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UniSPIEGEL gibt Rat: Zehn Tipps, wie sich besser lernen lässt. Manches
liegt nah, auf anderes muss man erstmal kommen.
 Jeder weiß es, viele machen es trotzdem nicht: rechtzeitig
anzufangen. "Im Zweifel also jetzt", sagt Martin Schuster,
Psychologe und Autor des Buches "Besser lernen". Der erste
Schritt: den Stoff zu sichten. Dabei am besten nicht nur den
Dozenten zum abgeprüften Stoff befragen. Gute Ratschläge geben
auch ältere Kommilitonen, die die Klausur schonhinter sich haben.
 Einen Lernplan machen: Nachdem der Lernstoff eingegrenzt ist,
sollte man ihn portionieren. Am besten orientieren sich Studentent
dabei an inhaltlichen Blöcken - in Geschichte zum Beispiel lässt
sich der Stoff zum Römischen Reich in einzelne Epochen
unterteilen. "Dann schaue ich mir an: Wie viele Tage habe ich Zeit
zum Lernen - Feiertage am besten schon mal herausstreichen",
empfiehlt Nina Zimmermann, Lernberaterin an der Uni
Regensburg. Die Lern-Häppchen verteilt man dann gleichmäßig
auf die einzelnen Tage und hält sie im Kalender fest. Etwa zehn
Prozent der Lernzeit sollte man als Puffer für unerwartete
Ereignisse einplanen.
 Texte zusammenfassen:Aufzeichnungen aus Vorlesungen kann
man zur Not von Kommilitonen kopieren. Texte selbst
zusammenzufassen, steigert aber den Lerneffekt. "Den Text einmal
komplett durchlesen und dann festhalten: Was sind die
Hauptaussagen?", empfiehlt Gerald Hüther, Hirnforscher an der
Universität Göttingen. "Dann den Text noch einmal durchlesen und
die Details themengebunden in verschiedenen Farben
herausschreiben." Infos zum Römischen Reich bis Christi Geburt
notiert man zum Beispiel in Blau, Infos für die Zeit danach in Rot.
 Merkhilfen schaffen:Der Lernstoff lässt sich leichter merken,
wenn er mit Emotionen verbunden wird. Das lässt sich zum
Beispiel erreichen, indem man ihn in einen persönlichen Kontext
setzt: Wo begegnet mir zum Beispiel diese chemische Verbindung
im Alltag? Und welchen Zusammenhang hat sie zu Verbindungen,
über die ich bereits viel gelernt habe? Für Sprachen taugen
bildliche Eselsbrücken: "Süt" (türkisch: "Milch") klingt so ähnlich
wie "Süß" - und süße Kekse schmecken mit Milch besonders gut.
 Den Lernstoff wiedergeben:Viele nehmen beim Lernen den Stoff
nur auf. Sie üben aber nicht, ihn wiederzugeben. "Ich muss mich
innerlich immer wieder abfragen: Was habe ich da gerade
gelernt?", betont Schuster. Der Klassiker: Karteikarten mit
Fragen. Ebenfalls hilfreich sind große Plakate in der Wohnung,
auf die man die Fragen zum Lernstoff schreibt. Sieht man die
Frage im Vorbeigehen, versucht man sie unbewusst zu
beantworten. "Besonders effektiv ist es, wenn man kurz vorm
Schlafengehen das am Tag Gelernte noch einmal komplett
aufsagt", empfiehlt Neurobiologe Hüther. "So bleibt der Stoff im
Langzeitgedächtnis."
 Den Lerntag strukturieren: Den ganzen Tag in der Bibliothek
alleine vor sich hinzulernen, ist selten effektiv. Die ideale
Aufteilung eines Lerntags geht so: Vormittags alleine lernen, am
späten Mittag mit Freunden in der Mensa essen und nachmittags
das Gelernte gegenseitig abprüfen, rät Zimmermann. "Abends kann
man dann alleine weiterlernen, wenn man gemerkt hat, dass man
noch Stoff aufholen muss - oder man kann sich eine Pause bis zum
nächsten Morgen gönnen, wenn man gut vorangekommen ist."
 Pausenmachen: Manche Studenten können den ganzen Tag
durchlernen. "In der Regel sollte man aber nach ein bis zwei
Stunden intensiven Lernens eine Pause von rund zwanzig Minuten
einlegen", sagt Zimmermann. Schlechte Pausenbeschäftigungen
sind fernsehen, im Internet surfen oder Videospiele. "Die
Reizüberflutung kann das Gelernte schnell überschreiben", warnt
Hüther.
 Schokoladeals Belohnung:Die ideale Ernährung zum Lernen sei
bisher noch nicht gefunden, sagt Psychologe Schuster. "Kaffee
wird als Wachmacher geschätzt - das Koffein kann aber bei
ängstlichen Personen die Nervosität verstärken." Schokolade
beruhigt die Nerven, macht aber dick. Gegen ein kleines Stück
Schokolade als Belohnung für zwei Stunden Lernerei spricht aber
eigentlich nichts.
 Letzter Tag vor der Klausur: An diesem Tag sollten Studenten
nichts Neues mehr lernen, sondernden bisherigen Stoff
wiederholen. Gute Methode dafür: Einen oder mehrere kleine
Spickzettel schreiben. "Wenn man in kleiner Schrift schreibt, muss
man sich besonders auf das Rekapitulierte konzentrieren", so
Schuster. Den Spicker lässt man anschließend aber zu Hause -
nicht, dass man sich zu einem Täuschungsversuch verleiten lässt.
 Ausreichend Schlaf: Vor der Prüfung sollte man sich rund sieben
Stunden Schlaf gönnen. "Wenn es etwas weniger ist, sorgt das
Adrenalin dafür, dass man wach bleibt", beruhigt Zimmermann.
Eine komplette Nachtschicht vor der Prüfung ist aber wenig
ratsam: 24 Stunden ohne Schlaf schwächen den Körper wie 1,0
Promille Alkohol im Blut. Stattdessenlieber ausgeschlafen und
rechtzeitig zur Uni fahren, um sich in Ruhe einen Platz im
Prüfungsraum zu suchen. Bevor man das Aufgabenblatt bekommt,
sollte man sich überlegen: "Gehe ich die Fragen der Reihe nach
durch, oder fange ich mit einem bestimmten Themenbereich an?",
sagt Zimmermann.
Dann kommt der große Moment: Die Klausur beginnt. Viel Erfolg.

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  • 1. UniSPIEGEL gibt Rat: Zehn Tipps, wie sich besser lernen lässt. Manches liegt nah, auf anderes muss man erstmal kommen.  Jeder weiß es, viele machen es trotzdem nicht: rechtzeitig anzufangen. "Im Zweifel also jetzt", sagt Martin Schuster, Psychologe und Autor des Buches "Besser lernen". Der erste Schritt: den Stoff zu sichten. Dabei am besten nicht nur den Dozenten zum abgeprüften Stoff befragen. Gute Ratschläge geben auch ältere Kommilitonen, die die Klausur schonhinter sich haben.  Einen Lernplan machen: Nachdem der Lernstoff eingegrenzt ist, sollte man ihn portionieren. Am besten orientieren sich Studentent dabei an inhaltlichen Blöcken - in Geschichte zum Beispiel lässt sich der Stoff zum Römischen Reich in einzelne Epochen unterteilen. "Dann schaue ich mir an: Wie viele Tage habe ich Zeit zum Lernen - Feiertage am besten schon mal herausstreichen", empfiehlt Nina Zimmermann, Lernberaterin an der Uni Regensburg. Die Lern-Häppchen verteilt man dann gleichmäßig auf die einzelnen Tage und hält sie im Kalender fest. Etwa zehn Prozent der Lernzeit sollte man als Puffer für unerwartete Ereignisse einplanen.  Texte zusammenfassen:Aufzeichnungen aus Vorlesungen kann man zur Not von Kommilitonen kopieren. Texte selbst zusammenzufassen, steigert aber den Lerneffekt. "Den Text einmal komplett durchlesen und dann festhalten: Was sind die Hauptaussagen?", empfiehlt Gerald Hüther, Hirnforscher an der Universität Göttingen. "Dann den Text noch einmal durchlesen und die Details themengebunden in verschiedenen Farben herausschreiben." Infos zum Römischen Reich bis Christi Geburt notiert man zum Beispiel in Blau, Infos für die Zeit danach in Rot.  Merkhilfen schaffen:Der Lernstoff lässt sich leichter merken, wenn er mit Emotionen verbunden wird. Das lässt sich zum Beispiel erreichen, indem man ihn in einen persönlichen Kontext setzt: Wo begegnet mir zum Beispiel diese chemische Verbindung im Alltag? Und welchen Zusammenhang hat sie zu Verbindungen, über die ich bereits viel gelernt habe? Für Sprachen taugen
  • 2. bildliche Eselsbrücken: "Süt" (türkisch: "Milch") klingt so ähnlich wie "Süß" - und süße Kekse schmecken mit Milch besonders gut.  Den Lernstoff wiedergeben:Viele nehmen beim Lernen den Stoff nur auf. Sie üben aber nicht, ihn wiederzugeben. "Ich muss mich innerlich immer wieder abfragen: Was habe ich da gerade gelernt?", betont Schuster. Der Klassiker: Karteikarten mit Fragen. Ebenfalls hilfreich sind große Plakate in der Wohnung, auf die man die Fragen zum Lernstoff schreibt. Sieht man die Frage im Vorbeigehen, versucht man sie unbewusst zu beantworten. "Besonders effektiv ist es, wenn man kurz vorm Schlafengehen das am Tag Gelernte noch einmal komplett aufsagt", empfiehlt Neurobiologe Hüther. "So bleibt der Stoff im Langzeitgedächtnis."  Den Lerntag strukturieren: Den ganzen Tag in der Bibliothek alleine vor sich hinzulernen, ist selten effektiv. Die ideale Aufteilung eines Lerntags geht so: Vormittags alleine lernen, am späten Mittag mit Freunden in der Mensa essen und nachmittags das Gelernte gegenseitig abprüfen, rät Zimmermann. "Abends kann man dann alleine weiterlernen, wenn man gemerkt hat, dass man noch Stoff aufholen muss - oder man kann sich eine Pause bis zum nächsten Morgen gönnen, wenn man gut vorangekommen ist."  Pausenmachen: Manche Studenten können den ganzen Tag durchlernen. "In der Regel sollte man aber nach ein bis zwei Stunden intensiven Lernens eine Pause von rund zwanzig Minuten einlegen", sagt Zimmermann. Schlechte Pausenbeschäftigungen sind fernsehen, im Internet surfen oder Videospiele. "Die Reizüberflutung kann das Gelernte schnell überschreiben", warnt Hüther.  Schokoladeals Belohnung:Die ideale Ernährung zum Lernen sei bisher noch nicht gefunden, sagt Psychologe Schuster. "Kaffee wird als Wachmacher geschätzt - das Koffein kann aber bei ängstlichen Personen die Nervosität verstärken." Schokolade
  • 3. beruhigt die Nerven, macht aber dick. Gegen ein kleines Stück Schokolade als Belohnung für zwei Stunden Lernerei spricht aber eigentlich nichts.  Letzter Tag vor der Klausur: An diesem Tag sollten Studenten nichts Neues mehr lernen, sondernden bisherigen Stoff wiederholen. Gute Methode dafür: Einen oder mehrere kleine Spickzettel schreiben. "Wenn man in kleiner Schrift schreibt, muss man sich besonders auf das Rekapitulierte konzentrieren", so Schuster. Den Spicker lässt man anschließend aber zu Hause - nicht, dass man sich zu einem Täuschungsversuch verleiten lässt.  Ausreichend Schlaf: Vor der Prüfung sollte man sich rund sieben Stunden Schlaf gönnen. "Wenn es etwas weniger ist, sorgt das Adrenalin dafür, dass man wach bleibt", beruhigt Zimmermann. Eine komplette Nachtschicht vor der Prüfung ist aber wenig ratsam: 24 Stunden ohne Schlaf schwächen den Körper wie 1,0 Promille Alkohol im Blut. Stattdessenlieber ausgeschlafen und rechtzeitig zur Uni fahren, um sich in Ruhe einen Platz im Prüfungsraum zu suchen. Bevor man das Aufgabenblatt bekommt, sollte man sich überlegen: "Gehe ich die Fragen der Reihe nach durch, oder fange ich mit einem bestimmten Themenbereich an?", sagt Zimmermann. Dann kommt der große Moment: Die Klausur beginnt. Viel Erfolg.