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wie Schule sein soll




Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Junglehrer (ABJ)
Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.
Bavariaring 37
80336 München
Telefon: 089 721001-31
Telefax: 089 721001-97
bllv@bllv.de
www.bllv.de
www.abj.bllv.de

Fotos Fotostudio Roeder
Konzept und Grafik Himmelfahrt
Druck Ortmann Team
Lust auf Schule – Lust auf Lehrersein: Das ist für uns Junge die
größte Motivation und die überzeugendste Antriebskraft. Ja, wir
haben Lust auf unseren Beruf und auf unsere Aufgabe. Wir sind
jung und wir wollen dieser Schule unseren Stempel aufdrücken.
Wir wollen unsere Überzeugungen und Visionen in die Realität
umsetzen – denn es liegen 30, 40 Jahre in der Schule vor uns. Wir
wollen uns einmischen.


Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer haben Visionen. Wir glauben
daran, dass wir die Schule ändern können - ja ändern müssen!
Die Schule ist viel zu wichtig und unser Beruf viel zu verantwor-
tungsvoll, als dass wir uns dem Wandel verweigern könnten.
Deshalb haben wir Junglehrer im BLLV diskutiert und überlegt,
was wir wollen. Entstanden sind diese Glaubenssätze. Es war eine
lange und aufregende Diskussion. Ob sie gelungen ist, müsst Ihr
entscheiden. Wir möchten Euch zum Mitmachen einladen. Auf un-
serer Homepage findet Ihr unter www.abj.bllv.de unser Forum
oder auf Facebook unter abj Land. Schreibt uns, was Ihr denkt
und schreibt uns, was Ihr tun wollt, damit Schule anders wird.


Wir in der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Junglehrer im BLLV
wollen aufbrechen zu einer neuen Schule und zu einem neuen
Selbstbewusstsein aller Lehrer, befreit von dem Denken in Ab-
grenzungen und Ausgrenzungen zwischen den Schularten. Wir
Lehrer gehören zusammen und wir wollen alle voneinander ler-
nen – egal ob wir an der Grundschule, der Mittel- bzw. Haupt-
schule, der Realschule, dem Gymnasium, der Förderschule oder
der Berufsschule unterrichten.


Macht mit!




Evelyn Westphal	         Kerstin Polster	      Eva-Maria Schäffer
Die Welt befindet sich in einem grundlegenden Wandel: Neue
Technologien, Globalisierung und Migrationsbewegungen ver-
ändern das Zusammenleben der Menschen und ihre Werte. Die
Menschenwürde ist dabei immer wieder gefährdet. Ohne die
Achtung vor der Würde des Menschen ist unsere Gesellschaft
aber nicht lebens- und erhaltenswert. Bildung und Schule sind
eine wichtige Grundlage für menschliches Miteinander und für
das Funktionieren der Gesellschaft. Bildung muss deshalb dazu
beitragen, die Würde des Menschen bewusst zu machen und zu
bewahren. Deshalb bekennen wir Lehrerinnen und Lehrer uns zur        Nesrin F. Haupt- und Mittelschullehrerin
Menschenwürde als Grundlage unserer Profession.


Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer sehen Menschenwürde nicht
als abstrakten Begriff, sondern als Grundlage der Schule. Wir sind
bereit, die schulische Realität und die gesellschaftliche Aufgabe
der Schule ausdrücklich unter den Anspruch der Menschenwürde
zu stellen. Für uns ist die Menschenwürde ein Schlüsselbegriff,
der uns auch im täglichen Geschehen in der Schule wichtig ist
und mit dem wir den Schulalltag gestalten wollen. Der Einsatz für
die Würde des Menschen ist die Grundlage für unser Professions-
verständnis.
Kindheit und Jugend wandeln sich. So stehen die jungen Men-
                              schen auch auf dem Arbeitsmarkt unter enormen Druck. Die
                              Vorstellung stringenter Lebensentwürfe und Berufsbiografien ist
                              heute überholt. Die Qualifikationsprofile der Berufe wandeln sich
                              ebenso schnell wie die Notwendigkeit, sich im Leben immer wie-
                              der beruflich zu verändern. Viele junge Menschen leiden darun-
                              ter oder flüchten sich in virtuelle Welten.


                              Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer sehen, dass im Mittelpunkt
Tobias L. Förderschullehrer
                              eines neuen Bildungsbegriffs neben der notwendigen Wissens-
                              vermittlung grundlegende Kompetenzen und soziale Verantwor-
                              tung stehen müssen. Wir sind bereit, einen neuen Bildungsbegriff
                              Realität werden zu lassen. Dazu wollen wir auch selbst immer
                              wieder umdenken und alternative Unterrichtsformen und –me-
                              thoden praktizieren. Veränderung kann auch motivierend sein.
Bildung in der Schule erfolgt im Dialog zwischen Lehrern und
Schülern. Die Form der Kommunikation ist oft ausschlaggebend
für den Lernerfolg. Ebenso ist die Kommunikation zwischen Kin-
dern, Eltern und Lehrern für das Gelingen von Schule Vorausset-
zung. In der Schule muss Wert auf eine offene und vertrauensvolle
Beziehung miteinander gelegt werden. Das setzt hohe Kommuni-
kationskompetenzen bei Lehrerinnen und Lehrern voraus.
                                                                      Isabel W. Sozialpädagogin
Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer sehen das Miteinander von
Eltern und Lehrern im Zeichen von Vertrauen und Wohlwollen.
Mit den Kolleginnen und Kollegen wollen wir uns regelmäßig und
intensiv im Team miteinander austauschen und eine Atmosphäre
des Unterstützens schaffen. Wir sind bereit, alle an der Schule Be-
teiligten zum offenen und konstruktiven Dialog einzuladen. Wir
wollen mit Supervisoren und Experten zusammenarbeiten, die
unsere Kommunikationskompetenz erhöhen. Auch in der Lehrer-
bildung muss die Kommunikation in Zukunft eine Rolle spielen.
Die aktuelle Hirnforschung hat gezeigt, dass Lernen weniger eine
                                             Frage der Disziplin und des Wollens ist, als eine Frage der Stimu-
                                             lierung und der Motivation. Anregende Lernumfelder lösen Inter-
                                             esse und Lernbereitschaft bei Kindern aus und verbessern nach-
                                             haltig die lebenslange Lernfähigkeit. Ein zweites hat die moderne
                                             Neurobiologie gezeigt: Die Grunddisposition zu erfolgreichem
                                             Lernen wird in der frühen Kindheit angelegt. Spracherwerb und
                                             die kindliche Neugierde spielen hier eine zentrale Rolle.


                                             Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer sehen Schule als ein stimu-
                                             lierendes Lernumfeld an. Wir sind bereit, gemeinsam mit unse-
                                             ren Kolleginnen und Kollegen Fächergrenzen zu überwinden und
                                             neue Formen und Methoden des Unterrichtens und des Bewer-
                                             tens zu erproben. Dazu brauchen wir auch die Erfahrungen un-
                                             serer älteren Kollegen. Unabhängig von der Schulstufe in der wir
                                             unterrichten, wollen wir selbst frühkindliche Lernprozesse in der
                                             Praxis kennenlernen. Ein anderes Lernen in der Schule muss nicht
Inga K. Studentin Lehramt an Berufsschulen
                                             Utopie sein. Es kann im Schulalltag umgesetzt werden.
Eine gute Schule grenzt Kinder und Jugendliche nicht aus. Eine
gute Schule führt sie zusammen. Eine heterogene Schülerschaft
ist eine Chance für erfolgreiches Lernen aller. Grundlage dafür
                                                                   Harun L. Haupt- und Mittelschullehrer
sind vielfältige Unterrichtsmethoden und eine Lernatmosphäre
des gegenseitigen Respektes und der individuellen Förderung.
Gegenseitige Unterstützung und Respekt sind Schlüsselqualifika-
tionen. Dazu gehört auch, dass Behinderte ihren gleichberechtig-
ten Platz in der Regelschule finden.


Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer sehen Schule als einen Lern-
ort, an dem Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichem Bil-
dungshintergrund und differenter Leistungsfähigkeit zusammen
lernen können, ohne benachteiligt zu werden. Dazu brauchen wir
die erforderlichen schulischen Rahmenbedingungen. Wir sind be-
reit, vielfältige Unterrichtsmethoden anzuwenden, die erfolgrei-
ches Lernen in heterogenen Lerngruppen ermöglichen.
Unsere Schulstrukturen trennen stark. Sie schaffen Subkultu-
ren, die weitgehend verbindungslos nebeneinander existieren.
Sie stigmatisieren die Schüler der Hauptschule, Mittelschule, der
Förderschule und inzwischen teilweise auch der Realschule. Der
frühe Übertritt verschärft die soziale Stigmatisierung der Kinder.   Amelie R. Studentin Lehramt Grundschule
Diese Entwicklung ist gesellschaftspolitisch und pädagogisch
fragwürdig. Wir brauchen deshalb Formen der systematischen
Kooperation zwischen den Schularten.


Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer sehen es als unsere Aufgabe
an, Kinder und Jugendliche in den einzelnen Schulen und über
die Schularten hinaus zusammenzuführen. Wir wollen eine neue
Schulkultur des Miteinanders und des Respektes füreinander in-
itiieren. Wir sind bereit, ein Netzwerk für Kolleginnen und Kolle-
gen zu schaffen, die ein Schulverständnis des Miteinanders und
nicht der Abgrenzung leben wollen.
Nur für das, was ich selbst gestalte, kann ich auch Verantwortung
                                             übernehmen. Gute Schulen sind Schulen, in denen Lehrerinnen
                                             und Lehrer und die Schulleitung eigenverantwortlich gestalten.
                                             Wir wollen auch die Eltern dabei einbinden. Über 4 000 Schulen
Teresa G. Studentin Lehramt Fachlehrer m/t
                                             mit fast 100 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und mit über
                                             1,3 Millionen Kindern und Jugendlichen können nicht zentral ge-
                                             steuert werden. Aufgabe der übergeordneten Schulverwaltung kann
                                             nur eine Evaluation und Beratung bei der Schulentwicklung sein.


                                             Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer sehen es als Teil unserer
                                             Professionalität an, Verantwortung zu übernehmen und unsere
                                             Arbeit der professionellen Kritik und Evaluation zu stellen. Wir
                                             brauchen auch professionelle Beratung und Unterstützung ohne
                                             Stigmatisierung. Wir sind bereit, unsere Schulleiterinnen und
                                             Schulleiter ebenso wie die Verantwortlichen der Schulverwaltung
                                             zum Dialog einzuladen und mit ihnen eine neue Schulkultur zu
                                             schaffen. Wir sind bereit, Hierarchien zu überwinden und wollen
                                             dazu beizutragen Vertrauen, Freiheit und Mut zur Veränderung
                                             voranzutreiben.
Die neuen Medien, die Globalisierung, die rasante Entwicklung
der Wissenschaften, die Bedrohung unserer natürlichen Lebens-
grundlagen, die Veränderungen des Arbeitsmarktes und der
Wandel der Familien verändern auch die Schulen. Lehrerinnen
und Lehrer müssen ihr fachliches Wissen und ihre pädagogisch-
psychologischen Kompetenzen ständig aktualisieren.
                                                                  Bettina H. Gymnasiallehrerin
Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer sind bereit zu kontinuierli-
cher Fortbildung und Weiterentwicklung unserer pädagogischen
Profession. Wir wollen uns auch im Team mit unseren Kolleginnen
und Kollegen fortbilden, um unsere Schule gemeinsam zu verän-
dern und zu optimieren. Was wir brauchen, sind mehr Zeit und
mehr Unterstützung für unsere Fortbildung.
Lehrerinnen und Lehrer studieren unterschiedliche Lehrämter.
                               Während des Studiums besuchen sie oftmals die gleichen Semi-
                               nare. Ab dem Vorbereitungsdienst bzw. Referendariat bricht der
                               Kontakt zwischen den Lehrerinnen und Lehrern, die an unter-
                               schiedlichen Schularten arbeiten, meistens ab. Es gibt nur noch
                               wenige Berührungspunkte und keine systematischen Kommuni-
                               kationsformen. Alle Lehrerinnen und Lehrer können aber vonein-
                               ander lernen und sich gegenseitig unterstützen.

Birgit M. Grundschullehrerin
                               Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer sehen die Notwendigkeit ei-
                               nes neuen Professionsverständnisses. Dazu gehören vielfältige
                               Formen der Hospitation, der Kommunikation, der Koordination
                               und der gemeinsamen Fortbildung von Kolleginnen und Kollegen
                               aller Schularten. Wir sind bereit, zwischen Kolleginnen und Kol-
                               legen einen schulartübergreifenden Austausch aufzubauen und
                               zu pflegen.
Lehrerinnen und Lehrer prägen die Weltsicht der nachwachsenden
Generationen. Es liegt häufig an ihnen, ob junge Menschen für die
zentralen Themen des Überlebens unserer Gesellschaft sensibili-
siert werden, wie zum Beispiel die Sicherung der Demokratie, die
Umsetzung von Gerechtigkeit in unserem Gemeinschaftsleben,
die Sicherung der Freiheit, der Erhalt der natürlichen Lebens-
grundlagen und das aktive Eintreten für die Menschenrechte. Die
herausragende Verantwortung der Berufsgruppe der Lehrerinnen
                                                                    Catrin S. Realschullehrerin
und Lehrer in unserer Gesellschaft fordert von ihnen eine beson-
dere Sensibilität für die Themen der modernen Gesellschaft.


Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer sehen die Notwendigkeit, für
das Überleben unserer Gesellschaft einzutreten und unsere Schü-
ler für die zentralen Fragen und Themen zu sensibilisieren. Wir
wollen uns selbstbewusst zu dieser Verantwortung auch öffent-
lich bekennen. Wir sind bereit, eine besondere gesellschaftliche
Verantwortung zu übernehmen.
Bildungspolitik ist zentral für das Überleben und die Lebensqua-
                                      lität der Gesellschaft. Reformen in der Bildungspolitik greifen
                                      allerdings erst in langen Zeiträumen. Wir beobachten mit Sor-
                                      ge, dass in der Politik langfristige Entwicklungen oft ignoriert
                                      werden, weil sie schwierig zu vermitteln sind. Auch stellen wir
                                      fest, dass notwendige strukturelle Veränderungen durch die Ver-
                                      waltung blockiert oder durch mangelnde Ressourcenzuteilung
                                      verhindert werden.


                                      Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer wollen mit unseren Politikern
                                      direkt und ungefiltert über die schulische Realität diskutieren.
                                      Wir wollen, dass die Politiker uns zuhören und offen sind für die
                                      Ideen und Vorstellungen von uns Jungen. Wir sind bereit, die
                                      Abgeordneten in unsere Schulen einzuladen, um mit ihnen zu
                                      sprechen und ihnen die Probleme vor Ort aufzuzeigen.


Kilian H. Student Lehramt Gymnasium   Demokratie lebt vom intensiven und regelmäßigen Dialog. Politi-
                                      kerinnen und Politiker und Lehrerinnen und Lehrer müssen offen
                                      und oft miteinander sprechen. Wir müssen voneinander lernen.
                                      Wir sind bereit, gemeinsam neue Antworten auf die drängenden
                                      Probleme in der Schule zu suchen und zu finden.
Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband ist die Berufsorga-
nisation aller Pädagogen in Bayern. Im BLLV sind fast 56 000 Leh-
rerinnen und Lehrer aus Grundschule, Gymnasium, Haupt- und Mit-
telschule, Realschule und Förderschule sowie Sozialpädagogen und
Erzieherinnen Mitglied.


Der BLLV steht seit seiner Gründung im Jahr 1861 für ein demokra-
tisches Bildungsverständnis: Bildung ist die Grundlage für eine de-     Die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Junglehrer (ABJ) ist der Zusam-
mokratische und wirtschaftlich erfolgreiche Gesellschaft. Schule als    menschluss von Lehramtsanwärtern bzw. Referendaren und jungen
einzige Einrichtung des Staates, die alle Menschen besuchen, ist ein    Lehrerinnen und Lehrern aller Schularten bis zum 10. Dienstjahr im
wichtiges Fundament unseres Gemeinwesens. Deshalb muss sie die          BLLV. Insgesamt zählt die ABJ 12 000 junge Kolleginnen und Kolle-
Menschen zusammenführen und die demokratische Gemeinschaft              gen. Wir arbeiten eng zusammen mit der Landesstudentengruppe
stärken. Sie darf nicht ausgrenzen und trennen. Bildungspolitik muss    des BLLV, in der 8 000 Studenten Mitglied sind.
dieses Bildungsverständnis als Leitlinie ihrer Handlungen haben.
                                                                        Die ABJ ist innerhalb des BLLV selbstständig. Ihre Mitglieder erhalten
Der BLLV vertritt ein modernes Professionskonzept für den Lehrer-       alle Serviceleistungen des BLLV, darüber hinaus auch viele spezielle
beruf: Lehrerinnen und Lehrer sind die Träger der Bildung in der        Angebote für Junglehrer. Auch für unsere Studenten bieten wir be-
Schule. Sie benötigen ein profundes Wissen in den Fächern, die sie      sondere Serviceangebote an. Politisch engagiert sich die ABJ vor al-
unterrichten. Darüber hinaus müssen sie über hervorragende fach-        lem für die Schaffung von mehr Lehrerplanstellen, eine Erhöhung der
didaktische, methodische und pädagogisch-psychologische Kompe-          Anwärterbezüge, mehr Möglichkeiten für die individuelle Förderung
tenzen verfügen. Die Lehrerbildung muss sich an diesen Ansprüchen       aller Kinder und Jugendlichen, eine stärkere Berufsfeldorientierung
messen lassen und die Arbeitsbedingungen in der Schule müssen           der Lehrerbildung und mehr Gestaltungsfreiheiten in den Schulen.
nachhaltig verbessert werden, damit dieses Professionsverständnis
auch voll zum Tragen kommen kann.                                       Derzeit findet ein Generationenwechsel in den Schulen statt. Viele
                                                                        ältere Lehrerinnen und Lehrer gehen in diesen Jahren in den Ruhe-
Der BLLV selbst orientiert seine Arbeit an einem zukunftsweisenden      stand. Viele Junge rücken nach. Die ABJ will, dass diese jungen Kolle-
Verbandskonzept: Der BLLV ist eine Selbsthilfeeinrichtung der bay-      ginnen und Kollegen in den Schulen und in der Schul- und Bildungs-
erischen Lehrerschaft. Er ist unabhängig von Parteien und Kirchen.      politik eine Stimme haben. ABJ und BLLV treten gemeinsam für eine
Er versteht sich als kritische, unbequeme Stimme der Lehrerschaft.      Schule ein, in der Dialog und kollegiales Miteinander das Fundament
Seine Aufgabe ist es, die Defizite und Unzulänglichkeiten der Schule,   von Schule bilden.
der Lehrerbildung und der Arbeitsbedingungen in den Bildungsein-
richtungen öffentlich zu machen und politisch Druck für Verbesse-       Für interessierte Kolleginnen und Kollegen im Vorbereitungsdienst
rungen aufzubauen. Darüber hinaus bietet er als Selbsthilfeeinrich-     bietet die ABJ Dienstanfängerseminare, Hilfen für den Vorbereitungs-
tung qualitativ hochstehende Serviceleistungen für seine Mitglieder     dienst (CD-ROM), monatliche Newsletter für Referendare, Prüfungs-
an, wie Rechtsschutz und Rechtsberatung, Personalvertretung, Fort-      vorbereitungsseminare, Fortbildung zu Themen wie Belastung, Ge-
bildung, Beratung in Gesundheitsfragen, Diensthaftpflicht u. v. m.      sundheit, Stimmbildung, Körpersprache und Praxishefte u. v. m. an.


Mehr Infos unter www.bllv.de.                                           Mehr Infos unter www.abj.bllv.de
Nesrin F., Tobias L., Isabel W., Inga K., Harun L., Amelie R., Theresa G., Bettina H., Maria M., Catrin S. und Kilian H., die sich spontan bereit erklärt
                                                haben, sich für diese Broschüre fotografieren zu lassen.
Was wir Jungen glauben

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Was wir Jungen glauben

  • 1.
  • 2. wie Schule sein soll Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Junglehrer (ABJ) Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V. Bavariaring 37 80336 München Telefon: 089 721001-31 Telefax: 089 721001-97 bllv@bllv.de www.bllv.de www.abj.bllv.de Fotos Fotostudio Roeder Konzept und Grafik Himmelfahrt Druck Ortmann Team
  • 3. Lust auf Schule – Lust auf Lehrersein: Das ist für uns Junge die größte Motivation und die überzeugendste Antriebskraft. Ja, wir haben Lust auf unseren Beruf und auf unsere Aufgabe. Wir sind jung und wir wollen dieser Schule unseren Stempel aufdrücken. Wir wollen unsere Überzeugungen und Visionen in die Realität umsetzen – denn es liegen 30, 40 Jahre in der Schule vor uns. Wir wollen uns einmischen. Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer haben Visionen. Wir glauben daran, dass wir die Schule ändern können - ja ändern müssen! Die Schule ist viel zu wichtig und unser Beruf viel zu verantwor- tungsvoll, als dass wir uns dem Wandel verweigern könnten. Deshalb haben wir Junglehrer im BLLV diskutiert und überlegt, was wir wollen. Entstanden sind diese Glaubenssätze. Es war eine lange und aufregende Diskussion. Ob sie gelungen ist, müsst Ihr entscheiden. Wir möchten Euch zum Mitmachen einladen. Auf un- serer Homepage findet Ihr unter www.abj.bllv.de unser Forum oder auf Facebook unter abj Land. Schreibt uns, was Ihr denkt und schreibt uns, was Ihr tun wollt, damit Schule anders wird. Wir in der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Junglehrer im BLLV wollen aufbrechen zu einer neuen Schule und zu einem neuen Selbstbewusstsein aller Lehrer, befreit von dem Denken in Ab- grenzungen und Ausgrenzungen zwischen den Schularten. Wir Lehrer gehören zusammen und wir wollen alle voneinander ler- nen – egal ob wir an der Grundschule, der Mittel- bzw. Haupt- schule, der Realschule, dem Gymnasium, der Förderschule oder der Berufsschule unterrichten. Macht mit! Evelyn Westphal Kerstin Polster Eva-Maria Schäffer
  • 4. Die Welt befindet sich in einem grundlegenden Wandel: Neue Technologien, Globalisierung und Migrationsbewegungen ver- ändern das Zusammenleben der Menschen und ihre Werte. Die Menschenwürde ist dabei immer wieder gefährdet. Ohne die Achtung vor der Würde des Menschen ist unsere Gesellschaft aber nicht lebens- und erhaltenswert. Bildung und Schule sind eine wichtige Grundlage für menschliches Miteinander und für das Funktionieren der Gesellschaft. Bildung muss deshalb dazu beitragen, die Würde des Menschen bewusst zu machen und zu bewahren. Deshalb bekennen wir Lehrerinnen und Lehrer uns zur Nesrin F. Haupt- und Mittelschullehrerin Menschenwürde als Grundlage unserer Profession. Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer sehen Menschenwürde nicht als abstrakten Begriff, sondern als Grundlage der Schule. Wir sind bereit, die schulische Realität und die gesellschaftliche Aufgabe der Schule ausdrücklich unter den Anspruch der Menschenwürde zu stellen. Für uns ist die Menschenwürde ein Schlüsselbegriff, der uns auch im täglichen Geschehen in der Schule wichtig ist und mit dem wir den Schulalltag gestalten wollen. Der Einsatz für die Würde des Menschen ist die Grundlage für unser Professions- verständnis.
  • 5. Kindheit und Jugend wandeln sich. So stehen die jungen Men- schen auch auf dem Arbeitsmarkt unter enormen Druck. Die Vorstellung stringenter Lebensentwürfe und Berufsbiografien ist heute überholt. Die Qualifikationsprofile der Berufe wandeln sich ebenso schnell wie die Notwendigkeit, sich im Leben immer wie- der beruflich zu verändern. Viele junge Menschen leiden darun- ter oder flüchten sich in virtuelle Welten. Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer sehen, dass im Mittelpunkt Tobias L. Förderschullehrer eines neuen Bildungsbegriffs neben der notwendigen Wissens- vermittlung grundlegende Kompetenzen und soziale Verantwor- tung stehen müssen. Wir sind bereit, einen neuen Bildungsbegriff Realität werden zu lassen. Dazu wollen wir auch selbst immer wieder umdenken und alternative Unterrichtsformen und –me- thoden praktizieren. Veränderung kann auch motivierend sein.
  • 6. Bildung in der Schule erfolgt im Dialog zwischen Lehrern und Schülern. Die Form der Kommunikation ist oft ausschlaggebend für den Lernerfolg. Ebenso ist die Kommunikation zwischen Kin- dern, Eltern und Lehrern für das Gelingen von Schule Vorausset- zung. In der Schule muss Wert auf eine offene und vertrauensvolle Beziehung miteinander gelegt werden. Das setzt hohe Kommuni- kationskompetenzen bei Lehrerinnen und Lehrern voraus. Isabel W. Sozialpädagogin Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer sehen das Miteinander von Eltern und Lehrern im Zeichen von Vertrauen und Wohlwollen. Mit den Kolleginnen und Kollegen wollen wir uns regelmäßig und intensiv im Team miteinander austauschen und eine Atmosphäre des Unterstützens schaffen. Wir sind bereit, alle an der Schule Be- teiligten zum offenen und konstruktiven Dialog einzuladen. Wir wollen mit Supervisoren und Experten zusammenarbeiten, die unsere Kommunikationskompetenz erhöhen. Auch in der Lehrer- bildung muss die Kommunikation in Zukunft eine Rolle spielen.
  • 7. Die aktuelle Hirnforschung hat gezeigt, dass Lernen weniger eine Frage der Disziplin und des Wollens ist, als eine Frage der Stimu- lierung und der Motivation. Anregende Lernumfelder lösen Inter- esse und Lernbereitschaft bei Kindern aus und verbessern nach- haltig die lebenslange Lernfähigkeit. Ein zweites hat die moderne Neurobiologie gezeigt: Die Grunddisposition zu erfolgreichem Lernen wird in der frühen Kindheit angelegt. Spracherwerb und die kindliche Neugierde spielen hier eine zentrale Rolle. Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer sehen Schule als ein stimu- lierendes Lernumfeld an. Wir sind bereit, gemeinsam mit unse- ren Kolleginnen und Kollegen Fächergrenzen zu überwinden und neue Formen und Methoden des Unterrichtens und des Bewer- tens zu erproben. Dazu brauchen wir auch die Erfahrungen un- serer älteren Kollegen. Unabhängig von der Schulstufe in der wir unterrichten, wollen wir selbst frühkindliche Lernprozesse in der Praxis kennenlernen. Ein anderes Lernen in der Schule muss nicht Inga K. Studentin Lehramt an Berufsschulen Utopie sein. Es kann im Schulalltag umgesetzt werden.
  • 8. Eine gute Schule grenzt Kinder und Jugendliche nicht aus. Eine gute Schule führt sie zusammen. Eine heterogene Schülerschaft ist eine Chance für erfolgreiches Lernen aller. Grundlage dafür Harun L. Haupt- und Mittelschullehrer sind vielfältige Unterrichtsmethoden und eine Lernatmosphäre des gegenseitigen Respektes und der individuellen Förderung. Gegenseitige Unterstützung und Respekt sind Schlüsselqualifika- tionen. Dazu gehört auch, dass Behinderte ihren gleichberechtig- ten Platz in der Regelschule finden. Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer sehen Schule als einen Lern- ort, an dem Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichem Bil- dungshintergrund und differenter Leistungsfähigkeit zusammen lernen können, ohne benachteiligt zu werden. Dazu brauchen wir die erforderlichen schulischen Rahmenbedingungen. Wir sind be- reit, vielfältige Unterrichtsmethoden anzuwenden, die erfolgrei- ches Lernen in heterogenen Lerngruppen ermöglichen.
  • 9. Unsere Schulstrukturen trennen stark. Sie schaffen Subkultu- ren, die weitgehend verbindungslos nebeneinander existieren. Sie stigmatisieren die Schüler der Hauptschule, Mittelschule, der Förderschule und inzwischen teilweise auch der Realschule. Der frühe Übertritt verschärft die soziale Stigmatisierung der Kinder. Amelie R. Studentin Lehramt Grundschule Diese Entwicklung ist gesellschaftspolitisch und pädagogisch fragwürdig. Wir brauchen deshalb Formen der systematischen Kooperation zwischen den Schularten. Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer sehen es als unsere Aufgabe an, Kinder und Jugendliche in den einzelnen Schulen und über die Schularten hinaus zusammenzuführen. Wir wollen eine neue Schulkultur des Miteinanders und des Respektes füreinander in- itiieren. Wir sind bereit, ein Netzwerk für Kolleginnen und Kolle- gen zu schaffen, die ein Schulverständnis des Miteinanders und nicht der Abgrenzung leben wollen.
  • 10. Nur für das, was ich selbst gestalte, kann ich auch Verantwortung übernehmen. Gute Schulen sind Schulen, in denen Lehrerinnen und Lehrer und die Schulleitung eigenverantwortlich gestalten. Wir wollen auch die Eltern dabei einbinden. Über 4 000 Schulen Teresa G. Studentin Lehramt Fachlehrer m/t mit fast 100 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und mit über 1,3 Millionen Kindern und Jugendlichen können nicht zentral ge- steuert werden. Aufgabe der übergeordneten Schulverwaltung kann nur eine Evaluation und Beratung bei der Schulentwicklung sein. Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer sehen es als Teil unserer Professionalität an, Verantwortung zu übernehmen und unsere Arbeit der professionellen Kritik und Evaluation zu stellen. Wir brauchen auch professionelle Beratung und Unterstützung ohne Stigmatisierung. Wir sind bereit, unsere Schulleiterinnen und Schulleiter ebenso wie die Verantwortlichen der Schulverwaltung zum Dialog einzuladen und mit ihnen eine neue Schulkultur zu schaffen. Wir sind bereit, Hierarchien zu überwinden und wollen dazu beizutragen Vertrauen, Freiheit und Mut zur Veränderung voranzutreiben.
  • 11. Die neuen Medien, die Globalisierung, die rasante Entwicklung der Wissenschaften, die Bedrohung unserer natürlichen Lebens- grundlagen, die Veränderungen des Arbeitsmarktes und der Wandel der Familien verändern auch die Schulen. Lehrerinnen und Lehrer müssen ihr fachliches Wissen und ihre pädagogisch- psychologischen Kompetenzen ständig aktualisieren. Bettina H. Gymnasiallehrerin Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer sind bereit zu kontinuierli- cher Fortbildung und Weiterentwicklung unserer pädagogischen Profession. Wir wollen uns auch im Team mit unseren Kolleginnen und Kollegen fortbilden, um unsere Schule gemeinsam zu verän- dern und zu optimieren. Was wir brauchen, sind mehr Zeit und mehr Unterstützung für unsere Fortbildung.
  • 12. Lehrerinnen und Lehrer studieren unterschiedliche Lehrämter. Während des Studiums besuchen sie oftmals die gleichen Semi- nare. Ab dem Vorbereitungsdienst bzw. Referendariat bricht der Kontakt zwischen den Lehrerinnen und Lehrern, die an unter- schiedlichen Schularten arbeiten, meistens ab. Es gibt nur noch wenige Berührungspunkte und keine systematischen Kommuni- kationsformen. Alle Lehrerinnen und Lehrer können aber vonein- ander lernen und sich gegenseitig unterstützen. Birgit M. Grundschullehrerin Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer sehen die Notwendigkeit ei- nes neuen Professionsverständnisses. Dazu gehören vielfältige Formen der Hospitation, der Kommunikation, der Koordination und der gemeinsamen Fortbildung von Kolleginnen und Kollegen aller Schularten. Wir sind bereit, zwischen Kolleginnen und Kol- legen einen schulartübergreifenden Austausch aufzubauen und zu pflegen.
  • 13. Lehrerinnen und Lehrer prägen die Weltsicht der nachwachsenden Generationen. Es liegt häufig an ihnen, ob junge Menschen für die zentralen Themen des Überlebens unserer Gesellschaft sensibili- siert werden, wie zum Beispiel die Sicherung der Demokratie, die Umsetzung von Gerechtigkeit in unserem Gemeinschaftsleben, die Sicherung der Freiheit, der Erhalt der natürlichen Lebens- grundlagen und das aktive Eintreten für die Menschenrechte. Die herausragende Verantwortung der Berufsgruppe der Lehrerinnen Catrin S. Realschullehrerin und Lehrer in unserer Gesellschaft fordert von ihnen eine beson- dere Sensibilität für die Themen der modernen Gesellschaft. Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer sehen die Notwendigkeit, für das Überleben unserer Gesellschaft einzutreten und unsere Schü- ler für die zentralen Fragen und Themen zu sensibilisieren. Wir wollen uns selbstbewusst zu dieser Verantwortung auch öffent- lich bekennen. Wir sind bereit, eine besondere gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.
  • 14. Bildungspolitik ist zentral für das Überleben und die Lebensqua- lität der Gesellschaft. Reformen in der Bildungspolitik greifen allerdings erst in langen Zeiträumen. Wir beobachten mit Sor- ge, dass in der Politik langfristige Entwicklungen oft ignoriert werden, weil sie schwierig zu vermitteln sind. Auch stellen wir fest, dass notwendige strukturelle Veränderungen durch die Ver- waltung blockiert oder durch mangelnde Ressourcenzuteilung verhindert werden. Wir jungen Lehrerinnen und Lehrer wollen mit unseren Politikern direkt und ungefiltert über die schulische Realität diskutieren. Wir wollen, dass die Politiker uns zuhören und offen sind für die Ideen und Vorstellungen von uns Jungen. Wir sind bereit, die Abgeordneten in unsere Schulen einzuladen, um mit ihnen zu sprechen und ihnen die Probleme vor Ort aufzuzeigen. Kilian H. Student Lehramt Gymnasium Demokratie lebt vom intensiven und regelmäßigen Dialog. Politi- kerinnen und Politiker und Lehrerinnen und Lehrer müssen offen und oft miteinander sprechen. Wir müssen voneinander lernen. Wir sind bereit, gemeinsam neue Antworten auf die drängenden Probleme in der Schule zu suchen und zu finden.
  • 15. Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband ist die Berufsorga- nisation aller Pädagogen in Bayern. Im BLLV sind fast 56 000 Leh- rerinnen und Lehrer aus Grundschule, Gymnasium, Haupt- und Mit- telschule, Realschule und Förderschule sowie Sozialpädagogen und Erzieherinnen Mitglied. Der BLLV steht seit seiner Gründung im Jahr 1861 für ein demokra- tisches Bildungsverständnis: Bildung ist die Grundlage für eine de- Die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Junglehrer (ABJ) ist der Zusam- mokratische und wirtschaftlich erfolgreiche Gesellschaft. Schule als menschluss von Lehramtsanwärtern bzw. Referendaren und jungen einzige Einrichtung des Staates, die alle Menschen besuchen, ist ein Lehrerinnen und Lehrern aller Schularten bis zum 10. Dienstjahr im wichtiges Fundament unseres Gemeinwesens. Deshalb muss sie die BLLV. Insgesamt zählt die ABJ 12 000 junge Kolleginnen und Kolle- Menschen zusammenführen und die demokratische Gemeinschaft gen. Wir arbeiten eng zusammen mit der Landesstudentengruppe stärken. Sie darf nicht ausgrenzen und trennen. Bildungspolitik muss des BLLV, in der 8 000 Studenten Mitglied sind. dieses Bildungsverständnis als Leitlinie ihrer Handlungen haben. Die ABJ ist innerhalb des BLLV selbstständig. Ihre Mitglieder erhalten Der BLLV vertritt ein modernes Professionskonzept für den Lehrer- alle Serviceleistungen des BLLV, darüber hinaus auch viele spezielle beruf: Lehrerinnen und Lehrer sind die Träger der Bildung in der Angebote für Junglehrer. Auch für unsere Studenten bieten wir be- Schule. Sie benötigen ein profundes Wissen in den Fächern, die sie sondere Serviceangebote an. Politisch engagiert sich die ABJ vor al- unterrichten. Darüber hinaus müssen sie über hervorragende fach- lem für die Schaffung von mehr Lehrerplanstellen, eine Erhöhung der didaktische, methodische und pädagogisch-psychologische Kompe- Anwärterbezüge, mehr Möglichkeiten für die individuelle Förderung tenzen verfügen. Die Lehrerbildung muss sich an diesen Ansprüchen aller Kinder und Jugendlichen, eine stärkere Berufsfeldorientierung messen lassen und die Arbeitsbedingungen in der Schule müssen der Lehrerbildung und mehr Gestaltungsfreiheiten in den Schulen. nachhaltig verbessert werden, damit dieses Professionsverständnis auch voll zum Tragen kommen kann. Derzeit findet ein Generationenwechsel in den Schulen statt. Viele ältere Lehrerinnen und Lehrer gehen in diesen Jahren in den Ruhe- Der BLLV selbst orientiert seine Arbeit an einem zukunftsweisenden stand. Viele Junge rücken nach. Die ABJ will, dass diese jungen Kolle- Verbandskonzept: Der BLLV ist eine Selbsthilfeeinrichtung der bay- ginnen und Kollegen in den Schulen und in der Schul- und Bildungs- erischen Lehrerschaft. Er ist unabhängig von Parteien und Kirchen. politik eine Stimme haben. ABJ und BLLV treten gemeinsam für eine Er versteht sich als kritische, unbequeme Stimme der Lehrerschaft. Schule ein, in der Dialog und kollegiales Miteinander das Fundament Seine Aufgabe ist es, die Defizite und Unzulänglichkeiten der Schule, von Schule bilden. der Lehrerbildung und der Arbeitsbedingungen in den Bildungsein- richtungen öffentlich zu machen und politisch Druck für Verbesse- Für interessierte Kolleginnen und Kollegen im Vorbereitungsdienst rungen aufzubauen. Darüber hinaus bietet er als Selbsthilfeeinrich- bietet die ABJ Dienstanfängerseminare, Hilfen für den Vorbereitungs- tung qualitativ hochstehende Serviceleistungen für seine Mitglieder dienst (CD-ROM), monatliche Newsletter für Referendare, Prüfungs- an, wie Rechtsschutz und Rechtsberatung, Personalvertretung, Fort- vorbereitungsseminare, Fortbildung zu Themen wie Belastung, Ge- bildung, Beratung in Gesundheitsfragen, Diensthaftpflicht u. v. m. sundheit, Stimmbildung, Körpersprache und Praxishefte u. v. m. an. Mehr Infos unter www.bllv.de. Mehr Infos unter www.abj.bllv.de
  • 16. Nesrin F., Tobias L., Isabel W., Inga K., Harun L., Amelie R., Theresa G., Bettina H., Maria M., Catrin S. und Kilian H., die sich spontan bereit erklärt haben, sich für diese Broschüre fotografieren zu lassen.