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konservativ Vs. liberal
Wie über das Thema Sex und Sexualität gesprochen wurde
Das Problem
beider Ansätze
Sie ignorieren die
biblische Geschichte
Ein dritter Weg
Schriftgemäß wird dann über
das Thema Sex gesprochen,
wenn die biblische Geschichte
und die Gebote berücksichtigt
werden.
Ein dritter Weg
„Selbst wenn Gottes Wille für uns offensichtlich ist,
ist das noch kein rationaler Grund für ein
Sittengesetz, solange wir nicht klar und einfach
sagen können, wie Gottes Gebot uns anspricht,
warum und wie es uns adressiert und das nicht nur
als Forderung, sondern auch als gute Botschaft.“
– Thomas E. Breidenthal, aus dem Englischen übers.
Die biblische Geschichte ist der Kontext der Gebote:
Schöpfung, Schrift
und der Grund für
verheirateten Sex
Teil 1
Der christliche Körper
Sexualität ist
körperlich
Was Gott über die
Körper sagt, das
gilt auch für die
menschliche
Sexualität.
Die biblische
Geschichte lehrt…
• Körper sind „sehr gut“
geschaffen!
• Körper sind keine
Ausstellungsobjekte!
• Körper müssen keine
Hochleistung vollbringen, um
gut zu sein!
• Körper sind keine Last!
Schöpfung
27 Und Gott schuf den Menschen zu
seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er
ihn; und schuf sie als Mann und Frau.
[…] 31 Und Gott sah an alles, was er
gemacht hatte, und siehe, es war sehr
gut. Da ward aus Abend und Morgen
der sechste Tag.
1. Mose 1,27-31
Und sie lehrt
auch…
Sünde bzw. Entfernung
von Gott kam körperlich in
die Welt.
Sünde hat körperliche
Folgen.
Wie spricht wer über Körper?
Körper sind schlecht
• Gnosis (2. und 3. Jhd.)
Die materielle Welt ist böse.
• Gnostische Strömungen
innerhalb der Kirche.
Ambrosius (340-397), Bischof
von Milan, nennt den Körper ein
‚zerfleddertes Kleid‘.
Körper sind gut
• Die Bibel
• Paulus
• Das frühe Christentum
Körper in der
Theologie von
Paulus
• Körper dienen Paulus als
Metapher und das nicht am
Rande seiner Theologie,
sondern im Zentrum.
• Körper spiegeln nicht nur die
Entfernung von Gott wider,
sondern auch unsere
Erlösung.
Körper, Sex und die
biblische Geschichte
Sex erzeugt
Gemeinschaft
„Darum wird ein Mann
seinen Vater und seine
Mutter verlassen und
seiner Frau anhangen,
und sie werden sein ein
Fleisch.“
– Spricht Adam, als ihm Eva von
Gott gegeben wurde.
Wahrer Sex
„Losgelöst von dem Ja des Schöpfers zu Sex innerhalb der Ehe scheint das Nein zu
Sex außerhalb der Ehe willkürlich und grausam zu sein. In der Tat kann man sagen,
dass im christlichen Vokabular der einzig wahre Sex der Sex ist, der innerhalb der
Ehe passiert; falscher Sex, Sex der außerhalb der Ehe passiert, ist in Wahrheit
keinesfalls Sex.“
„Das physische Zusammenkommen, das zwischen zwei Menschen stattfindet, die
nicht verheiratet sind, ist eine gestörte Nachahmung von Sex.“
– Lauren F. Winner
=> Wahrer Sex erzeugt eine feste, innige Gemeinschaft
Auswirkung der
Sünde im
sexuellen Bereich
Magazine und
Fernsehsendungen bringen
zum Ausdruck, dass das
sexuelle Verlangen gestört ist.
Es stimmt nicht mehr mit
Gottes Ordnung von
verheiratetem Sex überein.
Bild: Darstellung einer römischen Orgie
Gebote…
wollen die anfängliche Ordnung
schützen und fortsetzen.
Sie regeln sexuelles Verhalten
im Blick auf
• die Familie – kein Inzest
• verbotene sexuelle Praktiken
• z.B. Bestialität: kein Sex mit
Tieren
Wie sollen
Christen leben?
Die Entscheidung dazu fiel auf dem
Apostelkonzil im Jahre 49 n. Chr.:
• Das Konzil bestätigt, dass die
ursprüngliche Schöpfungsordnung
im sexuellen Bereich der Maßstab
ist.
• „Denn es gefällt dem Heiligen Geist
und uns, euch weiter keine Last
aufzuerlegen als nur diese
notwendigen Dinge: dass ihr euch
enthaltet vom Götzenopferfleisch
und vom Blut und vom Erstickten
und von Unzucht πορνεία. Wenn ihr
euch davor bewahrt, tut ihr recht.
Lebt wohl!“ Apg 15,28-29
Bild: Jakobus, der Halbbruder des Herrn Jesus und Gemeindeleiter in
Jerusalem. Er war maßgeblich an der Formulierung der Konzilsentscheidung
beteiligt.
PORNEIA
πορνεία
Der Überbegriff bezeichnet
jedes sexuelle Verhalten, das
nicht mit der ursprünglichen
Ordnung übereinstimmt.
• Besuch von Prostituierten (1Kor 6)
• Außerehelicher Geschlechtsverkehr
(1Kor 7)
Häufige wird der Begriff mit
Unzucht wiedergegeben. Die
genaue Bedeutung ist von
Kontext zu Kontext
unterschiedlich.
Wenn Paulus die Gemeinden
vor Unzucht warnt, dann geht
es ihm immer um die
Wiederherstellung der
ursprünglichen
Schöpfungsordnung.
Die Aufgabe einer
christlichen Gemeinschaft
Christliche
Gemeinschaft
• … hilft dabei, dass gerecht
über Körper und über den
Kontext von Sex gedacht wird.
• … nimmt die Gebote Gottes
ernst. Die Gebote zeigen, wie
Sex am „nahrhaftesten“ ist.
• … zeigt, dass die Gebote gut
für sie sorgen und Gott ein
weiser Gesetzgeber ist.
Die Gemeinde ist ein Ort, an
dem Menschen ein Verständnis
davon entwickeln können, was
es heißt, ein Geschöpf Gottes
zu sein.
Leben in der Geschichte
„Das Leben innerhalb der Grenzen von Gottes Ordnung bzw. Gebot macht uns
menschlich und macht uns wunderschön. Es macht uns zu Geschöpfen, die in der
geschaffenen Ordnung gut leben. Das Gebot gibt uns die Möglichkeit, das zu
werden, wozu wir geschaffen sind.“
– Lauren F. Winner
Gemeinschaftlicher Sex
Teil 2
Sex ist gemeinschaftlich
Sex ist Privatsache
Wie Sex zur
Privatsache wurde
• „Sex ist Privatsache“ ist eine junge
Meinung.
• Üblicherweise war Sex geregelt.
• Völker haben recht einheitlich
anerkannt, dass Sex eine Macht
darstellt, die alle angeht.
• Individualismus und
Selbstbestimmung als Zäsur
Wer heute noch die Meinung
vertritt, Sex gehöre in die Ehe,
der gilt als dumm und
ungelehrt.
„Wenn wir doch zwei
einwilligende Erwachsene sind,
warum sollte es irgendwen
etwas angehen, was unter der
Bettdecke läuft?“
3 Gründe dafür,
dass Sex keine
Privatsache ist
1. Sex kann zu Kindern führen.
Erziehung ist früher oder später
eine gemeinsame Aufgabe.
2. Sex hält nicht nur die Ehe
zusammen, sondern auch die
Familie und auf einer weiteren
Ebene darunter die Gesellschaft.
3. Sex ist real; er erbaut oder zerstört!
Auch eine individualistische
Gesellschaft, in der der Einzelne im
Fokus steht, kann nicht auf eine
Sexualethik verzichten.
Die Rolle der
christlichen
Gemeinschaft bei
ethischen Fragen
• An die biblische Geschichte
erinnern, die die Ethik sinnvoll
macht.
• Dadurch den Einzelnen in die
gemeinsame Bestimmung
integrieren.
• Die Wahrheit bewahren:
Menschliches Leben gibt es
nur in Gemeinschaft.
• Das Thema Sex und Sexualität
nicht verdrängen.
„Sex ist Privatsache“ trägt nur
deshalb in unserer Gesellschaft
Gewicht, weil die Ethik am
Individuum ausgerichtet ist
und nicht an der Gemeinschaft.
In der christlichen
Gemeinschaft ist nicht der
Einzelne die Grundeinheit
ethischer Bedeutung.
Sex gehört in den Haushalt
VS
Sex im falschen Kontext
Sex ist reduziert auf
Ausdauer, Technik und
Geschicklichkeit.
Sex ist bloße Unterhaltung.
Sex ist individuelle
Bedürfnisbefriedigung.
Sex ist ein individuelles
Projekt.
Sex im richtigen Kontext
Sex ist „pflegende Disziplin“, formt
Arbeit und Alltag.
Sex ist ein körperlicher Weg, um in
Gemeinschaft mit dem
Ehepartnern einzutreten und
Gottes Liebe in die Tat
umzusetzen.
Sexualität ist ein Bestandteil
menschlicher, gegenseitiger
Abhängigkeit.
In unserer
Kirchengemeinde
über Sex reden
• Die Geschichte bewegen
durch Bekenntnis und
Konfrontation
• Dinge ansprechen in
Freundschaften und
vertrauensvollen Beziehungen
• Persönlich; statt privat und
öffentlich
• Gemeinschaftliches Interesse
wahrnehmen
Wir Christen haben zwar eine
gemeinsame Sprache, mit der
wir über Sex reden können,
aber wir sind so von dem
Individualismus unterwandert,
dass wir diese Sprache nicht
umzusetzen wissen.
Lügen, die unsere Kultur
über Sex erzählt
Teil 3
Lügen formen Sex
“Dass wir über Sex reden, ist nicht das
Problem, sondern wie wir über Sex
reden. Vieles, was wir über Sex sagen,
stimmt einfach nicht: es ist täuschend,
entstellend und irreführend.
Das ist wichtig, weil die Art und Weise
wie über Sex gesprochen wird, unser
Denken wiederspiegelt und formt und
letztendlich auch wie wir Sex haben.
Vieles, was wir öffentlich über Sex
sagen, ist einfach falsch. Und wenn wir
falsche Aussagen über Sex erzählen und
falsche Aussagen über Sex hören, dann
enden wir damit, in diesen falschen
Aussagen zu leben.”
– Lauren Winner, real sex, 62f.
Sex hat mit
Fortpflanzung
nichts zu tun
Lüge #1
Die Pille – Segen
oder Fluch?
Ihre sehr hohe Schutzwirkung – 99% –
ermöglichte laut Historikern die
sexuelle Revolution.
Die Kirchen haben unterschiedliche
Positionen zu künstlicher Verhütung
bezogen.
Das bedeutet: „Christen können
Verhütung akzeptieren und gleichzeitig
kritisch die Kultur der Verhütung
hinterfragen.“
Die Frage zur Bewertung: Wie verändert
uns Verhütung als sexuelle Personen?
Die theologische
Sicht von Sex
Verbindender Sex, der offen ist
für Fortpflanzung verändert…
wie Sex vereinigt.
wie Sex heiligt.
Sex ist vereinigend (Gen 2,23)
Gebein von meinem Gebein, Fleisch von
meinem Fleisch
Sex ist fruchtbar (Gen 1,28)
Seid fruchtbar und mehret euch!
Sex ist sakramental (Eph 5,29-32)
Denn niemand hat je sein eigenes
Fleisch gehasst; sondern er nährt und
pflegt es wie auch Christus die
Gemeinde. Denn wir sind Glieder seines
Leibes. »Darum wird ein Mann Vater
und Mutter verlassen und an seiner
Frau hängen, und die zwei werden ein
Fleisch sein« Dies Geheimnis ist groß;
ich deute es aber auf Christus und die
Gemeinde.
Zurück in die
Steinzeit?
Die Wiederherstellung der Verbindung
zwischen Sex und Fortpflanzung muss
uns nicht zur röm.-kath. Position
führen.
Trotzdem können wir über die
Trennung von Sex und Fortpflanzung
durch Technologie besorgt sein.
Technologie tut dem wahren Sex
Gewalt an.
Wegen Sex sollte
man nicht heiraten
Lüge #2
Der Fall Camille
Ehe =
Kameradschaft?
Die Anhebung des Hochzeitsalters wird
allgemein als etwas gutes/vernünftiges
betrachtet. Frühes Heiraten ist
unüberlegt. Hinter dem Trend steht
eine verzerrtes Eheverständnis.
Eheschließung ist reduziert auf die
Partnerwahl; den Richtigen oder die
Richtige gefunden zu haben.
Aber: Eine derartige Sicherheit gibt es
nicht. Ehe ist mehr als Kameradschaft.
Die Ehe wird sich schwieriger erweisen
als gedacht. Ehe braucht Gott.
Bild: In Deutschland heiraten Frauen heute im Vergleich zu 1975 im Durchschnitt 10
Jahre später.
Baue Dein Leben
um Dein Sexuelles
Verlangen herum
In der Ehe geht es auch um Sex und
sexuelles Verlangen.
Die Gesellschaft und die Kirche liefern
eine verwirrte Botschaft. Plötzlich ist
ihnen das sexuelle Verlangen doch
nicht mehr so wichtig.
„Verlangen ist grundlegend wichtig.
Wichtig genug, um das Leben danach
auszurichten.“
- Lauren Winner, real sex, 70.
Guter Sex
gibt es nicht
in der
eintönigen
Routine der
Ehe
Lüge #4
Sex = Ein
Bollwerk gegen
die Ehe
“Weil Herd und Heim drohen,
sexuelles Verlangen zu zügeln, hat
unsere Kultur Sex in ein Bollwerk
verwandelt gegen die alltäglichen
Aufgaben einer Ehe. Sie hat ein
falsches romantisches Ideal von
sexueller Liebe hergestellt und hat
Sex und Liebe radikal von der
alltäglichen Routine und den
häuslichen Pflichten getrennt.”
- Winner, real sex, 80.
Säkularer
ROmantizismus
Z.B. empfehlen Sex-Ratgeber:
• Weiche Farben tragen, macht die Frau
verletzlicher.
• Vorher stressfrei werden. In ein warmes
Handtuch einwickeln löst Stress.
• Schaumbad, Seide, Champagner:
Richtige Vorbereitung ist der Schlüssel
zu gutem Sex.
→ „Großartigen Sex kann es nicht geben,
wenn man darüber nachdenkt, was man
zum Mittagessen kochen könnte.“
Der Rhythmus des
Alltags macht Sex
möglich
Sex, Liebe und Ehe – christlich
verstanden – sind nur möglich im
alltäglichen Rhythmus von Haus und
Heim.
–
Rosen, Kerzen und Damenunterwäsche
können die Liebe nicht erhalten.
Liebe, Sex, Ehe
und die Mission
Gottes
Wenn Liebe, Sex und Ehe an ihrer
überweltlichen Aufgabe teilnehmen
wollen, nämlich an der Mission Gottes
und der Offenbarung seiner Gnade,
dann müssen sie sich mit den
innerweltlichen und alltäglichen
Dingen auseinandersetzen.
Christliche
Sexualethik
… berücksichtigt die Komplexität
gegenseitiger Verantwortung.
… fragt nicht nur nach der Bedeutung
von Sex und Ehe für unsere
Gemeinschaft.
… fragt auch nach der Funktionsweise
unserer Gemeinschaft und legt sie
unserer Ehe ans Herz.
Sex hebt den
Alltag auf → Sex
braucht Alltag
„Unsere Aufgabe ist es nicht, Momente zu
kultivieren, in denen Eros uns aus
unserem Alltag entführt, sondern uns so
zu lieben, dass Eros in die täglichen
Abläufe des Ehelebens eingebettet wird
und sich darin verwandelt. Denn in der
häuslichen Sexualität sehen wir, wie unser
tägliches menschliches Ringen die einzige
Sprache ist, die wir haben, um uns zu
Gottes Gnade zu rufen.“
- Winner, real sex, 83.
Lügen, die die Kirche über
Sex erzählt
Teil 4
Vorehelicher Sex macht,
dass du dich garantiert
schlecht fühlst
Lüge #1
Menschen fühlen
sich auch nach
sündigem Sex
großartig
Und wenn sie sich danach auch nicht
großartig fühlen, am Boden zerstört
sind sie deshalb auch nicht.
Der Racheakt und
seine Erkenntnis
„Sex sollte ein besonderes Band
zwischen zwei Menschen sein.“
Der zweifelhafte
Beitrag der
Gefühle
Jesus lehrt, dass wir oft keinen Kontakt
zu unseren Sünden haben.
Gefühle sind kein guter Indikator, zu
sagen, was Sex ist.
Wir sind oft nicht in uns selbst und
unsere gefallene Natur ist uns nicht
bewusst:
„Als er aber zu sich kam, sprach er: Wie
viele Tagelöhner hat mein Vater, die
Brot in Fülle haben, und ich verderbe
hier im Hunger!“ (Lukas 15,17)
Bild: Die Geizigen, die Habgierigen und die Verschwender;
Priamo della Quercia, 15. Jh.
Sex kann nie
gewöhnlich sein
… wenngleich er sich so anfühlt.
Sex als natürliche
Erfahrung ist
unzureichend
„Es kann sein, dass wir uns beim
vorehelichen Sex manchmal fade oder
gleichgültig fühlen, nicht weil der Sex
in moralischer oder spiritueller Hinsicht
neutral empfunden wird, sondern weil
wir gewissermaßen Schlafwandler sind.
Mit geschlossenen Augen gehen wir an
der Routine vorbei und sehen die
Realität nicht.“
– Lauren Winner, real sex, 90.
Frauen wollen nicht
wirklich Sex haben
Lüge #2
„Nur Männer
wollen das Eine!“
• Lange galten Frauen eher bereit sich
der Leidenschaft hinzugeben als
Männer, weil sie weniger rational
waren.
• Anfang des 17. Jhd.s: Frauen seien
weniger leidenschaftlich und
weniger interessiert an Sex als
Männer.
• Moralisten und Mediziner des 19.
Jhd.s übernahmen diese neue
Sichtweise: Frauen erweisen
eheliche Gefälligkeiten, aber hätten
kein Verlangen nach Sex.
• Heute: Libido von Männern und
Frauen ist etwa gleich ausgeprägt.
Was von der
Diskussion
zulernen ist
Frauen (wie auch Männer) haben ein
Verlangen nach emotionaler
Verbundenheit, die Sex anbietet.
Die Kirche schadet Mädchen und Frau,
wenn sie ihre Libido leugnet.
Der Druck von Männern, Sex zu haben,
ist weniger überzeugend als der des
eigenen Körpers.
Körper (und Sex) sind
eklig, schmutzig und
einfach unwichtig
Lüge #3
Die (Christliche)
Angst gegenüber
dem Körper
versetzt Christen in eine gnostische
Haltung:
• Körper sind schlecht.
• Körper sind unwichtig.
• Der Körper macht unsere
Menschlichkeit nicht wirklich aus.
Gründe für gnostische Denkansätze bei
Christen:
• Sie sind verunsichert, welche Rolle der
Körper in ihrem geistlichen Leben
spielt.
• Sie meinen, dass Christsein sich nur in
der Seele, den Gedanken und dem
Herzen abspiele; der Körper bleibt
zurück.
→ Auswirkungen auf sexuelles
Verlangen!
Das große
ABER der biblischen
Geschichte
"Denn um einen teuren Preis
seid ihr erkauft worden.
Verherrlicht also Gott in eurem
Leib!“
– 1Kor 6,20
Suzanne & Charlie
Die Moral von der Geschichte:
Wenn die gnostische Angst vor Körpern
Enthaltsamkeit absichert, schadet das
später verheiratetem Sex.
Was kann unsere
Gemeinde tun?
• Eindeutige Signale senden.
• Helfen, dass eine gesunde
Einstellung zur Leiblichkeit
gefördert wird.
• Wege lehren wie Christen ihren
Körper gut bewohnen. Was heißt das
für unverheiratete Christen und was
für verheiratete?
Wo stehen wir heute?
Vom Gnostizismus zur Technik – ist nicht genug
Zwischen Skylla
und Charybdis
Technik
Gnostizismus
Guter Sex = guter Orgasmus
Sexuelles Verlangen
ist schlecht
Hedonismus
Unterdrückung
→ Was ist der christliche Ansatz?
Linien ziehen und
Formation
Teil 5
Müssen wir über
so peinliche
Themen reden?
Christen, die keusch leben möchten,
wünschen sich konkrete Anleitung.
Was ist erlaubt und was verboten?
Grenzen sind nicht mehr klar gezogen.
Hatten Bill Clinton und Monika
Lewinsky Sex oder nur Oralverkehr?
Heute haben Teenager eher eine enge
Definition von Sex (= Bill Clinton).
Aber: Stört es meine Ehefrau, wenn ich
mit einer anderen Person Oralverkehr
habe?
Sex hat zwei
Seiten
Die öffentliche Seite – Küssen –
besteht von Anfang an.
Zur privaten Seite erhalten Christen
Zugang bei der Hochzeit.
Die Frage für unverheiratete Paare
lautet deshalb nicht: "Wie weit können
wir gehen?" Sondern sie laute: "Wie
erhalten wir die Integrität unserer
sexuellen Verbindung, die an diesem
Punkt nur öffentlich ist?"
Das strenge „kein-Küssen“ Lager geht
in die Richtung des Gnostizismus.
Beschränkung auf die öffentliche Seite
und solche Verhaltensweisen, die den
Körper und Gottes Absichten für Sex
schützen.
„nur Küssen“
Drei Vorteile, wenn man sich auf die
öffentliche Seite beschränkt:
1. Erfordert Disziplin, die das Paar auf
die Ehe vorbereitet
2. Grenzen geben Freiheit.
3. „Nur Küssen“ bejaht die
Körperlichkeit und Person des
anderen. Der andere wird nicht zum
zum Lustobjekt.
Entscheidungen
formen
Tugendhaftes Verhalten hat sich
praktisch bewährt.
→ Disziplin/ Keuschheit
→ „nur Küssen“
Sünde lehrt uns etwas Falsches.
→ Pornographie
→ Selbstbefriedigung
→ vorehelicher Sex
Konsequenzen sind real! Sünde formt
das eigene Denken und Handeln und
auch das der anderen.
Welche Formung entsteht aus der
Handlung X oder Y? Das ist die
Schlüsselfrage für die Analyse sexueller
Handlungen.
Pornographie
Sie lehrt, dass echte Körper nicht
gut genug sind
P ist überall
P zerstört
Gemeinschaft
Pornographie verwandelt Sex in etwas
gleichermaßen Fantastisches und Ausnutzendes.
Pornographie entfernt Sex aus der
gemeinschaftlichen Wirklichkeit der Ehe und
importiert äußere Standards in das Schlafzimmer.
Und das führt zur Objektivierung der lebenden,
atmenden, fleischlichen Person mit der man
später vielleicht Sex hat. Pornographie ist
zerstörend weil es eine stillschweigende
Erzählung über körperliche Befriedigung
kommuniziert, ohne zu sagen, wie Sex wirklich
passiert. Es lehrt sein Klientel Erwartungen, die
einfach nicht verbunden sind zur Wirklichkeit, zu
Männern und Frauen mit wirklichen Körpern (nicht
zu erwähnen wirkliche Seelen, Herzen und
Gedanken).
- Lauren Winner, real sex, 112.
Naomi Wolf:
• Der Ansturm auf die Pornographie
ist verantwortlich für die Tötung der
männlichen Libido im Verhältnis zu
echten Frauen.
• Zum ersten Mal in der Geschichte
der Menschen hat die Macht der
Bilder und ihre Anziehungskraft
echte nackte Frauen verdrängt.
Folgen
• Menschen werden außerhalb ihres
Kontexts betrachtet.
• Personen werden als bloße
Sexualität wahrgenommen.
• Fördert sexuellen Individualismus:
„Es geht dich nichts an.“
• P fördert autoerotische Aktivitäten
(Selbstbefriedigung)
Selbstbefriedigung
Sie lehrt dich, dass Sex außerhalb einer Beziehung stattfindet
Selbstbefriedigung
ist ein Thema
Onan, der letzte christliche
Mythos:
Um jene Zeit verließ Juda seine Brüder und begab sich hinunter zu
einem Mann aus Adullam, der Hira hieß. Juda sah dort die Tochter eines
Kanaaniters namens Schua. Er nahm sie und kam zu ihr. Sie wurde
schwanger, gebar einen Sohn und gab ihm den Namen Er. Sie wurde
abermals schwanger, gebar einen Sohn und gab ihm den Namen Onan.
Und noch einmal gebar sie einen Sohn und gab ihm den Namen Schela.
Juda war in Kesib, als sie ihn gebar. Juda nahm für seinen
Erstgeborenen Er eine Frau namens Tamar. Aber Er, der Erstgeborene
Judas, missfiel dem HERRN und so ließ ihn der HERR sterben. Da sagte
Juda zu Onan: Geh zur Frau deines Bruders, vollzieh mit ihr die
Schwagerehe und verschaff deinem Bruder Nachkommen! Onan aber
wusste, dass die Nachkommen nicht ihm gehören würden. Sooft er zur
Frau seines Bruders ging, ließ er den Samen zur Erde fallen und
verderben, um seinem Bruder Nachkommen vorzuenthalten. Was er tat,
missfiel dem HERRN und so ließ er auch ihn sterben. (Gen 38)
… auch bei Christen.
Häufige Fragen:
Ist es richtig oder falsch?
Wie höre ich damit auf?
Was passiert emotional, wenn ich mich
selbstbefriedige?
Warum ist das eine so wichtige Sache
überhaupt?
S liegt im
Graubereich
Weder sagt die Bibel ausdrücklich, dass
man es tun darf, noch sagt sie, dass
man es überhaupt nicht tun darf.
Was bedeutet ihr Schweigen?
Weder das volle Ausleben noch die
strikte Meidung von Selbstbefriedigung
ist gut:
Die strikte Meidung hat das Potential
Angstzustände auszulösen.
Umgekehrt formt häufige
Selbstbefriedigung ein falsches und
merkwürdiges Verstehen von
Sexualität.
Die Sache mit der
Fantasie
„Selbstbefriedigung
wirft uns in eine Welt
der Unwirklichkeit.“
Lauren Winner, real sex, 117.
Der Elefant
im Raum
Verheirateten Sex schützen
Was ist erlaubt
und was nicht?
„Erlaubtes, gutes voreheliches Sexualverhalten schützt
eheliche Sexualität. [Z.B. küssen auf den Stufen vor dem
Rundbau.] Bei Selbstbefriedigung ist das nicht so. Die
unmittelbare Befriedigung der Selbstbefriedigung ist
einfach keine Charakteristik des ehelichen Sex, denn
Ehe erfordert Koordination und Eintauchen deiner
Begierde in eine dynamische Beziehung. Bei der
Selbstbefriedigung kontrollierst du dein Sexleben;
ehelicher Sex erfordert die Unterwerfung der Kontrolle
an eine andere Person.“
Lauren Winner, real sex, 117.
Alles ist erlaubt, das ehelichen Sex
schützt.
Auf diese Weise wird voreheliche
Keuschheit aktiv und positiv gestaltet.
Und man hat Anteil an dem Schutz eines
geschaffenen, gemeinsamen Guten.
Welche Gewohnheiten wirken sich negativ
auf die eheliche Sexualität aus?
→ Tabu
„[V]orehelicher Sex – selbst vorehelicher
Sex zwischen zwei sich liebenden
Personen – formt in uns falsche sexuelle
Gewohnheiten; Gewohnheiten, die
schlussendlich verheiratetem Sex Gewalt
antun.“ Lauren Winner, real sex, 118
Vorehelicher Sex
Er lehrt, dass Sex aufregend ist
Ein Vergleich
Vorehelicher Sex ist
ein Abenteuer
Verheirateter Sex ist
ein Ritual
Unzucht und
Götzendienst
Sex außerhalb der Ehe lässt uns richtig
erkennen, dass wir Menschen für Sex
gemacht sind.
Doch Sex außerhalb der Ehe erzählt nur
eine Teilwahrheit.
Sie führt dazu, dass wir etwas Gutes
auf die falsche Weise gebrauchen.
Das ist zerstörerisch für uns selbst,
unsere Seelen und unsere Körper.
Wie der Götzendienst, so ist Unzucht
eine falsche Reflektion eines richtigen
schöpferischen Impulses.
Bild: Salomos Götzendienst
Keuschheit als geistliche
Disziplin
Teil 7
Was ist
Keuschheit?
Zunächst ist Keuschheit eine Regel:
Keuschheit bezeichnet die Art und
Weise, wie man Sex hat innerhalb des
Leibes Christi – so miteinander Sex zu
haben, dass es zum Leib Christi passt;
Sex, der in der Gemeinschaft gründet
und bindet. Das bedeutet Sex zu haben
nur innerhalb der Ehe. Keuschheit
bedeutet deshalb, abstinent zu leben,
wenn man nicht verheiratet ist, und
Treue, wenn man es ist.
Im Bild des
Paulus gesprochen
Im Neuen Testament ist Sex jenseits
der Grenzen der Ehe - der Grenzen der
gemeinschaftlich gewährten
Zustimmung zum Sex - einfach tabu.
Wer außerhalb dieser Grenzen Sex hat,
begeht ein Vergehen gegen den Leib.
Enthaltsamkeit vor der Ehe und Treue
innerhalb der Ehe; jede andere Art von
Sex ist verkörperte Abfall.
Lauren Winner, real sex, 124.
… und Keuschheit
ist eine Disziplin
Keuschheit ist Grundregel unserer
Gemeinschaft und eine geistliche
Disziplin.
Als geistliche Disziplin bezeichnet man
Dinge, die man tut. Diese Praktiken sind
Wege, wie wir unser ganzes Selbst -
unseren Körper, unseren Verstand und
unser Herz, unsere Beziehungen,
unseren Rhythmus und unsere ganze
Art, in der Welt zu sein - auf Gott
ausrichten.
Bild: Der Asket Martin von Tours teilt seinen Mantel.
Aber!
Werden wir nicht alleine durch den
Glauben gerettet?
Geistliche Praktiken formen in uns
Gewohnheiten, Fähigkeiten und
Stärken eines treuen Nachfolgers von
Jesus Christus.
Wenn ich mich z. B. zum täglichen
Gebet verpflichte, lerne ich, ein Mensch
des Gebets zu sein.
Wenn ich mich verpflichte, den Zehnten
zu geben, auch wenn das mein Budget
belastet, werde ich zu einem Menschen,
der versteht, dass alles ein Geschenk
ist, dass alles Gott gehört.
Keuschheit als
geistliche
Disziplin
Deshalb ist Keuschheit ein aktives
Unterfangen.
Es geht nicht einfach um die
Abwesenheit von Sex, sondern um die
aktive Angleichung an den
Handlungsbogen des Evangeliums.
Keuschheit ist für Verheiratete eine
doppelte Disziplin:
1. treu bleiben
2. Verheirateter Sex erfordert
Disziplin.
Zähne zusammen
beißen und
durchhalten?
Als geistliche Disziplin ist Keuschheit
erhaben, nobel und geistlich.
Alle Praktiken sind miteinander
verbunden.
Gebet und Bibellesen sind Grundlage.
Auch Fasten ist ein
guter Begleiter für
Keuschheit
Amma Synclectica von Alexandrien
„Fasten und Beten treibt schäbiges
Verlangen von uns weg.“
Fasten erinnert daran, dass auch das
sexuelle Verlangen diszipliniert werden
kann.
Keuschheit ist wie jede andere
geistliche Disziplin. Man verzichtet auf
etwas Natürliches.
Keuschheit zeigt, dass Gott meine
Person verlangt, meinen Körper, mehr
als das jeder Mann und jede Frau tut.
Sich über den
Grund sicher sein
Auszug aus einem Seminar:
„Wir müssen ihn nicht jagen, wir müssen
einfach auf den Herrn warten, dass er ihn zu
uns bringt. Wir müssen uns um ihn keine
Sorgen machen. Sondern müssen uns auf uns
selbst konzentrieren, wie wir zu einer reinen,
bescheidenen Frau werden, nach der unser
Prinz Charming Ausschau hält. Wir müssen
uns dem Gebet, der Demut und Gnade
hingeben. Wir müssen weiter machen,
göttliche Frauen zu werden, damit, wenn die
Zeit reif ist, wir diese göttlichen Eigenschaften
haben, von denen göttliche Männer träumen.“
Wie bei jeder geistlichen Disziplin geht
es auch bei der Keuschheit nicht um
den Verzicht auf eine Sache (Sex).
Wie bei jeder anderen geistlichen
Disziplin auch, geht es beim Verzicht
um eine andere Sache.
Diese andere Sache, sozusagen die
Frucht der Keuschheit, ist die Einheit
mit dem Leib Christi.
Insofern können gewisse Praktiken wie
Keuschheit erscheinen, tatsächlich
haben sie einen ganz anderen Grund.
Doppelte
Jungfräulichkeit
Gen 24,16
Und das Mädchen war sehr schön von
Angesicht, eine Jungfrau, die noch von
keinem Manne wusste.
Johannes Chrysostomos
Die Doppelung besagt, dass Rebekka
keine Hinterhaltstellerin war, sondern
eine Jungfrau mit Körper und Seele.
Augustinus über Psalm 147
Lebenslange Jungfräulichkeit des
Fleisches gehört nur wenigen; aber die
Jungfräulichkeit des Herzens betrifft
alle.
Bild: Rebekka gibt dem Knecht Abrahams, der auf der Suche war nach einer Frau für Abrahams
Sohn Isaak, zu trinken.
Die richtige
Zuwendung
macht‘s
Bei der Keuschheit geht es nicht
darum, dass man seine
Aufmerksamkeit von anderen
Menschen abwendet, um sich selbst für
sie attraktiver zu machen, sondern dass
man seine Aufmerksamkeit von
sexuellen und romantischen
Verwicklungen mit anderen Menschen
abwendet und sich selbst zu Gott hin
orientiert.
Lauren Winner, real sex, 131.
Bild: Jesus und die Frau am Brunnen
Gemeinschaft der
Keuschheit
Teil 7: Was Single-Sein die Kirche lehrt
Gemeinsam
oder
individualistisch
Schwester Margarete antwortet
Die Gemeinschaft trägt das Zölibat!
Keuschheit ≠ Zölibat
Keuschheit ist die Verpflichtung Sex an
seinem richtigen Ort zu haben. Zölibat
ist ein Versprechen der lebenslangen
Abstinenz.
Trotzdem vom Zölibat lernen:
Keuschheit ist keine individuelle
Entscheidung, wie in modernen,
christlichen Kampagnen zur
Erneuerung der Sexualmoral (z.B. „true
love waits“).
Bild: Diakonissen in Riehen/Basel
Transformation
findet in
Gemeinschaft statt
„Es reicht nicht aus, dass Einzelne
einen Willen zur Keuschheit haben; die
Kirche muss eine Gemeinschaft sein,
die zur Keuschheit hin arbeitet. Eine
Gemeinschaft, deren Strukturen und
Rhythmen Keuschheit plausibel und
umsetzbar machen.“ – Lauren Winner,
real sex, 135.
→ Wie muss unsere Gemeinschaft sein,
dass radikale Verhaltensänderung
plausibel ist.
Bild: Ein Treffen der AA, anonymen Alkoholiker.
Wie geht es
Singles in unserer
Kirche?
Es gibt immer mehr Single-Haushalte:
Den größten Anteil alleinstehender
Personen hat das Bundesland
Vorarlberg mit 39%. Schlusslicht bildet
Oberösterreich mit 22%. (Stand: Herbst
2021)
Zwischen den Familien: Einsamkeit am
Sonntagmorgen?
Ein Teil der Verantwortung lastet auf
den Singles.
Wir haben Verheiratet-Sein zur Norm
gemacht; das ist falsch!
Die ersten Schritte
hin zu Keuschheit
1. Offen und ehrlich über Sex reden!
• Über Fallgruben sprechen.
• Kein Euphemismus, Verschweigen und
Vortäuschen
• Sünde frei ansprechen; mit Reue, aber ohne
Furcht!
2. Gut über Singles reden!
• Bewusster Sprachgebrauch
• Single als Identitätsmerkmal?
3. Von Berufung bewusster reden
• Viele Berufungen fallen schwer!
• Lebenslange Berufungen → extrem selten
• Tägliche Berufung; heute Ja sagen zur
Situation!
Anfangen gut über Singles, Keuschheit
und Sex zu sprechen.
Was können wir
praktisch tun?
Kurz: Eine Gemeinschaft sein, in der
Menschen unterschiedlichen Alters und
unterschiedlicher Lebensstationen
zusammen kommen
Getrennte Angebote für Singles?
Ausdruck der christlichen Gemeinschaft
geht verloren!
Es gibt einen besseren Weg:
Beziehungen zwischen Verheirateten
und Singles fördern und erhalten!
Neue Norm: "Paar" ist nicht die
Grundeinheit christlicher Identität.
Einander ins Leben einladen!
PLURAL
SINGULAR
Verheiratete und Unverheiratete geben ihre Körper hin als
ein einziges gemeinschaftliches Opfer für Gott.
Keuschheit ist etwas, das wir zusammen machen – als ein
Leib.
Römer 12,1
Jesu Zeugnis vom
Single-Sein
Warum sollten uns die Gefühle von
Singles wichtig sein?
Single-Sein hat einen Ort in Gottes
großen Plan.
Jesus ist das Modell von gutem
Mensch-Sein; er war Single!
Jesu Single-Sein ist radikale Lehre →
stellt Familienstruktur infrage.
Beide Zustände – Verheiratet-Sein
und Single-Sein – lehren uns, die
Gemeinschaft der Kirche, wichtige
Wahrheiten über Gottes Geschichte.
Gottes Geschichte;
sichtbar unter uns
Was wir von der Ehe lernen
1. Ehe ist ein Beispiel für Gottes
Beziehung zu seinen Geliebten.
2. Verheiratete Personen sind ein
Zeichen von Gottes Treue.
3. Ehe kristallisiert die Liebe der
christlichen Gemeinschaft heraus.
4. Ehe ist erinnernde Gabe an die
Gemeinde.
Was wir von Singles lernen
1. Single-Sein zeigt wahre
Abhängigkeit → Vakanz für Gott
2. Single-Sein zeigt die wahre
Familie auf; die Kirche.
3. Single-Sein zeigt: am Ende der
Zeit gibt es nur die Ehe zwischen
Christus und der Gemeinde.
4. Und dass die wahre Beziehung
geschwisterlich ist.
Keuschheit ist gemeinsame Aufgabe
Verheiratet-Sein spiegelt Gottes
Beziehung mit seinem Volk wider. Am
Ende der Zeit, wenn das Reich Gottes da
ist, wenn Jesus Christus wiederkehrt, wird
es eine große Hochzeit geben zwischen
Christus und seinem Volk. Deshalb deutet
Paulus die Ehe in Epheser 5 auf Christus
und sein Volk. Die Kirche als ein
kollektives Volk Gottes, wird zum Leib
Christi.
Verheiratet-Sein zeigt der Kirche an,
wonach sie Ausschau halten muss, wenn
das Reich Gottes kommt–ewige, intime
Einheit mit Gott.
Und Single-Sein bereitet uns auf den
anderen Teil am Ende der Zeit vor; das
Zeitalter, in dem Single-Sein die Ehe
ablöst.
Single-Sein unterrichtet uns in unserer
vorrangigen, himmlischen Beziehung
miteinander: Geschwister in Christus.
Antwort an M.
Teil 8: Haben wir ein Problem mit Sex oder mit Buße?
Buße im Neuen
Testament
Das Neue Testament macht klar, dass
Gott uns vergibt bevor wir den Beweis
unserer Besserung erbringen können
und dass dieses Geschenk der
bedingungslosen Vergebung unsere
Veränderung möglich macht.
–Martin L. Smith
Vergebung ist bedingungslos! D.h. sie
ist losgelöst von dem Beweis unserer
Besserung.
Und Vergebung verändert. Sie ist kein
leeres Verspechen.
Der Fall M.
Ist es nicht zu spät für mich?
Warum damit beginnen, wenn ich
schon „gebrauchte Ware“ bin?
Warum warten, wenn Gott sowieso
vergibt?
Sollte ich mich nicht lieber auf Beten
und Bibellesen konzentrieren, als mich
zusätzlich mit Keuschheit abzumühen?
M. antworten
Wen wir zur Keuschheit unterwegs
sind, dann gehört Buße und Beichte–
für die Meisten–einfach dazu!
Sünde hat Auswirkungen
Aber der mit einem Weibe die Ehe
bricht, der ist ein Narr, der bringet sein
Leben ins Verderben. (Sp 6,32)
Es gibt
schlimmere
Sünden!
Die Folgen sexueller Sünden bleiben
am Längsten; aber das hebt Vergebung
nicht auf.
Die Kirche vermittelt hier oft ein
falsches Bild. Sie macht sexuelle Sünde
zur Schlimmsten von allen. Sie ist wie
ein Geist, der uns bis in die
Hochzeitsnacht und danach verfolgt.
Aber das ist unrealistisch. Weil:
Ps 103,12: Soweit wie der Osten vom
Westen entfernt ist, soweit schafft ER
unsere Schuld von uns weg
C. S. Lewis: Körperliche Sünden sind
schlimm, aber die rein geistliche Freude
an Bösem ist noch schlimmer.
Folgen der
sexuellen Sünde
vs. Buße
Hier gibt es eine Spannung:
Sünde formt immer; und gerade im
sexuellen Bereich.
Es gibt keinen Unterschied zwischen
sexuellen Sünden und anderen Sünden.
Alle Sünden werden vergeben.
Was heißt das für M.?
M. – sollte er Buße tun und "sich
abwenden und nicht mehr sündigen" –
wäre kein beschädigtes Gut, sondern
ein treu lebender Christ.
Jungfräulichkeit
Die Betonung auf der Jungfräulichkeit
kann einigen Christen schaden.
Das Konzept der „zweiten
Jungfräulichkeit“ ist theologisch
unhaltbar und versteht
Jungfräulichkeit falsch.
Jungfräulichkeit ist kein einmaliger
Zustand, sondern etwas Andauerndes,
Anhaltendes, Nachfolge, Buße und
Treue.
Sexualethik darf nicht um die
Jungfräulichkeit herum organisiert
werden; sie ist kein Lichtschalter!
Richtige Fragen
Hast du in der Vergangenheit
gesündigt?
Wenn du in der Vergangenheit
gesündigt hast, wie gehst du jetzt
damit um?
Reinheit
Unreinheit entsteht im NT nicht durch
Berührung, sondern durch Lust bzw.
falsche Begierde:
Die Verbindung mit einer Prostituierten in
Leib Jesu Christi ist erwünscht – wie mit
allen anderen Sündern auch.
Verboten und unrein (→ Unzucht) nennt
Paulus die sexuelle Verbindung mit einer
Prostituierten.
Körperliche Verbindung ist nicht Basis der
Unreinheit; sondern eine andere Person
als bloße Quelle der Befriedigung zu
gebrauchen.
Jeder kann zur Prostituierten gemacht
werden.
Reinheit ist umfassender und lässt sich
nicht auf den sexuellen Lebensbereich
beschränken. Wir sind alle Sünder und
brauchen Gnade.
Besser ist die Rede von Keuschheit:
K. = So Sex haben, dass sichtbar wird, dass
wir Gott von ganzem Herzen lieben.
Rekonstruktion
einer Kultur
Warum Keuschheit praktizieren?
Das neue Selbst ist Grund für radikale
Verhaltensänderung (Eph 3,5-10)
5 So tötet nun die Glieder, die auf Erden
sind, Unzucht, Unreinheit, schändliche
Leidenschaft, böse Begierde und die
Habsucht, die Götzendienst ist. 6 Um
solcher Dinge willen kommt der Zorn
Gottes über die Kinder des Ungehorsams.
7 In dem allen seid auch ihr einst
gewandelt, als ihr noch darin lebtet. 8 Nun
aber legt auch ihr das alles ab: Zorn,
Grimm, Bosheit, Lästerung, schandbare
Worte aus eurem Munde; 9 belügt
einander nicht; denn ihr habt den alten
Menschen mit seinen Werken ausgezogen
10 und den neuen angezogen, der
erneuert wird zur Erkenntnis nach dem
Ebenbild dessen, der ihn geschaffen hat.
Kolosser 3,1-4
Das Evangelium in a nut shell: „Ich bin ein neues Selbst!“
1. Wir waren von Gott abgeschnitten durch Sünde.
2. Jesu Tod hat unseren Tod (durch Sünde) rückgängig gemacht (vgl. Kol 2,13).
3. Jetzt sind wir "verborgen mit Christus in Gott“. Dieses Leben erscheint, wenn
Jesus Christus zurückkehrt (vgl. Kol 3,4).
Was sagen
wir M.?
Hier beginnt die Aufgabe der
Gemeinschaft.
Winner fordert von M. einen Gefallen
ein, nicht auf das verlockende Angebot
einzugehen.
Das könnte der Anfang der Kirche sein,
für M. eine Gemeinschaft zu sein, deren
Mitglieder im Glauben leben und nicht
danach, ob wir uns im Moment
überzeugt fühlen.
→ Keuschheit ist harte Arbeit;
manchmal reicht es ein Buch zu lesen.
M. hat kein
Problem mit Sex;
sondern mit Buße
Buße schließt das ganze Leben ein.
Sex darf kein isolierter Bereich sein.
Nach dem Evangelium zu leben ist kein
isolierter Vorgang, sondern eine
Verpflichtung in Liebe.
Was bedeutet es, in Christus
umgestaltet zu sein
Im Prozess der Buße…
wird das Bild von Jesus Christus zum
Vorschein gebracht.
lernt man, wie man dankbar ist.
lernt man, dass alles Gnade ist.
Unser Leben ist Antwort auf Gottes
Freundlichkeit!
Wie antworten
wir?
Sich anderen öffnen; gerade bei Dingen
im sexuellen Bereich!
Veränderung des Lebens ist das Wesen
von Buße und Beichte → nicht die
Dinge, die wir getan haben.
Wir wollen so sein wie der, der uns
gemacht hat.
Es geht um die Haltung…
Sünde zu bekennen; individuell und
gemeinschaftlich.
Rat und Zusicherung von
Weggefährten erhalten.
Sünde fortzuschicken.
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Beichte
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Sünden zerstören, wenn wir sie nicht
fortschicken.
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empfangen wurde, nicht mehr da ist.
Jesu Macht in der Vergebung auch die
Veränderung bewirkt.
Vergebung
und was wir vom Laufen-Lernen lernen
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Anhang
Gebote gehören
ins Alte
Testament!
Vielleicht denkt jetzt jemand an die Liebe Gottes
und sagt: Aber wir sind doch nicht durch Gebote
gerettet, entscheidend ist doch seine Liebestat am
Kreuz. Das sind aber falsche Alternativen. Gerade
das Kreuz, das uns die Liebe unseres himmlischen
Vaters öffentlich demonstriert, ist ein großes
Gebot, nämlich seine Liebe zu erwidern. An
anderer Stelle in den Evangelien gibt Jesus den
Jüngern das Liebesgebot: «Du sollst den Herrn,
deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von
ganzer Seele und von ganzem Gemüt» (Mt 22,37;
Mk 12,30; Lk 10,27). Das heißt: Das Liebesgebot
selbst ist eine Einladung, die von Gott angebotene
Vergebung anzunehmen und die entstandene
Kluft zu entfernen. Und wozu das? Um wieder
Gottes Geschöpf zu werden.

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Wahrer Sex - Sex und Sexualität aus christlicher Perspektive

  • 1.
  • 2. konservativ Vs. liberal Wie über das Thema Sex und Sexualität gesprochen wurde
  • 3. Das Problem beider Ansätze Sie ignorieren die biblische Geschichte
  • 4. Ein dritter Weg Schriftgemäß wird dann über das Thema Sex gesprochen, wenn die biblische Geschichte und die Gebote berücksichtigt werden.
  • 5. Ein dritter Weg „Selbst wenn Gottes Wille für uns offensichtlich ist, ist das noch kein rationaler Grund für ein Sittengesetz, solange wir nicht klar und einfach sagen können, wie Gottes Gebot uns anspricht, warum und wie es uns adressiert und das nicht nur als Forderung, sondern auch als gute Botschaft.“ – Thomas E. Breidenthal, aus dem Englischen übers. Die biblische Geschichte ist der Kontext der Gebote:
  • 6. Schöpfung, Schrift und der Grund für verheirateten Sex Teil 1
  • 8. Sexualität ist körperlich Was Gott über die Körper sagt, das gilt auch für die menschliche Sexualität.
  • 9. Die biblische Geschichte lehrt… • Körper sind „sehr gut“ geschaffen! • Körper sind keine Ausstellungsobjekte! • Körper müssen keine Hochleistung vollbringen, um gut zu sein! • Körper sind keine Last! Schöpfung 27 Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau. […] 31 Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag. 1. Mose 1,27-31
  • 10. Und sie lehrt auch… Sünde bzw. Entfernung von Gott kam körperlich in die Welt. Sünde hat körperliche Folgen.
  • 11. Wie spricht wer über Körper? Körper sind schlecht • Gnosis (2. und 3. Jhd.) Die materielle Welt ist böse. • Gnostische Strömungen innerhalb der Kirche. Ambrosius (340-397), Bischof von Milan, nennt den Körper ein ‚zerfleddertes Kleid‘. Körper sind gut • Die Bibel • Paulus • Das frühe Christentum
  • 12. Körper in der Theologie von Paulus • Körper dienen Paulus als Metapher und das nicht am Rande seiner Theologie, sondern im Zentrum. • Körper spiegeln nicht nur die Entfernung von Gott wider, sondern auch unsere Erlösung.
  • 13. Körper, Sex und die biblische Geschichte
  • 14. Sex erzeugt Gemeinschaft „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden sein ein Fleisch.“ – Spricht Adam, als ihm Eva von Gott gegeben wurde.
  • 15. Wahrer Sex „Losgelöst von dem Ja des Schöpfers zu Sex innerhalb der Ehe scheint das Nein zu Sex außerhalb der Ehe willkürlich und grausam zu sein. In der Tat kann man sagen, dass im christlichen Vokabular der einzig wahre Sex der Sex ist, der innerhalb der Ehe passiert; falscher Sex, Sex der außerhalb der Ehe passiert, ist in Wahrheit keinesfalls Sex.“ „Das physische Zusammenkommen, das zwischen zwei Menschen stattfindet, die nicht verheiratet sind, ist eine gestörte Nachahmung von Sex.“ – Lauren F. Winner => Wahrer Sex erzeugt eine feste, innige Gemeinschaft
  • 16. Auswirkung der Sünde im sexuellen Bereich Magazine und Fernsehsendungen bringen zum Ausdruck, dass das sexuelle Verlangen gestört ist. Es stimmt nicht mehr mit Gottes Ordnung von verheiratetem Sex überein. Bild: Darstellung einer römischen Orgie
  • 17. Gebote… wollen die anfängliche Ordnung schützen und fortsetzen. Sie regeln sexuelles Verhalten im Blick auf • die Familie – kein Inzest • verbotene sexuelle Praktiken • z.B. Bestialität: kein Sex mit Tieren
  • 18. Wie sollen Christen leben? Die Entscheidung dazu fiel auf dem Apostelkonzil im Jahre 49 n. Chr.: • Das Konzil bestätigt, dass die ursprüngliche Schöpfungsordnung im sexuellen Bereich der Maßstab ist. • „Denn es gefällt dem Heiligen Geist und uns, euch weiter keine Last aufzuerlegen als nur diese notwendigen Dinge: dass ihr euch enthaltet vom Götzenopferfleisch und vom Blut und vom Erstickten und von Unzucht πορνεία. Wenn ihr euch davor bewahrt, tut ihr recht. Lebt wohl!“ Apg 15,28-29 Bild: Jakobus, der Halbbruder des Herrn Jesus und Gemeindeleiter in Jerusalem. Er war maßgeblich an der Formulierung der Konzilsentscheidung beteiligt.
  • 19. PORNEIA πορνεία Der Überbegriff bezeichnet jedes sexuelle Verhalten, das nicht mit der ursprünglichen Ordnung übereinstimmt. • Besuch von Prostituierten (1Kor 6) • Außerehelicher Geschlechtsverkehr (1Kor 7) Häufige wird der Begriff mit Unzucht wiedergegeben. Die genaue Bedeutung ist von Kontext zu Kontext unterschiedlich. Wenn Paulus die Gemeinden vor Unzucht warnt, dann geht es ihm immer um die Wiederherstellung der ursprünglichen Schöpfungsordnung.
  • 21. Christliche Gemeinschaft • … hilft dabei, dass gerecht über Körper und über den Kontext von Sex gedacht wird. • … nimmt die Gebote Gottes ernst. Die Gebote zeigen, wie Sex am „nahrhaftesten“ ist. • … zeigt, dass die Gebote gut für sie sorgen und Gott ein weiser Gesetzgeber ist. Die Gemeinde ist ein Ort, an dem Menschen ein Verständnis davon entwickeln können, was es heißt, ein Geschöpf Gottes zu sein.
  • 22. Leben in der Geschichte „Das Leben innerhalb der Grenzen von Gottes Ordnung bzw. Gebot macht uns menschlich und macht uns wunderschön. Es macht uns zu Geschöpfen, die in der geschaffenen Ordnung gut leben. Das Gebot gibt uns die Möglichkeit, das zu werden, wozu wir geschaffen sind.“ – Lauren F. Winner
  • 24. Sex ist gemeinschaftlich Sex ist Privatsache
  • 25. Wie Sex zur Privatsache wurde • „Sex ist Privatsache“ ist eine junge Meinung. • Üblicherweise war Sex geregelt. • Völker haben recht einheitlich anerkannt, dass Sex eine Macht darstellt, die alle angeht. • Individualismus und Selbstbestimmung als Zäsur Wer heute noch die Meinung vertritt, Sex gehöre in die Ehe, der gilt als dumm und ungelehrt. „Wenn wir doch zwei einwilligende Erwachsene sind, warum sollte es irgendwen etwas angehen, was unter der Bettdecke läuft?“
  • 26. 3 Gründe dafür, dass Sex keine Privatsache ist 1. Sex kann zu Kindern führen. Erziehung ist früher oder später eine gemeinsame Aufgabe. 2. Sex hält nicht nur die Ehe zusammen, sondern auch die Familie und auf einer weiteren Ebene darunter die Gesellschaft. 3. Sex ist real; er erbaut oder zerstört! Auch eine individualistische Gesellschaft, in der der Einzelne im Fokus steht, kann nicht auf eine Sexualethik verzichten.
  • 27. Die Rolle der christlichen Gemeinschaft bei ethischen Fragen • An die biblische Geschichte erinnern, die die Ethik sinnvoll macht. • Dadurch den Einzelnen in die gemeinsame Bestimmung integrieren. • Die Wahrheit bewahren: Menschliches Leben gibt es nur in Gemeinschaft. • Das Thema Sex und Sexualität nicht verdrängen. „Sex ist Privatsache“ trägt nur deshalb in unserer Gesellschaft Gewicht, weil die Ethik am Individuum ausgerichtet ist und nicht an der Gemeinschaft. In der christlichen Gemeinschaft ist nicht der Einzelne die Grundeinheit ethischer Bedeutung.
  • 28. Sex gehört in den Haushalt
  • 29. VS Sex im falschen Kontext Sex ist reduziert auf Ausdauer, Technik und Geschicklichkeit. Sex ist bloße Unterhaltung. Sex ist individuelle Bedürfnisbefriedigung. Sex ist ein individuelles Projekt. Sex im richtigen Kontext Sex ist „pflegende Disziplin“, formt Arbeit und Alltag. Sex ist ein körperlicher Weg, um in Gemeinschaft mit dem Ehepartnern einzutreten und Gottes Liebe in die Tat umzusetzen. Sexualität ist ein Bestandteil menschlicher, gegenseitiger Abhängigkeit.
  • 30. In unserer Kirchengemeinde über Sex reden • Die Geschichte bewegen durch Bekenntnis und Konfrontation • Dinge ansprechen in Freundschaften und vertrauensvollen Beziehungen • Persönlich; statt privat und öffentlich • Gemeinschaftliches Interesse wahrnehmen Wir Christen haben zwar eine gemeinsame Sprache, mit der wir über Sex reden können, aber wir sind so von dem Individualismus unterwandert, dass wir diese Sprache nicht umzusetzen wissen.
  • 31. Lügen, die unsere Kultur über Sex erzählt Teil 3
  • 32. Lügen formen Sex “Dass wir über Sex reden, ist nicht das Problem, sondern wie wir über Sex reden. Vieles, was wir über Sex sagen, stimmt einfach nicht: es ist täuschend, entstellend und irreführend. Das ist wichtig, weil die Art und Weise wie über Sex gesprochen wird, unser Denken wiederspiegelt und formt und letztendlich auch wie wir Sex haben. Vieles, was wir öffentlich über Sex sagen, ist einfach falsch. Und wenn wir falsche Aussagen über Sex erzählen und falsche Aussagen über Sex hören, dann enden wir damit, in diesen falschen Aussagen zu leben.” – Lauren Winner, real sex, 62f.
  • 34. Die Pille – Segen oder Fluch? Ihre sehr hohe Schutzwirkung – 99% – ermöglichte laut Historikern die sexuelle Revolution. Die Kirchen haben unterschiedliche Positionen zu künstlicher Verhütung bezogen. Das bedeutet: „Christen können Verhütung akzeptieren und gleichzeitig kritisch die Kultur der Verhütung hinterfragen.“ Die Frage zur Bewertung: Wie verändert uns Verhütung als sexuelle Personen?
  • 35. Die theologische Sicht von Sex Verbindender Sex, der offen ist für Fortpflanzung verändert… wie Sex vereinigt. wie Sex heiligt. Sex ist vereinigend (Gen 2,23) Gebein von meinem Gebein, Fleisch von meinem Fleisch Sex ist fruchtbar (Gen 1,28) Seid fruchtbar und mehret euch! Sex ist sakramental (Eph 5,29-32) Denn niemand hat je sein eigenes Fleisch gehasst; sondern er nährt und pflegt es wie auch Christus die Gemeinde. Denn wir sind Glieder seines Leibes. »Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein« Dies Geheimnis ist groß; ich deute es aber auf Christus und die Gemeinde.
  • 36. Zurück in die Steinzeit? Die Wiederherstellung der Verbindung zwischen Sex und Fortpflanzung muss uns nicht zur röm.-kath. Position führen. Trotzdem können wir über die Trennung von Sex und Fortpflanzung durch Technologie besorgt sein. Technologie tut dem wahren Sex Gewalt an.
  • 37. Wegen Sex sollte man nicht heiraten Lüge #2
  • 39. Ehe = Kameradschaft? Die Anhebung des Hochzeitsalters wird allgemein als etwas gutes/vernünftiges betrachtet. Frühes Heiraten ist unüberlegt. Hinter dem Trend steht eine verzerrtes Eheverständnis. Eheschließung ist reduziert auf die Partnerwahl; den Richtigen oder die Richtige gefunden zu haben. Aber: Eine derartige Sicherheit gibt es nicht. Ehe ist mehr als Kameradschaft. Die Ehe wird sich schwieriger erweisen als gedacht. Ehe braucht Gott. Bild: In Deutschland heiraten Frauen heute im Vergleich zu 1975 im Durchschnitt 10 Jahre später.
  • 40. Baue Dein Leben um Dein Sexuelles Verlangen herum In der Ehe geht es auch um Sex und sexuelles Verlangen. Die Gesellschaft und die Kirche liefern eine verwirrte Botschaft. Plötzlich ist ihnen das sexuelle Verlangen doch nicht mehr so wichtig. „Verlangen ist grundlegend wichtig. Wichtig genug, um das Leben danach auszurichten.“ - Lauren Winner, real sex, 70.
  • 41. Guter Sex gibt es nicht in der eintönigen Routine der Ehe Lüge #4
  • 42. Sex = Ein Bollwerk gegen die Ehe “Weil Herd und Heim drohen, sexuelles Verlangen zu zügeln, hat unsere Kultur Sex in ein Bollwerk verwandelt gegen die alltäglichen Aufgaben einer Ehe. Sie hat ein falsches romantisches Ideal von sexueller Liebe hergestellt und hat Sex und Liebe radikal von der alltäglichen Routine und den häuslichen Pflichten getrennt.” - Winner, real sex, 80.
  • 43. Säkularer ROmantizismus Z.B. empfehlen Sex-Ratgeber: • Weiche Farben tragen, macht die Frau verletzlicher. • Vorher stressfrei werden. In ein warmes Handtuch einwickeln löst Stress. • Schaumbad, Seide, Champagner: Richtige Vorbereitung ist der Schlüssel zu gutem Sex. → „Großartigen Sex kann es nicht geben, wenn man darüber nachdenkt, was man zum Mittagessen kochen könnte.“
  • 44. Der Rhythmus des Alltags macht Sex möglich Sex, Liebe und Ehe – christlich verstanden – sind nur möglich im alltäglichen Rhythmus von Haus und Heim. – Rosen, Kerzen und Damenunterwäsche können die Liebe nicht erhalten.
  • 45. Liebe, Sex, Ehe und die Mission Gottes Wenn Liebe, Sex und Ehe an ihrer überweltlichen Aufgabe teilnehmen wollen, nämlich an der Mission Gottes und der Offenbarung seiner Gnade, dann müssen sie sich mit den innerweltlichen und alltäglichen Dingen auseinandersetzen.
  • 46. Christliche Sexualethik … berücksichtigt die Komplexität gegenseitiger Verantwortung. … fragt nicht nur nach der Bedeutung von Sex und Ehe für unsere Gemeinschaft. … fragt auch nach der Funktionsweise unserer Gemeinschaft und legt sie unserer Ehe ans Herz.
  • 47. Sex hebt den Alltag auf → Sex braucht Alltag „Unsere Aufgabe ist es nicht, Momente zu kultivieren, in denen Eros uns aus unserem Alltag entführt, sondern uns so zu lieben, dass Eros in die täglichen Abläufe des Ehelebens eingebettet wird und sich darin verwandelt. Denn in der häuslichen Sexualität sehen wir, wie unser tägliches menschliches Ringen die einzige Sprache ist, die wir haben, um uns zu Gottes Gnade zu rufen.“ - Winner, real sex, 83.
  • 48. Lügen, die die Kirche über Sex erzählt Teil 4
  • 49. Vorehelicher Sex macht, dass du dich garantiert schlecht fühlst Lüge #1
  • 50. Menschen fühlen sich auch nach sündigem Sex großartig Und wenn sie sich danach auch nicht großartig fühlen, am Boden zerstört sind sie deshalb auch nicht.
  • 51. Der Racheakt und seine Erkenntnis „Sex sollte ein besonderes Band zwischen zwei Menschen sein.“
  • 52. Der zweifelhafte Beitrag der Gefühle Jesus lehrt, dass wir oft keinen Kontakt zu unseren Sünden haben. Gefühle sind kein guter Indikator, zu sagen, was Sex ist. Wir sind oft nicht in uns selbst und unsere gefallene Natur ist uns nicht bewusst: „Als er aber zu sich kam, sprach er: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger!“ (Lukas 15,17) Bild: Die Geizigen, die Habgierigen und die Verschwender; Priamo della Quercia, 15. Jh.
  • 53. Sex kann nie gewöhnlich sein … wenngleich er sich so anfühlt.
  • 54. Sex als natürliche Erfahrung ist unzureichend „Es kann sein, dass wir uns beim vorehelichen Sex manchmal fade oder gleichgültig fühlen, nicht weil der Sex in moralischer oder spiritueller Hinsicht neutral empfunden wird, sondern weil wir gewissermaßen Schlafwandler sind. Mit geschlossenen Augen gehen wir an der Routine vorbei und sehen die Realität nicht.“ – Lauren Winner, real sex, 90.
  • 55. Frauen wollen nicht wirklich Sex haben Lüge #2
  • 56. „Nur Männer wollen das Eine!“ • Lange galten Frauen eher bereit sich der Leidenschaft hinzugeben als Männer, weil sie weniger rational waren. • Anfang des 17. Jhd.s: Frauen seien weniger leidenschaftlich und weniger interessiert an Sex als Männer. • Moralisten und Mediziner des 19. Jhd.s übernahmen diese neue Sichtweise: Frauen erweisen eheliche Gefälligkeiten, aber hätten kein Verlangen nach Sex. • Heute: Libido von Männern und Frauen ist etwa gleich ausgeprägt.
  • 57. Was von der Diskussion zulernen ist Frauen (wie auch Männer) haben ein Verlangen nach emotionaler Verbundenheit, die Sex anbietet. Die Kirche schadet Mädchen und Frau, wenn sie ihre Libido leugnet. Der Druck von Männern, Sex zu haben, ist weniger überzeugend als der des eigenen Körpers.
  • 58. Körper (und Sex) sind eklig, schmutzig und einfach unwichtig Lüge #3
  • 59. Die (Christliche) Angst gegenüber dem Körper versetzt Christen in eine gnostische Haltung: • Körper sind schlecht. • Körper sind unwichtig. • Der Körper macht unsere Menschlichkeit nicht wirklich aus. Gründe für gnostische Denkansätze bei Christen: • Sie sind verunsichert, welche Rolle der Körper in ihrem geistlichen Leben spielt. • Sie meinen, dass Christsein sich nur in der Seele, den Gedanken und dem Herzen abspiele; der Körper bleibt zurück. → Auswirkungen auf sexuelles Verlangen!
  • 60. Das große ABER der biblischen Geschichte "Denn um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden. Verherrlicht also Gott in eurem Leib!“ – 1Kor 6,20
  • 61. Suzanne & Charlie Die Moral von der Geschichte: Wenn die gnostische Angst vor Körpern Enthaltsamkeit absichert, schadet das später verheiratetem Sex.
  • 62. Was kann unsere Gemeinde tun? • Eindeutige Signale senden. • Helfen, dass eine gesunde Einstellung zur Leiblichkeit gefördert wird. • Wege lehren wie Christen ihren Körper gut bewohnen. Was heißt das für unverheiratete Christen und was für verheiratete?
  • 63. Wo stehen wir heute? Vom Gnostizismus zur Technik – ist nicht genug
  • 64. Zwischen Skylla und Charybdis Technik Gnostizismus Guter Sex = guter Orgasmus Sexuelles Verlangen ist schlecht Hedonismus Unterdrückung → Was ist der christliche Ansatz?
  • 66. Müssen wir über so peinliche Themen reden? Christen, die keusch leben möchten, wünschen sich konkrete Anleitung. Was ist erlaubt und was verboten? Grenzen sind nicht mehr klar gezogen. Hatten Bill Clinton und Monika Lewinsky Sex oder nur Oralverkehr? Heute haben Teenager eher eine enge Definition von Sex (= Bill Clinton). Aber: Stört es meine Ehefrau, wenn ich mit einer anderen Person Oralverkehr habe?
  • 67. Sex hat zwei Seiten Die öffentliche Seite – Küssen – besteht von Anfang an. Zur privaten Seite erhalten Christen Zugang bei der Hochzeit. Die Frage für unverheiratete Paare lautet deshalb nicht: "Wie weit können wir gehen?" Sondern sie laute: "Wie erhalten wir die Integrität unserer sexuellen Verbindung, die an diesem Punkt nur öffentlich ist?" Das strenge „kein-Küssen“ Lager geht in die Richtung des Gnostizismus. Beschränkung auf die öffentliche Seite und solche Verhaltensweisen, die den Körper und Gottes Absichten für Sex schützen.
  • 68. „nur Küssen“ Drei Vorteile, wenn man sich auf die öffentliche Seite beschränkt: 1. Erfordert Disziplin, die das Paar auf die Ehe vorbereitet 2. Grenzen geben Freiheit. 3. „Nur Küssen“ bejaht die Körperlichkeit und Person des anderen. Der andere wird nicht zum zum Lustobjekt.
  • 69. Entscheidungen formen Tugendhaftes Verhalten hat sich praktisch bewährt. → Disziplin/ Keuschheit → „nur Küssen“ Sünde lehrt uns etwas Falsches. → Pornographie → Selbstbefriedigung → vorehelicher Sex Konsequenzen sind real! Sünde formt das eigene Denken und Handeln und auch das der anderen. Welche Formung entsteht aus der Handlung X oder Y? Das ist die Schlüsselfrage für die Analyse sexueller Handlungen.
  • 70. Pornographie Sie lehrt, dass echte Körper nicht gut genug sind
  • 72. P zerstört Gemeinschaft Pornographie verwandelt Sex in etwas gleichermaßen Fantastisches und Ausnutzendes. Pornographie entfernt Sex aus der gemeinschaftlichen Wirklichkeit der Ehe und importiert äußere Standards in das Schlafzimmer. Und das führt zur Objektivierung der lebenden, atmenden, fleischlichen Person mit der man später vielleicht Sex hat. Pornographie ist zerstörend weil es eine stillschweigende Erzählung über körperliche Befriedigung kommuniziert, ohne zu sagen, wie Sex wirklich passiert. Es lehrt sein Klientel Erwartungen, die einfach nicht verbunden sind zur Wirklichkeit, zu Männern und Frauen mit wirklichen Körpern (nicht zu erwähnen wirkliche Seelen, Herzen und Gedanken). - Lauren Winner, real sex, 112. Naomi Wolf: • Der Ansturm auf die Pornographie ist verantwortlich für die Tötung der männlichen Libido im Verhältnis zu echten Frauen. • Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschen hat die Macht der Bilder und ihre Anziehungskraft echte nackte Frauen verdrängt.
  • 73. Folgen • Menschen werden außerhalb ihres Kontexts betrachtet. • Personen werden als bloße Sexualität wahrgenommen. • Fördert sexuellen Individualismus: „Es geht dich nichts an.“ • P fördert autoerotische Aktivitäten (Selbstbefriedigung)
  • 74. Selbstbefriedigung Sie lehrt dich, dass Sex außerhalb einer Beziehung stattfindet
  • 75. Selbstbefriedigung ist ein Thema Onan, der letzte christliche Mythos: Um jene Zeit verließ Juda seine Brüder und begab sich hinunter zu einem Mann aus Adullam, der Hira hieß. Juda sah dort die Tochter eines Kanaaniters namens Schua. Er nahm sie und kam zu ihr. Sie wurde schwanger, gebar einen Sohn und gab ihm den Namen Er. Sie wurde abermals schwanger, gebar einen Sohn und gab ihm den Namen Onan. Und noch einmal gebar sie einen Sohn und gab ihm den Namen Schela. Juda war in Kesib, als sie ihn gebar. Juda nahm für seinen Erstgeborenen Er eine Frau namens Tamar. Aber Er, der Erstgeborene Judas, missfiel dem HERRN und so ließ ihn der HERR sterben. Da sagte Juda zu Onan: Geh zur Frau deines Bruders, vollzieh mit ihr die Schwagerehe und verschaff deinem Bruder Nachkommen! Onan aber wusste, dass die Nachkommen nicht ihm gehören würden. Sooft er zur Frau seines Bruders ging, ließ er den Samen zur Erde fallen und verderben, um seinem Bruder Nachkommen vorzuenthalten. Was er tat, missfiel dem HERRN und so ließ er auch ihn sterben. (Gen 38) … auch bei Christen. Häufige Fragen: Ist es richtig oder falsch? Wie höre ich damit auf? Was passiert emotional, wenn ich mich selbstbefriedige? Warum ist das eine so wichtige Sache überhaupt?
  • 76. S liegt im Graubereich Weder sagt die Bibel ausdrücklich, dass man es tun darf, noch sagt sie, dass man es überhaupt nicht tun darf. Was bedeutet ihr Schweigen? Weder das volle Ausleben noch die strikte Meidung von Selbstbefriedigung ist gut: Die strikte Meidung hat das Potential Angstzustände auszulösen. Umgekehrt formt häufige Selbstbefriedigung ein falsches und merkwürdiges Verstehen von Sexualität.
  • 77. Die Sache mit der Fantasie „Selbstbefriedigung wirft uns in eine Welt der Unwirklichkeit.“ Lauren Winner, real sex, 117.
  • 79. Was ist erlaubt und was nicht? „Erlaubtes, gutes voreheliches Sexualverhalten schützt eheliche Sexualität. [Z.B. küssen auf den Stufen vor dem Rundbau.] Bei Selbstbefriedigung ist das nicht so. Die unmittelbare Befriedigung der Selbstbefriedigung ist einfach keine Charakteristik des ehelichen Sex, denn Ehe erfordert Koordination und Eintauchen deiner Begierde in eine dynamische Beziehung. Bei der Selbstbefriedigung kontrollierst du dein Sexleben; ehelicher Sex erfordert die Unterwerfung der Kontrolle an eine andere Person.“ Lauren Winner, real sex, 117. Alles ist erlaubt, das ehelichen Sex schützt. Auf diese Weise wird voreheliche Keuschheit aktiv und positiv gestaltet. Und man hat Anteil an dem Schutz eines geschaffenen, gemeinsamen Guten. Welche Gewohnheiten wirken sich negativ auf die eheliche Sexualität aus? → Tabu „[V]orehelicher Sex – selbst vorehelicher Sex zwischen zwei sich liebenden Personen – formt in uns falsche sexuelle Gewohnheiten; Gewohnheiten, die schlussendlich verheiratetem Sex Gewalt antun.“ Lauren Winner, real sex, 118
  • 80. Vorehelicher Sex Er lehrt, dass Sex aufregend ist
  • 81. Ein Vergleich Vorehelicher Sex ist ein Abenteuer Verheirateter Sex ist ein Ritual
  • 82. Unzucht und Götzendienst Sex außerhalb der Ehe lässt uns richtig erkennen, dass wir Menschen für Sex gemacht sind. Doch Sex außerhalb der Ehe erzählt nur eine Teilwahrheit. Sie führt dazu, dass wir etwas Gutes auf die falsche Weise gebrauchen. Das ist zerstörerisch für uns selbst, unsere Seelen und unsere Körper. Wie der Götzendienst, so ist Unzucht eine falsche Reflektion eines richtigen schöpferischen Impulses. Bild: Salomos Götzendienst
  • 84. Was ist Keuschheit? Zunächst ist Keuschheit eine Regel: Keuschheit bezeichnet die Art und Weise, wie man Sex hat innerhalb des Leibes Christi – so miteinander Sex zu haben, dass es zum Leib Christi passt; Sex, der in der Gemeinschaft gründet und bindet. Das bedeutet Sex zu haben nur innerhalb der Ehe. Keuschheit bedeutet deshalb, abstinent zu leben, wenn man nicht verheiratet ist, und Treue, wenn man es ist.
  • 85. Im Bild des Paulus gesprochen Im Neuen Testament ist Sex jenseits der Grenzen der Ehe - der Grenzen der gemeinschaftlich gewährten Zustimmung zum Sex - einfach tabu. Wer außerhalb dieser Grenzen Sex hat, begeht ein Vergehen gegen den Leib. Enthaltsamkeit vor der Ehe und Treue innerhalb der Ehe; jede andere Art von Sex ist verkörperte Abfall. Lauren Winner, real sex, 124.
  • 86. … und Keuschheit ist eine Disziplin Keuschheit ist Grundregel unserer Gemeinschaft und eine geistliche Disziplin. Als geistliche Disziplin bezeichnet man Dinge, die man tut. Diese Praktiken sind Wege, wie wir unser ganzes Selbst - unseren Körper, unseren Verstand und unser Herz, unsere Beziehungen, unseren Rhythmus und unsere ganze Art, in der Welt zu sein - auf Gott ausrichten. Bild: Der Asket Martin von Tours teilt seinen Mantel.
  • 87. Aber! Werden wir nicht alleine durch den Glauben gerettet? Geistliche Praktiken formen in uns Gewohnheiten, Fähigkeiten und Stärken eines treuen Nachfolgers von Jesus Christus. Wenn ich mich z. B. zum täglichen Gebet verpflichte, lerne ich, ein Mensch des Gebets zu sein. Wenn ich mich verpflichte, den Zehnten zu geben, auch wenn das mein Budget belastet, werde ich zu einem Menschen, der versteht, dass alles ein Geschenk ist, dass alles Gott gehört.
  • 88. Keuschheit als geistliche Disziplin Deshalb ist Keuschheit ein aktives Unterfangen. Es geht nicht einfach um die Abwesenheit von Sex, sondern um die aktive Angleichung an den Handlungsbogen des Evangeliums. Keuschheit ist für Verheiratete eine doppelte Disziplin: 1. treu bleiben 2. Verheirateter Sex erfordert Disziplin.
  • 89. Zähne zusammen beißen und durchhalten? Als geistliche Disziplin ist Keuschheit erhaben, nobel und geistlich. Alle Praktiken sind miteinander verbunden. Gebet und Bibellesen sind Grundlage.
  • 90. Auch Fasten ist ein guter Begleiter für Keuschheit Amma Synclectica von Alexandrien „Fasten und Beten treibt schäbiges Verlangen von uns weg.“ Fasten erinnert daran, dass auch das sexuelle Verlangen diszipliniert werden kann. Keuschheit ist wie jede andere geistliche Disziplin. Man verzichtet auf etwas Natürliches. Keuschheit zeigt, dass Gott meine Person verlangt, meinen Körper, mehr als das jeder Mann und jede Frau tut.
  • 91. Sich über den Grund sicher sein Auszug aus einem Seminar: „Wir müssen ihn nicht jagen, wir müssen einfach auf den Herrn warten, dass er ihn zu uns bringt. Wir müssen uns um ihn keine Sorgen machen. Sondern müssen uns auf uns selbst konzentrieren, wie wir zu einer reinen, bescheidenen Frau werden, nach der unser Prinz Charming Ausschau hält. Wir müssen uns dem Gebet, der Demut und Gnade hingeben. Wir müssen weiter machen, göttliche Frauen zu werden, damit, wenn die Zeit reif ist, wir diese göttlichen Eigenschaften haben, von denen göttliche Männer träumen.“ Wie bei jeder geistlichen Disziplin geht es auch bei der Keuschheit nicht um den Verzicht auf eine Sache (Sex). Wie bei jeder anderen geistlichen Disziplin auch, geht es beim Verzicht um eine andere Sache. Diese andere Sache, sozusagen die Frucht der Keuschheit, ist die Einheit mit dem Leib Christi. Insofern können gewisse Praktiken wie Keuschheit erscheinen, tatsächlich haben sie einen ganz anderen Grund.
  • 92. Doppelte Jungfräulichkeit Gen 24,16 Und das Mädchen war sehr schön von Angesicht, eine Jungfrau, die noch von keinem Manne wusste. Johannes Chrysostomos Die Doppelung besagt, dass Rebekka keine Hinterhaltstellerin war, sondern eine Jungfrau mit Körper und Seele. Augustinus über Psalm 147 Lebenslange Jungfräulichkeit des Fleisches gehört nur wenigen; aber die Jungfräulichkeit des Herzens betrifft alle. Bild: Rebekka gibt dem Knecht Abrahams, der auf der Suche war nach einer Frau für Abrahams Sohn Isaak, zu trinken.
  • 93. Die richtige Zuwendung macht‘s Bei der Keuschheit geht es nicht darum, dass man seine Aufmerksamkeit von anderen Menschen abwendet, um sich selbst für sie attraktiver zu machen, sondern dass man seine Aufmerksamkeit von sexuellen und romantischen Verwicklungen mit anderen Menschen abwendet und sich selbst zu Gott hin orientiert. Lauren Winner, real sex, 131. Bild: Jesus und die Frau am Brunnen
  • 94. Gemeinschaft der Keuschheit Teil 7: Was Single-Sein die Kirche lehrt
  • 95. Gemeinsam oder individualistisch Schwester Margarete antwortet Die Gemeinschaft trägt das Zölibat! Keuschheit ≠ Zölibat Keuschheit ist die Verpflichtung Sex an seinem richtigen Ort zu haben. Zölibat ist ein Versprechen der lebenslangen Abstinenz. Trotzdem vom Zölibat lernen: Keuschheit ist keine individuelle Entscheidung, wie in modernen, christlichen Kampagnen zur Erneuerung der Sexualmoral (z.B. „true love waits“). Bild: Diakonissen in Riehen/Basel
  • 96. Transformation findet in Gemeinschaft statt „Es reicht nicht aus, dass Einzelne einen Willen zur Keuschheit haben; die Kirche muss eine Gemeinschaft sein, die zur Keuschheit hin arbeitet. Eine Gemeinschaft, deren Strukturen und Rhythmen Keuschheit plausibel und umsetzbar machen.“ – Lauren Winner, real sex, 135. → Wie muss unsere Gemeinschaft sein, dass radikale Verhaltensänderung plausibel ist. Bild: Ein Treffen der AA, anonymen Alkoholiker.
  • 97. Wie geht es Singles in unserer Kirche? Es gibt immer mehr Single-Haushalte: Den größten Anteil alleinstehender Personen hat das Bundesland Vorarlberg mit 39%. Schlusslicht bildet Oberösterreich mit 22%. (Stand: Herbst 2021) Zwischen den Familien: Einsamkeit am Sonntagmorgen? Ein Teil der Verantwortung lastet auf den Singles. Wir haben Verheiratet-Sein zur Norm gemacht; das ist falsch!
  • 98. Die ersten Schritte hin zu Keuschheit 1. Offen und ehrlich über Sex reden! • Über Fallgruben sprechen. • Kein Euphemismus, Verschweigen und Vortäuschen • Sünde frei ansprechen; mit Reue, aber ohne Furcht! 2. Gut über Singles reden! • Bewusster Sprachgebrauch • Single als Identitätsmerkmal? 3. Von Berufung bewusster reden • Viele Berufungen fallen schwer! • Lebenslange Berufungen → extrem selten • Tägliche Berufung; heute Ja sagen zur Situation! Anfangen gut über Singles, Keuschheit und Sex zu sprechen.
  • 99. Was können wir praktisch tun? Kurz: Eine Gemeinschaft sein, in der Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Lebensstationen zusammen kommen Getrennte Angebote für Singles? Ausdruck der christlichen Gemeinschaft geht verloren! Es gibt einen besseren Weg: Beziehungen zwischen Verheirateten und Singles fördern und erhalten! Neue Norm: "Paar" ist nicht die Grundeinheit christlicher Identität. Einander ins Leben einladen! PLURAL SINGULAR Verheiratete und Unverheiratete geben ihre Körper hin als ein einziges gemeinschaftliches Opfer für Gott. Keuschheit ist etwas, das wir zusammen machen – als ein Leib. Römer 12,1
  • 100. Jesu Zeugnis vom Single-Sein Warum sollten uns die Gefühle von Singles wichtig sein? Single-Sein hat einen Ort in Gottes großen Plan. Jesus ist das Modell von gutem Mensch-Sein; er war Single! Jesu Single-Sein ist radikale Lehre → stellt Familienstruktur infrage. Beide Zustände – Verheiratet-Sein und Single-Sein – lehren uns, die Gemeinschaft der Kirche, wichtige Wahrheiten über Gottes Geschichte.
  • 101. Gottes Geschichte; sichtbar unter uns Was wir von der Ehe lernen 1. Ehe ist ein Beispiel für Gottes Beziehung zu seinen Geliebten. 2. Verheiratete Personen sind ein Zeichen von Gottes Treue. 3. Ehe kristallisiert die Liebe der christlichen Gemeinschaft heraus. 4. Ehe ist erinnernde Gabe an die Gemeinde. Was wir von Singles lernen 1. Single-Sein zeigt wahre Abhängigkeit → Vakanz für Gott 2. Single-Sein zeigt die wahre Familie auf; die Kirche. 3. Single-Sein zeigt: am Ende der Zeit gibt es nur die Ehe zwischen Christus und der Gemeinde. 4. Und dass die wahre Beziehung geschwisterlich ist.
  • 102. Keuschheit ist gemeinsame Aufgabe Verheiratet-Sein spiegelt Gottes Beziehung mit seinem Volk wider. Am Ende der Zeit, wenn das Reich Gottes da ist, wenn Jesus Christus wiederkehrt, wird es eine große Hochzeit geben zwischen Christus und seinem Volk. Deshalb deutet Paulus die Ehe in Epheser 5 auf Christus und sein Volk. Die Kirche als ein kollektives Volk Gottes, wird zum Leib Christi. Verheiratet-Sein zeigt der Kirche an, wonach sie Ausschau halten muss, wenn das Reich Gottes kommt–ewige, intime Einheit mit Gott. Und Single-Sein bereitet uns auf den anderen Teil am Ende der Zeit vor; das Zeitalter, in dem Single-Sein die Ehe ablöst. Single-Sein unterrichtet uns in unserer vorrangigen, himmlischen Beziehung miteinander: Geschwister in Christus.
  • 103. Antwort an M. Teil 8: Haben wir ein Problem mit Sex oder mit Buße?
  • 104. Buße im Neuen Testament Das Neue Testament macht klar, dass Gott uns vergibt bevor wir den Beweis unserer Besserung erbringen können und dass dieses Geschenk der bedingungslosen Vergebung unsere Veränderung möglich macht. –Martin L. Smith Vergebung ist bedingungslos! D.h. sie ist losgelöst von dem Beweis unserer Besserung. Und Vergebung verändert. Sie ist kein leeres Verspechen.
  • 105. Der Fall M. Ist es nicht zu spät für mich? Warum damit beginnen, wenn ich schon „gebrauchte Ware“ bin? Warum warten, wenn Gott sowieso vergibt? Sollte ich mich nicht lieber auf Beten und Bibellesen konzentrieren, als mich zusätzlich mit Keuschheit abzumühen?
  • 106. M. antworten Wen wir zur Keuschheit unterwegs sind, dann gehört Buße und Beichte– für die Meisten–einfach dazu! Sünde hat Auswirkungen Aber der mit einem Weibe die Ehe bricht, der ist ein Narr, der bringet sein Leben ins Verderben. (Sp 6,32)
  • 107. Es gibt schlimmere Sünden! Die Folgen sexueller Sünden bleiben am Längsten; aber das hebt Vergebung nicht auf. Die Kirche vermittelt hier oft ein falsches Bild. Sie macht sexuelle Sünde zur Schlimmsten von allen. Sie ist wie ein Geist, der uns bis in die Hochzeitsnacht und danach verfolgt. Aber das ist unrealistisch. Weil: Ps 103,12: Soweit wie der Osten vom Westen entfernt ist, soweit schafft ER unsere Schuld von uns weg C. S. Lewis: Körperliche Sünden sind schlimm, aber die rein geistliche Freude an Bösem ist noch schlimmer.
  • 108. Folgen der sexuellen Sünde vs. Buße Hier gibt es eine Spannung: Sünde formt immer; und gerade im sexuellen Bereich. Es gibt keinen Unterschied zwischen sexuellen Sünden und anderen Sünden. Alle Sünden werden vergeben. Was heißt das für M.? M. – sollte er Buße tun und "sich abwenden und nicht mehr sündigen" – wäre kein beschädigtes Gut, sondern ein treu lebender Christ.
  • 109. Jungfräulichkeit Die Betonung auf der Jungfräulichkeit kann einigen Christen schaden. Das Konzept der „zweiten Jungfräulichkeit“ ist theologisch unhaltbar und versteht Jungfräulichkeit falsch. Jungfräulichkeit ist kein einmaliger Zustand, sondern etwas Andauerndes, Anhaltendes, Nachfolge, Buße und Treue. Sexualethik darf nicht um die Jungfräulichkeit herum organisiert werden; sie ist kein Lichtschalter! Richtige Fragen Hast du in der Vergangenheit gesündigt? Wenn du in der Vergangenheit gesündigt hast, wie gehst du jetzt damit um?
  • 110. Reinheit Unreinheit entsteht im NT nicht durch Berührung, sondern durch Lust bzw. falsche Begierde: Die Verbindung mit einer Prostituierten in Leib Jesu Christi ist erwünscht – wie mit allen anderen Sündern auch. Verboten und unrein (→ Unzucht) nennt Paulus die sexuelle Verbindung mit einer Prostituierten. Körperliche Verbindung ist nicht Basis der Unreinheit; sondern eine andere Person als bloße Quelle der Befriedigung zu gebrauchen. Jeder kann zur Prostituierten gemacht werden. Reinheit ist umfassender und lässt sich nicht auf den sexuellen Lebensbereich beschränken. Wir sind alle Sünder und brauchen Gnade. Besser ist die Rede von Keuschheit: K. = So Sex haben, dass sichtbar wird, dass wir Gott von ganzem Herzen lieben.
  • 111. Rekonstruktion einer Kultur Warum Keuschheit praktizieren? Das neue Selbst ist Grund für radikale Verhaltensänderung (Eph 3,5-10) 5 So tötet nun die Glieder, die auf Erden sind, Unzucht, Unreinheit, schändliche Leidenschaft, böse Begierde und die Habsucht, die Götzendienst ist. 6 Um solcher Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Ungehorsams. 7 In dem allen seid auch ihr einst gewandelt, als ihr noch darin lebtet. 8 Nun aber legt auch ihr das alles ab: Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung, schandbare Worte aus eurem Munde; 9 belügt einander nicht; denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Werken ausgezogen 10 und den neuen angezogen, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Ebenbild dessen, der ihn geschaffen hat. Kolosser 3,1-4 Das Evangelium in a nut shell: „Ich bin ein neues Selbst!“ 1. Wir waren von Gott abgeschnitten durch Sünde. 2. Jesu Tod hat unseren Tod (durch Sünde) rückgängig gemacht (vgl. Kol 2,13). 3. Jetzt sind wir "verborgen mit Christus in Gott“. Dieses Leben erscheint, wenn Jesus Christus zurückkehrt (vgl. Kol 3,4).
  • 112. Was sagen wir M.? Hier beginnt die Aufgabe der Gemeinschaft. Winner fordert von M. einen Gefallen ein, nicht auf das verlockende Angebot einzugehen. Das könnte der Anfang der Kirche sein, für M. eine Gemeinschaft zu sein, deren Mitglieder im Glauben leben und nicht danach, ob wir uns im Moment überzeugt fühlen. → Keuschheit ist harte Arbeit; manchmal reicht es ein Buch zu lesen.
  • 113. M. hat kein Problem mit Sex; sondern mit Buße Buße schließt das ganze Leben ein. Sex darf kein isolierter Bereich sein. Nach dem Evangelium zu leben ist kein isolierter Vorgang, sondern eine Verpflichtung in Liebe. Was bedeutet es, in Christus umgestaltet zu sein Im Prozess der Buße… wird das Bild von Jesus Christus zum Vorschein gebracht. lernt man, wie man dankbar ist. lernt man, dass alles Gnade ist. Unser Leben ist Antwort auf Gottes Freundlichkeit!
  • 114. Wie antworten wir? Sich anderen öffnen; gerade bei Dingen im sexuellen Bereich! Veränderung des Lebens ist das Wesen von Buße und Beichte → nicht die Dinge, die wir getan haben. Wir wollen so sein wie der, der uns gemacht hat. Es geht um die Haltung… Sünde zu bekennen; individuell und gemeinschaftlich. Rat und Zusicherung von Weggefährten erhalten. Sünde fortzuschicken.
  • 115. Gründe für die Beichte Beichten weil… Sünden zerstören, wenn wir sie nicht fortschicken. eine Sünde, für die Vergebung empfangen wurde, nicht mehr da ist. Jesu Macht in der Vergebung auch die Veränderung bewirkt.
  • 116. Vergebung und was wir vom Laufen-Lernen lernen können.
  • 117. Anhang
  • 118. Gebote gehören ins Alte Testament! Vielleicht denkt jetzt jemand an die Liebe Gottes und sagt: Aber wir sind doch nicht durch Gebote gerettet, entscheidend ist doch seine Liebestat am Kreuz. Das sind aber falsche Alternativen. Gerade das Kreuz, das uns die Liebe unseres himmlischen Vaters öffentlich demonstriert, ist ein großes Gebot, nämlich seine Liebe zu erwidern. An anderer Stelle in den Evangelien gibt Jesus den Jüngern das Liebesgebot: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt» (Mt 22,37; Mk 12,30; Lk 10,27). Das heißt: Das Liebesgebot selbst ist eine Einladung, die von Gott angebotene Vergebung anzunehmen und die entstandene Kluft zu entfernen. Und wozu das? Um wieder Gottes Geschöpf zu werden.