwortung für
die gemeinsame Arbeit der Gruppe zu übernehmen.




                                                                       33
Zur Entstehung
dieses E-Books




                 Dieses E-Book ist im Rahmen einer Blogparade der netmedianer anlässlich
                 des IOM Summit 2012 in Köln entstanden. Das IOM Summit ist die
                 Konferenz zum Informations- und Organisationsmanagement mit dem
                 Leitthema „Arbeitsplatz der Zukunft“ für 2012.

                 Die netmedianer sind als Premium Partner in die Organisation und
                 Programmgestaltung an der Konferenz beteiligt.



                                                                                      xxxiv
Blogparade

Bei einer Blogparade lädt ein Blog-Betreiber die Leser des Blogs ein zu einem festgelegten
Thema in ihren eigenen Blogs Beiträge zu veröffentlichen. Alle Veröffentlichungen werden
im Ursprungsblog der Blogparade festgehalten und nach Ende der Parade in einem neuen
Blogbeitrag gelistet.




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 genähert. Herausgekommen ist eine breite Sicht auf die Qualifikation und @chiliconcharme das Selbstverständnis der Führungskräfte von morgen. Was die Beiträge auch zeigen: Die Welt der vernetzten Kommunikation ist für Mitarbeiter und Kunden heute schon Alltag - Zeit, dass sich auch unser Verständnis von Führung der sozialen vernetzen Welt anpasst. Tobias Mitter
 mitter@netmedia.de
 Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre und freuen uns über Ihre @tobiasmitter Kommentare und Gedanken zu dem Thema: www.netmedia.de 1 Begriffsklärung s. Glossar. ii
  • 4. Kapitel 1 Innen- ansichten Uwe Hauck, Referent Online Marketing Boris Borchert, Spezialist für Social Marketing, Webtrends und Rechtsthemen Dirk Hellmuth, Trend- und Innovationscoach Astrid Christofori, Rechtsanwältin & Mediatorin Ben Bensen, Texter & Konzepter Tobias Mitter, Consultant Soziale Vernetzung
  • 5. @bicyclist Uwe Hauck ÜBER DEN AUTOR Die Führungskraft der Zukunft? Eine interessante Frage, sehe ich doch durch die Uwe Hauck hat zunehmende Verschmelzung von Beruf und Privat, oder wie ich es nenne die Work Computerlinguistik und Life Integration die klassischen Hierarchien verflachen. Für mich ist die Künstliche Intelligenz an Führungskraft der Zukunft zuallererst Coach, Berater, der sein Team unterstützt in der Universität der meist selbständigen Erledigung ihrer Ziele. Denn für mich zeichnet sich für die Osnabrück studiert und arbeitet zur Zeit als Zukunft ein Bild ab, das viel mehr von Projektarbeit geprägt sein wird. In dem es Referent Online die typischen Teams immer seltener geben wird. Marketing bei einer großen Bausparkasse. Er bezeichnet sich Bereits heute motiviere ich mich am besten selbst, in dem ich mich mit Aufgaben nicht als Digital Native, sondern als frühen befasse, die mich begeistern, in dem ich in jeder neuen Herausforderung die Digital Early Adopter. Chancen sehe, etwas auf die Beine zu stellen und mich durch meine Leistung zu In seinem Blog sammelt er was er im Netz an beweisen. Der Präsenzgedanke des Mitarbeiters, der für seine Führungskraft stets Relevantem, Interessantem und auch sichtbar und verfügbar ist, wird in der Zukunft immer mehr einer Situation weichen, Merkwürdigen auf seinen abendlichen Surfstreifzügen durchs Netz zu den in der wir verschiedenen “Herren” dienen und ggf. auch teilselbständig arbeiten. Themengebieten Gesellschaft, Kunst und Technologie findet. Insofern ist die Rolle der Führung in der Zukunft mehr eine integrative, weniger eine überwachend kontrollierende. Die Führungskraft der Zukunft sorgt für ein http://www.livingthefuture.de/ kommunikatives Umfeld, versucht, als Mediator und Coach zu agieren. Und ja, in bestimmten Arbeitsumfeldern wird der Bedarf an Führungskräften auch massiv sinken, wo sich Teams immer wieder neu anhand der Aufgabe zusammensetzen und der einzelne nicht mehr Teil eines Teams, sondern Teil einer Gruppe von Experten mit einer bestimmten Skillpalette ist. 4
  • 6. Motivation ist für mich schon immer nur dann wirklich positiv, Nochmal, die Führungskraft der Zukunft wird es noch geben, aber wenn sie intrinsisch, also aus der Person heraus kommt. Sei es, sie wird deutlich weniger führen und deutlich intensiver Coachen. weil sie die Möglichkeit bietet, die eigenen Fähigkeiten zu Ggf. gar zum Wohle des Mitarbeiters auch mal darauf achten, präsentieren, sei es, weil sie zu Erfolgserlebnissen führt. Geld und dass nicht zu viel gearbeitet wird. Denn meiner Ansicht nach Sachwerte können maximal die sozial absichernde Basis bieten. besteht bei Modellen wie der Vertrauensarbeitszeit das grössere Problem nicht in der Ausbeutung der Mitarbeiter durch die Alles, was darüber hinaus geht, bedeutet für mich nicht Vorgesetzten (diese haben oft schon heute durchaus das zwangsweise ein mehr an Motivation. Dazu existiert auch ein Bewußtsein entwickelt, dass ein ausgebrannter Mitarbeiter auch wunderbares Video bei TED mit dem bezeichnenden Titel “What dem Unternehmen schadet) sondern vielmehr in der Ausbeutung really motivates us”. der Mitarbeiter durch sich selbst. Denn wer in seiner Arbeit Ich empfehle es jedem, der glaubt, nur alleine durch finanzielle aufgeht, wer hochmotiviert an neuen Lösungen arbeitet, tendiert Anreize könne man kreative, innovative Ergebnisse erzielen. viel zu leicht dazu, die Zeit zu vergessen und letztlich damit auch Gerade mit der zunehmenden Zahl an Freiberuflern bzw. die eigene Gesundheit. Menschen, die nahe an einer freiberuflichen Arbeit agieren wird die intrinsische Motivation aus sich selbst heraus immer wichtiger. Und auch bei der Frage, was Führungskräfte von sozialen Medien lernen können, ist eines ganz klar. Die Führungskraft der Zukunft muss zum einen mit einem massiven Kontrollverlust leben (können), da sich ihre “Untergebenen” immer stärker untereinander und über Hierarchien und Teams hinweg vernetzen werden. Aber wenn sie die Chancen nutzt und diese Vernetzungsmöglichkeiten selbst aktiv nutzt, kann sie Projekten wichtige Impulse geben, und durch Vernetzung schnellere Lösungen und Optimierungen in der Zusammenarbeit initiieren. 5
  • 7. ImmobilienScout24 Boris Borchert ÜBER DEN AUTOR Die netmedianer haben zu einer Blogparade Boris hat 2007 im mit dem Thema Führungskraft der 
 Onlinemarketing als Gern beteilige ich mich an diesem Thema Redakteur bei und auch unser Personalchef Lars Schmidt Immobilienscout24 angefangen und wird in einem Statement auf die betreute bereits den Herausforderungen eingehen. Umzug von ImmobilienScout24 in Die Frage ist eigentlich, warum eine die jetzige Location in der Andreasstraße mit Führungskraft in der Zukunft anders sein einem Umzugsblog. sollte als derzeit. Ich glaube, dass wir bei Er ist Spezialist für Social Marketing, ImmobilienScout24 glücklicherweise bereits in dieser Zukunft arbeiten. Webtrends und Rechtsthemen. Boris verantwortet das Unternehmensblog von Für mich ist eine zukunftsorientierte Führungskraft eine Person, die bereits bei der ImmobilienScount24 als Chefredakteur. Auswahl eigener Mitarbeiter darauf achtet, dass diese eine hohe Expertise http://blog.immobilienscout24.de mitbringen und sich gut ins vorhandene Team einfügen.
 Sie ist sich nicht zu schade, Mitarbeiter einzustellen, die besser als sie selbst sein könnten um die Leistung des gesamten Teams zu steigern.
 Die Führungskraft ist ein starker Motivator, die eigene Leistung der Mitarbeiter zu verbessern. Das gelingt unter anderem durch gutes Feedback zur gezeigten Leistung. Es werden Möglichkeiten erdacht, wie der einzelne Mitarbeiter durch Weiterbildung und Übernahme verantwortungsvoller Projekte seine Arbeit in Wert und Leistung weiter optimieren kann.
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  • 8. Die Führungskraft der Zukunft sieht eine angemessene Bezahlung ebenso als selbstverständlich an  wie eine gesunde „Work-Life Balance“.
 Bei Konflikten innerhalb des Teams agiert sie als Mediator. Ich habe unserem Personalchef Lars Schmidt auch noch um seine Sichtweise zur  Führungskraft der Zukunft gebeten und er war so freundlich, sie mir mitzuteilen: „Die Führungskraft der Zukunft muss noch viel mehr als heute lernen, „loszulassen“. Anders kann das Ziel Menschen in cross- funktionalen Teams ihr Wissen kreativ miteinander einzusetzen, nicht effektiv erreicht werden. Während die Führungskraft in klassischen Managementansätzen vornehmlich mit Zielvorgaben und –kontrollen beschäftigt ist, erweitert sich das Anforderungsspektrum an sie zukünftig sehr stark in Richtung einer Coaching-Rolle zur Entwicklung von Selbstorganisations-Skills und Innovationsfähigkeit der Mitarbeiter. Führungskräfte mit ausgeprägten Motivations- und Begeisterungsfähigkeiten waren schon immer erfolgreicher als emotionsfreie Befehlsgeber. Doch zukünftig wird die erfolgreiche Anwendung dieser Eigenschaften zur zwingenden Grundvoraussetzung anstatt nur das Sahnehäubchen darzustellen, welches gute von sehr guten Managern unterscheidet.“ 7
  • 9. @dhellmuth Dirk Hellmuth ÜBER DEN AUTOR Dieser Blog-Post ist ein Beitrag zur neuen Blog-Parade, zu der Bianca Gründer von Gade (@chiliconcharme) eingeladen hat. Das Thema Leadership 2.0 ist sehr trends2move e.K. spannend, so dass ich der Einladung gerne folge, um meine Sicht auf die Überzeugter "Anders Notwendigkeit und die Chancen einer neuen Führungskultur zu schildern. Denker", hinterfragt gerne ("warum machen Beginnen möchte ich meine Darstellungen mit einer Herleitung, warum wir das so?"), überzeugter Enterprise Unternehmen eine neue “2.0″ Kultur und Organisation (= Social Enterprise) 2.0-Förderer, Social entwickeln müssen, um dann auf die Rolle der Führungskräfte innerhalb der “2.0″ Media & Web 2.0 affin, Organisation einzugehen. und hat Spaß daran, neue Ideen und Konzepte gemeinsam mit Gleichgesinnten zu erdenken, zu testen und einzuführen. Außerdem Fußball- Das Social Enterprise: Warum Unternehmen eine neue Anhänger (1.FC Köln & FC Barcelona) Kultur und Führung brauchen Als Trend- und Innovationscoach beschäftige ich mich intensiv mit starken gesellschaftlichen und technologischen Trends. Dabei höre ich oftmals von Unternehmern und Führungskräften, dass diese  ganze “2.0-Geschichte”, die durch das Web2.0 forcierte Entwicklung hin zu Vernetzung, Collaboration,Transparenz und Mitwirkung, nur ein Hype ist, der irgendwann wieder vorüber geht. Ich sehe das anders - denn es gibt starke Trend-Indikatoren, die für den Weg zum Social Enterprise sprechen: 1. unsere Gesellschaft entwickelt sich von einer Industrie- zu einer Wissensgesellschaft. Unternehmen, die in der Wissensgesellschaft erfolgreich sein 8
  • 10. wollen, brauchen die Kreativität Ihrer Mitarbeiter. Menschen sind Verknüpft man diese Trends und leitet daraus eine ideale dann kreativ, wenn sie ihre individuellen Wohlfühlbedingungen Unternehmensorganisation ab, erhält man ein Unternehmen, in vorfinden und ihre Motivationsfaktoren bedient werden dem 2. der demographische Wandel bringt hat einen immer stärker • die Mitarbeiter als wichtigste Wertschöpfungsfaktoren im werdenden Fachkräftemangel zur Folge. Der Wettbewerb um gute Vordergrund stehen Mitarbeiter wird immer stärker und eine Bedienung der • deren individuelle Bedürfnisse (Flexibilität in Arbeitsort und Zeit, individuellen Motivationsfaktoren wird zum entscheidenden Stärken, intrinsische Motivationen …) berücksichtigt werden Kriterium der Arbeitgeberwahl • organisatorische Rahmenbedingungen geschaffen werden, in 3. in der Gesellschaft ist eine Werteentwicklung erkennbar. Unter denen sich die Menschen wohl fühlen, gerne arbeiten und anderem getrieben durch das Web2.0 gewinnen Werte wie dadurch kreativ, motiviert und loyal sind Vertrauen, Transparenz und Mitwirkung wieder an Bedeutung. Diese Werte werden zu Motivationsfaktoren bei der • den Menschen Vertrauen entgegengebracht wird, indem Arbeitgeberwahl Informationen sehr transparent fließen (z.B. über Web2.0 Werkzeuge wie Blogs, Wikis, …) 4. das Social Web wird immer stärker ein fester Teil unseres Alltags und ist nicht mehr wegzudenken. Sein Erfolg erklärt sich • der freie und direkte Austausch von Meinungen und Mitwirkung daraus, dass es die Grundbedürfnisse der Menschen nach gezielt gefördert wird Kommunikation, Beziehung und Anerkennung unterstützt. Der freie, unkontrollierte Informationsaustausch sorgt dafür, das • sich das Wissen der Menschen durch den freien Austausch Menschen ihren intrinsischen Motivationen folgend verknüpft und dadurch Optimierungen und Innovationen Wertschöpfung betreiben (OpenSource, Wikipedia) – die entstehen können Entlohnung ist Anerkennung, Beziehung und Kommunikation, Dies ist die Idee des Social Enterprise, einer Unternehmenskultur nicht Geld. Hier liegen immense Chancen für Unternehmen! und -organisation, die sich dadurch von klassischen Unternehmensorganisationen abhebt, dass sie den Menschen als Individuum, mit seinen Stärken und Schwächen in den 9
  • 11. Vordergrund stellt, nicht den Produktions-Prozess und dessen Führungskräfte ist es, diese Rahmenbedingungen für die Kontrolle. Ein Unternehmen, indem z.B. der Mitarbeiter, der erst Mitarbeiter zu schaffen. ab mittags wirklich produktiv sein kann, auch erst ab mittags Dazu bedarf es im ersten Schritt eines neuen Verständnisses der arbeitet (dann aber die besten Ergebnisse bringt) und nicht zum Führungsaufgabe: War es bisher das Hauptziel, Prozesse Dienstbeginn um 9 Uhr im Büro gezwungen wird. Ein vorzugeben und zu kontrollieren, damit ein Ergebnis X erreicht Unternehmen, in dem Informations-Transparenz dafür sorgt, das wird, hat die Führungskraft 2.0 die Hauptaufgabe, die Mitarbeiter nicht Gerüchte in der Küche verbreiten (mit dieBedingungen zu schaffen, das die Menschen im Team die oftmals negativen Folgen für die Motivation) sondern wichtige bestmögliche Leistung bringen können und wollen und dies so zu Themen gemeinsam mit der Führung im Blog diskutieren und an moderieren, das am Ende die besten Ergebnisse erzielt werden. Entscheidungen mitwirken können. Aus diesem neuen Führungsverständnis leiten sich die beiden Dies führt dazu, das die Menschen sich wohl fühlen – und sie Kernaspekte der Leadership 2.0 ab: “danken” es dem Unternehmen mit Kreativität, guten Leistungen und auch Loyalität – und sorgen somit dafür, das das • Bedingungen schaffen statt Vorgaben machen Unternehmen dauerhaft erfolgreich ist. • moderieren statt kontrollieren Das Social Enterprise (oder Enterprise 2.0) löst einige Grundsätze der klassischen Unternehmensführung auf, die stark auf Denn seien wir mal ehrlich: wer von uns fühlt sich gut, wenn er Hierarchie und Kontrolle aufgebaut ist. Die Führungskräfte sind kontrolliert wird? Wer von uns bringt gute Leistungen, wenn er es, welche die Rahmenbedingungen im Unternehmen schaffen – nach Vorgaben arbeiten muss, obwohl er weiß, das er es auf und sie sind somit gefordert, neue Führungsmethoden zu leben – einem anderen Weg besser könnte? Sind das Bedingungen, die die Leadership 2.0! unsere Motivation und Kreativität, die die Unternehmen so dringend brauchen, fördern? Ich denke, die Frage beantwortet Leadership 2.0 - was zeichnet die sich von selbst… Führungskraft der Zukunft aus? Die Führungskraft 2.0 wird weiterhin verantwortlich für die Team- Der Kern der Social Enterprise Idee ist, Rahmenbedingungen zu Ergebnisse sein – nur der Weg dahin ist ein anderer, einer der die schaffen, in denen die Menschen (=Mitarbeiter) bestmöglich Menschen viel besser motiviert und dadurch bessere Ergebnisse motiviert sind und kreativ sein können. Die Aufgabe der 10
  • 12. hervorbringt. Dies bedingt, das die Führungskraft seinen Fokus Motivationsfaktoren zu erkennen, ihnen ihre individuellen verändert – weg vom Prozess, hin zum Menschen. Sie gibt nicht Wohlfühl-Bedingungen zu schaffen. mehr den Ablauf vor und kontrolliert kleinteilig ob die Mitarbeiter Ein transparenter, direkter, nicht durch Hierarchie-Filter begrenzter das “richtig” machen (und demotiviert damit viele Mitarbeiter) – Informationsfluss im Unternehmen und die Möglichkeit des sie gibt das Ziel vor und motiviert das Team, dieses Ziel offenen Austauschs über die Team-Grenzen hinweg kann hier gemeinsam zu erreichen – und zwar auf dem Weg, den die sehr förderlich sein, denn Menschen kommunizieren bekanntlich Menschen im Team mit ihren individuellen Merkmalen als den gerne und pflegen Beziehungen – und oftmals findet man neue Besten betrachten. So sind z.B. manche Menschen sehr Impulse und Lösungen an Stellen und bei Mitarbeitern, die eine gewissenhaft und detailverliebt, während andere eher die Vision ganz andere Aufgabe und Sichtweise haben. haben und andere davon begeistern können, aber bei Details Informationstransparenz ist ein Zeichen von Vertrauen, und schnell gelangweilt sind. Und während man bisher alle Mitarbeiter Vertrauen in die Mitarbeiter ist ein absoluter Motivationsfaktor. in ein Prozess-Raster presste (und damit niemanden gerecht Und Führungskräfte, die Vertrauen geben und sich Vertrauen der wurde), so ist es die Aufgabe der Führungskraft 2.0, das Team so Mitarbeiter durch Authentizität, Empathie und Zuverlässigkeit zu moderieren, dass die Menschen ihre Stärken einbringen “verdienen”, sind ein Motivationsfaktor! können und sich daraus das bestmögliche Ergebnis zusammensetzt. Denn für wen arbeiten wir lieber: Für den Chef, der sagt “ja stimmt, der Weg ist nicht ideal,   versuch den Weg den du Damit werden an die Führungskraft 2.0 neue Anforderungen vorschlägst und komm auf mich zu, wenn du Unterstützung gestellt. Es sind nicht mehr Prozess-KnowHow und Fachkenntnis, benötigst” oder für denjenigen, der sagt “So ist der Prozess, die sie zur Führungskraft “qualifizieren” – es sind vielmehr Soft- halten sie sich daran und ich erwarte bis morgen 12 Uhr Ihren Skills wie Empathie, Authentizität und Kommunikation. Dazu Bericht!” ? gehört auch, nicht mehr zwanghaft “der Beste” sein zu wollen, sondern derjenige, der die Aufgabe hat, für Bedingungen zu Fazit sorgen und die Menschen im Team so anzuleiten, das sie das Zum Abschluss möchte ich die Kernpunkte, warum ich überzeugt beste Ergebnis erzielen. Dafür braucht es die Fähigkeit, auf die bin, das Unternehmen Social Enterprise und damit auch einzelnen Menschen einzugehen, ihre Stärken, Schwächen und Leadership 2.0 brauchen, noch einmal zusammenfassen: 11
  • 13. • klassische Unternehmensorganisationen (“1.0″) berücksichtigen bekam. Für die eigene Persönlichkeitsentwicklung gibt es m. E. die individuellen Motivationsfaktoren der Mitarbeiter nicht keinen besseren Ansatz. ausreichend, weil sie Prozesse und Kontrolle in den Ich suche immer noch nach dem Knopf der ein Klicken bei Vordergrund stellen, in denen der Mitarbeiter “funktionieren” Führungskräften, die nach altem Schema führen, auslösen kann. muss Vielleicht wäre hier eine kleiner Beitrag interessant wie der • für Unternehmen, die in unserer Wissensgesellschaft nachhaltig Mitarbeiter die Unternehmenskultur positiv beeinflussen kann. erfolgreich sein wollen, sind motivierte, kreative und loyale Viele Grüße
 Mitarbeiter der Erfolgsfaktor Nr. 1 Kai • Unternehmen steigern die Kreativität, Motivation und Loyalität der Mitarbeiter, wenn sie die Menschen in den Mittelpunkt der Organisation stellen und sich zum Social Enterprise entwickeln Hallo Kai, • Ein neues Führungsverständnis “Leadership 2.0″ als ein danke für das Feedback! Ich denke, als Mitarbeiter kannst man zentrales, unverzichtbares Element des Social Enterprise – es indirekt einiges dafür tun, das sich die Führungskultur (und damit bringt das Social Enterprise zum Leben einhergehend die Unternehmenskultur) ändert, z.B.
 - bei Aufgaben, die dir gestellt werden, Vorschläge machen, wie Wie ist Ihre Meinung dazu? Ich freue mich über Kommentare, du sie im “2.0-Stil” lösen möchtest und die Eigenverantwortung Kritik und Anregungen auf allen Kanälen. bewusst einfordern und zeigen
 Kommentare - Transparenz in deinen Themen schaffen, Wissen teilen, die Hallo Dirk, daraus entstandenen Vorteile deutlich machen und “vermarkten”
 - für die Idee des Social Enterprise immer wieder werben, indem interessanter Artikel, den ich nur bestätigen kann. Ich hatte in du die Vorteile aufzeigst bzw. konstruktive Kritik übst, wenn etwas meiner beruflichen Laufbahn bisher zwei Vorgesetzte, die so aufgrund des “1.0 Stils” nicht gut funktioniert hat (weil z.B. nicht unterwegs waren (und mit ziemlicher Sicherheit noch so alle Beteiligten den gleichen Informationsstand hatten) unterwegs sind), lange bevor das Kind den Namen Enterprise 2.0 12
  • 14. Der Weg zum Social Enterprise ist primär dadurch bestimmt, das die Menschen ihre Gewohnheiten und Denkweisen ändern müssen. Menschen ändern sich von Natur aus langsam – man braucht viel Durchhaltevermögen und muss immer wieder darauf hinweisen, die Vorteile darstellen usw. Und ich denke, dass du ein einer Umgebung arbeitest, die da schon sehr weit und offen ist. 13
  • 15. @A_Christofori Astrid Christofori und Gabi Gojowsky ÜBER DIE AUTORIN In den letzten zwei Jahren haben wir uns in einer Mediationsausbildung (Mediation Astrid Christofori und Konfliktmanagement in Wirtschaft und Arbeitswelt) ausführlich mit vielen wurde 1969 in Schwelm Themen rund um das Arbeitsleben und eben auch mit dem Thema Führung geboren und lebt seit beschäftigt. 1974 – mit Unterbrechungen – in Bei Diskussionen in unserer Lerngruppe haben wir immer wieder intensiv Wuppertal. Dort hat sie diskutiert, da gerade im Zusammenhang mit der Bearbeitung von Konflikten das sich 1997 als Rechtsanwältin Thema “Führung” spannend ist. So beschlossen wir, uns an der Blogparade von selbständig gemacht. netmedia zu beteiligen. Eigentlich könnte ja alles ganz einfach sein: Ein bisschen Als Rechtsanwältin und Mediatorin berät und mehr Vertrauen in die Mitarbeiter, etwas mehr Teamarbeit und schon “fluppt” es. unterstützt Sie Menschen und Unternehmen Aber: ist das wirklich so? in vertrags- und wirtschaftsrechtlichen Fragen. 1. Was ist überhaupt “Führung”? http://www.kooperationsblog.de Es ist schwierig über Führung zu sprechen, ohne dass wir vorher klären, was wir unter Führung verstehen. Grundsätzlich umfasst der Begriff Führung sowohl den Bereich der Unternehmensführung als auch den Bereich der Personalführung.
 In beiden Bereichen geht es um die “zielorientierte Gestaltung”.
 http://www.utb-stuttgart.de/1082_Einleitung.pdf Wir werden uns in diesem Blogbeitrag mit dem Aspekt Personalführung beschäftigen. In diesem Bereich wird die zielorientierte Gestaltung oft auch als 14
  • 16. zielorientierte “Beeinflussung” bezeichnet, ein wichtiges Ziel Seminare besucht und die neueste Fachliteratur zum Thema dabei ist, die Mitarbeiter zu motivieren. „Führung“ gelesen haben. 2. Der “passende” Führungsstil? 3. Was ist denn wirklich wichtig für eine gute und zeitgemässe Mitarbeiterführung ? Im Laufe der Zeit haben sich viele unterschiedliche Führungsmodelle entwickelt. Dabei können wir von zwei völlig Wir können hier natürlich nicht in die Tiefe gehen, aber wir unterschiedlichen “Basismodellen” ausgehen – einem autoritären glauben, dass folgende Aspekte von Bedeutung sind. Führungsstil und einem kooperativen Führungsstil. Viele a. Führungsbeziehung
 Menschen – ob in der Rolle als Mitarbeiter oder Vorgesetzter – Führung findet immer in “Beziehungen” statt – der Beziehung kennen aus dem Berufsleben Situationen, in denen das Verhalten zwischen der Führungskraft und dem Unternehmen, der der jeweils “anderen” alles andere als “kooperativ” daherkommt.
 Beziehung zwischen den Mitarbeitern und dem Unternehmen und Beispielsweise bei der Termin- und Urlaubsplanung oder dem zwischen der Führungskraft und den Mitarbeitern. Sowohl die altbekannten “Machtwort” nehmen viele Menschen die Führungskraft als auch die Mitarbeiter müssen sich bewusst Führungskraft als “Hierarchie-Mensch” wahr, der/die seine/ihre machen, daß sie mit ihrem Verhalten die Beziehungen miteinander beruflichen oder auch ganz persönlichen Interessen gestalten – mal in positiver Richtung, mal in negativer Richtung. “durchdrückt”. Alles, was wir tun, wirkt sich auf diese Beziehungen aus.
 Natürlich kann eine – unreflektierte (und damit ggfs. unpassende) Wenn wir – wegen eines (nicht nachvollziehbaren) Machtwortes — Verwendung des autoritären Führungsstils langfristig negative verärgert sind, arbeiten wir weniger gut, als wenn wir eine Auswirkungen haben, z.B.: Frustration, unzureichende Entscheidung nachvollziehen können. Aber auch unsere Reaktion Arbeitsergebnisse, Unfrieden im Team, innere Kündigung und auf ein Machtwort beeinflusst die Beziehung – fragen wir nach sogar Krankheit. http://www.berufsstrategie.de/bewerbung- einer Begründung, ärgern wir uns still oder werden wir sogar laut? karriere-soft-skills/fuehrung-autoritaerer-fuehrungsstil.php b. Gelebte Unternehmenskultur
 Andererseits haben wir den Eindruck, dass viele Vorgesetzte und Welche Werte werden in Ihrem Unternehmen gelebt? Wie ist der Unternehmen heute der Überzeugung sind, bereits einen “normale” Umgangston? Wesentlich ist dabei nicht, was in den kooperativen Führungsstil zu pflegen, wenn sie entsprechende Unterlagen des Unternehmens steht oder als Image nach aussen getragen wird, sondern zu betrachten, was wir im Arbeitsalltag 15
  • 17. wahrnehmen können – gerade auch in stressigen Situationen. 4. Wege zum Wandel? Herrscht eine Atmosphäre, die von Vertrauen und Respekt Oft verspüren sowohl Mitarbeiter als Führungskräfte die getragen wird? Oder ist es “anders”? Dazu passt auch dieser Notwendigkeit einer Veränderung aufgrund von eigenen – als aktuelle Artikel. existentiell wahrgenommenen – Krisen. Dies kann eine Trennung, ein Verlust von Angehörigen, eine Erkrankung oder auch ein c. Haltung der Mitarbeiter
 Gefühl der Überlastung sein. Gerade in der Zusammenarbeit mit Jeder Mensch hat in seinem Leben schon viele Erfahrungen (externen) Beratern stellen Führungskräfte bzw. Mitarbeiter dann gemacht – mit Führungskräften, mit Unternehmen und mit oft bestimmte eigene “Reaktionsmuster” fest und erleben sich Kollegen. Diese guten und schlechten Erfahrungen bringt er an und ihre Bedürfnisse plötzlich ganz anders. seinen Arbeitsplatz mit. Daraus ergeben sich dann sehr unterschiedliche Einstellungen und Bedürfnisse der Mitarbeiter Doch auch ohne Krise können wir Menschen uns immer z.B. auch im Hinblick auf ihre Rolle. Während manche Mitarbeiter verändern. Dies setzt voraus, daß wir selber die Veränderung sehr aktiv an der Entwicklung ihres Bereiches mitarbeiten wollen wollen. Der offene und ehrliche Blick auf unser Verhalten – z.B. und Vertrauen und Respekt offensiv einfordern, gibt es andere gegenüber Mitarbeitern – ist dabei sehr wichtig. Alleine können Mitarbeiter, die Beteiligung bzw. gefragt zu werden eher als Bürde wir aber oft nicht feststellen, warum es immer wieder hakt. Die empfinden und die klare Regelungen (und manchmal sogar Begleitung durch externe Berater (z.B. durch ein Coaching) kann Anweisungen) bevorzugen. bei der Entdeckung der eigenen Landkarte sehr wertvoll sein. d. Haltung der Führungskraft
 Unser Fazit: Unabhängig vom konkreten Führungsstil ist die Frage wichtig, mit Nur wer alle Kollegen und Mitarbeiter als gleichwertige Menschen welcher grundsätzlichen Haltung die Führungskraft dem betrachtet und auch so behandelt wird angemessen führen Unternehmen und den Mitarbeitern gegenübertritt. Wovon ist das können. Wenn die gelebte Unternehmenskultur und die Haltung Verhältnis der Führungskraft zum Unternehmen und zu den der Führungskraft auf Respekt, Wertschätzung und Vertrauen Mitarbeitern geprägt? Respekt, Wertschätzung und Vertrauen basieren, ist eine echte kooperative Führung möglich. Daraus können nur langfristig aufgebaut werden. Gleichzeitig können können sich dann ungeahnte Entwicklungsmöglichkeiten für alle Widersprüche im Verhalten der Führungskraft (siehe Artikel oben) Beteiligten ergeben. zu einem langfristigen Verlust der Glaubwürdigkeit führen. 16
  • 18. @KommanichtPunkt Ben Bensen ÜBER DEN AUTOR Menschlichkeit + Geradlinigkeit = Führungskraft, oder: Ben Bensen kann vieles wie’s in den Wald hineinschallt… und eines besonders In der letzten Zeit werde ich immer wieder mit der Frage konfrontiert, wie wichtig gut: außergewöhnliche eigentlich die individuelle Leistung eines Mitarbeiters (oder in meinem Fall: eines Dinge zu den richtigen Menschen bringen. Und freiberuflichen Konzeptioners, Texters und Brainstormers) für ein Unternehmen ist, zwar genau dann, wenn bzw. welchen Unterschied ein motivierter und lernbereiter Mitarbeiter für sein sie danach suchen. Unternehmen langfristig machen kann. Und da sich die aktuelle Blogparade der „Ich bin fast wie Google. Aber wirklich nur netmedianer den Führungskräften der Zukunft widmet (und dies somit mein fast.“ Er bloggt unter zweiter Blogparaden-Beitrag generell sein wird), schlage ich nur zu gerne eine http://kommanichtpunkt.wordpress.com Brücke zu diesen Fragen und setze mich hier damit auseinander, ohne zu sehr in Richtung “Zukunft” zu gehen – immerhin hat diese ja bereits angefangen. Also: Welchen Unterschied macht die Einzelleistung einer Führungskraft für ein Unternehmen? Ich möchte an dieser Stelle etwas grundlegendes vorweg nehmen, was man nur zu oft aus den Augen verliert: bei Führungskräften, Mitarbeitern, Vorgesetzten, Vorstandmitgliedern und Unternehmensführung reden wir immer von Titeln, Qualifikationen oder Machtpositionen, aber fast nie von Menschen. Letztlich sind es jedoch immer die Menschen, die ein Unternehmen als “Interessengemeinschaft”(*) definieren und tragen. Menschliche Bedürfnisse wie Sicherheit, Fairness, Um- bzw. Weitsicht oder Zuverlässigkeit sind Bedürfnisse, die 17
  • 19. sich jeder Mensch in allen Aspekten seines Lebens wünscht – Team so zusammen, dass sich fachliche Kompetenzen ergänzen, warum also nicht auch (oder gerade) in der Arbeitswelt? Als während der menschliche, gemeinschaftliche Zusammenhalt des Führungskraft sind dies die Werte, die man gegenüber seinen Teams durch die gemeinsame Aufgabe gestärkt wird. Ach ja, und Mitarbeitern leben sollte; nicht (nur), weil es das Unternehmen klare Verhältnisse schaffen sie auch noch, wenn es um die vorschreibt, sondern weil man es sich von seinem eigenen Aufgabenverteilung anhand von Kernkompetenzen geht. Klingt Vorgesetzten ebenfalls so wünschen würde. Es hilft ungemein, nach einem Theorie-Masterplan, oder? Klar. Theorie eben. wenn man selbst mal weisungsbefolgend war und so erkennt, Knackpunkt ist, dass man dies nur durch Erfahrung lernen kann was die Bedürfnisse der Mitarbeiter sind, um zu erkennen, wie und nicht, in dem man Bücher liest oder einen VHS-Kurs besucht. man mit ihnen umgehen sollte. Wer seine Mitarbeiter fair Auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter individuell einzugehen, ohne behandelt, seinen Worten Taten folgen lässt, keine Unterschiede das Unternehmensinteresse und die Interessen der anderen in Sachen Wertschätzung macht und sich menschlich und Mitarbeiter außer Acht zu lassen, ist eine große Kunst, die man verständnisvoll verhält, hat bereits die halbe Miete zur guten nur bedingt erlernen kann. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, Führungskraft. Boni oder Belohnungen im Rahmen von Sonder- dass man über die Arbeit hinaus ein sensibles Gespür für oder Zusatzaufgaben funktionieren in diesem Zusammenhang Menschen und hohe soziale Kompetenz haben muss, um sich in meines Erachtens nach nur bedingt und sind eher etwas wie diesem vermeintlichen Haifischbecken erfolgreich aufhalten zu zusätzliche, aber niemals primäre Motivation, um ein ganzes können. Team zu motivieren. Bei aller Theorie möchte ich an dieser Stelle ein praktisches In einem detaillierten, optimalen Szenario bedeutet das, dass Beispiel bringen, um zu untermauern, dass für mich Führungskräfte im Rahmen ihrer Tätigkeit sowohl fachliche “Menschlichkeit und Geradlinigkeit” als Führungsstil wirklich Kompetenzen als auch sozialen Talente ihrer Mitarbeiter richtig funktionieren. Zugegebenermaßen entbehrt dieses Beispiel einschätzen und für alle Beteiligten gewinnbringend einsetzen, jeglicher Objektivität. Dennoch hoffe ich, dass Sie nachvollziehen bzw. koordinieren. Dennoch sollten sie den wirtschaftlichen Erfolg können, warum ich es für diesen Beitrag gewählt habe: des Unternehmens geradlinig verfolgen und sich ihr Team so In meiner sehr abwechslungsreichen Berufslaufbahn hatte ich zusammenstellen, dass Ideologie und Charakter zum Team einige Vorgesetzte, die ich auf den Mond hätte schießen wollen. passen. Zusätzlich erkennen und definieren wirklich gute Sie dachten wohl im Sinne des Unternehmens, erkannten aber Führungskräfte die Bedürfnisse des Teams, bzw. stellen sich ihr 18
  • 20. trotz diverser Mitarbeitergespräche nicht die Unzufriedenheit der sehr wohl der Chef ist, nach dessen Pfeife das Team zu tanzen Mitarbeiter, bzw. taten diese als Begleiterscheinungen ab und hatte – auch, wenn es mal unangenehm wurde. Wie Sie sich hielten sich somit selbst den Rücken frei. Dies ist absolut vorstellen können, machten diese Attribute Herrn Becker bei nachvollziehbar, standen diese Chefs teilweise unter enormen seinen Mitarbeitern entsprechend beliebt (und bei seinen Druck von “oben”, bzw. wussten sich nicht anders zu helfen, als Vorgesetzten gefürchtet), wenngleich beide Seiten ihn den Druck nach unten abzugeben. Dennoch gab es in einem respektierten. Seine Mitarbeiter und Kollegen wussten eben, dass Metallverarbeitungsunternehmen eine Führungskraft (nennen wir er auch absolut anders kann, wenn er das will – weitsichtig, wie er ihn “Herr Becker”), die es verstand, seine Mitarbeiter im war, wollte er eben nur nicht. unternehmerischen Sinne zu motivieren und dennoch einen Warum ich das alles schreibe? Weil das Interessante an der großen Teil Menschlichkeit in das Arbeitsverhältnis einfließen zu Sache die Tatsache war, dass der eigentliche Arbeitsinhalt völlig lassen. egal war und man trotzdem gerne zur Arbeit ging. Erfüllende Herr Becker vermittelte seinen Mitarbeitern das Gefühl, nicht nur Tätigkeit? Fehlanzeige. Im Gegenteil: es war (zumindest in “einer von vielen”, sondern durch den persönlichen Einsatz meinem Fall) eher eine Helfer-Tätigkeit, die recht stupide war und innerhalb seines Teams wichtig für den Erfolg des Unternehmens mich im Prinzip sogar unterforderte; weder eine Arbeit, die man zu sein, ohne besonders hervorgehoben werden zu müssen. Er sich als Hobby aussuchen würde, noch etwas, was man mit legte großen Wert auf “seine Leute” und war für sie da, ohne sie großer persönlicher Genugtuung getan hätte. Als Mitarbeiter von dabei sprichwörtlich in Watte zu packen und hatte stets ein Herrn Becker hatte man trotzdem die Chance, die eigenen Talente offenes Ohr, wenn es um persönliche Belange ging. Natürlich an der richtigen Stelle ausspielen, um sich damit für größere stauchte er sein Team auch zusammen, wenn es nicht den klaren Aufgaben zu empfehlen. Und die bekam man auch, wenn man Vorgaben entsprechend arbeitete oder es sich hängen ließ. Herr gut war. Mehr “Belohnung” brauchte es nicht. Letztlich war es Becker machte sich für seine Leute stark bzw. verteidigte es vor nicht die Arbeit, die toll war, sondern eher die Erkenntnis, seinen Vorgesetzten, wenn Kompetenz oder Arbeit in Frage wertgeschätzt und gefordert / gefördert zu werden. Gerade gestellt wurden. Aufgrund seiner hohen fachlichen und sozialen deshalb mochte ich es sehr, für Herrn Becker zu arbeiten. Und Kompetenz und seiner Persönlichkeit war er geradlinig und direkt, wer das schafft, ist eine gute Führungskraft. Oder würden Sie sich aber stets fair und korrekt. Er war gefühlt “einer von uns”, ohne acht Stunden täglich für schlechtes Gehalt für eine dabei auch nur den leisesten Zweifel daran zu lassen, dass er unterfordernde Arbeit irgendwo hinstellen und hätten danach 19
  • 21. sogar noch Lust auf Überstunden? Eben. Das war nicht Verdienst was sowohl in die positive, als auch in die negative Richtung des Unternehmens, sondern von Herrn Becker. Dass dies jedoch gehen kann. Je größer die Verantwortung der Führungskraft ist, für das Unternehmen mehr als gut war, können Sie sich umso mehr sind menschliche Werte wichtig für den Umgang mit vorstellen. Mitarbeitern und Vorgesetzten. Mit menschlichen Werten und korrektem Führungsstil erarbeitet man sich den Respekt seiner In meiner jetzigen Tätigkeit als freiberuflicher Dienstleister habe Mitarbeiter, durch welchen man neben der wichtigen fachlichen ich sehr viel dieser damaligen Arbeitseinstellung mit einfließen Qualifikation den Charakter der eigenen Arbeit und auch den lassen: Wenn ich Zusagen mache, sind diese verbindlich (also: Charakter des Unternehmens untermauert. Und Charakter ist das, Zuverlässigkeit und Sicherheit). Im Rahmen der mir vom Kunden was ein Unternehmen eben nicht nur kurzfristig, sondern auch zugeteilten Kompetenz treffe ich Entscheidungen immer im Sinne langfristig erfolgreich machen wird. des Kunden, ohne dabei die Interessen etwaiger Lieferanten wie Designern oder Entwicklern zu vernachlässigen. Dabei bin ich Neben meinem Beitrag gibt es natürlich noch diverse andere entweder ein kompromisslos harter Hund oder eine helfende Beiträge der Blogparade, die sich mit dem Thema sicherlich völlig Hand, aber immer fair. Und da ich in dieser Situation sowohl anders auseinandersetzen. Gespannt auf diese Beiträge Auftragnehmer (also: Mitarbeiter), als auch Auftraggeber (also: beschließe ich diesen Beitrag so förmlich, wie ich ihn begonnen Vorgesetzter) bin, brauche ich meinen eigenen Stil und meine hatte und bedanke mich für’s Lesen – empfehlen Sie mich weiter! eigene Form von Begeisterungsfähigkeit, um über all die (*) Das Wort “Interessengemeinschaft” war hier übrigens bewusst Interessen der anderen Parteien hinaus meine eigenen Interessen gewählt. Im Prinzip gründet man oder arbeitet in einem und den Anspruch an meine Arbeit beizubehalten. Wenn das der Unternehmen aus dem Interesse heraus, vom wirtschaftlichen Herr Becker lesen würde, wäre er bestimmt stolz auf mich Ertrag leben zu können. Und so seltsam es sein mag: (wüsste aber, dass ich das noch besser kann – so isser halt, der Unternehmen unterscheiden sich oftmals dadurch, dass dieses Herr Becker). Grundinteresse entweder den kleinsten gemeinsamen Nenner Zusammenfassend und abschließend möchte ich wieder zu dem oder auch den größten gemeinsamen Teiler der zurückkehren, was ich eingangs schon hervorhob:
 Mitarbeiterinteressen darstellt. Die Einzelleistung einer Führungskraft in einem Unternehmen hat unmittelbare Auswirkungen auf den Erfolg des Unternehmens, 20
  • 22. @tobiasmitter Tobias Mitter ÜBER DEN AUTOR Der Erfolg von Führungskräften wird meist über abstrakte finanzielle und operative Tobias Mitter hat Kennzahlen bewertet. Dabei wird übersehen, dass Führungskräfte daran zu Informations- messen sind, ob sie ihr Team dazu bringen, das Maximum zum wissenschaft an der Unternehmenserfolg beizutragen. Auch dafür gibt es bei vielen Mitarbeitern an Universität des unterschiedlichen Standorten unterschiedliche Werkzeuge, um Team-Enablement Saarlandes studiert und arbeitet seit 10 Jahren zu messen; vom 360°-Feedback über Assessment Centers bis zu mit Unternehmen am Mitarbeiterumfragen haben aber alle eines gemeinsam: sie geben der Arbeitsplatz der Zukunft. Führungskraft nur punktuelles Feedback. Reicht dies in volatilen Zeiten aus? Wäre Er beschreibt die Chancen sozialer Vernetzung im Unternehmen in seinen Blogs nicht vieles einfacher, wenn Manager Informationsdefizite, mangelnde oder falsche und ist dazu regelmäßig als Speaker und Fokussierung und Probleme in der Zusammenarbeit unmittelbar bemerken würden Panelteilnehmer gefragt. statt Monate später? http://www.netmedia.de/ Dabei ist die Situation in vielen Unternehmen noch schlimmer: Die Kommunikation funktioniert nicht nur vom Team zur Führungskraft nicht, sondern auch umgekehrt. In unseren Analyseprojekten gibt es immer wieder den Moment, in dem die Ergebnisse der Führungskraft zeigen was für ein falsches Bild ihre Mitarbeiter - und auch die direkte nächste Ebene - von ihnen, ihren Zielen, Überzeugungen und Wissensstand haben. So ist wenig verwunderlich, dass bestimmte Informationen gar nicht mehr zur Führungskraft gelangen - das gut gemeinte Filtern verzerrt das Bild der echten Lage. 21
  • 23. Startups kennen diese Probleme nicht: Bei geringen Allen Börsen-Problemen eines Facebook zum Trotz: Soziale Mitarbeiterzahlen ist der persönliche Kontakt und der permanente Vernetzung ist bereits ein fester Bestandteil dessen wie wir leben Abgleich problemlos möglich. Sind Unternehmen ab einer und arbeiten. Es ist Zeit die taktischen Experimente zu beenden gewissen Komplexität dazu verdammt diese Probleme - trotz aller und sich ernsthaft die Frage zu stellen, wo sie das eigene Managementinstrumente - zu akzeptieren? Die Lösung wäre im Unternehmen voran bringen kann. Und was sich in den Köpfen, Grunde einfach: immer wieder Gespräche und Gesprächsmustern der Unternehmenskultur und im Arbeitsalltag dafür ändern muss. verfolgen können und sofort antworten und damit auch eingreifen Dies ist heute die Aufgabe der Führungskraft für die Zukunft des können. Gibt es das nicht irgendwo schon? Aber ja: In sozialen Unternehmens. Netzwerken passiert genau das. Und der Zulauf dieser Plattformen zeigt dass ein ur-menschliches Bedürfnis angesprochen und ins global vernetzte Zeitalter gehoben wird. Davon müssen Unternehmen für ihre interne Zusammenarbeit lernen: Weil junge Mitarbeiter sich sonst in eine Steinzeit von “Zusammenarbeit” versetzt fühlen und innerlich kündigen oder einfach gehen. Und weil andere Unternehmen die Chance, in volatilen Zeiten flexibler und klüger zu werden, nicht verstreichen lassen. Der Haken: Keine Checkliste oder Zertifizierung “implementiert” erfolgreiche soziale Vernetzung im Unternehmen. Es muss sich etwas in den Köpfen ändern - diese Aufgabe lässt sich nicht delegieren. Einfachen Heilsversprechen von Software- Anbietern, Social Media Plattformen, etc. sollte man daher mit gesunder Skepsis begegnen. Es gibt Methoden für einen klaren Weg zur sozialen Vernetzung - aber keine Blaupausen. 22
  • 24. Kapitel 2 Außen- ansichten Karla, Schülerin Tina Krogull, Tierpsychologin Mario Hannecken, Informationsmanagement & Web-Entwickler Astrid Christofori, Rechtsanwältin & Mediatorin
  • 25. @KarlaZwitschert Karla ÜBER DIE AUTORIN Zu mir: Ich bin die Karla, 15 Jahre alt, Schülerin eines Gymnasiums und mache Karla ist 15 Jahre alt, hier mit, weil ich mir für die Zukunft gute und kompetente Chefs wünsche. Und Schülerin und liebt den wer weiß, vielleicht ist einer von denen ja unter den Lesern? ^^ Frühling, ihre Freunde, shoppen, das Internet Als mein “Arbeitsumfeld” nehme ich einfach mal die Schule bzw. die und die Bloggerei, Buchhandlung, in der ich mal ein Praktikum gemacht habe (nur so am Rande – das London und Berlin, ist nicht zu empfehlen), einige der Situationen lassen sich sicherlich auf den Reisen an sich, Süßes, Skype, Musik, Bücher, “normalen” Arbeitsalltag übertragen. die Farbe Grün, Gerbera. Als motivierend empfinde ich es persönlich immer, wenn das, was ich mir Sie bloggt seit mehr als vier Jahren und hatte ausgedacht habe, funktioniert bzw. richtig ist, egal, ob nun ich allein oder eine bereits fünf verschiedene Blogs - und führt trotzdem ein „richtiges“ Leben. Gruppe das Lob dafür bekommt, solange mir bewusst ist, dass dieser Erfolg mir zu verdanken ist. http://dasgelbeschaf.wordpress.com Demotivierend sind gewisse Reden, die unsere Lehrer gerne und oft halten und die jeder kennen dürfte (á la “…und dann kommt noch dies, und dann kommt noch das, und das alles wird viiiieeel schwieriger als alles, was ihr bisher gemacht habt.”) Super. Uns allen ist bewusst, dass der Stoff schwieriger wird, aber es ständig unter die Nase gehalten zu bekommen, weckt bei einigen nur den Drang, langsamer zu arbeiten, um bei dem machbaren Stoff zu bleiben. Ebenfalls schrecklich ist unsere Lehrerin für Biologie. Von ihr hören wir jede Stunde, dass wer in Biologie nichts auf die Reihe bekommt auch im Studium und im 24
  • 26. Arbeitsleben nichts erreichen wird. Natürlich sind Mitosen nicht Wie schon gesagt sollte eine Führungskraft mit den Mitarbeitern das, was in jedem Fachgebiet benötigt wird, aber wöchentlich arbeiten und sie nicht von oben herab beherrschen. Sie sollte die seine misslungene Zukunft prophezeit zu bekommen, ist alles Aufgaben klar verteilen und auch darauf achten, bei wem welche andere als motivierend. Talente liegen, anstatt wahllos mit Aufträgen um sich zu werfen. Läuft etwas schief, muss die Führungskraft unter Umständen Wir bekommen von der Schule natürlich kein Geld und keine auch Fehler eingestehen. Ein Chef sollte die Mitarbeiter kennen, Autos, aber manchmal sind die Lehrer so nett uns eine zwar nicht ihr bester Freund sein, aber es sollte zumindest eine Freiarbeitsstunde, Filme oder Hausaufgabenfrei anzubieten, vertraute und vertrauenserweckende Atmosphäre herrschen. Eine wobei mir letzteres am liebsten ist. Weil: Am “Arbeitsplatz” will ich Bekannte hat einmal von einem Grillfest, das ihr neuer Chef meinen Job machen, meine Freizeit will ich selbst gestalten. Das veranstaltet hat, erzählt. Er war den Mitarbeitern erst suspekt und wird leider durch die Hausaufgaben oft eingeschränkt. Wir alle die Arbeit ging nicht mehr voran, aber nach dem Fest lief alles haben verschiedene Hobbys und freiere Freizeitgestaltung ist aus besser und man kam gut mit einander aus. Das Team stärken, meiner Sicht eine bessere Belohnung als z.B. ein Film, den man you know? sich sonst nie angesehen hätte. Das Leben verläuft immer mehr online, das sollte mittlerweile Können Lehrer motivieren? Die meisten ganz klar nicht. Aber bekannt sein. Was Führungskräfte von ihnen unbedingt lernen einige haben glücklicherweise ein Talent dafür, sich in soweit an sollten? Dass sie omnipräsent, aber abschaltbar sein sollen. Ein ihre eigene Schulzeit zu erinnern, als dass sie verstehen, wie sich Chef, der immer für einen da ist, aber sich nicht aufdrängt – das Schüler fühlen. Wenn sie dann noch überzeugend mitteilen wärs doch. können, wo der Nutzen eines bestimmten Themas liegt, bin ich meist um einiges motivierter als wenn ich davon ausgehen würde, dass ich den Stoff nach dem nächsten Test eh wieder vergessen kann. Soll heißen, eine Führungsperson sollte nicht von oben herab sondern aus der Mitte des Teams heraus vorgehen und nicht den Eindruck erwecken, die Mitarbeiter würden ein Projekt nur zum Nutzen ihres Vorgesetzten erarbeiten. 25
  • 27. Abschnitt 2 Tina Krogull ÜBER DIE AUTORIN Wieder bin ich durch Bianca Gade von netmedia zu dieser Blogparade gekommen. Die engagierte Das Thema dieses Mal “Was zeichnet die Führungskraft der Zukunft aus?”. Tierschützerin bloggt in Ein paar Fragen, die als Vorlage dienen, versuche ich einfach mal zu beantworten: mehreren Blog und ist eine Stelle Dich kurz vor: Wer bist Du? Was machst Du? Aus welcher Perspektive leidenschaftliche schreibst Du? Und was reizt Dich daran an der Blogparade mitzumachen?
 Taucherin. Ich heiße Tina und bin seit ein paar Jahren in Nebentätigkeit – ehemals Sie bloggt (unter anderem) unter Webdesign, jetzt Katzenpsychologie – selbständig.
 http://www.mis-cel-la-ne-ous.de/ Ich will versuchen sowohl aus der Mitarbeiterperspektive als auch aus der Selbständigkeitsperspektive zu schreiben.
 Diesen Blog hier – Miscellaneous – habe ich im letzten Jahr gestartet, weil ich an der ersten Blogparade teilnehmen wollte und meine Katzen-Blogs sich für das Thema nicht wirklich eignen. Welche persönlichen Situationen (z.B. aus Deinem Arbeitsumfeld) wurden als sehr motivierend, welche als sehr demotivierend empfunden?
 Als motivierend empfinde ich es in meiner jetzigen Tätigkeit als Katzenpsychologin, wenn ich Katzenhaltern und ihren Katzen bei “Missverständnissen” helfen kann.
 Als demotivierend empfinde ich Situationen, in denen mein Rat nicht akzeptiert wird, obwohl Rat und Hilfe von mir angefragt wurden. 26
  • 28. Wie wichtig sind Dir Belohnungen wie Karriere, Geld und Auto, Welche Rolle muss die Führungskraft einnehmen / was kann sie etc.?
 tun, um die Unternehmenskultur positiv zu beeinflussen?
 Aus der Selbständigkeitsperspektive sind Karriere, Geld und Auto Eine Führungskraft sollte versuchen, die Mitarbeiter zu motivieren. in so fern wichtig, als dass alles irgendwie zum Lebensunterhalt Den Mitarbeitern zu helfen, sich zu entwickeln und auch Ideen gehört.
 von Mitarbeitern aufgreifen und zusammen mit den Mitarbeitern Aus der Mitarbeiterperspektive ist es eine schöne und nach umzusetzen. außen sichtbare Belohnung, wenn man z. B. in den Genuss eines Was sollten Führungskräfte aus Deiner Sicht von sozialen Firmenwagens kommt. Das Geld “wächst” mit der Karriere. Ich Netzwerken im Internet unbedingt lernen?
 denke, die meisten Mitarbeiter streben durchaus nach einer Das Wort “netzwerken” sagt schon viel aus. Es gibt passend dazu Karriere. Der ein oder andere legt sein Leben darauf aus in 10 den Spruch, dass jeder jeden um sechs Ecken kennt. Auch trifft Jahren das und das erreicht zu haben. Aber natürlich gibt es auch man sich immer zweimal im Leben. Mitarbeiter, die sich in ihrem Job wohlfühlen und gar nicht mal so sehr hinterher sind die Leiter stark rauszuklettern. Die Motivation Aus meiner persönlichen Sicht zeichnet die Führungskraft der ist bei jedem anders und auch denjenigen, die nicht die Zukunft aus, dass sie sich ihrer Position als Führungskraft bewußt Karriereleiter schnell raufklettern wollen, ist Respekt zu zollen, ist, aber trotzdem auf die Mitarbeiter eingeht und sie richtig den auch sie machen ihre Arbeit, sind ein Teil des Ganzen. motiviert und auch keine Angst davor hat, dass ein Mitarbeiter die Führungskraft ersetzen könnte. Wie kann Dich Deine Führungskraft motivieren? Z. B. um neue Ideen einzureichen, um neue Projekte anzugehen oder um Dich weiter zu bilden? Kann sie es überhaupt?
 Mitarbeitermotivation ist bestimmt nicht einfach. Die Führungskraft muss sich dafür auf jeden Einzelnen einlassen und die Stärken und Schwächen kennen, um die richtige Motivation zu finden. Haben Mitarbeiter einen gewissen Freiraum sich zu entwickeln, ist das eine Art von Motivation. Andere brauchen sicher die Führung, um zu sehen, wie sie sich weiterentwickeln könnten. 27
  • 29. @blariog_bc Mario Hannecken ÜBER DEN AUTOR Stelle Dich kurz vor: Wer bist Du? Was machst Du? Aus welcher Perspektive Nach dem Studium als schreibst Du? Und was reizt Dich daran an der Blogparade mitzumachen? Informationsmanager arbeitet Mario Wer ich bin? Mario H. Hannecken derzeit als Internet-Entwickler Was ich tue? Einen neuen Job im Projektmanagement suchen. (PHP, Typo3). Welche Perspektive? Vom nicht-führenden zum führenden Arbeitnehmer bewege Eigentlich aus ich mich mehr und mehr, wobei ich viele Jahre nicht geführt habe. Andererseits Ostfriesland lebt er nach einer Zwischenstation in Hannover seit mache ich gerade eine Fortbildung zum Projektmanager und dabei muss ich mich kurzem in Oberbayern, München. freilich auch mit den Themen dieser Blogparade beschäftigen. Er bloggt unter http://www.blariog.net Warum mache ich hier mit? Weil ich Blogparaden mag. Weil ich Bianca mag Weil ich das Thema hochspannend finde. Welche persönlichen Situationen (z.B. aus Deinem Arbeitsumfeld) wurden als sehr motivierend, welche als sehr demotivierend empfunden? Wenn ich so an meine eigene Geschichte denke, fällt es mir relativ leicht, die Teile zu abstrahieren, die mich motivierten bzw. demotivierten. Motivation • Entscheidungen fällen (und ggf. auch vertreten) lassen 28
  • 30. • als Experten anerkennen Nicht, dass ich etwas dagegen hätte. Ich habe den Laptop schon häufiger mit nach Hause genommen, um noch etwas zu Demotivation erledigen, zu testen oder ähnliches. Man muss sich nur darüber • das Gegenteil vom obigen im Klaren sein, dass das Unternehmen einen Grund hat, diese Geräte auszugeben. • den Menschen nicht als solchen mit eigenen Interessen und Bedürfnissen anerkennen Karriere Wie wichtig sind Dir Belohnungen wie Karriere, Geld und Da stellt sich die Frage, wie der Begriff verstanden werden soll. Auto, etc.? Wenn wir “Karriere” als bestpassendste Verantwortungserweiterung verstehen, ist das für mich perfekt. Geld/Bonus Ich weiß, es klingt ein wenig verschwurbelt, aber wenn Karriere nur der Weg nach oben ist, d.h. Personalverantwortung, dann ist Ein Arbeitgeber hat nichts zu verschenken, das sollte dem es nicht immer die beste Lösung. Jeder kennt Leute, die Experten Mitarbeiter, der Mitarbeiterin klar sein. Der klassische Bonus ist sind, aber eben nicht führen können. Solche Leute sollten ein Zeichen des Misstrauens: der Arbeitgeber denkt, der Fachverantwortung bekommen, also sich weiterbilden in dem Arbeitnehmer würde sich nicht richtig anstrengen für das normale Bereich, in dem sie Experten sind (1&1 z.B. sieht diese Gehalt und legt deshalb noch etwas drauf. Andererseits werden Möglichkeit explizit vor). Ziele manchmal eher hoch gesetzt, sodass der Arbeitnehmer versucht ist, Überstunden zu machen, um diese zu erreichen. Wie kann Dich Deine Führungskraft motivieren? Z. B. um Überstunden werden normalerweise nicht bezahlt, sodass der neue Ideen einzureichen, um neue Projekte anzugehen oder Bonus die Bezahlung bildet. um Dich weiter zu bilden? Kann sie es überhaupt? Laptop/Handy zur Privatnutzung Ein Dritter kann nicht motivieren, das kann der Betreffende nur Wer lässt sein Firmenhandy nach Feierabend im Rollcontainer selbst. Aber man kann ein motivierendes Umfeld schaffen.
 bzw. nimmt es nicht mit nach Hause? Ergo: warum gibt das Um an neue Ideen zu kommen, muss ein Arbeitgeber “nur” dafür Unternehmen Handys aus?
 sorgen, dass diese auch angenommen werden. Ich denke, dass Beim Laptop ist es das gleiche.
 den meisten Menschen die Prämie, die es bei einigen 29
  • 31. Unternehmen gibt, nicht so wichtig ist. Wichtiger ist, dass die Kündigung wegen Personalabbaus. (Ich möchte weder in der Menschen merken, dass sie ernst genommen werden, dass ihre Haut des Vorgesetzten noch in der des Untergebenen stecken.) Ideen ankommen, dass sie etwas bewegen können. Konklusion Bei der Fortbildung ist es mit mir allerdings am einfachsten: wenn Ein Mitarbeiter wird in zwei Währungen bezahlt, mit der einen mein Arbeitgeber mir die Fortbildung zahlt, nehm ich auch Urlaub. sorgt er für sein Leben, mit der anderen für sein Wohlbefinden. Aktuell würde ich ganz gern IPMA 4-L-Q machen oder auch das Die eine wird in Euro berechnet, die andere inWertschätzung. V-Modell XT. Allerdings ist beides nicht gerade billig und da würde ich mir wünschen, dass mein Arbeitgeber mich da finanziell Die andere Seite unterstützt. Selbstverständlich muss man sich diese Möglichkeiten auch Was sollten Führungskräfte aus Deiner Sicht von sozialen verdienen. Als ich ein Team führte, fragte ich bei Problemen Netzwerken im Internet unbedingt lernen? (genauso wie ich es gelernt hatte) “warum ist das so? Ich möchte es nur verstehen” und bekam nie eine Antwort. Für mich war das Wenn man bedenkt, dass ich facebook erst vor kurzem den frustrierend, weil ich ja auch der Firmenleitung berichten musste.
 Rücken gekehrt hatte, weil es mir zu oberflächlich war, fällt mir In diesem Sinne muss auch der “einfache” Arbeitnehmer diese Frage sehr leicht: nicht oberflächlich sein. Wer die Frage bedenken, dass auch er eine Quelle der Motivation ist – für die “wie war dein Wochenende?” stellt, muss auch bereit sein, sich Kolleg_innen auf der gleichen Ebene, aber auch für die mit der Antwort zu beschäftigen. Und das kann eben auch Vorgesetzten. bedeuten, eine Entgegnung zu “meine Mutter ist gestorben” zu finden, die über ein geheucheltes “Beileid” hinausgeht. Des Weiteren sollten Führungskräfte sich nicht bei facebook mit ihren Untergebenen befreunden bzw. es hierbei nicht übertreiben. Es gibt Grenzen zwischen Hierarchien, diese haben einen Sinn und sollten nicht unnötig eingerissen werden. Beispiel: gestern habe ich noch mit meinem Abteilungsleiter über ein lustiges Video gewitzelt, heute überreicht er mir die 30
  • 32. @A_Christofori Astrid Christofori Gedanken zum Thema 
 ich es verstanden – für die weitere Diskussion der “Ehrenamt und gute Führung” Vorgehensweise beim nächsten Treffen sein. Als Selbständige ohne Angestellte erlebe ich Führung meist aus Vor dem nächsten Treffen habe ich also ausführlich das Protokoll einer Betrachterperspektive und eher selten konkret auf mich des Treffens gelesen, für mich Begriffe geclustert, um sie bezogen. Die Frage, was mich motiviert bzw. demotiviert, fiel möglichen Vorgehensweisen und Vor- und Nachteilen dieser daher erst jetzt auf „fruchtbaren“ Boden. Denn: Ich bin gerade Vorgehensweisen zuzuordnen. Aber: als ich – aus meiner Sicht demotiviert! Warum: weil auch ehrenamtliche Arbeit gute Führung gut vorbereitet – zu dem Treffen kam hing dort eine braucht. Tagesordnung, die dieses Thema überhaupt nicht ansprach. Ich Konkret: Ich habe in den letzten Monaten aus Interesse am war verwirrt. Hatten wir nicht ausdrücklich beim letzten Mal Thema an ehrenamtlichen Treffen zum Thema Mediation besprochen, dass…? teilgenommen. Die Gruppe, die ich besuchte, ist anscheinend Glücklicherweise war ich in meiner Verwirrung nicht alleine… So dabei sich neu zu finden bzw. zu organisieren. Eigentlich eine sprachen wir dann – zumindest einen Teil der Zeit – über dieses tolle Chance für mich, mitzuarbeiten und mich einzubringen – für die Gruppe wichtige Thema. Ja, ich wagte mich sogar vor und dachte ich zumindest. bot an, dass wir die Tagesordnung für das nächste Treffen Beim ersten Treffen haben wir Erwartungen an die Gruppenarbeit gemeinsam erarbeiten (und ich dies koordiniere), um die allen gesammelt – eine gute Vorgehensweise, die auch zu vielen Teilnehmern wichtigen Punkte anzusprechen. Dieser Vorschlag interessanten Ideen und Ansätzen führte. Ich fühlte mich bei der wurde angenommen. Frage allerdings etwas überfordert, da ich die Gruppe gar nicht Gesagt, getan – ich habe kurz nach Erhalt des Protokolls eine kannte und so Schwierigkeiten hatte, meine Erwartungen zu (wie ich finde) nette Email geschrieben, in dem ich alle formulieren. Die Sammlung sollte der Ausgangspunkt – so hatte 31
  • 33. Interessierten zur Mitarbeit an der Tagesordnung eingeladen Ja, sicher – man kann an diesen Punkten arbeiten und ich werde habe. Um Vorschläge (ohne Namensnennung) zu sammeln habe gespannt verfolgen, wie die Gruppe sich entwickelt. Aber etwas ich ein Etherpad eingerichtet. Ja, vielleicht war das des Neuen zu mehr „Kommunikation“ hätte aus meiner Sicht zu etwas weniger viel… Aber: was dann passierte hat mich doch überrascht. Eine „Irritation“ geführt. Woche nach meinem Email erhielt ich eine Email des Vorstandes Jetzt werden Sie sich fragen, was das mit meinem Bedürfnis nach mit einer Tagesordnung im Entwurf. Ja, richtig – mit einer guter Führung zu tun hat. Viel – sogar viel mehr, als ich Tagesordnung im Entwurf. Ich war – wieder mal – verwirrt. Sollte ursprünglich dachte. Dies ist mir allerdings erst klargeworden, als nicht ich…? Das Protokoll des letzten Treffens behauptete ich diesen Blogbeitrag geschrieben habe: unverändert, dass ich diese Aufgabe übernommen hatte, aber… Und nein, das „Gruppenthema“ war wieder nicht auf der Führung ist die zielgerichtete Gestaltung. Gerade bei der Tagesordnung. Können Sie sich vorstellen, wie ich mich in dem ehrenamtlichen Arbeit möchten wir gemeinsam das (hoffentlich) Moment fühlte? gemeinsame Ziel erreichen. Natürlich werden zu einem bestimmten Zeitpunkt Aufgaben und konkrete Nun ja, dies ist nun ein paar Tage her und ich schnaube Verantwortlichkeiten „verteilt“ – z.B. durch die Wahl von mittlerweile nicht mehr ganz so laut. Aber demotiviert bin ich Vorständen in Vereinen oder auch „nur“ durch die Festlegung, wer schon irgendwie. Warum? sich um welche Bereiche bzw. um welche Aufgaben kümmert. • ich hätte mir eine kurze Begründung/Information zu der vom Eine rein „hierarchische“ Wahrnehmung dieser Ämter und Protokoll abweichenden Vorgehensweise gewünscht. Vielleicht Aufgaben (im Sinne von „ich bin hier der Chef“) mag in akuten Notfällen angemessen sein, sie führt aber im Normalfall nicht zur • ich fühle mich nicht ernst genommen begeisterten Mitarbeit aller Interessierten und zu einem Gefühl • ich fühle mich nicht auf Augenhöhe behandelt von Respekt und Vertrauen. Gerade die unter Mediatoren immer wieder angesprochene „Augenhöhe“ geht verloren, wenn • ich zögere jetzt, weitere Vorschläge zu unterbreiten („was, wenn Amtsträger/Verantwortliche ohne – nachvollziehbaren – Grund es wieder so läuft…“) gemeinsam getroffene Entscheidungen revidieren bzw. nicht umsetzen. Führt ein autoritärer Führungsstil schon im • mein Vertrauen in Beschlüsse und Protokolle der Gruppe ist unternehmerischen Bereich oft zu Frustration und Unfrieden im „etwas“ eingeschränkt… 32
  • 34. Team (s. Blogbeitrag), so sind die Auswirkungen im ehrenamtlichen Bereich oft noch gravierender. Hier haben die Interessierten nämlich – statt „Dienst nach Vorschrift“ zu leisten – auch die Möglichkeit, sich gar nicht mehr einzubringen oder nicht mehr zu den jeweiligen Treffen zu kommen. Wenig Engagement und hohe Fluktuation der Teilnehmenden können hier die längerfristig sichtbaren Folgen sein, die bei allen – Verantwortlichen und Interessierten – zu großer Enttäuschung und auch Belastung führen. Gute Führung im Ehrenamt bedeutet nicht, dass alle Vorschläge angenommen und alle Ideen begeistert verfolgt werden müssen – es erfordert aber Respekt und Vertrauen gegenüber allen, die teilnehmen bzw. sich einbringen. Dazu gehört meines Erachtens auch, dass von der Gruppe geäußerte Anliegen (z.B. wichtige Themen) vorrangig behandelt werden, damit die Gruppe gemeinsam erfolgreich arbeiten kann. Ich weiß, dass gute Führung – sowohl im unternehmerischen Bereich als auch im Ehrenamt – schwierig ist und dass wir alle immer wieder an diesem Thema arbeiten müssen. Ich wünsche mir aber, dass ich in der gemeinsamen Arbeit Respekt, Vertrauen und den Umgang auf Augenhöhe erleben kann. Nur dann habe ich das Vertrauen und die Motivation, selber Verantwortung für die gemeinsame Arbeit der Gruppe zu übernehmen. 33
  • 35. Zur Entstehung dieses E-Books Dieses E-Book ist im Rahmen einer Blogparade der netmedianer anlässlich des IOM Summit 2012 in Köln entstanden. Das IOM Summit ist die Konferenz zum Informations- und Organisationsmanagement mit dem Leitthema „Arbeitsplatz der Zukunft“ für 2012. Die netmedianer sind als Premium Partner in die Organisation und Programmgestaltung an der Konferenz beteiligt. xxxiv
  • 36. Blogparade Bei einer Blogparade lädt ein Blog-Betreiber die Leser des Blogs ein zu einem festgelegten Thema in ihren eigenen Blogs Beiträge zu veröffentlichen. Alle Veröffentlichungen werden im Ursprungsblog der Blogparade festgehalten und nach Ende der Parade in einem neuen Blogbeitrag gelistet. Verwandte Glossarbegriffe Blog Index Begriff suchen