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Aktueller Stand 06.05.2011, 10:52 h: 1029
Thesenpapier – der Münchner Freiheit


Schwabing als Viertel

Es gab Zeiten, da war Schwabing kulturelles Zentrum Münchens. In den
letzten Jahren haben nun andere Stadtteile Münchens, wie etwa
Haidhausen oder das Glockenbachviertel mit dem Gebiet rund um den
Gärtnerplatz Schwabing als Kultur- und Ausgehviertel den Rang streitig
gemacht. Während Schwabing mehr und mehr zum historischen
Forschungsgegenstand wird, wird die kulturelle Zukunft Münchens in
anderen Stadtteilen beschritten. Der Aufwertungsprozess der Wohnungen und der
Austausch der Bewohnerschaft gilt in Schwabing als weitestgehend abgeschlossen.

Dies ist eine falsche Annahme. Sollten der Monopolkinokomplex und die Schwabinger 7
durch den Luxusbau der Hamburgerischen Immobilien Handlung kommen, so werden wir
eine ganz andere Qualität an Verdrängung erleben.
Es wird nicht mehr um "soziale Aufwertung" gehen, sondern es wird eine massive
Verdrängung stattfinden. Keine Verdrängung von Obdachlosen, keine Verdrängung der
sogenannten "Unterschicht", sondern eine Verdrängung der heute in Schwabing lebenden
Bevölkerung.
In Schwabing gibt es momentan noch Überbleibsel des Schwabings aus vergangenen Zeiten.
Mit dem Monopolkino befindet sich mitten in Schwabing eines der etabliertesten
Programmkinos Münchens. Die Betreiber haben bereits eine Neue Bleibe am Nordbad
gefunden. Im Dunstkreis des von der Stadt geplanten "Kreativviertels" wie es die Stadt rund
um Dachauer und Schwere-Reiterstraße versucht zu planen, siedeln sich bereits jetzt
aufstrebende preisgekrönte kreative Unternehmen an, obwohl dass Kreativviertel noch gar
nicht fertig ist. Das Kreativviertel wird in einem deutschlandweit einmaligen Zusammenspiel
von Kulturreferat und Baureferat geplant. Warum soll das die Ausnahme sein und nicht die
Regel?

Die Macher des Monopoltheaters haben sich bereits entschieden, den Stadtteil zu verlassen
und investieren schon seit Monaten in ihren Plan B, da sie bislang noch keinen starken
Partner an Ihrer Seite hatten.


Ein Preisgekröntes Kino verlässt die Feilitzschstraße.

Die Feilitzschstraße ist auch immer ein Ort der Münchner Subkultur gewesen. Das Münchner
Hip-Hop-Mode-Label KICKZ.COM beispielsweise begann dort 1993 mit ein paar T-Shirts, die
von der Ladefläche eines Pick-Up Trucks verkauft wurden, ihren sagenhaften Aufstieg zur
internationalen Go-To-Marke für alle Basketball-Begeisterten mit Filialen in jeder großen
deutschen Stadt. Der Besitzer des Mighty Weeny, den wohl jeder Graffiti-Sprüher kennt,
denkt schon länger darüber nach, Schwabing zu verlassen.

Der Betreiber von Mamaʼs Kebabhaus Hasan Arslan sagt: „Wir versuchen seit 20 Jahren, den
besten Döner in München zu verkaufen. Im Gegensatz zu vielen anderen Dönerbuden
machen wir unsere Dönerspieße selbst und kaufen sie nicht tiefgefroren ein.“ Einen neuen
Laden an einer anderen Stelle wird er nicht aufmachen. Er wird in seine ostanatolische
Heimat zurückkehren, falls die Feilitzschstraße 7 abgerissen werden würde. Da im neuen
Haus keine Gaststätten mehr vorgesehen sind, stehen die Sterne für US-
Systemgastronomien in der Straße gut.

Das Monopol

"Das Metropol ist ein Haus mit langer Tradition. Schon 1910 wurden hier Filme gezeigt – die
damalige Lichtburg bot rund 800 Plätze. Der Neubau 1949 hatte dann bereits die zwei Säle
im ersten Stock, die auch heute bespielt werden. Nach einer Reihe sehr unterschiedlicher
Betreiber kam dann mit Christian Pfeil ein Mann, der großen Wert auf Filmkunst legt und
sein Engagement so weit treibt, dass er stets auf die nervige (aber einträgliche) Werbung
auf seinen Leinwänden verzichtet hat. „Kino macht so viel Arbeit und so wenig Gewinn“,
sagte er im Gespräch mit der tz, aber nicht im Grimm – „bei allem macht es aber doch sehr
viel Spaß.“
2008 bekam das Monopol den Schwabinger Kunstpreis verliehen. "


Hat der Schwabinger Kunstpreis noch eine Zukunft?

Der Schwabinger Kunstpreis wird seit 1961 jährlich vom Kulturreferat der Stadt München an
Personen oder Institutionen, die ihren Sitz im Münchner Stadtteil Schwabing haben oder
deren Leistungen „im Sinne der Schwabinger Tradition“ erbracht wurden, verliehen.

Die letzten Preisträger waren:

2011                                             2007
Till Hoffmann (Veranstalter)                     Klaus Lemke (Filmemacher)
Edmund Puchner (Bildhauer)                       Jochen Schölch (Metropoltheater)
Ehrenpreis: Hans Daucher                         Ehrenpreis: Joe Kienemann

2010                                             2006
Dominik Graf (Regisseur)                         Gabriella Lorenz (Journalistin)
Zé do Rock (Autor)                               Galerie Spektrum: Marianne Schliwinski
Ehrenpreis: Konstantin Wecker                    und Jürgen Eickhoff
                                                 Ehrenpreis: Wolfgang Roucka (Galerist
2009                                             und Fotograf)
Joachim Jung (Bildender Künstler)
Klaus Kreuzeder (Saxophonist)                    2005
Ehrenpreis: Rotraut Susanne Berner               Brigitta Rambeck (Malerin und Autorin)
                                                 Renate Vogel (Schwabinger Podium)
2008                                             Ehrenpreis: Buchhandlung Lehmkuhl
Christian Pfeil (Monopol Kino)
Gisela Schneeberger (Schauspielerin)
Ehrenpreis: Christian Stückl
Schwabing - ein Gefühl

Schwabing. Nicht das, was es mal war, gar keine Frage. Der Zahn der Zeit ist, wie andernorts,
die Weichspülpolitur des Geldes. Eine (traurige) Geschichte, die jetzt um ein besonders
tristes Kapitel erweitert soll: Schwabing steht vor der Situation, sein trotz aller
Neutralisierung noch immer intaktes „Herz“ (so schrieb die tz) zu verlieren.

Auf dem Spiel steht nichts Geringeres als der Charme, der die Feilitzschstraße, ihre
Seitenstraßen und deren Gässchenkneipen belebt – der Charme, der Schwabing zu dem
macht, was es ist: Einem angenehm zeitlosen, eben nicht vollverglasten und verstahlten
Tummelplatz menschlicher Bewegung. Schwabing bezog seine Eigenheit und seinen
kreativen Spielraum aus der bunten, offenen Mischung verschiedenster Menschen und
Lebensentwürfe. Das Münchner "Leben und leben lassen" wurde, wenn nicht in Schwabing,
wo dann geprägt?

Eine Stadt aber, die unkontrollierbare, weil kreative Freiräume gern wegretourschiert oder
ihnen zumindest nicht hinterhertrauert, verlöre ein vitales Zentralgestirn dessen, was
Schwabing in letzten, erhaltenswerten Resten noch immer angenehm vom grauen Nichts
abhebt und für viele Münchner erst attraktiv macht: Auch Kneipenkultur, Nachtkultur –
jawohl, richtig gelesen: Kultur – Nachtleben, überhaupt Leben abseits des Wohnens. Es geht
um die vielen kleinen Dramen, für die die Schwabinger 7 und überhaupt Schwabing die
Bühne bietet. Es geht um das traditionsreiche Liebhaber-Kino „Monopol“, das seit jeher für
Kino mit Anspruch steht, für Filmkultur statt groflächige Berieselung. In München ein rares
Kleinod für Cineasten.

Die Alternative, die diesen Namen nicht verdient: Eine gesichtslose Wohnresidenz für die
Wenigen. So und nicht anders wird Charakter vernichtet. Das ist die neue "Münchner
Freiheit": Freiheit für die privatwirtschaftliche Ausschlachtung dessen, was von der echten,
einstigen Münchner Freiheit noch übrig ist – der Freiheit, die Freiraum für Tradition und
Lebenskultur zugleich ist. Schützenswerte Güter, in der Sprache der Wirtschaft stellen sie
keinen Wert dar. Es bedarf der Initiative der Stadt, sie zu erhalten. Und die Stadt, das sind
zuerst die Menschen, die darin wohnen. Wir Münchner. Es ist noch längst kein toter
Grabstein, der da wegtransportiert werden soll.


Stadtentwicklung? Oder die Abwärtsspirale eines Viertels zur Wohngegend!

Unter der Prämisse der Wohnraumverdichtung werden in München Luxusquartiere
geschaffen. Das Quartier "Die Lehnbachgärten" nördlich des Hauptbahnhofes ist ein
Paradebeispiel dafür, was beim Umbau zum Luxusquartier entsteht: Eine tote Gegend.

Rettet die Münchner Freiheit wird verhindern, dass aus Altschwabing ein Luxusquartier wird.
Wir werden zusammen mit allen Münchnerinnen und Münchnern Schwabing verteidigen.

Unter der Prämisse der sozialen Aufwertung werden Bevölkerungsschichten verdrängt.
Die Ausquartierung der Bevölkerung führt zu immer stärker werdenden sozialen Konflikten.
Die Situation an der Feilitzschstraße spiegelt eine wünschenswerte Gesellschaft
wieder - diese wollen wir zusammmenbringen!

Eine heterogene Gesellschaft hat verschiedene Bereiche.
Der eine braucht die Schwabinger 7, der andere geht ins Monopol. Und vielleicht verirrt sich
ein Gast der Schwabinger 7 auch mal ins Monopol-Kino, und erweitert so, für sich, seinen
Horizont - oder vielleicht geht ein Besucher des Kinos auch mal in die Schwabinger 7, um
etwas anderes zu erleben, um auch schon mal den Film im Monopolkino vergessen zu
können.

Um zu verstehen, welche Probleme es in unserer Gesellschaft gibt, die sonst, wo es geht,
ausgeblendet werden. Für diese Erfahrung gibt es keinen ehrlicheren Ort als dieses schwarze
Loch.
Kneipenbesucher sollen hier nicht als Trunkenbolde dargestellt werden, die sonst nichts
machen und die Kinobesucher nicht als solche, die besser sind.

Was erreicht werden muss: Die Zusammensetzung eines funktionierenden Viertels ist das
Wichtige, es muss für alle Schichten Unterhaltungsmöglichkeiten geben. Und das aller
Wichtigste: es muss ein Austausch dabei sein. Ansonsten entstehen zwei homogene
Gruppen. Die Habenden und die Nichthabenden. Die sich öffnende Schere.



Die "Münchner Freiheit" ist auch deine Freiheit!

Altschwabing ist auch eine Angelegenheit aller GiesingeInnen!
Altschwabing ist auch eine Angelegenheit aller Haidhausener!
Altschwabing ist auch eine Angelegenheit aller HerrschingerInnen!
Altschwabing ist auch eine Angelegenheit aller GrafingerInnen!
Altschwabing ist auch eine Angelegenheit aller HamburgerInnen!
Altschwabing ist auch eine Angelegenheit aller BerlinerInnen!

Denn Altschwabing ist auch deine Angelegenheit!

Die Zukunft Altschwabings, die Zukunft Münchens und der Region!
Unsere Zukunft wird in Schwabing verteidigt werden!
Unsere Zukunft wird in Altschwabing entschieden werden.




                                                                    München, den 06.05.2011

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Thesenpapier – Rettet die Münchner Freiheit

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  • 2. Unterstützer Mamas Kebab Haus, Feilitzschstr. 7, 80802 München Theater, Restaurants, Nachtclubs, Kneipen und Einzelhändler aus dem Münchner Lach- und Schiessgesellschaft, Viertel Ursulastraße 9, 80802 München Abseits, Marktstraße 3, 80802 München Rationaltheater, Hesseloherstraße 18, 80802 München Alles Wurst, Nikolaiplatz 3, 80802 München Ringelnatz, Haimhauserstr. 8, 80802 München Café Ringelnatz, Haimhauserstr. 8, 80802 München Schwabinger 7, Feilitzschstr. 9, 80802 München Drugstore, Feilitzschstraße 12, 80802 München Schwabinger Podium, Wagnerstraße 1, 80802 München Grünes Eck, Marktstraße 16, 80802 München Tight Shop, Feilitzschstr. 9, 80802 München Gummizelle, Feilitzschstr. 15, 80802 München Zum neuen Hut, Feilitzschstr. 11, 80802 München Kickz, Feilitzschstr. 1, 80802 München Vereinsheim, Occamstraße 8, 80802 Lustspielhaus, Occamstr. 8, 80802 München München Organisationen, Institutionen, Medien Parteien jetzt.de Urbanauten www.urbanauten.de mucbook Corso Leopold www.corso-leopold.de zeitjung.de Kunst im Keller www.biedersteiner.de/kunstimkeller/ Einzelpersonen sub-bavaria www.sub-bavaria.de Zehra Spindler Grüne Jugend München www.gjm.de Unser Viertel unserviertel.blogsport.de
  • 4. Thesenpapier – der Münchner Freiheit Schwabing als Viertel Es gab Zeiten, da war Schwabing kulturelles Zentrum Münchens. In den letzten Jahren haben nun andere Stadtteile Münchens, wie etwa Haidhausen oder das Glockenbachviertel mit dem Gebiet rund um den Gärtnerplatz Schwabing als Kultur- und Ausgehviertel den Rang streitig gemacht. Während Schwabing mehr und mehr zum historischen Forschungsgegenstand wird, wird die kulturelle Zukunft Münchens in anderen Stadtteilen beschritten. Der Aufwertungsprozess der Wohnungen und der Austausch der Bewohnerschaft gilt in Schwabing als weitestgehend abgeschlossen. Dies ist eine falsche Annahme. Sollten der Monopolkinokomplex und die Schwabinger 7 durch den Luxusbau der Hamburgerischen Immobilien Handlung kommen, so werden wir eine ganz andere Qualität an Verdrängung erleben. Es wird nicht mehr um "soziale Aufwertung" gehen, sondern es wird eine massive Verdrängung stattfinden. Keine Verdrängung von Obdachlosen, keine Verdrängung der sogenannten "Unterschicht", sondern eine Verdrängung der heute in Schwabing lebenden Bevölkerung. In Schwabing gibt es momentan noch Überbleibsel des Schwabings aus vergangenen Zeiten. Mit dem Monopolkino befindet sich mitten in Schwabing eines der etabliertesten Programmkinos Münchens. Die Betreiber haben bereits eine Neue Bleibe am Nordbad gefunden. Im Dunstkreis des von der Stadt geplanten "Kreativviertels" wie es die Stadt rund um Dachauer und Schwere-Reiterstraße versucht zu planen, siedeln sich bereits jetzt aufstrebende preisgekrönte kreative Unternehmen an, obwohl dass Kreativviertel noch gar nicht fertig ist. Das Kreativviertel wird in einem deutschlandweit einmaligen Zusammenspiel von Kulturreferat und Baureferat geplant. Warum soll das die Ausnahme sein und nicht die Regel? Die Macher des Monopoltheaters haben sich bereits entschieden, den Stadtteil zu verlassen und investieren schon seit Monaten in ihren Plan B, da sie bislang noch keinen starken Partner an Ihrer Seite hatten. Ein Preisgekröntes Kino verlässt die Feilitzschstraße. Die Feilitzschstraße ist auch immer ein Ort der Münchner Subkultur gewesen. Das Münchner Hip-Hop-Mode-Label KICKZ.COM beispielsweise begann dort 1993 mit ein paar T-Shirts, die von der Ladefläche eines Pick-Up Trucks verkauft wurden, ihren sagenhaften Aufstieg zur internationalen Go-To-Marke für alle Basketball-Begeisterten mit Filialen in jeder großen deutschen Stadt. Der Besitzer des Mighty Weeny, den wohl jeder Graffiti-Sprüher kennt, denkt schon länger darüber nach, Schwabing zu verlassen. Der Betreiber von Mamaʼs Kebabhaus Hasan Arslan sagt: „Wir versuchen seit 20 Jahren, den besten Döner in München zu verkaufen. Im Gegensatz zu vielen anderen Dönerbuden
  • 5. machen wir unsere Dönerspieße selbst und kaufen sie nicht tiefgefroren ein.“ Einen neuen Laden an einer anderen Stelle wird er nicht aufmachen. Er wird in seine ostanatolische Heimat zurückkehren, falls die Feilitzschstraße 7 abgerissen werden würde. Da im neuen Haus keine Gaststätten mehr vorgesehen sind, stehen die Sterne für US- Systemgastronomien in der Straße gut. Das Monopol "Das Metropol ist ein Haus mit langer Tradition. Schon 1910 wurden hier Filme gezeigt – die damalige Lichtburg bot rund 800 Plätze. Der Neubau 1949 hatte dann bereits die zwei Säle im ersten Stock, die auch heute bespielt werden. Nach einer Reihe sehr unterschiedlicher Betreiber kam dann mit Christian Pfeil ein Mann, der großen Wert auf Filmkunst legt und sein Engagement so weit treibt, dass er stets auf die nervige (aber einträgliche) Werbung auf seinen Leinwänden verzichtet hat. „Kino macht so viel Arbeit und so wenig Gewinn“, sagte er im Gespräch mit der tz, aber nicht im Grimm – „bei allem macht es aber doch sehr viel Spaß.“ 2008 bekam das Monopol den Schwabinger Kunstpreis verliehen. " Hat der Schwabinger Kunstpreis noch eine Zukunft? Der Schwabinger Kunstpreis wird seit 1961 jährlich vom Kulturreferat der Stadt München an Personen oder Institutionen, die ihren Sitz im Münchner Stadtteil Schwabing haben oder deren Leistungen „im Sinne der Schwabinger Tradition“ erbracht wurden, verliehen. Die letzten Preisträger waren: 2011 2007 Till Hoffmann (Veranstalter) Klaus Lemke (Filmemacher) Edmund Puchner (Bildhauer) Jochen Schölch (Metropoltheater) Ehrenpreis: Hans Daucher Ehrenpreis: Joe Kienemann 2010 2006 Dominik Graf (Regisseur) Gabriella Lorenz (Journalistin) Zé do Rock (Autor) Galerie Spektrum: Marianne Schliwinski Ehrenpreis: Konstantin Wecker und Jürgen Eickhoff Ehrenpreis: Wolfgang Roucka (Galerist 2009 und Fotograf) Joachim Jung (Bildender Künstler) Klaus Kreuzeder (Saxophonist) 2005 Ehrenpreis: Rotraut Susanne Berner Brigitta Rambeck (Malerin und Autorin) Renate Vogel (Schwabinger Podium) 2008 Ehrenpreis: Buchhandlung Lehmkuhl Christian Pfeil (Monopol Kino) Gisela Schneeberger (Schauspielerin) Ehrenpreis: Christian Stückl
  • 6. Schwabing - ein Gefühl Schwabing. Nicht das, was es mal war, gar keine Frage. Der Zahn der Zeit ist, wie andernorts, die Weichspülpolitur des Geldes. Eine (traurige) Geschichte, die jetzt um ein besonders tristes Kapitel erweitert soll: Schwabing steht vor der Situation, sein trotz aller Neutralisierung noch immer intaktes „Herz“ (so schrieb die tz) zu verlieren. Auf dem Spiel steht nichts Geringeres als der Charme, der die Feilitzschstraße, ihre Seitenstraßen und deren Gässchenkneipen belebt – der Charme, der Schwabing zu dem macht, was es ist: Einem angenehm zeitlosen, eben nicht vollverglasten und verstahlten Tummelplatz menschlicher Bewegung. Schwabing bezog seine Eigenheit und seinen kreativen Spielraum aus der bunten, offenen Mischung verschiedenster Menschen und Lebensentwürfe. Das Münchner "Leben und leben lassen" wurde, wenn nicht in Schwabing, wo dann geprägt? Eine Stadt aber, die unkontrollierbare, weil kreative Freiräume gern wegretourschiert oder ihnen zumindest nicht hinterhertrauert, verlöre ein vitales Zentralgestirn dessen, was Schwabing in letzten, erhaltenswerten Resten noch immer angenehm vom grauen Nichts abhebt und für viele Münchner erst attraktiv macht: Auch Kneipenkultur, Nachtkultur – jawohl, richtig gelesen: Kultur – Nachtleben, überhaupt Leben abseits des Wohnens. Es geht um die vielen kleinen Dramen, für die die Schwabinger 7 und überhaupt Schwabing die Bühne bietet. Es geht um das traditionsreiche Liebhaber-Kino „Monopol“, das seit jeher für Kino mit Anspruch steht, für Filmkultur statt groflächige Berieselung. In München ein rares Kleinod für Cineasten. Die Alternative, die diesen Namen nicht verdient: Eine gesichtslose Wohnresidenz für die Wenigen. So und nicht anders wird Charakter vernichtet. Das ist die neue "Münchner Freiheit": Freiheit für die privatwirtschaftliche Ausschlachtung dessen, was von der echten, einstigen Münchner Freiheit noch übrig ist – der Freiheit, die Freiraum für Tradition und Lebenskultur zugleich ist. Schützenswerte Güter, in der Sprache der Wirtschaft stellen sie keinen Wert dar. Es bedarf der Initiative der Stadt, sie zu erhalten. Und die Stadt, das sind zuerst die Menschen, die darin wohnen. Wir Münchner. Es ist noch längst kein toter Grabstein, der da wegtransportiert werden soll. Stadtentwicklung? Oder die Abwärtsspirale eines Viertels zur Wohngegend! Unter der Prämisse der Wohnraumverdichtung werden in München Luxusquartiere geschaffen. Das Quartier "Die Lehnbachgärten" nördlich des Hauptbahnhofes ist ein Paradebeispiel dafür, was beim Umbau zum Luxusquartier entsteht: Eine tote Gegend. Rettet die Münchner Freiheit wird verhindern, dass aus Altschwabing ein Luxusquartier wird. Wir werden zusammen mit allen Münchnerinnen und Münchnern Schwabing verteidigen. Unter der Prämisse der sozialen Aufwertung werden Bevölkerungsschichten verdrängt. Die Ausquartierung der Bevölkerung führt zu immer stärker werdenden sozialen Konflikten.
  • 7. Die Situation an der Feilitzschstraße spiegelt eine wünschenswerte Gesellschaft wieder - diese wollen wir zusammmenbringen! Eine heterogene Gesellschaft hat verschiedene Bereiche. Der eine braucht die Schwabinger 7, der andere geht ins Monopol. Und vielleicht verirrt sich ein Gast der Schwabinger 7 auch mal ins Monopol-Kino, und erweitert so, für sich, seinen Horizont - oder vielleicht geht ein Besucher des Kinos auch mal in die Schwabinger 7, um etwas anderes zu erleben, um auch schon mal den Film im Monopolkino vergessen zu können. Um zu verstehen, welche Probleme es in unserer Gesellschaft gibt, die sonst, wo es geht, ausgeblendet werden. Für diese Erfahrung gibt es keinen ehrlicheren Ort als dieses schwarze Loch. Kneipenbesucher sollen hier nicht als Trunkenbolde dargestellt werden, die sonst nichts machen und die Kinobesucher nicht als solche, die besser sind. Was erreicht werden muss: Die Zusammensetzung eines funktionierenden Viertels ist das Wichtige, es muss für alle Schichten Unterhaltungsmöglichkeiten geben. Und das aller Wichtigste: es muss ein Austausch dabei sein. Ansonsten entstehen zwei homogene Gruppen. Die Habenden und die Nichthabenden. Die sich öffnende Schere. Die "Münchner Freiheit" ist auch deine Freiheit! Altschwabing ist auch eine Angelegenheit aller GiesingeInnen! Altschwabing ist auch eine Angelegenheit aller Haidhausener! Altschwabing ist auch eine Angelegenheit aller HerrschingerInnen! Altschwabing ist auch eine Angelegenheit aller GrafingerInnen! Altschwabing ist auch eine Angelegenheit aller HamburgerInnen! Altschwabing ist auch eine Angelegenheit aller BerlinerInnen! Denn Altschwabing ist auch deine Angelegenheit! Die Zukunft Altschwabings, die Zukunft Münchens und der Region! Unsere Zukunft wird in Schwabing verteidigt werden! Unsere Zukunft wird in Altschwabing entschieden werden. München, den 06.05.2011