SlideShare ist ein Scribd-Unternehmen logo
F 7.4
Lobbying für die Wissenschaft




                                                              Ulrike Reimann



Warum einen Artikel zum Thema Lobbying – gehört das ebenfalls zum Aufgabenfeld der Hoch-
schulkommunikation? Das Thema ist vielschichtig und gehört in gewissem Sinne zur Öffentlich-
keitsarbeit. Die Frage ist allerdings: In welchem Zusammenhang stehen Hochschulkommunikation
und Lobbying, und sollten wir in diesem Zusammenhang nicht eher von Interessenvertretung spre-
chen? Der folgende Beitrag erklärt zunächst den Begriff Lobbying, um dann zu erläutern, welche
Akteure auf europäischer Ebene Lobbying betreiben und welche Interessen es zu unterscheiden
gilt. Ausgehend von dem, was die Lobbyarbeit tut und wer in ersten Linie in Brüssel „gelobbyt“
wird, erfolgt am Ende anhand von Beispielen eine Auflistung der Möglichkeiten der Einflussnahme
von Hochschulen.


Gliederung                                                                               Seite

1.      Was ist Lobby? – Lobbying oder Interessenvertretung                                  2
2.      Wer macht Lobby? Akteure und Interessen                                              3
2.1     Kollektive Interessenvertreter                                                       4
3.      Was macht Lobby? Information und Kommunikation                                       5
4.      Wer wird gelobbyt? Die europäischen Institutionen                                    6
4.1     Die Europäische Kommission                                                           6
4.2     Das Parlament                                                                        7
5.      Hochschulen und Lobbying                                                            10
6.      Fazit                                                                               14




HWK 1 11 10 12                                                                               1
F 7.4     Zielgruppen im Visier: Wie gewinne ich Studierende, Mitarbeiter, Ehemalige?

Spezifische Zielgruppen erreichen




                               1.    Was ist Lobby? – Lobbying oder
                                     Interessenvertretung
Von der politischen            In den Vorhallen – der LOBBY – des amerikanischen Parlaments tra-
Einflussnahme zur              fen sich Abgeordnete und Nicht-Mitglieder des Parlaments, um zu
Politikberatung                verhandeln. Interessierte Gruppen aus der Bevölkerung versuchten,
                               die Abgeordneten von ihrer Meinung zu überzeugen, um dadurch die
                               Gesetzgebung in ihrem Sinn zu beeinflussen. Diese Art der politischen
                               Einflussnahme prägte den Begriff des Lobbying. Die angesprochenen
                               interessierten Gruppen waren die ersten „Interessenvertreter“.

                               Der Begriff Lobbying ist in Deutschland und in vielen anderen euro-
                               päischen Ländern eher negativ besetzt. Er steht nicht selten für illegale
                               Einflussnahmen oder gar als Synonym für Korruption.

                               In der Literatur finden sich zahlreiche Definitionen, die sicherlich
                               auch vom jeweiligen politischen Selbstverständnis des Betrachters
                               geprägt sind. Eine etwas verkürzte und zu einfache Definition be-
                               zeichnet Lobbying „als den Versuch der Einflussnahme auf Entschei-
                               dungsträger durch Dritte“ (Bockstette 2003, S. 18).

                               Das negative Image des Begriffs hat auch zu starken Abgrenzungsten-
                               denzen und Neudefinitionen geführt. Interessenvertretung, Public Af-
                               fairs, politische Kommunikation, Politikberatung oder „Advocacy“
                               meinen im Grunde die gleiche Sache. Lobbyisten bezeichnen sich selbst
                               gerne als Politikberater, Informationsmanager oder Dienstleister mit
                               ausgezeichneten kommunikativen Fähigkeiten, die mit Mitteln der Öf-
                               fentlichkeitsarbeit „auf Entscheidungsträger und Entscheidungsprozesse
                               durch präzise Informationen einwirken“ (Strauch 1993, S. 19 ff.).

                               Bei Wikipedia wird Lobbying als eine Methode der Einwirkung auf
                               Entscheidungsträger und Entscheidungsprozesse vor allem durch In-
                               formation im Rahmen einer festgelegten Strategie erklärt. Interessen-
                               vermittlung, Einflussnahme, Informationsbeschaffung und Informati-
                               onsaustausch tauchen in den verschiedenen Begriffsdefinitionen im-
                               mer wieder auf (vgl. dazu auch Wikipedia).

                                                           Der angesprochene „Austausch von Informa-
                                                           tionen“ deutet an, dass es nicht nur um eine
                                                           einseitige Einflussnahme auf die politischen
                                                           Entscheidungsträger geht, sondern auch dar-
                                                           um, dass diese auf die Expertise der Interes-
    http://de.wikipedia.org/wiki/Lobbyismus
                                                           senvertreter zurückgreifen können. Lobbying
                                                           ist demnach keine Einbahnstraße, sondern
                                                           vielmehr ein „Tauschgeschäft von Informati-
                                 onen und politischer Unterstützung gegen die Berücksichtigung be-
                                 stimmter Interessen bei der staatlichen Entscheidungsfindung“ (Sebaldt
                                 1997, S. 374 ff.). Lobbying kann also auch gesehen werden als Mittel,
                                 Inhalte mit zu prägen.




2                                                                                         HWK 1 11 10 12
Zielgruppen im Visier: Wie gewinne ich Studierende, Mitarbeiter, Ehemalige?                         F 7.4

                                                                          Spezifische Zielgruppen erreichen




Dies gilt auch für die EU-Ebene und hier insbesondere im Bereich der
europäischen Bildungs- und Forschungspolitik.



2.    Wer macht Lobby? Akteure und
      Interessen
Die Büros von Verbänden, Unternehmen und Institutionen schießen in         Über 15.000 Lobbyisten
Brüssel wie Pilze aus dem Boden. Laut LobbyControl, einer Organisa-                 in der EU aktiv
tion, die sich nach eigener Beschreibung für Transparenz und Schran-
ken des Lobbyings in Brüssel einsetzt, nehmen über 15.000 Lobbyis-
ten Einfluss auf die EU-Institutionen. Etwa 70 Prozent davon arbeiten
für Unternehmen und Wirtschaftsverbände, nicht immer mit sauberen
Methoden wie die Organisation aus Köln
meint. Die EU-Kommission gewähre ihnen
häufig bevorzugten Zugang zu Entschei-
dungsprozessen oder Expertengruppen. Es
drohe eine zunehmende Aushöhlung der De-
mokratie zugunsten eines primär an den Inte-
                                                 http://www.lobbycontrol.de/blog/
ressen der Wirtschaft orientierten Europas, so
LobbyControl.

Diese Betrachtung des Brüsseler Lobby-Dschungels ist sicherlich nah
an der Realität und unterstreicht den allseits diskutierten negativen As-
pekt, ist gleichzeitig aber zu einseitig betrachtet, denn nicht alle Interes-
sen orientieren sich am Profit. Experten unterscheiden zwischen

1. wirtschaftlichen Interessen, wie denjenigen bestimmter Industrie-
   branchen sowie

2. öffentlichen Interessen, die in erster Linie gemeinwohlorientiert
   sind (Michalowitz 2007, S. 51 ff.).

Letztere betreffen sicherlich den Hochschul- und Forschungsbereich,
allerdings ist das Interesse der Wirtschaft etwa am Forschungsrah-
menprogramm der EU durchaus sehr groß. Wirtschaftliche Interessen-
vertreter sind finanziell deutlich besser ausgestattet und sind in Brüs-
sel an Büros und vor allem Personal gegenüber den „Gruppen mit
öffentlichen Interessen“ deutlich überlegen, nicht zuletzt auch durch
die zahlreichen professionellen Lobbyisten, die täglich in Brüssel
„einfliegen“ und am Abend wieder „ausfliegen“. Diese finanziell
großzügig ausgestattete Form des Lobbying wird daher häufig mit
Korruption in Verbindung gebracht.

Der Einfluss einzelner Akteure – wie Unternehmen – hat in den letz-
ten Jahren deutlich zugenommen. Viele Unternehmen haben mittler-
weile Büros in Brüssel; sie überlassen es nicht nur den Verbänden,




HWK 1 11 10 12                                                                                           3
F 7.4    Zielgruppen im Visier: Wie gewinne ich Studierende, Mitarbeiter, Ehemalige?

Spezifische Zielgruppen erreichen




                               Literaturverzeichnis

                               Zugriffsdatum für alle elektronischen Quellen: Juli 2010

                               [1]   Bockstette, C (2003): Konzerninteressen, Netzwerkstrukturen und die Entste-
                                     hung einer europäischen Verteidigungsindustrie: Eine Fallstudie am Beispiel der
                                     Gründung der „European Aeronautic, Defence and Space Company“ (EADS).
                                     Hamburg.
                               [2]   Estermann, T.; Nokkola T. (2009): University Autonomy in Europe 1 – Explora-
                                     tory Study. Brüssel.
                               [3]   Lehmann, W. (2009): Procedural or substantive legitimacy? How to reconciliate
                                     deliberative quality and interest representation. Paper presented at the 39th
                                     UACES 2009 Research Conference. Angers.
                               [4]   Matyja, M. (2007): Interessenverbände im Entscheidungsprozess der Europäi-
                                     schen Union. In: Kleinfeld, R.; Willems, U; Zimmer, A. (Hrsg.): Lobbying.
                                     Strukturen. Akteure. Strategien. Wiesbaden, S.148–166.
                               [5]   Michalowitz, I. (2007): Lobbying in der EU. Wien.
                               [6]   Olényi, S. (2010): Von Beruf Lobbyist. Die Überzeugungstäter.
                                     http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,690457,00.html
                               [7]   Sebaldt, M. (1997): Organisierter Pluralismus. Kräftefeld, Selbstverständnis und
                                     politische Arbeit deutscher Interessengruppen. Wiesbaden.
                               [8]   Strauch, M (1993): Lobbying – die Kunst des Einwirkens. In: Strauch, M.
                                     (Hrsg.): Lobbying. Wirtschaft und Politik im Wechselspiel. Wiesbaden, S.17–60.
                               [9]   Wehrmann, I.(2007): Lobbying in Deutschland - Begriff und Trends. In: Klein-
                                     feld, R.; Willems, U; Zimmer, A. (Hrsg.): Lobbying. Strukturen. Akteure. Strate-
                                     gien. Wiesbaden, S.36–59.




Informationen zur Autorin:

Ulrike Reimann leitet seit März 2008 die Abteilung „Communications, Membership Services and
Events“ der European University Association (EUA) in Brüssel.

Die EUA ist die Interessenvertretung der Hochschulen und nationalen Rektorenkonferenzen in 46
europäischen Ländern. Dank der Interaktion mit ihren rund 850 Mitgliedern und einer Reihe anderer
europäischer und internationaler Organisationen stellt die EUA sicher, dass die unabhängige Stimme
der europäischen Universitäten überall dort gehört wird, wo Entscheidungen getroffen werden, die
sich auf die Aktivitäten der Hochschulen auswirken. Die Ergebnisse der Arbeit der EUA werden den
Mitgliedern und Beteiligten auf Konferenzen, Seminaren, der Webseite und in sonstigen Veröffentli-
chungen vermittelt.

Vor ihrer Tätigkeit bei der der EUA war Ulrike Reimann mehr als sieben Jahre lang Leiterin der Pres-
se- und Öffentlichkeitsarbeit der Deutsch-Französischen Hochschule. Erste Erfahrungen in Sachen
Hochschulkommunikation sammelte die gebürtige Saarländerin bei der Hochschule für Technik und
Wirtschaft des Saarlandes, deren Pressestelle sie zwischen 1997 und 2000 aufbaute und leitete.




16                                                                                                   HWK 1 11 10 12

Weitere ähnliche Inhalte

Andere mochten auch

Integrierte Unternehmensplanung - IBP for High Performance - German
Integrierte Unternehmensplanung - IBP for High Performance - GermanIntegrierte Unternehmensplanung - IBP for High Performance - German
Integrierte Unternehmensplanung - IBP for High Performance - GermanBirgit Breitschuh
 
CEC POWER Lizenztransfers DE
CEC POWER Lizenztransfers DECEC POWER Lizenztransfers DE
CEC POWER Lizenztransfers DE
COMMON Europe
 
Second Life Abschlusspräsentation
Second Life AbschlusspräsentationSecond Life Abschlusspräsentation
Second Life AbschlusspräsentationTobias Wuertz
 
Deutscher Bundestag Stenographischer Bericht 168. Sitzung
Deutscher Bundestag Stenographischer Bericht 168. SitzungDeutscher Bundestag Stenographischer Bericht 168. Sitzung
Deutscher Bundestag Stenographischer Bericht 168. Sitzung
The Skunks
 
VertMktConsiderations_ZebraTech_07.07.06
VertMktConsiderations_ZebraTech_07.07.06VertMktConsiderations_ZebraTech_07.07.06
VertMktConsiderations_ZebraTech_07.07.06carlclouse
 
Merry Christmas 10
Merry Christmas 10Merry Christmas 10
Merry Christmas 10
LEUENBERGER CONSULTING
 
Begrüßung am Barcamp Kirche und Social Media
Begrüßung am Barcamp Kirche und Social Media Begrüßung am Barcamp Kirche und Social Media
Begrüßung am Barcamp Kirche und Social Media
Kirche 2.0
 
Kollaborative textverarbeitung mit substance
Kollaborative textverarbeitung mit substanceKollaborative textverarbeitung mit substance
Kollaborative textverarbeitung mit substanceChristoph Honeder
 
Facebbook für Einsteiger, Tipps und Infos
Facebbook für Einsteiger, Tipps und InfosFacebbook für Einsteiger, Tipps und Infos
Facebbook für Einsteiger, Tipps und InfosDidi Klement
 

Andere mochten auch (12)

Integrierte Unternehmensplanung - IBP for High Performance - German
Integrierte Unternehmensplanung - IBP for High Performance - GermanIntegrierte Unternehmensplanung - IBP for High Performance - German
Integrierte Unternehmensplanung - IBP for High Performance - German
 
CEC POWER Lizenztransfers DE
CEC POWER Lizenztransfers DECEC POWER Lizenztransfers DE
CEC POWER Lizenztransfers DE
 
Second Life Abschlusspräsentation
Second Life AbschlusspräsentationSecond Life Abschlusspräsentation
Second Life Abschlusspräsentation
 
Deutscher Bundestag Stenographischer Bericht 168. Sitzung
Deutscher Bundestag Stenographischer Bericht 168. SitzungDeutscher Bundestag Stenographischer Bericht 168. Sitzung
Deutscher Bundestag Stenographischer Bericht 168. Sitzung
 
VertMktConsiderations_ZebraTech_07.07.06
VertMktConsiderations_ZebraTech_07.07.06VertMktConsiderations_ZebraTech_07.07.06
VertMktConsiderations_ZebraTech_07.07.06
 
Beach
BeachBeach
Beach
 
imatics FormEngine
imatics FormEngineimatics FormEngine
imatics FormEngine
 
Ferdinand Knauß: Wie Wissenschaft in die Zeitung kommt
Ferdinand Knauß: Wie Wissenschaft in die Zeitung kommtFerdinand Knauß: Wie Wissenschaft in die Zeitung kommt
Ferdinand Knauß: Wie Wissenschaft in die Zeitung kommt
 
Merry Christmas 10
Merry Christmas 10Merry Christmas 10
Merry Christmas 10
 
Begrüßung am Barcamp Kirche und Social Media
Begrüßung am Barcamp Kirche und Social Media Begrüßung am Barcamp Kirche und Social Media
Begrüßung am Barcamp Kirche und Social Media
 
Kollaborative textverarbeitung mit substance
Kollaborative textverarbeitung mit substanceKollaborative textverarbeitung mit substance
Kollaborative textverarbeitung mit substance
 
Facebbook für Einsteiger, Tipps und Infos
Facebbook für Einsteiger, Tipps und InfosFacebbook für Einsteiger, Tipps und Infos
Facebbook für Einsteiger, Tipps und Infos
 

Ähnlich wie Ulrike Reimann: Lobbying für die Wissenschaft

Lobbying auf Bundes- und Landesebene
Lobbying auf Bundes- und LandesebeneLobbying auf Bundes- und Landesebene
Lobbying auf Bundes- und Landesebene
Hans Bellstedt Public Affairs GmbH
 
Lobbying
LobbyingLobbying
Lobbying
FESD GKr
 
Privatsphäre 2.0 - Zur Ethik der Kapitalisierung sozialer Beziehungen
Privatsphäre 2.0 - Zur Ethik der Kapitalisierung sozialer BeziehungenPrivatsphäre 2.0 - Zur Ethik der Kapitalisierung sozialer Beziehungen
Privatsphäre 2.0 - Zur Ethik der Kapitalisierung sozialer Beziehungen
Jan Schmidt
 
Digitale Public Affairs
Digitale Public AffairsDigitale Public Affairs
Digitale Public Affairs
Hans Bellstedt Public Affairs GmbH
 
Ethikberlin2010print 101008055029-phpapp02
Ethikberlin2010print 101008055029-phpapp02Ethikberlin2010print 101008055029-phpapp02
Ethikberlin2010print 101008055029-phpapp02FESD GKr
 
Kommunikationswandel hamburg 2010_print
Kommunikationswandel hamburg 2010_printKommunikationswandel hamburg 2010_print
Kommunikationswandel hamburg 2010_print
Jan Schmidt
 
Deutsche Stiftungen als 'Venture Philanthropist'?
Deutsche Stiftungen als 'Venture Philanthropist'?Deutsche Stiftungen als 'Venture Philanthropist'?
Deutsche Stiftungen als 'Venture Philanthropist'?Sira Saccani
 
Digitale Public Affairs
Digitale Public AffairsDigitale Public Affairs
Digitale Public Affairs
Hans Bellstedt Public Affairs GmbH
 
Links.Rot.Feurig.
Links.Rot.Feurig.Links.Rot.Feurig.
Links.Rot.Feurig.
Jens Vogel
 
Impulsreferat "Möglichkeiten der politischen Jugendbildung im Web 2.0 aus chr...
Impulsreferat "Möglichkeiten der politischen Jugendbildung im Web 2.0 aus chr...Impulsreferat "Möglichkeiten der politischen Jugendbildung im Web 2.0 aus chr...
Impulsreferat "Möglichkeiten der politischen Jugendbildung im Web 2.0 aus chr...Hochschule für Philosophie München
 
Strategien erfolgreicher Reformkommunikation
Strategien erfolgreicher ReformkommunikationStrategien erfolgreicher Reformkommunikation
Strategien erfolgreicher Reformkommunikation
Krisenkommunikation
 
Sharing Economy - Definition, Entwicklung, Typologisierung, Nachhaltigkeitsef...
Sharing Economy - Definition, Entwicklung, Typologisierung, Nachhaltigkeitsef...Sharing Economy - Definition, Entwicklung, Typologisierung, Nachhaltigkeitsef...
Sharing Economy - Definition, Entwicklung, Typologisierung, Nachhaltigkeitsef...
Thomas Doennebrink
 
Ein stück des weges gemeinsam
Ein stück des weges gemeinsamEin stück des weges gemeinsam
Ein stück des weges gemeinsamSektion8
 
Einstckdeswegesgemeinsam 120410061248-phpapp02 kopie
Einstckdeswegesgemeinsam 120410061248-phpapp02 kopie Einstckdeswegesgemeinsam 120410061248-phpapp02 kopie
Einstckdeswegesgemeinsam 120410061248-phpapp02 kopie
FESD GKr
 
Lernkultur als (didaktische) Gestaltungsperspektive
Lernkultur als (didaktische) GestaltungsperspektiveLernkultur als (didaktische) Gestaltungsperspektive
Lernkultur als (didaktische) Gestaltungsperspektive
Friedrich - A. Ittner
 
Besser sozial?
Besser sozial?Besser sozial?
Besser sozial?
Jan Schmidt
 
Web 2.0 und Brandbuilding
Web 2.0 und BrandbuildingWeb 2.0 und Brandbuilding
Web 2.0 und Brandbuilding
Plus PR - Agentur für Public Relations
 

Ähnlich wie Ulrike Reimann: Lobbying für die Wissenschaft (20)

Lobbying Studie Schweiz
Lobbying Studie SchweizLobbying Studie Schweiz
Lobbying Studie Schweiz
 
Lobbying auf Bundes- und Landesebene
Lobbying auf Bundes- und LandesebeneLobbying auf Bundes- und Landesebene
Lobbying auf Bundes- und Landesebene
 
Lobbying
LobbyingLobbying
Lobbying
 
Privatsphäre 2.0 - Zur Ethik der Kapitalisierung sozialer Beziehungen
Privatsphäre 2.0 - Zur Ethik der Kapitalisierung sozialer BeziehungenPrivatsphäre 2.0 - Zur Ethik der Kapitalisierung sozialer Beziehungen
Privatsphäre 2.0 - Zur Ethik der Kapitalisierung sozialer Beziehungen
 
Digitale Public Affairs
Digitale Public AffairsDigitale Public Affairs
Digitale Public Affairs
 
Ethikberlin2010print 101008055029-phpapp02
Ethikberlin2010print 101008055029-phpapp02Ethikberlin2010print 101008055029-phpapp02
Ethikberlin2010print 101008055029-phpapp02
 
Kommunikationswandel hamburg 2010_print
Kommunikationswandel hamburg 2010_printKommunikationswandel hamburg 2010_print
Kommunikationswandel hamburg 2010_print
 
Politik Web2 0
Politik Web2 0Politik Web2 0
Politik Web2 0
 
Deutsche Stiftungen als 'Venture Philanthropist'?
Deutsche Stiftungen als 'Venture Philanthropist'?Deutsche Stiftungen als 'Venture Philanthropist'?
Deutsche Stiftungen als 'Venture Philanthropist'?
 
Digitale Public Affairs
Digitale Public AffairsDigitale Public Affairs
Digitale Public Affairs
 
Participation on Demand
Participation on Demand Participation on Demand
Participation on Demand
 
Links.Rot.Feurig.
Links.Rot.Feurig.Links.Rot.Feurig.
Links.Rot.Feurig.
 
Impulsreferat "Möglichkeiten der politischen Jugendbildung im Web 2.0 aus chr...
Impulsreferat "Möglichkeiten der politischen Jugendbildung im Web 2.0 aus chr...Impulsreferat "Möglichkeiten der politischen Jugendbildung im Web 2.0 aus chr...
Impulsreferat "Möglichkeiten der politischen Jugendbildung im Web 2.0 aus chr...
 
Strategien erfolgreicher Reformkommunikation
Strategien erfolgreicher ReformkommunikationStrategien erfolgreicher Reformkommunikation
Strategien erfolgreicher Reformkommunikation
 
Sharing Economy - Definition, Entwicklung, Typologisierung, Nachhaltigkeitsef...
Sharing Economy - Definition, Entwicklung, Typologisierung, Nachhaltigkeitsef...Sharing Economy - Definition, Entwicklung, Typologisierung, Nachhaltigkeitsef...
Sharing Economy - Definition, Entwicklung, Typologisierung, Nachhaltigkeitsef...
 
Ein stück des weges gemeinsam
Ein stück des weges gemeinsamEin stück des weges gemeinsam
Ein stück des weges gemeinsam
 
Einstckdeswegesgemeinsam 120410061248-phpapp02 kopie
Einstckdeswegesgemeinsam 120410061248-phpapp02 kopie Einstckdeswegesgemeinsam 120410061248-phpapp02 kopie
Einstckdeswegesgemeinsam 120410061248-phpapp02 kopie
 
Lernkultur als (didaktische) Gestaltungsperspektive
Lernkultur als (didaktische) GestaltungsperspektiveLernkultur als (didaktische) Gestaltungsperspektive
Lernkultur als (didaktische) Gestaltungsperspektive
 
Besser sozial?
Besser sozial?Besser sozial?
Besser sozial?
 
Web 2.0 und Brandbuilding
Web 2.0 und BrandbuildingWeb 2.0 und Brandbuilding
Web 2.0 und Brandbuilding
 

Mehr von Stefanie Kollenberg, Raabe Verlag

Christina Beck: Wissenschaftskommunikation im Internet
Christina Beck: Wissenschaftskommunikation im InternetChristina Beck: Wissenschaftskommunikation im Internet
Christina Beck: Wissenschaftskommunikation im Internet
Stefanie Kollenberg, Raabe Verlag
 
Nicole Bongard: Briefing von Agenturen und freien Mitarbeitern
Nicole Bongard: Briefing von Agenturen und freien MitarbeiternNicole Bongard: Briefing von Agenturen und freien Mitarbeitern
Nicole Bongard: Briefing von Agenturen und freien Mitarbeitern
Stefanie Kollenberg, Raabe Verlag
 
Gudrun Quandel: FuE-Marketing
Gudrun Quandel: FuE-MarketingGudrun Quandel: FuE-Marketing
Gudrun Quandel: FuE-Marketing
Stefanie Kollenberg, Raabe Verlag
 
Fuada Stankovic: Konfliktbewältigung
Fuada Stankovic: KonfliktbewältigungFuada Stankovic: Konfliktbewältigung
Fuada Stankovic: Konfliktbewältigung
Stefanie Kollenberg, Raabe Verlag
 
Daniel Bayer: Die Zielgruppe wird zur Dialoggruppe, Facebook für die Kommuni...
Daniel Bayer: Die Zielgruppe wird zur Dialoggruppe,  Facebook für die Kommuni...Daniel Bayer: Die Zielgruppe wird zur Dialoggruppe,  Facebook für die Kommuni...
Daniel Bayer: Die Zielgruppe wird zur Dialoggruppe, Facebook für die Kommuni...
Stefanie Kollenberg, Raabe Verlag
 
Bernt Armbruster, Utz Lederbogen: Imagestudien als Evaluierungsinstrument
Bernt Armbruster, Utz Lederbogen: Imagestudien als EvaluierungsinstrumentBernt Armbruster, Utz Lederbogen: Imagestudien als Evaluierungsinstrument
Bernt Armbruster, Utz Lederbogen: Imagestudien als Evaluierungsinstrument
Stefanie Kollenberg, Raabe Verlag
 
Eva Kalbheim: Tabuthemen aufbrechen
Eva Kalbheim: Tabuthemen aufbrechenEva Kalbheim: Tabuthemen aufbrechen
Eva Kalbheim: Tabuthemen aufbrechen
Stefanie Kollenberg, Raabe Verlag
 
Gunvald Herdin, Ulrich Künzel: Online-Marketing im Student Recruitment, Teil 2
Gunvald Herdin, Ulrich Künzel: Online-Marketing im Student Recruitment, Teil 2Gunvald Herdin, Ulrich Künzel: Online-Marketing im Student Recruitment, Teil 2
Gunvald Herdin, Ulrich Künzel: Online-Marketing im Student Recruitment, Teil 2
Stefanie Kollenberg, Raabe Verlag
 
Markus Greitemann, Patrick Honecker: Kommunikation neuer Hochschulgebäude
Markus Greitemann, Patrick Honecker: Kommunikation neuer HochschulgebäudeMarkus Greitemann, Patrick Honecker: Kommunikation neuer Hochschulgebäude
Markus Greitemann, Patrick Honecker: Kommunikation neuer Hochschulgebäude
Stefanie Kollenberg, Raabe Verlag
 
Franz Miller: Pressesprecher als Beruf
Franz Miller: Pressesprecher als BerufFranz Miller: Pressesprecher als Beruf
Franz Miller: Pressesprecher als Beruf
Stefanie Kollenberg, Raabe Verlag
 
Gunvald Herdin, Ulrich Künzel: Online-Marketing im Student Recruitment
Gunvald Herdin, Ulrich Künzel: Online-Marketing im Student RecruitmentGunvald Herdin, Ulrich Künzel: Online-Marketing im Student Recruitment
Gunvald Herdin, Ulrich Künzel: Online-Marketing im Student Recruitment
Stefanie Kollenberg, Raabe Verlag
 
Elke Theobald: Mit Suchmaschinenmarketing auf Toppositionen
Elke Theobald: Mit Suchmaschinenmarketing auf ToppositionenElke Theobald: Mit Suchmaschinenmarketing auf Toppositionen
Elke Theobald: Mit Suchmaschinenmarketing auf Toppositionen
Stefanie Kollenberg, Raabe Verlag
 
Andreas Archut: Tradition als Botschaft
Andreas Archut: Tradition als BotschaftAndreas Archut: Tradition als Botschaft
Andreas Archut: Tradition als Botschaft
Stefanie Kollenberg, Raabe Verlag
 
Iris Klaßen: Studierendenmarketing - Von der Strategie zur Maßnahme
Iris Klaßen: Studierendenmarketing - Von der Strategie zur MaßnahmeIris Klaßen: Studierendenmarketing - Von der Strategie zur Maßnahme
Iris Klaßen: Studierendenmarketing - Von der Strategie zur Maßnahme
Stefanie Kollenberg, Raabe Verlag
 
Florian Hugger: Corporate Design in Lehre und Forschung
Florian Hugger: Corporate Design in Lehre und ForschungFlorian Hugger: Corporate Design in Lehre und Forschung
Florian Hugger: Corporate Design in Lehre und Forschung
Stefanie Kollenberg, Raabe Verlag
 
Achim Fischer: Mit System zur Strategie
Achim Fischer: Mit System zur StrategieAchim Fischer: Mit System zur Strategie
Achim Fischer: Mit System zur Strategie
Stefanie Kollenberg, Raabe Verlag
 
Helmut Schubert: Aus Ideen Geld machen
Helmut Schubert: Aus Ideen Geld machenHelmut Schubert: Aus Ideen Geld machen
Helmut Schubert: Aus Ideen Geld machen
Stefanie Kollenberg, Raabe Verlag
 
Achim Fischer: In zehn Schritten zum Maßnahmenplan
Achim Fischer: In zehn Schritten zum MaßnahmenplanAchim Fischer: In zehn Schritten zum Maßnahmenplan
Achim Fischer: In zehn Schritten zum Maßnahmenplan
Stefanie Kollenberg, Raabe Verlag
 
Utz Lederbogen: Die Website als Visitenkarte
Utz Lederbogen: Die Website als VisitenkarteUtz Lederbogen: Die Website als Visitenkarte
Utz Lederbogen: Die Website als Visitenkarte
Stefanie Kollenberg, Raabe Verlag
 
Iris Klaßen: Professionelles Studierendenmarketing
Iris Klaßen: Professionelles StudierendenmarketingIris Klaßen: Professionelles Studierendenmarketing
Iris Klaßen: Professionelles Studierendenmarketing
Stefanie Kollenberg, Raabe Verlag
 

Mehr von Stefanie Kollenberg, Raabe Verlag (20)

Christina Beck: Wissenschaftskommunikation im Internet
Christina Beck: Wissenschaftskommunikation im InternetChristina Beck: Wissenschaftskommunikation im Internet
Christina Beck: Wissenschaftskommunikation im Internet
 
Nicole Bongard: Briefing von Agenturen und freien Mitarbeitern
Nicole Bongard: Briefing von Agenturen und freien MitarbeiternNicole Bongard: Briefing von Agenturen und freien Mitarbeitern
Nicole Bongard: Briefing von Agenturen und freien Mitarbeitern
 
Gudrun Quandel: FuE-Marketing
Gudrun Quandel: FuE-MarketingGudrun Quandel: FuE-Marketing
Gudrun Quandel: FuE-Marketing
 
Fuada Stankovic: Konfliktbewältigung
Fuada Stankovic: KonfliktbewältigungFuada Stankovic: Konfliktbewältigung
Fuada Stankovic: Konfliktbewältigung
 
Daniel Bayer: Die Zielgruppe wird zur Dialoggruppe, Facebook für die Kommuni...
Daniel Bayer: Die Zielgruppe wird zur Dialoggruppe,  Facebook für die Kommuni...Daniel Bayer: Die Zielgruppe wird zur Dialoggruppe,  Facebook für die Kommuni...
Daniel Bayer: Die Zielgruppe wird zur Dialoggruppe, Facebook für die Kommuni...
 
Bernt Armbruster, Utz Lederbogen: Imagestudien als Evaluierungsinstrument
Bernt Armbruster, Utz Lederbogen: Imagestudien als EvaluierungsinstrumentBernt Armbruster, Utz Lederbogen: Imagestudien als Evaluierungsinstrument
Bernt Armbruster, Utz Lederbogen: Imagestudien als Evaluierungsinstrument
 
Eva Kalbheim: Tabuthemen aufbrechen
Eva Kalbheim: Tabuthemen aufbrechenEva Kalbheim: Tabuthemen aufbrechen
Eva Kalbheim: Tabuthemen aufbrechen
 
Gunvald Herdin, Ulrich Künzel: Online-Marketing im Student Recruitment, Teil 2
Gunvald Herdin, Ulrich Künzel: Online-Marketing im Student Recruitment, Teil 2Gunvald Herdin, Ulrich Künzel: Online-Marketing im Student Recruitment, Teil 2
Gunvald Herdin, Ulrich Künzel: Online-Marketing im Student Recruitment, Teil 2
 
Markus Greitemann, Patrick Honecker: Kommunikation neuer Hochschulgebäude
Markus Greitemann, Patrick Honecker: Kommunikation neuer HochschulgebäudeMarkus Greitemann, Patrick Honecker: Kommunikation neuer Hochschulgebäude
Markus Greitemann, Patrick Honecker: Kommunikation neuer Hochschulgebäude
 
Franz Miller: Pressesprecher als Beruf
Franz Miller: Pressesprecher als BerufFranz Miller: Pressesprecher als Beruf
Franz Miller: Pressesprecher als Beruf
 
Gunvald Herdin, Ulrich Künzel: Online-Marketing im Student Recruitment
Gunvald Herdin, Ulrich Künzel: Online-Marketing im Student RecruitmentGunvald Herdin, Ulrich Künzel: Online-Marketing im Student Recruitment
Gunvald Herdin, Ulrich Künzel: Online-Marketing im Student Recruitment
 
Elke Theobald: Mit Suchmaschinenmarketing auf Toppositionen
Elke Theobald: Mit Suchmaschinenmarketing auf ToppositionenElke Theobald: Mit Suchmaschinenmarketing auf Toppositionen
Elke Theobald: Mit Suchmaschinenmarketing auf Toppositionen
 
Andreas Archut: Tradition als Botschaft
Andreas Archut: Tradition als BotschaftAndreas Archut: Tradition als Botschaft
Andreas Archut: Tradition als Botschaft
 
Iris Klaßen: Studierendenmarketing - Von der Strategie zur Maßnahme
Iris Klaßen: Studierendenmarketing - Von der Strategie zur MaßnahmeIris Klaßen: Studierendenmarketing - Von der Strategie zur Maßnahme
Iris Klaßen: Studierendenmarketing - Von der Strategie zur Maßnahme
 
Florian Hugger: Corporate Design in Lehre und Forschung
Florian Hugger: Corporate Design in Lehre und ForschungFlorian Hugger: Corporate Design in Lehre und Forschung
Florian Hugger: Corporate Design in Lehre und Forschung
 
Achim Fischer: Mit System zur Strategie
Achim Fischer: Mit System zur StrategieAchim Fischer: Mit System zur Strategie
Achim Fischer: Mit System zur Strategie
 
Helmut Schubert: Aus Ideen Geld machen
Helmut Schubert: Aus Ideen Geld machenHelmut Schubert: Aus Ideen Geld machen
Helmut Schubert: Aus Ideen Geld machen
 
Achim Fischer: In zehn Schritten zum Maßnahmenplan
Achim Fischer: In zehn Schritten zum MaßnahmenplanAchim Fischer: In zehn Schritten zum Maßnahmenplan
Achim Fischer: In zehn Schritten zum Maßnahmenplan
 
Utz Lederbogen: Die Website als Visitenkarte
Utz Lederbogen: Die Website als VisitenkarteUtz Lederbogen: Die Website als Visitenkarte
Utz Lederbogen: Die Website als Visitenkarte
 
Iris Klaßen: Professionelles Studierendenmarketing
Iris Klaßen: Professionelles StudierendenmarketingIris Klaßen: Professionelles Studierendenmarketing
Iris Klaßen: Professionelles Studierendenmarketing
 

Ulrike Reimann: Lobbying für die Wissenschaft

  • 1. F 7.4 Lobbying für die Wissenschaft Ulrike Reimann Warum einen Artikel zum Thema Lobbying – gehört das ebenfalls zum Aufgabenfeld der Hoch- schulkommunikation? Das Thema ist vielschichtig und gehört in gewissem Sinne zur Öffentlich- keitsarbeit. Die Frage ist allerdings: In welchem Zusammenhang stehen Hochschulkommunikation und Lobbying, und sollten wir in diesem Zusammenhang nicht eher von Interessenvertretung spre- chen? Der folgende Beitrag erklärt zunächst den Begriff Lobbying, um dann zu erläutern, welche Akteure auf europäischer Ebene Lobbying betreiben und welche Interessen es zu unterscheiden gilt. Ausgehend von dem, was die Lobbyarbeit tut und wer in ersten Linie in Brüssel „gelobbyt“ wird, erfolgt am Ende anhand von Beispielen eine Auflistung der Möglichkeiten der Einflussnahme von Hochschulen. Gliederung Seite 1. Was ist Lobby? – Lobbying oder Interessenvertretung 2 2. Wer macht Lobby? Akteure und Interessen 3 2.1 Kollektive Interessenvertreter 4 3. Was macht Lobby? Information und Kommunikation 5 4. Wer wird gelobbyt? Die europäischen Institutionen 6 4.1 Die Europäische Kommission 6 4.2 Das Parlament 7 5. Hochschulen und Lobbying 10 6. Fazit 14 HWK 1 11 10 12 1
  • 2. F 7.4 Zielgruppen im Visier: Wie gewinne ich Studierende, Mitarbeiter, Ehemalige? Spezifische Zielgruppen erreichen 1. Was ist Lobby? – Lobbying oder Interessenvertretung Von der politischen In den Vorhallen – der LOBBY – des amerikanischen Parlaments tra- Einflussnahme zur fen sich Abgeordnete und Nicht-Mitglieder des Parlaments, um zu Politikberatung verhandeln. Interessierte Gruppen aus der Bevölkerung versuchten, die Abgeordneten von ihrer Meinung zu überzeugen, um dadurch die Gesetzgebung in ihrem Sinn zu beeinflussen. Diese Art der politischen Einflussnahme prägte den Begriff des Lobbying. Die angesprochenen interessierten Gruppen waren die ersten „Interessenvertreter“. Der Begriff Lobbying ist in Deutschland und in vielen anderen euro- päischen Ländern eher negativ besetzt. Er steht nicht selten für illegale Einflussnahmen oder gar als Synonym für Korruption. In der Literatur finden sich zahlreiche Definitionen, die sicherlich auch vom jeweiligen politischen Selbstverständnis des Betrachters geprägt sind. Eine etwas verkürzte und zu einfache Definition be- zeichnet Lobbying „als den Versuch der Einflussnahme auf Entschei- dungsträger durch Dritte“ (Bockstette 2003, S. 18). Das negative Image des Begriffs hat auch zu starken Abgrenzungsten- denzen und Neudefinitionen geführt. Interessenvertretung, Public Af- fairs, politische Kommunikation, Politikberatung oder „Advocacy“ meinen im Grunde die gleiche Sache. Lobbyisten bezeichnen sich selbst gerne als Politikberater, Informationsmanager oder Dienstleister mit ausgezeichneten kommunikativen Fähigkeiten, die mit Mitteln der Öf- fentlichkeitsarbeit „auf Entscheidungsträger und Entscheidungsprozesse durch präzise Informationen einwirken“ (Strauch 1993, S. 19 ff.). Bei Wikipedia wird Lobbying als eine Methode der Einwirkung auf Entscheidungsträger und Entscheidungsprozesse vor allem durch In- formation im Rahmen einer festgelegten Strategie erklärt. Interessen- vermittlung, Einflussnahme, Informationsbeschaffung und Informati- onsaustausch tauchen in den verschiedenen Begriffsdefinitionen im- mer wieder auf (vgl. dazu auch Wikipedia). Der angesprochene „Austausch von Informa- tionen“ deutet an, dass es nicht nur um eine einseitige Einflussnahme auf die politischen Entscheidungsträger geht, sondern auch dar- um, dass diese auf die Expertise der Interes- http://de.wikipedia.org/wiki/Lobbyismus senvertreter zurückgreifen können. Lobbying ist demnach keine Einbahnstraße, sondern vielmehr ein „Tauschgeschäft von Informati- onen und politischer Unterstützung gegen die Berücksichtigung be- stimmter Interessen bei der staatlichen Entscheidungsfindung“ (Sebaldt 1997, S. 374 ff.). Lobbying kann also auch gesehen werden als Mittel, Inhalte mit zu prägen. 2 HWK 1 11 10 12
  • 3. Zielgruppen im Visier: Wie gewinne ich Studierende, Mitarbeiter, Ehemalige? F 7.4 Spezifische Zielgruppen erreichen Dies gilt auch für die EU-Ebene und hier insbesondere im Bereich der europäischen Bildungs- und Forschungspolitik. 2. Wer macht Lobby? Akteure und Interessen Die Büros von Verbänden, Unternehmen und Institutionen schießen in Über 15.000 Lobbyisten Brüssel wie Pilze aus dem Boden. Laut LobbyControl, einer Organisa- in der EU aktiv tion, die sich nach eigener Beschreibung für Transparenz und Schran- ken des Lobbyings in Brüssel einsetzt, nehmen über 15.000 Lobbyis- ten Einfluss auf die EU-Institutionen. Etwa 70 Prozent davon arbeiten für Unternehmen und Wirtschaftsverbände, nicht immer mit sauberen Methoden wie die Organisation aus Köln meint. Die EU-Kommission gewähre ihnen häufig bevorzugten Zugang zu Entschei- dungsprozessen oder Expertengruppen. Es drohe eine zunehmende Aushöhlung der De- mokratie zugunsten eines primär an den Inte- http://www.lobbycontrol.de/blog/ ressen der Wirtschaft orientierten Europas, so LobbyControl. Diese Betrachtung des Brüsseler Lobby-Dschungels ist sicherlich nah an der Realität und unterstreicht den allseits diskutierten negativen As- pekt, ist gleichzeitig aber zu einseitig betrachtet, denn nicht alle Interes- sen orientieren sich am Profit. Experten unterscheiden zwischen 1. wirtschaftlichen Interessen, wie denjenigen bestimmter Industrie- branchen sowie 2. öffentlichen Interessen, die in erster Linie gemeinwohlorientiert sind (Michalowitz 2007, S. 51 ff.). Letztere betreffen sicherlich den Hochschul- und Forschungsbereich, allerdings ist das Interesse der Wirtschaft etwa am Forschungsrah- menprogramm der EU durchaus sehr groß. Wirtschaftliche Interessen- vertreter sind finanziell deutlich besser ausgestattet und sind in Brüs- sel an Büros und vor allem Personal gegenüber den „Gruppen mit öffentlichen Interessen“ deutlich überlegen, nicht zuletzt auch durch die zahlreichen professionellen Lobbyisten, die täglich in Brüssel „einfliegen“ und am Abend wieder „ausfliegen“. Diese finanziell großzügig ausgestattete Form des Lobbying wird daher häufig mit Korruption in Verbindung gebracht. Der Einfluss einzelner Akteure – wie Unternehmen – hat in den letz- ten Jahren deutlich zugenommen. Viele Unternehmen haben mittler- weile Büros in Brüssel; sie überlassen es nicht nur den Verbänden, HWK 1 11 10 12 3
  • 4. F 7.4 Zielgruppen im Visier: Wie gewinne ich Studierende, Mitarbeiter, Ehemalige? Spezifische Zielgruppen erreichen Literaturverzeichnis Zugriffsdatum für alle elektronischen Quellen: Juli 2010 [1] Bockstette, C (2003): Konzerninteressen, Netzwerkstrukturen und die Entste- hung einer europäischen Verteidigungsindustrie: Eine Fallstudie am Beispiel der Gründung der „European Aeronautic, Defence and Space Company“ (EADS). Hamburg. [2] Estermann, T.; Nokkola T. (2009): University Autonomy in Europe 1 – Explora- tory Study. Brüssel. [3] Lehmann, W. (2009): Procedural or substantive legitimacy? How to reconciliate deliberative quality and interest representation. Paper presented at the 39th UACES 2009 Research Conference. Angers. [4] Matyja, M. (2007): Interessenverbände im Entscheidungsprozess der Europäi- schen Union. In: Kleinfeld, R.; Willems, U; Zimmer, A. (Hrsg.): Lobbying. Strukturen. Akteure. Strategien. Wiesbaden, S.148–166. [5] Michalowitz, I. (2007): Lobbying in der EU. Wien. [6] Olényi, S. (2010): Von Beruf Lobbyist. Die Überzeugungstäter. http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,690457,00.html [7] Sebaldt, M. (1997): Organisierter Pluralismus. Kräftefeld, Selbstverständnis und politische Arbeit deutscher Interessengruppen. Wiesbaden. [8] Strauch, M (1993): Lobbying – die Kunst des Einwirkens. In: Strauch, M. (Hrsg.): Lobbying. Wirtschaft und Politik im Wechselspiel. Wiesbaden, S.17–60. [9] Wehrmann, I.(2007): Lobbying in Deutschland - Begriff und Trends. In: Klein- feld, R.; Willems, U; Zimmer, A. (Hrsg.): Lobbying. Strukturen. Akteure. Strate- gien. Wiesbaden, S.36–59. Informationen zur Autorin: Ulrike Reimann leitet seit März 2008 die Abteilung „Communications, Membership Services and Events“ der European University Association (EUA) in Brüssel. Die EUA ist die Interessenvertretung der Hochschulen und nationalen Rektorenkonferenzen in 46 europäischen Ländern. Dank der Interaktion mit ihren rund 850 Mitgliedern und einer Reihe anderer europäischer und internationaler Organisationen stellt die EUA sicher, dass die unabhängige Stimme der europäischen Universitäten überall dort gehört wird, wo Entscheidungen getroffen werden, die sich auf die Aktivitäten der Hochschulen auswirken. Die Ergebnisse der Arbeit der EUA werden den Mitgliedern und Beteiligten auf Konferenzen, Seminaren, der Webseite und in sonstigen Veröffentli- chungen vermittelt. Vor ihrer Tätigkeit bei der der EUA war Ulrike Reimann mehr als sieben Jahre lang Leiterin der Pres- se- und Öffentlichkeitsarbeit der Deutsch-Französischen Hochschule. Erste Erfahrungen in Sachen Hochschulkommunikation sammelte die gebürtige Saarländerin bei der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, deren Pressestelle sie zwischen 1997 und 2000 aufbaute und leitete. 16 HWK 1 11 10 12