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Meinungen, Analysen, Fakten
Nr. 3 / 30.03.2016
Volkswirtschaft special
Meinungen, Analysen, Fakten
Herausgeber: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken · BVR · Volkswirtschaft/Mittelstandspolitik
Verantwortlich: Dr. Andreas Bley · Schellingstraße 4 · 10785 Berlin · Telefon: (030) 20 21 – 15 00
Telefax (030) 20 21 – 1904 · Internet: http://www.bvr.de · volkswirtschaft@bvr.de
Insolvenzgeschehen weiterhin rückläufig
- Das Insolvenzgeschehen dürfte sich in Deutschland im Jahr 2016 weiter entspannen. Die Anzahl
der Unternehmensinsolvenzen wird nach Einschätzung des BVR gegenüber dem Vorjahr um
etwa 5 % auf rund 22.000 Fälle zurückgehen. Grundlage für diese Prognose ist die Annahme, dass
das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 1,6 % steigen wird.
- In 2015 wurden von den deutschen Amtsgerichten 23.123 Unternehmensinsolvenzen gemeldet.
Dies waren 4,0 % weniger als 2014. Gemessen am bisherigen Höchststand des Jahres 2003 gab
die Anzahl der Firmenpleiten um kräftige 41,2 % nach.
- Regional betrachtet ist die Betroffenheit von Unternehmensinsolvenzen nach wie vor unter-
schiedlich ausgeprägt. Die Insolvenzquoten der Bundesländer zeigen eine starke Streuung, was
sich teilweise durch Unterschiede im langfristigen BIP-Wachstum und in der Veränderung der
Eigenkapitalausstattung der Unternehmen erklären lässt.
- Die Zeitreihen des BIP und der Unternehmensinsolvenzen zeigen seit dem Insolvenzen-Höchst-
stand von 2003 eine langfristige Gleichgewichtsbeziehung. Schätzungen des BVR legen zwischen
den beiden Reihen eine langfristige Elastizität von rund -3 und eine kurzfristige Elastizität von
etwa -1 nahe.
- Trotz der zu erwartenden weiteren Entspannung des Insolvenzgeschehens sind die staatlichen
Akteure nach wie vor gefordert, auf gute Rahmenbedingungen für ein solides Wirtschaftswachs-
tum hinzuarbeiten. Vor diesem Hintergrund ist der von der Bundesregierung vorgelegte Entwurf
eines neuen Verkehrswegeplans, der eine merkliche Ausweitung des Investitionsvolumens vor-
sieht, als ein Schritt in die richtige Richtung zu begrüßen.
Meinung
2
Insolvenzgeschehen weiterhin rückläufig
In Deutschland dürfte sich der langjährige Ab-
wärtstrend in den amtlichen Daten zu den Unter-
nehmensinsolvenzen im Jahr 2016 fortsetzen.
Schätzungen des BVR legen gegenüber dem Vor-
jahr einen Rückgang der Insolvenzen um etwa 5 %
auf rund 22.000 Fälle nahe. Grundlage für diese
Schätzungen ist die Annahme, dass das preisberei-
nigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands um
1,6 % steigen wird.
Unternehmensinsolvenzen 2015 erneut gesun-
ken
Im vergangenen Jahr 2015 wurden von den deut-
schen Amtsgerichten 23.123 Insolvenzfälle gemel-
det. Die Anzahl der Firmenpleiten hat sich somit
gegenüber dem Vorjahr um 4,0 % vermindert. Sie
ist etwas stärker gesunken, als vom BVR im März
2014 prognostiziert worden war (-3,2 %).
Der niedrige Stand der Insolvenzen in 2015 ist ein
Zeichen für die stabile Lage der deutschen Wirt-
schaft. Die wirtschaftliche Situation war aber nicht
immer so gut. So lag die Insolvenzzahl zu Beginn
der 2000er Jahre vor dem Hintergrund der allge-
meinen Restrukturierung in den Unternehmen und
eines schwachen konjunkturellen Umfelds noch
wesentlich höher. Sie erreichte im Jahr 2003 mit
39.230 Fällen einen Höchststand. Gemessen an
diesem hohen Niveau ist die Anzahl der Firmenplei-
ten in 2015 um kräftige 41,2 % zurückgegangen.
Deutliche Unterschiede in den Bundesländern…
Die Betroffenheit von Unternehmensinsolvenzen
ist innerhalb Deutschlands nach wie vor unter-
schiedlich ausgeprägt. Dies wird in Abbildung 1
anhand eines Vergleichs der Insolvenzquoten der
Bundesländer gezeigt. Zur Berechnung der Insol-
venzquoten wird die Anzahl der von Insolvenzen
betroffenen Unternehmen ins Verhältnis zur An-
zahl aller Unternehmen gesetzt. Die Gegenüber-
stellung in der Abbildung stützt sich auf die Durch-
schnittswerte mehrerer Jahre, um möglichen Son-
dereffekten, die in einzelnen Jahren auftreten kön-
nen, eine geringere Bedeutung zu geben. Konkret
werden die Durchschnittwerte der Insolvenzfälle
der Jahre 2013 bis 2015 der Anzahl der Unterneh-
men gegenübergestellt, die in der jüngsten Um-
satzsteuerstatistik von 2014 erfasst sind.
Im Durchschnitt der letzten drei Jahre wies Nord-
rhein-Westfalen unter allen Bundesländern mit
11,9 Insolvenzen je 1.000 Unternehmen die
höchste Quote auf. Auch in den Stadtstaaten
Bremen (11,1) und Hamburg (10,4) lag die Insol-
venzquote deutlich über dem bundesweiten Mit-
telwert von 7,5 Fällen je 1.000 Unternehmen. Dem-
gegenüber waren am anderen Ende der Vertei-
lung die Quoten von Baden-Württemberg (4,2),
Bayern (5,1) und Thüringen (5,5) in etwa nur halb
so hoch wie jene von Nordrhein-Westfalen, Bremen
und Hamburg.
Meinung
3
… wegen Wachstumsdifferenzen und…
Was sind die Gründe für die starke Streuung der In-
solvenzquoten? Eine wichtige Ursache ist in den
Unterschieden im gesamtwirtschaftlichen Wachs-
tum der einzelnen Bundesländer zu sehen. So
wurde bereits in früheren Ausgaben von „Volks-
wirtschaft special“ (zuletzt in der Ausgabe 3/2015)
auf den kurzfristigen Zusammenhang zwischen
den vierteljährlichen Veränderungsraten des BIP
und den Veränderungsraten der Insolvenzzahl in
Deutschland eingegangen. Gemäß der ökonomi-
schen Fachliteratur sind Konjunkturindikatoren wie
das BIP im Allgemeinen negativ mit den Insolven-
zen korreliert. In Zeiten hohen Wirtschaftswachs-
tums ist tendenziell mit weniger Insolvenzen zu
rechnen. Konjunkturelle Schwächephasen sind hin-
gegen häufig von einer Zunahme der Insolvenz-
zahlen begleitet. Dieser Zusammenhang wird vom
BVR regelmäßig für die Erstellung von Prognosen
zur Entwicklung der Firmenpleiten genutzt und ist
zudem der Ausgangspunkt für die aktuelle Insol-
venzprognose.
Auch langfristig scheint zu gelten, dass ein höheres
BIP-Wachstum zu einer Entspannung des Insolvenz-
geschehens führt. Dies legt zumindest der in der
Abbildung 2 dargestellte Vergleich nahe, der den
Zusammenhang zwischen der längerfristigen ge-
samtwirtschaftlichen Entwicklung und dem aktuel-
len Insolvenzgeschehen beschreibt. Hier werden
die durchschnittlichen Insolvenzquoten aus der Ab-
bildung 1 dem Wirtschaftswachstum der Bundes-
länder im Zeitraum vom Insolvenzen-Höchststand
im Jahr 2003 bis zum Jahr 2013 gegenübergestellt.
11,9
11,1
10,4
9,3
9,2
9,2
8,9
7,6
7,5
7,4
6,4
6,3
5,7
5,6
5,5
5,1
4,2
Nordrhein-Westfalen (NW)
Bremen (HB)
Hamburg (HH)
Saarland (SL)
Sachsen-Anhalt (ST)
Berlin (BE)
Schleswig-Holstein (SH)
Niedersachsen (NI)
Deutschland (DE)
Sachsen (SN)
Rheinland-Pfalz (RP)
Hessen (HE)
Mecklenburg-Vorpom. (MV)
Brandenburg (BB)
Thüringen (TH)
Bayern (BY)
Baden-Württemberg (BW)
Insolvenzquoten nach Bundesland
Unternehmensinsolvenzen im Durchschnitt der Jahre
2013 bis 2015 je 1.000 Unternehmen
Abb. 1
BW
BY
BE
BBHB
HH HE MV
NI
NRW
RP
SL
SN
ST
SH TH
DE
0,0
4,0
8,0
12,0
16,0
20,0
468101214
Wirtschaftswachstum undUnternehmens-
insolvenzen
X-Achse: Durchschnittliche Insolvenzquoten (2013-2015);
Y-Achse: Veränderungdes preisbereinigten BIP (2003-
2013, in %)
Abb. 2
BW
BY
BE
BB
HB
HH
HE
MV
NI
NRW
RP
SL
SN
ST
SH TH
DE
0,0
4,0
8,0
12,0
16,0
20,0
468101214
EigenkapitalausstattungundUnternehmens-
insolvenzen
X-Achse: Durchschnittliche Insolvenzquoten (2013-2015);
Y-Achse: Veränderungder Eigenkapitalquote (2003-2013,
in Prozentpunkten)
Quelle: Statistisches Bundesamt undJahresabschlussdaten-
Auswertungdes BVR
Abb. 3
Meinung
4
Demnach haben die beiden Länder mit den nied-
rigsten Insolvenzquoten (Baden-Württemberg und
Bayern) in der Vergangenheit einen – gemessen an
der bundesweiten Entwicklung – deutlich überpro-
portionalen Anstieg des preisbereinigten BIP erfah-
ren (14,7 % bzw. 17,9 % gegenüber 11,9 % im Bun-
desdurchschnitt). Andererseits fiel das Wirtschafts-
wachstum in den beiden Bundesländern mit den
höchsten Insolvenzquoten (Nordrhein-Westfalen
und Bremen) im genannten Zeitraum unterdurch-
schnittlich aus (8,2 % bzw. 8,3 %).
… wegen abweichender Entwicklungen in der
Eigenkapitalausstattung
Ein weiterer Grund für die Streuung der Insol-
venzquoten besteht offenbar in der unterschiedli-
chen Entwicklung der Eigenkapitalausstattung der
Unternehmen. Generell sollten Unternehmen mit
einer hohen Eigenkapitalquote besser in der Lage
sein, konjunkturelle Durststrecken durchzustehen,
als Unternehmen, die nur über wenige Eigenmittel
verfügen. Der aktuellen Gemeinschaftsstudie „Mit-
telstand im Mittelpunkt“ des BVR, der DZ BANK
und der WGZ BANK vom Herbst 2015 zufolge ist
die durchschnittliche Eigenkapitalquote der mittel-
ständischen Firmenkunden von Volksbanken und
Raiffeisenbanken in den vergangenen Jahren stetig
gestiegen. Die Eigenkapitalquote legte bundesweit
seit dem Insolvenzen-Höchststand von 2003 um
kräftige 14,3 Prozentpunkte auf 23,9 % in 2013 zu.
Im Vergleich der Bundesländer fiel der Anstieg je-
doch verschieden stark aus. Wie aus der Abbildung
3 hervorgeht, zeigten die ostdeutschen Bundeslän-
der Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen die
deutlichsten Fortschritte bei der Erhöhung der Ei-
genmittel (18,9 bzw. 17,5 Prozentpunkte). Es ver-
wundert daher nicht, dass diese beiden Länder zu-
letzt unterdurchschnittlich hohe Insolvenzquoten
aufwiesen. In den beiden hanseatischen Stadtstaa-
ten Bremen und Hamburg legte die Eigenkapital-
quote hingegen weniger deutlich zu (6,2 bzw.
7,8 Prozentpunkte).
Dass die langfristigen Veränderungsraten des BIP
und der Eigenkapitalquoten einen Beitrag zur Er-
klärung der regionalen Unterschiede im aktuellen
Insolvenzgeschehen leisten können, legen auch die
Ergebnisse einer einfachen Regressionsschätzung
nahe. Ausgangspunkt für diese Schätzung ist eine
Gleichung, in der die in Abbildung 1 dokumentier-
ten Insolvenzquoten als zu erklärende Variable und
die in den Abbildungen 2 und 3 dargestellten Grö-
ßen zusammen mit einer Konstanten als erklä-
rende Variablen eingehen. Die Schätzergebnisse
signalisieren, dass die Koeffizienten der Verände-
rungsraten des BIP und der Eigenkapitalquoten
negativ und auf einem Vertrauensniveau von 90 %
signifikant sind. Mit der Regressionsgleichung kann
in etwa die Hälfte der Streuung der Insolvenzquo-
ten beschreiben werden.
Beziehung zwischen Insolvenzen und BIP
Nachfolgend soll der Zusammenhang zwischen
den Unternehmensinsolvenzen und dem preisbe-
reinigtem BIP noch etwas genauer analysiert und
dabei die kurz- und langfristigen Dynamiken zwi-
schen den beiden Größen herausgearbeitet wer-
den. Hierzu können nur die Daten für Deutschland
Meinung
5
insgesamt herangezogen werden, da die BIP-
Angaben auf der Ebene der Bundesländer im All-
gemeinen lediglich in jährlicher Frequenz vorliegen
und somit keine Analyse kurzfristiger Zusammen-
hänge erlauben. In Abbildung 4 werden die viertel-
jährlichen Angaben zu den Unternehmensinsolven-
zen dem in umgekehrter Reihenfolge skalierten BIP
im Zeitraum vom ersten Quartal 2003 bis zum vier-
ten Quartal 2015 gegenübergestellt. Die BIP-Reihe
ist nicht nur preis-, sondern auch kalender- und sai-
sonbereinigt, da sie in originärer Form ein starkes
saisonales Muster aufweist. Bei den Unternehmen-
sinsolvenzen werden originäre Angaben verwen-
det, da sie nur ein gering ausgeprägtes Saisonmus-
ter zeigen.
Die beiden Zeitreihen folgen im dargestellten Zeit-
raum ganz offensichtlich einem gemeinsamen
Trend. Dies lässt vermuten, dass zwischen den Un-
ternehmensinsolvenzen und dem BIP eine langfris-
tige Gleichgewichtsbeziehung (Konintegration) im
Sinne der Ökonomen Engle und Granger besteht.
Bedingung für das Vorliegen einer solchen Bezie-
hung ist, dass die einbezogenen Zeitreihen den
gleichen Integrationsgrad aufweisen und dass die
Residuen des Konintegrationmodells stationär sind.
Dies wird anhand verschiedener Tests überprüft.
Zuvor werden die beiden Reihen logarithmiert, da
dies die Interpretation der Schätzergebnisse verein-
facht. Die Tests legen auf einem Vertrauensniveau
von über 90 % nahe, dass die beiden Reihen den
gleichen Integrationsgrad I (1) aufweisen und koin-
tegriert sind. Auf Basis des Konintegrationsmodells
kann nun in einem zweiten Schritt ein Fehlerkor-
rekturmodell geschätzt werden, dass die kurzfris-
85
90
95
100
105
110
115
2003Q1
2004Q3
2006Q1
2007Q3
2009Q1
2010Q3
2012Q1
2013Q3
2015Q1
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
Unternehmensinsolvenzen (Fälle je Quartal)
BIP, rechte Skala*
Kointegrationsbeziehung zwischen Insolvenzen
und BIP
*preis-, kalender-undsaisonbereiniger Kettenindex,
2010=100 in umgekehrterReihenfolge)
Abb. 4
2003Q2
2004Q4
2006Q2
2007Q4
2009Q2
2010Q4
2012Q2
2013Q4
2015Q2
-20
-10
0
10
20
Unternehmensinsolvenzen (Veränderung der
logarithmierten Fallzahl zum Vorquartal)
Modellschätzungen
Fehlerkorrekturmodell
Angaben in %
Abb. 5
Fehlerkorrekturmodell
Schätzergebnisse
Abb. 6
ΔINSt =α0 +α1 ΔBIPt + α2 (INSt-1 - β1 - β2 BIPt-1) +εt
Koeffizienten (t-Werte)
α0 = -0.005 (-0.827)
α1 = -0.796 (-2.728)
α2 = -0.501 (-3.816)
β1 = 23.988 (23.188)
β2 = -3.268 (-14.547)
Quelle: Statistisches Bundesamt, Schätzungen des BVR
Meinung
6
tige Dynamik der Anpassung an das langfristige
Gleichgewicht beschreibt.
In Abbildung 5 werden die Werte des Fehlerkor-
rekturmodells der tatsächlichen Entwicklung ge-
genübergestellt. Gezeigt werden die Differenzen
der logarithmierten Insolvenzzahl zum Vorquartal
(ΔINS), die als kurzfristige Veränderungsraten inter-
pretiert werden können. Die Regressionsgleichung
und zentrale Schätzergebnisse des Fehlerkorrektur-
modells werden in Abbildung 6 vorgestellt. Die
Schätzungen legen für das preisbereinigte BIP be-
züglich der Unternehmensinsolvenzen eine langfris-
tige Elastizität von rund -3 und eine kurzfristige
Elastizität von etwa -1 nahe (Koeffizienten β2 und
α1). Dies bedeutet, dass in langfristiger Betrachtung
eine Erhöhung des preisbereinigten BIP um 1 %
zu einer Verminderung der Insolvenzzahl um rund
3 % führt. In kurzfristiger Betrachtung, von Quartal
zu Quartal, lassen die Schätzungen bei einem An-
stieg des BIP um 1 % einen Rückgang der Unter-
nehmensinsolvenzen um etwa 1 % erwarten. Ab-
weichungen vom langfristigen Gleichgewicht
bauen sich den Schätzungen zufolge vergleichs-
weise schnell ab. Gemäß dem Fehlerkorrekturmo-
dell werden die Abweichungen im Durchschnitt in-
nerhalb eines Quartals um rund 50 % vermindert
(Koeffizienten α2).
Die im Rahmen der Kointegrationsanalyse ermit-
telte langfristige Elastizität von -3 lässt sich auch
als „Faustformel“ zur Erstellung von Prognosen ver-
wenden. Allerdings müssen zuvor Annahmen über
die Entwicklung des preisbereinigten BIP getroffen
werden. Der BVR geht derzeit davon aus, dass das
BIP Deutschlands 2016 um 1,6 % steigen wird.
Demnach ist in diesem Jahr mit einem Rückgang
der Unternehmensinsolvenzen um rund 5 % zu
rechnen.
Bei allen Qualitäten, die das Fehlerkorrekturmodell
aufweist, darf seine Aussagekraft nicht überinter-
pretiert werden. Die ermittelten statistischen Zu-
sammenhänge beschreiben die Vergangenheit.
Sie lassen sich nicht unendlich in die Zukunft fort-
schreiben, da das preisbereinigte BIP in der langen
Frist weiter aufwärts tendieren dürfte, während
die Insolvenzzahl früher oder später eine Grenze
erreichen wird, die nicht unterschritten werden
kann. Bislang gibt es allerdings noch keine Hin-
weise dafür, dass diese Untergrenze in naher Zu-
kunft erreicht sein wird.
Staat sollte weiter auf gute Rahmenbedingun-
gen hinarbeiten
Das Insolvenzgeschehen dürfte sich 2016 weiter
entspannen. Dennoch sind die staatlichen Akteure
weiterhin gefordert, auf gute Rahmenbedingun-
gen für ein solides Wirtschaftswachstum hinzuar-
beiten. Denn auf den aktuellen Aufschwung wird
früher oder später wieder ein Abschwung folgen,
der mit einem Anstieg der Unternehmensinsolven-
zen einhergehen könnte. Gute Rahmenbedingun-
gen begünstigen, dass sich die Wirtschaft nach ei-
nem konjunkturellen Tiefpunkt schnell erholen
kann. Die mit Abschwüngen allgemein einherge-
henden Forderungs- und Beschäftigungsverluste
ließen sich dadurch vermindern. Vor diesem
Hintergrund ist der von der Bundesregierung am
Meinung
7
16. März vorgelegte Entwurf eines neuen Ver-
kehrswegeplans als ein Schritt in die richtige Rich-
tung zu begrüßen. Demnach sollen bis zum Jahr
2030 rund 265 Mrd. Euro vor allem in den Erhalt
aber auch in den Neubau von Straßen, Schienen
und Wasserstraßen investiert werden. Das Investiti-
onsvolumen wäre damit um 91 Mrd. Euro höher
als im vorherigen Verkehrswegeplan.
Dennoch wird das Insolvenzgeschehen selbst unter
optimalen Rahmenbedingungen niemals zum Still-
stand kommen. Dies wäre auch nicht wünschens-
wert, da einer Wirtschaft ohne den Eintritt neuer
Unternehmen und den Austritt bestehender Un-
ternehmen ein Mangel an Innovationen droht.
Autor:
Dr. Gerit Vogt
Mail: g.vogt@bvr.de
Geldpolitik und Geldmarkt
8
Kreditwachstum legt zu
Die Kreditvergabe im Euroraum hat im Februar er-
neut zugelegt. Die Jahreswachstumsrate der Kre-
dite an den Privaten Sektor fiel dabei höher aus als
im Januar. Insgesamt stieg der Bestand an Krediten
an Unternehmen und private Haushalte im Ver-
gleich zum Vorjahresmonat um 1,1 %. Im Januar
war diese noch um 0,8 % gewachsen. Die Kredit-
vergabe an Firmen im Euroraum bereinigt um Ver-
käufe und Verbriefungen stieg binnen Monatsfrist
um 18 Mrd. Euro. Das entsprach einer Jahreswachs-
tumsrate in Höhe von 0,9 %. Die bereinigte Kredit-
vergabe an private Haushalte stieg im Monatsver-
gleich um 9 Mrd. Euro. Damit lag der Bestand der
Kredite an die privaten Haushalte um 1,6 % höher
als im Februar 2015.
Geldmengenwachstum bei 5,0 %
Mit einer saisonbereinigten Jahreswachstumsrate
von 5,0 % blieb der Expansionsgrad des breit
abgegrenzten Geldmengenaggregats M3 im Feb-
ruar hoch. Wie auch schon in den Monaten zuvor
wurde das Wachstum maßgeblich von der beson-
ders liquiden Geldmenge M1 getragen. Ihr Wachs-
tumsbeitrag lag bei 6,0 Prozentpunkten und be-
fand sich damit 0,1 Prozentpunkte unter dem Vor-
monatswert. Der Wachstumsbeitrag der Termin-
und Spareinlagen fiel mit -0,9 Prozentpunkten hin-
gegen 0,1 Prozentpunkte höher aus als im Januar.
Der Beitrag der marktfähigen Finanzinstrumente
trug im Februar mit -0,1 Prozentpunkten leicht ne-
gativ zum Gesamtwachstum bei.
EZB feuert aus allen Rohren
Die Europäische Zentralbank hat ihre Geldpolitik im
März noch einmal umfassend gelockert. Dazu griff
der Rat der EZB auf seiner Märzsitzung noch ein-
mal tief in den geldpolitischen Instrumentenkasten
und beschloss ein ganzes Bündel an neuen Maß-
nahmen. Darunter fiel die erneute Senkung des
Hauptrefinanzierungssatzes, zu dem sich die Ban-
ken des Währungsraums im Austausch gegen Si-
cherheiten bei der EZB Geld leihen können, um
5 Basispunkte auf 0,0 %. Der Leitzins des Wäh-
rungsraumes fiel damit erstmals in seiner Ge-
schichte auf 0 %. Gleichzeitig beschloss der Rat
eine Senkung des Zinssatzes für die Einlagefazilität
um 10 Basispunkte auf -0,40 %. Den Zinssatz für
die Spitzenrefinanzierungsfazilität senkte der Rat
wiederum um 5 Basispunkte auf 0,25 %.
-5,0
0,0
5,0
10,0
07/13 01/14 07/14 01/15 07/15 01/16
Marktfähige Finanzinstrumente (M3-M2)
Termin- und Spareinlagen (M2-M1)
Bargeld und Sichteinlagen (M1)
M3 insgesamt
Kredite an Privatsektor
Beiträge zum M3-Wachstum
in Prozentpunkten, saisonbereinigt
Quelle: Thomson Reuters Datastream, BVR
Geldpolitik und Geldmarkt
9
Neben den Zinsentscheidungen beschloss der geld-
politische Rat der EZB eine Ausweitung seines
Wertpapieraufkaufprogrammes. Ab April wird die
EZB Wertpapiere im Wert von monatlich 80 Mrd.
Euro kaufen anstatt wie bisher von 60 Mrd. Euro.
Die Laufzeit des Programms wurde nicht verän-
dert. Die EZB wird damit von April 2016 bis März
2017 noch Wertpapiere im Wert von rund 1 Bio.
Euro kaufen. Die Liste der Vermögenswerte, die
für reguläre Ankäufe zugelassen sind, erweiterte
der Rat dabei noch um Investment-Grade-Anleihen
von Unternehmen aus dem Euro-Währungsgebiet.
Schließlich beschloss der Rat ein neues Programm
für längerfristige Refinanzierungsgeschäfte. So soll
es ab Juni 2016 vier Refinanzierungsgeschäfte mit
einer Laufzeit von vier Jahren geben. Die EZB defi-
niert dabei bankspezifische Benchmarks für die
Kreditvergabe. Im günstigsten Fall erfolgt die Ver-
zinsung zum Einlagenzins also erstmals zu einem
negativen Zinssatz.
Die Notenbanker rechtfertigten die umfassenden
geldpolitischen Maßnahmen mit der immer noch
niedrigen Inflationsrate. Aktuell liegt die Jahres-
wachstumsrate der Verbraucherpreise für den Eu-
roraum mit -0,2 % wieder unter der Nullprozent-
marke. Darüber hinaus erhoffen sich die Notenban-
ker von ihren neuen geldpolitischen Maßnahmen
einen zusätzlichen Wachstumsimpuls für die Kredit-
vergabe im Euroraum. EZB-Präsident signalisierte
jedoch auf der Pressekonferenz im Nachgang zur
Ratssitzung, dass dies wohl die letzte Zinssenkung
der EZB gewesen sei. Dies hatte Draghi aber schon
bei der letzten Senkung des Einlagensatzes im Sep-
tember 2014 gesagt. Der EZB-Vizepräsident Vitor
Constancio legte im Nachgang zur Pressekonfe-
renz noch einmal nach, indem er deutlich machte,
dass bei der Einlagefazilität bzw. dem Strafzins für
Banken ein Ende erreicht sei. Stattdessen seien zu-
künftig vielmehr unkonventionelle Maßnahmen
gefragt.
Jan 16 Feb 16 Mrz 16
BVR Zins-Tacho 48 47 47
Konjunktur (50 %) 58 55 56
Preise/Kosten (40 %) 36 35 35
Liquidität (10 %) 51 51 50
BVR Zins-Tacho
Der BVR Zins-Tacho ist ein Indikator für die Inflationsrisiken im Euroraum. Ein Anstieg des BVR Zins-Tachos zeigt steigende,
eine Abnahme sinkende Inflationsrisiken an. Eine detaillierte Beschreibung des BVR Zinstachos befindet sich im
BVR Volkswirtschaft special Nr. 13/2007
0,00
0,50
1,00
1,50
2,00
2,50
3,00
3,50
4,00
4,50
5,00
25
30
35
40
45
50
55
60
65
70
75
99 01 03 05 07 09 11 13 15
BVR Zins-Tacho EZB-Leitzins in % (rechte Skala)
0
10
20
30 40 60
70
80
90
100
50
Geldpolitik und Geldmarkt
10
Inflationsdruck im Währungsraum moderat
Der BVR Zins-Tacho ist ein Barometer zur Messung
des mittelfristigen Inflationsrisikos im europäischen
Währungsraum. Aktuell weist der Tacho mit 47
von 100 möglichen Punkten einen moderaten In-
flationsdruck für den Währungsraum aus. Weder
ein erhöhtes Inflations- noch ein erhöhtes Deflati-
onsrisiko sind zu erkennen. In diesem Jahr ist der
Tacho allerdings schon um 3 Zähler zurückgegan-
gen. Ausschlaggebend hierfür waren niedrigere
Energiepreise und eine schwächere Konjunktur im
Euroraum.
Tagesgeldsatz fällt auf -0,35 %
Die Zinsen auf dem europäischen Geldmarkt sind
im März zurückgegangen. Während sie am langen
Ende der Zinsstrukturkurve leicht stiegen, fielen sie
bei kürzeren Laufzeiten sichtbar. Die Steilheit der
Zinsstrukturkurve am Geldmarkt nahm dadurch im
Monatsverlauf zu. Besonders deutlich fiel der Zins-
rückgang beim Tagesgeldsatz aus. Im Zuge der Ab-
senkung des Notenbankzinses auf Einlagen der Ge-
schäftsbanken bei der EZB sank der Tagesgeldsatz
um 12 Basispunkte und notierte Ende März bei
-0,35 %. Der 3-Monats-Euribor fiel derweil um
4 Basispunkte auf -0,24 %. Der Zins für Jahresgel-
der verzeichnete hingegen einen Anstieg um
2 Basispunkte und lag zum Monatsende bei 0,0 %.
Grund für den Anstieg waren höhere Zinserwar-
tungen. Viele interpretierten die Aussagen des
EZB-Präsidenten Mario Draghi dahingehend, dass
die EZB ihr unteres Ende ihrer Zinspolitik gefunden
habe.
-0,5
0,0
0,5
M A M J J A S O N D J F M
Wichtige Zinsen im Euroraum
Zinssätze in %
Spitzenrefinanzierungssatz
Tagesgeld(EONIA)
Hauptrefinanzierungssatz
Einlagenfazilität
-0,25
0,00
0,25
0,50
0,75
M A M J J A S O N D J F M
Notenbankzinseninternational
in %
Japan**
USA*
Eurozone
*Die Federal Reserve hat seit 16.12.2008einen Zielbereich
von 0-0,25 % für die Federal Funds Target Rate festge-
setzt. **Die Bank of Japan hat seit 19.12.2008 ein Tages-
geld-Zielbereich von rund 0,1 % festgesetzt.
-0,5
0,0
0,5
1,0
M A M J J A S O N D J F M
Quelle: Thomson Reuters Datastream
Geld- und Kapitalmarkt
Zinssätze in %
Umlaufsrendite
EZB-Hauptrefinanzierungssatz
3-Monatsgeld
Rentenmarkt
11
Renditeanstieg bei Bundesanleihen
Unterm Strich waren Bundesanleihen im März et-
was weniger stark gefragt. Insbesondere in der
ersten Monatshälfte fiel die Nachfrage nach beson-
ders sicheren Staatpapieren schwach aus, wodurch
es zu einem Anstieg der Renditen bei zehnjährigen
Bundesanleihen um rund 21 Basispunkte kam. Hö-
here Konjunktur- und Zinserwartungen in den USA
hatten das Interesse an US-Treasuries gedämpft.
Bundesanleihen folgten diesem Trend. Erst zur Mo-
natsmitte hin nahm die Nachfrage nach Bundesan-
leihen zu, wodurch es zu einer Gegenbewegung
kam. Ausschlaggebend hierfür waren zunächst
niedrigere Zinserwartungen aus den USA. Zwar
beließ die US-Notenbank den Zinskorridor für den
Fed Funds Satz wie erwartet bei 0,25 bis 0,5 %.
Allerdings korrigierten die Mitglieder des geldpoli-
tisch relevanten Offenmarktausschusses ihre Zins-
erwartungen für den Leitzins von durchschnittlich
1,375 % im Dezember auf 0,875 % nach unten. US-
Treasuries waren im Zuge dessen deutlich stärker
gefragt. Bundesanleihen konnten sich den Impul-
sen aus den USA erneut nicht entziehen. In der
Vorosterwoche erhielten Bundesanleihen zusätz-
lich Auftrieb durch die gestiegene Unsicherheit im
Zuge der Terroranschläge in Brüssel. Die Umlaufs-
rendite lag am 29. März bei 0,05 % und damit
2 Basispunkte höher als zum Vormonatsultimo.
Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg im
Monatsvergleich um 3 Basispunkte auf 0,14 %. Die
Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen lag im Ver-
gleich zum Vormonatsultimo um 7 Basispunkte hö-
her bei 1,81 %.
0,25
0,50
0,75
1,00
1,25
1,50
M A M J J A S O N D J F M
Zinsstruktur am Rentenmarkt
SpreadBundesanleihen mit Restlaufzeiten 10/1 Jahr, in %
-1,0
0,0
1,0
2,0
3,0
M A M J J A S O N D J F M
Bedeutende Benchmarkanleihen
Renditen in %, Staatsanleihen mit 10-jähriger Restlaufzeit
USA
Deutschland
Japan
0,0
1,0
2,0
3,0
M A M J J A S O N D J F M
Quelle: Thomson Reuters Datastream
Ausgewählte Staatsanleihen desEuroraums
Renditen in %, Staatsanleihen mit 10-jähriger Restlaufzeit
Spanien
Frankreich
Italien
Devisenmarkt
12
Euro-Dollar Kurs legt zu
Der Euro-Dollar Kurs hat im März sichtbar gegen-
über dem Greenback zulegen können. Zum Ende
des Monats lag der Wechselkurs zum Greenback
bei 1,12 US-Dollar und damit 3 US-Cent höher als
Ende Februar. Zu Monatsbeginn hatten Spekulatio-
nen auf stärker divergierende Geldpolitiken in den
USA und dem Euroraum den Wechselkurs zunächst
gedrückt. Im weiteren Monatsverlauf kehrte sich
die Stimmungslage allerdings um. Zunächst verhalf
Mario Draghi mit seiner Aussage, vorerst sei mit
keiner weiteren Zinssenkung zu rechnen, dem Euro
zu einem kleinen Comeback. Im Vorfeld der EZB-
Ratssitzung hatte der Euro noch Verluste hinneh-
men müssen. Ein zweiter Impuls kam von Seiten
der Fed zur Monatsmitte. Mit ihrer geldpolitischen
Entscheidung und ihrem Zinsausblick schwächte sie
den Greenback, wodurch der Euro gegenüber dem
Dollar an Wert gewinnen konnte. Wie erwartet
worden war, bestätigte die US-Notenbank ihren
Ende 2015 begonnenen Zinsanhebungszyklus.
Allerdings signalisierten die US-Notenbanker, dass
sie ein langsameres Straffungstempo in diesem
Jahr verfolgen werden, als im Vorfeld erwartet
worden war. Statt vier Zinsanhebungen dürfte es
in 2016 wohl nur noch zwei Zinsschritte geben.
Viele Händler passten ihre Erwartungen den geän-
derten Zinsaussichten an. Nach den Aussagen der
führenden Notenbanker aus Europa und den USA
im März dürfte das Auseinanderlaufen der Geldpo-
litiken dies- wie jenseits des Atlantiks etwas weni-
ger stark ausfallen als erwartet worden war.
120
130
140
150
160
0,6
0,8
1,0
1,2
1,4
M A M J J A S O N D J F M
Euro-Wechselkurs (I)
AusländerwährungproEuro
US-Dollar
Japanischer Yen (rechte Skala)
0,6
0,8
1,0
1,2
1,4
M A M J J A S O N D J F M
Euro-Wechselkurs (II)
Auslandswährungpro Euro
Schweizer Franken
Britisches Pfund
85
90
95
100
F M A M J J A S O N D J F
Effektiver Wechselkurs desEuro*
in EUR, Quartal 1, 1999 = 100
*Nominale Wertentwicklungdes Eurogegenüber den 19
wichtigsten Handelspartnern des Euroraums. Eine Bewe-
gung nach oben entspricht einer Aufwertungdes Euro
Quelle: Thomson Reuters Datastream
Aktienmarkt
13
DAX legt zu
Der Deutsche Aktienindex (DAX) hat im März zule-
gen können. Grund waren in der ersten Monats-
hälfte zum einen anziehende Ölpreise und zum an-
deren neue Konjunkturstützen in China. So kün-
digte die chinesische Zentralbank an, den Banken
mehr Spielraum bei der Kreditvergabe einzuräu-
men. Die Zentralbanker aus China erhoffen sich da-
von eine konjunkturelle Belebung. Darüber hinaus
stützten die geldpolitische Entscheidung der EZB
die Kurse. Im Gegensatz zum US-amerikanischen
Aktienmarkt konnte der DAX aber nicht von der
Sitzung des Offenmarktausschusses, auf der eine
langsame Gangart im Zinserhöhungszyklus signali-
siert worden war, profitieren. Der DAX gab im
Nachgang zur geldpolitischen Entscheidung der
US-Notenbank sogar einen Teil seiner Kursgewinne
wieder ab. Viele Anleger sahen in dem Erstarken
des Euro im Zuge deutlich weniger stark auseinan-
derlaufender Geldpolitiken dies- wie jenseits des
Atlantiks eine Gefahr für die Euro-Wirtschaft. So
könnte ein stärkerer Euro die Exportwirtschaft im
Euroraum belasten und den Aufschwung im Wäh-
rungsraum nachhaltig dämpfen. Am 29. März lag
der DAX bei 9.887 Punkten. Das waren 4,1 % we-
niger als zum Vormonatsultimo. Der US-Leitindex
legte im gleichen Zeitraum um 6,2 % zu und no-
tierte zum Ende des Monats bei 17.535 Punkten.
8.000
9.000
10.000
11.000
12.000
13.000
M A M J J A S O N D J F M
Deutscher Aktienmarkt
Dax, 40-/200-Tagesschnitt
2.600
2.800
3.000
3.200
3.400
3.600
3.800
4.000
M A M J J A S O N D J F M
Aktien im Euroraum
Euro-Stoxx 50, 40-/200-Tagesschnitt
15.500
16.000
16.500
17.000
17.500
18.000
18.500
M A M J J A S O N D J F M
Aktienmarkt USA
Dow Jones, 40-/200-Tagesschnitt
Quelle: Thomson Reuters Datastream
2.600
2.800
3.000
3.200
3.400
3.600
3.800
4.000
M A M J J A S O N D J F M
Aktien im Euroraum
Euro-Stoxx 50, 40-/200-Tagesschnitt
Eurokonjunktur
14
BIP-Wachstum bestätigt
Die Statistiker von Eurostat haben inzwischen das
zentrale Ergebnis ihrer ersten Schätzung zur ge-
samtwirtschaftlichen Entwicklung des Euroraums
für das Jahresendquartal 2015 bestätigt. Den An-
gaben zufolge nahm das preis- und saisonberei-
nigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem
Vorquartal um 0,3 % zu. Die Verlaufsrate blieb da-
mit gegenüber dem dritten Quartal unverändert.
Die Wachstumsimpulse gingen zum Jahresende vor
allem von den Bruttoanlageinvestitionen aus, die
um 1,3 % expandierten. Zudem trugen auch die
privaten und staatlichen Konsumausgaben (+0,2 %
bzw. +0,6 %) erneut zum BIP-Anstieg bei. Der Au-
ßenhandel hat jedoch das Wachstum vermindert,
da die Importe (+0,9 %) deutlich stärker stiegen als
die Exporte (+0,2 %). Für das erste Quartal lassen
Konjunkturindikatoren wie der Wirtschaftsklimain-
dex eine Fortsetzung des gesamtwirtschaftlichen
Wachstums im Euroraum erwarten.
Weitere Stimmungseintrübung
Angesichts der nach wie vor hohen Unsicherheit
über die Entwicklung des Euroraums (Stichworte:
Brexit-Debatte, Migrationsprobleme, Terroran-
schläge von Brüssel) hat sich die wirtschaftliche
Stimmung weiter eingetrübt. Der von der EU-
Kommission anhand einer monatlichen Umfrage
unter Unternehmen und Verbrauchern ermittelte
Wirtschaftsklimaindex ist im März gesunken. Er
gab gegenüber dem Vormonat um 0,9 Punkte auf
103,0 Punkte nach. Der Indikator befindet sich da-
mit aber weiterhin deutlich über seinem langfristi-
gen Mittelwert von 100 Punkten. Besonders deut-
lich hat sich das Wirtschaftsklima im März bei den
Bauunternehmen verschlechtert.
Merklicher Produktionszuwachs
Zu Jahresbeginn haben die Industriebetriebe des
Euroraums ihrer Produktion spürbar ausgeweitet.
1) Euroraum, in Punkten - Gewichtung: 40 % Industrievertrauen, 30 % Dienstleistungsvertrauen,
20 % Verbrauchervertrauen, 5 % Einzelhandelsvertrauen, 5 % Bauvertrauen
2) Saldo in Prozentpunkten (= Differenz aus positiven und negativen Antworten)
Quelle: Thomson Reuters Datastream
Wirtschaftsklima im Euroraum
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01/15
07/15
01/16
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-10
0
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Gesamt1 Dienstleister2 Verbraucher2 Einzelhandel2 Bau2Industrie2
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01/14
07/14
01/15
07/15
01/16
Eurokonjunktur
15
Nach vorläufigen Angaben von Eurostat legte die
Erzeugung im Januar gegenüber dem Vormonat
preis- und saisonbereinigt um 2,1 % zu, nachdem
sie im Dezember noch um 0,5 % gesunken war.
In naher Zukunft ist mit einer weiteren Erholung
der Industriekonjunktur zu rechnen. Dies lässt zu-
mindest der Order-Indikator erwarten, der im
Februar zwar um 1,6 Punkte zurückging, sich
mit -12,9 Punkten aber weiterhin über seinem
langfristigen Mittelwert (-17,2 Punkte) befindet.
Inflationsrate unter der Nulllinie
Die Inflationsrate des Euroraums ist im Februar er-
neut unter die Nullprozentmarke gesunken. Der
Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) fiel
um 0,2 % unter seinem Vorjahresstand. Im Januar
waren die Verbraucherpreise noch um 0,3 % ge-
stiegen. Maßgeblich für den Rückgang der Ge-
samtrate waren in erster Linie die Energiepreise,
die im Februar stärker nachgaben als zuvor (-8,1 %
gegenüber -5,4 % im Vormonat). Die Erzeuger-
preise sind jüngst, im Januar, um 2,9 % zurückge-
gangen.
Arbeitsmarktlage entspannt sich weiter
Im Januar ist die saisonbereinigte Arbeitslosen-
quote des Euroraums abermals gesunken. Sie fiel
gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte
auf 10,3 %. Innerhalb des Währungsraums gibt es
aber nach wie vor erhebliche Unterschiede. So ist
die Arbeitslosenquote in Griechenland (24,6 %) in
etwa sechs Mal so hoch wie in Deutschland (4,3 %).
10,0
11,0
12,0
13,0
01/14 07/14 01/15 07/15 01/16
Arbeitslosenquote
Euroraum, in %, saisonbereinigt
Quelle: Thomson Reuters Datastream
-4,0
-2,0
0,0
2,0
4,0
-02
-01
00
01
02
01/14 07/14 01/15 07/15 01/16
Verbraucher- undErzeugerpreise
Euroraum, in % gg. Vorjahr
Kerninflation*
Erzeugerpreise
(rechte Skala)
Verbraucherpreise
*ohne Energie undunbearbeitete Lebensmittel
-80
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01/14 07/14 01/15 07/15 01/16
Aufträge und Produktion
Euroraum, 2010=100, saisonbereinigt
Produktion
Aufträge*
*rechte Skala, Order-Indikator der EU-Kommission,
Saldenwerte
Deutsche Konjunktur
16
Konjunkturforscher vermindern BIP-Prognose-
werte
In den vergangenen Wochen haben viele Konjunk-
turexperten ihre Wachstumseinschätzungen für
Deutschland und das Jahr 2016 vermindert. So
rechnen beispielsweise die Fachleute des Rhei-
nisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsfor-
schung (RWI) in ihrer neuen Frühjahrs-Konjunktur-
prognose damit, dass das preisbereinigte Bruttoin-
landsprodukt (BIP) Deutschlands in diesem Jahr
um 1,4 % steigen wird. Im Dezember hatten die
RWI-Ökonomen noch einen Zuwachs um 1,8 %
erwartet. Auch die Forscher des Deutschen Insti-
tuts für Wirtschaftsforschung (DIW) haben ihren
Wachstumsausblick nach unten korrigiert. Sie ver-
minderten ihren BIP-Prognosewert um 0,1 Pro-
zentpunkte und rechnen aktuell – wie auch der
BVR – mit einem Anstieg um 1,6 %. Begründet
werden die Abwärtsrevisionen vor allem mit der
verminderten Dynamik des Welthandels und den
allgemein gestiegenen Unsicherheiten, welche die
Investitionstätigkeit dämpfen. Den Prognosen zu-
folge dürften die privaten Konsumausgaben aber
eine stabile Säule der Konjunkturdynamik bleiben.
Zudem werden von den staatlichen Mehrausga-
ben im Zuge der Flüchtlingsmigration merkliche
Wachstumsimpulse erwartet.
Industriedaten überwiegend günstig
Die monatlichen Daten zur Industriekonjunktur
fielen zu Jahresbeginn überwiegend positiv aus.
Zwar sank der preis-, kalender- und saisonberei-
nigte Auftragseingang im Januar gegenüber dem
Vormonat leicht. Der Rückgang fiel mit 0,1 % je-
doch nur geringfügig aus. Für den leichten Auf-
tragsrückgang waren vor allem die Bestellungen
aus dem Inland verantwortlich, die um 1,6 %
nachgaben. Die Auslandorders (+1,0 %) nahmen
hingegen zu, gestützt insbesondere durch einen
merklichen Nachfragezuwachs aus dem Euroraum
HWWI
IWH; SVR
RWI
1,0
1,5
2,0
2,5
Dez 15 Jan 16 Feb 16 Mrz 16
Quelle: BVR
OECD
IfW
KOM
IMF; REG
Bbk; IMK; RWI
DIW; HWWI
ifo
BVR
Konjunktur 2016 - Prognosen für Deutschland
Jahreswachstumsratedes BIP in %, preisbereinigt
Bbk - Deutsche Bundesbank
DIW - Deutsches Institut für
Wirtschaftsforschung, Berlin
GD - Gemeinschaftsdiagnose
(Frühjahrs- bzw. Herbstprognose)
HWWI - Hamburger WeltWirtschaftsInstitut
ifo - Institut für Wirtschaftsforschung,
München
IfW - Institut für Weltwirtschaft, Kiel
IMF - Internationaler Währungsfonds
IMK - Institut für Makroökonomie und
Konjunkturforschung, Düsseldorf
IW - Institut der deutschen Wirtschaft, Köln
IWH - Institut für Wirtschaftsforschung, Halle
KOM - Europäische Kommission
OECD - Organisation für Wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung
REG - Bundesregierung
RWI - Rheinisch-Westfälisches Institut für
Wirtschaftsforschung, Essen
SVR - Sachverständigenrat
DIW
IfW
Deutsche Konjunktur
17
(+7,5 %). Zudem war auch in dem für konjunktu-
relle Analysezwecke besser geeigneten Zweimo-
natsvergleich Oktober/November gegenüber De-
zember/Januar ein Auftragsplus (+0,5 %) zu ver-
zeichnen. Die Industrieproduktion ist im Januar
um deutliche 3,2 % gestiegen, nachdem sie im De-
zember lediglich geringfügig um 0,2 % zugelegt
hatte. Positiv stimmt ferner, dass die Produktion
zu Jahresbeginn auch im Baugewerbe (+7,0 %)
spürbar ausgeweitet wurde. Vor dem Hinter-
grund der jüngsten Daten zur Industrieproduktion
und zum industriellen Auftragseingang ist im lau-
fenden ersten Quartal mit einer moderaten Erho-
lung der Industriekonjunktur zu rechnen.
Rückläufige Ausfuhren
Im Gegensatz zu den Industriedaten sind die
jüngsten Angaben zum Außenhandel Deutsch-
lands eher verhalten ausgefallen. Die Ausfuhren
sind im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat
um 1,4 % gesunken. Maßgeblich hierfür war der
Rückgang im Geschäft mit den Staaten außerhalb
der EU (-5,0 %). Im Handel mit den EU-Staaten
war hingegen ein leichter Zuwachs zu verzeichnen
(+1,0 %). Die Einfuhren sind zuletzt etwas gestie-
gen. Sie legten im Vorjahresvergleich um 1,5 % zu,
was als Indiz für die nach wie vor robuste Binnen-
nachfrage interpretiert werden kann. Das Muster
rückläufiger Ausfuhren bei steigenden Einfuhren
zeigt sich auch, wenn die Veränderungsraten zum
Vormonat betrachtet werden. So gaben die Ex-
porte kalender- und saisonbereinigt gegenüber
Dezember um 0,5 % nach, während die Importe
um 1,2 % stiegen.
70
80
90
100
110
01/14 07/14 01/15 07/15 01/16
Außenhandel
in Mrd. Euro, saisonbereinigt
Ausfuhren
Einfuhren
Quelle: Thomson Reuters Datastream
90
100
110
120
01/14 07/14 01/15 07/15 01/16
Produktion
2010=100, preis-und saisonbereinigt
Baugewerbe
Industrie
90
100
110
120
130
01/14 07/14 01/15 07/15 01/16
Aufträge
2010=100, preis-und saisonbereinigt
Aufträge aus dem Inland
Aufträge aus dem Ausland
Deutsche Konjunktur
18
Stimmung hellt sich etwas auf
Unternehmen und Finanzmarktexperten blicken
den wirtschaftlichen Perspektiven Deutschlands
wieder mit etwas mehr Optimismus entgegen.
Der auf einer monatlichen Unternehmensumfrage
basierende ifo Geschäftsklimaindex ist von 105,7
Punkten im Februar auf 106,7 Punkte im März ge-
stiegen. Zuvor war der konjunkturelle Frühindika-
tor noch drei Monate in Folge zurückgegangen.
Neben den Geschäftserwartungen, die sich im
Februar erheblich verschlechtert hatten, wurde
auch die aktuelle Lage insgesamt besser beurteilt.
Die auf einer regelmäßigen Umfrage unter Finanz-
markexperten beruhenden ZEW-Konjunkturer-
wartungen sind im März ebenfalls gestiegen. Sie
legten gegenüber dem Vormonat um 3,3 Punkte
auf 4,3 Punkte zu. Zur allgemeinen Stimmungsauf-
hellung dürften unter anderem die abermaligen
geldpolitischen Lockerungen der EZB sowie posi-
tive Konjunkturdaten, wie der kräftige Anstieg
der deutschen Industrieproduktion vom Januar,
beigetragen haben. Die Folgen der jüngsten Ter-
roranschläge von Brüssel fanden in den Indikato-
ren noch keinen Niederschlag, da die Umfragen
vor den dramatischen Ereignissen durchgeführt
wurden. Alles in allem legen die aktuellen Umfra-
geergebnisse nahe, dass die gesamtwirtschaftliche
Entwicklung Deutschlands nach einem günstigen
Jahresauftakt im Sommerhalbjahr etwas an
Schwung verlieren wird.
Verbraucherpreise gestiegen
In Deutschland hat sich der Preisauftrieb auf der
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
07/13 01/14 07/14 01/15 07/15
Verbraucher
Unternehmen
Insolvenzen
Monatliche Fallzahlen
Quelle: Thomson Reuters Datastream
-10
-8
-6
-4
-2
0
2
4
-1
0
1
2
3
4
5
01/14 07/14 01/15 07/15 01/16
Verbraucherpreise
Kerninflation*
Erzeugerpreise (rechte Skala)
Verbraucher- undErzeugerpreise
gg. Vorjahr in %
*ohne Energie undLebensmittel
95
100
105
110
115
120
-20
0
20
40
60
80
01/14 07/14 01/15 07/15 01/16
Wirtschaftliche Einschätzung
Saldenwerte, saisonbereinigt
ZEW-Konjunkturerwartungen
ifo Geschäfts-
klimaindex*
*rechte Skala, 2010=100
Deutsche Konjunktur
19
Verbraucherstufe leicht erhöht. Gemäß den heute
veröffentlichten vorläufigen Angaben zum Ver-
braucherpreisindex (VPI) sind die Verbraucher-
preise im März gegenüber dem Vorjahr um 0,3 %
gestiegen. Im Februar hatte die Preisentwicklung
noch stagniert (0,0 %). Ausschlaggebend für den
Anstieg der Inflationsrate waren die Dienstleis-
tungspreise, die stärker zulegten als zuvor. Auf
der Erzeugerstufe lag die Preise jüngst, im Feb-
ruar, um 3,0 % unter ihrem Vorjahresstand.
4,0 % weniger Firmenpleiten in 2015
Wie bereits zu Beginn dieser Ausgabe von „Volk-
wirtschaft special“ erwähnt, hat sich der langjäh-
rige Abwärtstrend in den deutschen Insolvenzda-
ten im Jahr 2015 fortgesetzt. Von den Amtsge-
richten wurden 23.123 Unternehmens- und
80.347 Verbraucherinsolvenzen gemeldet. Die
Anzahl der Firmenpleiten ist damit gegenüber
dem Vorjahr um 4,0 % gesunken; die Verbrau-
cherinsolvenzen gaben um 6,9 % nach.
Arbeitsmarktentwicklung weiter günstig
Am deutschen Arbeitsmarkt haben sich zuletzt
die günstigen Grundtendenzen fortgesetzt. Ge-
mäß der aktuellen Hochrechnung der Bunde-
sagentur für Arbeit (BA) ist die Arbeitslosenzahl
im Februar gegenüber dem Vormonat um 9.000
auf 2,911 Mio. Menschen gesunken. Zum Rück-
gang trug neben der robusten Konjunktur auch
die vergleichsweise milde Witterung bei. Die Ar-
beitslosigkeit hat sich vor diesem Hintergrund
besser entwickelt als im Durchschnitt der vergan-
genen Jahre. In saisonbereinigter Rechnung ist die
Arbeitslosenzahl um deutliche 10.000 Personen
gesunken. Im Gegensatz zur Erwerbslosigkeit hat
sich die Erwerbstätigkeit weiter erhöht. Die Er-
werbstätigenzahl ist nach Angaben des Statischen
Bundesamtes jüngst, im Januar, gegenüber dem
Vormonat saisonbereinigt um 74.000 gestiegen.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat nahm sie um
517.000 auf 42,96 Mio. Menschen zu. Noch stärker
fiel der Zuwachs in den aktuellen Angaben zur so-
zialversicherungspflichtigen Beschäftigung aus. Die
Beschäftigtenzahl ist im Dezember im Vorjahres-
vergleich um 780.000 auf 31,18 Mio. gestiegen.
Zum Beschäftigungswachstum trug dabei insbe-
sondere der Stellenaufbau in den Bereichen Pflege
und Soziales, Handel und sonstige wirtschaftliche
Dienstleistungen sowie Verkehr und Lagerei bei.
Für die nächsten Monate lässt die weiterhin sehr
hohe Arbeitskräftenachfrage eine Fortsetzung des
Arbeitsmarktaufschwungs erwarten.
42.000
42.500
43.000
43.500
6,0
6,5
7,0
7,5
01/14 07/14 01/15 07/15 01/16
Arbeitslosenquote undErwerbstätige
in %, saisonbereinigt
Arbeitslosenquote
Erwerbstätige*
*rechte Skala, in Tsd.
Quelle: Thomson Reuters Datastream

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Volkswirtschaft Special: Insolvenzgeschehen weiterhin rückläufig

  • 1. Meinungen, Analysen, Fakten Nr. 3 / 30.03.2016 Volkswirtschaft special Meinungen, Analysen, Fakten Herausgeber: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken · BVR · Volkswirtschaft/Mittelstandspolitik Verantwortlich: Dr. Andreas Bley · Schellingstraße 4 · 10785 Berlin · Telefon: (030) 20 21 – 15 00 Telefax (030) 20 21 – 1904 · Internet: http://www.bvr.de · volkswirtschaft@bvr.de Insolvenzgeschehen weiterhin rückläufig - Das Insolvenzgeschehen dürfte sich in Deutschland im Jahr 2016 weiter entspannen. Die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen wird nach Einschätzung des BVR gegenüber dem Vorjahr um etwa 5 % auf rund 22.000 Fälle zurückgehen. Grundlage für diese Prognose ist die Annahme, dass das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 1,6 % steigen wird. - In 2015 wurden von den deutschen Amtsgerichten 23.123 Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Dies waren 4,0 % weniger als 2014. Gemessen am bisherigen Höchststand des Jahres 2003 gab die Anzahl der Firmenpleiten um kräftige 41,2 % nach. - Regional betrachtet ist die Betroffenheit von Unternehmensinsolvenzen nach wie vor unter- schiedlich ausgeprägt. Die Insolvenzquoten der Bundesländer zeigen eine starke Streuung, was sich teilweise durch Unterschiede im langfristigen BIP-Wachstum und in der Veränderung der Eigenkapitalausstattung der Unternehmen erklären lässt. - Die Zeitreihen des BIP und der Unternehmensinsolvenzen zeigen seit dem Insolvenzen-Höchst- stand von 2003 eine langfristige Gleichgewichtsbeziehung. Schätzungen des BVR legen zwischen den beiden Reihen eine langfristige Elastizität von rund -3 und eine kurzfristige Elastizität von etwa -1 nahe. - Trotz der zu erwartenden weiteren Entspannung des Insolvenzgeschehens sind die staatlichen Akteure nach wie vor gefordert, auf gute Rahmenbedingungen für ein solides Wirtschaftswachs- tum hinzuarbeiten. Vor diesem Hintergrund ist der von der Bundesregierung vorgelegte Entwurf eines neuen Verkehrswegeplans, der eine merkliche Ausweitung des Investitionsvolumens vor- sieht, als ein Schritt in die richtige Richtung zu begrüßen.
  • 2. Meinung 2 Insolvenzgeschehen weiterhin rückläufig In Deutschland dürfte sich der langjährige Ab- wärtstrend in den amtlichen Daten zu den Unter- nehmensinsolvenzen im Jahr 2016 fortsetzen. Schätzungen des BVR legen gegenüber dem Vor- jahr einen Rückgang der Insolvenzen um etwa 5 % auf rund 22.000 Fälle nahe. Grundlage für diese Schätzungen ist die Annahme, dass das preisberei- nigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands um 1,6 % steigen wird. Unternehmensinsolvenzen 2015 erneut gesun- ken Im vergangenen Jahr 2015 wurden von den deut- schen Amtsgerichten 23.123 Insolvenzfälle gemel- det. Die Anzahl der Firmenpleiten hat sich somit gegenüber dem Vorjahr um 4,0 % vermindert. Sie ist etwas stärker gesunken, als vom BVR im März 2014 prognostiziert worden war (-3,2 %). Der niedrige Stand der Insolvenzen in 2015 ist ein Zeichen für die stabile Lage der deutschen Wirt- schaft. Die wirtschaftliche Situation war aber nicht immer so gut. So lag die Insolvenzzahl zu Beginn der 2000er Jahre vor dem Hintergrund der allge- meinen Restrukturierung in den Unternehmen und eines schwachen konjunkturellen Umfelds noch wesentlich höher. Sie erreichte im Jahr 2003 mit 39.230 Fällen einen Höchststand. Gemessen an diesem hohen Niveau ist die Anzahl der Firmenplei- ten in 2015 um kräftige 41,2 % zurückgegangen. Deutliche Unterschiede in den Bundesländern… Die Betroffenheit von Unternehmensinsolvenzen ist innerhalb Deutschlands nach wie vor unter- schiedlich ausgeprägt. Dies wird in Abbildung 1 anhand eines Vergleichs der Insolvenzquoten der Bundesländer gezeigt. Zur Berechnung der Insol- venzquoten wird die Anzahl der von Insolvenzen betroffenen Unternehmen ins Verhältnis zur An- zahl aller Unternehmen gesetzt. Die Gegenüber- stellung in der Abbildung stützt sich auf die Durch- schnittswerte mehrerer Jahre, um möglichen Son- dereffekten, die in einzelnen Jahren auftreten kön- nen, eine geringere Bedeutung zu geben. Konkret werden die Durchschnittwerte der Insolvenzfälle der Jahre 2013 bis 2015 der Anzahl der Unterneh- men gegenübergestellt, die in der jüngsten Um- satzsteuerstatistik von 2014 erfasst sind. Im Durchschnitt der letzten drei Jahre wies Nord- rhein-Westfalen unter allen Bundesländern mit 11,9 Insolvenzen je 1.000 Unternehmen die höchste Quote auf. Auch in den Stadtstaaten Bremen (11,1) und Hamburg (10,4) lag die Insol- venzquote deutlich über dem bundesweiten Mit- telwert von 7,5 Fällen je 1.000 Unternehmen. Dem- gegenüber waren am anderen Ende der Vertei- lung die Quoten von Baden-Württemberg (4,2), Bayern (5,1) und Thüringen (5,5) in etwa nur halb so hoch wie jene von Nordrhein-Westfalen, Bremen und Hamburg.
  • 3. Meinung 3 … wegen Wachstumsdifferenzen und… Was sind die Gründe für die starke Streuung der In- solvenzquoten? Eine wichtige Ursache ist in den Unterschieden im gesamtwirtschaftlichen Wachs- tum der einzelnen Bundesländer zu sehen. So wurde bereits in früheren Ausgaben von „Volks- wirtschaft special“ (zuletzt in der Ausgabe 3/2015) auf den kurzfristigen Zusammenhang zwischen den vierteljährlichen Veränderungsraten des BIP und den Veränderungsraten der Insolvenzzahl in Deutschland eingegangen. Gemäß der ökonomi- schen Fachliteratur sind Konjunkturindikatoren wie das BIP im Allgemeinen negativ mit den Insolven- zen korreliert. In Zeiten hohen Wirtschaftswachs- tums ist tendenziell mit weniger Insolvenzen zu rechnen. Konjunkturelle Schwächephasen sind hin- gegen häufig von einer Zunahme der Insolvenz- zahlen begleitet. Dieser Zusammenhang wird vom BVR regelmäßig für die Erstellung von Prognosen zur Entwicklung der Firmenpleiten genutzt und ist zudem der Ausgangspunkt für die aktuelle Insol- venzprognose. Auch langfristig scheint zu gelten, dass ein höheres BIP-Wachstum zu einer Entspannung des Insolvenz- geschehens führt. Dies legt zumindest der in der Abbildung 2 dargestellte Vergleich nahe, der den Zusammenhang zwischen der längerfristigen ge- samtwirtschaftlichen Entwicklung und dem aktuel- len Insolvenzgeschehen beschreibt. Hier werden die durchschnittlichen Insolvenzquoten aus der Ab- bildung 1 dem Wirtschaftswachstum der Bundes- länder im Zeitraum vom Insolvenzen-Höchststand im Jahr 2003 bis zum Jahr 2013 gegenübergestellt. 11,9 11,1 10,4 9,3 9,2 9,2 8,9 7,6 7,5 7,4 6,4 6,3 5,7 5,6 5,5 5,1 4,2 Nordrhein-Westfalen (NW) Bremen (HB) Hamburg (HH) Saarland (SL) Sachsen-Anhalt (ST) Berlin (BE) Schleswig-Holstein (SH) Niedersachsen (NI) Deutschland (DE) Sachsen (SN) Rheinland-Pfalz (RP) Hessen (HE) Mecklenburg-Vorpom. (MV) Brandenburg (BB) Thüringen (TH) Bayern (BY) Baden-Württemberg (BW) Insolvenzquoten nach Bundesland Unternehmensinsolvenzen im Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2015 je 1.000 Unternehmen Abb. 1 BW BY BE BBHB HH HE MV NI NRW RP SL SN ST SH TH DE 0,0 4,0 8,0 12,0 16,0 20,0 468101214 Wirtschaftswachstum undUnternehmens- insolvenzen X-Achse: Durchschnittliche Insolvenzquoten (2013-2015); Y-Achse: Veränderungdes preisbereinigten BIP (2003- 2013, in %) Abb. 2 BW BY BE BB HB HH HE MV NI NRW RP SL SN ST SH TH DE 0,0 4,0 8,0 12,0 16,0 20,0 468101214 EigenkapitalausstattungundUnternehmens- insolvenzen X-Achse: Durchschnittliche Insolvenzquoten (2013-2015); Y-Achse: Veränderungder Eigenkapitalquote (2003-2013, in Prozentpunkten) Quelle: Statistisches Bundesamt undJahresabschlussdaten- Auswertungdes BVR Abb. 3
  • 4. Meinung 4 Demnach haben die beiden Länder mit den nied- rigsten Insolvenzquoten (Baden-Württemberg und Bayern) in der Vergangenheit einen – gemessen an der bundesweiten Entwicklung – deutlich überpro- portionalen Anstieg des preisbereinigten BIP erfah- ren (14,7 % bzw. 17,9 % gegenüber 11,9 % im Bun- desdurchschnitt). Andererseits fiel das Wirtschafts- wachstum in den beiden Bundesländern mit den höchsten Insolvenzquoten (Nordrhein-Westfalen und Bremen) im genannten Zeitraum unterdurch- schnittlich aus (8,2 % bzw. 8,3 %). … wegen abweichender Entwicklungen in der Eigenkapitalausstattung Ein weiterer Grund für die Streuung der Insol- venzquoten besteht offenbar in der unterschiedli- chen Entwicklung der Eigenkapitalausstattung der Unternehmen. Generell sollten Unternehmen mit einer hohen Eigenkapitalquote besser in der Lage sein, konjunkturelle Durststrecken durchzustehen, als Unternehmen, die nur über wenige Eigenmittel verfügen. Der aktuellen Gemeinschaftsstudie „Mit- telstand im Mittelpunkt“ des BVR, der DZ BANK und der WGZ BANK vom Herbst 2015 zufolge ist die durchschnittliche Eigenkapitalquote der mittel- ständischen Firmenkunden von Volksbanken und Raiffeisenbanken in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Die Eigenkapitalquote legte bundesweit seit dem Insolvenzen-Höchststand von 2003 um kräftige 14,3 Prozentpunkte auf 23,9 % in 2013 zu. Im Vergleich der Bundesländer fiel der Anstieg je- doch verschieden stark aus. Wie aus der Abbildung 3 hervorgeht, zeigten die ostdeutschen Bundeslän- der Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen die deutlichsten Fortschritte bei der Erhöhung der Ei- genmittel (18,9 bzw. 17,5 Prozentpunkte). Es ver- wundert daher nicht, dass diese beiden Länder zu- letzt unterdurchschnittlich hohe Insolvenzquoten aufwiesen. In den beiden hanseatischen Stadtstaa- ten Bremen und Hamburg legte die Eigenkapital- quote hingegen weniger deutlich zu (6,2 bzw. 7,8 Prozentpunkte). Dass die langfristigen Veränderungsraten des BIP und der Eigenkapitalquoten einen Beitrag zur Er- klärung der regionalen Unterschiede im aktuellen Insolvenzgeschehen leisten können, legen auch die Ergebnisse einer einfachen Regressionsschätzung nahe. Ausgangspunkt für diese Schätzung ist eine Gleichung, in der die in Abbildung 1 dokumentier- ten Insolvenzquoten als zu erklärende Variable und die in den Abbildungen 2 und 3 dargestellten Grö- ßen zusammen mit einer Konstanten als erklä- rende Variablen eingehen. Die Schätzergebnisse signalisieren, dass die Koeffizienten der Verände- rungsraten des BIP und der Eigenkapitalquoten negativ und auf einem Vertrauensniveau von 90 % signifikant sind. Mit der Regressionsgleichung kann in etwa die Hälfte der Streuung der Insolvenzquo- ten beschreiben werden. Beziehung zwischen Insolvenzen und BIP Nachfolgend soll der Zusammenhang zwischen den Unternehmensinsolvenzen und dem preisbe- reinigtem BIP noch etwas genauer analysiert und dabei die kurz- und langfristigen Dynamiken zwi- schen den beiden Größen herausgearbeitet wer- den. Hierzu können nur die Daten für Deutschland
  • 5. Meinung 5 insgesamt herangezogen werden, da die BIP- Angaben auf der Ebene der Bundesländer im All- gemeinen lediglich in jährlicher Frequenz vorliegen und somit keine Analyse kurzfristiger Zusammen- hänge erlauben. In Abbildung 4 werden die viertel- jährlichen Angaben zu den Unternehmensinsolven- zen dem in umgekehrter Reihenfolge skalierten BIP im Zeitraum vom ersten Quartal 2003 bis zum vier- ten Quartal 2015 gegenübergestellt. Die BIP-Reihe ist nicht nur preis-, sondern auch kalender- und sai- sonbereinigt, da sie in originärer Form ein starkes saisonales Muster aufweist. Bei den Unternehmen- sinsolvenzen werden originäre Angaben verwen- det, da sie nur ein gering ausgeprägtes Saisonmus- ter zeigen. Die beiden Zeitreihen folgen im dargestellten Zeit- raum ganz offensichtlich einem gemeinsamen Trend. Dies lässt vermuten, dass zwischen den Un- ternehmensinsolvenzen und dem BIP eine langfris- tige Gleichgewichtsbeziehung (Konintegration) im Sinne der Ökonomen Engle und Granger besteht. Bedingung für das Vorliegen einer solchen Bezie- hung ist, dass die einbezogenen Zeitreihen den gleichen Integrationsgrad aufweisen und dass die Residuen des Konintegrationmodells stationär sind. Dies wird anhand verschiedener Tests überprüft. Zuvor werden die beiden Reihen logarithmiert, da dies die Interpretation der Schätzergebnisse verein- facht. Die Tests legen auf einem Vertrauensniveau von über 90 % nahe, dass die beiden Reihen den gleichen Integrationsgrad I (1) aufweisen und koin- tegriert sind. Auf Basis des Konintegrationsmodells kann nun in einem zweiten Schritt ein Fehlerkor- rekturmodell geschätzt werden, dass die kurzfris- 85 90 95 100 105 110 115 2003Q1 2004Q3 2006Q1 2007Q3 2009Q1 2010Q3 2012Q1 2013Q3 2015Q1 4.000 6.000 8.000 10.000 12.000 Unternehmensinsolvenzen (Fälle je Quartal) BIP, rechte Skala* Kointegrationsbeziehung zwischen Insolvenzen und BIP *preis-, kalender-undsaisonbereiniger Kettenindex, 2010=100 in umgekehrterReihenfolge) Abb. 4 2003Q2 2004Q4 2006Q2 2007Q4 2009Q2 2010Q4 2012Q2 2013Q4 2015Q2 -20 -10 0 10 20 Unternehmensinsolvenzen (Veränderung der logarithmierten Fallzahl zum Vorquartal) Modellschätzungen Fehlerkorrekturmodell Angaben in % Abb. 5 Fehlerkorrekturmodell Schätzergebnisse Abb. 6 ΔINSt =α0 +α1 ΔBIPt + α2 (INSt-1 - β1 - β2 BIPt-1) +εt Koeffizienten (t-Werte) α0 = -0.005 (-0.827) α1 = -0.796 (-2.728) α2 = -0.501 (-3.816) β1 = 23.988 (23.188) β2 = -3.268 (-14.547) Quelle: Statistisches Bundesamt, Schätzungen des BVR
  • 6. Meinung 6 tige Dynamik der Anpassung an das langfristige Gleichgewicht beschreibt. In Abbildung 5 werden die Werte des Fehlerkor- rekturmodells der tatsächlichen Entwicklung ge- genübergestellt. Gezeigt werden die Differenzen der logarithmierten Insolvenzzahl zum Vorquartal (ΔINS), die als kurzfristige Veränderungsraten inter- pretiert werden können. Die Regressionsgleichung und zentrale Schätzergebnisse des Fehlerkorrektur- modells werden in Abbildung 6 vorgestellt. Die Schätzungen legen für das preisbereinigte BIP be- züglich der Unternehmensinsolvenzen eine langfris- tige Elastizität von rund -3 und eine kurzfristige Elastizität von etwa -1 nahe (Koeffizienten β2 und α1). Dies bedeutet, dass in langfristiger Betrachtung eine Erhöhung des preisbereinigten BIP um 1 % zu einer Verminderung der Insolvenzzahl um rund 3 % führt. In kurzfristiger Betrachtung, von Quartal zu Quartal, lassen die Schätzungen bei einem An- stieg des BIP um 1 % einen Rückgang der Unter- nehmensinsolvenzen um etwa 1 % erwarten. Ab- weichungen vom langfristigen Gleichgewicht bauen sich den Schätzungen zufolge vergleichs- weise schnell ab. Gemäß dem Fehlerkorrekturmo- dell werden die Abweichungen im Durchschnitt in- nerhalb eines Quartals um rund 50 % vermindert (Koeffizienten α2). Die im Rahmen der Kointegrationsanalyse ermit- telte langfristige Elastizität von -3 lässt sich auch als „Faustformel“ zur Erstellung von Prognosen ver- wenden. Allerdings müssen zuvor Annahmen über die Entwicklung des preisbereinigten BIP getroffen werden. Der BVR geht derzeit davon aus, dass das BIP Deutschlands 2016 um 1,6 % steigen wird. Demnach ist in diesem Jahr mit einem Rückgang der Unternehmensinsolvenzen um rund 5 % zu rechnen. Bei allen Qualitäten, die das Fehlerkorrekturmodell aufweist, darf seine Aussagekraft nicht überinter- pretiert werden. Die ermittelten statistischen Zu- sammenhänge beschreiben die Vergangenheit. Sie lassen sich nicht unendlich in die Zukunft fort- schreiben, da das preisbereinigte BIP in der langen Frist weiter aufwärts tendieren dürfte, während die Insolvenzzahl früher oder später eine Grenze erreichen wird, die nicht unterschritten werden kann. Bislang gibt es allerdings noch keine Hin- weise dafür, dass diese Untergrenze in naher Zu- kunft erreicht sein wird. Staat sollte weiter auf gute Rahmenbedingun- gen hinarbeiten Das Insolvenzgeschehen dürfte sich 2016 weiter entspannen. Dennoch sind die staatlichen Akteure weiterhin gefordert, auf gute Rahmenbedingun- gen für ein solides Wirtschaftswachstum hinzuar- beiten. Denn auf den aktuellen Aufschwung wird früher oder später wieder ein Abschwung folgen, der mit einem Anstieg der Unternehmensinsolven- zen einhergehen könnte. Gute Rahmenbedingun- gen begünstigen, dass sich die Wirtschaft nach ei- nem konjunkturellen Tiefpunkt schnell erholen kann. Die mit Abschwüngen allgemein einherge- henden Forderungs- und Beschäftigungsverluste ließen sich dadurch vermindern. Vor diesem Hintergrund ist der von der Bundesregierung am
  • 7. Meinung 7 16. März vorgelegte Entwurf eines neuen Ver- kehrswegeplans als ein Schritt in die richtige Rich- tung zu begrüßen. Demnach sollen bis zum Jahr 2030 rund 265 Mrd. Euro vor allem in den Erhalt aber auch in den Neubau von Straßen, Schienen und Wasserstraßen investiert werden. Das Investiti- onsvolumen wäre damit um 91 Mrd. Euro höher als im vorherigen Verkehrswegeplan. Dennoch wird das Insolvenzgeschehen selbst unter optimalen Rahmenbedingungen niemals zum Still- stand kommen. Dies wäre auch nicht wünschens- wert, da einer Wirtschaft ohne den Eintritt neuer Unternehmen und den Austritt bestehender Un- ternehmen ein Mangel an Innovationen droht. Autor: Dr. Gerit Vogt Mail: g.vogt@bvr.de
  • 8. Geldpolitik und Geldmarkt 8 Kreditwachstum legt zu Die Kreditvergabe im Euroraum hat im Februar er- neut zugelegt. Die Jahreswachstumsrate der Kre- dite an den Privaten Sektor fiel dabei höher aus als im Januar. Insgesamt stieg der Bestand an Krediten an Unternehmen und private Haushalte im Ver- gleich zum Vorjahresmonat um 1,1 %. Im Januar war diese noch um 0,8 % gewachsen. Die Kredit- vergabe an Firmen im Euroraum bereinigt um Ver- käufe und Verbriefungen stieg binnen Monatsfrist um 18 Mrd. Euro. Das entsprach einer Jahreswachs- tumsrate in Höhe von 0,9 %. Die bereinigte Kredit- vergabe an private Haushalte stieg im Monatsver- gleich um 9 Mrd. Euro. Damit lag der Bestand der Kredite an die privaten Haushalte um 1,6 % höher als im Februar 2015. Geldmengenwachstum bei 5,0 % Mit einer saisonbereinigten Jahreswachstumsrate von 5,0 % blieb der Expansionsgrad des breit abgegrenzten Geldmengenaggregats M3 im Feb- ruar hoch. Wie auch schon in den Monaten zuvor wurde das Wachstum maßgeblich von der beson- ders liquiden Geldmenge M1 getragen. Ihr Wachs- tumsbeitrag lag bei 6,0 Prozentpunkten und be- fand sich damit 0,1 Prozentpunkte unter dem Vor- monatswert. Der Wachstumsbeitrag der Termin- und Spareinlagen fiel mit -0,9 Prozentpunkten hin- gegen 0,1 Prozentpunkte höher aus als im Januar. Der Beitrag der marktfähigen Finanzinstrumente trug im Februar mit -0,1 Prozentpunkten leicht ne- gativ zum Gesamtwachstum bei. EZB feuert aus allen Rohren Die Europäische Zentralbank hat ihre Geldpolitik im März noch einmal umfassend gelockert. Dazu griff der Rat der EZB auf seiner Märzsitzung noch ein- mal tief in den geldpolitischen Instrumentenkasten und beschloss ein ganzes Bündel an neuen Maß- nahmen. Darunter fiel die erneute Senkung des Hauptrefinanzierungssatzes, zu dem sich die Ban- ken des Währungsraums im Austausch gegen Si- cherheiten bei der EZB Geld leihen können, um 5 Basispunkte auf 0,0 %. Der Leitzins des Wäh- rungsraumes fiel damit erstmals in seiner Ge- schichte auf 0 %. Gleichzeitig beschloss der Rat eine Senkung des Zinssatzes für die Einlagefazilität um 10 Basispunkte auf -0,40 %. Den Zinssatz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität senkte der Rat wiederum um 5 Basispunkte auf 0,25 %. -5,0 0,0 5,0 10,0 07/13 01/14 07/14 01/15 07/15 01/16 Marktfähige Finanzinstrumente (M3-M2) Termin- und Spareinlagen (M2-M1) Bargeld und Sichteinlagen (M1) M3 insgesamt Kredite an Privatsektor Beiträge zum M3-Wachstum in Prozentpunkten, saisonbereinigt Quelle: Thomson Reuters Datastream, BVR
  • 9. Geldpolitik und Geldmarkt 9 Neben den Zinsentscheidungen beschloss der geld- politische Rat der EZB eine Ausweitung seines Wertpapieraufkaufprogrammes. Ab April wird die EZB Wertpapiere im Wert von monatlich 80 Mrd. Euro kaufen anstatt wie bisher von 60 Mrd. Euro. Die Laufzeit des Programms wurde nicht verän- dert. Die EZB wird damit von April 2016 bis März 2017 noch Wertpapiere im Wert von rund 1 Bio. Euro kaufen. Die Liste der Vermögenswerte, die für reguläre Ankäufe zugelassen sind, erweiterte der Rat dabei noch um Investment-Grade-Anleihen von Unternehmen aus dem Euro-Währungsgebiet. Schließlich beschloss der Rat ein neues Programm für längerfristige Refinanzierungsgeschäfte. So soll es ab Juni 2016 vier Refinanzierungsgeschäfte mit einer Laufzeit von vier Jahren geben. Die EZB defi- niert dabei bankspezifische Benchmarks für die Kreditvergabe. Im günstigsten Fall erfolgt die Ver- zinsung zum Einlagenzins also erstmals zu einem negativen Zinssatz. Die Notenbanker rechtfertigten die umfassenden geldpolitischen Maßnahmen mit der immer noch niedrigen Inflationsrate. Aktuell liegt die Jahres- wachstumsrate der Verbraucherpreise für den Eu- roraum mit -0,2 % wieder unter der Nullprozent- marke. Darüber hinaus erhoffen sich die Notenban- ker von ihren neuen geldpolitischen Maßnahmen einen zusätzlichen Wachstumsimpuls für die Kredit- vergabe im Euroraum. EZB-Präsident signalisierte jedoch auf der Pressekonferenz im Nachgang zur Ratssitzung, dass dies wohl die letzte Zinssenkung der EZB gewesen sei. Dies hatte Draghi aber schon bei der letzten Senkung des Einlagensatzes im Sep- tember 2014 gesagt. Der EZB-Vizepräsident Vitor Constancio legte im Nachgang zur Pressekonfe- renz noch einmal nach, indem er deutlich machte, dass bei der Einlagefazilität bzw. dem Strafzins für Banken ein Ende erreicht sei. Stattdessen seien zu- künftig vielmehr unkonventionelle Maßnahmen gefragt. Jan 16 Feb 16 Mrz 16 BVR Zins-Tacho 48 47 47 Konjunktur (50 %) 58 55 56 Preise/Kosten (40 %) 36 35 35 Liquidität (10 %) 51 51 50 BVR Zins-Tacho Der BVR Zins-Tacho ist ein Indikator für die Inflationsrisiken im Euroraum. Ein Anstieg des BVR Zins-Tachos zeigt steigende, eine Abnahme sinkende Inflationsrisiken an. Eine detaillierte Beschreibung des BVR Zinstachos befindet sich im BVR Volkswirtschaft special Nr. 13/2007 0,00 0,50 1,00 1,50 2,00 2,50 3,00 3,50 4,00 4,50 5,00 25 30 35 40 45 50 55 60 65 70 75 99 01 03 05 07 09 11 13 15 BVR Zins-Tacho EZB-Leitzins in % (rechte Skala) 0 10 20 30 40 60 70 80 90 100 50
  • 10. Geldpolitik und Geldmarkt 10 Inflationsdruck im Währungsraum moderat Der BVR Zins-Tacho ist ein Barometer zur Messung des mittelfristigen Inflationsrisikos im europäischen Währungsraum. Aktuell weist der Tacho mit 47 von 100 möglichen Punkten einen moderaten In- flationsdruck für den Währungsraum aus. Weder ein erhöhtes Inflations- noch ein erhöhtes Deflati- onsrisiko sind zu erkennen. In diesem Jahr ist der Tacho allerdings schon um 3 Zähler zurückgegan- gen. Ausschlaggebend hierfür waren niedrigere Energiepreise und eine schwächere Konjunktur im Euroraum. Tagesgeldsatz fällt auf -0,35 % Die Zinsen auf dem europäischen Geldmarkt sind im März zurückgegangen. Während sie am langen Ende der Zinsstrukturkurve leicht stiegen, fielen sie bei kürzeren Laufzeiten sichtbar. Die Steilheit der Zinsstrukturkurve am Geldmarkt nahm dadurch im Monatsverlauf zu. Besonders deutlich fiel der Zins- rückgang beim Tagesgeldsatz aus. Im Zuge der Ab- senkung des Notenbankzinses auf Einlagen der Ge- schäftsbanken bei der EZB sank der Tagesgeldsatz um 12 Basispunkte und notierte Ende März bei -0,35 %. Der 3-Monats-Euribor fiel derweil um 4 Basispunkte auf -0,24 %. Der Zins für Jahresgel- der verzeichnete hingegen einen Anstieg um 2 Basispunkte und lag zum Monatsende bei 0,0 %. Grund für den Anstieg waren höhere Zinserwar- tungen. Viele interpretierten die Aussagen des EZB-Präsidenten Mario Draghi dahingehend, dass die EZB ihr unteres Ende ihrer Zinspolitik gefunden habe. -0,5 0,0 0,5 M A M J J A S O N D J F M Wichtige Zinsen im Euroraum Zinssätze in % Spitzenrefinanzierungssatz Tagesgeld(EONIA) Hauptrefinanzierungssatz Einlagenfazilität -0,25 0,00 0,25 0,50 0,75 M A M J J A S O N D J F M Notenbankzinseninternational in % Japan** USA* Eurozone *Die Federal Reserve hat seit 16.12.2008einen Zielbereich von 0-0,25 % für die Federal Funds Target Rate festge- setzt. **Die Bank of Japan hat seit 19.12.2008 ein Tages- geld-Zielbereich von rund 0,1 % festgesetzt. -0,5 0,0 0,5 1,0 M A M J J A S O N D J F M Quelle: Thomson Reuters Datastream Geld- und Kapitalmarkt Zinssätze in % Umlaufsrendite EZB-Hauptrefinanzierungssatz 3-Monatsgeld
  • 11. Rentenmarkt 11 Renditeanstieg bei Bundesanleihen Unterm Strich waren Bundesanleihen im März et- was weniger stark gefragt. Insbesondere in der ersten Monatshälfte fiel die Nachfrage nach beson- ders sicheren Staatpapieren schwach aus, wodurch es zu einem Anstieg der Renditen bei zehnjährigen Bundesanleihen um rund 21 Basispunkte kam. Hö- here Konjunktur- und Zinserwartungen in den USA hatten das Interesse an US-Treasuries gedämpft. Bundesanleihen folgten diesem Trend. Erst zur Mo- natsmitte hin nahm die Nachfrage nach Bundesan- leihen zu, wodurch es zu einer Gegenbewegung kam. Ausschlaggebend hierfür waren zunächst niedrigere Zinserwartungen aus den USA. Zwar beließ die US-Notenbank den Zinskorridor für den Fed Funds Satz wie erwartet bei 0,25 bis 0,5 %. Allerdings korrigierten die Mitglieder des geldpoli- tisch relevanten Offenmarktausschusses ihre Zins- erwartungen für den Leitzins von durchschnittlich 1,375 % im Dezember auf 0,875 % nach unten. US- Treasuries waren im Zuge dessen deutlich stärker gefragt. Bundesanleihen konnten sich den Impul- sen aus den USA erneut nicht entziehen. In der Vorosterwoche erhielten Bundesanleihen zusätz- lich Auftrieb durch die gestiegene Unsicherheit im Zuge der Terroranschläge in Brüssel. Die Umlaufs- rendite lag am 29. März bei 0,05 % und damit 2 Basispunkte höher als zum Vormonatsultimo. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg im Monatsvergleich um 3 Basispunkte auf 0,14 %. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen lag im Ver- gleich zum Vormonatsultimo um 7 Basispunkte hö- her bei 1,81 %. 0,25 0,50 0,75 1,00 1,25 1,50 M A M J J A S O N D J F M Zinsstruktur am Rentenmarkt SpreadBundesanleihen mit Restlaufzeiten 10/1 Jahr, in % -1,0 0,0 1,0 2,0 3,0 M A M J J A S O N D J F M Bedeutende Benchmarkanleihen Renditen in %, Staatsanleihen mit 10-jähriger Restlaufzeit USA Deutschland Japan 0,0 1,0 2,0 3,0 M A M J J A S O N D J F M Quelle: Thomson Reuters Datastream Ausgewählte Staatsanleihen desEuroraums Renditen in %, Staatsanleihen mit 10-jähriger Restlaufzeit Spanien Frankreich Italien
  • 12. Devisenmarkt 12 Euro-Dollar Kurs legt zu Der Euro-Dollar Kurs hat im März sichtbar gegen- über dem Greenback zulegen können. Zum Ende des Monats lag der Wechselkurs zum Greenback bei 1,12 US-Dollar und damit 3 US-Cent höher als Ende Februar. Zu Monatsbeginn hatten Spekulatio- nen auf stärker divergierende Geldpolitiken in den USA und dem Euroraum den Wechselkurs zunächst gedrückt. Im weiteren Monatsverlauf kehrte sich die Stimmungslage allerdings um. Zunächst verhalf Mario Draghi mit seiner Aussage, vorerst sei mit keiner weiteren Zinssenkung zu rechnen, dem Euro zu einem kleinen Comeback. Im Vorfeld der EZB- Ratssitzung hatte der Euro noch Verluste hinneh- men müssen. Ein zweiter Impuls kam von Seiten der Fed zur Monatsmitte. Mit ihrer geldpolitischen Entscheidung und ihrem Zinsausblick schwächte sie den Greenback, wodurch der Euro gegenüber dem Dollar an Wert gewinnen konnte. Wie erwartet worden war, bestätigte die US-Notenbank ihren Ende 2015 begonnenen Zinsanhebungszyklus. Allerdings signalisierten die US-Notenbanker, dass sie ein langsameres Straffungstempo in diesem Jahr verfolgen werden, als im Vorfeld erwartet worden war. Statt vier Zinsanhebungen dürfte es in 2016 wohl nur noch zwei Zinsschritte geben. Viele Händler passten ihre Erwartungen den geän- derten Zinsaussichten an. Nach den Aussagen der führenden Notenbanker aus Europa und den USA im März dürfte das Auseinanderlaufen der Geldpo- litiken dies- wie jenseits des Atlantiks etwas weni- ger stark ausfallen als erwartet worden war. 120 130 140 150 160 0,6 0,8 1,0 1,2 1,4 M A M J J A S O N D J F M Euro-Wechselkurs (I) AusländerwährungproEuro US-Dollar Japanischer Yen (rechte Skala) 0,6 0,8 1,0 1,2 1,4 M A M J J A S O N D J F M Euro-Wechselkurs (II) Auslandswährungpro Euro Schweizer Franken Britisches Pfund 85 90 95 100 F M A M J J A S O N D J F Effektiver Wechselkurs desEuro* in EUR, Quartal 1, 1999 = 100 *Nominale Wertentwicklungdes Eurogegenüber den 19 wichtigsten Handelspartnern des Euroraums. Eine Bewe- gung nach oben entspricht einer Aufwertungdes Euro Quelle: Thomson Reuters Datastream
  • 13. Aktienmarkt 13 DAX legt zu Der Deutsche Aktienindex (DAX) hat im März zule- gen können. Grund waren in der ersten Monats- hälfte zum einen anziehende Ölpreise und zum an- deren neue Konjunkturstützen in China. So kün- digte die chinesische Zentralbank an, den Banken mehr Spielraum bei der Kreditvergabe einzuräu- men. Die Zentralbanker aus China erhoffen sich da- von eine konjunkturelle Belebung. Darüber hinaus stützten die geldpolitische Entscheidung der EZB die Kurse. Im Gegensatz zum US-amerikanischen Aktienmarkt konnte der DAX aber nicht von der Sitzung des Offenmarktausschusses, auf der eine langsame Gangart im Zinserhöhungszyklus signali- siert worden war, profitieren. Der DAX gab im Nachgang zur geldpolitischen Entscheidung der US-Notenbank sogar einen Teil seiner Kursgewinne wieder ab. Viele Anleger sahen in dem Erstarken des Euro im Zuge deutlich weniger stark auseinan- derlaufender Geldpolitiken dies- wie jenseits des Atlantiks eine Gefahr für die Euro-Wirtschaft. So könnte ein stärkerer Euro die Exportwirtschaft im Euroraum belasten und den Aufschwung im Wäh- rungsraum nachhaltig dämpfen. Am 29. März lag der DAX bei 9.887 Punkten. Das waren 4,1 % we- niger als zum Vormonatsultimo. Der US-Leitindex legte im gleichen Zeitraum um 6,2 % zu und no- tierte zum Ende des Monats bei 17.535 Punkten. 8.000 9.000 10.000 11.000 12.000 13.000 M A M J J A S O N D J F M Deutscher Aktienmarkt Dax, 40-/200-Tagesschnitt 2.600 2.800 3.000 3.200 3.400 3.600 3.800 4.000 M A M J J A S O N D J F M Aktien im Euroraum Euro-Stoxx 50, 40-/200-Tagesschnitt 15.500 16.000 16.500 17.000 17.500 18.000 18.500 M A M J J A S O N D J F M Aktienmarkt USA Dow Jones, 40-/200-Tagesschnitt Quelle: Thomson Reuters Datastream 2.600 2.800 3.000 3.200 3.400 3.600 3.800 4.000 M A M J J A S O N D J F M Aktien im Euroraum Euro-Stoxx 50, 40-/200-Tagesschnitt
  • 14. Eurokonjunktur 14 BIP-Wachstum bestätigt Die Statistiker von Eurostat haben inzwischen das zentrale Ergebnis ihrer ersten Schätzung zur ge- samtwirtschaftlichen Entwicklung des Euroraums für das Jahresendquartal 2015 bestätigt. Den An- gaben zufolge nahm das preis- und saisonberei- nigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal um 0,3 % zu. Die Verlaufsrate blieb da- mit gegenüber dem dritten Quartal unverändert. Die Wachstumsimpulse gingen zum Jahresende vor allem von den Bruttoanlageinvestitionen aus, die um 1,3 % expandierten. Zudem trugen auch die privaten und staatlichen Konsumausgaben (+0,2 % bzw. +0,6 %) erneut zum BIP-Anstieg bei. Der Au- ßenhandel hat jedoch das Wachstum vermindert, da die Importe (+0,9 %) deutlich stärker stiegen als die Exporte (+0,2 %). Für das erste Quartal lassen Konjunkturindikatoren wie der Wirtschaftsklimain- dex eine Fortsetzung des gesamtwirtschaftlichen Wachstums im Euroraum erwarten. Weitere Stimmungseintrübung Angesichts der nach wie vor hohen Unsicherheit über die Entwicklung des Euroraums (Stichworte: Brexit-Debatte, Migrationsprobleme, Terroran- schläge von Brüssel) hat sich die wirtschaftliche Stimmung weiter eingetrübt. Der von der EU- Kommission anhand einer monatlichen Umfrage unter Unternehmen und Verbrauchern ermittelte Wirtschaftsklimaindex ist im März gesunken. Er gab gegenüber dem Vormonat um 0,9 Punkte auf 103,0 Punkte nach. Der Indikator befindet sich da- mit aber weiterhin deutlich über seinem langfristi- gen Mittelwert von 100 Punkten. Besonders deut- lich hat sich das Wirtschaftsklima im März bei den Bauunternehmen verschlechtert. Merklicher Produktionszuwachs Zu Jahresbeginn haben die Industriebetriebe des Euroraums ihrer Produktion spürbar ausgeweitet. 1) Euroraum, in Punkten - Gewichtung: 40 % Industrievertrauen, 30 % Dienstleistungsvertrauen, 20 % Verbrauchervertrauen, 5 % Einzelhandelsvertrauen, 5 % Bauvertrauen 2) Saldo in Prozentpunkten (= Differenz aus positiven und negativen Antworten) Quelle: Thomson Reuters Datastream Wirtschaftsklima im Euroraum 60 70 80 90 100 110 120 01/14 07/14 01/15 07/15 01/16 01/14 07/14 01/15 07/15 01/16 -40 -30 -20 -10 0 10 20 01/14 07/14 01/15 07/15 01/16 Gesamt1 Dienstleister2 Verbraucher2 Einzelhandel2 Bau2Industrie2 01/14 07/14 01/15 07/15 01/16 01/14 07/14 01/15 07/15 01/16 01/14 07/14 01/15 07/15 01/16
  • 15. Eurokonjunktur 15 Nach vorläufigen Angaben von Eurostat legte die Erzeugung im Januar gegenüber dem Vormonat preis- und saisonbereinigt um 2,1 % zu, nachdem sie im Dezember noch um 0,5 % gesunken war. In naher Zukunft ist mit einer weiteren Erholung der Industriekonjunktur zu rechnen. Dies lässt zu- mindest der Order-Indikator erwarten, der im Februar zwar um 1,6 Punkte zurückging, sich mit -12,9 Punkten aber weiterhin über seinem langfristigen Mittelwert (-17,2 Punkte) befindet. Inflationsrate unter der Nulllinie Die Inflationsrate des Euroraums ist im Februar er- neut unter die Nullprozentmarke gesunken. Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) fiel um 0,2 % unter seinem Vorjahresstand. Im Januar waren die Verbraucherpreise noch um 0,3 % ge- stiegen. Maßgeblich für den Rückgang der Ge- samtrate waren in erster Linie die Energiepreise, die im Februar stärker nachgaben als zuvor (-8,1 % gegenüber -5,4 % im Vormonat). Die Erzeuger- preise sind jüngst, im Januar, um 2,9 % zurückge- gangen. Arbeitsmarktlage entspannt sich weiter Im Januar ist die saisonbereinigte Arbeitslosen- quote des Euroraums abermals gesunken. Sie fiel gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 10,3 %. Innerhalb des Währungsraums gibt es aber nach wie vor erhebliche Unterschiede. So ist die Arbeitslosenquote in Griechenland (24,6 %) in etwa sechs Mal so hoch wie in Deutschland (4,3 %). 10,0 11,0 12,0 13,0 01/14 07/14 01/15 07/15 01/16 Arbeitslosenquote Euroraum, in %, saisonbereinigt Quelle: Thomson Reuters Datastream -4,0 -2,0 0,0 2,0 4,0 -02 -01 00 01 02 01/14 07/14 01/15 07/15 01/16 Verbraucher- undErzeugerpreise Euroraum, in % gg. Vorjahr Kerninflation* Erzeugerpreise (rechte Skala) Verbraucherpreise *ohne Energie undunbearbeitete Lebensmittel -80 -60 -40 -20 0 20 90 100 110 120 01/14 07/14 01/15 07/15 01/16 Aufträge und Produktion Euroraum, 2010=100, saisonbereinigt Produktion Aufträge* *rechte Skala, Order-Indikator der EU-Kommission, Saldenwerte
  • 16. Deutsche Konjunktur 16 Konjunkturforscher vermindern BIP-Prognose- werte In den vergangenen Wochen haben viele Konjunk- turexperten ihre Wachstumseinschätzungen für Deutschland und das Jahr 2016 vermindert. So rechnen beispielsweise die Fachleute des Rhei- nisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsfor- schung (RWI) in ihrer neuen Frühjahrs-Konjunktur- prognose damit, dass das preisbereinigte Bruttoin- landsprodukt (BIP) Deutschlands in diesem Jahr um 1,4 % steigen wird. Im Dezember hatten die RWI-Ökonomen noch einen Zuwachs um 1,8 % erwartet. Auch die Forscher des Deutschen Insti- tuts für Wirtschaftsforschung (DIW) haben ihren Wachstumsausblick nach unten korrigiert. Sie ver- minderten ihren BIP-Prognosewert um 0,1 Pro- zentpunkte und rechnen aktuell – wie auch der BVR – mit einem Anstieg um 1,6 %. Begründet werden die Abwärtsrevisionen vor allem mit der verminderten Dynamik des Welthandels und den allgemein gestiegenen Unsicherheiten, welche die Investitionstätigkeit dämpfen. Den Prognosen zu- folge dürften die privaten Konsumausgaben aber eine stabile Säule der Konjunkturdynamik bleiben. Zudem werden von den staatlichen Mehrausga- ben im Zuge der Flüchtlingsmigration merkliche Wachstumsimpulse erwartet. Industriedaten überwiegend günstig Die monatlichen Daten zur Industriekonjunktur fielen zu Jahresbeginn überwiegend positiv aus. Zwar sank der preis-, kalender- und saisonberei- nigte Auftragseingang im Januar gegenüber dem Vormonat leicht. Der Rückgang fiel mit 0,1 % je- doch nur geringfügig aus. Für den leichten Auf- tragsrückgang waren vor allem die Bestellungen aus dem Inland verantwortlich, die um 1,6 % nachgaben. Die Auslandorders (+1,0 %) nahmen hingegen zu, gestützt insbesondere durch einen merklichen Nachfragezuwachs aus dem Euroraum HWWI IWH; SVR RWI 1,0 1,5 2,0 2,5 Dez 15 Jan 16 Feb 16 Mrz 16 Quelle: BVR OECD IfW KOM IMF; REG Bbk; IMK; RWI DIW; HWWI ifo BVR Konjunktur 2016 - Prognosen für Deutschland Jahreswachstumsratedes BIP in %, preisbereinigt Bbk - Deutsche Bundesbank DIW - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Berlin GD - Gemeinschaftsdiagnose (Frühjahrs- bzw. Herbstprognose) HWWI - Hamburger WeltWirtschaftsInstitut ifo - Institut für Wirtschaftsforschung, München IfW - Institut für Weltwirtschaft, Kiel IMF - Internationaler Währungsfonds IMK - Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung, Düsseldorf IW - Institut der deutschen Wirtschaft, Köln IWH - Institut für Wirtschaftsforschung, Halle KOM - Europäische Kommission OECD - Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung REG - Bundesregierung RWI - Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung, Essen SVR - Sachverständigenrat DIW IfW
  • 17. Deutsche Konjunktur 17 (+7,5 %). Zudem war auch in dem für konjunktu- relle Analysezwecke besser geeigneten Zweimo- natsvergleich Oktober/November gegenüber De- zember/Januar ein Auftragsplus (+0,5 %) zu ver- zeichnen. Die Industrieproduktion ist im Januar um deutliche 3,2 % gestiegen, nachdem sie im De- zember lediglich geringfügig um 0,2 % zugelegt hatte. Positiv stimmt ferner, dass die Produktion zu Jahresbeginn auch im Baugewerbe (+7,0 %) spürbar ausgeweitet wurde. Vor dem Hinter- grund der jüngsten Daten zur Industrieproduktion und zum industriellen Auftragseingang ist im lau- fenden ersten Quartal mit einer moderaten Erho- lung der Industriekonjunktur zu rechnen. Rückläufige Ausfuhren Im Gegensatz zu den Industriedaten sind die jüngsten Angaben zum Außenhandel Deutsch- lands eher verhalten ausgefallen. Die Ausfuhren sind im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,4 % gesunken. Maßgeblich hierfür war der Rückgang im Geschäft mit den Staaten außerhalb der EU (-5,0 %). Im Handel mit den EU-Staaten war hingegen ein leichter Zuwachs zu verzeichnen (+1,0 %). Die Einfuhren sind zuletzt etwas gestie- gen. Sie legten im Vorjahresvergleich um 1,5 % zu, was als Indiz für die nach wie vor robuste Binnen- nachfrage interpretiert werden kann. Das Muster rückläufiger Ausfuhren bei steigenden Einfuhren zeigt sich auch, wenn die Veränderungsraten zum Vormonat betrachtet werden. So gaben die Ex- porte kalender- und saisonbereinigt gegenüber Dezember um 0,5 % nach, während die Importe um 1,2 % stiegen. 70 80 90 100 110 01/14 07/14 01/15 07/15 01/16 Außenhandel in Mrd. Euro, saisonbereinigt Ausfuhren Einfuhren Quelle: Thomson Reuters Datastream 90 100 110 120 01/14 07/14 01/15 07/15 01/16 Produktion 2010=100, preis-und saisonbereinigt Baugewerbe Industrie 90 100 110 120 130 01/14 07/14 01/15 07/15 01/16 Aufträge 2010=100, preis-und saisonbereinigt Aufträge aus dem Inland Aufträge aus dem Ausland
  • 18. Deutsche Konjunktur 18 Stimmung hellt sich etwas auf Unternehmen und Finanzmarktexperten blicken den wirtschaftlichen Perspektiven Deutschlands wieder mit etwas mehr Optimismus entgegen. Der auf einer monatlichen Unternehmensumfrage basierende ifo Geschäftsklimaindex ist von 105,7 Punkten im Februar auf 106,7 Punkte im März ge- stiegen. Zuvor war der konjunkturelle Frühindika- tor noch drei Monate in Folge zurückgegangen. Neben den Geschäftserwartungen, die sich im Februar erheblich verschlechtert hatten, wurde auch die aktuelle Lage insgesamt besser beurteilt. Die auf einer regelmäßigen Umfrage unter Finanz- markexperten beruhenden ZEW-Konjunkturer- wartungen sind im März ebenfalls gestiegen. Sie legten gegenüber dem Vormonat um 3,3 Punkte auf 4,3 Punkte zu. Zur allgemeinen Stimmungsauf- hellung dürften unter anderem die abermaligen geldpolitischen Lockerungen der EZB sowie posi- tive Konjunkturdaten, wie der kräftige Anstieg der deutschen Industrieproduktion vom Januar, beigetragen haben. Die Folgen der jüngsten Ter- roranschläge von Brüssel fanden in den Indikato- ren noch keinen Niederschlag, da die Umfragen vor den dramatischen Ereignissen durchgeführt wurden. Alles in allem legen die aktuellen Umfra- geergebnisse nahe, dass die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Deutschlands nach einem günstigen Jahresauftakt im Sommerhalbjahr etwas an Schwung verlieren wird. Verbraucherpreise gestiegen In Deutschland hat sich der Preisauftrieb auf der 0 2.000 4.000 6.000 8.000 10.000 12.000 07/13 01/14 07/14 01/15 07/15 Verbraucher Unternehmen Insolvenzen Monatliche Fallzahlen Quelle: Thomson Reuters Datastream -10 -8 -6 -4 -2 0 2 4 -1 0 1 2 3 4 5 01/14 07/14 01/15 07/15 01/16 Verbraucherpreise Kerninflation* Erzeugerpreise (rechte Skala) Verbraucher- undErzeugerpreise gg. Vorjahr in % *ohne Energie undLebensmittel 95 100 105 110 115 120 -20 0 20 40 60 80 01/14 07/14 01/15 07/15 01/16 Wirtschaftliche Einschätzung Saldenwerte, saisonbereinigt ZEW-Konjunkturerwartungen ifo Geschäfts- klimaindex* *rechte Skala, 2010=100
  • 19. Deutsche Konjunktur 19 Verbraucherstufe leicht erhöht. Gemäß den heute veröffentlichten vorläufigen Angaben zum Ver- braucherpreisindex (VPI) sind die Verbraucher- preise im März gegenüber dem Vorjahr um 0,3 % gestiegen. Im Februar hatte die Preisentwicklung noch stagniert (0,0 %). Ausschlaggebend für den Anstieg der Inflationsrate waren die Dienstleis- tungspreise, die stärker zulegten als zuvor. Auf der Erzeugerstufe lag die Preise jüngst, im Feb- ruar, um 3,0 % unter ihrem Vorjahresstand. 4,0 % weniger Firmenpleiten in 2015 Wie bereits zu Beginn dieser Ausgabe von „Volk- wirtschaft special“ erwähnt, hat sich der langjäh- rige Abwärtstrend in den deutschen Insolvenzda- ten im Jahr 2015 fortgesetzt. Von den Amtsge- richten wurden 23.123 Unternehmens- und 80.347 Verbraucherinsolvenzen gemeldet. Die Anzahl der Firmenpleiten ist damit gegenüber dem Vorjahr um 4,0 % gesunken; die Verbrau- cherinsolvenzen gaben um 6,9 % nach. Arbeitsmarktentwicklung weiter günstig Am deutschen Arbeitsmarkt haben sich zuletzt die günstigen Grundtendenzen fortgesetzt. Ge- mäß der aktuellen Hochrechnung der Bunde- sagentur für Arbeit (BA) ist die Arbeitslosenzahl im Februar gegenüber dem Vormonat um 9.000 auf 2,911 Mio. Menschen gesunken. Zum Rück- gang trug neben der robusten Konjunktur auch die vergleichsweise milde Witterung bei. Die Ar- beitslosigkeit hat sich vor diesem Hintergrund besser entwickelt als im Durchschnitt der vergan- genen Jahre. In saisonbereinigter Rechnung ist die Arbeitslosenzahl um deutliche 10.000 Personen gesunken. Im Gegensatz zur Erwerbslosigkeit hat sich die Erwerbstätigkeit weiter erhöht. Die Er- werbstätigenzahl ist nach Angaben des Statischen Bundesamtes jüngst, im Januar, gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 74.000 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat nahm sie um 517.000 auf 42,96 Mio. Menschen zu. Noch stärker fiel der Zuwachs in den aktuellen Angaben zur so- zialversicherungspflichtigen Beschäftigung aus. Die Beschäftigtenzahl ist im Dezember im Vorjahres- vergleich um 780.000 auf 31,18 Mio. gestiegen. Zum Beschäftigungswachstum trug dabei insbe- sondere der Stellenaufbau in den Bereichen Pflege und Soziales, Handel und sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen sowie Verkehr und Lagerei bei. Für die nächsten Monate lässt die weiterhin sehr hohe Arbeitskräftenachfrage eine Fortsetzung des Arbeitsmarktaufschwungs erwarten. 42.000 42.500 43.000 43.500 6,0 6,5 7,0 7,5 01/14 07/14 01/15 07/15 01/16 Arbeitslosenquote undErwerbstätige in %, saisonbereinigt Arbeitslosenquote Erwerbstätige* *rechte Skala, in Tsd. Quelle: Thomson Reuters Datastream